Start Blog Seite 1037

TAKTIKTAFEL: Nachbetrachtung TSV 1860 München – KFC Uerdingen

1
Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur diesmal relativ kurzen TAKTIKTAFEL-Nachbetrachtung des Spiels TSV 1860 München gegen den KFC Uerdingen 05.

Wie erwartet spielte Uerdingen gegen den Ball mit zwei tiefen Viererketten; somit war für die Löwen das Spiel im letzten Drittel vor dem Tor des Gegners nicht einfach. In Ballbesitz versuchten die Uerdinger sehr bemüht, ein 4-3-3 herzustellen. Das war gegen die in allen Mannschaftsteilen gegen den Ball bravourös agierenden Löwen kaum von Erfolg gekrönt. So wirkten die Bemühungen der Krefelder im Spiel nach vorne eher wie ein 4-2-3-1, bei dem jeweils einer der offensiven Außenspieler versuchte, mit in die Spitze zu gehen.

Für beide Teams waren die Aufgaben vor dem Tor am Samstag unlösbar. Uerdingen hatte den Bus im eigenen Strafraum geparkt und die Löwen konnten ihn nicht beiseite schieben. Die Löwen verteidigten nach Ballverlust auf allen Positionen gut und ließen aus dem Spiel heraus ebenfalls kaum Chancen zu. So entwickelte sich ein Spiel, das man in zwei ungleich lange Teile zerlegen kann; vor und nach der Gelb-Roten Karte für Erik Tallig.

Vor dem Platzverweis

Das Spiel hatte vor dem Platzverweis für den Ex-Chemnitzer sowohl in Halbzeit eins, als auch in Halbzeit zwei nur eine Richtung und die hieß Uerdinger Abwehrdrittel. Ballbesitz und Feldvorteile der Löwen waren eklatant. Dreißig Positionsangriffen der Sechzger sehen deren dreizehn beim Gegner gegenüber. Fünf Ecken und fünf Freistöße für den TSV 1860 München im Angriffsdrittel kommen hinzu. Die Mannschaft von Stefan Krämer, die wie erwartet mit zwei tiefen Viererreihen verteidigte, kam nur zu Entlastungsangriffen. Diese führten zu drei Standardsituationen für den KFC und zwei Schüssen aus dem Spiel heraus. Zählbares gab es unter dem Strich weder durch Krefelds Standards noch durch die Feldüberlegenheit der Sechzger.

Es gab zwar einige Situationen, in denen der TSV 1860 München Distanzschüsse außerhalb des Sechzehners durch die vielbeinige Abwehr der Krefelder bugsieren konnte, diese waren aber nie wirklich gefährlich für den von Jurjus gehüteten Kasten des Vereins aus der Samt- und Seidestadt. Zwingende Torgelegenheiten brachten die Löwen nicht zustande. Die Standards der Krefelder konnten von der Löwenabwehr gut entschärft werden. Einmal jedoch wurde es bei einem Freistoß in der 5. Minute gefährlich für den Kasten von Hiller. Freund und Feind verpassten aber die Hereingabe, daher ergab sich in dieser Situation keine tatsächliche Torchance.

Die größte Gelegenheit für den KFC im Spiel machte Hiller mit einer Glanztat in der 60. Minute zunichte, als er gegen den allein auf ihn zugehenden Kiprit klären konnte, nachdem Moll etwas fahrlässig gepatzt hatte.

Die statistischen Werte bis zum Platzverweis

Ballbesitz 59% : 41%, Schüsse 12 : 3, Ballkontakte im Strafraum 11 : 3 – all diese Statistiken sehen den TSV 1860 im Vorteil. Die Passquote bei den Löwen lag bei 89%. Natürlich wird diese Zahl ein wenig durch Rückpässe geschönt, aber selbst wenn man diese abzieht, kommt der TSV immer noch auf eine Quote von 87% erfolgreiche Pässe. Leider konnten die daraus entstehenden Situationen nicht in zählbare Erfolge umgesetzt werden. Die Krux im Spiel der Löwen war eindeutig die Schwäche in den offensiven Zweikämpfen. Lediglich sechzehn mal konnte sich ein Sechzger gegen seinen Gegenspieler im Eins gegen Eins durchsetzen. In dieser Hinsicht waren dieUerdinger sehr souverän. Neudecker und Tallig hatten in dieser Statistik mit 57% bzw. 50% Erfolgsquote in den Dribblings bis zur 69. Minute sehr gute Werte aufzuweisen. Eklatant ist, dass Phillipp Steinhart nur einen und Sascha Mölders keinen einzigen Offensivzweikampf bis zu diesem Zeitpunkt für sich entscheiden konnten.

Nach dem Platzverweis

Nach der etwas kleinlichen Gelb-Roten Karte für Erik Tallig wegen wiederholten Foulspiels kam Uerdingen besser ins Spiel und dominierte spätestens ab der Einwechslung von Adriano Grimaldi das Geschehen auf dem Platz. Den Uerdingern erging es nun jedoch nicht anders als den Löwen zuvor. Sie fanden kaum einen Weg durch das Abwehrbollwerk des Gegners und wenn, war der gut aufgelegte Torhüter des TSV 1860, Hiller, zur Stelle.

Die Sechzger hingegen verlegten ihre Angriffsbemühungen in Unterzahl nun hauptsächlich aufs Konterspiel. Leider wurden die Situationen, die sich ergaben, nicht präzise genug ausgespielt oder von den immer noch stabil verteidigenden Uerdingern souverän unterbunden.

Die statistischen Werte nach dem Platzverweis

Ballbesitz 44% : 57%, Schüsse 1 : 3 Ballkontakte im Strafraum 3 : 5 – nun war in diesen Statistiken jeweils Uerdingen am Drücker. Aus dem Spiel heraus kamen die Gäste in dieser Zeit allerdings nur ein einziges mal zum Abschluss, die beiden anderen Schüsse ergaben sich aus Standardsituationen. Interessant ist, dass sowohl Uerdingen als auch der TSV 1860 München in diesen letzten 20 Minuten mit je sechs Positionsangriffen genau gleich oft in die Hälfte des Gegners eindrangen. Weil Uerdingen jetzt mutig wurde und aufmachte, um den Dreier einzufahren, gelangen den Löwen auf einmal mehr Einzelaktionen als vor dem Platzverweis.

Fazit

Dieses Spiel (und auch schon einige andere davor) hinterlässt vor allem die Frage, warum sich die Sechzger gegen tief stehende Mannschaften so schwer tun. Darauf gibt es selbstverständlich nicht die eine alles erklärende Antwort; da spielen verschiedene Faktoren hinein:

Zum Einen fehlt den Löwen (meiner Meinung nach) ein kopfballstarker und robuster Sturmriese mit Gardemaß, der im Zentrum vor dem Kasten beim Flügelspiel mehrere Verteidiger binden kann und mit dem Kopf nicht nur ins Tor trifft, sondern auch Bälle für seine Kollegen im Angriff auflegt. Tim Linsbichler (1,93 m) wäre hier ein guter Kandidat, leider steht er jedoch noch nicht zur Verfügung. Sascha Mölders fehlen mit 1,85 m Größe schon einige Zentimeter, um sich bei hohen Bällen auch gegen wirkliche Abwehrriesen durchzusetzen.

Zum Anderen – und da gibt es gar nichts zu kritisieren – wird gegen solche Betonmischer bis vor den Sechzehner des Gegners meistens gut gespielt. Oft gibt es sogar kaum Gegenwehr der verteidigenden Mannschaft vor dem letzten Drittel. Zu selten jedoch versuchen die Löwen, die mauernden Gegner aus der Defensive herauszulocken um dann im richtigen Moment das Spiel schnell zu machen und gegen die defensive Phalanx Pässe in den Schnittstellen der Mannschaftsteile anzubringen und somit räumliche und personelle Überlegenheit zu generieren. Ein häufigerer Wechsel der Höhe im Pressing während des Spiels könnte eine Möglichkeit sein, hier den Hebel anzusetzen.

Nichtsdestotrotz steht der TSV 1860 auch nach diesem schweren Spiel gegen eine der besten Defensiven der Liga immer noch besser da, als es die meisten Kritiker vor der Saison erwartet hätten. Und auch die erfolgreiche Abwehrschlacht in Unterzahl stimmt mich absolut positiv. Ein Spiel ohne Gegentor mit einem Punkt auf der Habenseite. Es ist somit besser gelaufen als in den Drittligaheimspielen zuvor gegen den KFC.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Sechzig um Sieben: Neues am 23.11.2020

0
Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Guten Morgen!

Neue Woche – neues Glück. Morgen hat unsere Mannschaft schon die nächste Chance, drei Punkte zu holen. Ab 18:60 Uhr geht es gegen den SC Verl, wir von sechzger.de sind natürlich wieder vor Ort und tickern für euch live aus dem Stadion! Grund dafür ist die anstehende Englische Woche, die in England übrigens als “Three-Game-Week” bezeichnet wird. Für uns Fußballfans ist der Begriff sicher nichts Neues, dennoch hat diese Entwicklung teilweise zu solch extremen Ausmaßen geführt:

Mir persönlich wird bzw. ist das alles zu viel. Fußball sollte am Wochenende stattfinden! Da können wir in Liga 3 froh sein, dass der Spieltag (noch?) nicht so zerpflückt ist.

TAKTIKTAFEL
Zunächst aber mal gilt es trotzdem noch das Spiel gegen Uerdingen Revue passieren zu lassen. Das macht – in gewohnter Art und Weise – Bernd Winninger in seiner TAKTIKTAFEL-Nachbetrachtung. Außerdem haben wir gestern die Bilder vom Spiel online gestellt.

LÖWENRUNDE
Es geht Schlag auf Schlag und somit steht bereits heute die nächste Spieltagskonferenz an. Wir werden euch im Anschluss die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen.

Training
Kurz nach der Pressekonferenz lädt Michi Köllner zu einer Videoanalyse, im Anschluss findet das Abschlusstraining statt.

Löwe des Spiels
Unser Hauptsponsor die Bayerische sucht den Löwen des Spiels gegen Uerdingen. Abstimmen könnt ihr noch bis heute um 12:00 Uhr.

eV Shop
Im Shop des Vereins wurden einige Artikel ergänzt. Dieses Mal handelt es sich um tolle Westkurven-Aufnahmen des Fotografen Bojan Ritan. Zugegeben: Ganz billig ist die Angelegenheit nicht – aber für den ein oder anderen könnte dies ja eine gute Gelegenheit für ein Weihnachtsgeschenk darstellen.

Außerdem präsentieren die Futsal-Löwen gerade ihr Jubiläumstrikot auf Instagram. Nach und nach könnt ihr mitverfolgen, wie das Design mehr und mehr ersichtlich wird.

Ergebnisse aus Liga 3
Gestern standen noch drei Partien auf dem Programm, die Ergebnisse lauten wie folgt:

Lübeck – Bayern II 3:0
Unterhaching – Viktoria Köln 2:2
Ingolstadt – Magdeburg 1:0

Sechzig liegt damit auf Platz 4, der kommende Gegner Verl auf 6.

Einen guten Wochenstart wünscht das Team von sechzger.de!

Fotogalerie: 11. Spieltag – TSV 1860 München vs. KFC Uerdingen

2

Servus Löwenfans, hier kommt die Fotogalerie zum die englische Woche einläutenden 11. Spieltag, dem (Geister-) Heimspiel des TSV 1860 München gegen den KFC Uerdingen aus dem gut 650km entfernten Krefeld. Der Schiedsrichter war sicher froh, dass das schlägernde Maskottchen Grotifant nicht mit angereist war.

Hier findet ihr auch noch ein paar Gedanken zur Lage der Löwen. Jetzt aber viel Spaß mit den Bildern:

Das Löwen Kompendium – 3. Auflage ab Dezember erhältlich

0

Es ist das Standardwerk, wenn es um Statistiken rund um den TSV 1860 München geht: Das Löwen Kompendium. Leider sind die ersten beiden Auflagen schon seit einer gefühlten Ewigkeit vergriffen, Anfang Dezember wird nun jedoch endlich die langersehnte 3. Auflage erscheinen.

Auf 756 Seiten sind die gesammelten Matches (soweit sie sich zurückverfolgen ließen) seit der Gründung der Fußballabteilung bis zum Ende der Saison 2019/2020 aufgelistet – ein wahres Meisterwerk, das Thorsten Ruinys zusammengestellt hat. Dabei beschränkt sich der Autor jedoch nicht nur auf die nackten Ergebnisse, sondern gibt auch Spieldaten, Aufstellungen, Spielorte, Karten etc. an. Ein Traum für Statistik-Freaks und Unterstützer der Löwen!

Zu bestellen gibt es das gute Stück demnächst direkt beim Verlag, beim größten Online-Händler (den wir aber bewusst nicht verlinken) oder wenig später dann auch im Fanshop der Löwen.

Der Autor stammt jedoch keinesfalls aus dem direkten Löwen-Umfeld, sondern lebt im niedersächsichen Bremervörde. Er ist seit 1981 leidenschaftlicher Fan des TSV 1860 und seit 1991 auch eingetragenes Mitglied der Fußballabteilung.

Regelmäßigen Lesern von sechzger.de ist der Autor kein Unbekannter; er hatte kürzlich den ältesten noch lebenden Ex-Spieler der Löwen in Bulgarien ausfindig gemacht und ihm telefonisch zum 100. Geburtstag gratuliert.

Happy Birthday, Dennis Erdmann! sechzger.de gratuliert

0

Dennis Erdmann wird am heutigen Sonntag 30 Jahre jung – also immerhin ein halber Sechzger! 😉

Nachdem es gestern zwar leider nicht mit dem vorgezogenen Geschenk in Form eines Heimsiegs über den KFC Uerdingen geklappt hat, der gebürtige Rheinländer aber über 90 Minuten eine durchaus zufriedenstellende Partie bot, hat er sich heute einen entspannten und erholsamen Ehrentag im Kreise lieber Menschen verdient.

Erdmann kam im Sommer 2019 aus Magdeburg nach München und wurde seinem Ruf als Raubein schnell gerecht – auf dem Fußballplatz, aber nicht nur dort. 14 Gelbe Karten in der vergangenen Saison zeugen davon, dass earthman_13, wie er sich selbst in den sozialen Medien nennt, immer vollen Einsatz gibt, mit viel Emotion und Leidenschaft unterwegs ist und somit zurecht den Löwen auf der Brust tragen darf.  In den letzten Wochen war er durch die eine oder andere Aussage zu Themen jenseits des Fußballplatzes in die Schlagzeilen geraten. Michael Köllner schilderte seinen Schützling gegen die Kritik daran als “reflektierten und intelligenten Burschen”. Möge er ein solcher bleiben!

Happy Birthday, Dennis!

Giesinger Gedanken: Die Lage der Löwen nach dem Spiel gegen Uerdingen

2
Grünspitz Giesing

Was war das für ein Spiel gestern! Eins, nach dessen Ende man am Grünspitz, beim Trepperl-Wirt, im Schau-ma-moi und wie unsere Treffpunkte alle heißen, stundenlang hätte diskutieren können, ob man einen Punkt gewonnen hat, deren zwei verloren hat oder ob man mit einem Punkt eigentlich ganz gut bedient ist.

Es gibt für alle drei Varianten gute Gründe. Diejenigen, die für „einen Punkt gewonnen“ argumentiert hätten, hätten sicher auf den Sololauf von Kiprit nach dem Fehler von Quirin Moll verwiesen. Zum Glück verhinderte Marco Hiller mit einer Glanzparade an der Sechzehnerlinie die mögliche Uerdinger Führung. Sie hätten dann auch sicher die fast 25-minütige Unterzahl nach der gelb-roten Karte gegen Tallig und den sichtbar motivierten Grimaldi angeführt, der an alter Wirkungsstätte nur zu gern ein Tor geschossen hätte.

Diejenigen, die für „zwei verlorene Punkte“ plädiert hätten, wären sicher auf die Viertelstunde nach der Halbzeit eingegangen, als die Löwen die Krefelder ordentlich unter Druck setzten. Bis auf einen Kopfball von Mölders nach Tallig-Flanke und einige Ecken (von denen Moll eine beinahe direkt ins Tor gezirkelt hätte), sprangen aber leider keine Großchancen heraus. Gestern hätte wahrscheinlich das erste Tor die Partie entschieden und so ist deren Argumentation auch nicht ganz von der Hand zu weisen.

Bleiben diejenigen, die das Unentschieden für ganz gerecht halten. Für deren Meinung spricht, dass das Spiel nun mal unentschieden geendet hat und sich beide Mannschaften weitgehend neutralisierten. Halten wir fest, dass Uerdingen durch Kiprits Sololauf die beste Chance hatte, Sechzig bei 11-gegen-11 mit zunehmender Spielzeit leicht überlegen war und Uerdingen dann fast 25 Minuten mit einem Mann mehr auch die Entscheidung gesucht hat. Immerhin gelang es den Uerdingern nicht – wie bei ihren letzten beiden Besuchen in Giesing – ein spätes 0:1 zu erzielen. Das ist sicher positiv zu vermerken! Schwer zu sagen, wer von den dreien Recht hat. Schade nur, dass wir das alles nicht an Ort und Stelle bei einer Halben diskutieren können, sondern uns über Whatsapp-Gruppen und ähnliche Kanäle austauschen müssen.

Insgesamt war es eine hart umkämpfte Partie, die sich weitgehend im Mittelfeld abspielte. Wie in unserer TAKTIKTAFEL prognostiziert, agierte der KFC mit zwei tiefstehenden Viererketten und versuchte bei Ballgewinnen schnell nach vorne zu spielen. Die Krefelder attackierten lehrbuchmäßig die ballführenden Spieler von Sechzig und so entstand kaum Spielfluss. Die Löwen agierten ähnlich konsequent, wenn die Krefelder in Ballbesitz kamen. So war es nicht verwunderlich, dass hüben wie drüben kaum Chancen erspielt werden konnten. Um den Raum vorne nicht zu eng werden zu lassen, zog Köllner Spielmacher Neudecker etwas zurück, um von dort das Spiel aufzuziehen. Allerdings brachte das auch keine besonderen Effekte für das Spiel nach vorne. Die detaillierte Analyse gibt es dann in Kürze in der Nachbetrachtung der TAKTIKTAFEL.

Es bleibt festzuhalten, dass Sechzig sich gegen tiefstehende Gegner sehr schwer tut. Das Spiel wirkt zu statisch und zu vorhersehbar. Wenn dann noch die offensiven Außen wie gestern Tallig und Lex nicht ihren besten Tag haben, kommen die Löwen kaum gefährlich in den gegnerischen Strafraum. Daran muss im Training gearbeitet werden. Vielleicht wäre durch Pusic nochmal ein Impuls in der Offensive möglich gewesen, aber der fällt ja leider verletzt noch ein paar Spiele aus. Auf der Positivseite ist sicher auch zu vermerken, dass Marco Hiller zum absoluten Rückhalt gereift ist. Wie er sich Kiprit entgegenstellte und das 0:1 verhinderte, war ganz große Klasse.

Die Löwen belegen aktuell weiterhin Platz 3 in der Tabelle. Auf den ersten Blick ist das sicher gut. Schaut man aber genau hin, muss man feststellen, dass uns einige Teams auf Grund der ausgefallen Spiele noch überholen können. Holen Ingolstadt, Verl, Türkgücü, Rostock und Viktoria Köln das Punktemaximum aus den noch ausstehenden Spielen, rutschen wir auf Platz 8 ab. Das ist sicher auch kein Beinbruch, da wir dann immer noch in Reichweite der Aufstiegsplätze wären. Diese Liga ist einfach schon wieder so dermaßen eng, dass man sich unnötige Punktverluste einfach nicht erlauben darf. Schon gar nicht gegen direkte Konkurrenten. Wie weit man mit zwei Siegen in Folge kommen kann, zeigt uns gerade Dynamo Dresden: standen die Sachsen am 9. Spieltag noch auf Platz 8, sind sie aktuell Zweiter!

Insofern war es vielleicht nicht das Schlechteste, mit 10 Mann einen Punkt gegen die kompakten Uerdinger mitzunehmen, anstatt auf Risiko zu gehen und eventuell am Ende ganz ohne Punkte dazustehen. Wir sind gespannt, wie es in der englischen Woche weitergeht. Am Dienstag müssen die Löwen nach Verl (bzw. Paderborn) und am Samstag geht es gegen Türkgücü. Beides direkte Konkurrenten und technisch versierte Mannschaften, die eher Ihr Heil im Angriff suchen, anstatt auf massierte Abwehrreihen zu setzen. Bisher lagen diese Teams den Löwen besser, aber man darf beide Mannschaften nicht ins Spiel kommen lassen. Wenn es mal läuft, können beide ein für ihre Gegner schmerzhaftes Offensivfeuerwerk abrennen. Siehe Verl in Duisburg am vergangenen Freitag.

Die beiden noch ausstehenden Spiele in dieser Woche zeigen, in welche Richtung die Weichen gestellt werden. Wir sind gespannt!

Sechzig holt in Unterzahl ein 0:0 gegen den KFC Uerdingen

0

Es war das erwartet schwere Spiel und für die Löwen war über 90 Minuten kaum ein Durchkommen: Sechzig trennt sich mit einem 0:0-Unentschieden vom KFC Uerdingen.

In der ersten Halbzeit spielte sich das Geschehen fast ausschließlich im Mittelfeld ab. Die Löwen hatten mehr Ballbesitz, konnten diesen allerdings nur äußerst selten in gefährliche Situationen ummünzen. Uerdingen hingegen konzentrierte sich auf die Defensivarbeit und versuchte mit Kontern gefährlich vor das Tor zu kommen.

In der zweiten Halbzeit blieb alles beim Alten: Sechzig konnte nicht, Uerdingen wollte nicht. In der 60.Minute kam Uerdingen dann zu größten Chance des Spiels: nach einem Fehler von Moll war Kiprit frei durch, Hiller verhinderte jedoch großartig den Rückstand. Ab der 69.Minute mussten die Sechzger dann in Unterzahl agieren: Tallig kam in einem Zweikampf an der rechten Außenlinie etwas zu spät und kassierte die gelb-rote Karte. Eine harte Entscheidung des Schiedsrichters Oldhafer, der jedoch – wie auch beim Gastspiel in Rostock – streng bei seiner Linie blieb. Die Überzahl nutzten die Gäste dann allerdings nicht für eine Schlussoffensive, sodass Hiller & Co. wenig Mühe hatten, das Ergebnis über die Zeit zu bringen.

Weiter geht es aufgrund der anstehenden englischen Woche gleich am Dienstag, dann ist Sechzig zu Gast beim SC Verl. Anpfiff ist um 18:60 Uhr.

Die Ergebnisse des 11.Spieltags in der Übersicht:

Duisburg-Verl 0:4
Halle – Kaiserslautern 1:1
Saarbrücken – Wehen 3:3
Rostock – Dresden 1:3
Zwickau – Waldhof 0:0

Live-Ticker: TSV 1860 München – KFC Uerdingen, 11. Spieltag 2020/21, 21.11.2020, Live aus dem Stadion

2
Liveticker TSV 1860 München von sechzger.de

Servus Löwenfans!

Am heutigen Samstag empfangen unsere Löwen um 14:00 Uhr den KFC Uerdingen im Sechzger Stadion. Leider coronabedingt natürlich wieder vor leeren Rängen. Immerhin kann Trainer Köllner personell fast wieder aus dem Vollen schöpfen: Marius Willsch ist wieder im Kader, damit fehlt “nur” Martin Pusic wegen seiner Handverletzung, wie auf der Pressekonferenz Freitag Mittag bekannt gegeben wurde.

Unser Experte Bernd Winninger hat den Gegner wieder unter die Lupe genommen und  stellt ihn Euch in unserer TAKTIKTAFEL vor. Er rechnet mit einem starken Gegner, so viel sei verraten.

Den Spieltag eröffneten bereits gestern Abend der MSV Duisburg und der SC Verl. Die Gäste gingen dabei mit 0:4 als Sieger vom Platz.

Wir tickern am Spieltag ab dem frühen Morgen – beginnend mit dem Artikel von “Sechzig  um Sieben”, der traditionell der Vorbericht ist.

Frankreich: Kevin Volland erlegt PSG im Alleingang

0
Kevin Volland als Spieler beim TSV 1860 München Zwischen Dorf und Fürstentum

Zwei Tore und den entscheidenden Elfmeter rausgeholt: Ex-Löwe Kevin Volland war der Mann des Tages beim gestrigen 3:2-Sieg des AS Monaco über den französischen Serienmeister PSG.

Lange Zeit sah es jedoch gar nicht gut aus für die Monegassen, denn die Hauptstädter hatten durch zwei Mbappé-Treffer bereits mit 2:0 in Führung gelegen und einen Elfmeter vergeben.

Doch nach dem Seitenwechsel schlug die Stunde des Allgäuers, der ja auch schon zehn Länderspiele absolviert hat, seit Jahren jedoch konsequent vom Bundestrainer ignoriert wird.

Remis zwischen Paul und Bierofka

An anderer Stelle und etwas weiter entfernt vom internationalen Glamour trennten sich indes in der 2. österreichischen Liga der SK Austria Klagenfurt (Herbert Paul, Matze Imhof, Wolfgang Schellenberg) und Wacker Innsbruck (Daniel Bierofka) mit 1:1 und bleiben damit beide im Aufstiegsrennen.

Sechzig um Sieben: TSV 1860 München – KFC Uerdingen

0

Aller guten Dinge sind drei: Zum dritten Mal empfangen die Löwen heute Nachmittag den KFC Uerdingen zu einem Drittligaspiel an der Grünwalder Straße und es gibt was gut zu machen: Sowohl im Aufeinandertreffen nach dem Aufstieg im August 2018, als auch im Oktober letzten Jahres endete das Spiel denkbar unglücklich mit 0:1. Beide Male fiel das jeweilige Tor des Tages ganz kurz vor dem Abpfiff – 2018 sogar erst in der dritten Minute der Nachspielzeit. Die Krefelder hinterließen zweimal – nicht nur aufgrund dieser Ergebnisse – bei den Löwenfans keinen sonderlich sympathischen Eindruck. Arroganz und Überheblichkeit sind die Begriffe, die nach den beiden Duellen in den Gesprächen am Grünspitz und in den umliegenden Kneipen sehr häufig fielen. Mal sehen, ob die Uerdinger Akteure an den TV-Bildschirmen heute ähnlich rüberkommen, oder ob vielleicht die fehlende Kulisse im leeren Sechzgerstadion ein ganz anderes Auftreten der Gäste zur Folge hat.

Auswärts sah das, was die Löwen in den letzten beiden Spielzeiten gegen den KFC auf den Rasen brachten, übrigens deutlich erfolgreicher aus: Einem Unentschieden in Duisburg im Februar 2019 folgte im Juni diesen Jahres ein 3:1-Sieg (nach 0:1-Rückstand zur Pause) vor komplett leeren Rängen im Düsseldorfer Exil. Michael Köllner erinnert sich – wie er gegenüber sechzger.de verriet – noch gut an genau dieses Spiel, in dem man “lauernd und mit einer eher destruktiven Spielweise” drei Punkte holen konnte. Die eingangs erwähnten zwei Last-Minute-Siege der Krefelder in Giesing vor seiner Zeit bei 1860 spielten für den Löwencoach in der Vorbereitung auf den Samstag keine Rolle.

Seit 1979 treffen die Löwen immer wieder mal auf den Krefelder Fußballclub. Die Premiere im August 1979 in der Bundesliga ging mit 0:1 verloren, die folgenden drei Erstligapartien gewannen unsere Löwen dann aber mit insgesamt 11:0 Toren! Dennoch stiegen beide Vereine 1981 zusammen in die 2. Liga ab, wo man sich vor einer längeren Pause dann nochmal zweimal torreich auseinandersetze (3:2 für die 05er in der Grotenburg und 6:1 für die Löwen im weiten Rund des Olympiastadions im Mai 1982 vor nur 1.100 (!) Zuschauern – den Lizenzentzug für den TSV 1860 kurze Zeit später pfiffen die Spatzen da schon vom Zeltdach).

Erst über elf Jahre später, im Oktober 1993 kam es zum nächsten Duell mit Bayer 05 Uerdingen, welches die Löwen mit 0:1 verloren. Aufgrund des erneut gleichzeitigen Wechsels zwischen Liga zwei und eins – diesmal als gemeinsame Aufsteiger – folgten in der Mitte der 1990er-Jahre nochmal vier Duelle im Oberhaus. Im Oktober 1995, also vor genau 25 Jahren, traten die Krefelder erstmals ohne den Firmennamen “Bayer” und die Unterstützung des Chemieriesen an. In seiner ersten und einzigen Saison als “KFC” im Oberhaus stieg der Verein dann zum bislang letzten Mal aus der Bundesliga ab.

Die Logos von Bayer 05 bzw. dem KFC Uerdingen, seit sie gegen die Löwen antreten.

Die Gesamtbilanz des TSV 1860 gegen Uerdingen ist – analog zu den vor genau einer Woche hier vorgestellten Zahlen gegen Dynamo Dresden – völlig ausgeglichen. Von 16 Partien konnte 1860 sechs gewinnen, sechsmal behielten die Krefelder die Oberhand und viermal wurden die Punkte geteilt. Interessanterweise haben beiden Vereine jeweils vier Heimspiele gegen den heutigen Gegner gewonnen, zwei verloren und zwei Unentschieden erzielt. Mehr Ausgeglichenheit geht fast nicht.

Eine Personalie bei unseren heutigen Gästen bringt das eine oder andere Löwengemüt in negative Wallung: Adriano Grimaldi. Der Stürmer kam nach dem Aufstieg 2018 als echter Drittliga-Kracher von Preußen Münster an die Grünwalder Straße und wusste anfangs auch  zu gefallen – in der Winterpause, nach nur sechseinhalb Monaten im Löwentrikot verdrückte er sich aber gen Westen, was ihm einige Löwenfans als Söldnertum auslegten. Nachdem Grimaldis Sensibilität, sobald er etwas schärfere Kritik durch Fans und oder Medien zu ertragen hat, in seiner Karriere schon mehrfach aufgefallen ist, lassen wir an dieser Stelle einmal dahingestellt, was die wirklichen Gründe für seine Flucht aus München waren. Richtig glücklich ist seine Karriere aber in den letzten knapp zwei Jahren nicht  wirklich weiter gegangen, seine Einsatzzeiten in Uerdingen sind – angesichts mehrerer Verletzungen – vorsichtig formuliert überschaubar. Dass er aber ausgerechnet im Juni mit seinem einzigen Saisontor das letzte Tor des KFC gegen uns (zur 1:0-Führung) sowie außerdem deren letzten Treffer vor dem heutigen Spiel (vergangenen Samstag zum finalen 3:1 gegen die Münchner Vorstädter) erzielt hat, ist schon wieder eine interessante Begebenheit. Wollen wir – wie auch immer man zu Grimaldi stehen mag – hoffen, dass er heute – sofern er überhaupt zum Einsatz kommt – keinen weiteren Treffer hinzufügen kann.

Ex-Löwe Adriano Grimaldi hier im Pokalspiel gegen Kiel im August 2018.

Den ganz oben angesprochenen gemeinsamen Auf- und Abstiegen zwischen unseren heutigen Gästen und dem TSV 1860 aus bzw. in die Bundesliga lässt sich aus der jüngeren Geschichte noch der gleichzeitige Aufstieg in die 3. Liga im Sommer 2018 hinzufügen. Nach ihrem letzten Abschied aus der 2. Liga im Jahr 1999 waren die Krefelder zwei Jahrzehnte lang in den Niederungen des Amateurfußballs unterwegs. Bis in die damals sechstklassige (!) Verbandsliga Niederrhein stürzte man 2008 ab. Nach dem Einstieg von Investor oder Gönner Michael Ponomarew im Sommer 2016 ging es zumindest sportlich wieder bergauf. Eine nähere Betrachtung der Rolle des russischen Geschäftsmannes in der Seidenstadt würde den Rahmen dieses Vorberichts um ein Vielfaches sprengen, es soll allerdings an dieser Stelle nicht gänzlich unerwähnt bleiben, dass Ponomarew durch verschiedene Ämter in den jeweiligen Gesellschaften das Geschick des KFC Uerdingen derzeit faktisch alleine kontrolliert. Im März dieses Jahres beschäftigten wir von sechzger.de uns in einer vierteiligen Serie mit dem Thema Investoren bei Fußballvereinen, die wir Euch in diesem Zusammenhang gerne nochmal ans Herz legen (Teil 1 und die drei weiteren Teile findet Ihr über diesen Link)

Den immer wieder artikulierten Ambitionen in Richtung 2. Liga, die schon seit dem Aufstieg 2018 sehr deutlich zu vernehmen sind, wurde man in Uerdingen bislang nicht gerecht. Den Platzierungen 11 und 13 in den vergangenen Spielzeiten folgte in dieser Saison ein komplett misslungener Start mit nur zwei Punkten aus den ersten vier Partien. Inzwischen hat man sich aber – trotz weiterer Pleiten, wie einem 0:4 zu Hause gegen Wiesbaden und einem 0:1 beim Aufsteiger in Lübeck – auf den neunten Platz vorgearbeitet und in den letzten Wochen – vor allem defensiv – durchaus ansprechende Leistungen gezeigt, wie auch in unserer gestrigen TAKTIKTAFEL nachzulesen war. Inwieweit man in dieser Saison die Erwartungen im Umfeld des Vereins und beim angesprochenen Ponomarew, der zwischenzeitlich auch mal mit einem finanziellen Engagement beim 1. FC Kaiserslautern liebäugelte, zufriedenstellen wird, bleibt abzuwarten. Die hohen Ansprüche in Uerdingen resultieren nicht zuletzt aus einer kurzen, aber geschichtsträchtigen Ära in der Mitte der 1980er-Jahre, mit der wir uns dann im Vorfeld des Rückspiels Anfangs April 2021 ein wenig näher beschäftigen werden. Dann beleuchten wir auch die als tragisch zu bezeichnende Stadionfrage beim KFC.

Bei unseren Löwen stellt sich diese glücklicherweise kein bisschen mehr. Arena- und Olympiastadionschwärmereien einiger Weniger gehören längst der Vergangenheit an. Der TSV 1860 bestreitet heute Nachmittag bereits sein 62. Ligaheimspiel in Serie in Giesing, wo das Herz unseres Vereins schlägt. Verfolgen kann man das Ganze wieder im Free-TV beim BR und natürlich auf unserem Liveticker.