Start Blog Seite 1106

TSV 1860: Stürmer Martin Pusic löst Vertrag mit sofortiger Wirkung auf

0

Bereits gestern hatte es die AZ angekündigt, nun folgte seitens des KGaA die offizielle Bestätigung: Stürmer Martin Pusic verlässt den TSV 1860, sein Vertrag wurde einvernehmlich aufgelöst.

Schon am vergangenen Samstag gehörte der Österreicher bei der Niederlage in Köln nicht mehr zum Kader, da er “aus privaten Gründen” nach Wien abgereist war. An Spekulationen bezüglich dieser Gründe hatte sich sechzger.de bewusst nicht beteiligt und wird auch zukünftig so verfahren.

Karriereende?

Martin Pusic bestritt insgesamt acht Pflichtspiele für den TSV 1860, ein Tor gelang dem Angreifer dabei trotz mitunter ansprechenden Leistungen leider nicht. Ob der Österreicher seine Karriere beendet oder bei einem anderen Verein zu einem späteren Zeitpunkt einen Neustart wagt, ist derzeit nicht bekannt. Die Löwen haben jedoch Vorkehrungen getroffen und sich als sinnvollen Passus eine “entsprechende Abstandszahlung” im Aufhebungsvertrag garantieren lassen – siehe Pressemitteilung am Ende des Artikels.

Der 33-Jährige war bereits in Österreich, England, Dänemark, Norwegen und den Niederlanden aktiv. Wie auch immer: Wir wünschen Martin Pusic für die Zukunft alles Gute.

Neuzugang in der Winterpause?

Man wird sehen, wie die Löwen darauf reagieren werden, dass nun eine offensive Option weniger im Kader vorhanden ist. Mit Lex, Djayo, Linsbichler und Durrans hat man zwar vier weitere potentielle Angreifer in der Hinterhand, sollte Sascha Mölders mal pausieren müssen, doch gerade den drei Letztgenannten fehlt es an Erfahrung in der 3. Liga, um den Routinier adäquat ersetzen zu können.

Hoffentlich gelingt es Günther Gorenzel zeitnah, die durch die Vertragsauflösung mit Pusic freigewordenen finanziellen Mittel in eine neue Offensivkraft zu investieren, die dem TSV 1860 bereits kurzfristig weiterhelfen.

Pressemitteilung des TSV 1860

Hier die Pressemitteilung der Löwen im Wortlaut:

Wie am Wochenende angekündigt hat das vereinbarte Gespräch zwischen Martin Pusic und Günther Gorenzel gleich zu Anfang dieser Woche stattgefunden. In diesem Gespräch hat Martin Pusic erneut mitgeteilt, dass er sich aus privaten Gründen in den nächsten Wochen nicht auf Fußball konzentrieren und daher nicht die gewünschte Leistung für den TSV 1860 München bringen kann.

Deswegen hat Günther Gorenzel Fakten und die bestmögliche und saubere Lösung für den TSV 1860 München geschaffen und mit Martin Pusic im gegenseitigen Einvernehmen den Arbeitsvertrag aufgelöst. Im Zuge dessen wurde sich auch darauf verständigt, dass Martin Pusic während der ursprünglichen Vertragslaufzeit für keinen anderen Verein im In- oder Ausland ohne entsprechende Abstandszahlung auflaufen kann.

Günther Gorenzel: „Mit der Vertragsauflösung haben wir die für 1860 München beste Variante gewählt, denn wir brauchen stets Spieler, die mit Leib und Seele bei der Sache sind. Wir wünschen Martin Pusic für seinen weiteren Lebensweg alles Gute und hoffen, dass er seine private Situation, die ihn derzeit stark belastet, gut übersteht. Denn bei allem Streben nach Punkten und Erfolg sollte immer der Mensch im Vordergrund stehen.“

Martin Pusic verabschiedet sich von den Löwen-Fans: „Aufgrund meiner privaten Situation ist es mir derzeit nicht möglich, mich auf Fußball zu konzentrieren und die Leistung zu bringen, die der Verein und die Fans sich von mir wünschen. Daher habe ich mich mit Günther Gorenzel und dem TSV 1860 München auf eine Auflösung meines Vertrags geeinigt. Ich wünsche dem TSV 1860 München, dem Team und ebenso den Fans alles Gute. Schade, dass ich es nicht erleben durfte, wie die Stimmung in einem ausverkauften Grünwalder Stadion ist.“

TSV 1860 München e.V.: Vorstellung Abteilung Wassersport

0

Nachdem wir vor einiger Zeit bereits die Abteilung Vereinsgeschichte ausführlich vorgestellt haben und auch immer wieder über andere Abteilungen (eSports, Fußball,…) berichten, widmen wir uns heute einer weiteren Sparte des Vereins: Diesmal wollen wir Euch die Wassersportabteilung des TSV München von 1860 e.V. näherbringen.

Gründung

An sich besteht die Abteilung aus zwei einzelnen Sektionen: der Kanuabteilung und der Segelabteilung. Erstere entstand 1922 als Faltbootabteilung und gewann seitdem mehrere nationale Wettkämpfe (u. a. Deutsche Meisterschaft 19.7.1925 und 6.6.1973), seit längerem steht aber der Breitensport im Vordergrund. Die Segelabteilung wurde 1979 gegründet, ehe beide Abteilungen 1994 schließlich zusammengelegt wurden. Aktuell haben die Wassersportler etwa 150 Mitglieder, davon rund 90 Kanuten und 70 Segler (etwa 10 Mitglieder sind sowohl als Segler, als auch als Kanuten gemeldet). Und eine Information für die Nerds unter Euch: Die Abteilung Wassersport hat eigene Abteilungsfarben (schwarz/blau) und sogar einen eigenen Wimpel (siehe Beitragsbild)!

Aktivitäten

Die Kanuten sind vornehmlich im Wildwasser unterwegs; von Anfang Mai bis Ende September üben sie zweimal die Woche Paddeltechnik an der Floßlände. Im Winter wird dann einmal in der Woche Ausdauer auf dem Werkskanal trainiert, zudem kann in einem Hallenbad die Eskimorolle erlernt werden. Die Höhepunkte der Saison sind ohne Zweifel die Wanderfahrten. Etwa jedes zweite oder dritte Wochenende geht es in der Sommersaison zu Paddeltouren auf die Alpenbäche in Deutschland, Österreich, Frankreich und Slowenien. Auch mehrtägige Kanufreizeiten stehen im Programm. Die Boote der Segler liegen am Starnberger See und stehen dort erfahrenen Seglern zur Verfügung. Nach Wind- und Wetterlage ergeben sich kurzfristige gemeinsame Ausfahrten.  Über den Winter bleiben die Segler bei Stammtischen der gesamten Wassersportabteilung in Kontakt.

Eigene Heimat

Die Wassersportler sind als einzige Abteilung des TSV 1860 in der glücklichen Situation, ein eigenes Heim in München zu besitzen. Seit 90 Jahren verpachtet ihnen die Stadt München ein etwa 1000 m² großes Grundstück in Thalkirchen zum Zwecke des Kanusportes. Die Mitglieder der Abteilung haben dort ein Bootshaus, eine Bootshalle, einen Schuppen und eine Werkstatt in Eigenarbeit errichtet. Das Grundstück hat idealerweise einen eigenen Booteinstieg am Thalkirchner Mühlbach. Über diesen können die Aktiven zu ihren Trainingstrecken, dem Werkkanal und der Floßlände paddeln.

Wie kann man mitmachen?

Von Juni bis August gibt es an jedem ersten Montag ein Schnupperpaddeln. Das Training beginnt um 18:00 Uhr, es empfiehlt sich etwa 15 Minuten früher da zu sein. Veranstaltungsort ist das Bootshaus in der Zentralländstraße 8 in Thalkirchen (mit der U3 oder per Rad/Fuß am besten zu erreichen, Parkplätze sind im Sommer absolute Mangelware). Benötigt werden Badesachen und Schuhe, die nass werden dürfen. Wenn vorhanden, bringt Euren eigenen Neoprenanzug mit. Den Rest (Schwimmweste, Helm, Kajak, Paddel, Spritzdecke, evtl. Neopren) stellet die Abteilung Wassersport. Wichtig: Gutes Schwimmen ist Voraussetzung.

Corona und die Abteilung

Von Corona waren und sind die Wassersportler weniger als andere Abteilungen betroffen. Als Outdoorsportart war ein Sportbetrieb – abgesehen vom Lockdown im Frühjahr – zumindest im eingeschränktem Rahmen möglich. Von Juni bis September unterschied sich das Vereinsleben nur geringfügig von den Vorjahren. Aktuell ist zwar der Trainingsbetrieb ausgesetzt, individuelles Paddeln ist aber für alle Mitglieder möglich. Erstaunlich: Im Kalenderjahr 2020 konnte die Abteilung trotz Corona sogar eine Steigerung der Mitgliederzahlen verbuchen.

Relevante Links

Wenn Ihr Euch näher über die Abteilung Wassersport informieren wollt, dann legen wir Euch folgende Links ans Herz:

https://tsv1860.org/portfolio/wassersport/
https://tsv1860.org/geschichte-wassersport/
https://tsv1860.org/kajak/
https://tsv1860.org/segeln/
https://tsv1860.org/bootshaus/

Bild: https://tsv1860.org/galerie-wassersport/

 

Sechzig um sieben: Vertragsauflösung mit Pusic +++ Dressel Kandidat beim Tor des Monats +++ Fakten zur “Krise”

0
Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe
Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe

Vertragsauflösung mit Martin Pusic

Gestern Abend vermeldeten zeitgleich mehrere Quellen, dass der Vertrag zwischen Martin Pusic und dem TSV 1860 im Laufe des heutigen Tages aufgelöst wird. Aufgrund der Übereinstimmung der Quellen gehen wir davon aus, dass die Meldung korrekt ist, auch wenn aus der Grünwalder Straße noch nichts Offizielles vermeldet wurde. Vielleicht erfahren wir ja in einem offiziellen Statement noch die genauen Gründe für den Abschied des Österreichers aus Giesing. Pusic brachte es auf 8 Einsätze und konnte kein Tor erzielen. Sein Abgang eröffnet Günther Gorenzel die Chance, in der kommenden Transferperiode doch noch einen adäquaten Strumpartner und eventuell sogar mittelfristigen Nachfolger für Sascha Mölders zu verpflichten. Wir wünschen mehr Glück als im Sommer!

Dennis Dressel für Tor des Monats nominiert

Bessere Nachrichten gibt es von Dennis Dressel: er steht mit seinem 1:0 im Spiel gegen Halle zum Tor des Monats zur Wahl. Auf der Seite der Sportschau könnt Ihr für ihn abstimmen. Weitersagen! Sollte er die Wahl gewinnen, stünde er mit Klaus Fischer, Thomas Riedl und Florian Neuhaus in einer Reihe, die alle im Löwentrikot schon Torschützen des Monats waren. Hier könnt Ihr alle Torschützen des Monats aus Giesing bewundern.

Krise in Giesing?

Während der durchaus nervöse Münchner Boulevard unisono eine Krise bei den Löwen herbeischreiben will, haben wir versucht, die aktuell nicht wirklich erfreuliche Lage anhand von Fakten zu beleuchten. Dazu hat Bernd Winninger wieder mal Statistiken gewälzt und auch die Niederlage von Köln rückblickend analysiert. Wenn Ihr Euch also sachlich informieren wollt, um mitzudiskutieren, seien Euch die gestrige TAKTIKTAFEL und die Analyse zur angeblichen Krise empfohlen.

Babak Rafati: 1860 zwei Mal benachteiligt in Köln

In Babak Rafatis Rückblick auf strittige Schiedsrichterentscheidungen des vergangen Wochenendes kommen die Löwen gleich drei Mal vor. Nach Meinung des Ex-FIFA Schiedsrichters wurden die Löwen sowohl bei einer Abwehraktion gegen Sascha Mölders als auch bei einem Einstiegen gegen Fabian Greilinger benachteiligt. Beim Zweikampf Rossmann gegen Mölders hätte Rafati auf Elfmeter entschieden, beim Tritt gegen das Schienbein von Greilinger hätte Rafati rot gezückt. Er vergleicht die Szene sogar mit der roten Karte gegen Dennis Dressel aus dem Spiel gegen Türkgücü. Beim harten Einsatz von Daniel Wein gegen Timmy Thiele sieht Rafati die gelbe Karte gegen Wein als gerechtfertigt an. Trotzdem muss man sagen, dass der Schiri nicht an der Niederlage schuld war. Das haben die Löwen schon selbst verbockt…

Das ist los an der Grünwalder Straße

Das Stüberl ist geschlossen, das Training darf nicht besucht werden. Wer Bock hat, bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt mit dem Feldstecher vom Dach eines der umliegenden Häuser das Training zu verfolgen, sollte sich am frühen Nachmittag ins Freie begeben. Heißen Tee nicht vergessen!

Laut Abendzeitung: Vertrag zwischen Martin Pusic und dem TSV 1860 wird morgen aufgelöst

0

Der Vertrag von Martin Pusic mit dem TSV 1860 wird am Dienstag aufgelöst – das berichtet die Abendzeitung. Eine offizielle Bestätigung des TSV 1860 steht indes noch aus – wir halten

a) euch auf dem laufenden
b) uns auch weiterhin mit Spekulationen zurück

Wir orientieren uns an Fakten – so wie in unserem heutigen Artikel zur angeblichen Krise beim TSV 1860 – den finden wir auch weiterhin äußerst lesenswert:

Angebliche Krise beim TSV 1860

TAKTIKTAFEL: Nachbetrachtung FC Viktoria Köln – TSV 1860 München

2
Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur TAKTIKTAFEL-Nachbetrachtung zum Spiel FC Viktoria Köln gegen den TSV 1860 München.

Um es gleich vorauszuschicken: ich bin ebenfalls enttäuscht, dass es am Samstag nicht zumindest zu einem Punkt gereicht hat, so wie die meisten von euch wahrscheinlich auch.

Fangen wir also mit der Aufarbeitung der Niederlage vom Samstag an. Sechzig kam wie üblich mit einem flexiblen 4-1-4-1 auf den Platz, wo Tallig den gesperrten Dressel in der Rolle des Box-to-Box Mittelfeldspielers ersetzen sollte. Kölns Dotchev schickte das ebenfalls erwartete 4-2-3-1 ins Rennen. Albert Bunjaku, der diese Saison bereits dreimal einen Treffer erzielte, war überraschenderweise nicht einmal auf der Bank zu finden. Wenn man solche Spieler als Drittligist auf der Tribüne lassen kann, hat man durchaus ein Luxusproblem im Sturm. Mit Risse, Thiele und Wunderlich war auf jeden Fall genügend offensive Feuerkraft vorhanden.

Die erste Halbzeit

Gegen das bekannt präzise Passspiel der kölschen Viktoria setzte man auf Seiten der Löwen vor allem auf ballorientiert geführte Zweikämpfe. Fast 70% aller defensiven Zweikämpfe konnten die Sechzger für sich entscheiden. In der eigenen Spielfeldhälfte verlor man während der kompletten ersten Halbzeit nur sechs Duelle auf dem Boden und zwei in der Luft. Nichtsdestotrotz konnte die Viktoria ihre Angriffe besser ausspielen als der TSV 1860. Die Kölner liefen, ihrem guten Stellungsspiel geschuldet, immer wieder in die Passwege der Löwen. Trotz häufiger Ballbesitzwechsel konnten daher nur wenige Positionsangriffe der Sechzger zu Ende gespielt werden. Sie endeten aber dennoch oft genug gefährlich vor des Gegners Kasten, um theoretisch den Sack früh genug zuzumachen. Wenn man sich die Qualität der Chancen des TSV 1860 München in der ersten Halbzeit vor dem Ausgleichstreffer für Köln (39. Minute) ansieht, darf man sich zwei Fragen stellen:

  1. Wieso fehlt es so sehr an der Präzision im Sturm?
  2. Warum wird dermaßen eigensinnig gehandelt?

In der 6.Minute hatte Lex eine Chance, die er kläglich vergab indem er den Ball viel zu soft von der Strafraumkante auf das Tor chipt (Resultat Eckball). Die bessere Option wäre der rechts mutterseelenallein einlaufende Willsch gewesen. Dieser hätte freie Bahn gehabt und dass er das Tor treffen kann, hat er diese Saison auch schon bewiesen. Aus dem daraus resultierenden Eckball entstand eine Chance für Mölders. Völlig frei im Fünfer kam er zum Schuss. Dieser “Versuch” ging etwa sieben Meter am Tor vorbei. Noch ein weiteres Mal ist es Mölders, der wieder völlig frei in der kleinen Box nach Zuspiel von Lex in Minute 35 einen laschen Schuss neben das Gehäuse von Mielitz setzte. Der einzige Treffer, der den Löwen trotz dieser Fülle an Chancen gelang, war ein Gewaltschuss von Neudecker. Er endete als Traumtor aus über dreißig Metern im rechten Winkel des kölschen Gehäuses.

Das Gegentor

Bei einem zunächst ziemlich behäbigen Angriff der Kölner, der theoretisch bei energischerem Pressen spätestens im Mittelkreis beendet gewesen wäre, spielte Klefisch einen langen Pass aus dem Mittelkreis nach vorne. Koronkiewicz bekam den Ball auf Höhe der Strafraumbegrenzung, verarbeitete ihn und netzte ein. Salger war von dieser Situation offensichtlich so überrascht, dass er nicht mehr entscheidend eingreifen konnte, um den Rechtsverteidiger der Kölner am Torschuss zu hindern.

Die Zahlen der ersten Halbzeit

  • Ballbesitz 44%:56%
  • Schüsse: Sechzig sechs (davon einer aufs Tor), Köln sieben (davon vier aufs Tor)
  • defensive Zweikämpfe gewonnen: Sechzig 69,4%; Köln 66,7%
  • Kopfballduelle 63%:27%
  • Abgefangene Pässe 13:30
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 18,4 bei Sechzig (drittschlechtester Saisonwert während einer 1.Halbzeit), 10,36 bei Köln

Die zweite Halbzeit

Die zweite Halbzeit war, was ausgespielte Angriffe der Löwen betrifft, etwas besser als die vorangegangene Spielhälfte und auch die Spielanteile waren ausgeglichener. Im Großen und Ganzen spielte sich die zweite Halbzeit zwischen den beiden Boxen ab. Vorteile konnten die Löwen sowohl bei den offensiven als auch defensiven Zweikämpfen verbuchen. Im Stellungsspiel waren die Löwen nun besser als noch im ersten Durchgang. Neunzehn Mal gelang es die Bälle der Kölner abzufangen.
Zwingend war jedoch nur die Viktoria. Ab der 50.Minute schloss die Mannschaft vom Höhenberg etwa im fünf Minuten Rhythmus ihre Angriffe mit einem Schuss ab. In der 88.Minute fiel der späte, aber verdiente Führungstreffer für die Domstädter durch Risse.
Als der TSV zum Schluss der Partie dann offener spielte, baten sich dem Gastgeber weitere Gelegenheiten zu Torabschlüssen, die alle aus gut heraus gespielten Aktionen entstanden. Keiner der Versuche der Viktoria war ein Zufallsprodukt.

Der Führungstreffer für Köln

Ein Angriff, bei dem die Löwen auf der rechten Abwehrseite zwischen der Box und der Mittellinie stark verdichten, um den Kölnern keinen Raum für das starke Passspiel zu lassen, wird auf die linke Abwehrseite des TSV verlagert. Dort zieht dann Koronkiewicz mit der Kugel in den Strafraum und bedient gegen die Laufrichung aller Löwenverteidiger den aus Löwensicht rechts im Strafraum lauernden Risse. Dieser fackelt nicht lange und schließt flach und wuchtig ins kurze Eck ab. Die Leihgabe vom 1.FC Köln in dieser Situation so unbeaufsichtigt zu lassen hat den TSV 1860 den Punkt gekostet.

Die Zahlen zur zweiten Halbzeit

  • Ballbesitz 49%:51%
  • Schüsse 6:9 (nur ein Schuss der Löwen ging aufs Tor, drei beim Gegner)
  • Defensive Zweikämpfe gewonnen 61% TSV; 48% Köln
  • Kopfballduelle 51%:49%
  • PPDA 1860 8,3 (drittbester Saisonwert in einer zweiten Halbzeit), Viktoria 6,29 (bester Saisonwert einer gegnerischen Mannschaft in einer zweiten Halbzeit)

Fazit

Das Spiel wurde durch Leichtsinnsfehler bei den Gegentoren aus der Hand gegeben. Der TSV 1860 muss eigentlich auch ohne das Traumtor von Neudecker bereits in der 1.Halbzeit drei Tore erzielen. Da die Chancen allerdings kläglich vergeben wurden, muss man die Heimreise mit einer Niederlage antreten. Das ist zutiefst ärgerlich.

Ich kann den Frust aller über diese Niederlage verstehen. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist die Art und Weise, wie man sich bei allem Ärger dermaßen unqualifiziert im Netz äußern kann. Es war bei weitem kein gutes Spiel der Löwen, vor allem nicht in der roten Zone des Gegners. Nichtsdestotrotz würde ich mich um ein wenig mehr Reflexion bei der Kritik bemühen. Ich finde es schade, dass in den Kommentarspalten Dinge kritisiert werden, die nachweislich nicht schlecht waren. Dafür bleibt die Kritik bei den offensichtlichen Problemen im Gegensatz dazu aus.

Man hat gegen eine starke Mannschaft, die vom Großteil der Trainer der 3.Liga vor der Saison auf Platz eins bis drei gesehen wurde (!) und die auf allen Positionen Qualität besitzt, eine gute Anzahl hochkarätiger Chancen herausgespielt. Dass die nicht verwandelt wurden ist weder die Schuld des Trainers noch mit der fehlenden Breite im Kader zu begründen. Daran sind einzig und allein die erfahrenen Spieler Mölders und Lex Schuld. Lex steht mit den Vorlagen zu Mölders’ Chancen in meinen Augen noch weniger deutlich in der Kritik als unsere Nummer neun. Ich bin mir aber sicher, dass Sascha Mölders das selbst weiß und er sich selbst noch viel mehr ärgert als alle Sofatrainer auf Facebook und in den Kommentarspalten der Printmedien sowie diverser Blogs zusammen.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Analyse zur angeblichen Krise: Wie schlimm steht es um unsere Löwen?

2
TSV 1860 vs HFC

Zu allererst muss ich anmerken: Ja, ich bin auch sehr enttäuscht, dass es am Samstag nicht zu einem Punkt oder gar einem Sieg gereicht hat. Was mich jedoch tierisch aufregt, ist die Tatsache, dass es aufgrund der hochemotionalen Natur, die dem leidenschaftlichen Fan innewohnt, anscheinend vielen nicht möglich ist, die Ereignisse der letzten Wochen reflektiert zu betrachten. Seit der Niederlage gestern schreiben sich in den Kommentarspalten der verschiedenen Social-Media-Plattformen dutzende Fans ihren Frust von der Seele und lassen dabei den subjektiven Eindrücken der „Sieglosserie“ freien Lauf.

Da wird der Trainer teilweise in einer Form kritisiert, die mit Anstand nichts zu tun hat. Da gibt es bei vielen eine Erwartungshaltung an die Mannschaft, die absolut realitätsfremd ist. Eine äußerst flexible taktische Ausrichtung der Mannschaft wird als das immer gleiche Schema heruntergeputzt. Da bekommt man das Gefühl, dass die Kritiker entweder die Spiele nicht gesehen haben – oder das taktische Verständnis irgendwo in der Zeit stehengeblieben ist, als noch mit Libero und Manndeckern gespielt wurde und der immer dynamischer gewordene Sport Fußball heute noch so statisch gespielt werden könnte wie zu Zeiten eines Thomas Miller oder Roland Kneißl.

Die Niederlage bei Viktoria Köln

Freilich ist es nicht so, dass ich nicht auch den ein oder anderen Kritikpunkt zum gestrigen Spiel hätte; die sehen allerdings etwas anders aus als die der Kritiker in den Kommentarspalten.

Kommen wir zunächst zu dem, was ich anders gemacht hätte als Michael Köllner und das betrifft genau eine Position in der Startaufstellung: Ich hätte für die Rolle des Box-to-Box-Spielers nicht Tallig gebracht, sondern aufgrund der – vor allem defensiven Wichtigkeit dieser Spielerrolle im 4-1-4-1 System – den wesentlich robusteren Djayo mit dieser Aufgabe betraut. Wenn nicht beide defensiven Mittelfeldspieler mit vier gelben Karten vorbelastet gewesen wären, hätte bei mir übrigens Wein dort gespielt und Erdmann als Sechser – das aber nur als Anmerkung am Rande.

Klar ist auch: Dafür, dass man beste Chancen liegen lässt und das just in der Phase, als man nach kurzen Anfangsschwierigkeiten das Spiel in den Griff bekam und begann die Partie zu diktieren, kann außer den Akteuren auf dem Platz keiner was. Und schon gar nicht der Trainer!

Eine ausführliche Analyse der gestrigen Partie folgt heute Nachmittag um 15 Uhr in unserer beliebten Rubrik TAKTIKTAFEL!

Taktische Ausrichtung

4-1-4-1: was bedeutet das eigentlich? Nur ein Stürmer? Nur ein Spieler, der im Mittelfeld für Defensivaufgaben zuständig ist? Nein! Das 4-1-4-1 ist eine taktisch besonders flexible Formation, in der jeder der Akteure auf dem Platz sowohl offensive als auch defensive Aufgaben zu bewältigen hat. Je nachdem, wo der Trainer die Verteidigungs- und Pressinglinien setzt, beginnen diese Aufgaben für jede Position und Rolle natürlich in unterschiedlichen Bereichen, setzen sich aber ganz klar für alle bis zum (und teilweise auch in den) eigenen Strafraum fort.

Gehen wir aber erst einmal auf den offensiven Aspekt beim 4-1-4-1 der Löwen ein: Offensiv verschiebt sich diese Formation, wenn über die Flügel gespielt wird, zu einem asymmetrischen 4-1-2-3, wobei jeweils der Mittelfeldaußenspieler auf der ballfernen Seite als zweite Sturmspitze ins Zentrum einrückt und einer der zentralen Mittelfeldspieler als Schattenstürmer oder hängende Spitze hinter die Spitzen aufrückt. In dem von Michael Köllner gespielten System hinterlaufen oft zusätzlich noch die Flügelverteidiger ihre Kollegen im Mittelfeld auf der Angriffsseite, damit noch mehr Druck auf den gegnerischen Strafraum ausgeübt werden kann. Der Box-to-Box-Spieler schiebt – wie sein Name schon andeutet – ebenfalls bis ins letzte Drittel mit, um vom Gegner aus dem Strafraum geklärte Bälle abzufangen und den Druck aufrecht zu erhalten. Der Dauerdruck, der dadurch entstehen kann, reibt viele Mannschaften in der Defensive auf und sorgt bei konzentriertem Spiel für viele Torgelegenheiten und Strafraumsituationen.

Hinzu kommt, dass die offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler sehr viele Freiheiten in ihrem Bewegungsradius genießen. Sowohl ein Neudecker als auch ein Lex oder Greilinger können auf den zentralen Halbpositionen oder dem jeweiligen Flügel auftauchen. Mehr Flexibilität und größere Unberechenbarkeit in der Offensive als mit diesem System ist nicht möglich. Natürlich gibt es offensivere Systeme (4-3-3/3-5-2), diese belasten aber läuferisch und damit auch konditionell die einzelnen Mannschaftsteile in viel stärkerem Maß und sind daher für Sechzig in der momentanen Situation eher schlecht.

Was kann das 4-1-4-1 defensiv? Defensiv lässt Köllner die Mannschaft hier zu einem 4-2-3-1 verschieben. Es wird also vor allem der Spieler der die Rolle des Box-to-Box-Mittelfeldspielers innehat läuferisch aufs Höchste gefordert. Denn ihm obliegt es zusätzlich zum nominellen defensiven Mittelfeldspieler, die Räume vor der Viererkette zuzustellen. Auf den Flügeln wird im 4-1-4-1 versucht, durch starkes Verdichten Räume eng zu machen und somit das Passspiel der angreifenden Mannschaft zu stören. Gelangt der Ball im letzten Drittel oder im Strafraum ins Zentrum, verteidigt die Kette mit Unterstützung des defensiven Mittelfeldspielers und des Box-to-Box-Spielers, wobei die Kette im Raum und die Mittelfeldspieler gegen den Mann verteidigen. Das gelingt der Mannschaft auch in den meisten Fällen. Einzig individuelle Fehler, meist klare Konzentrationsfehler bzw. taktische Denkfehler von Einzelspielern, begünstigen den Gegner beim Angriff. Oft sind es falsche Laufwege in Umschaltsituationen, die zu Gegentreffern führen. Das ist zwar bitter, aber leider nie ganz zu verhindern.

Die bisherige Saison

Kommen wir nun zur Gesamtleistung der Mannschaft bisher und sehen uns dazu ein paar Zahlen an. In dieser Saison sind die Sechzger in folgenden wichtigen Kategorien der Statistiken unter den Spitzenteams (Platz eins bis sieben) vertreten:

Geschossene Tore: 25 – hier teilt man sich Platz eins mit Saarbrücken, Verl und Mannheim. Ligadurchschnitt 17,4

Gegentore: 17 – hier ist man mit einer weiteren Mannschaften auf Platz sechs der Liga. Ligadurchschnitt logischerweise ebenfalls 17,4

Tore Pro Spiel: 1,7 ergibt Platz drei. Besser ist nur Mannheim mit 2 und Verl mit 1,8 Ligadurchschnitt 1,3

Tore nach Ecken: 5 mit Verl teilt man sich hier Platz eins
Ligadurchschnitt 1,8

Tore nach Freistößen: Interessanterweise gelang es überhaupt erst sechs Mannschaften, ein Tor aus einem Freistoß zu erzielen. Somit liegt man mit fünf anderen Teams und einem erzielten Treffer auf Platz eins in dieser Kategorie.

Steilpässe: Von im Schnitt 82 gespielten Steilpässen pro Partie kommen mit 76% (Ligadurchschnitt 73%) überdurchschnittlich viele an. Zusammen mit Uerdingen und Saarbrücken liegt man auf damit Platz eins.

Schüsse: 13,4 Schüsse pro Spiel bedeuten Platz eins vor Mannheim (13,3) und Unterhaching (13).
Ligadurchschnitt 11,3

Zugelassene Schüsse: Mit nur 8,59 zugelassenen Schüssen pro Spiel liegt man hinter Hansa Rostock (8,24) auf Platz zwei.
Ligadurchschnitt 11,3

Ballkontakte im Strafraum: Mit 18 pro Spiel liegt man hier gemeinsam mit fünf weiteren Teams auf Platz drei hinter Mannheim (20) und Verl (19).
Ligadurchschnitt 16

Geblockte Schüsse: 28% aller gegnerischen Schüsse werden von den eigenen Spielern geblockt; das ergibt Platz fünf. Rostock 33,3% führt hier die Liga an.
Ligadurchschnitt 26%

PPDA against: gespielte Pässe pro Defensivaktion des Gegners 12,57, somit Platz fünf. Saarbrücken auf Platz eins spielt mit 14,09 nur einen Pass mehr, bis der Gegner eine Defensivaktion setzt.
Ligadurchschnitt 11,3

Zugelassene Ecken pro Spiel: 3,2 das ist Platz eins gemeinsam mit Wehen Wiesbaden

Herausgespielte Ecken Pro Spiel: 5,59 und somit Platz drei hinter den erstplatzierten Wiesbadenern (6,54) und Verl (6,3)
Ligadurchschnitt bei Ecken liegt bei 4,5 für beide Kategorien

Weitere statistische Werte

Wichtige Kategorien, in denen der TSV 1860 München im Mittelfeld (platz acht bis dreizehn) zu finden ist:

Punkte: 20 – nur sechs Punkte, also zwei Siege, befindet man sich hinter dem Spitzenreiter Dynamo Dresden

Ballbesitz: 50% – damit führt man das Mittelfeld auf Platz acht an. Spitzenreiter hier Saarbrücken und Verl mit 58%, Schlusslicht ist Zwickau mit 41%

Gewonnene Defensivduelle: Mit 61,7% gewonnener Defensivduelle liegt man auf Platz zehn. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Ingolstadt mit 65,3%; hier liegen alle Mannschaften der Liga unter den 70%, welche als optimal angesehen werden können, aber von keinem Team in keiner deutschen Liga auch nur annähernd erreicht werden. Selbst der rote Nachbar hat hier in seiner Liga nur einen Wert 59,6 (Platz 11) vorzuweisen. Schlusslicht in dieser Kategorie ist übrigens Viktoria Köln mit nur 53,9%.

Passgenauigkeit: 80% – das bringt den Löwen Platz neun in dieser Wertung ein. Die Spitzenreiter aus Saarbrücken haben eine Passgenauigkeit von 84,3 vorzuweisen.
Ligadurchschnitt ist 80,1%

PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): 11,37 – das ergibt Platz 13 und somit gerade noch Mittelfeld. Es führt hier Verl mit 8,83, Schlusslicht Meppen lässt 16,16 Pässe des Gegners zu bevor sie stören können.
Ligadurchschnitt 11,32.

Flankengenauigkeit: 32,4% – das bringt den Löwen Platz dreizehn in diesem statistischen Wert ein. Auf Platz eins liegt der FSV Zwickau mit 40%, Letzter dieser Kategorie der SC Verl mit nur 22,4% Erfolgsquote.
Ligadurchschnitt: 32,16

Schussgenauigkeit: 33,5%, somit Platz dreizehn. Hier führt Mannheim mit 48,2%

Entwicklungsfelder

Wichtige Kategorien in denen sich die Löwen im letzten Tabellendrittel wiederfinden.

Abgefangene Pässe: 41,04 Pässe können die Sechzger pro Spiel abfangen. Zum Verständnis: Das sind keine direkten Fehlpässe des Gegners, sondern die Pässe, bei denen ein Spieler der Löwen in den Passweg einläuft um den Ball abzufangen. Damit liegt der TSV hier auf dem letzten Tabellenplatz. Spitzenreiter ist Hansa Rostock mit 51,7.
Der Ligadurchschnitt liegt bei 46,8.

Kopfballduelle: 45,2% aller Kopfballduelle gewinnen die Löwen. Damit liegt man auf Platz fünfzehn. Es führt Dynamo Dresden 52,4% bei einem Ligadurchschnitt von 47,7%

Fouls Pro Spiel: Hier liegt der TSV mit 12,94 auf Platz 14. Am wenigsten foulen auf Platz eins Magdeburg mit 10,23 Fouls pro Spiel, am häufigsten die Spieler des Halleschen FC mit 13,51. Im Ligadurchschnitt wird pro Spiel und Mannschaft der Gegner 12,15 mal regelwidrig angegangen.

Welche Krise denn bitte?

Diese Statistiken zeigen deutlich auf, dass der TSV 1860 keine schlechte Mannschaft hat und diese Mannschaft auch nicht schlecht trainiert wird. Das einzige, was Sechzig im Moment hat, ist Scheiße am Schuh. Oder vornehmer ausgedrückt: Pech. Und zwar in erster Linie vor dem Kasten des Gegners. Denn wenn man die erzielten Tore und die Großchancen pro Spiel miteinander aufrechnet, wird klar, dass der TSV 1860 zwar einerseits oft trifft, andererseits aber pro Treffer mehr Chancen braucht als die meisten anderen Teams. Nun hat man zwar auch gesehen, dass schon einige Torhüter ihre Saisonbestleistungen gegen den TSV abgeliefert haben, (Batz, Weinkauf, Behrens, Jurjus), die Wahrheit liegt aber woanders.

Die Schussgenauigkeit lässt bei Sechzig zu wünschen übrig. Im Schnitt schießt Sechzig 13,4 mal pro Spiel, davon gehen nur etwas über ein Drittel also 4,6 auf des Gegners Tor. Etwas mehr als die Hälfte dieser Schüsse (6,8) kommen noch dazu von außerhalb des Strafraums. Die Gegner schießen zwar pro Spiel 9,89 mal, davon gehen allerdings 40% (also vier Stück) auf den Kasten von Hiller. Wenn die Löwen also etwas besser und vor allem geduldiger beim Abschluss wären – es handelt sich um nur 5 Prozentpunkte die bei der Genauigkeit fehlen – hätten wir in jedem Spiel einen Treffer mehr auf dem Konto. Das sind die Nuancen, über die diskutiert werden muss. Kleinigkeiten also.

In den Sozialen Medien hingegen wird ein Fass aufgemacht, als gäbe es nicht noch genug Zeit, um hier nachzujustieren, und als wäre es unsere Pflicht, um den Aufstieg mitzuspielen. Dass die Mannschaft die Fähigkeit hat, im oberen Drittel der Tabelle die Saison abzuschließen, dürfte hoffentlich für jeden außer Frage stehen. Dass aber auch die Aufstiegsränge nur mit sehr viel Glück erreicht werden können, sollte ebenfalls jedem, der auch nur einen Funken Fußballsachverstand hat, klar sein. Es gibt neunzehn andere Teams, die da auch hinwollen.

Ruhig und sachlich bleiben

Liebe Kommentatoren in den Sozialen Netzwerken, Blogs oder wo auch immer: Bitte tut dem Trainer und der Mannschaft einen Gefallen: Seid gern grantig, aber aus den richtigen Gründen. Seid grantig wegen der Chancenverwertung. Seid grantig, weil wir schon wieder einen Elfer nicht bekommen haben. Seid grantig, weil wir zu viel von außerhalb schießen. Aber seid bitteschön nicht grantig auf den besten Trainer, den wir seit Werner Lorant hatten. Und seid bitteschön auch nicht auf die Spieler grantig, die Fehler gemacht haben. Es fehlt nur ein Quäntchen Spielglück und wir holen wieder drei Punkte. Vielleicht nicht gegen Mannheim – oder vielleicht gerade gegen die?

Diese Liga ist zu ausgeglichen, um erwarten zu können, dass man es ohne Negativserie da durch schafft. Und auch ein Lorant hatte brutale Negativserien in seiner Zeit bei den Löwen. Ich erinnere nur an die Saison 93/94 als vom 18. bis zum 24. Spieltag nur ein Punkt geholt werden konnte. Was war da gleich noch mal das Ende vom Lied? Wir sind auf einem guten Weg in der Entwicklung und verglichen mit vor einem Jahr spielen wir um Welten besser.

Sechzig um Sieben: Es ist mit dir nicht immer leicht!

0
Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Nicht jedes Ziel, das hast du erreicht… Nun sind es noch 5 Spiele in der Hinrunde für unsere Löwen, drei davon vor Weihnachten mit einer erneuten Englischen Woche. Aktuell belegt man den neunten Platz, wobei sich das durch einige Nachholspiele noch ändern kann. Die vergangenen Spielzeiten haben vor allem eins gezeigt: in dieser Liga kann der aktuelle Tabellenstand zu diesem Zeitpunkt maximal eine Momentaufnahme sein. Nicht mehr, nicht weniger! Also auf in eine neue Woche, in der Michi Köllner mit seinen Mannen wieder alles geben kann, um im nächsten Spiel drei Punkte einzusammeln. Der Blick gilt zunächst aber noch dem vergangenen Samstag.

Giesinger Gedanken
Emotional wurde die Partie im Sportpark Höhenberg in der Serie Giesinger Gedanken erneut von Thomas Enn bewertet. Dabei geht es nicht nur um die Gegenwart, sondern auch um spannende Erfahrungen aus den 90er Jahren. Was nach dem Spiel zu der damaligen Zeit los gewesen wäre, könnt ihr hier lesen.

TAKTIKTAFEL
Taktisch kümmert sich Bernd Winninger um die Analyse der 90 Minuten gegen die Viktoria aus Köln. Gegen Mittag gibt die Antwort auf die Frage, wieso die Löwen am Samstag den Kürzeren gezogen haben.

Löwe des Spiels
Bis um 12:00 Uhr habt ihr heute erneut die Chance auf ein signiertes Weihnachtstrikot vom Hauptsponsor die Bayerische. Ihr müsst lediglich bei der Wahl “Löwe des Spiels” teilnehmen.

Neuer Film von Hubert Pöllmann
Seit gestern kann der Film “Was wäre 60 ohne seine Fans?” für 6,60€ online bei vimeo.com gestreamt werden. Bald soll es auch die dazugehörige DVD geben.

Training
Heute werden die Grashalme auf dem Trainingsplatz geschont – die Profis haben frei.

Neues aus der 3.Liga
Gestern fanden zwei Sonntagsspiele statt, dabei schlug Wehen Wiesbaden daheim Hansa Rostock mit 2:1. Der weiterhin starke Aufsteiger SC Verl beendete die Siegesserie des Halleschen FC mit einem 4:2. Das für heute angesetzte Spiel zwischen Bayern II und Zwickau wurde verschoben, die Sachsen befinden sich weiterhin in Quarantäne. Damit wird auch der Rasen im Sechzgerstadion in Ruhe gelassen.
Eine aufregende Nachricht gibt es noch aus Uerdingen zu vermelden: Investor Ponomarev will den Verein spätestens zum Saisonende verlassen.

Weihnachtshit im Stadion
Wer sich nach Abwechslung in der Welt der Weihnachtslieder und Stadionatmosphäre sehnt, wird mit einer Erinnerung von vor knapp zwei Jahren hier fündig.

Sechzig@18:60: Meldung zu Martin Pusic ++ Ponomarev verlässt den KFC Uerdingen

0

Ruhig ist es am heutigen Sonntag, für die Medienlandschaft natürlich zu ruhig – nicht anders ist eine WhatsApp zu verstehen, die 1860-Pressesprecher Rainer Kmeth an die Journalisten in der entsprechenden Gruppe verschickte:

Heute erreichen uns einige Nachfragen zum Thema Martin Pusic, die ich gerne gleichzeitig an alle beantworten möchte.

Günther Gorenzel hat in Absprache mit Martin Pusic und seinem Berater vereinbart, dass Martin über das Wochenende Zeit hat, seine private Situation zu klären und zu reflektieren.

Anfang der Woche wird Günther Gorenzel mit Martin Pusic und seinem Berater erneut in Kontakt treten und zeitnah je nach Einschätzung der Situation die nächsten erforderlichen Schritte in die Wege leiten.

Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir Euch umgehend informieren, aktuell kann ich dazu nicht mehr sagen.

sechzger.de beteiligt sich nicht an Spekulationen rund um Martin Pusic.

++

Neues aus der dritten Liga: Ponomarev verlässt den KFC Uerdingen – das bedeutet aber nicht, dass der Verein zukünftig ohne Investor da steht – es stehen wohl schon ein paar Geschäftsleute aus Armenien parat um den KFC zu übernehmen:

Ponomarev verlässt den KFC Uerdingen

++

Wehen Wiesbaden schlägt Hansa Rostock 2:1
SC Verl schlägt den Halleschen FC 4:2

Die Löwen landen dadurch auf Platz 9 in der Tabelle

Giesinger Gedanken: Die Lage der Löwen nach dem Spiel bei Viktoria Köln

3

In meinem Leben als Löwenfan ist Köln eine ganz besondere Stadt. Komischerweise haben wir nach dem Aufstieg in Meppen bei Verwandten von Freunden von mir in Köln genächtigt. Mein 19-jähriges mehr oder weniger volltrunkenes Ich kann sich noch an eine Cousine erinnern, welche Pasta mit Zitronensauce für uns gekocht hatte. Danach ging es wieder ab ins Nachtleben und meine Erinnerungen verschwimmen. Pünktlich zu Beginn der Saison 94/95 zog dann mein guter Freund Christoph aus einem mit Maradona bemalten Wohnhaus in Neapel nach Köln, um dort zu studieren. Er quartierte sich direkt neben dem Südstadion ein, was allerdings relativ nutzlos war, weil die Löwen ja zu der Zeit in der Bundesliga gegen den FC spielten.

Als Christoph 1997 sein Studium in New York fortsetzte, zog glücklicherweise ein weiterer Freund von mir nach Köln. Markus, ein hippiemäßiger Typ, der mit Fußball so gar nichts am Hut hatte, aber trotzdem die Horden aus München mit ihren Isomatten gerne bei sich beherbergte und mit uns in den Nächten vor und nach den Spielen um die Häuser zog. Er wohnte in Kalk (Trambahnstation Kalk Kapelle) und man dachte immer, dass Hausmeister Krause mitsamt seines Dackelclubs jeden Moment um die Ecke biegen könnte. Eine meiner schönsten Erinnerungen an Kalk findet eines frühen morgens im Frühjahr 1999 auf dem Fußweg zwischen der Trambahnhaltestelle Kalk Kapelle und Markus’ Wohnung bei Schneematsch auf der Straße statt, als ich nach einer grauenhaften Niederlage am Bökelberg in Gladbach all meinen Mut zusammen nahm und das erste Mal nach der Hand meiner späteren Freundin griff und sie diesen Griff sanft erwiderte. Der Beginn von fünf wunderbaren Jahren. Geschichten, wie sie nur der Fußball schreibt!

Köln war also unsere Homebase für Spiele im Rheinland und im Ruhrpott. Wenn immer es ging, versuchten wir auf der An- oder Abreise noch andere Stadien zu besuchen. Leider war es mir nie vergönnt, ein Spiel im Flughafen Stadion zu sehen. Obwohl ich das schon wegen seines coolen Namens immer auf meiner Wunschliste hatte. Daher freute ich mich besonders auf das Osterwochenende, als unser Auftritt letzte Saison bei der Kölner Viktoria angesetzt war. Dank Corona blieb mir auch letzte Saison der Besuch versagt und über diese Saison muss ich ja keine weiteren Worte verlieren. Flughafen Stadion, wir kommen noch zusammen!

Hätte dieses Wochenende aber im Style der späten Neunziger stattgefunden, wären wir Löwen nach dem Spiel irgendwo in eine Kneipe gegangen und hätten das Spiel rauf und runter diskutiert. Meine Meinung wäre gewesen, dass man das Ding niemals verlieren darf, weil man nach 16 Minuten schon 3:0 hätte führen müssen. Da wär der berühmte Kaas also schon bissen gewesen. Aber leider versemmelten Lex und Mölders beste Chancen, nur Neudecker traf per Traumtor. Später wäre man mit den bekannt kommunikationsfreudigen Rheinländern ins Gespräch gekommen und diese hätten behauptet, dass Sechzig eben nicht 3:0 führte und die Viktoria ab der 16. Minute das Spiel weitgehend diktiert hat. Da hätte man schwer widersprechen können. Dass man dann aber in der 88. Minute noch so ein Scheiß-Tor (entschuldigt den Ausdruck) kassiert und das Spiel noch komplett aus der Hand gibt, hätte man den Kölnern gegenüber als sehr unglücklich bezeichnet, die natürlich auf einen verdienten Sieg plädiert hatten. Wahrscheinlich hätten sie sogar recht gehabt. Mittlerweile wäre es wahrscheinlich schon spät am Abend gewesen und man hätte sich in Richtung Live Music Hall aufgemacht und noch den Rest der Nacht zu Heavy Metal die Köpfe geschüttelt.

Jetzt ist aber 2020 und man kann mit Gleichgesinnten nur über Whatsapp die Spiele Revue passieren lassen. Das geht mir fast mehr an die Nieren als jede Niederlage…

Aber an die Nieren geht mir schon auch, dass die Löwen jetzt 5 Spiele in Folge nicht mehr gewonnen haben. In vier dieser Spiele konnte 1860 sogar in Führung gehen. Also in jedem, außer dem torlosen Unentschieden gegen die Uerdinger. Nach jeder Führung fiel auf, dass nicht etwa 1860 mehr Sicherheit im Spiel bekommen hätte, sondern in jedem Spiel bekam der Gegner nachdem Rückstand Aufwind und setzte die Löwen quasi sofort nach dem Tor unter Druck. Auffällig ist, wie schnell die Löwen die Gegentore nach ihrer Führung kassieren:

  • In Dresden 5 Minuten später (27. Minute 0:1, 32. Minute 1:1)
  • in Verl 19 Minuten später (20. Minute 0:1, 19. Minute 1:1)
  • gegen Türkgücü 4 Minuten später (22. Minute 1:0, 26. Minute 1:1) und
  • gestern mit 24 Minuten (16. Minute 0:1, 40. Minute 1:1) die längste Zeitspanne zwischen Führungstor und Ausgleich.

Dabei ist es auch nicht so, dass die Gegner ihre Tore aus heiterem Himmel erzielen. Bei diesen vier Spielen war es so, dass die Gegner sofort nach dem Rückstand die aktivere Rolle übernahmen und Sechzig seltsam passiv agierte. Dabei rührten die Löwen nicht etwa Beton an, wie es in der oben erwähnten Ära der Fall war, sondern sie gingen einfach im Mittelfeld nicht mehr aggressiv genug drauf und stellten vorne das Pressing ein. Dadurch konnten in allen vier Spielen die Gegner leicht bis zum Strafraum vordringen und sich Chancen erarbeiten. Hinzu kommen teilweise unerklärliche Fehlpässe im Spielaufbau. Es scheint, als ob Tore der Löwen den Gegner beflügeln und die Löwen selbst lähmen. Wie kann das sein???

Fakt ist, dass nun seit 5 Spielen nicht mehr gewonnen wurde. Statt der zwischenzeitlichen Tabellenführung steht man mittlerweile auf Platz 8. Vorderes Mittelfeld. Damit wäre man vor der Saison wahrscheinlich hoch zufrieden gewesen. Aber dieser super Start hat einfach soviel Lust auf Mehr gemacht.

Jetzt muss man erkennen, dass Sperren und Verletzungen schwerlich adäquat kompensiert werden können. Zum Glück hatten wir bisher kaum ernste Verletzungen, dafür umso mehr Sperren. In der Fairplay-Tabelle liegt man auf Platz 17 mit 33 gelben Karten, nur der SV Meppen hat eine mehr. Im nächsten Spiel gegen Waldhof sind Dressel und Wein gesperrt, das wird Michi Köllner in der defensiven Schaltzentrale vor eine besondere Herausforderung stellen. Vielleicht sollte die Mannschaft auch drauf achten, weniger gelbe Karten zu kassieren.

In der Offensive hängt zu viel von Sascha Mölders und seiner Tagesform ab. Hat er einen schlechten Tag wie gestern, rührt sich vorne kaum etwas. Leider hat es die sportliche Leitung nicht geschafft, ihm einen etwa gleichwertigen Spieler als Unterstützung an die Seite zu geben. Pusic konnte bisher nicht recht überzeugen (Ausnahme der Auftritt in Haching), nach der dubiosen Ankündigung in der Pressekonferenz am Freitag scheinen die Zeichen auf Trennung zu stehen. Linsbichler konnte bisher aus unbekannten Gründen kaum (oder gar nicht?) bei den Profis mittrainieren. So bleibt Djayo die einzige Entlastung für unseren Sascha, von dem mit seinen 36 Lenzen sicher nicht erwartet werden kann, dass er eine Saison mit 38 Spielen quasi ohne Winterpause ununterbrochen auf Topniveau durchspielt.

Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber wir sind Achter. Wie die Süddeutsche Zeitung diese Woche berichtete erhielt die KgaA die Corona-Hilfe in Höhe von 800.000 € nicht, weil sie ein UiS ist. Ein Unternehmen in Schwierigkeiten. Dafür stehen wir aktuell wahrlich nicht schlecht da und sportlich sind wir nach wie vor der TSV 1860 und nicht UiS 1860, was ja so mancher vor der Saison prognostiziert hatte. Aber Michi Köllner und die Mannschaft müssen jetzt langsam wieder in die Spur kommen, damit das so bleibt.

 

Kölns Lucky Punch verhindert das vierte Unentschieden in Folge

2

Am 14.Spieltag reiste der TSV 1860 München zum FC Viktoria Köln.

Sechzig kam gut in die Partie und hatte nach kurzer Zeit die ersten Großchancen: Lex´Schuss wurde gerade noch zur Ecke abgefälscht (7.Minute). Bei der anschließenden Ecke hatte Köln Glück, dass Mölders (ausnahmsweise) den Ball mal nicht richtig traf. Kurz danach hätte es Elfmeter für die Löwen geben müssen, als Mölders unsanft vom Ball getrennt wurde (13.Minute). Die Pfeife blieb jedoch stumm, sodass sich Neudecker drei Minuten später ein Herz fasste und den Ball aus rund 25 Metern im Kasten der Kölner versenkte. Danach wachte die Viktoria auf. Zunächst konnte Hiller noch stark in brenzligen Situationen retten, in der 40.Minute war dann aber auch er machtlos: Koronkiewicz konnte zum 1:1 ausgleichen. Direkt danach fischte Hiller den Ball sensationell aus dem Kreuzeck, sodass das Unentschieden auch zum Halbzeitpfiff Bestand hatte. Ein kleiner Wermutstropfen war noch die Gelbe Karte für Daniel Wein (43.Minute). Er fehlt damit im nächsten Spiel gelbgesperrt.

Die Heimmannschaft kam dann etwas besser aus der Kabine und erneut konnte Hiller mit einer starken Parade nach Freistoß von Wunderlich den Rückstand verhindern (54.Minute). In der Folge verflachte die Partie zusehends. Viele Nickligkeiten und gelbe Karten auf beiden Seiten. Es schien, als könnten sich beide Mannschaften mit dem Unentschieden anfreunden. Doch Marcel Risse hatte etwas dagegen: in der 87.Minute traf er zum 2:1-Siegtreffer für die Kölner.

Insgesamt muss man leider von einer verdienten Niederlage sprechen. Nach den sehr guten ersten 20 Minuten stellten die Löwen das Fußballspielen nach und nach ein, sodass die Viktoria die drei Punkte im heimischen Sportpark Höhenberg behalten kann.

Für alle Ereignisse des Spiels sowie Fotos aus Köln empfehlen wir unseren Liveticker aus dem Stadion. Weiter geht es nächsten Samstag daheim gegen Waldhof Mannheim.

Die weiteren Ergebnisse des Spieltags:

Mannheim-Saarbrücken 4:1
Kaiserslautern-Duisburg 2:2
Dresden-Uerdingen 0:0
Ingolstadt-Lübeck 1:1

Morgen folgen dann noch die Spiele Wiesbaden-Rostock und Verl-Halle.

Kopf hoch, Löwen! Trotz allem ein schönes Wochenende!