Wie angekündigt äußert sich sechzger.de nach der Veröffentlichung einer weiteren Stellungnahme seitens der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zu den geäußerten Inhalten. Hier der zweite Teil unserer Stellungnahme.
Zweite Stellungnahme von sechzger.de zum Transfersommer 2023 beim TSV 1860
Im zweiten Teil unserer Stellungnahme stellen wir die Passagen unseres Artikels dem Dementi der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA gegenüber und beziehen selbst jeweils Stellung.
Die mögliche Beteiligung von Max Kothny
Artikel:
„Die BILD hat im Interview mit Robert Reisinger zudem spekuliert, dass in der abgelaufenen Transferperiode Max Kothny, ehemaliger Geschäftsführer von Türkgücü München, als Externer bei Spielerverpflichtungen des TSV 1860 aktiv wurde. sechzger.de-Informationen zufolge ist dies korrekt, Reisinger selber gab zu dieser Thematik in besagtem Interview keine Auskunft.“
Dementi KGaA:
“Herr Kothny war in der vergangenen Transferperiode vom 1. Juli 2023 bis zum 31. August 2023 nicht für den TSV 1860 München bei Spielerverpflichtungen aktiv.”
Stellungnahme sechzger.de:
Das haben wir so auch nicht geschrieben. Dass Herr Kothny FÜR den TSV 1860 München aktiv wurde, also in Vertretung oder auf Geheiß der KGaA, sucht der Leser in unserem Artikel vergeblich.
Dies wurde von uns überhaupt nicht behauptet. Lediglich eine Beteiligung Kothnys, ohne dass dieser explizit für 1860 München tätig wurde, wurde thematisiert. Da bei der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA eine Reihe externer Personen (zumindest aus dem direkten Umfeld der HAM Ltd. und/oder der TSV 1860 Merchandising GmbH) in welcher Form auch immer beteiligt waren, ist dies auch nicht zwingend darauf zurückzuführen, dass Kothny im Auftrag des TSV 1860 bzw. stellvertretend aktiv wurde. Dass Kothny in der Vergangenheit bereits beim TSV 1860 Personal vermittelte (ein aktuelles und das wohl prominenteste Beispiel ist der aktuelle Cheftrainer Maurizio Jacobacci) ist allgemein bekannt.
Der Artikel wollte hier darauf hinweisen, dass zu viele Externe bei Transferaktivitäten rund um den TSV 1860 ihre Finger im Spiel haben und hatten. Ein hauptamtlicher Sportchef hätte die Durchführung von Transferaktivitäten dem Geschäftsführer einer externen Fanshop-Firma zumindest nicht gestattet und entsprechend interveniert und ebenfalls ein Auge auf sonstige externe Personen gehabt, die bei Transfers rund um den TSV “mitmischen” wollten.
Beraterwechsel und geplatzte Transfers
Artikel:
„Unabhängig von der Personalie Kothny haben diverse Spielerberater unabhängig voneinander davon berichtet, dass ihre Mandanten bedrängt worden seien, ihre bisherigen Agenturen zu verlassen und zu anderen Beratern wechseln, damit ein Transfer zu den Löwen möglich wäre. Dass dieses Vorgehen für Irritationen sorgte, verwundert nicht. So sollen mindestens drei geplante Transfers nicht zustande gekommen sein, da die betroffenen Spieler sich weigerten, dieser Forderung nachzukommen.“
Dementi KGaA:
“Vom TSV 1860 München ist kein Spielerberater aufgefordert worden, die Spieler zum Verlassen ihrer bisherigen Agenturen zu oder einem Wechsel ihrer Berater zu drängen. Es sind keine drei geplanten Transfers nicht zustande gekommen, weil Spieler sich weigerten, dieser Forderung nachzukommen.”
Stellungnahme sechzger.de:
Das Dementi entspricht hier ebenfalls nicht den Schilderungen im Artikel. Eine Passage, die nahelegt, die entsprechenden unredlichen Methoden seien vom TSV 1860 München ausgegangen, existiert nicht. Zudem sprechen wir davon, dass Spieler selbst bedrängt wurden – nicht aber ihre Berater.
Der vermeintliche Berater von Maurizio Jacobacci
Artikel:
„In einem konkreten Fall soll Jacobacci nach der Erstkontaktaufnahme nicht persönlich aktiv, sondern durch einen Mann vertreten worden sein, der sich als Berater des Trainers ausgab. Dieser soll den Spieler unter Druck gesetzt haben und ihm einen sehr engen Zeitrahmen für seine Zusage gesetzt haben. Zudem soll auch hier verlangt worden sein, dass der Spieler seine bisherige Agentur zu verlassen habe. Das Perfide daran war, dass dem Spieler zudem die neue Agentur nahegelegt worden sein soll, um einen Deal möglich zu machen.“
Dementi KGaA:
“Es gab keine Erstkontaktaufnahme und Unterdrucksetzung gegenüber einem Spieler für den TSV 1860 München durch einen vermeintlichen Berater des Trainers Herr Jacobacci.
Ebenso wurde von dem TSV 1860 München auch in diesem Zusammenhang von keinem Spieler verlangt, seine bisherige Agentur zu verlassen.”
Stellungnahme sechzger.de:
Auch hier gilt: Das haben wir so nicht geschrieben. Dass die Erstkontaktaufnahme von einem vermeintlichen Vertreter des Trainers Maurizio Jacobacci stattgefunden habe, steht nicht im Artikel. Auch, dass der TSV 1860 München entsprechend Druck auf Spieler ausgeübt hätte, schrieben wir mit keiner Silbe.
Zudem ist es verwunderlich, dass die KGaA eine etwaige Erstkontaktaufnahme und Unterdrucksetzung durch diese Person abstreitet – um dies mit Sicherheit abstreiten zu können, müsste man ja von der Existenz und dem 1860-bezogenen Handeln dieser Person wissen.
Wir hatten vielmehr erwartet, dass der TSV 1860 sich mit unserem Artikel insofern auseinandersetzt, dass er versucht herauszufinden, wer sich da als Berater von Maurizio Jacobacci ausgegeben haben soll (der Name ist ja bekannt) und ggfs. entsprechende Schritte gegen diese Person einleitet, wenn der Trainer beteuert, nichts mit dieser zu tun zu haben.
Der Fall Leroy Kwadwo
Artikel:
„So ist beispielsweise bei Leroy Kwadwo auffällig, dass dieser zum Zeitpunkt der Vertragsunterschrift bei der Agentur Roy Sports – Agent Service geführt wurde. Das Besondere daran? Kwadwo war der einzige Spieler bei dieser Agentur, die erst zwei Wochen zuvor erstmals als solche gelistet wurde. Inzwischen wurde sie wieder aufgelöst, der Spieler Leroy Kwadwo steht mittlerweile bei der Agentur Coresport unter Vertrag. Was steckt dahinter? Ist das nur ein Zufall?“
Dementi KGaA:
“Hierzu stellen wir fest: Die coresport GmbH & Co. KG betreut den Spieler Leroy Kwadwo bereits seit mehreren Jahren. Ein Agenturwechsel lag somit nicht vor.”
Stellungnahme sechzger.de:
Die Schlussfolgerung, dass allein aufgrund der Betreuung Kwadwos durch die Agentur “coresport GmbH & Co. KG” seit “mehreren Jahren” ein zwischenzeitlicher Agenturwechsel “somit” ausgeschlossen sein müsse, ist nicht logisch. Hier scheiden sich im Übrigen die Geister hinsichtlich unserer Informationen und der Stellungnahme der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA. Nachweislich und in mehreren Quellen (teilweise sogar öffentlich) einsehbar lässt sich erkennen, dass der Transfer von Kwadwo zum TSV 1860 München unter der Agentur ROY Sports – die inzwischen nicht mehr existiert und nur zwei Wochen vor dem Transfer gegründet worden war – erfolgte.
Der Fall Joel Zwarts
Artikel:
„Stand Zwarts bei seinem Wechsel nach Regensburg noch bei der Agentur LAFOR unter Vertrag und wurde vom ehemaligen niederländischen Nationalspieler Regi Blinker vertreten, so fungierte beim Transfer zum TSV 1860 die Agentur GSA als Berater. Eine Anfrage durch sechzger.de bei Regi Blinker zu den Umständen dieses Wechsels blieb bislang leider unbeantwortet. (…)
Und es wird noch mysteriöser: Eine kurze Recherche ergibt, dass die GSA (Goal-Sports Agency) zwei unterschiedliche Adressen ausweist, die allerdings ebenfalls mehr Fragen aufwerfen als Antworten liefern. Eine Adresse gehört zu einem normalen Wohnhaus in Gorinchem (Niederlande), die zweite genannte Adresse liegt in einem Industriegebiet in Leuven/Vuren (Niederlande), auf dem laut Google Maps eine Spedition beheimatet ist.“
Dementi KGaA:
“Hierzu stellen wir fest: Die GOAL Sports Agency (GSA) betreut den Spieler Joel Zwarts bereits seit dem Jahr 2022. Sie unterstützte ihn auch bereits im letzten Jahr bei seiner Ausleihe an ADO Den Haag.
Die Firmenadresse der Agentur lautet Gaanweg 33, 4214 KA Vuren in den Niederlanden. Hier befindet sich, ausweislich der Website, auch das Büro des Geschäftsführers.
Auch seitens der Spieler sowie der betreuenden Agenturen liegen uns Erklärungen vor, die bestätigen, dass die Zusammenarbeit mit der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA sowie der Geschäftsführung als auch dem Trainer in jeglicher Hinsicht reibungslos und vor allem seriös ablief. Die Kommunikation bezüglich der Spielertransfers erfolgte stets höflich und professionell. Alle Beteiligten waren mit der Umsetzung sehr zufrieden.”
Stellungnahme sechzger.de:
Diese Feststellung nehmen wir zur Kenntnis. Sie widerspricht in keinem Punkt den Darstellungen im Artikel.
Wunsch nach einer zügigen Personalentscheidung
Rückwirkend betrachtet müssen wir eingestehen, dass eine vorherige Kontaktaufnahme der genannten Personen für eine Stellungnahme durch die Redaktion nicht erfolgte. Diese Möglichkeit wurde Marc-Nicolai Pfeifer, wie er auf dem Fantalk auch noch einmal ansprach, nicht gegeben. Wir bitten dies zu entschuldigen und werden dieses Prozedere in Zukunft selbstverständlich berücksichtigen.
Abschließend hofft die Redaktion, dass der Artikel dazu beiträgt, dass die beschriebenen Sachverhalte in der Zukunft in Verbindung mit dem TSV 1860 München oder seinem Umfeld nicht mehr auftreten. Wie von der Süddeutschen Zeitung unabhängig bestätigt wurde, schädigt dieses Vorgehen das Ansehen unserer Löwen. Das möchten wir verhindern – und plädieren deshalb für die zeitnahe Einstellung eines Sportdirektors, Sportlichen Leiters oder einem Geschäftsführer Sport.
Des Weiteren begrüßen wir ausdrücklich, dass von der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA interne Untersuchungen durchgeführt wurden, um sicherzustellen, dass innerhalb des Unternehmens sauber gearbeitet wurde und wird.
Uns liegt eine saubere Zusammenarbeit und das Wohl des TSV 1860 München genauso am Herzen wie der KGaA. Dies wurde in dem bereits erwähnten, offenen Gespräch mit Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer deutlich, wofür wir uns noch einmal bedanken.
Die Redaktion von sechzger.de im Oktober 2023