Die äußeren Bedingungen waren optimal am spielfreien Wochenende beim Toto-Pokal-Halbfinale zwischen dem SSV Jahn Regensburg und dem TSV 1860 Zuschauer. Genau 14.089 Zuschauer, davon grob die Hälfte in weiß-blau, bekamen jedoch schwere Kost im Pokal zu sehen. Zur Pause waren die Löwen mit dem torlosen Remis gut bedient, bester Mann war Keeper Dähne, der mehrere Glanzparaden zeigte. Aus dem Nichts traf Haugen bei einem Solo kurz nach der Pause zum 1:0 für die Löwen, dann erwachte der Kampfgeist und Sechzig kämpfte die knappe Führung über die Zeit.
Gut begonnen – stark nachgelassen
Bei den Gästen begannen Schifferl und Hobsch im Vergleich zum 1:2 in Duisburg für Fassmann und Steinkötter. Die Sechzger starteten gut ins Match und übernahmen vom Anpfiff weg die Regie. Die einzige Chance der Gäste war allerdings eine Ecke, die vom Schienbein des sichtlich überraschten Schifferl in die Hände des Jahn-Keepers sprang. Auf der anderen Seite musste sich Dähne zwei Mal strecken, denn Regensburg bekam mit zunehmender Spieldauer immer mehr Zugriff und hatte zwei starke Abschlüsse. Allerdings fanden sie im Löwen-Keeper ihren Meister. Nach einer halben Stunde waren die Löwen mit dem 0:0 gut bedient.
Sechzger rappeln sich wieder etwas auf
In der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs berappelten sich die Sechzger wieder etwas und taten auch wieder mehr für die Offensive. Fußballerisch war es aber mehr als überschaubar, was beide Seiten auf den Rasen brachten. Die Löwen versuchten sich zu oft mit langen Bällen, was viel zu durchschaubar war. Regensburgs Konter waren oft zu lang ausgespielt, deutlich torgefährlicher waren dennoch die Heimischen. Bei einer Glanzparade von Dähne kurz vor der Pause bei einem Kopfball nach Freistoß der Oberpfälzer lag die Regensburger Führung mehr als nur in der Luft. Am Ende rettete Dähne den Löwen das schmeichelhafte Remis in die Pause.
Unzufriedener Kauczinski wechselt zur Pause nicht
Zufrieden sein konnte Trainer Markus Kauczinski mit dem Auftreten seiner Mannschaft im ersten Durchgang nicht. Viel zu durchschaubar, viel zu ideenlos war der Auftritt der Münchner. Dennoch wechselte der Löwen-Coach zur Pause nicht. Regensburg schnürte Münchens große Liebe nach der Pause in der eigenen Hälfte ein, war aber vollkommen uneffektiv. Ganz anders die Löwen, die ihren ersten Angriff in den zweiten 45 Minuten nutzten.
Haugen trifft per Solo zur Löwen-Führung
Wie so oft war es Haugen, der die Löwen mit 1:0 in Führung brachte. Nach einem langen Schlag aus der Defensive nahm er den Ball stark mit, setzte sich gegen den Verteidiger durch und traf gegen den verdutzten Jahn-Keeper Wechsel aus spitzem Winkel per Flachschuss zur Löwenführung. Verdient war diese nicht, aber sie weckte die Löwen auf, die fortan mehr ins Spiel investierten und auch körperlich wesentlich präsenter waren. 20 Minuten vor Ende brachte Kauczinski Althaus für Jacobsen, der bereits Gelb gesehen hatte.
Danhof scheitert an der Querlatte
Direkt beim nächsten Angriff hatte Danhof das 2:0 auf dem Fuß. Nach Ablage von Haugen zog er ab, doch er scheiterte an der Querlatte. Dann kam Niederlechner für Hobsch und wurde von den Fans mit aufmunternden “Niederlechner, Niederlechner”-Sprechchören empfangen. Maier, der nach einem Zusammenprall in der ersten Halbzeit mit einem Turban spielte, musste nach einem rüden Foul von Bauer erneut blutend vom Feld und bekam den zweiten Turban über den ersten verpasst. Doch er kämpfte sich durch und auch seine Teamkollegen stemmten sich den Regensburgern nun entgegen.
Viel Kampf in der Schlussphase
Regensburg war zwar bemüht, aber in Richtung Tor zumeist völlig harmlos. Die Löwen standen gut und versuchten zu kontern. So entwickelte sich eine umkämpfte Schlussphase. Niederlechner kam gut ins Spiel und machte einige Bälle fest. Die Hausherren versuchten Druck aufzubauen, agierten nach vorne aber vollkommen planlos und ballerten meilenweit am Tor vorbei. Sechzig hielt die Kugel bei Ballbesitz in den eigenen Reihen und nahm so Zeit von der Uhr. Lippmann gab noch einmal einen Flachschuss ab, den Keeper Wechsel aber im Nachfassen festhielt. Dann pfiff der Schiedsrichter den Löwen einen aussichtsreichen Konter über Niederlechner, Volland und Haugen weg, Abseits war das aber nie und nimmer.
Sechzig steht im Pokalfinale
“Ohne Sechzig wär hier gar nichts los” skandierte der mitgereiste Löwen-Anhang. Auf dem Feld hatte die Löwen-Defensive um Reinthaler hinten die klare Kopfball-Hoheit und die Gäste kamen immer wieder zu Entlastungsangriffen. Die Hausherren machten aus ihren Umschaltmomenten viel zu wenig und so blieb es nach einer hektischen Schlussphase und fünf Minuten Nachspielzeit beim 1:0 für die Löwen. Der TSV 1860 München steht damit im Finale des Toto-Pokals, wo Ende Mai die Kickers aus Würzburg warten. Alle Szenen der Partie zum Nachlesen im Detail findet ihr bei uns im Live-Ticker.