Sommerpause, fußballfreie Zeit. Aber nicht bei uns! Die Spieler sind im Urlaub und an der Geschäftsstelle wird hoffentlich akribisch am Gesicht des Teams für die kommende Spielzeit gearbeitet. Für uns bei sechzger.de ist es an der Zeit, auf die Leistung der Mannschaft in der Saison 2020/21 zurückzuschauen. Viel Spaß mit unserem Saisonrückblick des TSV 1860! In Teil 1 gehen wir auf die Torhüterposition, die Abwehr und allgemeine statistische Werte der abgelaufenen Saison ein.

Saisonrückblick des TSV 1860

Schauen wir also zuerst einmal auf die Saison als Ganzes, danach auf die einzelnen Mannschaftsteile und Spieler.

Es gibt verschiedene statistische Werte, die die Leistung der Mannschaft als Ganzes besser bewerten als das Tabellenbild, denn in diesen Statistiken werden Glück und Pech beim Abschluss und in der Defensive ausgeblendet. Zunächst möchte ich auf die expected Goals- und expected Points-Statistik eingehen. Diese beiden Zahlen zeigen auf, wie viele Tore und Punkte die Mannschaft gemacht hätte, wenn die entsprechenden Chancen auch alle genutzt worden wären. Wie wir alle wissen, gibt es Spiele, da rennst du 90 Minuten lang mit elf Mann auf ein Tor hast gefühlte 100 Chancen und bringst das Leder einfach nicht im Kasten unter. Andersherum gibt es Spiele, in denen machst du aus keiner Chance ein Tor und gewinnst mit 1:0. Leider war erstere Variante beim TSV 1860 München in der vergangenen Saison häufiger der Fall die zweitgenannte. In sage und schreibe vierzehn Partien, die von der xG-Statistik her gewonnen hätten werden müssen, konnten die Sechzger leider keinen Sieg eintüten. Die Heimspiele gegen Saarbrücken, Duisburg, Uerdingen, Zwickau, Meppen oder Rostock sind da die deutlichsten Beispiele.

Statistischer Aufsteiger

Aus den erwarteten Toren (xG) leitet sich dann die Statistik der erwarteten Punkte (xP) ab. Und das ist das eigentlich Interessante im Rückblick auf die gesamte Saison und die Leistung der Mannschaft als Ganzes. Mit 69 Punkten müsste der TSV 1860 München – geht man von dieser Statistik aus – nämlich die Tabelle anführen. Dahinter kämen der FC Ingolstadt 04 mit einem Punkt weniger und zur wahrscheinlich großen Überraschung aller die abgestiegene Zweitvertretung aus der Seitenstraße. Die tatsächlichen Direktaufsteiger aus Dresden und Rostock folgen auf den Plätzen 4 und 12(!). Glück, Pech oder Unvermögen: Was sind denn nun die wirklichen Gründe für den verpassten Aufstieg? So gesehen eigentlich Pech. Und zwar das Pech, dass Mannschaften, die in der Tabelle vor dem TSV 1860 München stehen, positivere Ergebnisse erzielt haben als sie es eigentlich rein statistisch verdient hätten. Und gleichzeitig der vermaledeite Umstand, dass die Löwen in einigen Spielen am Anfang und in der Mitte der Saison zu wenig aus ihren eigenen Chancen gemacht haben. Soviel dazu.

Blicken wir nun auf die Mannschaftsteile und Spieler.

Spitzenwerte für Marco Hiller

Beginnen möchte ich den Saisonrückblick über die Spieler des TSV 1860 mit der Abwehr, genauer mit dem Torwart. Keeper Marco Hiller wird von unserem Datenportal auf Rang 3 der besten Torhüter der Liga geführt. Hinter Kolke auf Rang 1 und Broll auf Rang 2. Und das ist die leider richtige Reihenfolge, denn ohne diese beiden Herren auf den Toppositionen wäre die Konkurrenz gnadenlos abgeschmiert. Vor allem Kolke hat die Gegner reihenweise zur Verzweiflung gebracht – nicht zuletzt uns im Heimspiel in der Rückrunde, als er einen Schuss von Sascha Mölders noch von der Linie kratzen konnte, den jeder schon drin gesehen hatte. Damit rettete Kolke seinen Rostockern einen ungemein wichtigen Punkt im Aufstiegskampf.

Aber zurück zu Marco Hiller, denn es geht hier schließlich um den TSV 1860 München. Vierzehn mal konnte Hiller die Null halten. Er hat mit 75% den drittbesten Wert bei den gehaltenen Schüssen zu verzeichnen und eine Wertung von 96,3% beim Verteidigen hoher Bälle im Strafraum gegen einen Gegenspieler. Das sind alles absolute Topwerte und aufgrund seines jungen Alters weiterhin ausbaufähig. Hinsichtlich der Verträge, die nächste Saison auslaufen werden, ist Hiller daher meiner Meinung nach der absolut erste Kandidat für eine Verlängerung. Seinen Ersatzmann Tom Kretzschmar konnten wir nur in einem einzigen Spiel in Augenschein nehmen. Bei den Gegentoren war er machtlos. Er hat einen von zwei Elfmetern gehalten, und sich im Rauslaufen, auf der Linie und bei der Strafraumbeherrschung sehr souverän gezeigt. Der TSV 1860 München ist offensichtlich auf dieser Position doppelt gut besetzt. Auf der Position des Keepers ist der Kader also breiter als gedacht.

Hiller TSV 1860 Zirkzee
Marco Hiller erlangte im Hinrunden-Derby Legendenstatus

Klasse Leistungen von Steinhart, Belkahia & Co

Und die Abwehr? Schauen wir uns die Statistiken der Hintermannschaft an, sehen wir als erstes 35 kassierte Tore in 38 Spielen. Nur zwei Mannschaften haben da Besseres geleistet und zwar Dresden mit 29 und Rostock mit 33 Gegentoren. Statistisch gesehen hätten diese Teams aber 45 bzw. 47 Tore kassieren müssen. Die Sechzger sind auch in der Statistik der erwarteten Gegentore mit 43 Stück Tabellenführer, übrigens vor dem FC Ingolstadt 04 und Dynamo Dresden. Bei den zugelassenen Schüssen steht der TSV 1860 auf Platz 3 hinter Ingolstadt und Rostock. Für die Bewertung der Abwehrleistung gibt es ganz klar nur eine Meinung: durch die Bank spitze! Individuelle Fehler passieren, kommen aber nicht nur beim TSV 1860 München vor, sondern bei jeder Mannschaft. Schaut man auf die Statistikwerte der Abwehrspieler der Löwen haben wir einen Durchschnittswert bei den gelungenen Aktionen von 70% bei allen Verteidigern, die genügend Spielminuten absolviert haben, um zum relevanten Personal zu zählen.

Sattelfeste Abwehr

Die Innenverteidigung kommt dabei insgesamt auf 74% gelungene Aktionen. Die Außenverteidiger hinken im Vergleich mit 63%. ein wenig hinterher. Nachdem die Außenverteidiger viel öfter auch Offensivaufgaben übernehmen müssen, erklärt sich jedoch von selbst, weshalb es zwischen Innen- und Außenverteidigung eine Diskrepanz von 11% gibt. Alles in Allem war die Leistung dieses Mannschaftsteils überragend.

Ich möchte nun keinen Spieler der Viererkette besonders hervorheben, aber zu einigen Akteuren noch ein paar Statistiken präsentieren. Semi Belkahia ist mit knapp 68% gewonnener Kopfballduelle der kopfballstärkste Spieler der Liga überhaupt. Stephan Salger kommt mit den zweitwenigsten Fouls auf seiner Position pro 90 Minuten aus und gewinnt dabei 73% seiner Defensivzweikämpfe. Phillipp Steinhart ist sowohl der defensiv zweikampfstärkste als auch der torgefährlichste Linksverteidiger in der 3. Liga. Marius Willsch ist der viertbeste Flankengeber der Liga auf seiner Position, wenn man die Anzahl der Flanken pro Spiel in Abhängigkeit zur Flankengenauigkeit setzt. Dennis Erdmann landet mit knapp 75% gewonnener Defensivzweikämpfe hinter Gembalies vom MSV Duisburg in dieser Kategorie auf Platz 2 der Liga. Voraussetzung zur Wertung in diesen Statistiken ist eine Mindestanzahl von 15 absolvierten Spielen oder 1350 Spielminuten.

Mit dem Abgang von Leon Klassen kann man drüber nachdenken, auf den Außenverteidigerpositionen den Kader zu ergänzen.

Teil 2 vom Saisonrückblick des TSV 1860 mit den Mannschaftsteilen Mittelfeld und Angriff findet Ihr hier.

Quelle: wyscout

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