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TAKTIKTAFEL – Unser nächster Gegner: SG Dynamo Dresden

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur Taktiktafel für das Spiel TSV 1860 München gegen SG Dynamo Dresden. Was können wir von der Sportgemeinschaft aus der sächsischen Hauptstadt erwarten?

Die taktische Aufstellung in den bisherigen Partien

Dynamo brachte zu Beginn der bisherigen neun Partien acht mal mit einem 4-2-3-1 eine eher defensiv ausgerichtete Grundaufstellung, auf den Rasen. Allerdings interpretiert die Mannschaft dieses System sehr flexibel was sie einerseits beim Umschaltspiel schwer ausrechenbar macht, jedoch andererseits wegen oft fehlender Abstimmung nach vorn auch fehleranfällig ist, und bei Ballverlust laufintensiv werden kann.

Je nach gegnerischer Ausrichtung gegen den Ball verschiebt die SGD wenn sie in Ballbesitz ist zu einem im Raum etwas lückenhaften 4-3-3 (DM), 4-4-2 Raute oder 4-1-3-2.

Auch die jeweilige Pressinglinie bei Dresden verschiebt sich gegnerabhängig. Dresdens Coach Markus Kauczinski setzt also sehr stark auf das taktische Verständnis seiner Elf, und hat für jeden Gegner ein angepasstes System im Köcher, ohne jedoch die Qualitäten seines eigenen Kaders aus den Augen zu verlieren.

Bisher spielte die, mit sechs verbliebenen Spielern aus dem letztjährigen Kader, sechzehn Neuzugängen von anderen Clubs und vier Aufrückern aus der eigenen U19 bestückte Elf der Sportgemeinschaft mit eher durchwachsenem Erfolg.

Dresden blieb also, wenn man die aktuelle Tabelle betrachtet, hinter dem, was die Allgemeinheit vom Zweitligaabsteiger erwartet hatte, zurück. Vier Siegen stehen vier Niederlagen und ein Unentschieden gegenüber.

Verloren hat Dresden bisher gegen die Zweitvertretung eines Erstligaclubs, sowie gegen Ingolstadt, Zwickau und Saarbrücken. Mit dem SV Waldhof Mannheim teilte man sich Zuhause zwei Punkte. Gewinnen konnte man die Duelle mit Meppen, Lübeck, Magdeburg und Kaiserslautern.

Die SGD in Zahlen

Die bisherigen Durchschnittswerte bei den relevanten Statistiken sehen wie folgt aus: Ballbesitz 55%; Passquote 80%, 41,5% gewonnene Offensivzweikämpfe – ein sehr starker Wert – 58,1% gewonnene Defensivzweikämpfe – ein eher schlechter Wert. Auch bei den defensiven Kopfbällen im Strafraum sieht die bisherige Bilanz der SGD mit 58% gewonnenen Duellen in der Luft nicht wirklich dominant aus.

Die PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) liegt bei 11,37. Obwohl die bevorzugte Seite der Dresdener, Angriffe vorzutragen die Linke ist, konnte man in den bisherigen Spielen durchaus Variabilität hinsichtlich der Positionsangriffe beobachten. Klar ist jedoch, Flügelspiel (41% links / 35% rechts) wird gegenüber dem Spiel durch das Zentrum (24%) bevorzugt.

Die erwartete Aufstellung der Dresdener

Was können wir aus diesen Informationen für das kommende Duell unserer Sechzger mit der SGD schließen?

Generell ist eine Vorhersage, wie eine gegnerische Mannschaft gegen das variable 4-1-4-1, das Trainer Michael Köllner bei Sechzig spielen lässt, bei eigenem Ballbesitz zu erwarten sein wird schwer zu treffen. Das System des Löwencoaches hat, sieht man von individuellen Fehlern ab, fast keine defensiven Schwachpunkte.

Trotzdem will ich eine Prognose wagen. Gehen wir davon aus, dass die Grundaufstellung der Dynamos beim 4-2-3-1 bleibt, und bei Ballgewinn so verschoben werden muss, dass man gegen den TSV 1860 eine Chance hat, mit Ball effektiv in die Box zu kommen, um dort den Abschluss zu suchen. Da kommt für mich von den bisher gezeigten Varianten der SGD nur das 4-1-3-2 in Betracht.

Dabei schiebt, wenn sich Dresden im Angriff befindet, Yannick Stark (#5) ins Zentrum vor und Christoph Daferner (#33) oder Ransford Königsdörffer (#35) bzw. Panagiotis Vlachodimos /#7) rücken als zusätzliche Spitze aus dem Mittelfeld in den Sturm auf. Daferner würde dann eher als hängende Spitze, und Königsdörffer/Vlachodimos als Flügelstürmer in Erscheinung treten.

Aufgrund der dann entstehenden numerischen Ausgeglichenheit, die sich dadurch für die Offensivspieler der SGD ergäbe, könnte Dynamo so individuelle Fehler in der Hintermannschaft der Löwen am wahrscheinlichsten zu ihren Gunsten ausnutzen, ohne selbst zu anfällig für Konter zu werden.

Die Stärken und Schwächen des 4-2-3-1 haben wir in mehreren vorangegangenen Artikeln der Rubrik Taktiktafel schon ausführlich beleuchtet, deshalb gibt es heute wieder nur Stichpunkte zur Orientierung:

Stärken:

  • kompakt im Zentrum und vor der Box gegen den Ball
  • auch gegen Systeme mit mehr als einem Stürmer sicher
  • variabel beim Spielaufbau
  • offensiv schwer ausrechenbar

Schwächen:

  • anfällig und laufintensiv gegen variables Flügelspiel mit Seitenwechsel
  • in der Offensive viel Mittelfeldunterstützung für den Stürmer nötig, um Gefahr zu kreieren

Wie schon gegen unsere Gegner aus dem bobfahrenden Dorf und aus Halle, wird man mit diagonalem Spiel die größten Erfolgsaussichten haben. Angriffe, die nach dem Eindringen in die gegnerische Spielfeldhälfte die defensiven Mittelfeldspieler erst zu starken Verschiebungen in der horizontalen Ebene zwingen und dann zügig auf die schwache Seite des Spielfelds wechseln haben gegen ein 4-2-3-1 die größten Erfolgsaussichten.

Welchen Spielern Kauczinski am Sonntag in der Startelf den Vorzug geben wird, war seinen Aussagen während der Pressekonferenz am Freitag leider nicht zu entnehmen. Stefaniak wird aber offensichtlich eine Pause bekommen. Drei weitere nicht näher genannte Spieler sind wohl Wackelkandidaten.

Begründet hat das Kauczinski mit der inkonstanten Leistung aufgrund des jugendlichen Alters bei einigen Spielern. Jonathan Meier (#19), Paul Will (#28), und Ransford Königsdörffer (#35) könnte es also zusätzlich zu Stefaniak treffen.

Die Schlüsselspieler der SG Dynamo Dresden

Torwart Kevin Broll (#1) behielt in den bisherigen neun Spielen bereits viermal eine weiße Weste, und hat sowohl in der Strafraumbeherrschung als auch im Eins gegen Eins, sowie bei der Reaktionsschnelligkeit bei Schüssen aus der Nahdistanz große Stärken. Bei 1,86 m Größe bringt Broll nur 77 kg Gewicht mit und ist somit für einen Torhüter heutzutage eher schmächtig. Die Genauigkeit bei langen Abschlägen ist verbesserungswürdig.

Innenverteidiger und Kapitän Sebastian Mai (#26) ist formmäßig eine Wundertüte. An einem guten Tag gewinnt er mehr als 75% seiner Zweikämpfe, an schlechten Tagen fällt dieser Wert aber auch gerne mal auf 60% und darunter.

Abwehrtalent Kevin Ehlers (#39) mit einem Marktwert von 1,5 Mio € der teuerste Spieler der dritten Liga wird seinen Gegenspielern in weiß-blau mit Sicherheit alles abverlangen. So ein Prädikat wird seine Kontrahenten aber sicherlich auch dazu anstacheln selbst Höchstleistungen auf den Platz zu bringen.

Ex-Löwe Yannick Stark (#5) kam im Sommer aus Darmstadt an die Elbe. Der Allrounder im defensiven Mittelfeld ist der Dreh- und Angelpunkt im Aufbauspiel der SGD. 73% erfolgreiche Aktionen, eine Passquote von 85%, 68% gewonnene defensiv Duelle, zehn Balleroberungen und Rund fünf abgefangene Pässe im Schnitt pro Spiel sprechen eine deutliche Sprache. Hinzu kommt, dass seine Werte von Spiel zu Spiel besser werden.

Ebenfalls mit Löwengenen behaftet ist Christoph Daferner (#33) – er spielt nominell auf der linken offensiven Mittelfeldseite, ist aber bei vielen Angriffen als hängende Spitze zur Unterstützung Hosiners eher im Zentrum zu finden. Er hat bereits zwei Treffer und zwei Assists auf dem Konto.

Der dritte Ex-Löwe unter den Schlüsselspielern und gefährlichster Dresdner Spieler überhaupt ist zu guter Letzt Mittelstürmer Philipp Hosiner (#14). Vor der Saison aus Chemnitz zur SGD gekommen hat der Österreicher, der von 2006 bis 2009 für die Löwen in der U19 und der 2. Mannschaft auflief, nach Anlaufschwierigkeiten den Stammplatz als Mittelstürmer nun sicher.

Er beweist mit drei Treffern in den letzten fünf Spielen seine Gefährlichkeit sehr deutlich. Gegen den TSV 1860 war Hosiner als er letzte Saison mit Chemnitz zum Duell im Sechzgerstadion antrat bereits mit einer Vorlage und einem Treffer erfolgreich. Das heißt allerhöchste Vorsicht ist geboten.

Abwehrfehler werden von ihm gnadenlos bestraft. Seine Klasse als Stürmer stellte er unter anderem schon den ersten Ligen in Deutschland, Österreich und Frankreich unter Beweis. 60 Treffer in 141 Erstligaspielen hat er auf dem Konto.

Mein Fazit

Aufgrund der Erflogsquote der Löwen gegen Mannschaften, die defensiv ein 4-2-3-1 praktizieren, könnte man leichtfertig von einer gmahden Wiesn sprechen. Das wird aber der mit exzellenten Einzelspielern, die vor der Saison zu einer Mannschaft neu zusammengewürfelt wurden, gespickten SG Dynamo Dresden Elf nicht gerecht.

Die Löwen werden höllisch aufpassen müssen, dass die spielstarken und technisch versierten Offensivspieler der Dresdener sie nicht gehörig durcheinanderwirbeln.

Aus einer soliden Defensive heraus klug zu spielen, das Tempo zu variieren und den Ball nicht leichtfertig abzugeben wird gepaart mit diagonalem Spiel bei den Positionsangriffen für die Sechzger der Schlüssel zum Erfolg sein. Wenn dann in den richtigen Situationen auch noch die Konter sitzen ist mir vor Sonntag nicht bange.

Dresden spielt Zuhause, steht von der Tabellensituation nicht da wo es hinwill, und muss versuchen das Spiel zu machen. Das kommt dem Spiel der Löwen zu Gute. Michael Köllner wird die Mannschaft wie bisher immer taktisch gut einstellen. Ich bin gespannt wie sich unsere Löwen in diesem sicherlich interessanten Duell schlagen werden.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Erwartete Aufstellung der SGD:

Sechzig um Sieben: Fokus auf Dresden + Der 10.Spieltag + TAKTIKTAFEL

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Guten Morgen, Löwenfans! Wochenende – Fußballzeit! Da an diesem Samstag allerdings kein Spiel ansteht, gibt es für euch kurz und prägnant die wichtigsten Informationen.

Berichterstattung zum Spiel gegen Dynamo Dresden
Gestern gab es bei uns den Auftakt zur Berichterstattung rund um unser Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden. Sowohl in der Löwenrunde als auch in der Pressekonferenz von Dynamo Dresden war sechzger.de anwesend. Außerdem haben wir erneut von einigen Experten Tipps eingesammelt.

Der 10.Spieltag der 3.Liga
Dieses Wochenende ist die dritte Liga die einzige in Deutschland, in der Fußball gespielt wird. Grund dafür ist die immens wichtige Nations League, in der “Die Mannschaft” bisher eher schlecht als recht abschneiden konnte. Am Freitagabend wurde der 10.Spieltag eröffnet. Saarbrücken konnte mit einem 2:0-Auswärtssieg bei Viktoria Köln die Tabellenführung festigen, aktuell liegen sie fünf Punkte vor dem Tabellenzweiten Sechzig München.

Heute stehen die folgenden Partien an:

Wiesbaden – Zwickau
Kaiserslautern – Magdeburg
Uerdingen – Bobfahrer
Halle – Rostock
Untermieter II – Duisburg
Mannheim – Ingolstadt

Das ist los an der Grünwalder Straße
Für unsere Mannschaft steht am Vormittag das Abschlusstraining an, bevor es dann am frühen Mittag mit dem Bus in Richtung Dresden geht.

TAKTIKTAFEL
Es ist der Tag vor einem Löwenspiel. Ganz klar, was da kommen muss: Gegen Mittag könnt ihr euch wieder in die taktischen Analysen von Bernd Winninger einlesen. Zu unserer großen Freude konnten wir gestern erfahren, dass auch Coach Michi Köllner die TAKTIKTAFEL verfolgt. Das ehrt uns natürlich sehr, vielleicht können wir ja sogar den ein oder anderen Spieler auf der heutigen Busfahrt unterhalten.

Die PK aus Dresden: Dynamo mit Respekt vor der Löwenoffensive

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Auch in Dresden stellten sich Cheftrainer Michael Kauczinski und Ex-Löwe Christoph Daferner rund 45 Minuten den Fragen der nicht anwesenden Journalisten vor dem ersten Heimspiel ganz ohne Zuschauer.

Zu Beginn wurde die erfreuliche Nachricht verkündet, dass bei der Testreihe am Dienstag lediglich negative Testergebnisse erhalten wurden. Heute stand die nächste Kontrolle an, die Befunde werden für morgen Vormittag erwartet.

Unter der Woche wurde erste Kritik am Spielsystem von Trainer Kauczinski laut. Dieses würde nicht auf die vorhandenen Spieler abgestimmt sein. Auf Nachfrage von sechzger.de erklärte der Chefcoach hierzu, dass ihn diese Kritik nicht verwundert. Nach Niederlagen geht “der Daumen runter”, bei Siegen wird gefeiert. Dennoch räumte der Trainer ein, dass einzelne Spieler es noch nicht schaffen, an ihr Leistungsmaximum zu kommen. Gerade die Jugendspieler benötigen hier noch etwas Zeit. Diese individuellen Schwachstellen, die zurzeit noch nicht zu kompensieren sind, wären auch der Grund für die Niederlage in Saarbrücken gewesen. Daher wird es  im Vergleich zum vergangenen Wochenende einige “Veränderungen geben”. Eine Systemumstellung kommt für den Trainer allerdings nicht in Frage, man möchte weiterhin seinen Spielplan durchziehen und sich nicht zu sehr vom Gegner beeinflussen lassen. Die Mannschaft müsse mehr für die Offensive tun und weniger den Ball hinten rum verschieben.
Kauczinski lobte das Team von Michi Köllner als gut eingespielt und sehr offensivstark. Auch Daferner bezeichnete 1860 als Spitzenmannschaft, welche zurzeit vor allem aufgrund ihrer Routine und Konstanz überzeugt. Interessanterweise wurden im Bezug auf die Torabschlussqualitäten immer wieder die Namen Mölders und Lex genannt, um Dressel als besten Torschützen ging es heute nicht.

Christoph Daferner, von 2014 – 2017 Spieler bei den Löwen, wuchs in Pöttmes, Ortsteil Immendorf (120 Einwohner, Landkreis Aichach-Friedberg) auf. Mit 16 Jahren ging es für ihn vom Land in die Großstadt, in der er sein Fachabitur erwarb und wichtige Werte wie Bodenständigkeit für die weitere Karriere mitnahm. Insgesamt blickt er auf eine schöne Zeit in Giesing zurück, bei der Frage nach seinem Lieblingstier antwortete er standesgemäß mit “Löwe”. Seit dem Sommer ist er bei Dynamo Dresden unter Vertrag.
“Natürlich verspüre ich Vorfreude auf Sonntag” erklärte er auf Nachfrage von sechzger.de. Viele Bekannte in seinem Freundeskreis und sein Bruder halten es mit den Löwen. Er betonte aber auch, dass es ihm wichtiger ist, mit seinem aktuellen Team wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden. Zu seinen früheren Teamkameraden von Sechzig hat Daferner zum Teil noch Kontakt, ein Großteil ist mittlerweile aber ebenfalls bei einem anderen Verein untergekommen. Insgesamt bekam man den Eindruck, dass ihn das Interesse an seiner Person fast ein wenig zu viel war; er lenkte den Fokus immer wieder auf die sportlichen Ziele mit der Mannschaft.

Selbstverständlich wurde auch kurz auf das Interview von Dennis Erdmann eingegangen. Grundtenor von Trainer und Spieler war hierzu, dass sie starke Persönlichkeiten mit ehrlichen Worten im heutigen Fußball-Business durchaus zu schätzen wissen.

Insgesamt kristallisierten sich vor allem zwei Dinge heraus:

  1. Man hat in Dresden gehörigen Respekt vor der Offensive der Löwen. Zum jetzigen Zeitpunkt haben die Jungs um Mölders & Co. doppelt so viele Tore wie Dresden erzielt. Nicht zu unterschätzen ist allerdings auch, dass wir der stärksten Abwehr gegenüber stehen werden. Uns erwartet also mit Sicherheit ein interessantes Spiel.
  2. Dresden spielt bisher hinter den eigenen Erwartungen, das merkte man auch anhand der Anzahl an Fragen, die zum Spielsystem gestellt wurden. Die neuformierte Mannschaft, die auf dem Papier vermutlich die stärkste Mannschaft der Liga ist, braucht noch etwas Zeit, um zusammen zu finden. Gerade in der Offensive klappt noch vieles nicht wie gewünscht. Wir hoffen, dass der berühmte Knoten nicht bereits am Sonntag platzt.

 

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Quelle vom Titelbild

PK aktuell: Willsch nicht im Kader +++ Köllner verteidigt Erdmann +++ Dresden für Köllner weiter Topfavorit auf den Aufstieg

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Die Dauer einer Halbzeit nahmen sich Michael Köllner und Günter Gorenzel am Freitag kurz vor Mittag in der LÖWENRUNDE Zeit für die Medienvertreter vor dem Spiel in Dresden am Sonntag. Es gab einiges zu besprechen, das Meiste naturgemäß mit dem Löwendompteur.

Die morgige Busreise nach Sachsen wird – dies die wichtigste personelle Information – ohne Marius Willsch angetreten, der wegen muskulärer Probleme in dieser Woche nicht am Mannschaftstraining teilnehmen konnte und insofern auch nicht im Kader steht. Allerdings rechnet Köllner damit, dass der gebürtige Passauer zum Heimspiel gegen den KFC Uerdingen am 21. November wieder am Start ist. Die Frage von sechzger.de, ob Daniel Wein auf der Position des Rechtsverteidigers dauerhaft eine Alternative sein könnte, wies Köllner – mit einem scherzhaften Verweis auf Willschs seelische Gesundheit – deutlich zurück: “Wenn ich das jetzt bejahe, wird Marius zu Hause auf der Couch einen Herzinfarkt kriegen.” Aber natürlich ist Köllner froh, mit Wein einen sehr variablen Akteur im Team zu haben, der die Gabe hat, sich extrem schnell auf neue Situationen einstellen zu können.

Die – unvermeidliche – Frage nach Aussagen von Dennis Erdmann, die eine Boulevardzeitung gestern veröffentlicht hatte, wonach die #13 nach seiner Karriere womöglich eine Karriere in der Politik anstrebe, beantwortete Köllner so, wie man ihn in München im letzten Jahr kennengelernt hat: Er stellte sich – als verantwortungsvoller leitender Angestellter – vor seinen Schützling und brach eine Lanze für die charakterlichen Qualitäten von Erdmann. Das in der Öffentlichkeit gezeichnete Bild des Spielers decke sich in keiner Weise mit seiner persönlichen Wahrnehmung, so Köllner. Erdmann sei ein “reflektierter Junge”, der – was Köllner besonders wichtig ist – Verantwortung für und in der Mannschaft übernehme. Auf der anderen Seite forderte der Coach – durchaus mit einem Augenzwinkern – die übrige Mannschaft auf, dem womöglich angehenden Politiker Dennis Erdmann konkrete Inhalte zu liefern, was darauf hindeutet, dass er mit den konkreten Aussagen zur aktuellen gesellschaftlichen Situation in Deutschland nicht vollständig konform geht. Eine ganz starke Kommunikationsleistung des Löwendompteurs in dieser Sache, die damit wohl erledigt sein dürfte.

Zurück zum Sportlichen, über das Köllner naturgemäß eigentlich viel lieber sprechen will als über die bei den Löwen traditionell lautstarken Nebengeräusche: Der Coach unterstrich, dass Dresden – trotz der drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen – weiterhin der Topfavorit auf den Aufstieg, in diesem Fall die sofortige Rückkehr in die 2. Bundeliga sei. Personell sieht er Dynamo im Vergleich der Drittligakader ganz vorn. Dass es für seine Mannschaft ein Vorteil sein könnte, dass am Sonntag in Sachsen ohne Zuschauer gespielt wird, denkt Köllner übrigens nicht. Unter normalen, Corona-freien Bedingungen hätte er einen “Riesensupport” der Löwenfans erwartet und direkt ins Schwärmen kam er auf dem Podium, als er die mögliche “Invasion von Sechzig auf dem Weg nach Dresden” umschrieb. Die Realität sieht – wie wir alle wissen – leider ganz anders aus.

10. Spieltag: Expertentipps

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Besondere Spiele erfordern besondere Maßnahmen und so bieten wir Euch heute geballte Löwen-Experten-Power bei den Tipps zum 10. Spieltag. Der TSV 1860 muss am Sonntag bei Dynamo Dresden, dem Aufstiegsfavoriten in der 3. Liga, ran. Diesen Vorschusslorbeeren wurden die Sachsen um die Ex-Löwen Philipp Hosiner, Yannick Stark, Christoph Daferner und Patrick Weihrauch bislang nur bedingt gerecht, aktuell belegt die SGD mit 13 Punkten den 8. Platz der Tabelle. Ob das der Grund dafür ist, dass unsere Experten durchgehend so positiv gestimmt sind?

Thomas Ziemer (inzwischen als Spielerberater tätig) sieht die Löwen jedenfalls als 2:1-Sieger am Wochenende und auch Sebastian Maier (VfL Bochum) und Necat Aygün (Technischer Leiter Sport beim KSC) tippen auf dieses Endergebnis und eine Fortsetzung der Auswärtsserie. Ebenfalls einen knappen Auswärtssieg prognostiziert Hendrik Bonmann (Würzburger Kickers), der die Löwen mit 3:2 vorne sieht.

Zwei weitere Ex-Löwen trauen dem TSV 1860 sogar einen Sieg ohne Gegentor im Rudolf-Harbig-Stadion zu: Christian Köppel (FC Augsburg II) tippt, dass wir am Ende mit 1:0 die Nase vorne haben werden und sein früherer Abwehrkollege Eric Weeger (SpVgg Ansbach) hofft sogar auf ein 2:0 für Sechzig. “Damit der Marco auch mal wieder zu Null spielt…”, wie er grinsend hinzufügt.

Bei den ehemaligen Spielern des TSV 1860 herrscht nach dem hohen Sieg vom vergangenen Wochenende also durchaus Euphorie, doch wie sieht es denn außerhalb des Löwenkosmos aus?

Alois Schwartz, der zuletzt als Cheftrainer beim Karlsruher SC tätig war, ist weit weniger optimistisch: Er sieht die Sachsen als Favorit und tippt auf einen 3:1-Heimsieg der Kauczinski-Truppe. Auch Jesper Verlaat (Waldhof Mannheim) sieht eher schwarz für die Löwen und prognostiziert einen 3:2-Sieg von Dynamo über den TSV 1860.

Dann wollen wir mal hoffen, dass die Löwen die beiden Lügen strafen und von ihrer Reise nach Dresden mit Punkten zurückkehren!

Sechzig um Sieben: Layout + Dresden im Blick + Marktwerte

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Löwen Sechzig um Sieben

sechzger.de im neuen Gewand
Heute Morgen können wir euch endlich von einer Optimierung berichten, die uns schon lange am Herzen liegt: Seit Wochen tüftelt unser IT-Fachmann im Hintergrund an einer neuen Optik für sechzger.de. Wir sind nun mit dem Gesamtergebnis mehr als zufrieden, sodass ihr im Verlaufe des Vormittags das neue Gewand unserer Seite bestaunen dürft. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass wir zeitweilig nicht erreichbar sein werden. Wir bitten um euer Verständnis und hoffen, dass euch der neue Look genauso gut gefällt wie uns!

Vorbereitung auf das Spiel bei Dynamo Dresden
Wie gestern bereits bei Sechzig@18:60 angekündigt, steigen wir heute mit voller Kraft in die Berichterstattung für das nächste Auswärtsspiel unserer Löwen ein. Am Vormittag nimmt ein Redaktionsmitglied an der LÖWENRUNDE mit Michi Köllner teil, in der Mittagszeit wohnen wir dann zudem der Pressekonferenz von Dynamo Dresden bei. Dort zu Gast ist übrigens neben Trainer Markus Kauczinski auch Ex-Löwe Christoph Daferner, der im vergangenen Sommer ablösefrei nach Dresden wechselte. Als Schmankerl oben drauf haben wir dann wieder einige Expertentipps für euch gesammelt.

Interview von Dennis Erdmann – nach der Karriere in die Politik
Gestern äußerte sich Dennis Erdmann in einer Zeitung, deren Auflage seit Jahren sinkt. Aufhorchen lässt der Verteidiger dabei mit der Bemerkung, nach seinem Karriereende womöglich eine eigene Partei gründen zu wollen. Abgesehen davon, dass man in diesem Interview wieder einmal deutlich merkt, dass Erdmann kein Blatt vor den Mund mit, sind diese Aussagen nichts Neues: bereits bei seinem Wechsel nach München hatte spox dem Abwehrspieler seine Zukunftspläne entlockt:

“Ich will noch fünf Jahre Fußball spielen, dann gehe ich in die Politik. Ich will eine Partei gründen und mit ihr meinen ganz eigenen Weg gehen.” 

Wir lassen das an dieser Stelle unkommentiert so stehen und hoffen, dass Erdmann in Dresden an seine guten Leistungen der letzten Wochen anknüpfen kann.

Weitere Auszeichnung für Dennis Dressel
Die guten Nachrichten für Dennis Dressel reißen nach seinen 4 Toren am vergangenen Samstag nicht ab. Neben vier Spielern der Bundesliga und weiteren internationalen Stars hat er es in das Team of the Week von Fifa21 geschafft. Dafür bekam er gestern seine persönliche Inform-Karte überreicht. Dressel bekam diese Auszeichnung bereits zum zweiten Mal, vor gut einem Monat war diese Ehre zudem Teamkollege Marius Willsch zuteil geworden.

Marktwertanpassung 3.Liga
liga3-online hat sich mit den Marktwertanpassungen von transfermarkt.de befasst. Interessant dabei ist, dass Sechzig bezogen auf die Marktwerte nur den 15.Tabellenplatz einnimmt. Wir sprechen hier im Vergleich zu den ersten beiden Ligen zwar von minimalen Abständen, dennoch ein erwähnenswerter Fakt, zumal die sportliche Tabelle zurzeit etwas anders aussieht. Bei Sechzig ist Richard Neudecker am besten bewertet (475.000 Euro). Abwehrspieler Kevin Ehlers aus Dresden ist der wertvollste Spieler der Liga, wenn man die Zweite der Seitenstraße außen vor lässt – dagegen haben wir natürlich nichts einzuwenden!

Das ist los an der Grünwalder Straße
Michi Köllner bittet die Spieler heute mittag zur Videoanalyse, im Anschluss wird trainiert.

 

Sechzig@18:60 – G15-Kommentar +++ Neuer Trainer in Duisburg +++ Ausblick aufs Wochenende +++

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Heute früh um Sieben haben wir Euch mit einem lesenswerten Kommentar zum gestrigen “G15-Treffen” zahlreicher Bundesligavereine (und dem HSV :-)) aus dem Bett geholt. Wer Jan Schraders Kommentar noch nicht gelesen hat, sollte das schleunigst nachholen!

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Der Nachfolger des vorgestern beim MSV Duisburg entlassenen Torsten Lieberknecht ist ein alter Bekannter an der Wedau – und auch beim TSV 1860: Gino Lettieri. Der 53jährige Deutsch-Italiener trainierte die Zebras bereits in der Spielzeit 2014/15 in der 3. Liga und realisierte damals den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Entlassen wurde er dann am 1. November 2015 nach einer 0:1-Niederlage – ausgerechnet bei seinem Heimatverein. Der gebürtige Züricher wuchs nämlich in München auf und durchlief die Jugendabteilungen der Löwen. Als 16-Jähriger wurde er durch einen Unfall so schwer am Knie verletzt, dass er zweieinhalb Jahre nicht Fußball spielen konnte. Dennoch erhielt er nach starken Leistungen in der zweiten Mannschaft des TSV 1860 einen Einjahresvertrag für die erste Löwengarnitur, das Bayernligateam 1986/87. Dort kam er allerdings nie zum Einsatz und wechselte zum TSV Ampfing und später zu Wacker München. Aufgrund der Folgen seiner Unfallverletzung blieb ihm eine aktive Profikarriere verwehrt.

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Mit einem für uns Löwen durchaus interessanten Spiel wird in 24 Stunden der Spieltag, bei dem die 3. Liga die wohl einzige Fußballliga Deutschlands ist, in der an diesem Wochenende gegen den Ball getreten wird, eröffnet: Viktoria Köln empfängt den 1. FC Saarbrücken. Mit einem Auswärtssieg würden die Saarländer auf jeden Fall den Platz an der Sonne für eine weitere Woche behalten. Bei einem Unentschieden könnten die Gastgeber nach Punkten vorrübergehend zu Sechzig (und zum FC Ingolstadt) aufschließen – hätten allerdings weiterhin ein um zehn (!) Tore schlechteres Torverhältnis als das Team von Michael Köllner. Und bei einem Heimsieg der Viktoria kommt diese dann – wie Saarbrücken – auf 19 Punkte. Dann wiederum müssten die Löwen am Sonntag in Dresden gewinnen, um an beiden Kontrahenten der Spieltagseröffnungspartie vorbei zu ziehen und wieder einmal die Tabellenspitze zu erklimmen.

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Auf diesen besonderen Spieltag in diesen seltsamen Zeiten blicken wir von sechzger.de dann – aus der Löwenperspektive – total fokussiert auch ab morgen voraus: Unsere TAKTIKTAFEL mit den wichtigsten Infos über das, was uns auf Seiten der Dynamos erwartet, wird diesmal aber erst am Samstag Mittag (also wie immer am Tag vor dem Spiel) veröffentlicht. Dafür wird schon morgen ein Redaktionsmitglied von sechzger.de der LÖWENRUNDE mit Michael Köllner beiwohnen und Wissenswertes oder Unterhaltsames, das unser Coach zu vermelden hat, wird dann natürlich hier direkt bekannt gegeben. Etwas später nimmt ein weiterer sechzger.de-Akteur an der Pressekonferenz von Dynamo Dresden teil. Auch darüber informieren wir Euch hier. Darüber hinaus haben wir wieder ein paar interessante Expertentipps eingeholt. Auch die lest Ihr morgen bei sechzger.de. Am Sonntag früh um Sieben folgt dann schließlich der übliche Vorbericht mit dem einen oder anderen statistischen und historischen Detail zum Kick der Löwen in Sachsen. Und last but not least tickern wir natürlich am Sonntag Nachmittag live aus Dresden. Einiges geboten…

Sechzig um Sieben: Kommentar zum “G15” Treffen

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Seit März muss unsere Gesellschaft mit einer Situation umgehen, die so niemand vorhergesehen hat. Gegen Ende März war mir mein Sport und die beste Nebensache der Welt so fern wie noch nie zuvor. Die beste Nebensache der Welt. Genau das wurde mir in dieser Situation bewusst. Es war einfach mal an der Zeit einzusehen, dass es nicht nur Fußball auf dem runden Erdball gibt. Doch es gab auch andere Stimmen, die das nicht so sahen wie ich. Relativ schnell standen da ein Herr Rummenigge oder ein Herr Watzke gefühlt jeden Tag vor einem anderen Mikrofon und klagten ihr Leid. Klagten, während die ersten Personen und Firmen ihre Insolvenzen anmeldeten. Klagten, damit der nächste Spieltag noch über die Bühne gehen kann und die nächste Ratenzahlung der TV-Sender fällig wäre. Mitten im ersten Lockdown führten die Seitenstraßler und ihr Torwart eine Gehaltsverhandlung in der Öffentlichkeit, 20 Millionen Euro pro Jahr wurden ausgerufen. Was für eine Summe – nicht nur während Corona-Zeiten. Schalke rief nach kurzer Zeit um Hilfe, sie würden es nicht mehr lange schaffen. Vedad Ibisevic stachelte seine Mannschaftskameraden bei der Hertha aus Berlin an, damit sie ja nicht auf einen Teil ihres Gehalts verzichteten. Ich wollte mit all dem nichts mehr zu tun haben.

Klar, diese Leute verdienen damit ihr Geld und dazu gehören nicht nur diejenigen, die sich der Presse stellen und die Fragen der Journalisten beantworten. Doch wie kann es sein, dass dieser Fußball, mein Sport, sich so weit weg von der Basis entfernt hat? Wie kann es sein, dass nicht mehr der Fan im Stadion von Interesse ist, sondern lediglich der Zuschauer und der Konsument vor dem Bildschirm daheim? Wie kann es sein, dass ein Manuel Neuer oder ein Vedad Ibisevic jeden Cent aus ihren Vereinen saugen wollen? Wie kann es sein, dass ein Verein wie Schalke 04 nach kurzer Zeit nahezu bankrott ist? Das alles waren Fragen, die ich mir im März stellte. Mit der Zeit beruhigte sich die Situation und ich kam nach und nach zu meinem Sport zurück. Doch Änderungen gab es keine.

Wir befinden uns mittlerweile im November. Gestern trafen sich 15 Vereine auf Einladung von Karl-Heinz Rummenigge, um sich unter anderem um die Fernsehgeldverteilung für die kommenden Jahre abzusprechen. Jedenfalls wurde das im Vornherein vermutet. Es geht dabei um satte 4,4 Milliarden Euro, die für die kommenden vier Spielzeiten fließen. Ausgeschlossen von diesem Treffen wurden die Erstligisten aus Mainz, Stuttgart, Augsburg und Bielefeld. Diese vier hatten gemeinsam mit zehn Zweitligisten im Vorfeld mit einem Positionspapier Stellung bezogen, in dem eine gleichmäßigere Verteilung gefordert wurde. Das kann durchaus auch als Alleingang gewertet werden; ob es aber gleichzeitig einen solchen Denkzettel in Form einer Ausladung braucht, darf hinterfragt werden. Tatsächlich ging es dann nämlich gar nicht so wirklich um die Verteilung der Fernsehgelder. Warum sollten die Roten darüber auch reden wollen? Sie kriegen ja bereits jetzt am meisten und sind folglich für Reformen eher weniger zu haben. Wir sprechen hier vom armen FCB, der im Geschäftsjahr 2018/19 mit nur 52,5 Millionen Euro Gewinn einen neuen Rekord aufstellte (+78% im Vergleich zum Vorjahr). Da gibt es natürlich keine Möglichkeit, etwas mehr vom Kuchen abzugeben. Im Endeffekt ging es bei dem Treffen dann eher um andere Themen, grob gesagt um die Zukunft des deutschen Profifußballs. 15 von 36 Vereinen besprechen diese zusammen; wieviel Sinn das macht, kann jeder für sich selbst entscheiden. Übrigens wurden auch die DFL und der DFB nicht zu diesem Treffen eingeladen.

Allein der DFB zählt über 7 Millionen Mitglieder. Sind diese nicht auch ein Teil dieser Zukunft? Haben diese nicht auch in gewisser Weise ein Mitspracherecht? Der DFB darf sich schon lange den Vorwurf anhören, er entferne sich immer mehr von seiner Basis. 7 Millionen Mitglieder, das ist die Basis. Doch Geld gibt es hier eben keines zu holen. Die künstlich zur „Die Mannschaft“ erklärte Nationalelf lockt sowieso schon länger keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Mittlerweile hat man sich zumindest im Rahmen der Taskforce „Zukunft Profifußball“ an einen Tisch gesetzt. Durch den Vorstoß der Profivereine wird die Sinnhaftigkeit dieser gerade erst geschaffenen Einheit bereits kurz nach ihrer Gründung komplett hinterfragt. Was kann man in diesem kaputten System Fußball überhaupt erreichen?

Die Drittligisten sind im Übrigen kein Teil der Diskussion. Sie sind schließlich auch nicht Nutznießer der 4,4 Milliarden Euro, um die es geht. Hier zählt in gewisser Weise tatsächlich noch der Fan, denn die Zuschauereinnahmen machen bis zu 20% der Einkünfte aus. Das macht die Angelegenheit umso brisanter, weil diese Einnahmen auf absehbare Zeit fehlen werden. Es bleibt spannend und fraglich ist, wann die Zukunft des deutschen Fußball mit allen diskutiert wird und nicht nur mit den 36 Vereinen der ersten und zweiten Liga. Sondern noch mit über 24.000 anderen. Hoffentlich ist es dann nicht bereits zu spät. Vedad Ibisevic geht mit gutem Beispiel voran. Nach seiner mangelnden Einsicht beim Thema Gehaltsverzicht spielt er nun auf Schalke quasi ohne Grundgehalt. Den Betrag, den er aus Versicherungsgründen erhält, möchte er spenden. Vielleicht gibt es doch noch Hoffnung im großen Business Fußball.

 

Ein Löwe geht niemals unter – gemeinsam gegen Corona: Heute – Der Kastanienimbiss vom Kastaniengarten

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Der Kastanienimbiss von Kastaniengarten in München-Giesing

Unsere neue Serie hat einen traurigen Anlass – die Corona-Pandemie: Während wir uns auf der einen Seite über Geisterspiele und das fehlende Gemeinschaftserlebnis beklagen, wären andere froh, wenn das ihr einziges Problem wäre: Viele Selbständige und Unternehmer (nicht nur unter den Löwen) kämpfen seit Monate um ihre Existenz.

Wir zeigen in dieser Serie, wie kreativ und kampfeslustig sich die Löwen gegen Corona stellen. Wenn ihr auch auch jemanden kennt, der in dieser Serie auftauchen sollte oder ihr ein Unternehmen habt, welches kreativ umgestellt hat bzw. gegen Corona kämpft, dann schreibt uns eine Nachricht.

Heute Neueröffnung – der Imbiss am Kastaniengarten

Der Kastaniengarten in München-Giesing ist ohnehin vielen Löwen ein Begriff. Seitdem ihn die Ina übernommen hat, weht ein anderer Wind: Fernseher und Großleinwände wurden angeschafft, um die Spiele der Löwen live zu sehen, der Garten wurde schön um- und die Speisekarte massiv ausgebaut und es gab tägliche Aktionsgerichte. Nicht umsonst hat sich „die Kastanie“ als Treffpunkt für viele Löwenfans bei den Heimspielen, aber auch zum Auswärtsspiele schauen oder einfach so unter der Woche etabliert. Auch wurden hier einige der Löwenspieler der letzten Saison von den Fans inoffiziell verabschiedet.

Dann kam Corona. Erst der Lockdown – und man bot wie viele andere Speisen zum Mitnehmen an. Die Wiedereröffnung mit den Hygieneauflagen und dem Abstand halten, welche einen rentablen Geschäftsbetrieb schon sehr schwer möglich machten, die Sperrzeitverlängerung und last but not least jetzt der „Lockdown Light“ – über das Wort „Light“ können Gastronomen nur lachen.

Doch die Kastanie ist in Löwenhand – und Löwen wissen sich zu helfen: Am heutigen Tag eröffnet um 11:00 Uhr der „Imbiss am Kastaniengarten“ – täglich ab 11:00 Uhr gibt´s unter anderem Currywurst, Käsekrainer, Pommes, Schweinenackensteak, Fischemmeln, Leberkäs… und vieles mehr. Auch an die Kleinen wurde gedacht mit Fischstaberln – dazu gibt es noch ein Tagesgericht: Heute wären es Schinkennudeln, morgen z.B. Hackbraten – täglich gibt´s die aktuelle Speisekarte unter

 

Wie Anfangs schon erwähnt – ein echter Löwe geht niemals unter. Die Kastanie freut sich über euren Support.

Sechzig um sieben: Wahl zum Spieler des Spieltags +++ Interview mit Manfred Paula +++ Corona-Absage für kommenden Spieltag

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Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe
Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe

Wahl zum Spieler des Spieltags

Die Redaktion des kicker hat Dennis Dressel schon zum Spieler des Spieltags erklärt. Seit Montag Abend dürfen auch die Leser von liga3-online.de abstimmen. Aktuell liegt noch der Saarbrücker Shipnoski vorne. Es liegt an Euch das zu ändern! Bis 14:00h könnt Ihr noch voten.

Interview mit NLZ-Leiter Manfred Paula

Wie das NLZ mit den Auswirkungen des erneuten Lockdowns umgeht, erklärte uns Manfred Paula in einem Interview. Er gibt spannende Einblicke in die Arbeit unter den erschwerten Bedingungen. Das lesenswerte Interview findet Ihr hier.

Spielabsage für den 10. Spieltag

Bereits heute wurde das Spiel des SV Meppen auf unserem heiligen Rasen gegen die Untermieter aus der Seitenstraße abgesagt. Die komplette Mannschaft aus dem Emsland befindet sich mindestens bis 19. November in Quarantäne. Gut möglich, dass auch noch das Heimspiel gegen den zweiten Untermieter des Sechzger-Stadions am 21.November abgesagt werden muss.

Trainerentlassung beim MSV Duisburg

Nach der dritten Heimniederlage des MSV Duisburg in Folge zogen die Verantworlichen an der Wedau die Reissleine: Trainer Torsten Lieberknecht wurde heute freigestellt. Damit feierte er den letzten Sieg seiner Amtszeit ausgerechnet beim Auswärtssieg der Duisburger am 8. Spieltag bei uns. Als Nachfolger ist Michael Schiele (seinerseits zu Saisonbeginn in Würzburg entlasen) im Gespräch. Dessen Nachfolger Antwerpen wurde ja gestern auch entlassen und Ex-Löwe Bernhard Trares als neuer Trainer in Würzburg vorgestellt. Auch ohne Wiesn: Das Trainerkarussel der zweiten und dritten Liga dreht sich rasant.

Blick zur Nationalmmanschaft

Gestern durfte Jogi Löw offenbar in annehmbarer Mannschaftsstärke die DFB-Elf trainieren, nachdem vorgestern nur acht Spieler am Training teilnehmen konnten. Daraus schließen wir, dass mit Florian Neuhaus und Felix Uduokhai zwei Ex-Löwen dabei waren. Ziemlich übereinstimmend geht die Fachpresse übrigens davon aus, dass Florian Neuhaus heute Abend gegen Tschechien in der Startaufstellung stehen wird. Wieder ein schöner Qualitätsbeweis für die Ausbildung in unserem NLZ!

Das ist los an der Grünwalder Straße

Die zwei trainingsfreien Tage für Dressel und Co. sind vorüber. Am Nachmittag bittet Michi Köllner seine Mannen zum Training. Leider kann man coronabedingt weder dabei zuschauen noch vorher seinen Gaumen von Bene Lankes verwöhnen lassen. Harte Zeiten! Hoffentlich kann das Trainerteam die Mannschaft so gut auf den Auftritt in Dresden am Sonntag vorbereiten, dass wir für 2 Stunden die graue Tristesse vergessen können.