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TAKTIKTAFEL Lexikon: Die Offensive unter Michael Köllner

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Die Offensive im System von Michael Köllner

Bei Ballbesitz wird in der Offensive im System von Michael Köllner sehr stark auf den einzelnen Positionen verschoben. Ein gutes taktisches Verständnis für die sich entwickelnden Spielsituationen ist hier bei allen sich an der Offensive beteiligenden Spielern gefragt.

Je nachdem wie der Angriff aufgebaut werden soll, schiebt mindestens einer der beiden Außenverteidiger mit nach vorne. Das führt in der Frühphase eines Angriffs zu einem Sechsermittelfeld. Bei richtiger Raumaufteilung (Laufwegen) kann immer eine Überzahl geschaffen werden. Die weiteren Verschiebungen sind eine Folge des Aufrückens des/der Außenverteidiger/s.

Angriffsaufbau über einen Flügel

Wird über einen Flügel angegriffen, rückt dort der Mittelfeld-Außenspieler vom Flügel auf die Halbposition nach innen. Das ermöglicht dem nach vorne drängenden Außenverteidiger das Hinterlaufen. Der Box-to-Box Mittelfeldspieler reiht sich in der Zentrale hinter oder neben dem nach innen rückenden Flügelspieler ein. Der vertikale Spielmacher schiebt sich halbzentral oder zentral hinter den Zielspieler. Der Flügelspieler auf der schwachen (ballfernen) Seite bleibt auf seinem Flügel, um bei zu starker Verdichtung in Ballnähe einen Seitenwechsel zu ermöglichen. Der defensive Mittelfeldmann bleibt ohne Ball tief, aber vor der Defensivlinie. Das sorgt für Absicherung oder ermöglicht bei einer Unterbrechung im Spiel nach vorne einen Rückpass.

Wenn das letzte Drittel vor dem gegnerischen Tor erreicht ist, folgen weitere Verschiebungen, die dann stark vom ballführenden Spieler abhängen.

Das Vorgehen im letzten Drittel

Geht der Außenverteidiger mit Ball nach vorne, so bleibt der Millelfeldflügelspieler als inverser Außenspieler auf der Halbposition leicht hinter dem Angriff zurück. Er kann dabei als Anspielstation dienen, falls sich der nach vorne drängende Verteidiger nicht durchsetzen kann und um gleichzeitig im Falle eines Ballverlustes abzusichern.

Sowohl der Box-to-Box Spieler als auch der vertikale Spielmacher rücken weiter ins Zentrum und auf einer Linie mit dem nach innen gezogenen Außenmittelfeldspieler nach vorne. Sie bleiben aber hinter dem Ball, um mögliche Abpraller zu verwerten oder bei Ballverlust sofort abzusichern. Der Außenspieler von der anderen Seite rückt als zweiter Stürmer vorne mit ein. Das nimmt defensiven Druck der Abwehrreihe vom Zielspieler. Gegebenenfalls kann der Außenspieler sogar selbst ein Tor zu erzielen.

Bringt der Mittelfeldflügelspieler den Ball ins letzte Drittel, bleibt der Außenverteidiger auf seiner Seite weiter zurückgezogen. Er wird sich in dem Fall selten direkt am weiteren Angriff beteiligen. In dem Fall schiebt sich der zentrale Mittelfeldspieler als hängende Spitze hinter den Zielspieler und der Flügelspieler auf der schwachen Seite rückt in die Halbzentrale. Damit obliegt die Abnahme von Abprallern und Absicherung bei Ballverlust dem Box-to-Box Spieler und dem nach innen gerückten Flügelspieler auf der schwachen Seite. So entsteht bei einem Angriff über die Flügel aus dem 4-1-4-1 im Idealfall ein 3-5-2 (genauer: 3-1-4-2). Dabei rückt entweder einer der beiden Mittelfeldaußen (Flügelstürmer/Raumdeuter) oder der vertikale Spielmacher als zweite Spitze (hängende Spitze) in den Sturm mit auf.

Aus einer Flanke entsteht ein 3-4-3

Eine weitere Variante von Angriffen über den Flügel in der Offensive bei Michael Köllner ist eine frühe, lange Flanke von außen ins Zentrum auf den Zielspieler. Dieser legt dann den Ball auf einen zentralen Mittelfeldspieler zurück. In der Folge entwickelt sich dann meist ein schneller, zentraler Angriff, bei dem die beiden Mittelfeldfügel gleichzeitig nach vorne schieben sowie nach innen ziehen. Aus dem 4-1-4-1 entsteht so mit Hilfe der beiden Außenverteidiger ein 3-4-3. Der Box-to-Box Mittelfeldspieler wird dann eher auf Absicherung und Unterstützung achten. Bevor man bei möglichen Kontern hinten zu offen steht, dringt man selbst lieber nicht zu weit in Richtung gegnerischer Box vor.

Angriffe über das Zentrum

Angriffe, die über die Mitte aufgebaut werden, haben ein etwas anderes Schema im Offensive-System bei Michael Köllner. Auch hier gibt es mehrere Varianten.

Wenn die Innenverteidiger oder der defensive Mittelfeldspieler den Aufbau in der Frühphase eines Angriffs durchs Zentrum übernehmen, versuchen die Löwen mit Hilfe von gut gestaffelten Passdreiecken die gegnerische Deckung im Mittelfeld auseinanderzuziehen und so Räume für einen der beiden zentral agierenden Mittelfeldspieler zu schaffen. Schnelle Pässe über mehrere Stationen sollen die verteidigenden Spieler aus ihrer Position bringen. Das schafft Platz, in dem dann Überzahl generiert werden kann. Die einzelnen Möglichkeiten sind hier sehr vielfältig. Die wichtigste Rolle bei diesen Angriffsversuchen fällt jedoch dem defensiven Mittelfeldspieler zu. Dieser muss anhand der Staffelung der Gegenspieler früh im Angriff entscheiden, ob dieser über die linke oder rechte Zentrale geführt werden soll. Eine weitere Möglichkeit ist der lange Ball auf den Zielspieler, der das Spielgerät dann bis zum Nachrücken vom Rest der Offensive verarbeitet und halten soll. Das ist manchmal eine ebenfalls lohnende Möglichkeit.

Sobald der Ball jedoch auf der Reise in Richtung gegnerischen Strafraum ist, bleibt der defensive Mittelfeldspieler auch bei diesen Situationen zurückhängend. Im Fall des Falles kann er im Verbund mit den beiden Innenverteidigern absichern. Denn auch bei Spielaufbau über die Mitte wird sich im System von Michael Köllner mindestens ein Außenverteidiger mit in die Offensive einschalten, um Überzahl im Mittelfeld garantieren zu können.

Die Optionen für den zentralen Mittelfeldspieler

Bekommt dann im Spiel über die Zentrale einer der beiden zentralen Mittelfeldspieler das runde Leder, muss er wichtige Entscheidungen treffen. Pass zum Mitspieler, progressiver Lauf oder langer Ball?

Der Pass als Mittel der Wahl

Bleibt das Spiel im Mittelfeld zentral und kurz, schieben die Mittelfeldaußen auf den Flügeln bis zur Defensivlinie des Gegners vor und leicht nach innen, um Räume für Pässe auf die vorrückenden Außenverteidiger zu schaffen. Die Außenverteidiger schieben aber auch mit nach vorne, um den defensiven Druck des Gegners aus der Zentrale auf den Flügel sowie ins vordere Drittel, wo die Mittelfeldflügelspieler zu Außenstürmern werden, zu verlagern. Der Gegner könnte andernfalls die Flügel im Mittelfeld unbewacht lassen. Ist der Ball schließlich im letzten Drittel angekommen, begeben sich beide Mittelfeldaußen als Stürmer auf die Halbpositionen vor oder in die Box. Auch hier wird das 4-1-4-1 in der Offensive zu einem 3-4-3.

Der progressive Lauf

Lautet die Entscheidung progressiver Lauf, wird der Ballführende bei Überspielen des direkten Gegenspielers in der Zentrale einen weiteren Gegenspieler auf sich ziehen. Dadurch entstehen wieder Räume für seine Kollegen. Kommt dann im richtigen Moment der richtige Pass auf einen Mitspieler, wird meist eine Situation geschaffen, in der mindestens zwei gegnerische Spieler der Situation hinterherlaufen. Auch hier wird meist ein 3-4-3 aus den 4-1-4-1 der Löwen.

Flanke auf den Zielspieler

Entscheidet sich der Spieleröffner für den langen Ball auf den Zielspieler oder wird der Angriff durch die Mitte in den vorab beschriebenen Situationen von einer im Zentrum kompakt stehenden Mannschaft auf einen Flügel gezwungen, geht es weiter wie im Abschnitt “Angriffsaufbau über einen Flügel” erklärt wird.

Dies sind nur die grundsätzlichen taktischen Ansätze wie der TSV 1860 München sein Spiel gestaltet. Mit jedem Ballkontakt und jeder Bewegung – offensiv oder defensiv – kommen Abspielvarianten hinzu, die nicht planbar sind, sofern man nicht mit der Gabe der Hellsicht beschenkt wurde. Deshalb ist es heutzutage sehr wichtig, dass alle Spieler taktisch bestens geschult sind. In allen heute gespielten Systemen und deren verschiedenen Varianten, sind Verschiebungen auf den Positionen essenziell. Bezeichnungen wie Box-to-Box Spieler, falsche Neun, Raumdeuter oder Schattenstürmer sind eine Folge dieser Entwicklung im modernen Fußball.

Weitere Teile des TAKTIKTAFEL Lexikons:

System von Michael Köllner: das TAKTIKTAFEL Lexikon

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System Michael Köllner
Michael Köllner, Trainer des TSV 1860 München

Das System von Michael Köllner

Seit Michael Köllner im November 2019 das Traineramt beim TSV 1860 München übernommen hat, sehen wir in fast jedem Spiel ein flexibles System. Mit diesem kann  die Mannschaft auf den jeweiligen Gegner reagieren. Je nachdem welche Grundformation der Gegner aufbietet und wie der Gegner selbst in dieser Formation verschiebt, ändern die Löwen taktisch ihre eigene Formation. Damit das auch gut funktioniert, bekommen die Spieler des TSV 1860 gewisse Rollen und nehmen diese auf ihrer Position in der Grundaufstellung ein. Die genaue Kenntnis der Aufgabenverteilung im Rahmen dieser Spielerrollen hilft jedem einzelnen Akteur sowohl beim Stellungsspiel gegen den Ball als auch in Ballbesitz die richtigen Laufwege zu finden.

Die Grundformation: 4-1-4-1

Grundsätzlich haben wir es bei dem System, das diese Saison gespielt wird mit einem 4-1-4-1 zu tun. Vor einer Viererkette mit offensiv ausgerichteten Außenverteidigern steht also ein defensiver Mittelfeldspieler. Davor wird eine flache Mittelfeldviererkette und nur eine Sturmspitze aufgeboten. Das Interessante an dieser vom 51-jährigen Michael Köllner gewählten Taktik ist die hohe taktische Flexibilität, die damit erreicht wird.

Die Hauptmerkmale des 4-1-4-1

Das 4-1-4-1 ist ein im Ansatz eher defensiv ausgelegtes taktisches System. Allerdings kann es durch seine Flexibilität auch in der Offensive große Durchschlagskraft entwickeln, wenn alle Spieler die ihnen gestellten Aufgaben akribisch und konsequent angehen und umsetzen. Außer für die Innenverteidiger ist das mit viel Laufbereitschaft auf fast allen Positionen verbunden. Vor allem der Achter, manchmal auch beide zentralen Mittelfeldspieler und die beiden Außenverteidiger spulen während der 90 Minuten mehr Kilometer ab als in den meisten anderen Systemen.

Die zwei Viererketten im 4-1-4-1 ermöglichen gute Orientierung für Spieler. Das gilt vor allem für gemeinschaftliches Handeln in notwendigen Spielsituationen. Sowohl beim offensiven Verschieben als auch bei der Wiedereinreihung in die Grundformation im Spiel gegen den Ball machen sich diese guten Orientierungsmöglichkeiten positiv bemerkbar.

Im 4-1-4-1 wird andauernd die moderne Maxime verfolgt, dass immer der ballnächste Spieler Druck gegen den Ball ausübt. Hohes Pressing regiert diese Formation. In der Offensive beruht eine Stärke des Systems von Michael Köllner in der Flexibilität durch Verschiebungen in den Ketten, um auf verschiedene Systeme umzustellen. Da das Spiel im 4-1-4-1 die Flügelverteidiger stark ins Offensivspiel mit einbezieht, besteht allerdings immer die Gefahr, bei Ballverlust auf den Flügeln zu offen zu sein.

Die Spielerpositionen und Rollen im System von Michael Köllner

Um maximal effektiv zu sein bekommen die Spieler vom Trainer gewisse Rollen/Aufgaben zugeteilt, die sie auf ihren jeweiligen Positionen einnehmen sollen.

  • Torwart
  • Linker, offensiver Verteidiger
  • zwei Innenverteidiger (2 ballspielende Verteidiger oder ein ballspielender Verteidiger und ein destruktiver Innenverteidiger)
  • Rechter, offensiver Verteidiger
  • defensiver Mittelfeldspieler
  • linker Mittelfeldspieler
  • zwei zentrale Mittelfeldspieler (Box-to-Box Mittelfeldspieler, vertikaler Spielmacher)
  • rechter Mittelfeldspieler
  • Stürmer (Zielspieler)

Die grundsätzliche Einleitung habe ich hiermit abgeschlossen und es folgen die weiteren Teile:

Alle Beiträge dieser Serie sind als eine Art Nachschlagewerk gedacht und verlinken wir in unserer neu angelegten Rubrik Taktiktafel.

 

TAKTIKTAFEL Lexikon, die Spielerrollen im Sturm bei Michael Köllner

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Der Sturm bei der Taktik von Michael Köllner

Im Folgenden erkläre ich, wer beim TSV 1860 welche Position einnimmt bzw. wer welche Rolle auf der jeweiligen Position einnehmen kann und was die Merkmale dieser Rollen sind. Je nach Aufgabenstellung, die gegnerabhängig sind, gehen diese Rollen für eine Position fließend ineinander über. Dieser Artikel behandelt den Sturm, der primär natürlich Tore erzielen soll – auch bei Michael Köllner.

Mittelstürmer

Der Mittelstürmer spielt zentral vor dem gegnerischen Tor und hat vor allem das Ziel Tore zu erzielen. Kopfballstärke, Treffsicherheit, gute Technik und ein gewisses Maß an Grundschnelligkeit sind für diese Position immer gefragt.

Zielspieler

Der Zielspieler ist ein vielseitiger Stürmertyp, der nicht nur für das Toreschießen, sondern vor allem für die Ballkontrolle in der Spitze sorgen soll. Er ist einer der mannschaftsdienlichsten Stürmer. In Systemen, die auf einer schnellen Überbrückung des Mittelfelds basieren, ist er der Spieler, der aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit die Bälle festmacht und dann auf die nachrückenden Mittelfeldspieler ablegt. Anschließend bringt er sich selbst im Strafraum in Position. Funktioniert dies wie gedacht und er bekommt den Ball dann in der Spitze, soll er natürlich auch Tore erzielen. Unser Sascha Mölders ist der Prototyp des Zielspielers. Die Angriffe, bei denen er sowohl im Mittelfeld als auch im Strafraum zu Ballkontakten kommt, sind seit Michael Köllner die Löwen trainiert Lehrbuchszenen, wie man diese Rolle interpretieren muss. Auch Biankadi und möglicherweise Matthew Durrans könnten diese Rolle einnehmen.

Hängende Spitze

Wenn ein Spieler als hängende Spitze agiert, ist er das Verbindungsglied zwischen Mittelfeld und Sturm. Er kommt vor allem in Systemen mit Doppelspitze zum Einsatz, wenn kein echter offensiver Mittelfeldspieler aufgeboten wird. Er spielt also hinter der eigentlichen Sturmspitze und versucht unter anderem seinen Partner mit Bällen zu füttern. Zusätzlich zu den Grundvoraussetzungen der Stürmer sollte er also über ein gutes Passspiel und Dribbelstärke verfügen. Auch ein schneller Antritt ist von Vorteil, wenn das taktische Konzept diese Rolle für einen Stürmer vorsieht.

Im System Michael Köllner rückt der vertikale Spielmacher in gewissen Situationen in diese Position. Generell könnten Lex, Greilinger, Knöferl, Neudecker und Durrans als hängende Spitze spielen. Bei Sechzig wurde diese Rolle bisher allerdings nur aufgrund von Verschiebungen im Offensivspiel besetzt.

3.2. Außenstürmer

In der Grundformation kommt das System Köllner ohne Außenstürmer aus. Je nach Spielzug entwickeln sich aber Situationen auf dem Spielfeld, in denen die Mittelfeldaußenspieler zu Außenstürmern werden. Diese Situationen werden in den anderen Teilen des TAKTIKTAFEL-Lexikons erklärt.

Bei Systemen mit einer Dreierreihe im Sturm spielen neben einem Mittelstürmer zwei Außenstürmer, die sich mit ihren Qualitäten in den Angriff miteinbringen. Dabei wird immer der Außenstürmer auf der schwachen (ballfernen) Seite mit ins Zentrum einrücken um mehr Penetration zum Tor zu generieren und auch den defensiven Druck vom Mittelstürmer zu nehmen. Das verlangt von den Spielern, die als Außenstürmer eingesetzt werden, eine große Vielfältigkeit bezüglich des Anforderungsprofils. Sie müssen die Qualitäten eines Mittelfeldaußenspielers und eines Mittelstürmers vereinen, um wirklich effektiv sein zu können. Fabian Greilinger, Stefan Lex, Erik Tallig, Johann (Hansi) Djayo, Lorenz Knöferl und Neuzugang Merveille Biankadi sind die Spieler, die in den in anderen Teilen des TAKTIKTAFEL-Lexikons beschriebenen Situationen zu Außenstürmern werden.

3.2.1 Flügelstürmer

Der klassische Flügelstürmer ist sowohl Vorbereiter als auch Vollstrecker. Bei Angriffen über seine Seite wird er gesucht, um entweder Flanken in die Box zu bringen oder den Ball mittels Pass auf einen weiter im Zentrum agierenden Spieler weiterzuleiten. Die Rolle, die er tatsächlich einnimmt, hängt stark vom System ab. Im 4-3-3 wird er sich die Bälle oft schon im Mittelfeld holen und mit dem Außenverteidiger ein Flügelduo bilden. Diese unterstützen sich gegenseitig, um möglichst unberechenbar zu bleiben und sich bei den Flanken abzuwechseln. Beim 3-4-3 rückt er situationsbedingt auf die Halbposition im Sturm, um für den Flügelspieler im Mittelfeld genug Platz zu lassen. Dann wird mit Dribblings versucht, selbst in die Box zu gehen oder mit Pässen seine Sturmkollegen zu bedienen.

Bei Angriffen, die nicht über seine Seite laufen, rückt er wie oben erwähnt als zweite Sturmspitze ins Zentrum und versucht seine Torjägerqualitäten einzubringen. In der Arbeit gegen den Ball wird er in den meisten Systemen hauptsächlich im Forechecking frühe Pressingaufgaben nach Ballverlusten übernehmen. Es gibt jedoch auch taktische Ansätze wo sich ein Flügelstürmer weiter zurückfallen lassen muss und wie ein äußerer Mittelfeldspieler verteidigt.

3.2.2 Inverser Außenstürmer

Wie beim inversen Flügelspieler liegt seine Stärke darin das Spiel über seine Seite mehr in der Horizontalen und Diagonalen, anstatt wie sonst bei Außenspielern üblich in der vertikalen Bewegung zu gestalten. Im Zusammenspiel mit offensiv ausgerichteten Außenverteidigern gelingt es oft durch diese horizontal oder diagonal angelegten Läufe viel Raum zu generieren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Zuordnungen in der defensiven Zentrale nicht mehr stimmen. Sowohl im 4-3-3 als auch im 3-4-3 kann er sinnvoll eingesetzt werden. Die Defensivaufgaben sind die Gleichen wie beim Flügelstürmer.

3.2.3 Raumdeuter

Der Raumdeuter ist der einzige Flügelspieler, bei dem Schnelligkeit nicht das A und O seiner Daseinsberechtigung darstellt. Sie trotzdem zu besitzen, schadet der Rolle allerdings nicht. Er lebt viel mehr davon intelligent in die Räume einzudringen, die seine Mitspieler für ihn schaffen. Einfache Pässe und unauffälliges Spiel hinterlassen bei seinen Gegenspielern und noch stärker bei den Zuschauern im Stadion häufig den Eindruck, der Raumdeuter hätte einen schlechten Tag oder wäre auf der falschen Position aufgestellt. Wenn er dann aufgrund seiner hohen Spielintelligenz und hohen Mobilität in entscheidenden Momenten plötzlich und unerwartet dort auftaucht wo ihn niemand erwartet um einen Angriff, sei es durch eine Vorlage oder einen Torschuss, zum Abschluss zu bringen, hat er sein Soll erfüllt.

Er braucht weder besondere Schnelligkeit noch eine gute Technik um seine Aufgabe zu meistern. Hohe Spielintelligenz, Pass- und Treffsicherheit sind für diesen Sonderling unter den Außenspielern wichtig. Gegen den Ball arbeitet auch er wie alle anderen Außenpieler vornehmlich durch die Wahrnehmung von Pressingaufgaben aber gerade wegen seiner hohen Mobilität kann er auch weiter hinten defensive Aufgaben übernehmen, wenn es die taktische Marschroute so vorgibt.

Mit der Ankunft von Merveille Biankadi hat der TSV 1860 einen Spieler bekommen, der auch diese Rolle einnehmen könnte. Im Spiel gegen den Fußballclub aus Harlaching wirkte es manchmal so, als interpretierte Biankadi seine Rolle im System als Raumdeuter.

Weitere Teile des TAKTIKTAFEL Lexikons:

System Michael Köllner: die Spielerrollen im Mittelfeld beim TSV 1860

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
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Das Mittelfeld beim System von Michael Köllner

Im Folgenden erkläre ich, wer beim TSV 1860 welche Position einnimmt bzw. wer welche Rolle auf der jeweiligen Position einnehmen kann und was die Merkmale dieser Rollen sind. Je nach Aufgabenstellung, die gegnerabhängig sind, gehen diese Rollen für eine Position fließend ineinander über. Dieser Text beschäftigt sich mit dem Mittelfeld und wie Michael Köllner in seinem System dort spielen lässt.

Positionen und Rollen

Defensiver Mittelfeldspieler

Defensive Mittelfeldspieler sollen Angriffe bereits im Mittelfeld abwehren, den Ball in den eigenen Reihen halten können und nach Ballbesitzwechsel selbst Angriffe einleiten. Das Anforderungsprofil an einen defensiven Mittelfeldspieler kann je nach Rolle stark variieren. Gutes Stellungsspiel, gutes Passspiel, Kopfballstärke, gutes defensives Zweikampfverhalten und eine gute Ausdauer sind jedoch für diese Position wichtig. Daniel Wein, Quirin Moll und Dennis Erdmann sind die Protagonisten in diesem Mannschaftsteil. Marco Mannhardt steht als zusätzliche Option im defensiven Mittelfeld zur Verfügung. Bis jetzt ist er allerdings ohne Einsatz in der ersten Mannschaft.

Zurückgezogener Spielmacher

Der zurückgezogene Spielmacher ist ein defensiver Kreativspieler, der bei Ballbesitz die komplette eigene Offensive vor sich hat. Mit seiner guten Antizipation für sich entwickelnde Situationen leitet er die schnellen Angriffe der eigenen Mannschaft meist mit mittellangen Pässen (20 – 30 Meter) ein. Er bleibt ohne Ball eher tief, sodass er bei Ballverlust der eigenen Mannschaft zügig defensive Stabilität herstellen kann. Trotzdem genießt er gewisse Freiheiten, um zu improvisieren. In dem Fall wird für ihn ein anderer Kollege (beim TSV 1860 der Box-to-Box Spieler) aus dem Mittelfeld die Defensive absichern. Gegen den Ball spielt er im System Köllner dennoch eher mannorientiert, da die Raumdeckung im defensiven Mittelfeld der Box-to-Box Spieler übernehmen soll. Seine Spielweise eignet sich besonders für Systeme auf schnelle Überbrückung des Mittelfelds setzen. Sowohl Moll als auch Wein können diese Rolle einnehmen.

Ballerobernder Mittelfeldspieler

Der Abfangjäger oder auch Staubsauger genannte ballerobernde Mittelfeldspieler ist eine Rolle im defensiven Mittelfeld, für die eine überdurchschnittliche Kondition, hohe Grundschnelligkeit und schneller Antritt gepaart mit gutem defensivem Zweikampfvermögen unabdinglich sind. Er ist ein unangenehmer Spieler, der immer auf den ballführenden Spieler im Zentrum „drauf geht“. Hemmungen im Zweikampfverhalten sind ihm fremd. Er tackelt bei jeder Gelegenheit.

In Umschaltsituationen kann er aber je nach Aufgabenstellung auch den Weg mit nach vorne antreten, um sich entweder als Passempfänger anzubieten oder sich bietende freie Räume für tiefe Läufe mit Ball auszunutzen. Schüsse aus der zweiten Reihe und Pässe in die Schnittstelle gehören auch zu seinem Repertoire. In den meisten Fällen wird er aber tiefer stehen, um für Kompaktheit vor der eigenen Box zu sorgen. In der Spieleröffnung ist von einem Spieler in dieser Rolle nicht viel Kreativität zu erwarten. Kurze Pässe auf einen kreativeren Mitspieler sind hier das Mittel der Wahl. Zusätzlich zu Moll und Wein kann hier Dennis Erdmann eingesetzt werden.

Zentraler Mittelfeldspieler

Die Spieler im Zentralen Mittelfeld sollen einerseits Chancen vorbereiten, andererseits auch mit nach hinten arbeiten. Gute Technik, Spielintelligenz, Antizipation, gutes Passspiel, hohe Ausdauer und kraftvolle Schüsse sollten alle Spieler die im zentralen Mittelfeld agieren im Repertoire haben. Im modernen Fußball ist es jedoch zwingend notwendig, dass auch die kreativeren Spieler gewisse defensive stärken vorweisen konnen. Dennis Dressel, Erik Tallig und Richard Neudecker sind auf den zentralen Mittelfeldpositionen bisher eingesetzt worden. Aber auch Allrounder Wein oder Moll und sogar Merveille Biankadi könnten, wenn die Spielerdecke dünn würde, hier zum Einsatz kommen.

Box-to-Box Mittelfeldspieler

Der Box-to-Box Mittelfeldspieler ist der Dauerläufer im Mittelfeld, er übernimmt sowohl defensive als auch offensive Aufgaben. Gegen den Ball wird er oft den defensiven Mittelfeldspieler unterstützen und für ihn nach Ballgewinn erste Anspielstation für den Aufbau im Positionsspiel sein. Offensiv hat er viele Freiheiten. Vom Anforderungsprofil her ist er ein eher robuster Spieler, der über einen mächtigen Huf verfügt und nicht unbedingt ein filigraner Techniker, der Abwehrreihen schwindlig spielt. Hohe Ausdauerwerte und gutes Passspiel vervollständigen sein Portfolio. Dennis Dressel ist das Paradebeispiel für diese Rolle. Aber auch Erik Tallig hat diese Rolle schon einige Male eingenommen.

In dem System, das Michael Köllner unsere Mannschaft spielen lässt, ist der Box-to-Box Spieler eine Schlüsselposition. Vor allem gegen den Ball steht und fällt mit der aufgabengetreuen Ausfüllung dieser Rolle die defensive Performance der gesamten Mannschaft.

Vertikaler Spielmacher

Der vertikale Spielmacher, auch wandernder Spielmacher oder Einfädler genannt, ist ein immer präsenter Verbindungsspieler, der überall auf dem Spielfeld auftauchen kann. Der überholte Begriff des Spielmachers ist hier allerdings nicht wirklich zutreffend. Einfädler passt so wie das Spiel von den Löwen interpretiert wird wohl am Besten. Denn er ist der Spieler der oft den letzten oder vorletzten Pass vor dem Torerfolg spielen soll. Er fädelt sozusagen die Chance ein. Stärke beim Dribbling und bei offensiven Laufduellen, Sicherheit bei der Ballannahme, ein gutes Auge für die Mitspieler und nicht zuletzt überragende Fähigkeiten beim Passspiel sind die für diese Rolle nötigen Attribute. Eine gewisse defensive Bissigkeit schadet im modernen Fußball allerdings auch den kreativen Spielern auf dem Platz nicht.

Er kann in jedem System eine taktische Variante auf einer zentralen oder halbzentralen Mittelfeldposition sein. Im System von Michael Köllner spielen die Spieler, die für diese Rolle eingeteilt sind, in der Grundformation rechts im Halbfeld. Hauptsächlich Richard Neudecker, aber auch Erik Tallig, durfte in den ersten neunzehn Spielen sein Können als Einfädler unter Beweis stellen.

Mittelfeldflügelspieler

Mannschaftsdienlich, offensive sowie defensive Aufgaben, Dribblings, Doppelpässe, kreative Ideen und vor allem das Füttern der Stürmer mit Flanken oder Diagonalpässen in die Box sind die Aufgaben der Spieler auf den Flügeln im Mittelfeld. Schneller Antritt, hohe Grundschnelligkeit, gute Technik, Dribbelstärke, Flankengenauigkeit, gutes Passspiel und Übersicht gehören zu den Attributen für die meisten Rollen, die Spieler dort einnehmen können. Fabian Greilinger, Stefan Lex, Erik Tallig, Johann (Hansi) Djayo, Lorenz Knöferl und Neuzugang Merveille Biankadi, aber auch die Abwehrspieler Leon Klassen und Marius Willsch können auf diese Position gestellt werden.

Äußerer Mittelfeldspieler

Die Rolle des äußeren Mittelfeldspielers ist vor allem von Mannschaftsdienlichkeit geprägt. Als Verbindungsspieler bei komplexen Ballstafetten hilft er, den Ball über seine Seite nach vorne zu bringen. Je nachdem wie die taktischen Anweisungen für das Spiel für ihn sind, reichen seine Aufgaben vom etwas tiefer angelegten Absichern seiner Seite gegen einen offensiv besonders starken Gegenspieler bis hin zu der möglichen totalen Offensive, in der er bis ins letzte Drittel mit aufrückt und versucht als diagonal einlaufender Außenspieler selbst den Abschluss zu suchen. Jeder der Flügelspieler im Kader kann auf seiner starken Seite diese Position einnehmen. Biankadi und Djayo sind auf beiden Seiten einsetzbar.

Inverser Flügelspieler

Defensiv mit den gleichen Aufgaben wie der äußere Mittelfeldspieler betraut wird der inverse Flügelspieler bei Ballbesitz im Spiel mit offensiv ausgerichteten Außenverteidigern im Mittelfeld für Überzahl in der Breite zu sorgen. Meist ist er ein Spieler, der auf der falschen Seite spielt. Also ein Linksfuß auf rechts und vice versa. Je nach taktischer Anweisung zieht er bei Angriffen früher oder später von der Außenbahn diagonal Richtung Zentrum, um entweder bei Aktionen durch die Mitte als zusätzliche Anspielstation zu dienen oder direkt die Abwehrkette anzulaufen und so für Zuordungsfehler zu sorgen.

Als ballführender Spieler bedient er aus der Halbposition heraus nach eigenem Ermessen entweder die hinterlaufenden Flügelverteidiger, die dann per Flanke in den Strafraum die Stürmer einzusetzen versuchen oder er sucht selbst den Weg über das Zentrum, um entweder zu schießen oder einen Stürmer anzuspielen. Passgenauigkeit, Übersicht und Dribbelstärke müssen zu den Fähigkeiten eines Spielers zählen, damit er in dieser Rolle glänzen kann. Auch diese Rolle kann jeder der oben genannten Spieler einnehmen.

Weitere Teile des TAKTIKTAFEL Lexikons:

Sechzig um Sieben: Taktiktafel, Groundhopping und der 20. Spieltag

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TSV 1860 München Sechzgerstadion

Servus, Löwenfans! Guten Morgen, Fans von Sechzig München!

Auch am Wochenende werden Frühaufsteher bei sechzger.de belohnt. Die Nachrichten des vergangenen Tages gibt es kurz und knackig, außerdem eine Aussicht auf den heutigen Tag – jetzt in Sechzig um Sieben.

Staude zu Sechzig München?

Nein, die Geschäftsstelle möchte keine weiteren Pflanzen verpflichten. Vielmehr geht es bei den aktuellen Meldungen um einen 23-jährigen Stürmer. Ob an den aktuellen Transfer-Gerüchten (z.B. liga3-online und Transfermarkt) etwas dran ist, werden wir wohl in den nächsten Tagen erfahren.

TAKTIKTAFEL

Der kommende Gegner hat die Ehre, in dieser Saison als erster zwei Mal in der TAKTIKTAFEL analysiert zu werden. Während im Hinspiel die Einschätzungen aufgrund der neuen Saison schwierig waren, konnte man sich mittlerweile in 19 Partien ein Bild vom SVM machen. Am späten Vormittag gibt es Bernd Winningers Analyse zum SV Meppen.

Den Anfang unserer Berichterstattung rund um das Meppen-Spiel hatten gestern bereits die Expertentipps und der Bericht aus der PK gemacht.

Groundhopping bei 1860

Vor ein paar Tagen starteten wir eine neue Serie bei sechzger.de. Löwenfan Stefan M. ist so freundlich und erzählt uns immer wieder Geschichten aus seinen zahlreichen Reisen rund um die Welt. Der Fußball ist dabei natürlich ein essentieller Bestandteil. In Teil 1 ging es nach Bukarest. Wohin uns die Reise heute führt, erfahrt ihr später bei sechzger.de.

Training

Das Abschlusstraining für das morgige Spiel steht an. Michael Köllner bittet zur Einheit an der Grünwalder Straße und wird der Mannschaft den letzten Feinschliff verpassen. Eventuell entscheidet sich ja auch, wer in der Startelf stehen darf. Dressel oder Wein? Lex oder Greilinger? Wir sind gespannt!

Der 20.Spieltag

Den Auftakt bildete die Partie Türkgücü gegen Bayern II. Während das Ergebnis für uns Löwen akzeptabel ist, gilt dies für den Rasen im Sechzgerstadion so langsam nicht mehr. Die Überbelastung bei kalten Temperaturen macht sich bemerkbar. Wir hoffen, dass die Qualität am Sonntag für ein ordentliches Fußballspiel ausreicht. Übrigens nutzten die Gastgeber direkt die neugeschaffene Regelung zu Wechseln. Insgesamt vier Mal wurden Spieler ausgewechselt. Etwas kurios: der erst zur Halbzeit eingewechselte Kircicek wurde in der 73.Minute bereits schon wieder ausgewechselt.

Am heutigen Samstag stehen weitere Partien auf dem Programm. Einen kurzen Überblick über die Ergebnisse könnt ihr kurz nach Abpfiff hier bei sechzger.de lesen. Die Partien lauten:

Duisburg – Rostock
Haching – Zwickau
Halle – Magdeburg
Dresden – Lautern
Köln – Mannheim
Verl – Wiesbaden

Aktuell ist der laufende Spieltag noch von keiner Absage betroffen. Das könnte sich allerdings bald ändern, denn der KFC Uerdingen hat aufgrund ausstehender Zahlungen ein Hausverbot für das Stadion in Düsseldorf bekommen. Während der Verein sich als Opfer in der Angelegenheit sieht, wäre das Spiel aller Voraussicht nach wegen positiven Corona-Tests sowieso nicht angepfiffen worden.

 

3. Liga am Freitag Abend: Türkgücü München gegen FC Bayern II

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Freitag Abend, Sechzgerstadion, Türkgücü München gegen den FC Bayern II – irgendwie klingt das falsch, oder? Zum Auftakt des 20. Spieltags hatte der Aufsteiger die Möglichkeit, mit einem Sieg an den Löwen und den Schanzern vorbei auf Platz 2 der Tabelle zu springen.

Giesinger Sandkasten

Die Platzverhältnisse im Grünwalder Stadion sind inzwischen leider ziemlich desaströs. Nach mittlerweile bereits 25 Partien in dieser Saison schaut das an manchen Stellen mehr nach Beach-Soccer aus als nach Fußball. Vielleicht sollte man seitens der Stadt nochmal darüber nachdenken, den FC Bayern daran zu erinnern, dass man in Fröttmaning über eine eigene Spielstätte verfügt, die auch die zweite Mannschaft nutzen könnte.

Neuzugänge in der Startelf

Mit Sebastian Maier und Lucas Röser kamen die beiden unter der Woche verpflichteten Neuzugänge direkt von Anfang an zum Einsatz. Ex-Löwe Aaron Berzel hingegen fehlte diesmal aufgrund seiner 10.(!) gelben Karte. Für den frisch gebackenen Vater sicherlich eine verschmerzbare Sperre. Der Sohnemann heißt übrigens Nael – die französische Form des arabischen Namens Nail – welcher übersetzt „Sohn des Löwen“ bedeutet …

Beim FC Bayern II saß Fiete Arp (Ablöse und Gehalt im Millionenbereich) einmal mehr nur auf der Bank, für ihn stürmte Lenn Jastremski, der am vergangenen Wochenende zweimal beim Halleschen FC eingenetzt hatte.

Sliskovic vergibt freistehend

25 Minuten lang passierte trotz optischer Überlegenheit des FCB offensiv erstaunlich wenig, dann aber bot sich Türkgücü die hundertprozentige Chance zum 1:0. Röser setzte sich im Mittelfeld arg robust gegen Lawrence ein (man könnte es auch “Foul” nennen…), Sararer steuerte auf den Kasten zu und legte quer auf Sliskovic, jedoch aus wenigen Metern völlig freistehend verzog. So einen lässt der Stürmer selten liegen. Die kleinen Bayern agierten insgesamt zu wenig zwingend, sodass es bis zur Pause beim torlosen Remis blieb.

Keine zündende Ideen

Nach der Pause agierte Türkgücü zu Beginn etwas giftiger und presste früher, die erste Chance bot sich jedoch dem FCB II. Im Anschluss an eine Ecke kam Scott von der Strafraumlinie zum Schuss und scheiterte am hervorragend reagierenden Vollath. Danach das gewohnte Bild: Die kleinen Bayern kontrollierten das Geschehen bis zum Sechzehner, der letzte Pass aber mißlang konsequent. Beim Investorenclub hingegen wurde einmal mehr deutlich, wie sehr man in der Offensive von Sercan Sararer abhängig ist. Schaltet der Gegner ihn aus, geht bei Türkgücü arg wenig. Defensiv stand der Aufsteiger aber größtenteils sicher – in den letzten fünf Spielen stand hinten nicht umsonst viermal die Null. Auch diesmal hielt der Abwehrriegel und so hieß es nach 90 Minuten in Giesing 0:0. Einziger Verlierer des Abends blieb also der Rasen des Grünwalder Stadions…

Sechzig@18:60 – Neuigkeiten & Gerüchte rund um 1860 und die 3. Liga

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Endlich Freitag, endlich wieder Fußball in der 3. Liga und zudem alle Neuigkeiten des Tages (Löwenrunde, Transfers, Gerüchte etc.) vom TSV 1860 und aus Liga 3 kompakt zusammengefasst. Das ist 18:60 und das geht so:

Löwenrunde

Wie gewohnt fand auch an diesem Freitag die Löwenrunde mit Günther Gorenzel und Trainer Michael Köllner statt. Natürlich drehte sich viel um Quirin Moll und dessen schwere Verletzung, aber auch die kommende Partie gegen den SV Meppen wurde bereits angesprochen. Morgen folgt unsere allseits beliebte Rubrik TAKTIKTAFEL und am Sonntag werden wir natürlich wieder live aus dem Sechzgerstadion tickern.

Expertentipps

Maximilian Deisenhofer (Landtagsabgeordneter der Grünen) und Nicklas Shipnoski sind sich bei ihren Tipps einig. Neugierig? Dann klick hier!

Keanu Staude zu 1860?

Nachdem der Münchner Merkur unter der Woche mal wieder Tim Rieder ins Spiel gebracht hatte, berichtet liga3-online heute von einem angeblichen Interesse des TSV 1860 an Keanu Staude. Der 23-Jährige war zuletzt für die Würzburger Kickers am Ball, ist jedoch seit Oktober auf Vereinssuche und wäre ablösefrei zu haben. Da er auf den offensiven Flügeln zuhause ist, ist doch sehr fraglich, ob die Löwen auf dieser Position Bedarf haben. Mit Merveille Biankadi wurde ja bereits ein Offensivspieler verpflichtet, der in seinen ersten beiden Einsätzen (ein Tor, eine Vorlage) zu überzeugen wusste.

3. Liga: Transfers & Gerüchte

Der MSV Duisburg hat sich mit Mittelfeldspieler Marlon Frey vom SV Sandhausen verstärkt. Zudem besteht Interesse an Verteidiger Stefan Velkov, der seinen Vertrag beim KFC Uerdingen aufgelöst hat.

Beim VfB Lübeck stellt sich unterdessen Cyrill Akono vom FSV Mainz 05 im Probetraining vor. Nachdem die Norddeutschen kürzlich eine Finanzlücke schließen konnten, bekamen sie grünes Licht, um auf dem Transfermarkt tätig werden zu können.

Marktwert: Neudecker wertvollster Löwe

Geht es nach transfermarkt.de, ist Mittelfeldspieler Richy Neudecker derzeit der wertvollste Löwen-Akteur. Sein Wert wird in der neuesten Berechnung mit 475.000 € taxiert. Auf Rang 2 beim TSV 1860 folgt demnach Dennis Dressel (400.000 €) vor Stephan Salger, Merveille Biankadi und Erik Tallig (je 350.000 €).

Erwartungsgemäß wird die Liste von einigen Jungprofis aus der Seitenstraße angeführt, wertvollster Nicht-Roter ist Torwart Nico Mantl von der SpVgg Unterhaching (1,3 Mio. €).

20. Spieltag der 3. Liga

Bereits heute wird der 20. Spieltag eingeläutet: Im Grünwalder Stadion empfängt Türkgücü München den FC Bayern II. Bei so viel Sympathie für die Kontrahenten kann man eigentlich nur hoffen, dass der Rasen nicht zu sehr in Meitleidenschaft gezogen wird. Einen Spielbericht findet Ihr kurz nach dem Abpfiff auf sechzger.de!

Apropos Platzverhältnisse: Der 1. FC Saarbrücken wird den VfB Lübeck am Sonntag am Bornheimer Hang in Frankfurt empfangen, weil im heimischen Ludwigsparkstadion nicht gekickt werden kann. Ob die Partie Partie KFC Uerdingen gegen FC Ingolstadt 04 (ebenfalls am Sonntag) stattfinden kann, steht aufgrund einiger Corona-Fälle bei den Rheinländern noch nicht fest. Zudem konnten die Krefelder einmal mehr die Stadionmiete in Höhe von 174.000 € nicht (rechtzeitig) zahlen. Der Arenabetreiber schloss den KFC nun aus. Da man nicht davon ausgehen kann, dass Uerdingen bis Sonntag eine Ersatzspielstätte präsentieren kann, dürfte das Match wohl ausfallen.

Die LÖWENRUNDE vor dem Spiel gegen den SV Meppen

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Mit zwei Siegen ist der TSV 1860 in das Kalenderjahr gestartet und nachdem auch die kleine herbstliche Periode, in der das Team mal nicht von Sieg zu Sieg eilte, im Jahresfinale 2020 überwunden wurde, herrscht sportlich weitgehend eitel Sonnenschein an der Grünwalder Straße. Hinzu kommen positive Nachrichten, wie die – für Löwenverhältnisse direkt geräuschlos vollzogene – Vertragsverlängerung mit Geschäftsführer Günter Gorenzel in dieser Woche. Und doch stand in der nachmittaglichen Zoom-Pressekonferenz ein trauriges Thema im Fokus: Die Kreuzbandverletzung von Quirin Moll. In seinem Eingangsstatement bat Günter Gorenzel um Verständnis, dass man sich zum Therapieverlauf, für den sich der Spieler “in den nächsten Tagen” entscheiden wird und auch zu vertraglichen Details (der Kontrakt von Moll läuft ja zum Saisonende aus) nicht äußern werde. “Wir haben Quirin klar signalisiert, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten natürlich auch über den Sommer hinaus eine Lösung mit ihm suchen werden.”

Coach Michael Köllner bezeichnete die Verletzung seiner Nummer 5 als “harte Geschichte“, stellte aber auch klar, dass so etwas “so blöd das klingt, zum Profifußball dazu gehört und immer passieren kann.” Als aktuellen Ersatz für Moll auf dem Feld sieht Michael Köllner nicht weniger als sechs bis sieben Alternativen. Die beiden naheliegendsten und wahrscheinlichsten sind dem Trainer zufolge Daniel Wein und Dennis Erdmann. Auch Sami Belkahia kann “eine Position weiter vorne spielen.” Die Namen Tallig, Dressel und Neudecker fielen in diesem Zusammenhang ebenso, wie jener von Marco Mannhardt, den Köllner als “backup auf genau dieser Position” bezeichnete. Auf die direkte Frage von sechzger.de, ob also das nächste Profidebüt eines Junglöwen unmittelbar bevorstehe, ließ sich Köllner aber nicht in die Karten schauen. Mannhardt stand in der laufenden Saison sechmal im Kader, zuletzt beim 5:0 gegen Waldhof Mannheim. Ob dies auch am Sonntag der Fall sein wird, ließ der 51jährige offen. Einmal mehr wurde in dieser PK aber deutlich: Wer dem Löwenkader die ausreichende Breite abspricht, erntet dafür inzwischen maximal ein mildes Lächeln der Verantwortlichen. Zurecht.

Vor dem kommenden Gegner SV Meppen warnte Michael Köllner in gewohnt respektvoller Manier. Er sieht in den Emsländern eine “fußballerisch starke Mannschaft“, die zwar einen schlechten Saisonstart hingelegt hat (inklusive dem Auftakt gegen unsere Löwen), sich dann aber im Herbst stabiliseren konnte und im Jahresfinale nicht nur gegen das eine oder andere Schwergewicht der Liga siegte, sondern dabei auch häufig ohne Gegentor blieb. Unterschätzen sollte man den aktuell 14. in der Tabelle auf keinen Fall.

Die komplette LÖWENRUNDE, die heute bereits nach zwanzig Minuten absolviert war, wird vom TSV 1860 im Laufe des Nachmittags auf Löwen-TV bereit gestellt. Reinhören lohnt sich wie immer!

PK aktuell: Köllner telefoniert mit Moll +++ …und ist froh, dass die Löwengrube-App wieder online ist

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Die Verletzung von Quirin Moll aus dem Montagsspiel gegen Ingolstadt war in der heutigen LÖWENRUNDE naturgemäß ein wichtiges Thema. Michael Köllner verriet, dass er gestern Abend mit dem Geburtstagskind und Unglücksraben länger telefoniert hat, um seinen Schützling aufzurichten. Dass sich der Löwendompteur im Alltag mit der App “Löwengrube” über die Berichterstattung rund um seinen Arbeitgeber informiert, verriet Köllner ebenfalls. Und er ist sehr froh, dass die App wieder online ist, nachdem sie ein paar Tage lang nicht funktionierte, wie der eine oder andere Fan auch schon festgestellt hatte.

20. Spieltag: Expertentipps mit Maximilian Deisenhofer & Nicklas Shipnoski

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Deisenhofer Maximilian
Bild: Fraktion B90/Die Grünen

Bereits seit seinem 8. Lebensjahr ist der Politiker Maximilian Deisenhofer Fan des TSV 1860 und tippt heute zusammen mit Nicklas Shipnoski (1. FC Saarbrücken) den 20. Spieltag der 3.Liga.

Liebe zum Handball und Fußball

Zum Fußball und den Löwen kam Maximilian Deisenhofer einst “als kleiner Bub an Vaters Hand”. Sein erstes Spiel war dann auch direkt ein Derby im Jahr 1995. Seine sportliche Heimat fand er jedoch beim Handball und war 20 Jahre beim TSV Niederraunau (u.a. auch in der Landesliga und Bayernliga) aktiv. Im Jahr 2018 wurde er für die Grünen zum Abgeordneten des Landtages gewählt und bekleidet dort aktuell die Positions des Sportpolitischen Sprechers der GRÜNEN Landtagsfraktion. Gerade in Zeiten von Corona steht Deisenhofer in ständigem Austausch mit der Basis und hat in den vergangenen Monaten schon etliche Vereine besucht. Die aktuelle Situation stellt die Clubs aller Sportarten vor völlig neue Herausforderungen und Probleme.

Als langjähriger Löwenfan und Dauerkarten-Inhaber ist Deisenhofer natürlich sehr zufrieden mit den jüngsten Entwicklungen beim TSV 1860 und ist auch für Sonntag optimistisch. Er tippt auf einen 3:1-Heimsieg im Sechzgerstadion.

Löwenschreck Shipnoski

Mit dem TSV 1860 verbindet Nicklas Shipnoski vermutlich hauptsächlich positive Gedanken. Bereits im September 2018 erzielte er beim 2:1-Auswärtssieg seines damaligen Vereins SV Wehen Wiesbaden beide Tore in Giesing. Nach seinem Wechsel zum 1. FC Saarbrücken im vergangenen Sommer war er im Oktober 2020 erneut im Sechzgerstadion zu Gast und auch diesmal ging seine Mannschaft als Sieger vom Feld. Shipnoski blieb dabei zwar ohne Torerfolg, spielt aber eine klasse Saison. Mit neun Toren und sechs Vorlagen ist er aktuell der viertbeste Scorer der 3. Liga. Auch er sieht die Löwen gegen den SV Meppen als Favorit und sagt einen 3:1-Sieg für Sechzig voraus.

Bild: Fraktion B90/Die Grünen