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Sechzig um Sieben: SC Verl – TSV 1860 München

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Sollte jemand behaupten, der TSV 1860 träfe heute Abend um 18.60 Uhr zum ersten Mal in seiner langen und wechselhaften Geschichte auf den SC Verl, täuscht der sich gewaltig. Als Ligaspiel ist das Duell zwar eine Premiere, aber vor zehn bzw. dreizehn Jahren kam es in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals zu Duellen mit dem damaligen Regionalligisten, bei denen sich jeweils der Zweitligist durchsetzen konnte (2007 mit 3:0 durch drei Tore von Antonio di Salvo und 2010 mit 2:1 durch den Doppeltorschützen Stefan Aigner). Gespielt wurde beide Male im Stadion an der Poststraße, das mittlerweile auf den Namen „SC-Arena“ hört. Hier trugen die Ostwestfalen auch ihre ersten beiden Heimspiele der aktuellen Drittligasaison gegen die kleinen Roten und Hansa Rostock vor jeweils 1.000 Zuschauern aus. Seit dem 6. Spieltag tritt der Liganeuling hingegen vor leeren Rängen in der Paderborner Benteler-Arena an. Diesem Standortwechsel ging ein ziemlicher Eiertanz voraus: Da das Verler Stadion eine Maximalkapazität von 5.000 Besuchern aufweist, musste der Aufsteiger vor der Saison für die Drittligalizenz eine Ausweichspielstätte benennen und tat dies mit der Heimstatt des SC Paderborn. Aufgrund der Corona-bedingten begrenzten Zuschauerzulassung ab Beginn dieser Saison erhielt Verl dann aber eine Ausnahmegenehmigung und begann die Spielezeit zu Hause in der vertrauten Umgebung. Und eigentlich sollte dies so beibehalten werden. Für die Abendspiele organisierte der Verein eine mobile Flutlichtanlage, um fortgesetzt im beschaulichen 26.000-Einwohner-Städtchen bleiben zu können. Allerdings lehnte der Gast 1. FC Magdeburg Mitte Oktober eine Verlegung, des ursprünglich ja in Paderborn angesetzten Spiels nach Verl ab. Da dann am 8. Spieltag die Verler Heimpartie gegen Zwickau abgesagt werden musste (der Nachholtermin ist genau heute in einer Woche), das Spiel gegen Lübeck auf Montag Abend angesetzt worden war und auch die heutige Partie ein Abendspiel ist, bestreiten die Verler in diesem Herbst in Summe acht Wochen lang ausschließlich Flutlichtheimspiele – und zwar alle in Paderborn. Ob eine Rückkehr nach Verl im Dezember oder später angedacht ist, ist aktuell nicht bekannt. Für uns aber auch egal, da für die Löwen das Gastspiel im Westen ja schon morgen der Vergangenheit angehört

An den „Wellblechpalast“ in Paderborn haben die Löwenfans – ohne abschweifen zu wollen – übrigens eher schlechte Erinnerungen. In neun Zweitligaspielen gelangen dort nur ein einziger Sieg (gleich zur Premiere im März 2006) und zwei magere Unentschieden. Ansonsten setzte es in Paderborn stets – mitunter empfindliche – Pleiten. Diese aber eben gegen einen anderen Verein, als den heutigen Gastgeber.

Der „Sportclub Verl von 1924“ macht erst seit den 1970er-Jahren mit Ambitionen im Fußball jenseits der Kreis- oder Bezirksliga auf sich aufmerksam. Im Jahr 1986 gelang erstmals der Sprung in die drittklassige Oberliga Westfalen, der man acht Jahre lang in Serie angehörte und sich 1994 auch direkt für die Regionalliga West/Südwest bzw. Nord (ab 2000) qualifizierte. Erstmalig für allerdings sehr kurzzeitige bundesweite Aufmerksamkeit sorgte der SC Verl im Jahr 1991, als man als Staffelmeister an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga/Gruppe Nord teilnehmen durfte. In der Süd-Gruppe gelang in diesem Jahr einem gewissen TSV 1860 München der vielumjubelte Aufstieg nach neun Jahren in der Bayernliga. Den Verlern war diese Freude nicht vergönnt. In der Fünfergruppe (mit nur einem Aufsteiger!) waren sie zwar besser, als TeBe Berlin, aber landeten hinter Göttingen 05, dem VfL Wolfsburg (erste Mannschaft!) und dem Aufsteiger, den wahrscheinlich kaum ein Leser hier im Kopf hat: Dem FC Remscheid.

Nach dem Abstieg aus der Regionalliga 2003 und einem vierjährigen Gastspiel in der mittlerweile viertklassigen Oberliga gelang 2007 nochmal für ein Jahr der Sprung in die Drittklassigkeit – die Qualifikation zur neu gegründeten bundesweiten 3. Liga misslang jedoch. Und auch in den Folgejahren tat man sich gegen die extrem namhaften und traditionsgeladenen Konkurrenten in der – nun wieder auf den Namen Regionalliga West hörenden – vierten Liga schwer. Mittelfeldplatzierungen zwischen sieben und 13 gehörten zum Verler Alltag, genauso wie die stets nur dreistelligen Besucherzahlen in der SC-Arena. Der überraschende Aufstieg in die 3. Liga in diesem Corona-Jahr 2020 wurde nicht als Meister realisiert. Nachdem die reguläre Saison nach dem 28. Spieltag abgebrochen wurde, der „ernannte“ Meister SV Rödinghausen jedoch auf die Beantragung einer Drittligalizenz verzichtete, rückten die Verler als Zweitplatzierte in die beiden Qualifikationsspiele gegen den Nordost-Vertreter Lokomotive Leipzig nach und – das nächste Kuriosum – stiegen ohne einen Sieg in den beiden Spielen auf. Nach einem 2:2 in Leipzig reichte zu Hause ein 1:1, um aufgrund der Auswärtstorregel in die 3. Liga zu rutschen.

Die Annahme, der SCV könnte – aufgrund dieser durchaus zweifelhaften Aufstiegs-Umstände – in der 3. Liga dann gar nicht richtig ankommen, wies man im Kreis Gütersloh allerdings schnell zurück: Die bereits eingefahrenen 16 Punkte bedeuten einen starken sechsten Tabellenplatz, dabei haben die Verler erst neun Partien absolviert und könnten im Erfolgsfall noch weiter aufrücken. In einer Saison, in der nach elf Partien ein anderer Aufsteiger (nämlich der 1. FC Saarbrücken) die Tabelle souverän anführt und in der ein weiterer ambitionierter Aufsteiger (nämlich Türk Gücü) mit genauso vielen Punkten nach genauso vielen Spielen dasteht, mag das Erreichte für relativ wenig Aufsehen sorgen – nichtsdestotrotz ist der bisherige Saisonverlauf der Ostwestfalen absolut bemerkenswert.

Entsprechend steht heute Abend für unsere Löwen wieder mal eine echte Herausforderung auf dem Programm, zu der unter normalen Umständen – trotz des ungünstigen Dienstagabendtermins – natürlich wieder zahlreiche Fans in weiß und blau angereist wären. So verfolgen die Daheimgebliebenen – in gewohnter Manier – im Bezahlfernsehen bzw. im sechzger.de-Liveticker, wie das Team von Michael Köllner mit einer der stärksten Offensiven dieser Liga zurecht kommt. Wobei: So richtig gewöhnen werden wir uns daran wahrscheinlich nie, oder?

Sechzig@18:60 – Trikot-Verlosung & Statistik: Ballbesitz gegen Uerdingen 59%, Torschüsse 12:3, eine Passquote von 89% …

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TSV 1860 München Nachrichten zum Feierabend kompakt; Bild von der Westkurve im Grünwalder Stadion

…das ist die Statistik vom Heimspiel gegen Uerdingen vom Samstag bis zum Platzverweis von Erik Tallig – soviel zu all denen, die ein „schlechtes Löwenspiel“ gesehen haben wollen. Diese und mehr interessante Details findet ihr in der TAKTIKTAFEL von Bernd Winninger, die wir heute Mittag online gestellt haben.

https://sechzger.de/taktiktafel-nachbetrachtung-tsv-1860-muenchen-kfc-uerdingen/

Doch damit nicht genug – heute war ja auch bereits die Pressekonferenz vor dem morgigen Auswärtsspiel beim SC Verl – Christian Jung hat für sechzger.de virtuell daran teilgenommen. Sein Fazit von der Pressekonferenz könnt ihr natürlich auch nachlesen – kleiner Hinweis für die Lesefaulen: Pusic wird morgen noch nicht zum Einsatz kommen:
Die ersten Expertentipps zum Auswärtsspiel in Verl sind auch bereits eingetroffen:

https://sechzger.de/12-spieltag-expertentipps-mit-felix-weber-und-ugur-tuerk/

…und dann weisen wir an dieser Stelle schon darauf hin, dass wir auch morgen wieder 1100 Kilometer Autofahrt auf uns nehmen werden, um für euch live aus dem Stadion zu tickern – zusätzlich zu unserem Liveticker aus dem Stadion gibt es morgen früh pünktlich zu „Sechzig um Sieben“ unsere Spielvorschau und um 12:00 Uhr dann die Taktiktafel – Bernd Winninger hat sich wieder ein paar Spiele und unzählige Statistiken zum SC Verl reingezogen, um euch bestmöglich vorzubereiten.
Weil wir morgen ein kleines Jubiläum haben, verlosen wir ein Trikot vom e.V. – also reinschauen zu Sechzig um Sieben, da gibt es die Details.

Fünfteilige Bilderserie von Borjan Ritan: Münchens Große Sehnsucht

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Die Sehnsucht nach dem Grünwalder Stadion wächst von Tag zu Tag. Nur zu gerne würden wir uns unser Trikot überstreifen, die TeLa oder Candidstraße entlangmarschieren und auf dem Weg auf all die bekannten Gesichter treffen. Uns beim Grünspitz ein Bier gönnen, beim Trepperlwirt noch eins und wenn wir schon dabei sind, sollten auch der Kastaniengarten, das riffraff, das Schau ma moi und das Giesinger Bräu etc. nicht links liegen gelassen werden… Und wie gerne würden wir wieder in der Kurve oder in der Stehhalle Schulter an Schulter stehen, lauthals mitsingen und uns beim Torjubel in die Arme fallen! Es könnte alles so wunderbar sein…

Bekanntermaßen macht uns jedoch Covid-19 einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, der Sehnsuchtsort Sechzgerstadion bleibt jedoch. Eins steht indes fest: Der Tag der Rückkehr wird kommen und sicher einer der emotionalsten Tage mit den Löwen werden.

Damit das Warten auf den großen Moment ein bisschen erträglicher wird, bringt der TSV 1860 München e.V. euch das Grünwalder Stadion jetzt nach Hause. Ganz billig ist Spaß zugegebenermaßen nicht, aber dafür hat man Münchens schönstes Wahrzeichen zukünftig bei sich zuhause.
„Münchens Große Sehnsucht“ heißt die fünfteilige Bilderserie vom Fotografen Bojan Ritan, die ab sofort exklusiv im Online-Shop des Hauptvereins in zwei verschieden Größen erhältlich ist. Bojan Ritan, der selbst in Giesing lebt, ist bekannt für seine vielfältigen Bilder und seine fotografischen Perspektivwechsel. Und bei diesem traumhaften Motiv konnte das Ergebnis ja nur gut werden…

12. Spieltag: Expertentipps mit Felix Weber und Ugur Türk

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Bis zum Sommer stand Felix Weber bei den Löwen unter Vertrag, war über Jahre hinweg Kapitän des TSV 1860 und ist auch bekennender Fan des Vereins, zu dem er bereits als 9-Jähriger gewechselt war. Nun schnürt der Innenverteidiger seine Stiefel für Rot Weiß Essen und hat mit dem Club von der Hafenstraße die realistische Chance, diese Saison in die 3. Liga aufzusteigen. Nach dem 4:0-Auswärtssiegbeim VfB Homberg am Wochenende führen die Rot-Weißen die Tabelle der Regionalliga West derzeit mit zwei Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund II an, wobei der Verfolger zwei Spiele weniger absolviert hat. Den Löwen im Herzen trägt Felix Weber jedoch natürlich weiterhin und so hofft er am Dienstag Abend auf einen 3:1-Erfolg des TSV 1860 über den SC Verl.

Als die Löwen im Mai 2018 in den dramatischen Relegationsspielen gegen den 1. FC Saarbrücken in die 3. Liga aufstiegen, stand auch Ugur Türk im erweiterten Kader der Giesinger Helden. 13-mal kam er während der Saison zum Einsatz, ehe sich die Wege zwischen Verein und Spieler trennten. Aktuell kick Türk bei Sivas Belediye Spor in der 3. türkischen Liga, muss aber heute mit seinem Club im Pokal gegen Fenerbahce ran. Beim starken Aufsteiger SC Verl traut er der Truppe von Michael Köllner ein 2:2-Remis zu.

Als Sportdirektor der SV Elversberg hat Ole Book im Sommer Nico Karger ins Saarland gelotst, für die Löwen sieht er im Duell gegen den SC Verl schwarz. Er tippt auf einen 2:1-Sieg der Ostwestfalen.

Zu guter Letzt kommt mit Zlatko Janjic vom SC Verl noch ein direkt Beteiligter zu Wort. Der Stürmer, der in dieser Saison bereits an zehn Treffern des Aufsteigers beteiligt war, sieht sein Team im Vorteil und prophezeit ebenfalls einen 2:1-Heimsieg.

PK aktuell: Pusic noch nicht im Kader +++ Tallig-Pause kein Problem

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Stress war einer der zentralen Begriffe, der sich am Montag Vormittag durch die LÖWENRUNDE vor dem Spiel der Löwen beim SC Verl zog. Ein englische Woche ist schon per se eine stärkere Belastung für die Profis, als der reguläre Rythmus von Wochenende zu Wochenende. Hinzu kommt, dass Trainer Michael Köllner den morgigen Gegner als ein Team bezeichnet, das “beim Gegner extrem viel Stress verursacht”. Ob auch unsere TAKTIKTAFEL das entscheidende Rezept darin sieht, “hinter die Verler Pressinglinien zu kommen,” was der Löwencoach in der Pressekonferenz als den Schlüssel zum Erfolg bezeichnete, lest Ihr morgen Mittag (also ausnahmsweise erst am Spieltag) hier auf sechzger.de.

Personell steht den Löwen in Paderborn Martin Pusic nach seiner Verletzung noch nicht zur Verfügung. Die Hand des Österreichers ist noch ein wenig geschwollen, heute oder spätestens morgen erhält er eine Wettkampfschiene und wird am Mittwoch dann individuell trainieren. Für das Heimspiel gegen Türk Gücü am Samstag soll er wieder zur Verfügung stehen. Genauso wie Erik Tallig, der morgen Abend seine Gelb-Rote Karte aus dem Spiel gegen Uerdingen abzusitzen hat, was Köllner aber eher positiv, als negativ bewertet. Die Zwangspause tut “dem Jungen, der zuletzt extrem viel Spielzeit bekommen hat,” dem Löwencoach zufolge gut. Den Verlust einer gewissen Lockerheit, die Köllner an anderer Stelle auch anderen weiß-blauen Akteuren attestierte, sei besonders bei Tallig zu beobachten. “Jetzt geht es darum, dass Erik mal ein bisschen durchschnauft, zur Ruhe kommt und den Druck, der natürlich aufgrund der Ergebnisse und der Tabellensituation hier zustande kommt, abstreifen kann.”

Besonders viel Druck und sicher auch Stress wird morgen Abend in Paderborn auf Philipp Steinhart zukommen. Der vielleicht dribbelstärkste Spieler der 3. Liga, Aygün Yildirim wird die linke Abwehrseite der Löwen besonders fordern. Für Michael Köllner kommt es darauf an, dass man möglichst wenig Pässe auf diese Position zulässt, die Nummer 18 der Verler also vom Spiel abschneidet und darüber hinaus “Steini” im 1:1 gegen Yildirim gut agiert – natürlich mit maximaler Unterstützung seiner Mitspieler.

Das bislang sehr gute Abschneiden aller Aufsteiger in die 3. Liga und damit auch des SC Verl überascht den Löwentrainer nicht. Einzig dem VfB Lübeck hatte Köllner vor der Saison ein bisschen weniger zugetraut; Saarbrücken, Türk Gücü und den morgigen Gegner aus Ostwestfalen sah der Löwendompteur auch vor der Saison absolut konkurrenzfähig in dieser Liga. Mit einem Blick auf die 2. Liga, in der sich die Aufsteiger Würzburg und Braunschweig aktuell ja noch eher schwer tun, sieht Köllner in diese Richtung einen größeren Sprung, als aus den Regionalligen nach oben. In Verl kommt zu einem erfahrenen Kader und sinnvollen Verstärkungen die Euphorie des Aufstiegs, die Erleichterung – trotz Corona – quasi “mitten in der Saison” die Chance bekommen zu haben, sich für die 3. Liga zu qualifizieren, hinzu. Ob das Mitspielen der Aufsteiger ganz oben ein Dauerprozess wird, bleibt aber natürlich abzuwarten. Dies hängt für Köllner auch davon ab, wie die Teams dauerhaft mit der psychischen Belastung in der höheren Liga zurecht kommen. Auch hier geht es also um den Schlüsselbegriff dieser PK: Stress.

TAKTIKTAFEL: Nachbetrachtung TSV 1860 München – KFC Uerdingen

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur diesmal relativ kurzen TAKTIKTAFEL-Nachbetrachtung des Spiels TSV 1860 München gegen den KFC Uerdingen 05.

Wie erwartet spielte Uerdingen gegen den Ball mit zwei tiefen Viererketten; somit war für die Löwen das Spiel im letzten Drittel vor dem Tor des Gegners nicht einfach. In Ballbesitz versuchten die Uerdinger sehr bemüht, ein 4-3-3 herzustellen. Das war gegen die in allen Mannschaftsteilen gegen den Ball bravourös agierenden Löwen kaum von Erfolg gekrönt. So wirkten die Bemühungen der Krefelder im Spiel nach vorne eher wie ein 4-2-3-1, bei dem jeweils einer der offensiven Außenspieler versuchte, mit in die Spitze zu gehen.

Für beide Teams waren die Aufgaben vor dem Tor am Samstag unlösbar. Uerdingen hatte den Bus im eigenen Strafraum geparkt und die Löwen konnten ihn nicht beiseite schieben. Die Löwen verteidigten nach Ballverlust auf allen Positionen gut und ließen aus dem Spiel heraus ebenfalls kaum Chancen zu. So entwickelte sich ein Spiel, das man in zwei ungleich lange Teile zerlegen kann; vor und nach der Gelb-Roten Karte für Erik Tallig.

Vor dem Platzverweis

Das Spiel hatte vor dem Platzverweis für den Ex-Chemnitzer sowohl in Halbzeit eins, als auch in Halbzeit zwei nur eine Richtung und die hieß Uerdinger Abwehrdrittel. Ballbesitz und Feldvorteile der Löwen waren eklatant. Dreißig Positionsangriffen der Sechzger sehen deren dreizehn beim Gegner gegenüber. Fünf Ecken und fünf Freistöße für den TSV 1860 München im Angriffsdrittel kommen hinzu. Die Mannschaft von Stefan Krämer, die wie erwartet mit zwei tiefen Viererreihen verteidigte, kam nur zu Entlastungsangriffen. Diese führten zu drei Standardsituationen für den KFC und zwei Schüssen aus dem Spiel heraus. Zählbares gab es unter dem Strich weder durch Krefelds Standards noch durch die Feldüberlegenheit der Sechzger.

Es gab zwar einige Situationen, in denen der TSV 1860 München Distanzschüsse außerhalb des Sechzehners durch die vielbeinige Abwehr der Krefelder bugsieren konnte, diese waren aber nie wirklich gefährlich für den von Jurjus gehüteten Kasten des Vereins aus der Samt- und Seidestadt. Zwingende Torgelegenheiten brachten die Löwen nicht zustande. Die Standards der Krefelder konnten von der Löwenabwehr gut entschärft werden. Einmal jedoch wurde es bei einem Freistoß in der 5. Minute gefährlich für den Kasten von Hiller. Freund und Feind verpassten aber die Hereingabe, daher ergab sich in dieser Situation keine tatsächliche Torchance.

Die größte Gelegenheit für den KFC im Spiel machte Hiller mit einer Glanztat in der 60. Minute zunichte, als er gegen den allein auf ihn zugehenden Kiprit klären konnte, nachdem Moll etwas fahrlässig gepatzt hatte.

Die statistischen Werte bis zum Platzverweis

Ballbesitz 59% : 41%, Schüsse 12 : 3, Ballkontakte im Strafraum 11 : 3 – all diese Statistiken sehen den TSV 1860 im Vorteil. Die Passquote bei den Löwen lag bei 89%. Natürlich wird diese Zahl ein wenig durch Rückpässe geschönt, aber selbst wenn man diese abzieht, kommt der TSV immer noch auf eine Quote von 87% erfolgreiche Pässe. Leider konnten die daraus entstehenden Situationen nicht in zählbare Erfolge umgesetzt werden. Die Krux im Spiel der Löwen war eindeutig die Schwäche in den offensiven Zweikämpfen. Lediglich sechzehn mal konnte sich ein Sechzger gegen seinen Gegenspieler im Eins gegen Eins durchsetzen. In dieser Hinsicht waren dieUerdinger sehr souverän. Neudecker und Tallig hatten in dieser Statistik mit 57% bzw. 50% Erfolgsquote in den Dribblings bis zur 69. Minute sehr gute Werte aufzuweisen. Eklatant ist, dass Phillipp Steinhart nur einen und Sascha Mölders keinen einzigen Offensivzweikampf bis zu diesem Zeitpunkt für sich entscheiden konnten.

Nach dem Platzverweis

Nach der etwas kleinlichen Gelb-Roten Karte für Erik Tallig wegen wiederholten Foulspiels kam Uerdingen besser ins Spiel und dominierte spätestens ab der Einwechslung von Adriano Grimaldi das Geschehen auf dem Platz. Den Uerdingern erging es nun jedoch nicht anders als den Löwen zuvor. Sie fanden kaum einen Weg durch das Abwehrbollwerk des Gegners und wenn, war der gut aufgelegte Torhüter des TSV 1860, Hiller, zur Stelle.

Die Sechzger hingegen verlegten ihre Angriffsbemühungen in Unterzahl nun hauptsächlich aufs Konterspiel. Leider wurden die Situationen, die sich ergaben, nicht präzise genug ausgespielt oder von den immer noch stabil verteidigenden Uerdingern souverän unterbunden.

Die statistischen Werte nach dem Platzverweis

Ballbesitz 44% : 57%, Schüsse 1 : 3 Ballkontakte im Strafraum 3 : 5 – nun war in diesen Statistiken jeweils Uerdingen am Drücker. Aus dem Spiel heraus kamen die Gäste in dieser Zeit allerdings nur ein einziges mal zum Abschluss, die beiden anderen Schüsse ergaben sich aus Standardsituationen. Interessant ist, dass sowohl Uerdingen als auch der TSV 1860 München in diesen letzten 20 Minuten mit je sechs Positionsangriffen genau gleich oft in die Hälfte des Gegners eindrangen. Weil Uerdingen jetzt mutig wurde und aufmachte, um den Dreier einzufahren, gelangen den Löwen auf einmal mehr Einzelaktionen als vor dem Platzverweis.

Fazit

Dieses Spiel (und auch schon einige andere davor) hinterlässt vor allem die Frage, warum sich die Sechzger gegen tief stehende Mannschaften so schwer tun. Darauf gibt es selbstverständlich nicht die eine alles erklärende Antwort; da spielen verschiedene Faktoren hinein:

Zum Einen fehlt den Löwen (meiner Meinung nach) ein kopfballstarker und robuster Sturmriese mit Gardemaß, der im Zentrum vor dem Kasten beim Flügelspiel mehrere Verteidiger binden kann und mit dem Kopf nicht nur ins Tor trifft, sondern auch Bälle für seine Kollegen im Angriff auflegt. Tim Linsbichler (1,93 m) wäre hier ein guter Kandidat, leider steht er jedoch noch nicht zur Verfügung. Sascha Mölders fehlen mit 1,85 m Größe schon einige Zentimeter, um sich bei hohen Bällen auch gegen wirkliche Abwehrriesen durchzusetzen.

Zum Anderen – und da gibt es gar nichts zu kritisieren – wird gegen solche Betonmischer bis vor den Sechzehner des Gegners meistens gut gespielt. Oft gibt es sogar kaum Gegenwehr der verteidigenden Mannschaft vor dem letzten Drittel. Zu selten jedoch versuchen die Löwen, die mauernden Gegner aus der Defensive herauszulocken um dann im richtigen Moment das Spiel schnell zu machen und gegen die defensive Phalanx Pässe in den Schnittstellen der Mannschaftsteile anzubringen und somit räumliche und personelle Überlegenheit zu generieren. Ein häufigerer Wechsel der Höhe im Pressing während des Spiels könnte eine Möglichkeit sein, hier den Hebel anzusetzen.

Nichtsdestotrotz steht der TSV 1860 auch nach diesem schweren Spiel gegen eine der besten Defensiven der Liga immer noch besser da, als es die meisten Kritiker vor der Saison erwartet hätten. Und auch die erfolgreiche Abwehrschlacht in Unterzahl stimmt mich absolut positiv. Ein Spiel ohne Gegentor mit einem Punkt auf der Habenseite. Es ist somit besser gelaufen als in den Drittligaheimspielen zuvor gegen den KFC.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Sechzig um Sieben: Neues am 23.11.2020

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Guten Morgen!

Neue Woche – neues Glück. Morgen hat unsere Mannschaft schon die nächste Chance, drei Punkte zu holen. Ab 18:60 Uhr geht es gegen den SC Verl, wir von sechzger.de sind natürlich wieder vor Ort und tickern für euch live aus dem Stadion! Grund dafür ist die anstehende Englische Woche, die in England übrigens als “Three-Game-Week” bezeichnet wird. Für uns Fußballfans ist der Begriff sicher nichts Neues, dennoch hat diese Entwicklung teilweise zu solch extremen Ausmaßen geführt:

Mir persönlich wird bzw. ist das alles zu viel. Fußball sollte am Wochenende stattfinden! Da können wir in Liga 3 froh sein, dass der Spieltag (noch?) nicht so zerpflückt ist.

TAKTIKTAFEL
Zunächst aber mal gilt es trotzdem noch das Spiel gegen Uerdingen Revue passieren zu lassen. Das macht – in gewohnter Art und Weise – Bernd Winninger in seiner TAKTIKTAFEL-Nachbetrachtung. Außerdem haben wir gestern die Bilder vom Spiel online gestellt.

LÖWENRUNDE
Es geht Schlag auf Schlag und somit steht bereits heute die nächste Spieltagskonferenz an. Wir werden euch im Anschluss die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen.

Training
Kurz nach der Pressekonferenz lädt Michi Köllner zu einer Videoanalyse, im Anschluss findet das Abschlusstraining statt.

Löwe des Spiels
Unser Hauptsponsor die Bayerische sucht den Löwen des Spiels gegen Uerdingen. Abstimmen könnt ihr noch bis heute um 12:00 Uhr.

eV Shop
Im Shop des Vereins wurden einige Artikel ergänzt. Dieses Mal handelt es sich um tolle Westkurven-Aufnahmen des Fotografen Bojan Ritan. Zugegeben: Ganz billig ist die Angelegenheit nicht – aber für den ein oder anderen könnte dies ja eine gute Gelegenheit für ein Weihnachtsgeschenk darstellen.

Außerdem präsentieren die Futsal-Löwen gerade ihr Jubiläumstrikot auf Instagram. Nach und nach könnt ihr mitverfolgen, wie das Design mehr und mehr ersichtlich wird.

Ergebnisse aus Liga 3
Gestern standen noch drei Partien auf dem Programm, die Ergebnisse lauten wie folgt:

Lübeck – Bayern II 3:0
Unterhaching – Viktoria Köln 2:2
Ingolstadt – Magdeburg 1:0

Sechzig liegt damit auf Platz 4, der kommende Gegner Verl auf 6.

Einen guten Wochenstart wünscht das Team von sechzger.de!

Fotogalerie: 11. Spieltag – TSV 1860 München vs. KFC Uerdingen

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Servus Löwenfans, hier kommt die Fotogalerie zum die englische Woche einläutenden 11. Spieltag, dem (Geister-) Heimspiel des TSV 1860 München gegen den KFC Uerdingen aus dem gut 650km entfernten Krefeld. Der Schiedsrichter war sicher froh, dass das schlägernde Maskottchen Grotifant nicht mit angereist war.

Hier findet ihr auch noch ein paar Gedanken zur Lage der Löwen. Jetzt aber viel Spaß mit den Bildern:

Das Löwen Kompendium – 3. Auflage ab Dezember erhältlich

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Es ist das Standardwerk, wenn es um Statistiken rund um den TSV 1860 München geht: Das Löwen Kompendium. Leider sind die ersten beiden Auflagen schon seit einer gefühlten Ewigkeit vergriffen, Anfang Dezember wird nun jedoch endlich die langersehnte 3. Auflage erscheinen.

Auf 756 Seiten sind die gesammelten Matches (soweit sie sich zurückverfolgen ließen) seit der Gründung der Fußballabteilung bis zum Ende der Saison 2019/2020 aufgelistet – ein wahres Meisterwerk, das Thorsten Ruinys zusammengestellt hat. Dabei beschränkt sich der Autor jedoch nicht nur auf die nackten Ergebnisse, sondern gibt auch Spieldaten, Aufstellungen, Spielorte, Karten etc. an. Ein Traum für Statistik-Freaks und Unterstützer der Löwen!

Zu bestellen gibt es das gute Stück demnächst direkt beim Verlag, beim größten Online-Händler (den wir aber bewusst nicht verlinken) oder wenig später dann auch im Fanshop der Löwen.

Der Autor stammt jedoch keinesfalls aus dem direkten Löwen-Umfeld, sondern lebt im niedersächsichen Bremervörde. Er ist seit 1981 leidenschaftlicher Fan des TSV 1860 und seit 1991 auch eingetragenes Mitglied der Fußballabteilung.

Regelmäßigen Lesern von sechzger.de ist der Autor kein Unbekannter; er hatte kürzlich den ältesten noch lebenden Ex-Spieler der Löwen in Bulgarien ausfindig gemacht und ihm telefonisch zum 100. Geburtstag gratuliert.

Happy Birthday, Dennis Erdmann! sechzger.de gratuliert

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Dennis Erdmann wird am heutigen Sonntag 30 Jahre jung – also immerhin ein halber Sechzger! 😉

Nachdem es gestern zwar leider nicht mit dem vorgezogenen Geschenk in Form eines Heimsiegs über den KFC Uerdingen geklappt hat, der gebürtige Rheinländer aber über 90 Minuten eine durchaus zufriedenstellende Partie bot, hat er sich heute einen entspannten und erholsamen Ehrentag im Kreise lieber Menschen verdient.

Erdmann kam im Sommer 2019 aus Magdeburg nach München und wurde seinem Ruf als Raubein schnell gerecht – auf dem Fußballplatz, aber nicht nur dort. 14 Gelbe Karten in der vergangenen Saison zeugen davon, dass earthman_13, wie er sich selbst in den sozialen Medien nennt, immer vollen Einsatz gibt, mit viel Emotion und Leidenschaft unterwegs ist und somit zurecht den Löwen auf der Brust tragen darf.  In den letzten Wochen war er durch die eine oder andere Aussage zu Themen jenseits des Fußballplatzes in die Schlagzeilen geraten. Michael Köllner schilderte seinen Schützling gegen die Kritik daran als “reflektierten und intelligenten Burschen”. Möge er ein solcher bleiben!

Happy Birthday, Dennis!