Während die Mannschaft des TSV 1860 München heute Abend den Test gegen Racing Strasbourg vor der Brust hat, nutzen die beiden mit nach Österreich gereisten Geschäftsführer Dr. Christian Werner (Sport) und Oliver Mueller (Finanzen) das Trainingslager, um die neue Saison weiter vorzubereiten.
Im Gespräch mit der Abendzeitung erklärt Oliver Mueller seinen Spar-Kurs und seine Aussage auf der Mitgliederversammlung.
Oliver Mueller erklärt seinen Spar-Kurs
Wie seit Langem bekannt ist, müssen die Löwen heuer mit einem Etat von 4,5 Millionen Euro auskommen, entsprechend muss an vielen Ecken gespart werden. Zumal der Investor seit der Mitgliederversammlung schmollt, scheint nicht mit einer Kapitalerhöhung zu rechnen sein. Es ist also Sparen angesagt bei den Löwen. In der Vergangenheit sei man in Giesing “verschwenderisch mit den Ressourcen umgegangen”, erklärt Mueller im Hinblick auf seine Vorgänger.
Kader verkleinert – Wintertrainingslager gestrichen
Der Kader des Drittligisten wurde von 31 Spielern reduziert, heuer wird man wohl mit 26 Kickern in die Saison gehen. 24 Kicker stehen aktuell unter Vertrag. Ein Torwart und ein Sechser stehen noch auf dem Wunschzettel von Sportchef Dr. Werner. Zudem habe man die Charter-Flüge zu Auswärtsspielen genauso gestrichen wie teure Sport-Tapes, die einen fünfstelligen Betrag im Etat verschlungen hatten. Durch die Streichung des Winter-Trainingslager wurden zusätzliche 50-60.000 Euro eingespart.
Trotz Verschlankung keine Entlassungen
Auch in der Verwaltung wurde der Rotstift angesetzt. Auslaufende Verträge wurden nicht verlängert, Entlassungen gab es nicht. “Auch wir Geschäftsführer leisten einen Beitrag, indem wir auf Boni verzichten”, erklärt Mueller. Etwa um 20 Prozent konnten so die Personalkosten reduziert werden, die aber ohnehin nur etwa ein Viertel des Budgets ausmachen. Einen Neuzugang soll es auch noch in der Presse-Abteilung geben, die Pressesprecher Rainer Kmeth aktuell im Alleingang stemmen muss.
Bei der MV platzte Mueller der Kragen
In Erinnerung geblieben ist Muellers Kult-Aussage bei der jüngsten Mitgliederversammlung. “Wenn der Clown in den Palast einzieht, wird er nicht zum König, sondern der Palast wird zum Zirkus”, sagte der Finanz-Chef damals. Damit habe er niemanden persönlich angesprochen, sondern sich vor seine Mitarbeiter in der Geschäftsstelle gestellt, erklärt Mueller: “Leute, die in Unkenntnis der Dinge auf uns rumtrampeln – das geht nicht.”
Konzentration auf die neue Spielzeit
Nachdem viele der potenziellen Münchhausens und Clowns inzwischen wieder abgetaucht zu sein scheinen, konzentriert man sich bei den Löwen wieder auf den Sport und darauf, weitere Einsparpotenziale zu finden, um den vorhandenen Etat optimal zu nutzen.













































