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Sechzig um Sieben: Löwen haben heute frei + Corona-Wert in München über 50 + in eigener Sache

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Löwen Sechzig um Sieben

Die Mannschaft des TSV 1860 hat nach dem 4:1 Heimspielsieg gegen den VfB Lübeck auch am heutigen Tag noch trainingsfrei.

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Sensationelle Geschichte: Gestern feierte der älteste noch lebende Löwenspieler seinen 100. Geburtstag – und bekam aus diesem Anlass den Anruf  von einem Löwenfan, der ihn für sein Buch ausfindig gemacht hatte:

https://sechzger.de/100-jahre-der-aelteste-loewenspieler-feiert-heute-geburtstag/

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Der Corona-Wert in München ist trotz den üblicherweise niedrigeren Zahlen vom Wochenende auf über 50 gestiegen – was das für Fußballspiele bedeutet, kann sich jeder selber ausrechnen. Abgesehen davon dass beim Auswärtsspiel in Rostock am Samstag ohnehin keine Auswärtsfans zugelassen sind, darf man als Münchner mit diesen Werten nicht einmal in Mecklenburg-Vorpommern einreisen.

In Rostock selber gab es am Freitag im übrigen zwei (!) positive Corona-Ergebnisse, in ganz MV waren es dreißig. Das ist auch der Grund, warum dort derzeit Fußballspiele mit Zuschauern stattfinden können.

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Die Löwen-Amas verloren gestern ein Testspiel gegen die Zweitvertretung von Jahn Regensburg mit 0:1.

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In eigener Sache: Unser Vergleich “Fußballstadion – Oper” ist von euch auf  Facebook über 180 mal geteilt worden und hat über 26 000 Leute erreicht. Dementsprechend haben wir am Wochenende wieder einige Abonnenten dazu gewonnen und auch unser Ticker live aus dem Stadion kam bei euch wieder sehr gut an.

Leider gab es erneut einige Aussetzer: unsere Seite war – wieder einmal – am Spieltag massiven DNS-Attacken ausgesetzt. Technische Details folgen nach der Auswertung  durch unseren Webmaster. Was klar ist: Das mag zwar unseren Server kurzfristig in die Knie zwingen, unsere Motivation macht es hingegen nur um so größer.

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Die Speisekarte vom Löwenstüberl liegt uns leider noch nicht vor.

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Last but not least: um 12 Uhr kommt dann unsere Taktiktafel – die Nachschau zum Lübeck-Spiel

100 Jahre – der älteste Spieler des TSV 1860 feiert heute Geburtstag!

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1860 Wassilew Nikolov Gancho Vasilev Thorsten Ruinys

Mit seinem Löwen Kompendium veröffentlichte Thorsten Ruinys vor einigen Jahren DAS Standardwerk, wenn es um historische Begegnungen des TSV 1860 München geht. Wie wir Euch bereits vor einigen Wochen mitteilten, folgt demnächst eine Neuauflage des Buches – wir halten Euch selbstverständlich auf dem Laufenden. Der Autor selber lebt in Norddeutschland, ist jedoch glühender Löwenfan und diese Liebe geht weit über das aktuelle Geschehen in Giesing hinaus. Heute erhielten wir eine Nachricht von Thorsten, dass er soeben mit Gantcho Wassilew, dem vermutlich ältesten noch lebenden Löwenspieler, telefoniert habe, der heute seinen 100. Geburtstag feiert. Über den Bulgaren ist hierzulande kaum etwas bekannt, deswegen gibt Euch (und uns!) Thorsten einen kurzen Abriss über das Leben des ehemaligen Löwen-Spielers.

Im Jahr 2012 bin ich in Sofia auf einen Historiker gestoßen, der mir bei meiner Suche nach weiteren persönlichen Daten von insgesamt 5 bulgarischen Fußballspielern, die Anfang bis Mitte der 40er Jahre für den TSV 1860 gespielt haben, behilflich gewesen ist. Mit Hilfe der Tochter von Herrn Wassilew, Nadia Wassilewa, und dem bulgarischen Fußball-Historiker, Silvestăr Milčev, konnte ich die Karrieren der bulgarischen Spieler von 1860 zumindest in groben Zügen nachvollziehen.

Es handelte sich um Studenten, die Anfang der 40er Jahre nach München kamen, um zu studieren und nebenher bei 1860 Fußball gespielt haben. München schien für bulgarische Studenten, die in ihrem Heimatland schon höherklassig Fußball gespielt haben, ein beliebter Ort für das Studium gewesen zu sein.

Im Herbst 1941 kam Gantcho Wassilew schließlich nach München. Vorher war er als Spieler des bulgarischen Vereins Napredăk Ruse aktiv. Mit diesem Verein erreichte er einmal das Finale um den bulgarischen Königspokal. In München habe er die bei 1860 spielenden Landsleute, Nikola Nikolow (Rechtaußen der bulgarischen Nationalmannschaft) und Raitscho Bogoslowow (zuvor Meister mit Slawia Sofia), kennengelernt. Die beiden hätten ihn dann zu 1860 gelotst. Er sei über die Bedingungen in Deutschland erstaunt gewesen. Hier habe es Rasenplätze und Massageräume gegeben. Das habe es in Bulgarien nicht gegeben. Er sei als Reservespieler aufgenommen worden und dann zum Einsatz gekommen, wenn die Stammspieler an Front gemusst hätten.

Letztlich hätten ihn die furchtbaren Luftangriffe aus Deutschland vertrieben. Er sei nach 1943 nach Prag gegangen, um dort sein Studium fortzusetzen. Allerdings habe er noch für 1860 gespielt. Der Verein habe dann die Reisekosten für die Fahrten nach München übernommen.

Insgesamt können für Gantcho Wassilew in der Saison 1943/44 6 Einsätze in Punktspielen der ersten Mannschaften sowie zwei Einsätze in Freundschaftsspielen (1 Tor) belegt werden.

Nach dem Krieg spielte er zunächst einige Zeit für für den Prager Verein Bržrenov, bevor er anschließend lange Jahre bei CSKA Sofia, mit dem er 1951 bulgarischer Meister wurde, aktiv gewesen ist.

Heute lebt er mit seiner Frau in Sofia und spricht immer noch etwas Deutsch.

Die Bilder zeigen Gantcho Wassilew gemeinsam mit Nikola Nikolow vor einem Spiel im Dantestadion, sowie das Geburtstagskind im Jahr 2020 in Sofia.

Wir danken Thorsten Ruinys für diesen wunderbaren Artikel samt Fotos und wünschen Gantcho Wassilew alles Gute zum 100. Geburtstag!

 

Sechzig um Sieben: Rückblick auf das 4:1 gegen Lübeck

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Guten Morgen, liebe Löwen! Als Tabellenführer hat euch euer sonntägliches Frühstücksei heute sicher besonders gut geschmeckt oder es wird euch noch besonders gut munden, falls ihr diese Zeilen vor dem Frühstück lest. Damit ihr den 4:1-Sieg der Löwen nochmal vor Augen habt, werfen wir noch ein mal ein Blick auf das gestrige Spiel.

Sechzig begann wieder im mittlerweile gewohnten 4-1-4-1 mit Wein im defensiven Mittelfeld an Stelle von Erdmann. Lübeck startete mit drei Änderungen in der Startelf. Deters, Hobsch und der neu zum Team gestoßene Zehir ersetzten Ramaj, Mende und Rösler.

Wie schon in Meppen und Zwickau legten die Löwen gleich voll los. Diesmal hatte Mölders die erste dicke Chance nach 49 Sekunden. Leider traf er nicht. Danach übernahmen die Gäste von der Ostsee die Kontrolle und erarbeiteten sich durch schnell vorgetragene Angriffe gleich zwei gute Chancen. Dabei taten sich vor allem Deichmann, Riedel und Hobsch hervor.

Aus einem eigentlich schon unterbundenen Angriff resultierte dann das 0:1. Lex wurde im Spielaufbau von zwei Mann angegriffen, verlor den Ball, es folgte ein wunderbarer Steilpass von Deichmann auf Patrick Hobsch, der an seinem Geburtstag cool einnetzte (7. Minute). Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm dachte sich wohl das ein oder andere ältere Semester unter den Löwenfans vorm TV, denn sein Vater Bernd ging Ende der 90er für uns auf Torejagd.

Die Löwen sammelten sich und konnten das Spiel nun ausgeglichener gestalten. Ab der 20. Minute bekamen sie die Lübecker dann in den Griff und kamen per Fernschuss von Tallig in der 21. Minute zum nächsten nennenswerten Abschluss. Danach nahm Neudecker zunächst per Freistoß das Tor der Norddeutschen ins Visier und zielte nur knapp rechts vorbei (26. Minute).

In der 29. Minute leitete erneut Neudecker per Fernschuss den Ausgleich ein. Sein Schuss konnte zwar noch geklärt werden, aber die Lübecker brachten den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Schließlich kam Steinhart nach feinem Spielzug über Tallig zur Flanke von links. Nach einem Gewusel im Strafraum landete der Ball bei Willsch der per abgefälschtem Gewaltschuss aus etwa 11 Metern den Ausgleich erzielte.

In der Folge ging es munter hin und her. In der 36. Minute ereignete sich dann die spielentscheidene Szene: zunächst erzielte Hobsch aus hauchdünner Abseitsposition das vermeintliche 1:2. Den fälligen Freistoß führten die Löwen schnell aus, Dressel schlug einen perfekt getimten 60-Meter-Pass auf Sascha Mölders, der mit einem sehenswerten, butterweichen Lupfer über den Lübecker Torwart auf 2:1 stellte.

Nach der Halbzeit kam erneut Lübeck besser ins Spiel und erarbeitete sich eine riesige Doppelchance, die Willsch zwei Mal sensationell klärte. Durch die Chance geweckt übernahm der TSV wieder das Heft des Handelns und kam in der 58. Minute durch Lex auf halblinker Position zu einem guten Abschluss.

Wenig später konnte die grün-weiße Abwehr den Ball wieder nicht aus der Gefahrenzone bringen. Dies ermöglichte Willsch einen Flankenlauf zur Grundlinie, von wo er Neudecker genau bediente, der den Ball mit der Hacke an einem Lübecker Abwehrspieler und seinem Torwart vorbei denkbar clever ins Tor lenkte. Damit stellten die beiden stärksten Löwen des Tages in der 62. Minute die Weichen endgültig auf Sieg.

Den Schlusspunkt setzte Lex in der 66. Minute mit dem 4:1. Wein fing einen Pass kurz vor der Mittellinie ab, wollte Lex direkt steil schicken. Der Pass wurde von Boland noch entscheidend abgefälscht, so dass Lex zentral alleine auf Raeder zulief und eiskalt in rechte Eck einschob.

Danach verflachte das Spiel und die Löwen fuhren den ersten Heimsieg der Saison ungefährdet ein. Trotz des hohen Sieges darf man nicht vergessen, dass Lübeck lange Zeit ein ebenbürtiger Gegner war. In der Schlüsselszene in der 36. Minute agierten Dressel und Möders auf höchstem Niveau und drehten das Spiel zu Gunsten der Giesinger. Aus einer konstant guten Mannschaft stachen Willsch (1 Tor, 1 Assist und 2 Rettungstaten vor dem leeren Tor) und Neudecker (1 Tor, immer anspielbar, hohes Laufpensum, kaum Fehlpässe) heraus. Generell ist es eine Augenweide, das sichere Passspiel, das Spiel ohne Ball und die Laufbereitschaft der Spieler zu sehen.

Wenn ihr weiter so auftretet, könnt Ihr auch aus Rostock was mitbringen, Löwen!

Der einzig bittere Beigeschmack bleibt das wirklich nicht mehr nachvollziehbare Hin und Her der Stadt München im Vorfeld des Spiels zur Zulassung von Zuschauern.

Hier noch ein paar Impressionen vom gestrigen Tag – zum Vergrößern einfach aufs Bild klicken!

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TSV 1860 München schlägt VfB Lübeck 4:1 und ist damit Tabellenführer

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Der TSV 1860 München hat am heutigen Spieltag den VfB Lübeck nach einem 0:1-Rückstand noch mit 4:1 geschlagen. Willsch und Mölders trafen noch vor der Halbzeit zum 2:1, Neudecker und Lex sorgten mit  ihren Toren in der zweiten Halbzeit für den Endstand.

Nachzulesen ist das Spiel in unserem Liveticker aus dem Grünwalder Stadion. Leider ist der Ticker dieses mal nicht so ausführlich wie die letzten Male geworden, weil unsere Seite bzw. Server während dem Spiel pausenlos attackiert wurde.

https://sechzger.de/tsv-1860-muenchen-vfb-luebeck-sechzger-de-liveticker-aus-dem-sechzgerstadion/

Ein ausführlicher Nachbericht zum Spiel folgt morgen oder am Montag; wir widmen uns jetzt erst einmal der Server-Absicherung.

Sechzig um Sieben: Lübeck in Giesing beim TSV 1860!

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Die emotionale Achterbahnfahrt der letzten Tage im Hinblick auf einen Stadionbesuch heute Nachmittag war für viele Löwenfans wahrscheinlich beispiellos und wenn das anstehende Spiel der Löwen gegen Lübeck auch nur annähernd eine vergleichbare Dramaturgie bereithält, dann dürfen wir uns – leider wieder nur vor den TV-Geräten und/oder dem sechzger.de-Liveticker – auf einiges gefasst machen…

Dieser Vorbericht sollte eigentlich an das epische 4:3 gegen Chemnitz am 29. Februar erinnern, bei dem zuletzt Fans auf Giesings Höhen feiern durften. Als Einstimmung auf ein Comeback von zumindest 1.500 Löwenfans. Satz mit X… So kommt es also heute zum insgesamt zehnten Geisterspiel in der Heimat in Folge.

Als historisch hätte ich das Ereignis hier bezeichnet, wenn nach sieben Monaten wieder Zuschauer Einlass gefunden hätten. Dem hat die Stadt München kurzfristig dann doch noch einen kompletten Riegel vorgeschoben. Historisch ist es aber dann dennoch – und zwar in dem Sinne, dass der VfB Lübeck heute zum allerersten Mal seine Visitenkarte auf Giesings Höhen abgibt. In der langen Geschichte der beiden Traditionsvereine gab es überhaupt erst zwei Duelle – beide im DFB-Pokal. Ende Januar 1968 siegten die Löwen vor 17.000 Zuschauern an der Lohmühle in der 1. Hauptrunde mit 1:0. Fast 39 Jahre später, im September 2006 unterlag die Zweitligatruppe von Walter Schachner dem Nord-Regionalligisten (damals trainiert von Bernd Hollerbach) vor 7.400 Zuschauern ebenfalls in der 1. Hauptrunde mit einem peinlichen 1:0. Mehr war bisher nicht zwischen den Lübeckern und unseren Löwen.

Der „Verein für Bewegungsspiele von 1919“  ist im aktuellen Tabellenbild der 3. Liga nach drei Runden der schwächste Aufsteiger. Aus drei Spielen konnten die Hanseaten erst zwei Punkte holen. Einen davon gleich zum Auftakt daheim gegen den derzeitigen Tabellenführer und Mitaufsteiger Saarbrücken. Nachdem Verl den zweiten Platz belegt und Türk Gücü Sechster ist, haben sich die Nordlichter mit dem 16. Tabellenplatz erstmal bei den Hinterbänklern eingereiht, liegen aber damit immerhin noch vor den ambitionierten Schwergewichten aus Duisburg, Krefeld-Uerdingen, Lautern und Magdeburg.

Dem Aufstieg unserer heutigen Gäste gingen eineinhalb Jahrzehnte voraus, die man fast konstant in der Regionalliga Nord verbrachte, was bis 2008 immerhin noch die Drittklassigkeit bedeutete. In der Regel gelangen in diesen langen Jahren einstellige Tabellenplätze, ohne dass man aber wirklich ernsthaft von einer Rückkehr in den Profifußball träumen durfte. Diesen hatte man im Sommer 2004 mit einem 15. Platz der 2. Liga verlassen. Eine gewisse Parallele zu unseren Löwen, die sich in jener Saison ja aus der 1. Liga verabschieden mussten: Sieben sieglose Spiele zum Ende der Spielzeit sorgten dafür, dass die Lübecker, die noch im Frühjahr auf dem sechsten Platz gelegen hatten, durchgereicht wurden. Und auch wirtschaftliche Probleme kennt man – wie in München Giesing – an der Lohmühle gut: Im April 2008 musste man einen Insolvenzantrag stellen, der allerdings nicht zur zunächst befürchteten Verbannung in die Verbandsliga führte. Man blieb Regionalligist. Gut vier Jahre später stand der nächste Insolvenzantrag auf dem Programm und dieser hatte dann zur Folge, dass alle Lübecker Regionalligaspiele der Saison 2012/13 aus der Wertung genommen wurden und man in die Schleswig-Holstein-Liga zurückgestuft wurde. Ähnlich unseren Löwen 2018 gelang dem VfB aber 2014, nur ein Jahr nach dem tiefen Fall, die Meisterschaft  und per Aufstiegsrunde der sofortige Wiederaufstieg in die Regionalliga.

Dies als kurzer Ausflug in die Geschichte unserer heutigen Gäste. Normalerweise blicken wir an dieser Stelle dann wieder nur auf das aktuelle Spiel und nicht zu weit in die Zukunft, machen heute aber eine Ausnahme davon. Das Rückspiel in Lübeck, das für viele Löwenfans einen Pflichttermin darstellt, findet am Wochenende um den 6. Februar 2021 statt. Wir hoffen inständig, dass dieses Spiel im altehrwürdigen Stadion an der Lohmühle dann mindestens so viele von uns besuchen können, die auch für heute Nachmittag ein print@home-Ticket auf ihren Rechnern gespeichert hatten – ehe es sich die Stadt München nochmal anders überlegte.

Für die VfB-Fans hätte es sich – natürlich auch nur ohne Corona – übrigens durchaus gelohnt, diesen Herbst vorrübergehend ein Quartier in unserer Landeshauptstadt zu beziehen: Nach dem 0:1 in Unterhaching vor zwei Wochen und dem heutigen Aufritt bei unseren Löwen schließt das Team von Trainer Landerl in zehn Tagen mit einem erneuten Spiel auf auf Giesings Höhen – bei Türk Gücü – seine „München-Wochen“ ab. Mal sehen, wie erfolgreich diese dann waren.

Nachtgedanken zum TSV 1860

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Zum Abschluss des Tages noch ein Betthupferl aus einer Chatgruppe. Wir können die Gedanken nur zu gut nachvollziehen… Gute Nacht, liebe Löwen!

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“Jungs! Ich bin so bitter enttäuscht wie selten in meinem Leben.
Ich hatte mich sooooo darauf gefreut, endlich wieder in Stadion zu gehen, mit euch Bier zu trinken, die Gegner zu beschimpfen und bei einem Tor auszuflippen. Stattdessen muss ich wieder vor dem Fernseher hocken mit Kaffee und Muffins, kann nicht mal ordentlich jubeln, weil die Frau sonst aus dem Mittagsschlaf gerissen wird. Und das alles, nachdem man am Dienstag ein Rudel gebildet hat, es am Mittwoch Morgen nach den Launen des Ticketshops angepasst hat, um unter den glücklichen 3.000 zu sein. Am Donnerstag den ganzen Tag auf Infos gewartet, heute die Karten im Shop. Auch den Cut auf 1.500 überstanden, pure Freude im Rudel. Dann in einer halben Stunde noch drei Tickets von Luzern bis Hamburg an Leute verteilt, deren Freude ich durchs Telefon spüren konnte. Und keine dreißig Minuten später als geplatzt…
Ich fand’s trotzdem geil, wie wir uns hier drin geholfen haben, wie einer für den anderen da ist, wie keiner egoistisch agiert. Das ist trotz allem so was von geil und macht uns Löwen zur besten Fangemeinschaft der Welt!”

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So ist es. So und nicht anders.

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Sechzig@18:60: Gefühls-Achterbahn bei den TSV 1860-Fans

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Sechzig @18:60 Pilotprojekt Union Berlin
Das Grünwalder Stadion in den Abendstunden

Was am heutigen Tag aus Löwen-(Fan-)Sicht sicherlich alles überschattet hat, war die unheimliche Gefühlsachterbahn zum Thema “Zuschauer beim Lübeck-Heimspiel”. Hatten wir morgens bei “Sechzig um Sieben” noch geschrieben dass wir uns wegen der Reduzierung von 3000 auf 1500 Zuschauer nicht an Spekulationen über die Schuldfrage beteiligen wollen, so bleibt uns 12 Stunden später nur das große Kopfschütteln. Nicht über die Verantwortlichen des TSV 1860, die haben einen großartigen Job gemacht. Nicht darüber, dass wir morgen nicht ins Stadion dürfen – es gibt Wichtigeres. Aber die Art und Weise…. Lest selbst:

https://sechzger.de/1860-luebeck-jetzt-doch-ein-geisterspiel-planungssicherheit-mit-der-landeshauptstadt-muenchen/

Das ändert aber nichts daran, dass wir morgen live aus dem Stadion für euch tickern: Wie schon bei den Spielen in Meppen und Zwickau ist sechzger.de wieder live dabei und tickert live aus dem Stadion, nachdem dieses Spiel nicht im Free-TV kommt. Aktuell bereitet uns tatsächlich nur das Auswärtsspiel in Rostock in puncto “Liveticker” Kopfzerbrechen.

Timing ist alles: Um 12:00 Uhr veröffentlichten wir die “Taktiktafel” mit den Einschätzungen unseres Bernd Winninger zum VfB Lübeck, fünf Minuten später kam dann die Meldung, dass das Spiel morgen als Geisterspiel stattfindet. Logisch, dass da die Taktiktafel erst einmal unterging. Aber wir dürfen nicht vergessen – es wird morgen Fußball gespielt. sechzger.de verrät euch hier, wie der VfB Lübeck (vermutlich) antreten wird und wie sie zu knacken sind:

https://sechzger.de/taktiktafel-unser-naechster-gegner-vfb-luebeck/

Dass die “Münchner Löwen” meldeten, morgen nicht organisiert zu supporten, ist nach den letzten Entwicklungen hingegen nur noch bedingt aktuell:

https://muenchnerloewen.de/aktuelles.html

Leider fällt Niklas Lang verletzungsbedingt jetzt einige Wochen aus:

https://www.tsv1860.de/de/Aktuelles_News/5317.htm

Last but not least: Quirin Moll gab ein Interview für Liga3-online.de:

https://www.liga3-online.de/moll-im-interview-bestaetigung-fuer-unsere-gute-arbeit/

Für morgen gibt es zudem noch zwei Expertentipps:
Richard Neudecker (1860) tippt einen 3:1-Sieg der Löwen, Sebastian Pelzer (Hansa Rostock) prophezeit einen 2:0-Sieg der Heimmannschaft.

 

1860 – Lübeck jetzt doch ein Geisterspiel – “Planungssicherheit” mit der Landeshauptstadt München

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Was für eine Achterbahnfahrt für die Löwen und vor allem die Löwenfans, die eine Karte für das Spiel gegen Lübeck zugelost bekommen hatten:

Die “Spielregeln” schienen eigentlich klar: Ist die 7-Tage-Inzidenz unter 35, dürfen 20% der derzeitigen Kapazität des Sechzgerstadions ins Stadion hinein – also 3000 Löwenfans.

Ist der Wert darüber, darf niemand rein.

Nach diesen Vorgaben startete der TSV 1860 Mittwoch Früh den Ticketverkauf unter den Dauerkarteninhabern für das Spiel gegen Lübeck… – Und kaum waren die 3000 Löwenfans mit Karten versorgt, kam der erste Hammer von der Stadt: Nachdem der Wert so nah an der Grenze sei, würde man nur 1500 Löwenfans zulassen.

Dies würde den Vereinen Planungssicherheit verschaffen – die Alternative wäre ein komplettes Geisterspiel gewesen. Für die 3000 Vormittags noch erfolgreichen Löwenfans fühlte sich das zwar zunächst nicht gut an, erschien aber irgendwo anhand der Nähe zum Grenzwert nachvollziehbar. Auch wenn man an dieser Stelle mal ganz klar sagen muss, dass man dies von Seiten der Stadt gegenüber den drei Vereinen – mehr sind es ja nicht -, die das betrifft  durchaus auch im Vorfeld klarer hätte kommunizieren können.

Oder liest bei der Stadtverwaltung niemand Zeitung und hat nicht mitbekommen, dass sich die Verantwortlichen beim TSV 1860 auf die festgelegten 20% verlassen haben (siehe “Spielregeln” oben)?

Für die erfolgreichen Löwenfans begann jetzt auf jeden Fall eine Zitterpartie, denn der TSV 1860 beschloss, die Tickets unter den 3000 Erfolgreichen zu verlosen – die, die leer ausgehen würden, sollten dafür dann ein direktes Vorkaufsrecht für das Spiel gegen Saarbrücken erhalten.

Die Auslosung bzw. Benachrichtigung erfolgte dann pünktlich am Freitag morgen um zehn Uhr. Glückliche Löwenfans fanden in ihrem Online-Kundenkonto die ersehnten Tickets… Um 12:00 Uhr dann der nächste Hammer: Jetzt verfügte die Stadt München plötzlich, dass die nächsten beiden Heimspiele komplett ohne Zuschauer stattfinden werden – womit  dann auch alles zur “Planungssicherheit” gesagt wäre, mit der die Verantwortlichen der Stadt in den letzten Tagen gerne für die erste Reduzierung argumentiert hatten.

Populistische Maßnahmen gegen Fußball und Fußballfans ziehen immer – auch wenn Corona-Infektionen unter freiem Himmel bei Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und mit dem gebotenen Abstand ungefähr so häufig vorkommen, wie Schnee in der Sahara.

Liebe Landeshauptstadt – das war nix. Aber gleich gar nix!

TAKTIKTAFEL – Unser nächster Gegner: VfB Lübeck

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Am morgigen Samstag trifft der TSV 1860 München auf den Aufsteiger aus der Regionalliga Nord, den VfB Lübeck. Der Österreicher auf dem Trainerstuhl der Gäste, Rolf Martin Landerl, ist dort seit 2016 Trainer und schickt seine Mannschaft seit der Regionalligasaison 2018/19 bevorzugt in einer 3-5-2 offensiv-Formation auf den Platz. Dass diese Formation den Beinamen „offensiv“ trägt, muss aber noch lange nicht heißen, dass das Lübecker Team auch tatsächlich offensiv auftritt. Es ist lediglich die Beschreibung für ein System mit Dreierkette, in dem bei eigenem Ballbesitz die Mittelfeldflügel weit vorrücken – und mit einer Doppelzentrale vor dem defensiven Mittelfeldspieler.

Dieses System soll generell ein direktes Konterspiel begünstigen. Gegen den Ball müssen die Außen meist weite Wege gehen, um sich in die Dreierkette einzuklinken, die dann – wie auch schon bei unserem letzten Gegner Zwickau – zur Fünferkette wird.

Von der Spielanlage dürfen wir den VfB Lübeck (trotz gleicher Grundaufstellung wie Zwickau) in einer komplett anderen Variante erwarten als die Sachsen am vergangenen Samstag – nämlich absolut defensiv. Die Spieler von der alt-ehrwürdigen Lohmühle beginnen das Gegenpressing eher tief. Im Heimspiel gegen den MSV Duisburg wurde von den Gastgebern erst kurz vor der Mittellinie gepresst, lediglich die Stürmer versuchten ab dem Mitteldrittel der gegnerischen Spielfeldhälfte die Passwege zuzustellen. Auch die Abwehrreihe steht meist tief am eigenen Strafraum.

Der Rest der Mannschaft verteilt sich gegen den Ball zunächst sehr gut und versucht – sobald die gegnerische Mannschaft in die Hälfte der Lübecker eindringt – weniger über aktive Zweikämpfe gegen den ballführenden Spieler, als über gutes Positionsspiel bei starker Raumverdichtung in Ballbesitz zu gelangen.

Die gezählten Ballbesitzwechsel während der Partie Lübeck gegen Duisburg zeigen dies sehr deutlich: Durch Positionsspiel: 39, nach Zweikampf: 21, durch abgefangene Bälle: 8, nach einem Kopfballduell: 1. Jene Ballbesitzwechsel, die entstehen, wenn die Kugel eine der Spielfeldbegrenzungen überschreitet, werden in diese Statistik übrigens nicht eingerechnet.

Lübeck versucht in Ballnähe stark verdichteten Raum zu erzeugen, der dem Gegner in der Offensive schnelles, präzises Passspiel, laufintensives, intelligentes Stellungsspiel und hohe Präzision bei Bällen ins letzte Drittel oder Flanken in den Strafraum abverlangt, um überhaupt zum Abschluss eines Spielzugs zu kommen.

Aber auch mit geschickten, schnellen Verlagerungen auf die sogenannte „schwache Seite“ kann man diese komprimierte Art gegen den Ball zu spielen, knacken. Sollten die Löwen ihr spielübergreifend gutes Passspiel weiterhin aufs Feld bringen und wenn auch die Lauffreudigkeit ähnlich wie gegen Meppen oder Zwickau aussieht, kann man behaupten, dass der TSV 1860 reelle Chancen hat, sich mehr Torgelegenheiten zu erspielen als im letzten Heimspiel. Denn mauern wie der 1. FCM wird der VfB voraussichtlich nicht.

Bei Balleroberung spekulieren die Nordlichter eher auf schnelle, überfallartige direkte Konter als auf den von hinten heraus aufgebauten Positionsangriff. Gegen eine Mannschaft wie die von Michael Köllner, die bei eigenem Ballbesitz gerne weit aufrückt und generell sehr hoch presst, kann das – wenn die Passpräzision und die Anspielstationen nach Ballgewinn vorhanden sind und somit das Tempo im Gegenstoß hoch gehalten wird – durchaus erfolgsversprechend sein.

Da sich aber nicht aus jedem Ballgewinn ein Konter ergibt, muss man natürlich auch beleuchten, wie der VfB Lübeck seine Positionsangriffe steuert. Die wichtigsten Figuren im Aufbauspiel der Hansestädter sind Sven Mende (#8), Mirco Boland (#31), Yanick Deichmann (#10) und Marvin Thiel (#13). Diese vier Mittelfeldspieler hatten über die letzten drei Spieltage hinweg pro Spiel annähernd gleich viele Ballkontakte. Die höchste Passgenauigkeit und die meisten gewonnenen Offensivzweikämpfe weist Boland auf.

Sogenannte entscheidende Pässe kamen jedoch von anderen Spielern. Daraus folgt: Boland soll die Positionsangriffe starten, situative Schwächen des Gegners erkennen und den Angriff mit einem Pass auf den Spieler, dessen Position und verfügbarer Bewegungsspielraum am erfolgversprechendsten erscheint, einleiten.

Was ist zum Angriffsspiel der Lübecker noch wissenswert? Auf Ballbesitzspiel legt die Landerl-Elf offensichtlich kaum Wert. Im Durchschnitt der bisherigen drei Auftritte liegt der Wert bei 43%, wobei auffällt, dass er beim Auswärtsspiel in Unterhaching höher war als in den beiden Heimspielen. Die beiden Tore für Lübeck fielen bisher beide über Konterangriffe. Generell wird der VfB dann gefährlich, wenn er das Spiel schnell machen kann und die Hintermannschaft des Gegners in der Rückwärtsbewegung etwas unsortiert daherkommt.

Die Stärken und Schwächen des 3-5-2-Systems habe ich schon letzte Woche in der TAKTIKTAFEL zum Auswärtsspiel in Zwickau behandelt. Wer möchte, kann sich gerne im betreffenden Artikel nochmal darüber informieren.

Wer wird für die Hanseaten am Samstag im Grünwalderstadion wohl auflaufen? Mit Sicherheit nicht mit von der Partie sind zwei für den Aufsteiger wichtige Neuzugänge: Stürmer Elsamed Ramaj (#6), der im Sommer auf dem kurzem Weg aus Rostock gewechselt hat, brach sich gegen Duisburg das Schlüsselbein. Der linke Mittelfeldspieler Sebastian Hertner (#3), der von Darmstadt 98 kam, laboriert an einem Außenbandriss im Sprunggelenk. Für ihn wäre ein Auftritt in München ein Wiedersehen geworden, schnürte er zwischen Juli 2013 und Januar 2015 doch bei den Löwen seine Fußballstiefel. Hinzu kommen noch drei weitere Langzeitverletzte.

In Abwehr und Mittelfeld schickte Rolf Landerl in den bisherigen Spielen zu Beginn jeweils die identischen acht Spieler aufs Feld. Über die mögliche Aufstellung im Sturm darf getrost spekuliert werden. Ob beispielsweise der Sohn des ehemaligen Löwenbombers Bernd Hobsch (39 Spiele/18 Tore für den TSV 1860), Patrick Hobsch (#34), der in den ersten beiden Spielen noch zur Stammelf zählte, gegen Duisburg aber nicht einmal im Kader stand, obwohl er zur Saisoneröffnung gegen Saarbrücken getroffen hatte, am Samstag zum Startpersonal gehören wird? Die neben Hobsch wahrscheinlichsten Optionen für den Doppelsturm sind die in den bisherigen Spielen bereits als Einwechselspieler zum Zug gekommenen Martin Röser (#9) und Soufian Benyamina (#33).

Aufgrund der Kaderbreite und der Verletztenmisere und auch, weil der TSV 1860 gegen den FSV Zwickau, der in einer anderen Variante der gleichen Grundformation wie Lübeck spielt, über weite Strecken gut unterwegs war, besteht natürlich die Möglichkeit, dass Lübeck in einem 5-3-2 oder 4-1-4-1 den Platz betritt. Ersteres System wurde in den vergangenen zwei Spielzeiten z.B. gegen Wolfsburg II auf das Grün gebracht. Mit Viererkette spielten die Hansestädter in der Vergangenheit vor allem dann, wenn während des Spiels eine Systemänderung vonnöten war.

Das 5-3-2 ist wäre nur bedingt eine mögliche Alternative für den VfB Lübeck, der keine nominellen Außenverteidiger im Kader hat. Man verfügt lediglich über Spieler, die dort als „Notnagel“ eingesetzt werden könnten. Florian Riedel (#39), Stammspieler im rechten Mittelfeld, und Tim Weißmann (#2), eigentlich Innenverteidiger, für den dann Thiel oder Deichmann weichen müssten, wären die wahrscheinlichen Außenverteidiger in so einem Szenario. Da man aber so gute Fußballer wie Thiel oder Deichmann eigentlich nicht auf der Bank sitzen lässt und weil ansonsten keine etatmäßigen Außenverteidiger zur Verfügung stehen, halte ich ein 5-3-2  für unwahrscheinlich.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

So wird der VfB Lübeck also vermutlich morgen Nachmittag auflaufen: