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Sechzig@18:60 – Hansa Rostock + Zuschauerzahlen + Unterstützung für NLZ

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Die Hälfte der Woche ist geschafft und auch bei uns richtet sich der Blick zunehmend auf Samstag Nachmittag und den Auftritt des Tabellenführers TSV 1860 München beim Verfolger FC Hansa Rostock. Die Kogge ist mit sieben Punkten aus den ersten vier Spielen in die Saison gestartet und gilt nicht umsonst als einer der Favoriten für den Aufstieg. Es dürfte also ein heißer Tanz werden am Wochenende, zumal aufgrund des dort niedrigen Inzidenzwertes im Ostseestadion 7.500 Fans ihr Team zum Sieg brüllen möchten. Ein frühes Tor der Löwen wie in Meppen (Lex, 3. Min.) und Zwickau (Mölders, 1. Min.) wäre also durchaus wünschenswert, um für etwas Ruhe zu sorgen.

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Der Tabellensiebte aus Rostock ist aktuell nicht nur gut in Form (zuletzt 3:2 beim SC Verl) und kann auf Zuschauerunterstützung setzen, sondern bedient sich auch eines Glücksbringers der ganz besonderen Art. Da der eigentliche Hansa-Zeugwart aufgrund einer Operation ausfällt (Gute Besserung von dieser Seite!), springt einmal mehr der ehemalige Torwarttrainer Alexander Ogrinc ein. Dies war bereits im Herbst 2018 der Fall und Hansa blieb in dieser Zeit sechs Spiele ohne Niederlage. Es ist an der Zeit, einen Mythos zu zerstören, oder?

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Ein besonderes Augenmerk wird man bei diesem Vorhaben auf Maurice Litka legen müssen, der von den Lesern von liga3-online zum “Spieler des Spieltags” in der letzten Spielrunde gewählt wurde. Angst brauchen wir aber natürlich nicht haben, denn für den kicker hatten wir den besten Akteur des 4. Spieltags in unseren Reihen: Marius Willsch!

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Während die Hansestädter am Samstag also auf ordentlich Support hoffen können, sieht es andernorts in Sachen Zuschauerunterstützung eher mau aus. Von den bislang rund 110.000 verfügbaren Tickets in der laufenden Saison wurden lediglich knapp 89.000 Karten verkauft. So konnte nur bei 14 von 31 Spielen mit Zuschauern “ausverkauft” vermeldet werden und selbst beim emotionalen Derby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Erzrivale Waldhof Mannheim blieben am letzten Samstag 1.500 Plätze frei.

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Gerne möchten wir Euch noch einmal auf unser neues Statistik- und Foto-Tool hinweisen und freuen uns schon sehr darauf, wenn Ihr die Datenbank mit reichlich Matches und dazugehörigen Fotos füllt. Was es damit auf sich hat und wie Ihr Euch einbringen könnt, haben wir Euch in einem eigenen Artikel zusammengestellt.

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Zu guter Letzt noch eine äußerst erfreuliche Meldung aus dem NLZ: Nicht nur, dass es bei unseren Nachwuchsmannschaften derzeit sehr gut läuft, auch am Drumherum wird fleißig gearbeitet, um Trainern und Spielern die besten Voraussetzungen zu bieten. Die Unternehmer für Sechzig sind diesbezüglich unermüdlich und die Maler Dierl GmbH hat einmal mehr Hand angelegt, um unseren Verein zu unterstützen. Vergelt’s Gott!

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https://www.instagram.com/p/CGUcfFjMYAI/

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Warum laufen der 3. Liga die Zuschauer davon?

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Wie würde es bei Facebook beim Beziehungsstatus so schön heißen? Es ist kompliziert. Ja, das ist es wirklich, denn einerseits grüßt der TSV 1860 München von der Tabellenspitze, Trainer und Mannschaft versprühen gute Laune und Zuversicht, die Geschäftsführer leisten wertvolle und fruchtbare Arbeit und auch die beiden Gesellschafter sorgen für das so dringend benötigte ruhige Umfeld, ohne das sportlicher Erfolg nur schwer zu erreichen ist. Andererseits leiden die Löwenfans natürlich darunter, dass sie – mit Ausnahme des Testspiels in Windischgarsten im Rahmen des Trainingslagers – seit März keine Möglichkeit hatten, das Team live zu sehen und zu unterstützen. Die ursprünglich angedachten 3.000 Tickets für das Heimspiel gegen den VfB Lübeck waren im Handumdrehen vergriffen, doch dann kam bekanntlich alles anders. Erstaunlicherweise ist das Interesse am Stadionbesuch in der 3. Liga jedoch nicht überall so groß wie bei uns.

Dass wir Löwen ein bisschen anders ticken als andere, ist ohnehin klar, aber dennoch überrascht es, dass von den bislang rund 110.000 verfügbaren Tickets in der laufenden Saison lediglich knapp 89.000 Karten verkauft wurden. Warum konnte nur bei 14 von 31 Spielen mit Zuschauern “ausverkauft” vermeldet werden? Selbst beim Derby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Waldhof Mannheim blieben am vergangenen Wochenende 1.500 Plätze frei. Doch woran liegt das?

Das Portal liga3-online.de hat sich dieser Frage angenommen und einige Gründe aufgelistet, weshalb die Fans derzeit nicht wie gewohnt in die Stadien strömen, selbst wenn sie es könnten. Erfolgen die Zuschauerzulassungen zu kurzfristig? Sind die Ticketvergabe-Systeme zu kompliziert oder die Karten mangels Stehplätzen zu teuer? Fehlt die typische Stadionatmosphäre und hält die Fans auch aufgrund der Sterilität vom Stadionbesuch ab? Spielt die Angst vor Corona mit rein und lässt einen das Match dann doch lieber zuhause vor dem TV anschauen? Oder haben die Menschen in den vergangenen Monaten gar gemerkt, dass so ein Wochenende ohne Fußball auch funktioniert und sind des Stadionbesuchs überdrüssig?

Wir können natürlich nur für uns als Redaktion sprechen, aber wir brennen darauf, bald wieder ins Sechzgerstadion zu gehen und die Löwen auch auswärts zu unterstützen. Wie sieht das bei Euch aus? Würdet Ihr wieder ins Stadion gehen, wenn Ihr denn dürftet? Oder würdet Ihr trotzdem darauf verzichten? Könnt Ihr Euch vorstellen, weshalb der Ticketverkauf bei den Drittligisten derzeit so schleppend verläuft? Wir freuen uns auf Eure Meinungen direkt unter diesem Artikel oder bei Facebook.

 

Sechzig um 7: Interview mit Richy Neudecker + TV-Übertragungen gesichert + Statistik-Tool

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Sechzig um Sieben: U21 gewinnt am Trainingsgeländer
Sechzig um Sieben: U21 gewinnt am Trainingsgeländer

Die Wochenmitte ist erreicht und wir haben bereits früh am Morgen einige interessante Neuigkeiten für Euch.

 

Interview mit Richard Neudecker

Unser löwenstarker Rückkehrer Richy Neudecker gab dem Wochenenanzeiger und dem Löwen-TV ein ausführliches Interview. Er gewährt Einblicke in die Frühphase seiner Karriere und zeigt auf, warum er nach Hamburg und in die Niederlande gewechselt ist. Außerdem verrät er, wie Michael Köllner ihn überzeugen konnte, wieder nach Giesing zurück zu kehren. Hier noch kurz unsere Lieblingsstelle:

Frage: Wie ist es als Profi vor leeren Zuschauerrängen zu spielen?

Antwort: Scheiße!

Das Interview ist absolut lesens- bzw. sehenswert, schaut mal rein!

Fußball im TV wohl gesichert

Gestern berichteten wir an dieser Stelle, dass die TV-Übertragungen der Spiele des kommenden Wochenendes möglicherweise gefährdet seien (Quelle: kicker). Im Laufe des Tages gab es dann Entwarnung, wie liga3-online.de berichtet: Das Hygienekonzept von DFL und DFB soll enstprechend angepasst werden. Der BR führt jedenfalls den Auftritt unserer Tabellenführer noch in seinem Programm, ebenso wie MagentaSport. Wir gehen also davon aus, dass die Löwenfans das Spiel wenigstens im Fernsehen verfolgen können, wenn sie schon nicht mit der Mannschaft ins Ostseestadion reisen dürfen – sechzger.de tickert wie schon in Meppen & Zwickau aus dem Ostseestadion Rostock.

Das ist los an der Grünwalder Straße

Michael Köllner ruft seine Mannen heute zwei Mal zum Training, 10:30h und 15:00h. Wie aktuell gewohnt, haben Kiebitze keinen Zutritt. Im Löwenstüberl kann zu Mittag zwischen Rataouillegemüse mit Reis für 8,00 € oder Spießbraten mit Biersoße, Kartoffelknödel und Speckkrautsalat für 8,60 € gewählt werden.

Statistik- & Foto-Tool

Gestern Abend war es so soweit: Nach einiger Vorarbeit ist unser Statistik- & Foto-Tool online gegangen. Eine wahre Schatzkammer für Löwenfans! Und das Beste daran ist, dass jeder diese Schatzkammer mit noch mehr Schätzen befüllen kann. Wie das geht, haben wir Euch gestern erklärt. Hier geht’s direkt zum Tool: https://sechzger.de/statistiken/. Viel Spaß beim Stöbern und Hinzufügen Eurer Schätze!

Das Sechzger.de – TSV 1860 – Statistik- & Foto-Tool

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Das sechzger.de-TSV-1860-Statistik- & Foto-Tool

Für alle, die dabei waren, ihre Erinnerungen archivieren oder einfach nur nachlesen wollen

(heute ausnahmsweise anstatt “Sechzig@18:60”)

Was ist dieses Tool?

Das sechzger.de-Statistik-Tool ist eine ständig wachsende Daten- und Bilder-Datenbank mit möglichst vielen Spielen der Profi-, Amateur- und Jugendmannschaften des TSV 1860 München.

Was kann dieses Tool?

Es ist unseres Wissens nach die umfangreichste Online(!)-Datenbank zum TSV 1860. Hier findet Ihr – soweit bekannt – Daten, Bilder, Ergebnisse und Zuschauerzahlen zu den Spielen der Löwen.

Warum noch eine Datenbank?

Weil die meisten Datenbanken, die es dazu online (!) gibt, viel zu viele Fehler enthalten. Spiele an falschen Daten, in falschen Stadien, doppelte Spiele – zudem gibt es keine Datenbank, bei der jeder Löwenfan seine eigenen Bilder (Eintrittskarten, Kurvenfotos etc.) beisteuern kann. Von den Amateur- und Jugendmannschaften gibt es kaum vollständige Daten, geschweige denn Bilder dazu.

Woher sind die Daten?

Der Grundstock zu dieser Datenbank ist zweifelsohne die Liste der besuchten Spiele von Siegfried Nagelstutz (https://www.tsv-1860-museum.de). Von ihm stammt die umfangreichste Datensammlung, denn Sigi ist ja auch einer der Löwenfans mit den meisten Profi-, Amateur- und Jugendspielen – wir haben ihn ja schon einmal vorgestellt: https://sechzger.de/die-allesfahrer-von-1860-teil-3/

Auch wir von sechzger.de konnten auf unsere eigenen Aufzeichnungen zurückgreifen und uns zudem zweier riesengroßen Hilfen zum Abgleichen und Vervollständigen bedienen: Das Archiv des leider verstorbenen Löwen-Archivars Karl Margraf und das  fantastische „Löwen-Kompendium“ von Thorsten Ruinys. In Letzterem stecken über zehn Jahre Arbeit und in naher Zukunft wird eine Neuauflage des Standardwerkes erscheinen. Thorsten hat ja z.B. auch kürzlich erst den ältesten noch lebenden Löwen-Spieler ausfindig gemacht und ihn zum 100. Geburtstag angerufen: https://sechzger.de/100-jahre-der-aelteste-loewenspieler-feiert-heute-geburtstag/

Thorsten und sein Werk werden wir bei Gelegenheit gerne noch ausführlich vorstellen.

Wichtig ist uns an dieser Stelle: Wir haben die Daten nicht einfach abgeschrieben, sondern mit unseren Aufzeichnungen abgeglichen.  Unzählige “lebensnotwendige” Diskussionen, a la  “ob der TSV 1860 seinerzeit im Winter 1994 ein Freundschaftsspiel in Schwandorf gegen Croatia oder Dynamo Zagreb (Karl und Thorstens Aufzeichnungen widersprechen sich hier, Stephan war live vor Ort und beharrte auf Croatia) bestritt” wurden leidenschaftlich geführt und z.B. erst nach Wikipedia-Recherche ad acta gelegt. Tatsächlich haben wir sogar manchmal bei unseren Eintrittskarten eine Anstoßzeit gefunden, wo in den Unterlagen keine hinterlegt war. Ob das 25 Jahre nach einem Freundschaftsspiel noch jemanden außer Freaks wie uns interessiert, steht auf einem anderen Blatt Papier….

Was bringt Euch das Tool?

Ihr könnt hier Eure besuchten Spiele markieren und habt somit immer eine aktuelle Übersicht. Zudem könnt Ihr Daten nachschlagen, in Erinnerungen schwelgen oder – ganz wichtiger Punkt – Eure eigenen Erinnerungen und Bilder uploaden. Bei den Bildern wird Euer Nickname als Wasserzeichen drübergelegt und zudem angezeigt, von wem das Bild ist.

Sollte ein Spiel fehlen, könnt ihr das ganz leicht nachtragen. Alle gemeldeten Spiele werden von uns jedoch erst einmal überprüft und dann freigeschaltet.

Wie könnt Ihr selber Spiele eintragen, Euch markieren oder etwas uploaden?

Benutzt dafür bitte den Löwenforum-Login! Wenn Ihr keinen habt, erstellt euch bitte einen. Wie das geht, erklären wir in diesem Video.

Warum den Löwenforum-Login?

Weil wir keine anonymen Stänkerer bei uns auf der Seite haben wollen. Klar, auch hinter Nicknames ist man anonym, wenn man möchte, kann sich jedoch auch hier eine gewisse Glaubwürdigkeit durch seine Beiträge „erarbeiten“. Viele User machen das seit vielen Jahren im Löwenforum; wir sehen keinen Grund, diesem Konkurrenz zu machen und hier bei Null anzufangen.

Wir wissen, dass die Datenbank noch nicht komplett ist, auch in der Bedienung und Optik ist noch lange nicht alles so, wie wir das gerne hätten. Wir gehen jetzt mit über 2700 eingetragenen Spielen trotzdem an den Start und hoffen auf Eure Unterstützung, insbesondere bei den Bildern. Jetzt aber zum Tool:

https://sechzger.de/statistiken/

Kritik & Feedback, aber auch gerne einfach ein Lob unter diesen Artikel schreiben. Vielen Dank dafür.

Bilanz der Transferaktivitäten des TSV 1860 zur Saison 2020/21

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Foto von Anne Wild - Mannschaftsbild TSV 1860 München

Vor etwa fünf Wochen zogen wir ein Halbzeitfazit der Transferaktivitäten. In unserem Zwischenfazit stellten wir fest, dass wir noch zwei Stürmer und einen (Innen-)Verteidiger für geeignete Verstärkungen hielten. Und siehe da: Als ob Günter Gorenzel und Michael Köllner unsere Analyse gelesen hätten, wurden noch exakt zwei Stürmer und ein Innenverteidiger verpflichtet.

Mit Martin Pusic wurde ein erfahrener Stürmer aus der österreichischen Bundesliga geholt. In seinen bisherigen Kurzeinsätzen zeigte der 33-Jährige, dass er körperlich robust und dennoch ziemlich flink ist. Aber die wenige Einsatzzeit reicht sicher noch nicht aus, um sich ein komplettes Bild von ihm machen zu können. Wir denken, er gibt Michael Köllner die Möglichkeit, Sascha Mölders die ein oder andere Ruhepause in einer langen Saison quasi ohne Winterpause zu ermöglichen. Außerdem sollte gegen tiefstehende Gegner durch ihn die Möglichkeit gegeben sein, mit zwei Strafraumstürmern zu spielen, die Gegner so noch mehr unter Druck zu setzen und im Strafraum mehr Anspielstationen für die Mittelfeldspieler zu bieten.

Mit Tim Linsbichler wurde ein weiterer Österreicher für den Sturm geholt. Er kommt aus dem Nachwuchs der TSG Hoffenheim und ist mit seinen 20 Jahren eine Option für die Zukunft. Er kam bisher leider weder bei den Profis noch in der U21 zum Einsatz, eine Bewertung können wir uns somit nicht erlauben.

Für die Innenverteidigung wurde Stephan Salger von Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld verpflichtet. Der 30-Jährige, der immerhin die letzten acht Spielzeiten in Bielefeld verbracht hat, scheint der erfahrene und solide Innenverteidiger zu sein, den unsere Abwehr noch benötigt hat. In den fünf bisherigen Einsätzen verrichtete er verlässliche Defensivarbeit, sorgte im Verbund mit seinen Kollegen für eine stabile Abwehrreihe und ließ wenig anbrennen.

Natürlich wollen wir auch auf die beiden Neuen im Mittelfeld, Erik Tallig (Chemnitzer FC) und Richard Neudecker (VVV-Venlo), kurz eingehen. Während Tallig schon seit Beginn der Vorbereitung zum Kader gehörte und sich früh einen Stammplatz in der Kreativzentrale erarbeitete, stieß Neudecker erst später zur Mannschaft und musste sich zunächst Stück für Stück an die erste Elf herantasten. Zunächst kam er von der Bank, seit zwei Wochen steht er nun aber in der Stammformation und nach seinem Gala-Auftritt zuletzt gegen den VfB Lübeck besteht wohl kein Zweifel daran, dass der 23-Jährige eine enorme Verstärkung für die Löwen darstellt.

Insgesamt wurden im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und auch des zeitlichen Ablaufs dieser Transferperiode sehr ordentliche Arbeit geleistet. Die Eindrücke der ersten sechs Pflichtspiele zeigen eine sehr ausgewogene Mannschaft, die für den frühen Zeitpunkt in der Saison schon extrem eingespielt wirkt. Die meisten Positionen scheinen auch mit ausreichend starken Ersatzspielern besetzt, die dem Trainer im Verlauf der Saison eine gewisse Rotation ermöglichen sollten. Verletzungen und Sperren sollten mit dem vorhandenen Kader also gut kompensiert werden können.

Lediglich auf der Position des rechten Außenverteidigers drängt sich kein adäquater Ersatz für Stammspieler Marius Willsch auf und auch die möglichen Vertreter von Marco Hiller sind zwar talentiert, aber auf diesem sportlichen Niveau unerfahren. In diesem Sinne bleibt spannend abzuwarten, welche unserer zahlreichen Talente aus dem NLZ sich zu Drittligaspielern weiterentwickeln und Einsatzzeiten bekommen werden. Vielleicht kann sich ja der ein oder andere durchsetzen und in Fußstapfen von Dennis Dressel oder Marco Hiller treten.

Foto: Anne Wild

Sechzig um 7: kein Fußball im TV? +++ Ehrenpreis der Integrationsbeauftragten für Ali Cukur +++ Halle-Zwickau 0:2

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Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe
Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe

Möglicherweise kein Fußball im TV?

Nachdem ein Großteil der Stadien aktuell nur teilweise oder (wie bei uns) gar nicht besetzt ist, brachte das Fernsehen den letzten Hauch von Fußballstimmung zu den Fans. Nun ist nach einem Bericht des kicker auch das in Gefahr: Nach dem Hygienekonzept der DFL ist Personen aus Risikogebieten, die für das TV arbeiten, der Zugang zum Stadion verboten. Eine Task Force der DFL sucht nach Lösungen. Interessanterweise gilt das Verbot laut kicker nur für im Stadion arbeitende Personen und nicht für Zuschauer – das dürfte jedoch vermutlich vor allem an den geringen Abständen von Reportern und Kameraleuten zu den Spielern liegen.

Ehrenpreis der Integrationsbeauftragten für Ali Cukur

Für seine herausragende Integrationsarbeit erhielt unser Boxabteilungsleiter Ali Cukur letzte Woche den Ehrenpreis der Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung. Herzlichen Glückwunsch, Ali! An dieser Stelle wollen wir auch nochmal auf das Crowd-Funding für die Boxer hinweisen, das ihnen einen Start in der Bundesliga ermöglichen soll.

Abschluss des 4. Spieltags

Mit dem Ostderby Halle-Zwickau endete gestern Abend der 4. Spieltag der dritten Liga. Dabei gelang den Zwickauern mit 0:2 der erste Auswärtssieg der Saison, während Halle die zweite Heimniederlage kassierte. Damit orientieren sich die Westsachsen mit sieben Punkten in der Tabelle wieder nach oben. Halle bleibt im Abstiegskampf auf Platz 15 stecken. Und die Löwen bleiben weiter SPITZENREITER!!!

Spieler des vierten Spieltags

Bei liga3-online könnt Ihr den Spieler des Spieltags voten. Marius Willsch steht zur Wahl. Ihr wisst, was Ihr zu tun habt…

Das ist los an der Grünwalder Straße

Nach zwei trainingsfreien Tagen versammelt Michael Köllner seine Tabellenführer (oh, wie gern ich darauf hinweise!) heute um 15:00 Uhr zum Training. Coronabedingt leider ohne Zuschauer. Bene Lankes tischt für seine Gäste einen Kartoffel-Brokkoli-Auflauf (8,00 €) oder ein Hirschgulasch mit hausgemachtem Breznknödel (8,90 €) auf.

Schlussbilanz der Transferperiode

Nach der Zwischenbilanz der Transferaktivitäten stellen wir Euch heute gegen Mittag die Schlussbilanz aus unserer Sicht vor. Wir würden uns freuen, wenn Ihr vorbeischaut und uns mitteilt, ob Ihr unsere Sichtweise teilt.

Sechzig@18:60 – Taktiktafel + kicker-Elf des Tages + eSports

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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und so bereiten sich Michael Köllner und seine Mannschaft bereits auf den bevorstehenden Auftritt bei Hansa Rostock vor. Nach dem heutigen trainingsfreien Tag gehts morgen wieder richtig los, um die lange Reise an die Ostsee am Samstag mit drei Punkten krönen zu können.

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Heute haben wir jedoch nochmal zurück geblickt auf den deutlichen 4:1-Heimsieg gegen den VfB Lübeck. In unserer beliebten Rubrik TAKTIKTAFEL könnt Ihr nachlesen, wie die Löwen und die Gäste taktisch agiert haben und wieso der Löwensieg zwar verdient war, aber eventuell doch etwas zu hoch ausfiel.

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Auch Lübeck-Trainer Rolf Landerl haderte nach der Partie ob der vermeintlich vorentscheidenden Situation. Statt 1:2 stand es plötzlich 2:1 für die Löwen und das Match nahm einen für den VfB unheilvollen Verlauf. Uns soll es natürlich recht sein…

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Dem kicker blieb die alles in allem doch beeindruckende Leistung des TSV 1860 München nicht verborgen und so wurden mit Stefan Lex, Richard Neudecker und Marius Willsch gleich drei Löwen in die Elf des Tages berufen. Letzterer sahnte gar die Auszeichnung zum Spieler des Spieltags ab. Wir gratulieren recht herzlich!

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Doch nicht nur auf dem Rasen gibt es bei den Löwen derzeit ordentlich Grund zum Jubeln, sondern auch an der Konsole: Das eSports-Team PENTA1860 feierte mit dem 1:0 gegen Cowana Gaming den elften Sieg in Folge und grüßt ebenfalls von der Tabellenspitze. Weiter so!

[dt_gap height=”10″ /]Screenshot: https://www.instagram.com/stories/tsv1860muenchenev/2418261709910674628/

kicker-Elf des Tages mit drei Löwen

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Gleich drei aktuelle Löwenspieler finden sich in der kicker-Elf des Tages der vierten Spielrunde der 3. Liga wieder: Neben Richard Neudecker und Stefan Lex wurde auch Marius Willsch nominiert, der sogar zum “Spieler des Tages” gekürt wurde. Herzlichen Glückwunsch – eine verdiente Auszeichnung für die herausragenden Leistungen, wobei man eigentlich der kompletten Truppe samt Trainerstab ein großes Lob zollen muss.

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Mit Aaron Berzel (Türkgücü München) und Yannick Stark (Dynamo Dresden) sind zwei weitere Ex-Löwen in der Top-Mannschaft des Spieltages vertreten. Sercan Sararer (TGM), der bisher an allen Spieltagen zum besten Akteur der Runde benannt worden war, ging diesmal komplett leer aus.

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VfB Lübeck unter Wert geschlagen

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Versprochen, das ist nun wirklich der letzte ausführliche Artikel zum 4:1-Sieg der Löwen am Wochenende gegen den VfB Lübeck. In unserer Taktiktafel analysiert Bernd Winninger einmal mehr professionell den Spielverlauf und gibt auch statistische Einblicke zum Heimsieg des TSV 1860 gegen die Gäste aus Norddeutschland. Deren Trainer Rolf Landerl hat sich nun bei liga3-online ebenfalls zu Wort gemeldet und hadert immer noch über den für den VfB so unglücklichen Spielverlauf.

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Insbesondere das 2:1 durch Mölders gilt für den Österreicher als Knackpunkt. Für die Lübecker war dieser Nackenschlag alles andere als leicht zu verkraften, wie Landerl auf der Pressekonferenz nach Spielende befand. Immerhin sei “die halbe Mannschaft noch im Jubeln” gewesen, während unser Routinier auf der Gegenseite die Weichen auf Löwensieg stellte.

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Insgesamt hinterließen die Gäste einen sehr positiven und sympathischen Eindruck in Giesing und wurden unter Wert geschlagen. Wir wünschen dem VfB für die restliche Saison (mit Ausnahme des Rückspiels natürlich) alles Gute und viel Erfolg und möchten an dieser Stelle noch deren Busfahrer grüßen, der sich sogar kurz im Löwenstüberl blicken ließ und sich mit den anwesenden Fans unterhielt.

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TAKTIKTAFEL – Die Analyse vom Heimsieg gegen Lübeck

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Wie erwartet spielte der VfB Lübeck am Samstag ein 3-5-2 offensiv-System. Entgegen meiner Erwartungen traten sie aber auch so auf. 3-5-2 offensiv mit hohem Gegenpressing ab der ersten Minute des Spiels. So konnte der TSV 1860, der im vertrauten, variabel angelegten 4-1-4-1-System antrat, zu Beginn nie – wie gewohnt – beruhigt aus der Defensive heraus mit kurzen Pässen agieren. Heranarbeiten an den Strafraum des Gegners war für Sechzig zu Beginn des Spiels ein schwer verdientes Brot. Lange Pässe und hohes Laufpensum – vor allem für die immer wieder aufrückenden, ihren Mittelfeldkollegen hinterlaufenden Außenverteidiger Willsch und Steinhart, aber auch für alle anderen Akteure – bestimmten das Bild bei Löwenangriffen zu Spielbeginn.

So war auch das konsequente Gegenpressing der Lübecker der Grund für das 0:1. Zuerst fand Hiller keine kurze Anspielstation, musste also eine lange Variante wählen. Der Abschlag landete bei einem Gegenspieler. Der folgende Angriff der Lübecker konnte zwar durch Steinhart nach wenigen Pässen unterbunden werden, das konsequente Pressing des VfB ließ für die Löwen aber keinen Spielaufbau zu und so verlor wenige Sekunden nach dem Ballbesitzwechsel Lex das Leder wieder durch ein konsequent geführtes Doppeltackling von Deters und Riedel, das Deichmann in Ballbesitz brachte. Deichmann konnte Hobsch, der die Abseitsfalle der Viererkette geschickt umging, mit einem Traumpass in den Sechzehner bedienen. Hobsch legte sich den Ball kurz selbst vor und schloss ab. Die Gäste hatten ganz offensichtlich einen guten Matchplan für das Auswärtsspiel an der Grünwalder Straße gefunden.

Kurz nach dem Führungstor jedoch ließen die Hanseaten – für mich unverständlicherweise – von diesem Matchplan ab. Sie störten nicht mehr aggressiv das Aufbauspiel des TSV 1860 in dessen Hälfte. So konnten die Sechzger ab diesem Zeitpunkt – für fast den kompletten Rest der Partie – den Spielaufbau von Hinten mehr oder weniger nach Belieben steuern und das Spiel verschleppen oder schnell machen.

Die Tempowechsel im Löwenspiel bekamen die Lübecker überhaupt nicht in den Griff. Standen die Gäste nah am Mann, wurde das Spiel von Sechzig plötzlich schnell. Dadurch öffneten sich Räume nach vorn. Standen die Gäste eher weiter von den Münchner Spielern entfernt und stellten die Räume zu, sorgten also für wenig Raum zum Passen, verschleppten die Löwen das Spiel kurzzeitig mit Rückpässen auf die fast bis zur Mittellinie aufgerückten Verteidiger. Von dort wiederum öffneten vor allem Steinharts Steilpässe auf Tallig oder Lex das Spiel der Löwen in Richtung Grundlinie und sorgten für unbeschreiblichen Dynamikgewinn im Angriff. Diese Dynamik im Angriff ermöglichte jetzt auch wieder hohes Gegenpressing für den TSV 1860, wenn der Ball im letzten Drittel der gegnerischen Spielfeldhälfte verloren wurde, da die bis auf Salger und Moll alle in des Gegners Hälfte versammelten Münchner sowohl die Lübecker Passwege zustellen, als auch deren ballführenden Spieler attackieren konnten. Die beiden verdienten Tore der Löwen in Halbzeit eins fielen genau wegen dieser plötzlichen Dynamik.

Wenn man sich vor allem die Situationen ansieht, die zum 1:1 führten, sieht man, dass die Gäste nur reagieren konnten, aber kein Mittel fanden, die permanenten Angriffe der Löwen effektiv zu unterbinden. Ich zähle in den 45 Spielsekunden, die dem Ausgleichstreffer vorangehen, dessen Entstehung mit einem Einwurf für den TSV 1860 beginnt, genau fünf Ballkontakte für die Hanseaten, die alle nur die Angriffswelle abschwächen, aber nie klärend sind. Die Löwen können hier für permanenten Druck auf den Sechzehner des VfB Lübeck sorgen. Siebzehn Ballkontakte stehen in diesen 45 Sekunden beim TSV 1860 zu Buche, bei denen die Spieler der Gäste mehr oder weniger zum Zuschauen oder allerhöchstens zum Reagieren verdammt sind, weil die weiß-blauen Ballstafetten in der Breite und Tiefe sehr sicher ausgeführt werden. Sieben der erwähnten 17 Ballkontakte haben die Löwen während der letzten 15 Sekunden vor dem Treffer. Steinhart, von dem die ausgeht, leitet den Teilangriff über die linke Seite mit einem Diagonalpass ins Zentrum auf Neudecker ein, kommt nach zwei Querpässen über Dressel und Tallig durch einen Steilpass des Achters der Löwen erneut in Ballbesitz und kann eine Traumflanke ins Zentrum schlagen, die Neudecker mit dem Knie und wohl eher unabsichtlich auf den zum Torerfolg abschließenden Willsch verlängert. In Summe zähle ich in diesen 45 Sekunden drei Angriffe, die alle zur selben Angriffswelle gehören, welche die Abwehr der Hansestädter nie in den Griff bekommen. An allen drei Angriffen sind Neudecker und Steinhart entscheidend beteiligt. In dieser Form sind beide nicht mehr aus der ersten Elf des TSV 1860 wegzudenken. Allerhöchsten Respekt, meine Herren!

Knappe neun Minuten später erhöhte Mölders für die Löwen auf 2:1. Vorangegangen war ein schnell ausgeführter, aus dem eigenen Strafraum lang gespielter Freistoß von Dressel auf den Torschützen, der sowohl die beiden Verteidiger, die ihn in den Strafraum begleiten, als auch den Torwart mit seiner Schnelligkeit und einem schlitzohrigen Lupfer – bei dem zwischen Ball und Torlatte wohl kein Papier mehr gepasst hätte – grandios übertölpelt. Auch dieses Tor zeigt, wie der VfB Lübeck in den entscheidenden Momenten durch schnelles intelligentes Spiel der Löwen mehr zum Zuschauen und Hinterherlaufen, als zum Agieren und aktiv Verteidigen gezwungen wurde.

Wie sehen die statistischen Zahlen für die erste Hälfte aus? In der ersten Viertelstunde verzeichnen wir einen Ballbesitz von 60:40 zugunsten des TSV 1860 und eine immens hohe Passgenauigkeit bei beiden Mannschaften – rund 85%. Den Unterschied machten in dieser Phase des Spiels die gewonnenen Zweikämpfe, denn hier war Lübeck zunächst noch überlegen: 75% aller Defensivduelle konnten die Gäste bis zur 15. Minute für sich entscheiden. dem stehen nur 44% gewonnene Defensivzweikämpfe der Löwen gegenüber. Zwei Schüsse, die aber für den Kasten vor der leeren Westkurve keinerlei Gefahr bedeuteten konnte der TSV anbringen, vier hingegen stehen für Lübeck zu Buche, davon zwei aufs Tor. Einer davon ging bekanntermaßen auch rein. Interessant ist, dass die Löwen bei der von mir immer gern genutzten Statistik der PPDA (Zugelassene Pässe pro Defensivaktion) hier mit 10,3 einen verhältnismäßig niedrigen Wert erreichen, Lübeck hingegen mit 16,1 viel mehr Pässe zuließ, bevor gestört wurde. Leider kann ich diese Statistik nicht ganz konkret für die Spielzeit vom Anpfiff bis zum 0:1 einsehen. Da würde sie vermutlich eher andersherum aussehen.

Die restliche halbe Stunde des ersten Abschnitts sieht dann die Löwen in allen Statistiken überlegen, was sich auch im Halbzeitstand widerspiegelt: PPDA 10,3 beim TSV, 32 beim VfB; Ballbesitz 57% zugunsten des TSV; Schüsse 6:1, davon aufs Tor 3:1. Die Zweikampfbilanz bei den defensiven Zweikämpfen dominierten nun die Spieler in weiß-blau mit 75% und auch offensiv konnten immerhin 47% aller Duelle gewonnen werden. Bemerkenswert ist, dass die Münchner in allen Defensivduellen auf den Beinen blieben, also keine Grätschen nötig waren um den Gegner vom Ball zu trennen. Wenn Spieler im Zweikampf stets auf den Beinen bleiben, wirkt sich das natürlich gewaltig auf die Dynamik im Spiel aus, wenn es nach Ballgewinn in die andere Richtung geht. Des Weiteren vermeidet man so auch Fouls und entgeht somit gefährlichen Standardsituationen. Die Passgenauigkeit beim TSV 1860 war absolut überragend. Abgesehen von der Zahl für lange Bälle, die mit 47% trotzdem noch in Ordnung geht, liegt 1860 hier in fast allen Kategorien bei ca. 80% oder höher. Einzig die immer schwer zu spielenden Pässe ins letzte Drittel fallen mit 66,7% etwas ab. Lübeck weist eine ähnliche Gesamtgenauigkeit auf, spielte aber knapp ein Drittel weniger Pässe insgesamt, und etwa 50% der Pässe zur Seite oder zurück.

Die erste Viertelstunde nach der Pause ist bekanntlich eine Achillesferse im Spiel des TSV 1860 München. Auch diesmal gab es zu Beginn der zweiten Hälfte Druck des Gegners auf die Löwen. Der Lübecker Deters vergab eine tausendprozentige Chance, Marius Willsch rettete zweimal in höchster Not. Diesmal dauerte es knappe acht Minuten bis sich das Team von Michael Köllner aus der Pausenlethargie befreite und das Heft wieder selbst in die Hand nahm. Ab Minute 55 folgte eine Belagerung des Strafraums der ganz in grün gekleideten Hanseaten, die – nur durch kurze Befreiungsversuche unterbrochen – in der 63. Minute zum Torerfolg führte. Hierzu gibt es aus taktischer Sicht nicht viel anzumerken, außer dass Willsch, als er – nach Kopfballabwehr einer Steinhart-Flanke durch einen Lübecker – an den Ball kommt, um das Tor durch Neudecker vorzubereiten, von den Lübeckern sträflich allein auf weiter Flur gelassen, einige Meter vor dem Sechzehner der Gäste lauerte. Diese Unachtsamkeit kostete Lübeck möglicherweise einen Punkt, der bei einem knappen Spielstand ja immer möglich ist. Aber nach dem 3:1 war für die Gäste dann aber nichts mehr zu retten, zu zerfahren war deren Spiel. Lex netzte drei Minuten nach dem 3:1, nach Gewinn eines sogenannten zweiten Balles an der Mittellinie durch Dressel, dessen Pass in die Spitze ein Lübecker im Abwehrversuch ungeschickt auf Sechzigs Nummer 7 verlängerte, ein. Im weiteren Verlauf gab es hüben wie drüben einige weitere Szenen, diese bedürfen aber keiner weiteren genauen Betrachtung, denn sowohl an der Überlegenheit des TSV 1860, als auch an der Unfähigkeit der Gäste, diese unter Kontrolle zu bekommen, änderte sich nichts. Das Spiel wurde offener, denn Lübeck rannte einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Die Konter und die Positionsangriffe, die der VfB Lübeck noch fahren konnte, endeten entweder durch Abseitspositionen, wurden konsequent vom TSV 1860 unterbunden oder die Akteure aus dem hohen Norden schossen überhastet aus Reihe zwei ab und machten den Löwen das Verteidigen somit äußerst leicht.

In den Zahlen zur zweiten Spielhälfte spiegelt sich das auch deutlich wider: In fast allen entscheidenden Kategorien weisen die Löwen ein Plus auf. Besonders hervorzuheben ist wieder die Passgenauigkeit. 82% alle Pässe kamen beim Adressaten an. Da die Lübecker – um überhaupt noch eine Chance auf zumindest einen Punkt zu haben – etwas offener wurden, kamen auch mehr lange Pässe der Löwen an. Im Vergleich zur ersten Halbzeit stieg der Wert hier um 24 Prozentpunkte auf 71%. Der Ballbesitz lag bei 55%. Die Pässe ins letzte Drittel wurden allerdings nun besser von Lübeck verteidigt. Der einfache Grund hierfür ist: Lübeck musste mehr nach vorne tun, weshalb die Sechzger auch öfter mit Verteidigen beschäftigt waren und bei hohem Tempo im Vorwärtsgang auf oft nur eine Anspielstation im letzten Drittel passen konnten, da der Rest der Mannschaft nicht so schnell nachrückte. Dadurch waren diese Pässe für Lübeck meist leicht abzufangen. Das Schussverhältnis lag bei 7:10, sieht also Lübeck ein wenig im Vorteil, was allerdings dadurch relativiert wird, dass der TSV 1860 vier seiner sieben Schüsse aufs Gehäuse des Gegners brachte, der VfB Lübeck dagegen gerade einmal zwei. Mit mehr Ruhe im Spiel vor dem gegnerischen Sechzehner hätte der Aufsteiger das Spiel möglicherweise noch einmal spannend machen können. Aber für abgezockte Löwen waren die Hanseaten einfach zu grün hinter den Ohren. Die PPDA hat sich beim TSV 1860 im Vergleich zum Auswärtsspiel in Zwickau sowohl insgesamt, als auch in der zweiten Hälfte wieder erhöht, also verschlechtert. Aber in den entscheidenden Spielphasen waren die Defensivaktionen gegen das Passspiel des Gegners von erstaunlich hoher Anzahl und Konsequenz – und das bei nur zwei Zweikampfgrätschen in den gesamten neunzig Minuten.

Bitte so weitermachen liebe Löwen! Es macht sowohl von der Spielanlage als auch in den taktischen Feinheiten brutal Spaß, Euch in dieser Form zuzusehen.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/