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22. Spieltag: Expertentipps mit Tim Rieder und Julius Reinhardt

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Mit Tim Rieder und Julius Reinhardt geben heute zwei Profis ihre Expertentipps ab, die die 3. Liga aus eigener Erfahrung bestens kennen. Unter der Woche hatten Roland Hefter (Musiker & Politiker) und Patrick Hasenhüttl (SpVgg Unterhaching) den Auswärtssieg der Löwen prophezeit. Liegen unsere Experten auch diesmal richtig?

Vom Giesinger auf den Betzenberg

In der vergangenen Saison schnürte Tim Rieder noch für den TSV 1860 die Stiefel, nun kickt der 27-Jährige beim 1. FC Kaiserslautern und hatte sich mit seinem neuen Team sicherlich auch etwas mehr sportlichen Erfolg erhofft. Aktuell rangieren die Pfälzer auf Platz 16 und sind lediglich durch die bessere Tordifferenz von den Abstiegsrängen getrennt.

Bei den Löwen hatte der gebürtige Dachauer Rieder in der Vorsaison größtenteils überzeugt. Bei seinen 25 Einsätzen wusste er nicht nur defensiv zu gefallen, sondern setzte auch entscheidende Impulse im Aufbauspiel und steuerte drei Tore bei. Nach dem Ende seiner Leihe vom FC Augsburg kam es aus diversen Gründen jedoch nicht zu einer festen Verpflichtung Rieders, der stattdessen zu den Roten Teufeln auf den Betzenberg wechselte. Den Löwen wünscht er am Sonntag dennoch viel Glück und hofft auf einen 2:0-Sieg des TSV 1860 über den FSV Zwickau.

Zwickauer Auswärtssieg?

Etwas anders sieht das naturgemäß der zweite Prominente, der heute seinen Tipp abgibt. Julius Reinhardt läuft seit 2019 für den FSV Zwickau auf und hat insgesamt bereits 231 Drittligaspiele auf dem Buckel. Vor seinem Wechsel zu den Westsachsen war der 32-Jährige im Erwachsenenbereich bereits bei folgenden Vereinen im Einsatz: Chemnitzer FC, Eintracht Braunschweig, Kickers Offenbach, 1. FC Heidenheim und dann erneut bei den Himmelblauen in seiner Geburtsstadt Chemnitz. Auf liga3-online sagt er folgendes Ergebnis für Sonntag voraus: TSV 1860 München – FSV Zwickau 1:2

TSV 1860 – FSV Zwickau: Die TAKTIKTAFEL zum nächsten Gegner

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem Spiel TSV 1860 München gegen den FSV Zwickau.

Trainer Joe Enochs vom FSV setzte in dieser Saison bis zum 12. Spieltag auf ein 3-5-2. Seit dem 12. Spieltag ist jedoch, mit Ausnahme des Spiels gegen Ingolstadt, in der Grundaufstellung aus der Dreierkette eine Viererkette geworden. 4-4-2 oder 4-2-3-1 ist seither die Maxime bei den Schwänen. Die Umstellung hat sich gelohnt: seitdem setzte es nur noch zwei Niederlagen für die Westsachsen. Vom 20. auf den 11. Rang und damit neun Tabellenplätze kletterte der FSV mit der neuen taktischen Marschrichtung nach oben. Daher wird das Spiel für den TSV 1860 gegen den FSV Zwickau bestimmt kein Selbstläufer.

Die statistischen Werte des FSV Zwickau

  • Ballbesitz 42%
  • Passgenauigkeit 76%
  • Gewonnene Defensivzweikämpfe 62% (viertbester Wert der Liga)
  • Flankengenauigkeit 37,7% (zweitbester Wert der Liga)
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 12,1

Das taktische System von unseren Gästen

Das 4-4-2 lässt Joe Enochs gegen den Ball immer mit Doppelsechs spielen. Bei eigenem Ballbesitz verschiebt die Mannschaft so gut es geht zuerst in die Flache vier und dann auf 4-1-3-2 im Mittelfeld.

Beim 4-2-3-1 ist im Fünfermittelfeld die Doppelsechs ebenso präsent. Allerdings müssen bekanntermaßen ein oder zwei Spieler aus dem Mittelfeld bei Angriffen der Zwickauer in den Sturm aufrücken, sodass es bei Ballbesitz spätestens im letzten Drittel zur Verschiebung in ein 4-4-2 oder ein 4-3-3 kommt.

Man könnte nun argumentieren, dass die jüngsten Erfolge des FSV damit zusammenhängen, dass die Gegner, gegen die seither gewonnen wurde, hauptsächlich in der gleichen Tabellenregion angesiedelt sind wie Zwickau. Gegen Mannschaften aus der oberen Hälfte konnte man seit dem Systemwechsel auch nur einmal Unentschieden spielen. Dieser Ansatz wäre aber falsch. Sechs Spiele hat der FSV seit der Niederlage gegen Magdeburg (13.Spieltag) in diesen beiden Systemen absolviert. Im Duell mit Ingolstadt versuchte Enochs noch einmal das 3-5-2. Das ging aber mächtig in die Hose.

Die Statistiken der verschiedenen Formationen

Wenn man sich nun die Spiele mit Viererkette ansieht, merkt man eine völlig neue Kompaktheit in der Hintermannschaft des FSV. Speziell in Spielen, die im 4-4-2 absolviert werden, kann der FSV ein Abwehrbollwerk vor dem eigenen Sechzehner errichten. Bei insgesamt deutlich weniger Ballbesitz schaffen es die Zwickauer mehr Schüsse als ihre Gegner aufzuweisen. Zwickau hatte in diesen Spielen durchschnittlich 36% Ballbesitz, dabei ein Schussverhältnis von 43:37 und ein Torverhältnis von 7:3.

Im 4-2-3-1 steigt der Ballbesitz zwar merklich auf 48%, aber das Torverhältnis ist mit 3:4 sogar negativ. Das Schussverhältnis liegt bei 36:25.
Die 4-4-2 Doppelsechs-Variante mit vorwärts pendelnden Flügeln im Mittelfeld, die offensiv auf 4-3-3 oder 4-4-2 Raute verschiebt, ist mit der Spielweise von Zwickau eine übermäßig effiziente Waffe.

Mit den schnellen Mittelfeldaußen, die nun nicht mehr den ganzen Flügel beackern müssen und deshalb auch über die gesamten 90 Minuten Gefahr ausstrahlen, der zweitbesten Flankengenauigkeit in der Liga und ihren alten mit allen Wassern gewaschenen Haudegen wie König im Sturmzentrum und dem schnellen Schröter auf dem rechten Flügel, darf man die Sachsen keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Auch sollte man den FSV Zwickau nicht mit der Mannschaft vergleichen, die noch in der Hinrunde mit 1:2 denkbar knapp und auch ein wenig unglücklich in der heimischen GGZ Arena gegen den TSV 1860 München verlor.

Die Stärken und Schwächen des 4-4-2

Die Stärken

Mit den doppelt besetzten Flügeln kann man großen Druck über die Außenpositionen erzeugen. Kurze Laufwege im Umschaltspiel helfen der Mannschaft im 4-4-2 kraftsparend zu spielen. Das kann am Ende einer Partie der Faktor sein, der über Sieg oder Niederlage entscheidet. Die kompakte Formation gegen den Ball kann gegnerische Mannschaften, welche kreativ limitiert sind, vor Probleme beim Eindringen in die Box stellen. Durch die Ausgewogenheit in allen Mannschaftsteilen kann man gegen manche andere Systeme mit geringen Verschiebungen für Überzahl sorgen. Mittelfeldpressing wird stark begünstigt.

Die Schwächen

Wenn die Stürmer vom Gegner gut isoliert werden, ist es für die Offensive schwer, Bindung zwischen Mittelfeldzentrum und Stürmern herzustellen. Dann muss der Aufbau über die Außenpositionen stattfinden. Im Spiel gegen Mannschaften, die ein System mit nur einer Sturmspitze spielen, kann die Ausgewogenheit in beide Richtungen auch eine Schwäche darstellen. Nämlich dann, wenn die Stürmer gegen den Ball nicht mit nach hinten arbeiten und bei Ballbesitz beide Stürmer gleich in vorderster Front anzutreffen sind.

Die Schlüsselspieler

TSV 1860 Zwickau
Der Torwart des FSV Zwickau

Torwart und Kapitän Johannes Brinkies (#1): Der 27 Jährige ist das Nonplusultra der dritten Liga, was Strafraumbeherrschung angeht. Noch keinen Luftzweikampf mit einem gegnerischen Spieler hat er diese Saison verloren. Auf der Linie hat er leichte Defizite.

Die Zweikampfmaschine der Schwäne Steffen Nkansah (#25) in der Innenverteidigung ist seit der Systemumstellung gesetzt. Das sagt alles. Mit ihm kam die Stabilität in die Abwehr.

TSV 1860 Zwickau Schröter
Morris Schröter vom FSV Zwickau

Mittelfeldaußenspieler Morris Schröter (#17) ist der torgefährlichste Zwickauer Spieler. Bereits sechs Treffer hat er zu Buche stehen. Dazu kommen drei Vorlagen. Zuletzt konnte er gegen Duisburg zweimal einnetzen. Das kurze Eck hatte er dabei zweimal zum Ziel auserkoren und konnte Torwart Weinkauf dadurch überraschen.

Ronny König (#15)

Ronny König Zwickau
Der Stürmer der Sachsen

Der Mittelstürmer ist ein ständiger Unruheherd, und geht auch “dahin wo’s wehtut”. Bisher hat er zwar nur fünf Treffer auf dem Konto; dadurch dass er Räume für seine Mitspieler schafft, indem er einen Innenverteidiger bindet, ist König auch mit mäßigem Torerfolg der wahrscheinlich wichtigste Offensivspieler bei Zwickau.

Auf Felix Drinkuth (#7), der nach mehrwöchiger Corona-Quarantäne Trainingsrückstand hat, muss der FSV wohl verzichten.

Fazit

Es wird vermutlich ein zähes Spiel im Sechzgerstadion werden. Die Spiele gegen Meppen, Duisburg oder Uerdingen könnten als Schablone für das herhalten, was uns am Sonntag gegen den FSV Zwickau erwartet. Der TSV 1860 München war jeweils deutlich überlegen, verließ aber nie als Sieger den Platz. Ich hoffe natürlich, dass Joe Enochs, der ja für Fußball spielen statt mauern zu lassen bekannt ist, seiner Philosophie diesbezüglich treu bleibt. Ich rechne aber nicht damit. Wer gegen “schwache” Mannschaften in den unteren Regionen auf defensiven Konterfußball setzt, wird vermutlich gegen den Tabellenzweiten nicht zum Sturmlauf neigen.

Der TSV 1860 kann nach der Gelbsperre wieder auf Sascha Mölders zurückgreifen. Damit wird der TSV systematisch wohl wieder zum 4-1-4-1 zurückkehren. Aber mit den Erkenntnissen aus dem Auswärtsspiel in Magdeburg sehen wir vielleicht eine variablere Auslegung des Ganzen. Das könnte gegen die vermutliche Mauertaktik, die ich von Zwickau erwarte, ein funktionierender Hebel sein. Lassen wir uns überraschen mit welcher taktischen Marschroute die Löwen das angehen werden und hoffen wir, dass die Mannschaft den von Trainer Michael Köllner ausgegebenen Matchplan auch genauso umsetzt, wie der Coach sich das vorstellt.

Ein Sieg sollte absolut möglich sein. Wenn es nur zu einem Punkt reicht oder gar die Gäste gewinnen sollten, möchte ich schon im Vorfeld darum bitten die Contenance zu bewahren und nicht wieder in den sozialen Medien oder Kommentarbereichen der verschiedenen Berichterstatter über unseren geliebten Verein den Weltuntergang auszurufen. Mit Zwickau kommt kein Fallobst nach Giesing, das man einfach so im Vorbeigehen weghaut.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

So tritt der FSV Zwickau voraussichtlich in Giesing an

Aufstellung TSV 1860 - FSV Zwickau
Diese Aufstellung erwarte ich von unseren Gästen am Sonntag

Happy Birthday, Stephan Salger! Sechzger.de gratuliert!

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Stephan Salger wird heute 31 Jahre jung!

Der gebürtige Dürener gehört als drittältester Akteur zu den Routiniers im Löwenkader und stand in bisher 19 der 21 Drittligapartien in der Startelf. Nur im Jahresfinale 2020 musste er wegen Problemen an der Wade beim Gastspiel auf dem Betze und in der Partie gegen Wiesbaden aussetzen. Am Mittwoch Abend bereitete Salger sich und den Löwenfans mit einer Vorlage und seinem ersten eigenen Treffer im Trikot der Sechzger bereits ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Das kicker Sportmagazin belohnte seine starke Leistung mit der Note 2 und der Berufung in die Elf des Tages.

Erfahrung in Liga 1, 2 und 3

Salger wechselte am 1. September letzten Jahres nach vorherigen Stationen beim 1. FC Köln und beim VfL Osnabrück von Arminia Bielefeld zum TSV 1860. Beim DSC war er acht Spielzeiten lang in der 2. und 3. Liga aktiv. Zum sensationellen Bundesligaaufstieg der Ostwestfalen trug er mit 17 (Kurz-)Einsätzen bei. Als “Mr. Zuverlässig” stand Salger an allen 34 Spieltagen im Kader des DSC.

Mit der Erfahrung aus fünf Bundesliga-, 122 Zweitliga-, 124 Drittliga- und 18 DFB-Pokaleinsätzen gehört die Nummer 6 im Konzept des Löwencoaches zu den Spielern, die “Köllners Rasselbande” mit anführen. Diesem Anspruch wird der sympathische Westfale bislang voll gerecht.

Köllners Forderung

Wir wünschen ihm zum heutigen Ehrentag alles Gute und vor allem Gesundheit. Des Weiteren wären ein Sieg am morgigen Nachmittag und eine erneut starke Leistung gegen den FSV Zwickau wünschenswert. Ob der Jubilar heute – wie gestern in der LÖWENRUNDE von seinem Trainer gefordert – ein Essen ausgeben wird (dann wohl in der Kabine, nachdem Restaurants ja geschlossen sind), ist uns leider nicht bekannt. 🙂

Ois Guade, Stephan!

FOTO: Anne Wild

 

Sechzig um Sieben: Vorberichterstattung für Löwenfans

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Guten Morgen, Löwenfans!

Unsere Löwen spielen erst am morgigen Sonntag. Die Samstagsspiele des 22.Spieltags stehen an und somit ruht der Ball heute nicht – ebenso wie unsere Vorberichterstattung zum Spiel gegen den FSV Zwickau. In Sechzig um Sieben jetzt alles kurz und knapp für die Löwenfans zusammengefasst!

Geburtstagskind

Zunächst einmal gibt es heute wieder einen Ehrentag im Kreise der Löwen zu feiern. Ein kleiner Tipp: Dieser Spieler hat in dieser Saison bereits das gegnerische Tor getroffen. Zugegeben, das war jetzt ein wirklich kleiner Tipp, denn mittlerweile gibt es sage und schreibe 14 verschiedene Torschützen! sechzger.de predigt es schon lange – es gibt keine Probleme mit der Anzahl an Spielern. Das sehen nun langsam auch andere Medien so. Zurück zum eigentlichen Anlass: in Kürze erfahrt ihr, wer heute gefeiert werden darf.

TAKTIKTAFEL

Kaum war die Analyse des Spiels gegen Magdeburg abgeschlossen, begann auch schon das Studium des nächsten Gegners. Diese Englischen Wochen lassen unseren Bernd Winninger kaum zur Ruhe kommen. Aber keine Sorge, er hat es natürlich wieder rechtzeitig geschafft. Somit kommt heute am späten Vormittag der taktische Blick auf den FSV Zwickau.

Expertentipps

Für diese Rubrik haben wir dieses Mal einen Ex-Löwen befragen dürfen. Er scheint dem TSV 1860 auch nach wie vor nicht abgeneigt zu sein, denn der Tipp dürfte den meisten (oder allen?) von euch gefallen…

Samstagsspiele des 22.Spieltags

Wie bereits in der Einleitung angekündigt, stehen heute fünf Partien auf dem Programm. Das gestrige Spiel zwischen Tabellenführer Dresden und Bayern II wurde wegen starken Schneefall abgesagt (Spielabsage Nr. 26 in Liga 3). Damit winkt uns morgen bereits bei einem Unentschieden aufgrund des besten Torverhältnis´ der Liga (+22) die Tabellenführung. Der KFC Uerdingen befindet sich noch in Quarantäne, sodass das für heute angesetzte Heimspiel gegen Hansa Rostock verlegt wurde. Ohnehin hätten die Krefelder sich anderes Stadion suchen müssen.

Die heutigen Paarungen lauten:

Kaiserslautern – Wiesbaden
Köln – Magdeburg
Verl – Meppen
Türkgücü – Mannheim
Unterhaching – Ingolstadt

Spannend wird aus Löwensicht vor allem das Spiel von Türkgücü. Das (mehr oder weniger) grüne Geläuf im Sechzgerstadion ist ohnehin in einem bemitleidenswerten Zustand. Da wird es spannend sein, ob zwei Partien an aufeinanderfolgenden Tagen mit der Wettervorhersage (Regen) die Situation deutlich verschlechtern…

Sechzig@18:60 – Keanu Staude ++ Löwenrunde ++ News aus der 3. Liga

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Sechzig @18:60 Pilotprojekt Union Berlin
Das Grünwalder Stadion in den Abendstunden

Die Nachricht des Tages aus Sicht des TSV 1860 München ist natürlich die Verpflichtung des Offensivspielers Keanu Staude. Aus der 3. Liga gibt es zudem von etlichen Transfers und einer Spielabsage zu berichten.

Herzlich willkommen, Keanu Staude!

Zur Mittagszeit gab der TSV 1860 bekannt, was sich bereits angedeutet hatte: Keanu Staude wird ein Löwe! Der offensive Mittelfeldspieler, der bevorzugt über die Flügel kommt (also ähnlich wie Merveille Biankadi), stand zuletzt bei den Würzburger Kickers unter Vertrag, löste diesen jedoch zu Beginn des Jahres auf.

Löwenrunde vor dem Zwickau-Spiel

Natürlich war der Neuzugang in der nachmittaglichen Pressekonferenz eins der zentralen Themen. Trainer Michael Köllner über Staude: Ein Spieler mit diesem technischen Vermögen tut uns sehr gut.” Für wen der Coach sonst noch warme Worte übrig hatte, entnehmt Ihr bitte der Zusammenfassung der Löwenrunde.

Nachbetrachtung Magdeburg

Die Augen des Trainers und der Mannschaft sind bereits auf kommenden Sonntag gerichtet, wir aber blicken noch einmal zurück auf den 3:0-Auswärtssieg beim 1. FC Magdeburg. Bernd Winningers TAKTIKTAFEL offenbart interessante Fakten zu einem Spiel, das die Löwen rein optisch 80 Minuten lang völlig unter Kontrolle hatten. Die Statistik sieht das ein bisschen anders…

Spielabsage in Dresden

Das für heute Abend angesetzte Match von Spitzenreiter Dynamo Dresden gegen den FC Bayern München II musste aufgrund der heftigen Schneefälle am heutigen Freitag kurzfristig abgesagt werden. Dadurch hat der TSV 1860 am Sonntag die Möglichkeit, mit einem Sieg (zumindest kurzzeitig) die Tabellenführund zu übernehmen.

Transfers in der 3. Liga

Die Drittligisten waren auch heute wieder recht aktiv auf dem Transfermarkt. Neben dem TSV 1860 schlug mit Türkgücü ein weiterer Münchner Verein zu. Vom FC Augsburg wechselt Kilian Jakob auf Leihbasis zum Aufsteiger und verstärkt die Fraktion der Ex-Löwen. Ob der Linksfuß sofort eine Verstärkung darstellen kann, ist fraglich, denn sein letzter Einsatz datiert vom März 2020.

Der SC Verl reagierte auf den Kreuzbandriss von Barne Pernot und lieh heute Mittelfeldspieler Sven Köhler vom VfL Osnabrück aus. (Noch-)Tabellenführer Dynamo Dresden nahm Niklas Kreuzer unter Vertrag. Der Außenverteidiger war bereits von 2014 bis 2020 für die Sachsen am Ball, seit dem Sommer jedoch ohne Verein.

Der FC Bayern II setzt ab sofort wieder auf die Dienste von Sarpreet Singh. Der neuseeländische Nationalspieler sollte beim 1. FC Nürnberg Zweitliga-Erfahrung sammeln, konnte sich jedoch nicht nachhaltig durchsetzen. Die beiden Vereine verständigten sich auf eine Auflösung des Leihvertrages. Singh soll sich nun bei der U23 des Rekormeisters für höhere Aufgaben empfehlen.

Heute vor 55 Jahren: TSV 1860 München gewinnt bei Hannover 96

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Auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft ließ sich der TSV 1860 München auch von Hannover 96 nicht aufhalten und gewann im Niedersachsenstadion mit 1:0.

Die Löwen in der Mini-Krise

Schon Mitte der 60er Jahre galten drei Spiele ohne Sieg als Krise. Nach den zwei enttäuschenden 1:1-Unentschieden in Mönchengladbach (29.12.1965) und zuhause gegen den 1. FC Nürnberg (15.01.1966) sowie der krachenden Derby-Pleite gegen die Roten (0:3 am 08.01.1966) musste in Hannover dringend ein Erfolgserlebnis her. Zwar führten die Löwen noch immer die Bundesliga-Tabelle an, der FC Bayern und Borussia Dortmund lagen jedoch nur einen Punkt dahinter.

Schlechte Platzverhältnisse

“Wer hier ein Tor schießt, gewinnt auch”, prophezeite 96-Trainer Kronsbein bereits vor der Partie und sollte Recht behalten. Der Platz im Niedersachsenstadion war extrem schwer und erst kurz vor dem Anpfiff durch Mitarbeiter der Stadt Hannover halbwegs spielbar gemacht worden. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein attraktives Fußballspiel und gerade die technisch versierten Spieler der Löwen litten sehr darunter.

96 dominant

Bernd Winninger und seine TAKTIKTAFEL hätten ihre helle Freude an diesem Spiel gehabt. Hannover dominierte die Partie, wenn man der Statistik Glauben schenken darf: 16:4 Ecken und 24 Torschüsse, davon sechs Hochkaräter! Als Sieger aber gingen die Löwen vom Platz…

Perusic überragt

Auch wenn er nicht als Torschütze in Erscheinung trat, so war Zeljko “Peru” Perusic doch der auffälligste Spieler auf Seiten der Giesinger. Dem kleinen Außenläufer kam das schwere Geläuf natürlich besonders zugute und so zeigte er eine überragende Leistung, gewann fast alle Zweikämpfe und leitete etlich Angriffe der Löwen ein.

Brunnenmeier erlöst 1860

Für das goldene Tor sorgte schließlich (einmal mehr) Rudi Brunnenmeier. Obwohl er bei seinem Gegenspieler Bodo Fuchs größtenteils abgemeldet war, war der Nationalspieler in der 70. Minute zur Stelle. Ecke Patzke, Verlängerung Konietzka und Brunnenmeier per Kopf zum 0:1. Am Saisonende standen beim ihm 15 Tore zu Buche; erfolgreichster Löwe in der Meistersaison war Konietzka mit stolzen 26 (!) Buden!

Glück im Unglück

Eben dieser Timo Konietzka machte sich nach dem Spiel zusammen mit Otto Luttrop auf den Weg in den heimatlichen Westen der Republik. Unterwegs wurden die beiden in einen Autounfall verwickelt. Glücklicherweise kamen beide Spieler glimpflich davon und erlitten lediglich leichte Verletzungen.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Max Merkel schenkte im Niedersachsenstadion folgender Mannschaft sein Vertrauen:

Radenkovic – Wagner, Patzke – Luttrop, Reich, Perusic, Heiß, Küppers – Brunnenmeier, Konietzka, Grosser

Tor:
0:1 Brunnenmeier (70.)

Die LÖWENRUNDE vor dem Heimspiel gegen den FSV Zwickau

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Michael Köllner hatte in der Zoom-Pressekonferenz des TSV 1860 am frühen Freitag Nachmittag vor dem am Sonntag anstehenden Spiel seiner Mannschaft gegen den FSV Zwickau viel Lob zu verteilen.

…für Morris Schröter

Der jüngste Aufschwung der Zwickauer ist “sicherlich eng mit dem Namen Schröter verbunden. Keine Frage”. Der aktuelle Topscorer der Schwäne (sechs Tore, drei Vorlagen) profitiere von der Umstellung beim FSV auf ein 4-4-2-System. Der Löwendompteur erinnerte auch an sein erstes Spiel mit 1860 in Zwickau vor einem Jahr (2:2), als Phillipp Steinhart “gewaltig mit Schröter zu kämpfen hatte. Im zweiten Spiel haben wir das dann deutlich besser gemacht.”

…für Joe Enochs

Den Trainer des nächsten Gegners schätzt Michael Köllner bekanntermaßen. Das betonte er auch in der LÖWENRUNDE noch einmal. Die oben angesprochene Systemumstellung sei wohl auch eine Reaktion auf eine gewisse Müdigkeit im Kader gewesen. Darauf habe der US-Amerikaner gekonnt reagiert. Und dies unterstreiche die hohe Qualität des Kollegen.

…für Keanu Staude

Gleichwohl die Neuverpflichtung der Löwen erst während der freitaglichen Trainingseinheit bekannt gegeben wurde, konnte Köllner in der Spieltagspressekonferenz direkt anschaulich machen, wie er die Rolle des 24jährigen in seiner Mannschaft sieht. “Ein Spieler mit diesem technischen Vermögen tut uns sehr gut.” Für den Löwentrainer ist Staude ein Spielertyp, der “wilde und spektakuläre Dinge” machen könne, wie man sie im aktuellen Kader nicht habe. Er zog einen Vergleich zu Ex-Löwen wie Timo Gebhart, Benjamin Kindsvater und Nico Karger. Keine ganz schlechten Referenzen!

…für Marco Hiller

Nachdem die SpVgg Unterhaching am Donnerstag den Wechsel von Torwart Nico Mantl für zwei Millionen Euro zu Red Bull Salzburg bekannt gegeben hat, wurde Köllner gefragt, wie wertvoll Marco Hiller eigentlich sei. “Marco ist der wichtigste Spieler bei mir. Er ist unbezahlbar. Ein Riesentorwart. Wir wollen irgendwann zusammen in die 2. Liga. Am besten mit Sechzig.”

…für Stephan Salger

Sechzger.de konfrontierte den Löwentrainer mit der Aussage, dass Stephan Salger der beste Verteidiger der 3. Liga sei. Köllner erwiderte, dass mit der Verpflichtung des morgigen Geburtstagskindes genau das aufgegangen sei, was man sich bei den Verantwortlichen vor der Saison mit Salgers Verpflichtung vorgestellt habe. “Der Spieler ist mit beiden Beinen auf dem Boden, ein absolut angenehmer Zeitgenosse. Mit dem unterhätst du dich gerne, der ist reflektiert, der ist intelligent.” Besonderes Lob hatte der Coach für das Tor zum 3:0 in Magdeburg, als Salger den Ball absolut uneigennützig weiterspielte, anstatt selbst seinen zweiten Treffer zu markieren.

…für Ronny König

Der Methusalem des FSV Zwickau (Jahrgang 1983!) prägt aus Köllners Sicht den westsächsischen Verein und er freut sich, dass es solche Typen im Fußball gibt. “Er wird auch am Sonntag wieder eine Herausforderung für meine Abwehr.”

…für Sascha Mölders

Auf die Frage, ob Sascha Mölders, der Methusalem auf Löwenseite am Sonntag vielleicht zunächst auf der Bank Platz nehmen müsse, nachdem das Spiel in Magdeburg ohne ihn so erfolgreich gestaltet werden konnte, hatte Köllner eine klare Antwort parat: “Da lassen wir nichts offen. Sascha ist unser Kapitän, unser Torjäger und ein Führungsspieler. Wir freuen uns, wenn er – weil er ausgeruht ist – den Rasen zum Glühen bringt!”

Auch die heutige LÖWENRUNDE kann natürlich in voller Länge unter Löwen-TV direkt abgerufen werden.

PK aktuell: Staudes Sprachnachricht interessiert Köllner nicht +++ Mölders zurück in der Startelf

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Kurz nach der Bekanntgabe des Wechsels von Keanu Staude zum TSV 1860 machte im Netz ein Youtube-Video die Runde, das eine Sprachnachricht des Neu-Löwen enthält, in dem er aus dem Training bei Arminia Bielefeld plaudert und sich auch kritisch über mehrere Mitspieler äußert. Das Video wurde vor zwei Jahren hochgeladen. Michael Köllner hob in der LÖWENRUNDE – auf den Neuzugang angesprochen – hervor, dass für ihn derlei Geschichten aus der Vergangenheit keine Rolle spielen. Er begegnet seinem neuen Schützling, der morgen erstmals am Mannschaftstraining teilnehmen wird, völlig unvoreingenommen.

Sascha Mölders wird am Sonntag, wie Köllner des Weiteren verriet, nach seiner Gelbsperre wieder in die Startelf zurückkehren und diese als Kapitän auf den Rasen des Sechzgerstadions führen.

Neuzugang: Keanu Staude unterschreibt beim TSV 1860 München

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Der TSV 1860 präsentierte am Freitag seinen zweiten Neuzugang im Winter. Keanu Staude unterschreibt bei 1860 und ist ab sofort spielberechtigt!

Ausgebildet bei Arminia Bielefeld

Der 24-Jährige Offensivspieler wurde bei Arminia Bielefeld ausgebildet und durchlief etliche Nachwuchsmannschaften in seiner Geburtsstadt. Insgesamt absolvierte er 83 Ligaspiele für die Arminia, ehe er zur Saison 2020/21 zu den Würzburger Kickers wechselte. Dort absolvierte Staude jedoch nur drei Partien in der 2. Bundesliga und löste seinen Vertrag zum Jahresbeginn auf.

Neustart in Giesing

Nun also 3. Liga beim TSV 1860. Keanu Staude, dem aufgrund eines Vorfalls vor einigen Jahren nicht der beste Ruf vorauseilt, wird sich strecken müssen, um in die funktionierende Löwen-Elf vorzustoßen. Allerdings ist auch klar: Keanu Staude unterschreibt bei 1860 nicht, wenn Michael Köllner und Günther Gorenzel nicht komplett von ihm überzeugt sind. Deshalb gehen wir davon aus, dass Staude schon bald eine tragende Rolle bei Sechzig spielen kann und wünschen unserem Neuzugang nur das Beste!

Der Auswärtssieg des TSV 1860 in Magdeburg: die TAKTIKTAFEL-Analyse

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen bei der TAKTIKTAFEL Analyse des Spiels 1. FC Magdeburg gegen den TSV 1860 München.

Thomas Hoßmang ließ den 1.FC Magdeburg tatsächlich im 3-4-3 in die Partie starten, beim TSV 1860 war es in der taktischen Aufstellung diesmal theoretisch ein 4-4-2. Bei genauerer Betrachtung war dies aber vielleicht doch eher ein 4-1-5-0 (vgl. Spanien EM 2012) ohne echten Stürmer, dafür mit einer grandiosen taktischen Finesse für die Offensive, um das Fehlen von Torjäger Sascha Mölders zu kaschieren. Aber der Reihe nach.

Schauen wir zunächst einmal die Statistik zum Spiel an.

Die statistischen Zahlen

  • Ballbesitz 61%:39% zugunsten des 1.FCM
  • Schüsse 10:12 (davon aufs Tor 4:4), ebenfalls zugunsten der Hausherren
  • Passgenauigkeit TSV 1860 75%; 1.FCM 87%
  • Defensive Zweikampfquote TSV 1860 67%; 1.FCM 74%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 19; 1.FCM 5,92

Diese Zahlen sehen ohne Kontext aus, als wäre der 1. FCM absolut dominant gewesen und die Sechzger hätten durch drei Zufallstreffer das Spiel gewonnen.

Wieso hatte Magdeburg im Vergleich mit dem TSV 1860 mehr Ballbesitz?

Gehen wir zunächst einmal auf den Ballbesitz ein. Dazu brauchen wir den Blick auf die Passwege bzw. die Art der gespielten Pässe und die Anzahl der Ballbesitzphasen. Für die Löwen gab es 106 Ballbesitzphasen. 103 davon endeten mit einem Ballverlust oder einer Spielunterbrechung. Drei mit einem Tor. Der Gastgeber hingegen hatte 94 Ballbesitzphasen, die alle entweder mit Ballverlust oder Spielunterbrechung endeten. Das für diese Rubrik entscheidende Puzzleteil sind die Rück- und Querpässe außerhalb des letzten Drittels.

Magdeburg wurde durch das Stellungsspiel des TSV 1860 zu 161 Querpässen und 69 Rückpässen außerhalb des letzten Drittels gezwungen. Das bedeutet mit rund 58% aller Pässe außerhalb des letzten Drittels konnte Magdeburg keinen Raumgewinn erzielen. Wer viel hintenrum spielt oder wem die Ideen fehlen, hat logischerweise viel Ballbesitz, aber nicht zwingend mehr vom Spiel.

Das etwas andere Pressing

Dadurch erklärt sich auch die im Vergleich zu sonst hohe PPDA bei den Löwen, die ja eigentlich mit ein Indikator für Pressingintensität ist. Defensivaktionen gegen den Ball setzt man beim Pressen in der Regel gegen den ballführenden Mann oder gegen den gespielten Vorwärtspass. Im Fall des gestrigen Spiels sah das Pressing aber komplett anders als sonst aus. Die Spieler von Michael Köllner stellten dem 1. FCM die Passwege ins Zentrum zu und versuchten das Spiel der Hausherren so auf die Flügel zu zwingen. Durch Druck auf den ballführenden Spieler wollte man dort Fehlpässe erzwingen oder mit direkten Aktionen gegen den Ball das Leder erobern. Deshalb konnten sich die Magdeburger in der eigenen Hälfte relativ ungestört den Ball zuschieben. Sie fanden aber aufgrund des hervorragenden Stellungsspiels der Löwen keine Anspielstationen, um das Spielgerät so nach vorne zu bringen, dass dauerhaft die für ein erfolgreiches 3-4-3 erforderliche Dynamik entstehen kann.

Sechzig spielte gegen den Ball ein wenig anders als wir es vom Zusehen gewohnt sind und wohl auch anders als Magdeburg das erwartet hatte. Gegen das in der Offensive auf schnelles und direktes Passspiel ausgerichtete 3-4-3 System der Magdeburger war diese Art des Gegenpressings eine sehr effektive Waffe. Es verhindert nämlich schnelles Passpiel.
Natürlich konnten die Löwen nicht jeden Angriffsversuch der Festungsstädter so unterbinden, aber in Summe war die Effektivität dieser Herangehensweise ein gutes Mittel, um Magdeburg unter Kontrolle zu halten.

Wie lief das Spiel?

Von Beginn an und das ganze Spiel hindurch hatten die Magdeburger aus oben beschriebenen Gründen mehr Ballbesitz. Die entscheidenden Aktionen aber setzte der TSV 1860 München. Wirklich gefährlich kam der FCM in der ersten halben Stunde nicht vor das Tor der in türkis spielenden Löwen. Das einzig erwähnenswerte auf Magdeburger Seite war ein Schuss von Jakubiak in der 3. Minute, den Hiller aber problemlos abfing.

Bei den Löwen spielten Stefan Lex, Richy Neudecker, Merveille Biankadi und Erik Tallig mehr oder weniger aus einem 4-1-5-0 (defensiv 4-2-3-1) heraus als abwechselnde Spitzen in vorderster Front. Das System wechselte dadurch in der Offensive zwischen 4-1-4-1, 4-1-2-3 oder 4-1-3-2 (HS). Von Michael Köllner wieder sehr flexibel angelegt, schob sich mal dieser, mal jener Spieler in die Sturmspitze und die anderen vier wechselten dahinter munter die Positionen durch. So tauchte Biankadi mal links als Vorbereiter auf, mal halbrechts im Fünfer als Vollstrecker. Ebenso waren Tallig, Lex und Neudecker mal hier und mal da zu finden. Dahinter spielte ein sehr offensiv ausgerichteter Daniel Wein in der Rolle des zurückgezogenen Spielmachers mit vielen Freiheiten. Bei dessen Ausflügen über die Mittellinie sicherte Box-to-Box Spieler Dennis Dressel für ihn nach hinten im Falle eines Ballverlusts ab.

Nicht nur die Offensive sticht heraus

Es ist eine Augenweide die Löwen so flexibel nach vorn und doch stabil und mit genauem Plan in der Rückwärtsbewegung zu sehen. Ein wiedereinmal überragender Marco Hiller rundete die gute Mannschaftsleistung mit seinem 7. Spiel ohne Gegentor ab. Das bedeutet: In einem Drittel der bisher absolvierten Spiele haben Hiller und seine Abwehrleute ein “clean Sheet” zu Buche stehen. Das als Information aber nur am Rande.

Diese Herangehensweise, die Michael Köllner für dieses Spiel in der Offensive wählte, ist nicht wirklich neu. In früheren Zeiten hätte man bei diesen geplanten Positionswechseln von einem Schalker Kreisel gesprochen. Heutzutage hat das in ganz anderen Sphären des Profifußballs den Namen “Tiki Taka” bekommen. Diese Spielsysteme beruhen auf einer Rotation der Spieler in der Sturmspitze bei gleichzeitigem Ballbesitzspiel. Das mit dem Ballbesitzspiel hat Sechzig im Spiel gegen Magdeburg nicht gezeigt. Für einen Drittligisten hat aber der Plan mit Rotation im Sturm mit erstaunlicher Effektivität funktioniert. Wenn man die Schusschancen und nicht die daraus entstandenen Tore als Maßstab nimmt, ist das unter dem Strich eine gute Ausbeute. Sieben verschiedene Schützen bei zehn Versuchen.

Die Rotation in der Offensive

Wie sah dieses Durchtauschen nun genau aus? Biankadi vorn, Lex links, Tallig rechts. Tallig in der Spitze, Lex rechts und Biankadi links. Lex vorne, Dressel rechts, Biankadi links, Tallig Box-to-Box. Auch Richy Neudecker versuchte sich an Vorstößen ins Sturmzentrum, kam allerdings in diesen Situationen nur einmal zum Torabschluss. Bei einem Vorstoß ins Zentrum von Neudecker war übrigens keine seitliche Verschiebung aus der Grundaufstellung heraus für die Spieler dahinter notwendig. Lex rückte in dem Fall als hängende Spitze hinter Neudecker. Neudecker selbst war, wenn er nicht ganz vorn war, immer als hängende Spitze oder vielleicht eher Schattenstürmer auf der Lauer leicht versetzt hinter der jeweiligen Spitze.

Bei der hohen Flexibilität, die diese taktische Spielweise im Spiel nach vorn bringt, ist es zwingend notwendig, dass jeder Spieler seine Aufgaben akribisch löst und sich keine Konzentrationsfehler einschleichen. Das hat in den meisten Situationen gut geklappt. Mir ist tatsächlich nur eine Situation in Erinnerung, wo sich zwei offensive Sechzger im gleichen Bereich im Strafraum im Weg stehen. Das waren Tallig und Biankadi nach einer Flanke von der rechten Seite. Wenn ich die gestellten Aufgaben beim Zusehen richtig verstanden habe, ist in dieser Situation Tallig derjenige gewesen, der ein wenig zu weit aus der ihm angedachten Rolle herausgeschlüpft war.

Das 0:1

Relativ schnell fiel gegen den 1.FC Magdeburg nach einem grandiosen Spielzug, den Stefan Salger einleitete, das 1:0 für den TSV 1860 München.

Nach einer Ecke für den 1.FCM, die einen Abstoß für die Sechzger zur Folge hatte, spielte Hiller zu Salger. Dieser sieht den in den freien Raum vor der Mittellinie einlaufenden Dressel und spielt ihn über etwa 30 Meter genial an, sodass Dennis Dressel mit nur einem Kontakt die Kugel weiter zu Lex spielen kann. Lex bekommt den Ball in halbrechter Position 40 Meter vor dem Tor und kann, weil die Abwehr sich nach dem vergeigten Eckball der Magdeburger noch nicht richtig sortiert hatte, allein auf den aus seinem Tor herausstürzenden Behrens zulaufen. Lex spielt das Leder links am Torhüter vorbei, umkurvt ihn selbst auf der rechten Seite und schiebt dann den Ball ins leere Tor, bevor ein Abwehrspieler eingreifen kann.

Von 3-4-3 auf 4-4-2

Thomas Hoßmang brauchte etwa eine halbe Stunde bis er merkte, dass mit der von ihm angedachten Spielweise gegen das System vom TSV 1860 wenig auszurichten war. In der Folge stellte er gegen den Ball auf 4-4-2 um.

Mit dieser Umstellung kam Magdeburg in der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs etwas besser ins Spiel. Eine Anspielstation mehr in der hintersten Linie kann beim Spielaufbau einen gewaltigen Unterschied machen. So gelang es Magdeburg in dieser Phase etwas mehr Druck als zuvor auf den TSV 1860 auszuüben, konnte aber bis auf eine Situation nie wirklich gefährlich werden. Marco Hiller rettete in der 37. Minute gegen Steininger, der von Sané schön in der Schnittstelle der Viererkette der Sechzger angespielt wurde und nur noch das Tor und Hiller vor sich hatte. Ohne Hillers Glanztat, der mutig seinen Körper in den Schuss warf, hätte die Nummer 13 des 1. FCM für das 1:1 gesorgt. Dass die Magdeburger vor der Pause ein wenig aufdrehten, kam den Löwen auch zugute. Biankadi und Tallig hätten durchaus für Vorentscheidungen sorgen können. Tallig scheiterte nach einer Ecke per Kopf nur am Aluminium.

Die zweite Hälfte

In der zweiten Halbzeit bot sich am Anfang ein Bild, dass mich stark an den Beginn der Hinrunde erinnerte. Sechzig kam in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff nicht wirklich ins Spiel. Magdeburg hingegen kam, was die eigene Offensive anbelangt, hellwach aus der Kabine. Vier Schüsse feuerten Sané und Granatkowski innerhalb von 180 Sekunden zwischen Minute 52 und 55 auf den Kasten der Löwen.

In diese Drangphase der Magdeburger hinein kam dann ein herrlicher Freistoßdoppelpack, bei dem sich die Hintermannschaft der Gastgeber innerhalb von fünf Minuten zweimal vom selben Spielzug übertölpeln ließ. “Fool me once shame on thee, fool me twice shame on me.” sagen die Engländer in solchen Fällen.

Der einzige tatsächlich gefährliche Angriff der restlichen zweiten Halbzeit der Gastgeber fand zwischen den beiden Freistoßtoren in Minute 60 statt. Ernst schloss, nach Zuspiel von Obermair, halbrechts im Strafraum etwa sieben Meter vor dem Tor ab, aber scheiterte am herausstürzenden Hiller.

Im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte spielte unser TSV 1860 München die Partie souverän zu Ende und ließ keinen gefährlichen Schuss der weiterhin mit mehr Ballbesitz agierenden Hausherren mehr zu. Die Löwen selbst kamen weitere drei Mal zum Abschluss, jedoch ohne jegliche Torgefahr bei diesen Abschlüssen.

Mit der Harmlosigkeit, die Magdeburg an den Tag legte, wird auch weiterhin für die Festungsstädter nicht viel in dieser Liga zu holen sein. Ein derart unmotiviertes Herangehen an den Abstiegskampf ist indiskutabel. Ich würde für den Rest der Rückrunde gerne einen stärkeren 1.FC Magdeburg sehen. Die Punkte gegen uns haben sie abgegeben, ab jetzt dürfen sie gerne wieder mehr reißen.

Fazit

Ein verdienter Sieg, der mit der Souveränität einer Spitzenmannschaft herausgespielt wurde. Dem Gegner wurden deutlich die Grenzen aufgezeigt. Mit dem Blick auf Sonntag gerichtet, darf man sich aber keineswegs auf den Lorbeeren ausruhen. Der FSV Zwickau kommt nach Giesing und wird ein ganz anderes Kaliber sein als der 1. FCM. Dazu aber mehr in der Taktiktafel vor dem Spiel am Sonntag.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/