Schon länger bitten Fans um die Entfernung des Zauns vor der Stehhalle. Wie die Behörden vor einer Weile bekannt gaben, sei dieser Wunsch aufgrund von Sicherheitsbedenken aber nicht umsetzbar. Die dafür zuständigen Beamten nannten unter anderem die Debatte um den möglicherweise versperrten Fluchtweg beim Auswärtsspiel in Unterhaching als Grund für die Absage – sehr zum Frust vieler Fans aus der Stehhalle. Die Freunde des Sechz’ger Stadions melden sich in dieser Thematik nun zu Wort. Über Facebook veröffentlichten sie am Dienstagmittag einige Zeilen.
Stellungnahme Freunde des Sechz’ger Stadions
Der Zaun zwischen Spielfeld und Gegengerade des Stadions an der Grünwalder Straße sollte nach Willen der Löwenfans und des TSV 1860 seit Jahren abgebaut werden. Doch dieser Zaun kann nach Meinung der Sicherheitsbehörden weder entfernt, noch in seiner Höhe reduziert werden. Diese vor kurzem bekannt gegebene Entscheidung an sich ist eigentlich ärgerlich genug; die ins Feld geführte Argumentation kann man aber nur noch als bizarr bezeichnen.
Begründet wird die Ablehnung mit der „Entwicklung des Fanverhaltens unter den Anhängern des TSV 1860“ vor allem rund um das Heimspiel gegen Viktoria Köln im April 2024 – jenes Spiel, bei dem sich der Einlass ins Stadion wegen einer defekten Lautsprecheranlage erheblich verzögerte. Während die Polizeikräfte damals vor dem Stadion tausende dicht gedrängte Fans in der prallen Sonne schmoren ließen, verschafften sich einzelne Personen Zutritt ins Stadion, um die Wartenden mit Leitungswasser aus den Toilettenräumen zu versorgen. Schlimm genug, dass den anwesenden Vertretern von Polizei und anderen Behörden die Gesundheit der wartenden Fans völlig gleichgültig war. Jetzt aber wird der Einsatz einzelner Fans, um eine Massenpanik und gesundheitliche Probleme zu verhindern, missbraucht, um ein Sicherheitsrisiko zu konstruieren, das es in der Realität nicht gibt. Dass sich die oben genannten Ereignisse vor der Westkurve ereigneten und schon deshalb nichts mit dem Zaun vor der Gegengeraden zu tun haben, zeigt die Absurdität dieser Argumentation.
Im Übrigen gab es seit vielen Jahren keinerlei Vorfälle bei Heimspielen in Giesing, bei denen die Fans auf den Sitzplätzen nur dank des massiven Zauns davor zurückgehalten werden konnten, das Spielfeld zu stürmen oder das Stadion zu verwüsten.
In den 20 Stadien der aktuellen Drittligisten gibt es übrigens nur vier mit einem sichteinschränkenden Zaun zwischen Spielfeld und Gegengerade. Bei zweien davon (Viktoria Köln und SV Sandhausen) befinden sich dort zudem Stehplätze, was im Grünwalder Stadion nicht der Fall ist. Erstaunlicherweise scheinen Behörden und Polizei in Dresden, Rostock, Essen, Aachen etc. keine Probleme darin zu sehen, dass Sitzplatzfans dort nicht durch einen massiven Zaun in Schach gehalten werden.
Die Leidtragenden der aktuellen Situation in der Stehhalle sind neben den Fans mit Plätzen in den unteren Reihen aber vor hauptsächlich alle, die auf einen Rollstuhl angewiesen und deren Plätze im Grünwalder Stadion ohnehin die unwürdigsten im gesamten deutschen Profifußball sind. Neben der Lage auf Spielfeldhöhe und dem fehlenden Wind-, Sonnen und Regenschutz dürfen sie dem Spielgeschehen also auch weiterhin mit direktem Blick auf den Zaun genießen. Aber das ist für die zuständigen Behörden vermutlich nur ein unbedeutender Kollateralschaden.
Wir würden uns sehr freuen, wenn die Verantwortlichen ihre Entscheidung noch mal überdenken würden, sind diesbezüglich aber auf Grund unserer Erfahrungen aus der Vergangenheit sehr pessimistisch.
Freunde des Sechz’ger Stadions, 20.08.2024














