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Giesinger Gedanken nach der Niederlage in Ingolstadt: Bruchlandung im Brachland

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Brachland Audi-Sportpark

Urlaubsbedingt konnte ich die letzten beiden Spiele des TSV 1860 München leider nur aus der Ferne verfolgen. Gestern Nachmittag durfte ich die Löwen endlich wieder im Stadion sehen und erlebte, wie die Mannschaft nach ansehnlichem Start zu einer ärgerlichen Bruchlandung im Brachland ansetzte.

Das merkwürdigste Duell für 1860

Es gibt Spiele, die sind eindeutig Derbies. Natürlich gehören da die Spiele der Löwen gegen die Roten dazu. Auch sind die Spiele gegen die Bobfahrer aus Unterhaching irgendwie Derbies. Wobei mir die Bezeichnung “S-Bahn-Derby”, die sich in die letzten Jahren für dieses Spiel durchgesetzt hat, so gar nicht gefällt. Dann gibt es sogenannte “Traditionsduelle”, das sind in dieser Saison beispielsweise Spiele gegen Dresden, Bielefeld, Duisburg usw. Dann gibt es einfach normale Spiele wie gegen Sandhausen, Lübeck, Viktoria Köln usw. Und dann gibt es noch dieses Spiel gegen Ingolstadt, das ja auch gerne als “Derby” tituliert wird. Aber für mich ist das wirklich kein Derby. Zu diesem frisch gegründeten Fusionsverein habe ich einfach überhaupt keine Beziehung. Und spüre 0,0 Rivalität. Die sind mir einfach egal. Das Einzige was dem Hauch meiner Definition von Derby entspricht, ist, dass Ihr Standort im Brachland um die Raffinerie- und Autostadt an der Donau relativ nah an Giesing liegt. Dass das Spiel offensichtlich kein Derby ist, zeigte sich gestern auch daran, dass das Stadion nicht annähernd ausverkauft war. Es bleibt einfach das merkwürdigste Spiel der Saison…

Künstlich verlängerte Anreise zum Stadion im Brachland

Nachdem das Stadion in der Ödnis in weniger als einer Stunde von München aus zu erreichen ist, ließ man sich in Ingolstadt etwas ganz Besonderes einfallen, um die Anreise der Löwenfans zu verlängern. Nach guten 45 Minuten Anreise im Auto schickte man uns nach einigemn Hin und Her zu einem mäßig gut beschilderten Gästeparkplatz, der knappe 2km vom Stadion entfernt ist und die Anreisezeit um etwa 50% verlängert. Nach dem Spaziergang durch die Ödnis des ehemaligen Raffineriegeländes sahen wir, endlich im Stadion angekommen, eine durchaus gute Anfangsphase von 1860.

1860 verschenkt erneut einen Sieg nach Führung

Sechzig kam gut in die Partie und ging nach einer sehenswerten Freistoßfinte durch Guttau mit 1:0 in Führung. Danach verfiel die Mannschaft erneut in ein Muster, an das man sich als Löwenfan wohl langsam gewöhnen muss: Die Offensivarbeit wurde eingestellt und man baute damit den Gegner auf, anstatt auf das 2:0 zu spielen. So kam es wie in den Spielen gegen Lübeck und Aue: durch Passivität baute man den Gegner wieder auf und ließ ihn zurück ins Spiel kommen. Und wie gegen Aue lud man den Gegner zum Tor schießen ein. Zunächst servierte Tim Rieder durch einen desaströsen Rückpass den Ausgleich auf dem Silbertablett. Der Siegtreffer fiel nach einer unnötig verursachten Ecke mit mehr als lätschertem Abwehrverhalten. So wird es schwer, in der dritten Liga zu bestehen. Hinzu kommt, dass das, was 1860 da als “Schlussoffensive” anbot, wirklich ungenügend war. Es war keine Struktur im Spiel mehr zu erkennen. Besonders genervt hat mich, dass die Ausführung von Einwürfen und Freistößen sich ewig hingezogen hat, anstatt diese Situationen schnell auszuführen, den Gegner unter Druck zu setzen und sich nicht selbst die letzten Sekunden von der Uhr zu nehmen.

Vierte Bruchlandung in Folge

Was bleibt, ist die vierte Bruchlandung der Löwen in Folge. Drei davon nach eigentlich gutem Start samt 1:0-Führung. Danach sorgten Passivität und individuelle Fehler immer für vermeidbare ärgerliche Niederlagen. Außer in Sandhausen, da brachte man bis auf eine gute Phase in der zweiten Hälfte gar keinen Fuß auf den Boden. Nach dem dritten abgeschenkten 1:0 sehe ich auch ein mentales Problem in der Mannschaft. Und nicht nur ich, nach dem Ausgleich gestern tuschelte mein ganzes Umfeld im Auswärtsblock, dass man sich jetzt sicher noch das 2:1 fängt. Und so kam es dann auch. Die Hoffnung auf eine gute Saison, die trotz verpatzter Vorbereitung nach den ersten beiden Spiele aufkeimte, ist nun wie eine Seifenblase zerplatzt. So wird’s eng!

Merkwürdige Gesten zum Abschluss

Dass das Spiel mit merkwürdigen Gesten der Ingolstädter Spieler gegen den Auswärtsblock endete, unterstreicht nur noch, dass 1860 gegen Ingolstadt das merkwürdigste Spiel der Saison ist. Für die Einen mag es ein Derby sein, für die Anderen ist es ein trostloser Ausflug ins Brachland. Ehrlichgesagt bin ich froh, dass ich mir das nur ein Mal pro Saison antun muss. Wenn ich mit vorstelle, jedes Heimspiel in dieser Ödnis verbringen zu müssen, bekomme ich tatsächlich noch Mitleid mit dem Ingolstädter Publikum…

 

Auswärtschlappe! Schanzer schicken Sechzig in die Krise

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Auswärtsschlappe! Schanzer schicken Sechzig in die Krise
Auswärtsschlappe! Schanzer schicken Sechzig in die Krise

In einem mit 13.500 Zuschauern nahezu ausverkauften Ingolstädter Audi-Sportpark gingen die Löwen hochmotiviert ins Duell mit dem FC Ingolstadt. Wie erwartet war das Stadion stimmungstechnisch schon eine Stunde vor der Partie fest in Löwenhand. Mindestens die Hälfte der Zuschauer war in weiß-blau erschienen, um die Münchner beim Match gegen den Ex-Trainer Michael Köllner zu unterstützen. Das komplette Match Szene für Szene zum Nachlesen gibt es in unserem Live-Ticker! Am Ende siegten aber die Schanzer und schickten Sechzig mit einer Auswärtsschlappe in die Krise.

Starke und Kurt rücken in die Startelf

Nicht mit dabei waren die verletzten Greilinger und Schröter. Für Schröter und Tarnat standen in Ingolstadt Kurt und Starke in der Startelf. Angetrieben von den Löwenfans fanden die Löwen gut in die Begegnung und hatten auch die ersten beiden Möglichkeiten. Vrenezi setzte sich gut durch, sein Schuss zischte aber über den Kasten, nachdem davor ein guter Abschluss von ihm zur Ecke geblockt worden war. Wenig später köpfte Verlaat nach einer Ecke über die Querlatte. Die erste Großchance hatten aber die Hausherren. Nach einem üblen Ballverlust von Kurt im Mittelfeld spielten die Hausherren den Konter schnell aus und die Löwen hatten Glück, dass der Abschluss von Mause ebenfalls über dem Gehäuse landete.

Cleverer Freistoß-Trick bringt die Führung

Nach dem Motto “So einfach kann Fußball sein” markierten die Löwen Mitte der ersten Halbzeit den Führungstreffer. Zwarts wurde etwa 30 Meter vor dem Tor gelegt. Den Freistoß legte Zejnullahu an der Mauer vorbei kurz ab zu Guttau, der an verdutzten Ingolstädtern vorbeimarschierte und zum 0:1 ins lange Eck einschoss. Der Treffer tat dem Selbstbewusstsein der Löwen gut, die munter weiter nach vorne spielten und hinten keine zwingenden Möglichkeiten zuließen. Ingolstadt wirkte fortan in der Defensive verwundbar. Lang köpfte nach einer guten halben Stunde knapp über den Kasten. Die Löwen wurden von ihren frenetischen Fans ohne Unterlass angefeuert und schalteten keineswegs einen Gang zurück.

Schanzer ideenlos gegen defensiv stark verschiebende Löwen

Den Hausherren fiel nach der Führung der Sechzger nicht viel ein. Auffällig wurden die Hausherren eigentlich nur durch ihre zahlreichen ruppigen Foulspiele, die letztlich auch verdient zu drei Verwarnungen führten. Auch Frey musste einmal ein taktisches Foul ziehen, um einen gefährlichen Angriff zu unterbinden. Bis zur Pause passierte nichts mehr, sodass die Löwen mit einer verdienten 0:1-Führung in die Halbzeitpause gehen konnten. Auch offensiv lieferten die Gäste eine gute Vorstellung, auch wenn es manchmal beim finalen Pass noch etwas an der Präzision mangelte.

Rieder für Frey zur Pause

Zur zweiten Halbzeit kam der wiedergenesene Rieder für den bereits verwarnten Frey ins Spiel. Beide Teams kamen wach aus den Kabinen und versuchten sogleich offensiv in Aktion zu treten. Den ersten Abschluss der zweiten Hälfte setzte Zwarts knapp neben den Pfosten. Ingolstadt hatte zu Beginn mehr von der Partie, doch die Löwen verteidigten die Box weitgehend stabil. Dann forderten die Löwen nach einem schnellen Angriff über rechts einen Handelfmeter, doch der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Eine Fehlentscheidung wie die Fernsehbilder später zeigten…

Ausgleich aus dem Nichts eingeleitet von den Löwen

So kamen die Hausherren aus dem Nichts zum Ausgleich – unter dankenswerter Mithilfe der Löwen. Rieder spielte auf dem rechten Flügel einen katastrophalen Rückpass, Mause bedankte sich, umkurve Hiller und schob ein zum Ausgleich. Unnötiger kann man ein Gegentor nicht kassieren… Die Partie wurde im Anschluss hektischer. Ingolstadt bekam nach dem Ausgleich Oberwasser, die Löwen brauchten erst einmal einige Minuten um sich zu sammeln und waren mit Defensivarbeit gut eingespannt.

Spiel steht auf des Messers Schneide

Die Löwen waren nach dem Gegentreffer – wie schon so oft in dieser Saison wie geschockt und fanden erste zwanzig Minuten vor dem Ende wieder offensiv statt. Allerdings fehlte zumeist die Präzision. Ingolstadts Offensive nach dem 1:1 war verpufft und so stand die Partie erst einmal auf des Messers Schneide. Eine Viertelstunde vor Ende hätten die Hausherren in Führung gehen müssen, doch Hiller rettete in ärgster Not. Defensiv stimmte bei den Gästen gar nichts mehr. So kam es wie es kommen musste. Nach 77 Minuten landete eine mehrfach geblockte Ecke vor den Füßen von Kopacz, der zum 2:1 für die Heimischen abstaubte.

Auswärtsschlappe! Schanzer schicken Sechzig in die Krise!

Die Löwen mühten sich in der Schlussphase zwar noch in der Offensive. Doch Ingolstadt stand tief und musste nicht allzuviel tun, um die Führung über die Zeit zu bringen. So stand am Ende eine bitter wie auch unnötige 2:1-Niederlage für die Löwen zu Buche. Sechzig hatte im ersten Durchgang alles im Griff, brachte sich aber nach einem katastrophalen Rückpass von Rieder selbst um den Lohn der Arbeit. Nach dem daraus resultierenden Ausgleich zum 1:1 funktionierte gar nichts mehr und der Siegtreffer war nur eine Frage der Zeit. Wie schon gegen Lübeck und Aue standen die Löwen also am Ende trotz einer Führung mit leeren Händen da. Es ist die vierte Niederlage in Serie, die Löwen schaffen es einfach nicht, über 90 Minuten konzentriert zu bleiben…

 

 

Liveticker: FC Ingolstadt 04 – TSV 1860 München (6. Spieltag)

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Herzlich willkommen zum Liveticker am 6. Spieltag der Saison 2023/24 mit dem Duell zwischen dem FC Ingolstadt 04 und dem TSV 1860 München!

Das Duell mit Ex-Trainer Michael Köllner birgt natürlich einiges an Brisanz, zumal beide Mannschaften alles andere als ideal in die neue Saison gestartet sind. Die räumliche Nähe tut ihr Übriges, um die heutige Partie zu etwas Besonderem zu machen.

Aufstellung:
Hiller – Kurt (78. Lakenmacher), Lang, Verlaat (C), Kwadwo – Frey (46. Rieder), Starke (87. Bonga) – Zejnullahu, Vrenezi, Guttau – Zwarts (90. Sulejmani)

Bank:
Richter (TW), Glück, Rieder, Kloss, Tarnat, Bonga, Cocic, Sulejmani, Lakenmacher

Tore:
Mause, 2:1 0:1 (23.) Guttau, 1:1 (59.) Mause, 2:1 (77.) Kopacz

Gelbe Karten:
Malone, Schröck, Deichmann, Kopacz – Frey, Kurt, Zejnullahu

Die Personalsituation

Es fehlen: Daniel Winkler (Kreuzbandriss), Phillipp Steinhart (Bänderverletzung), Fabian Greilinger (Hüftbeuger)

Ausfälle beim FC Ingolstadt 04: Simon Lorenz (muskuläre Probleme), Lukas Fröde (gesperrt), Maurice Dehler (Mittelfußbruch), Bryang Kayo (Spunggelenk), Maximilian Dittgen (Oberschenkel), Felix Keidel (Oberschenkel), Benjamin Kanuric (krank)

Diesen Löwen droht eine Sperre

Fehlanzeige

Wo könnt Ihr das Spiel FC Ingolstadt 04 – TSV 1860 München außer im Liveticker noch verfolgen?

15.800 Fans passen in den Audi-Sportpark der Schanzer und es sollte keinen verwundern, wenn am Samstag Nachmittag mehr als die Hälfte der Besucher den Löwen die Daumen drücken. Der FC Ingolstadt 04 selbst rechnet mit insgesamt 13.500 Zuschauern. Wie sich ein Heimspiel in der Ferne anfühlt, durften die Löwenfans ja bereits in der Vorsaison in Ingolstadt erleben. Für Gästefans wird es keine Tageskasse geben!

Das dritte Auswärtsspiel des TSV 1860 wird heute nicht im Free-TV übertragen. Allerdings  ist natürlich wie gewohnt MagentaSport vor Ort. Das Spiel wird vom Sender sowohl im Fernsehen als auch im Online-Stream angeboten.

Alle Spiele der 3.Liga können bei onefootball einzeln abgerufen werden. In der App des Anbieters kann das Spiel für 4,99€ gekauft werden.

Vorberichterstattung bei sechzger.de

Freitagsspiel der dritten Liga: Verl gewinnt in Duisburg

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Heute Abend standen sich die Zebras und der SC Verl im Freitagsspiel der dritten Liga gegenüber. Auf Grund des mäßigen Starts beider Teams standen beide Teams unter Druck, Punkte einzufahren, um sich aus dem Tabellenkeller zu verabschieden. Am Ende konnte der SC Verl den MSV Duisburg durch einen Last-Minute-Treffer besiegen.

Traumstart für die Zebras

Bitter brachte die Zebras in der 9. Minute mit der ersten Chance 1:0 in Führung. Vorausgegangen war ein Duisburger Ballgewinn im Mittelfeld, auf den ein schneller Angriff folgte. Schließlich schob Bitter den Ball Unbehaun zum Führungstreffer durch die Beine. Nur vier Minuten später stellte Mai, der heute notgedrungen als Stürmer aufgeboten war, auf 2:0. Jander spielte ihn schön an der Strafraumgrenze ein und Mai zog platziert ins rechte untere Eck ab (13. Minute).

Glücklicher Anschlusstreffer vor der Pause

Obwohl der MSV Duisburg nun einen Gang zurück schaltete und Verl sich etwas stabilisierte, war der MSV weiter tonangebend. Bei einem Konter nach einer Ecke schloss Köpke zu harmlos ab (26. Minute). In der 37. Minute rettete Unbehaun die Verler dann vor dem vorentscheidenden 3:0. Mit einer Glanzparade entschärfte er einen Kopfball von Stierlin. Mit der ersten Chance gelang dem SC Verl dann der Anschlusstreffer in der 45. Minute. Corboz erzielte das 2:1, nachdem Otto von rechts in den Strafraum eingedrungen war. Ärgerlich für den MSV Duisburg.

Verl gleicht aus

Der zweite Durchgang begann ausgeglichen. In der 56. Minute konnte Verl ausgleichen. Batista Meier brachte den Ball von rechts auf Corboz, der direkt abzog. Sein Schuss wurde geblockt, aber Corboz versenkte den Abpraller überlegt mit dem Kopf zum 2:2. Danach waren die Gäste kurzzeitig feldüberlegen, ohne jedoch zwingende Chancen auf den Führungstreffer herauszuspielen. Duisburg konnte sich danach zurück ins Spiel kämpfen und die Zuschauer sahen bis kurz vor Schluss ein von Mittelfeldduellen geprägtes Spiel ohne weitere Torchancen. Für Aufregung sorgte in der 87. Minute der vermeintliche Führungstreffer für den MSV, der aber wegen Abseits nicht anerkannt wurde.

Siegtreffer in der Nachspielzeit

In der 93. Minute gelang dem überragenden Corboz sein dritter Treffer. Zunächst kam er an der Strafraumlinie zum Schuss, traf einen eigenen Mitspieler und konnte dann den Abpraller zum entscheidenden 2:3 volley ins Netz knallen. So konnte Verl einen späten 3:2 Auswärtssieg in Duisburg feiern. Duisburg hätte den Sieg in der ersten Hälfte unter Dach und Fach bringen können, Verl erkämpfte sich nach Rückstand mit Effektivität vor dem Tor einen Auswärtssieg.

Was bedeutet das für 1860?

Durch das Unentschieden rutschen die Löwen in der Tabelle mit 6 Punkten auf Rang 13 ab, bevor sie morgen fokussiert in Ingolstadt antreten. Ihr könnt das Spiel natürlich im sechzger.de Liveticker verfolgen. Anpfiff ist morgen um 16:30h.

 

50+1: Wieso bei 1860 keine “Hannover-Verhältnisse” bestehen

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TSV 1860 Präsident Robert Reisinger 50+1 Stadt München
TSV 1860 München e.V. MitgliederEhrungen Copyright by : sampics Photographie Bierbaumstrasse 6 81243 München TEL.: ++49/89/82908620 , FAX : ++49/89/82908621 , E-mail : sampics@t-online.de Bankverbindung : Hypovereinsbank München Konto : 1640175229 , BLZ 70020270 IBAN : DE78700202701640175229 BIC HYVEDEMMXXX weitere Motive finden sie unter : www.augenklick.de

Hannover 96 scheint durch einen Vertrag die “50+1”-Regel – zumindest teilweise – ausgehebelt zu haben. Bei 1860 bestehen jedoch keine “Hannover-Verhältnisse”.

50+1: ein Dauerthema im Deutschen Fußball

Kaum eine Regelung wird im Deutschen Fußball so oft und kontrovers diskutiert wie die “50+1-Regel“. Sie besagt – grob vereinfacht – dass der Mutterverein einer Profi-Fußballgesellschaft, die im Deutschen Profifußball eine Mannschaft meldet, stets mindestens eine Stimme mehr, als die genaue Hälfte (also 50%) aller Stimmen innerhalb einer solchen Gesellschaft behält.

Hannover 96 scheint sich selbst ins Bein geschossen zu haben

Ähnlich wie beim TSV 1860 ist bei Hannover 96 “50+1” rund um den Investor Martin Kind (zeitweise auch Präsident, Geschäftsführer, freigestellter Geschäftsführer, etc.) ein Thema mit Relevanz.

Nach jahrelangen Streitigkeiten und Niederlagen Kinds vor diversen Gerichten schlossen in Hannover die Gremien im Jahr 2019 den sogenannten “Hannover-96-Vertrag”. Mit diesem Vertrag scheint sich der e.V. von Hannover 96 jedoch ins eigene Bein geschossen zu haben:

Denn in dem Vertrag, der der SZ vorliegt, wurde festgelegt: “H96 e.V. verpflichtet sich, die Satzung der H96 Management GmbH nicht bzw. nicht ohne vorherige schriftliche Zustimmung der H96 S&S zu ändern, zu ergänzen oder zu ersetzen.” Und dann wird es in Anbetracht der jüngsten juristischen Streitigkeiten um eine Abberufung von Geschäftsführer Kind geradezu prophetisch präzise: “Die vorstehende Regelung gilt insgesamt, insbesondere aber für den Passus der Satzung, der Funktion (Bestellung der Geschäftsführung der Gesellschaft) und Besetzung des Aufsichtsrats der Hannover 96 Management GmbH regelt.” (“Das trojanische Pferd”, Süddeutsche Zeitung vom 21.10.2022)

Die “50+1-Regel” ist eine für Vereine wie angegliederte Gesellschaften im Hinblick auf den Profifußballbetrieb geltende Verbandsregel. Der “Hannover-96-Vertrag” verstößt jedoch ohne Umschweife und für jeden erkennbar gegen diese Regel. Wie die DFL diesen Vertrag – der die faktische Aushebelung der “50+1”-Regel beinhaltet, sehenden Auges als “mit 50+1-konform” durchwinken konnte, bleibt wohl ihr Geheimnis. Darüber rätselt auch die SZ, jedoch hat die DFL eine entsprechende Anfrage der Redaktion bislang nicht konkret beantwortet.

Warum bei 1860 keine Hannover-Verhältnisse bestehen

Was bedeutet die Hannover-Konstellation nun für den TSV 1860? Ganz einfach: Rein gar nichts! Die Aushebelung von “50+1” konnte nur durch den “Hannover-96-Vertrag” zwischen den Gesellschaftern passieren – und die DFL hat womöglich nicht ordentlich hingesehen, als sie die Konformität des Vertragswerks mit “50+1” attestierte.

Beim TSV 1860 existiert ein  Vertrag mit derartigen Regelungen nicht und es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Löwen eine solche Regelung aufbürden lassen würden. Insofern kann die “lex Hannover” keinesfalls für den TSV 1860 herangezogen werden, auch wenn ein Blog im Löwenumfeld in seiner Berichterstattung mit eher nebulösen Andeutungen versucht, diese Tatsache zu unterschlagen.

Denn wie die Süddeutsche Zeitung sehr klar im schon oben zitierten Artikel hervorhebt:

Weil Sechzig aber – anders als Hannover 96 – niemals sein Recht auf Satzungsänderung der Geschäftsführungs GmbH aufgegeben hat, waren die e.V.-Vertreter 2017 nach dem Zwangsabstieg in die vierte Liga sogar in der Lage, den Insolvenzfachmann Markus Fauser gegen den Willen von Hasan Ismaik zum Geschäftsführer zu ernennen. In der Satzung von Sechzigs Geschäftsführungs GmbH ist der konkrete Vollzug von 50+1 auf dem Wege einer Satzungsänderung sogar explizit ausformuliert: “Die Gesellschafter (also allein der e.V.) können jederzeit mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen beschließen, (…) dass dem Beirat Aufgaben und Befugnisse, welche ihm (…) zugewiesen wurden, nicht weiter zustehen.”
Exakt dieser Möglichkeit, dem Aufsichtsrat seine Kompetenz zur Bestellung des Geschäftsführers zu nehmen, haben sich die e.V.-Vertreter bei Hannover 96 vor drei Jahren beraubt.

Abberufung Kinds als Geschäftsführer unwirksam – jedoch NICHT wegen 50+1

Martin Kind hatte gegen seine Abberufung als Geschäftsführer bei Hannover 96 geklagt – und Recht bekommen. Jedoch nicht aufgrund von “50+1”-Themen, sondern weil bei der Abberufung Formfehler begangen worden waren, wie das Landgericht Hannover bestätigte:

Die 7. Kammer für Handelssachen stellt in der Urteilsbegründung darauf ab, dass der Abberufungsbeschluss wegen Verstoßes gegen die im Gesellschaftsvertrag geregelte Kompetenzverteilung nichtig ist. Denn der Gesellschaftsvertrag der Beklagten sieht vor, dass für eine Abberufung des Geschäftsführers der Aufsichtsrat zuständig ist.

Dies gelte auch unter Berücksichtigung der Regelungen des Hannover-96-Vertrages.

Eine Überprüfung der “50+1”-Umgehung im “Hannover-96-Vertrag” fand aufgrund des formellen Verstoßes gar nicht mehr statt:

Ob diese Kompetenzverteilung des Gesellschaftsvertrages mit der 50+1 Regel der DFL in Einklang steht, spielte für die Entscheidung des Gerichts keine Rolle. (Auszug aus der Pressemitteilung der 7. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Hannover, Az. 32 O 119/22)

Als ultima ratio kann der e.V. jederzeit den Beirat entmachten

Der Gesellschafter der Geschäftsführungs-GmbH beim TSV 1860 kann gem. §12 Ziff. 6 der Gesellschaftssatzung jederzeit dem Beirat unter Anderem dessen Befugnisse aus § 12 Ziff. 4 entziehen, Geschäftsführer zu bestellen, abzuberufen, etc. Alleiniger, 100%iger Gesellschafter ist der TSV München von 1860 e.V., geschäftsführend vertreten durch das Präsidium.

Anmerkung der Redaktion:
Dieser Artikel erschien auf sechzger.de erstmals am 25.10.2022. Aus gegebenem Anlass möchten wir aber gerne nochmal darauf hinweisen…

Bild: TSV 1860 München e.V.

Jacobacci: “Voller Fokus auf den Fußball”

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Löwenrunde: Kwadwo fällt aus
Löwenrunde: Kwadwo fällt aus

Am Samstag wartet auf die Löwen das Oberbayern-Duell beim FC Ingolstadt. Hier geht es zu den Faninformationen. Los geht es in der Audi-Stadt um 16:30 Uhr, die Sechzger werden dabei sicherlich von mehreren tausend Löwenfans begleitet, die das Auswärtsspiel wieder zum Heimspiel machen werden. 3.600 Gästekarten sind restlos ausverkauft, viele weitere Tickets gingen sicherlich im freien Verkauf nach München.

Bei der Löwenrunde vor dem ersten von zwei Auswärtsspielen in Folge sprach TSV-Trainer Maurizio Jacobacci darüber, die er das Ruder nach drei Niederlagen am Stück herumreißen möchte. Maurizio Jacobacci fordert “vollen Fokus auf den Fußball” und will sich nicht vom Duell mit dem Ex-Trainer oder der Wiesn ablenken lassen.

Greilinger nicht dabei – Großes Fragezeichen bei Schröter

Nicht mit dabei sein wird am Samstag Fabian Greilinger, den Probleme am Hüftbeuger zum Aussetzen zwingen. Ob es bei Morris Schröter für einen Einsatz reicht ist noch offen, er wird beim Abschlusstraining individuell trainieren. Die Chancen auf einen Einsatz dürften also eher gering sein. Dafür steht Tim Rieder wieder zur Verfügung. “Man muss ihn von der Leine lassen. Er bringt Qualität in den Kader. Die Startelf kann möglich sein”, hielt sich Jacobacci alle Optionen offen.

Jacobacci: Voller Fokus auf den Fußball

Rund um das Spiel wollen sich die Löwen weder von Michael Köllner, noch vom Anstich auf der Wiesn ablenken lassen. “Ich werde so oder so nach dem Spiel nicht auf die Wiesn gehen”, sagte der Löwen-Dompteur.
Auch das Duell mit seinem Vorgänger Michael Köllner, der nun in Ingolstadt tätig ist, interessiert Jacobacci nur am Rande. “Wir haben uns vorbereitet wie immer und wissen, was uns in Ingolstadt erwartet. Ob es gegen den Ex-Trainer geht oder nicht, sollte nicht im Fokus stehen. Wir brauchen den vollen Fokus auf den Fußball”, sagte der Italo-Schweizer weiter.

Ingolstadt wird über den Kampf kommen

“Wir spielen gegen einen Gegner der viel Qualität verpflichtet hat. Sie werden sicher viel physische Präsenz ins Spiel bringen und versuchen, uns über den Kampf den Schneid abzukaufen”, vermutet Jacobacci. Köllner sprach in der Ingolstädter Presserunde den Löwen die Favoritenrolle zu. Jacobacci konnte darauf angesprochen nur schmunzeln: “Wir spielen auswärts, ich weiß nicht, warum wir da den Favoriten spielen sollten.”

Die Verteidigung fängt vorne an

Zuletzt kassierten die Löwen zwei Mal zwei schnelle Gegentreffer in kurzen Zeitabständen, daran habe man gearbeitet. “Die Verteidigung geht vorne los. Entscheidend wird sein, dass wir sehr gut gegen den Ball arbeiten. Wir müssen gegen den Ball stören, damit sie nicht zu ihrem Spiel kommen”, sagte Jacobacci weiter. Ingolstadt habe starke Kicker in seinen Reihen und man müsse bei den Einwürfen von Malone aufpassen, “die wie Flanken aus dem Halbfeld hereinkommen”.

Keine Frustration nach Gegentoren

Auf Frage von sechzger.de erklärte Jacobacci in Bezug auf das letzte Spiel gegen Aue, bei dem man in der Schlussphase eine 1:0-Führung aus der Hand gab und sogar noch mit 1:2 unterlag: “Wir waren frustriert nach dem Gegentor und haben nicht nach vorne gedacht. Wir brauchen den vollen Fokus auf das was kommt und nicht auf das, was passiert ist. Nach einem Gegentor müssen wir alle Kräfte bündeln und nach vorne schauen”, forderte der TSV-Coach.

“Man muss Vrenezi auch sein Spiel lassen”

Angesprochen auf Albion Vrenezi sagte der Schweizer: “Er kann sicher noch besser performen, als in den letzten fünf Spielen. Das letzte Spiel war schon besser. Er war effizienter mit dem Ball. Man muss ihm seine Freiheiten lassen, er ist ein Straßenfußballer. Ich habe ihm auf den Weg gegeben, dass er wissen muss, was er machen möchte, bevor er den Ball bekommt. Aber man muss ihm auch seinen Fußball, sein Spiel lassen.” Vor allem bei numerischer Überzahl in der Zone müsse sich Vrenezi schnell vom Ball trennen, das sei das Ziel, fügte Jacobacci an.

Auf die Fans ist Verlass

Auf Nachfrage von sechzger.de, ob er wisse, was ihn im Stadion erwarte, erklärte der Schweizer: “Auf unsere Fans kann man sich immer verlassen. Es ist mein größter Wunsch sie glücklich zu machen und nach dem Spiel das Leuchten in den Augen zu sehen”. Mit diesem Leuchten in die Augen und drei Punkten im Gepäck wird der Löwen-Tross am Samstag-Abend hoffentlich in die Landeshauptstadt zurückkehren. Dann hat sicherlich auch Jacobacci am Sonntag nichts gegen einen ausgiebigen Wiesn-Besuch der Fans einzuwenden.

Winningers Wirtshaus Weisheiten vor FC Ingolstadt 04 – TSV 1860

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Winningers Wirtshaus Weisheiten Fc Ingolstadt 1860 München

Am morgigen Samstag empfangen die Schanzer die Löwen und für beide Teams ist die bisherige Spielzeit sicher nicht so verlaufen, wie man sich das vorgestellt hatte. Bernd Winninger fasst in seinen Wirtshaus Weisheiten zusammen, was den TSV 1860 in Ingolstadt erwartet und welche Kniffe sich Michael Köllner womöglich ausgedacht hat.

Wirtshaus Weisheiten vor FC Ingolstadt 04 – TSV 1860

Wer sind die Schlüsselspieler der Schanzer? Welches Spielsystem wird der Ex-Trainer der Löwen für seinen FC Ingolstadt 04 wählen? Wie bringt der Fusionsklub die taktischen Vorgaben des Übungsleiters aufs Spielfeld? Ergänzend zu seiner ausführlichen TAKTIKTAFEL erläutert Bernd Winninger die Stärken und Schwächen des bevorstehenden Löwengegners und gibt seine Einschätzung ab, unter welchen Voraussetzungen der TSV 1860 im AUDI-Sportpark bestehen kann.

FC Ingolstadt – TSV 1860, die Taktiktafel vor dem Spiel

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur Taktiktafel vor dem Spiel gegen FC Ingolstadt 04, den neuen Verein unseres Ex-Trainers Michael Köllner und unseres ehemaligen Rechtsverteidigers Yannick Deichmann.

FC Ingolstadt – TSV 1860: Viele sprechen da von Derby, um diesen Terminus zu benutzen ist mir der Definition des Begriffs nach zu wenig echte Rivalität vorhanden. Sei es drum, das soll hier nun nicht das Thema sein.

Michael Köllner wechselt die Grundformationen der Schanzer bisher sehr häufig, das kannten wir von unserem Prediger aus Fuchsmühl bisher so eher nicht. Als er noch bei uns war, schien das 4-1-4-1 in Stein gemeißelt. Bei Experimenten in andere Systeme gab es häufig blaue Augen.

Wie stellt sich das nun beim FCI dar? 4-2-3-1, 3-4-1-2 und 3-4-3 waren bisher die gewählten Formationen der Ingolstädter. Grundsätzlich gingen die Schanzer ihre Spiele meistens mit im Raum gehaltenen Pressing auf unterschiedlichen Linien an, je nach Spielort (zuhause oder auswärts) und Ergebnis hoch oder mittel positioniert und mal mehr mal weniger erfolgreichen Versuchen, Pressingfallen in der eigenen Tiefe aufzustellen.

Auffällig ist, dass dann, wenn die Pressinglinie hoch steht, die Defensivlinie selten über ein mittleres Niveau heraus nach vorne schiebt, außer der FCI liegt hinten.

Bei eigenem Ballbesitz erkennt man bei den Ingolstädtern deutlich die Handschrift des gelernten Zahnarzthelfers aus der Oberpfalz. Viel läuft über die Flügel. Generell versucht Köllners Mannschaft das anzunehmen, was der Gegner anbietet und daraus das Beste zu machen. Bisher reichte es zu vier Punkten aus fünf Spielen.

Bevor wir zur Spielweise und den anderen wichtigen Informationen zu Ingolstadt kommen, wie immer die statistischen Werte des FCI bisher.

Statistische Werte des FCI 04

  • Ballbesitz: 42%
  • Passgenauigkeit: 78%
  • Defensive Zweikampfquote: 62%
  • Flankengenauigkeit: 41%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): 12,35

Wie spielt der FCI?

Bei Ballbesitz

Systemunabhängig sieht es bei den Schanzern so aus, dass das Flügelspiel klar dominiert, wenn sie selbst den Ball haben. Obwohl deutlich erkennbar ist, dass die Mannschaft von Michael Köllner den kurzen Aufbau im Positionsspiel bevorzugt, schafft sie es eher selten, sich aus dem Pressing des Gegners zu befreien, wenn dieser hoch steht mit Kombinationsfußball über die Außenverteidiger und die/den Sechser aus dem eigenen Drittel. Der lange Ball bzw. der progressive Pass ist dann das Mittel der Wahl. Im Kampf um den zweiten Ball ist Ingolstadt dann allerdings oft erfolgreich und kann über dadurch entstehende Umschaltmomente nach kurzzeitigem Ballverlust über gewonnene Zweikämpfe im Mittelfeld ins letzte Drittel eindringen.

Das Spiel über die Flügel dominiert klar, die Flankengenauigkeit ist exorbitant hoch. Auch die Schussgenauigkeit bewegt sich in einem Bereich, der annehmen ließe, dass Ingolstadt besser dastehen sollte als es der Fall ist. Das Problem bei Ingolstadt ist oft die jeweilige Position des abgegebenen Schusses und somit die zu erwartende Wahrscheinlichkeit eines Treffers. Kommt Euch das bekannt vor? Mir auch.

Gegen den Ball

Wie oben schon geschrieben, ist das Pressing der Schanzer ehe raumorientiert als auf den direkten Ballgewinn ausgerichtet. In der Pressingreihe stehen oft allerdings nur zwei Spieler mit einer versetzt stehenden Dreierkette dahinter. Die fünf verbleibenden Feldspieler stehen meist gut im Raum gestaffelt, um die Pressingfallen für den Gegner aufzustellen, der zu weiten Bällen gezwungen werden soll. Im Detail sieht das so aus, dass der ballnahe Spieler in der Pressinglinie Druck auf den ballführenden Spieler ausübt und der ballferne Spieler gleichzeitig einen Passweg zustellt – je nach Situation den auf einen der Sechser oder auf den ballfernen Außenverteidiger.

In dem Moment, in dem ein Pass auf die schwache Seite der Kette erfolgt, stößt dann ein weiterer Spieler aus der Kette hinter der Pressinglinie, um entweder dort Druck auszuüben oder um die zentrale Position in der Pressingreihe zu übernehmen. Die nötigen logischen Verschiebungen nach vorne aus den anderen Mannschaftsteilen erfolgen dann oft zu langsam. So entstehen Lücken im Mittelfeld, die der Gegner zum Aufbau nutzen kann, wenn dessen Spieler mitdenken.

Im eigenen letzten Drittel ergibt sich bei Ingolstadt je nach gewähltem System ein Verteidigungsblock, der entweder eine 4-5 Formation vor der eigenen Box aufweist oder bei Dreierkette logischerweise zum 5-4 verschiebt.

Köllners Mannschaft verteidigt im eigenen letzten Drittel grundsätzlich gut und erfolgreich. Auffällig ist allerdings, dass die Spieler in den zentralen Schnittstellen oft zu weite Abstände haben, was den zentralen Steilpass bei schnellem Spiel des Gegners stark begünstigt.

Alles in allem lässt Ingolstadt sehr viele Schüsse im eigenen Zentrum nach Steilpässen dorthin zu.

Wie kann man Ingolstadt knacken?

Zunächst ist es von allergrößter Wichtigkeit, die Gefährlichkeit, die Ingolstadt über die Außenpositionen mit der hohen Flankengenauigkeit entwickeln kann, nicht zu unterschätzen. Die Flügel gegen den Ball daher doppelt besetzt zu halten und dort stark zu verdichten, halte ich für essentiell, um den FCI dort nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Schafft man es so, die Schanzer ins Zentrum zu zwingen, wird es schwer für den FCI Lösungen zu finden, denn dort sieht man bei den Aktionen häufig, dass Ideen fehlen und notwendige Rochaden, um Räume freizuspielen, nicht stattfinden.

Ähnlich sieht es aus, wenn man selbst im Angriff ist. Auf den Flügeln verteidigt Ingolstadt bärenstark und fast fehlerfrei im eigenen letzten Drittel. Im Zentrum findet man – wie oben beschrieben – allerdings oft die nötigen Lücken. Dazu muss jedoch sichergestellt sein, dass die Spieler, die dort agieren, das immer mit Tempo und viel Bewegung bewerkstelligen. Das bedeutet: Umschaltspiel und Konterangriffe aus einer kompakten Defensive heraus kann der Weg zum Erfolg gegen die Schanzer sein. Schnelle, ballsichere Spieler, die über die Zentrale oder die Halbräume mit vielen Rochaden auf den kurzen Wegen aus der Tiefe kommen, können entscheidend dazu beitragen, Ingolstadt das ein oder andere Tor einzuschenken.

Die Systemfrage

Die Systemfrage zu beantworten ist diesmal wahrlich nicht so einfach. Wie oben beschrieben, nutzte Michael Köllner in fünf bisherigen Spielen in der Liga drei Systeme. Nutzt er eines dieser Systeme gegen den TSV 1860 oder hat er aufgrund der Entwicklung, die der FC Ingolstadt bisher genommen hat, die Länderspielpause genutzt, um sich etwas gänzlich anderes auszudenken? Kommt er möglicherweise gar mit dem uns allen bekannten 4-1-4-1 um die Ecke? Darauf habe ich leider keine Antwort und der Taktikfuchs aus Fuchsmühl ist in diesem Punkt durchaus für eine Überraschung gut.

Wie würde ich das Team systematisch an Köllners Stelle auflaufen lassen, ist nun die Frage, die ich mir stelle. Ich würde die Grundformation 4-2-3-1 wählen und bei Ballbesitz auf ein 4-1-2-3 mit ballnah gependeltem Außenverteidiger verschieben lassen. Auf dem Feld entstünde dann bei Ballbesitz optisch ein asymmetrisches 3-4-3.

Gegen den Ball sähen die Verschiebungen, die ich meiner Mannschaft mit auf den Weg geben würde, im letzten Drittel zwei kompakte Reihen in der flachen 4-5-1 Formation vor. Vor allem deshalb, um die bisher für die Abwehr des FC Ingolstadt sehr gefährlichen Steilpässe in die Schnittstellen möglichst effektiv zu unterbinden.

Stärken und Schwächen des 4-2-3-1

Die Stärken

Gegen den Ball ist das 4-2-3-1 in der Zentrale und Richtung eigener Box sehr kompakt. Es gibt den Gegnern kaum Raum, um dort vernünftiges Passkombinationsspiel aufzuziehen. Auch gegen zwei oder drei Stürmer ist man durch die beiden defensiven Mittelfeldspieler gut abgesichert.

Nach Balleroberung kann das Spiel über die beiden Sechser relativ variabel gestaltet werden. Sowohl über die Flügel als auch über das Zentrum sind schnelle Angriffe möglich, wenn man die Lücken im Raum schnell erfasst und alle Offensivspieler ihre Laufwege situationsbedingt richtig anlegen. Oft schaltet sich einer der beiden Sechser auch aktiv und nicht nur als Ballverteiler in das Offensivspiel mit ein. Dadurch wird die Offensive als Ganzes schwerer auszurechnen.

Die Schwächen

Gegen den Ball ist ein Gegner, der gern über die Flügel angreift, schwer zu kontrollieren, da die Wege, um einen Spieler zu doppeln, relativ weit sind und die Doppelung vom Angreifer oft schon erkannt wird, wenn sich der doppelnde Gegner aus seiner taktischen Grundposition löst. Das führt bei guter Spielübersicht und genauem Passspiel zu viel Raum für die angreifende Mannschaft.

Die Mittelfeldspieler auf den Außenpositionen müssen außerdem ein extrem hohes Laufpensum bewältigen, wenn sie die gegnerischen Flügel unter Kontrolle halten wollen. Im Spiel nach vorne ist vor allem das Fehlen eines zweiten Stürmers ein großes Manko, da sich dadurch für den Spieler in der Sturmzentrale nur wenig Raum zur Entfaltung seiner Fähigkeiten bietet. Deshalb sind torgefährliche Mittelfeldspieler, die mit aufrücken, zwingend erforderlich, um im 4-2-3-1 erfolgreich zu sein.

Schlüsselspieler

Im Tor steht Marius Funk (#1). Der 1,87 m große Keeper beherrscht seinen Strafraum relativ gut, hat aber erkennbare Schwächen was Reflexe und das Spiel eins gegen eins betrifft. Er kann allerdings auf acht Bundesligaspiele (30 Gegentore) und fünf Einsätze in der 2. Liga (4 Gegentore) zurückblicken. In Liga 3 kassierte der 27-Jährige in bisher 48 Spielen 80 Gegentore. Funk ist sicher kein Torwart, der einer Abwehr Sicherheit vermittelt. Zur Bestätigung liegt sein xGa Wert (erwartete Gegentore) niedriger als die Anzahl der tatsächlich kassierten Treffer.

Innenverteidiger Simon Lorenz (#32), vielen noch bekannt aus dem ersten Drittligajahr des TSV 1860, ist der Schlüsselspieler des FC Ingolstadt in der Abwehrzentrale. Der zweitligaerfahrene Verteidiger blickt auf 84 Spiele im Unterhaus zurück. Er paart exzellentes Stellungsspiel mit überdurchschnittlichem Zweikampfverhalten und überlegtem Passspiel im Aufbau im Positionsspiel.

Mittelfeld

Über Yannick Deichmann (#20), den es im Sommer vom TSV 1860 zum FC Ingolstadt zog, muss ich wohl keinem der Leser etwas über dessen Stärken oder Schwächen berichten – die sind jedermann bekannt. Lediglich das Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel seines Übungsleiters bezüglich der Positionen, die Deichmann bisher einnahm, ist erwähnenswert. Box to Box Spieler auf der Sechs, Rechtsaußen im Fünfermittelfeld und Rechtsaußen im Dreiersturm durfte er bisher spielen. Sind wir gespannt, was Köllner für ihn am Samstag in Petto hat.

Nachdem der andere Schlüsselspieler im Mittelfeld, Lukas Fröde, eine Rotsperre absitzen muss und Dittgen offensichtlich verletzt fehlt, haben wir in diesem Mannschaftsteil keinen Akteur, der sich bisher in dieser Saison dieses Prädikat verdient hätte.

Sturm

Jannik Mause (#7) ist mit drei Treffern der bisher erfolgreichste Torschütze des FCI. Der  diesen Sommer aus Aachen zum FC Ingolstadt gewechselte Spieler hat eine unfassbar gute Schussgenauigkeit, hohes Durchsetzungsvermögen, eine gute Zweikampfstärke und für einen Spieler, der meistens erst im letzten Drittel in Ballbesitz kommt, eine sehr hohe Passgenauigkeit. Auf ihn muss man höllisch aufpassen.

Fazit

Punkte müssen her- am besten drei. Ob das funktioniert, hängt stark davon ab, inwieweit die Mannschaft fähig sein wird, über die gesamte Spielzeit konzentriert zu bleiben. Spielt der TSV 1860 München phasenweise wieder hirnlos und einzelne Spieler wieder eigensinnig, können wir uns gegen eine vermutlich hochmotivierte Mannschaft des FC Ingolstadt 04 warm anziehen. Die Schanzer sind alles in allem besser als es das Tabellenbild bisher zeigt.

Der größte Schwachpunkt steht dort im Tor. Wenn man es schafft, das auszunutzen, kann es für die Löwen ein erfolgreicher Nachmittagsausflug werden.

Ich bin vorsichtig optimistisch und glaube, dass die Spieler des TSV 1860 mittlerweile alle verstanden haben, was die Stunde geschlagen hat und keiner mehr im falschen Moment falsche Entscheidungen treffen wird.

Sollte das Spiel in die Hose gehen, wird die Luft für den ein oder anderen sehr, sehr dünn werden. Hoffen wir auf das Gegenteil und darauf, dass der TSV 1860 gegen den FC Ingolstadt da anknüpft, wo Mitte August der Faden riss.

So könnte Ingolstadt beginnen

Datenquelle: Wyscout

Infos für Fans: FC Ingolstadt 04 – TSV 1860 München

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FC Ingolstadt 04 TSV 1860 Fotogalerie (1) Fans

Pünktlich zum Wiesnauftakt müssen die Löwen auswärts antreten und zwar beim oberbayerischen Rivalen aus der Audi-Stadt. Wir präsentieren Euch einige Infos für die Fans, die den TSV 1860 beim FC Ingolstadt unterstützen werden.

Infos für Fans: Shuttlebusse ab Ingolstadt Hbf

Auf seiner Homepage hat der TSV 1860 alle relevanten Punkte für die Auswärtsfans zusammengefasst. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Der Audi-Sportpark öffnet um 15:00 Uhr, also 90 Minuten vor Spielbeginn
  • Am Gästeeingang wird es keine Tageskasse geben
  • Innerhalb des Stadion kann ausschließlich mit Karte gezahlt werden; Bargeld wird nicht akzeptiert
  • Am Hauptbahnhof in Ingolstadt stehen ab 2 Stunden vor dem Spiel Shuttlebusse breit, die die Fans zum Stadion und nach Spielende auch wieder zum Hauptbahnhof bringen

Regelung bei Fanutensilien

Hinsichtlich der Fanutensilien sind folgende Maßgaben zu berücksichtigen:

  • Fahnen bis 1,5m Stocklänge und 3cm Durchmesser unbegrenzt
  • Zaunfahnen -> Fluchttore dürfen nicht überhängt werden
  • 4x Trommel, einseitig offen und einsehbar
  • 2x Megafon mit je einem Satz Ersatz-Akkus
  • 4x Schwenkfahne

Am Stadion können Taschen und Rucksäcke in geringer Anzahl aufbewahrt werden. Eine Haftung wird jedoch nicht übernommen. Die Mitnahme von Gürtel- und Handtaschen im Format bis DinA4 ist erlaubt. Es wird empfohlen, Regenschirme, Rucksäcke und Taschen direkt im Bus oder Pkw zu lassen.

FC Ingolstadt 04 – TSV 1860: Ergebnistipp Thomas Häßler

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Thomas Häßler Icke TSV 1860

Als Thomas Häßler von 1999 bis 2003 die Fußballschuhe für den TSV 1860 schnürte, war der FC Ingolstadt 04 noch nicht mal gegründet. 115 Ligaspiele bestritt der Weltmeister von 1990 für die Löwen, erzielte dabei 21 Tore und bereitete 32 weitere vor. Heute tippt “Icke” Häßler für sechzger.de die Partie der Löwen bei den Schanzern.

Thomas Häßler tippt auf Löwen-Sieg in Ingolstadt

Trotz der drei Niederlagen zuletzt hat Thomas Häßler den Glauben an die Löwen noch nicht verloren und traut der Jacobacci-Truppe einen Sieg im oberbayerischen Duell zu.

“Ich tippe auf 1:3 für 1860!
Liebe Grüße, Thomas”

Nicht nur mit Blick auf die Tabelle wäre ein Auswärtssieg morgen ungemein wichtig…

Einmal Italien und zurück

Der gebürtige Berliner Thomas Häßler wechselte 1984 von den Reinickendorfer Füchsen zum 1. FC Köln und avancierte dort zum Bundesliga- und 1988 auch Nationalspieler. Nach 149 Spielen für die Geißböcke wechselte “Icke” 1990 zu Juventus in die Serie A und nur ein Jahr später zur Roma. Dort wirbelte der 1,66 m große Mittelfeldspieler bis 1994, ehe er nach Deutschland zurückkehrte.

Sein Ziel: Karlsruhe! Auch im Wildpark wurde Häßler schnell zum Publikumsliebling, absolvierte 118 Bundesligaspiele und wechselte anschließend zu Borussia Dortmund. Unter Trainer Michael Skibbe wurde “Icke” dort jedoch nicht glücklich und fand an der Grünwalder Straße eine neue Heimat.

Platz 4 mit dem TSV 1860

Von 1999 bis 2003 führte Thomas Häßler im Mittelfeld des TSV 1860 Regie und verlieh den Löwen den lang ersehnten Glanz. Mit Platz 4 in der Saison 1999/2000 erreichte Sechzig eine Top-Platzierung, scheiterte dann jedoch in der Champions League-Qualifikation an Leeds United.

Im Sommer 2003 wechselte der 101-fache Nationalspieler (11 Tore) zu Austria Salzburg, wo er ein Jahr später seine aktive Karriere beendete. Ende August 2022 musste Thomas Häßler sein Traineramt beim BFC Preussen krankheitsbedingt ruhen lassen.

Häßlers größte Erfolge

Nationalmannschaft

  • Weltmeister: 1990
  • Europameister: 1996
  • Vize-Europameister: 1992
  • Vize-Militärweltmeister: 1987
  • Olympische Spiele 1988: Bronzemedaille

Verein

  • UEFA-Pokal-Finalist: 1985/86
  • Deutscher Vize-Meister: 1988/89 & 1989/90
  • DFB-Pokal-Finalist: 1995/96
  • Coppa-Italia-Finalist: 1992/93

Persönliche Auszeichnungen

  • Deutschlands Fußballer des Jahres: 1989 & 1992
  • Dritter bei der Wahl zum FIFA-Weltfußballer des Jahres: 1992

Titelbild: Sylvia Herzog