Hasan Ismaik und die Gründe der Absage – ein Kommentar
oder: Wer glaubt noch die Aussagen von Hasan Ismaik?
TSV 1860 Anteilseigner und Kreditgeber Hasan Ismaik hat seinen medial vor allem von einem Blogger beworbenen Besuch in München abgesagt. Die offizielle Begründung dafür lautet:
“Ich möchte jedoch sicherstellen, dass ich auch die Möglichkeit habe, mit meinen Partnern über unsere Ziele für 1860 zu sprechen, und ich hoffe, dass wir eine gemeinsame Basis finden werden.”
Die Glaubwürdigkeit dieser Aussage darf jedoch bezweifelt werden. Schließlich hatte Ismaik am 12. April diesen Jahres erst auf seinen Social Media Kanälen folgende Aussage getätigt:
“Es gibt durchaus nachvollziehbare Gründe, warum ich seit Jahren auf den persönlichen Dialog verzichte.”
In einem Interview mit der Abendzeitung vor wenigen Tagen sagte er zudem:
“Ich habe derzeit keine Pläne für weitere Treffen in Bezug auf 1860.”
Vor diesem Hintergrund wirken die Gründe für die Absage wenig glaubwürdig.
Waren die angekündigten Proteste gegen Hasan Ismaik der Grund für die Absage?
Es war doch alle so schön angerichtet für eine großartige Propagandaveranstaltung. Eine schöne Location im Herzen von München. Mit einer Kapazität, die ungefähr der Größenordnung der unverbesserlichen Investorenfreunde beim TSV 1860 entspricht.
Zumindest wenn man an die letzten Mitgliederversammlungen denkt.
Gastgeber, die ganz genau darauf geachtet haben, wer Einlass zu dieser Veranstaltung bekommt und wer nicht. Zur Anmeldung benötigte man seinen Namen, Namen der Begleitperson (!) und idealerweise noch den Benutzernamen im investorenfreundlichen Blog.
Leute, die als weniger investorenfreundlich bekannt waren, bekamen auf ihre Kartenanfrage per Mail nicht einmal eine Antwort. Nachweislich.
So war klar, dass es keine kritischen Fragen oder Unmutsbekundungen geben würde. Ob das so geplant war? Das kann niemand mit Sicherheit sagen.
Aber dass Ismaik seit Jahren nicht im Stadion oder auf einer Mitgliederversammlung erschienen ist, ist Fakt. Da erscheint es doch zumindest verwunderlich, für so eine Veranstaltung nach München zu kommen.
Die angekündigten Gegenproteste gegen Ismaik wurden größer und größer
Doch dann formierte sich Widerstand gegen die Veranstaltung bzw. gegen Hasan Ismaik. Verschiedene Medien berichteten darüber, darunter 11Freunde, diverse Münchner Zeitungen und diverse Sprachorgane der Kurve und der Fanszene. “Hasan kommt – wir auch” – der Flyer wurde immer öfter geteilt, fand sich auf immer mehr Profilbildern.
Immer mehr Leute schrieben in den sozialen Medien. dass sie auch kommen würden. Es entstand eine immer größer werdende Gegenbewegung.
Was soll eine Demonstration gegen Hasan Ismaik bringen?
Diese Frage wurde in den vergangenen Tagen öfters von einigen Fans des TSV 1860 gestellt. Die Antwort haben die Leute jetzt mit der Absage von Ismaik erhalten. Es gibt keine Propaganda-Veranstaltung vor ausgesuchtem Publikum, welches danach als “schweigende Mehrheit” medial ausgeschlachtet werden kann. Das ist schon einmal ein großer Erfolg.
Hasan kommt nicht – wir kommen trotzdem
Auch wenn Ismaik abgesagt hat, viele Teilnehmer des Protestes haben dennoch ihr Kommen angekündigt. Ein entsprechender Flyer ist bereits im Internet im Umlauf.
Vermutlich werden es nach Ismaiks Absage nicht so viele wie ursprünglich angedacht werden, aber es ist auch hier mit vielen Löwenfans zu rechnen.
Der Eintritt zur Veranstaltung wird ihnen wahrscheinlich verwehrt bleiben.
Aber vielleicht können sie einen Blick auf Radi erhaschen. Es bleibt spannend beim TSV 1860.















