Nachdem die Partie der Löwen gegen Waldhof abgesagt wurde, fahren wir doch direkt mit den ARGE Leaks fort. Die bergen ja durchaus auch eine gewisse Spannung, oder? Durch einen Entschluss auf der Mitgliederversammlung gerät die ARGE zunehmend in die Bredouille und auch der neue Fanbeauftragte wird auf die gewohnte Art und Weise diskreditiert…

Anthony Power stärkt ARGE-Führung

Innerhalb der ARGE wuchs in der Zwischenzeit die Unzufriedenheit. Während sich einige Regionen mehr oder weniger vom Fanclub-Dachverband abkapselten und sich autark führten, gab es durchaus auch kritische Stimmen. Der Ruf nach Veränderungen wurde lauter, viele Fanclubs forderten eine personelle Neuaufstellung der ARGE. Doch davon wollte die Vorstandschaft nichts wissen. Unter den Geschäftsführern Raed Gerges und Anthony Power bekam die ARGE-Führung großen Zuspruch. Nach wie vor traute man dem Dachverband zu, ausreichend Mitglieder für die Versammlungen des Vereins zu mobilisieren.

Franz Hell rückt in ARGE-Vorstand auf

Als neuer Mitstreiter konnte Franz Hell gewonnen werden. Der Allesfahrer und überaus bekannte Löwen-Fan schien wie gemacht für die ARGE-Vorstandschaft. Überzeugt wurde er durch mehrere E-Mails diverser Fans und Fanclubs, die an ihn gingen. Dass sich hinter allen Zuschriften de facto nur ein Absender versteckt hatte, wusste Hell damals freilich nicht. Bei Fanveranstaltungen trat Hell fortan als „Vereinspolitiker“ auf. Gerhard Schnell verstand es, sich selbst in den Hintergrund zu stellen. Dass Hell seinen guten Ruf in der Fanlandschaft der Löwen dabei aufs Spiel setzte, nahm er billigend in Kauf. Hells Ziel war es, das Präsidium um Robert Reisinger abzuwählen. Und dabei sah er die ARGE als entscheidenden Faktor, ohne selbst zu bemerken, dass er schon längst ein Spielball Schnells geworden war.

Risse in der ARGE durch das „Team Profifußball“

Nicht nur Hell setzte seinen Ruf aufs Spiel. Als sich im Juli 2018 das so genannte „Team Profifußball“ geschlossen für die Neuwahl des Verwaltungsrats aufstellte, zeichnete sich rasch ein Erdrutschsieg der vereinspolitischen Gegner ab. Personen wie Thomas Hirschberger, Klaus Ruhdorfer, aber auch der ehemalige Torjäger Bernhard Winkler waren sich nicht zu schade, einen Wahlkampf zu führen, der letztendlich zu 100 Prozent am Thema vorbeiging. Schließlich sollte sich im Verein eher um die Ski- oder Boxabteilung gekümmert werden, als um die ausgegliederte Profifußball-Gesellschaft. Das Vorhaben scheiterte erwartungsgemäß krachend, alle neun Kandidaten von PRO1860 wurden mit großer Mehrheit in den Verwaltungsrat gewählt. Wieder einmal setzte man mit der ARGE auf das falsche Pferd.

Rücktrittsankündigungen und ein folgeschwerer Antrag

Auf der Jahreshauptversammlung im Juli 2018 wurde jedoch neben der Wahl des Verwaltungsrates noch eine andere Entscheidung getroffen, die alles bisher da gewesene auf den Kopf stellen sollte. Aus den eigenen Reihen wurde von einem Regionsbeauftragten der Antrag gestellt, die Fanclubbetreuung habe zukünftig im Verein stattzufinden. Unter anderem die fragwürdige vereinspolitische Haltung des Dachverbands begründete diesen Schritt. Der Antragsteller selbst war schon seit geraumer Zeit zum Feindbild von Gerhard Schnell geworden, weil er diesen durchschaut hatte. Schnell versuchte, ihn zum Rücktritt zu drängen. In diversen E-Mails drohte er ihm offen „Konsequenzen“ an, sogar die private Adresse wurde veröffentlicht. Absender der Mails waren freilich diverse Fake-Adressen. Einem direkten Austausch mit dem abtrünnigen Regionsbeauftragten ging Schnell aus dem Weg. Mit über 80 Prozent Zustimmung wurde der Antrag angenommen, auf Bitten des Präsidenten allerdings um ein Jahr nach hinten geschoben.

Die Jahreshauptversammlung des Vereins war eine Klatsche für die ARGE-Führung. In Folge der Veranstaltung kündigte ARGE-Vize Andi Kern via Medien seinen und Schnells Rücktritt an. Gegenüber der tz München erklärte Kern am Tag nach der Veranstaltung, er und der Erste Vorsitzende würden sich nicht wieder zur Wahl stellen. Eine mutige Ankündigung, denn eine Wahl fand bis heute nicht statt.

Ein Neuanfang in der Fanbetreuung

Im Januar 2019 wurde – für viele überraschend – Sebastian Weber zum neuen Fanbeauftragten bestimmt. Der langjährige Organisationsleiter im Nachwuchsleistungszentrum der Löwen war nach dem Abstieg in die Regionalliga in die Organisation der Geschäftsstelle eingebunden gewesen. In der Fanszene genoss er einen guten Ruf und galt als empathischer Mensch, dem zugetraut wurde, sich der Fanspaltung beim TSV 1860 anzunehmen. Jutta Schnell war fortan nur noch auf Minijob-Basis in der Fanbetreuung angestellt. Weber war den Schnells ein Dorn im Auge, zumal er sich mit Christian Poschet ein ehemaliges ARGE-Mitglied in die Fanbetreuung holte. Poschet galt als „vereinstreu“ und kam den Schnells dementsprechend ungelegen.

Christian Poschet wird diskreditiert

Und wieder setzte die übliche Maschinerie ein. Mit verschiedenen E-Mails versuchte Schnell, Poschet als Fanbeauftragten los zu werden. So geht beispielsweise am 27. Januar 2019 eine E-Mail an die Fanbetreuung, vermeintlich vom Fanclub „Straubinger Löwen“. Inhalt der Mail: „Christian Poschet = no go!! Liebe Leute!!“ Ein gewisser Herbert Winkelmaier schreibt vier Tage zuvor: „[…] Mehr will ich dazu gar nicht sagen, auch nicht, dass dieser Poschet mit im Fankader sei.“ Am gleichen Tag werden folgende Zeilen zugeschickt:

„[…] Was wir überhaupt nicht verstehen ist die Tatsache, dass Ihr es geduldet habt, dass die Jutta ausgemustert wurde und ein Poschet in die Fanarbeit berufen wurde. Man kennt doch diesen Typen. Der sollte nicht einmal in der Grünwalder Straße 114 kehren oder Müll sammeln und jetzt das.“

Gerhard Schnell selbst ist der angebliche Empfänger dieser Mail und hatte diese weitergeleitet, unter anderem an Franz Hell. Bei Hell und Weber sollte der Eindruck erweckt werden, Poschet sei bei vielen Fans umstritten und unbeliebt. Gleichzeitig sollten beide davon überzeugt werden, dass sich die Basis der Löwen-Fans angeblich unzufrieden mit dem Präsidium zeigt. Weber jedoch zeigte sich unbeeindruckt davon und hielt sich vereinspolitisch komplett zurück.

Wie gehts weiter?

Nach einer Regionsveranstaltung der ARGE wird der Fanbeauftragte Sebastian Weber im Internet beleidigt und fängt an, diese zu sammeln. Ein Verdacht beginnt sich zu erhärten…

Überblick

Bild: CR-Fotos

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