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Laut Abendzeitung: Vertrag zwischen Martin Pusic und dem TSV 1860 wird morgen aufgelöst

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Der Vertrag von Martin Pusic mit dem TSV 1860 wird am Dienstag aufgelöst – das berichtet die Abendzeitung. Eine offizielle Bestätigung des TSV 1860 steht indes noch aus – wir halten

a) euch auf dem laufenden
b) uns auch weiterhin mit Spekulationen zurück

Wir orientieren uns an Fakten – so wie in unserem heutigen Artikel zur angeblichen Krise beim TSV 1860 – den finden wir auch weiterhin äußerst lesenswert:

Angebliche Krise beim TSV 1860

TAKTIKTAFEL: Nachbetrachtung FC Viktoria Köln – TSV 1860 München

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur TAKTIKTAFEL-Nachbetrachtung zum Spiel FC Viktoria Köln gegen den TSV 1860 München.

Um es gleich vorauszuschicken: ich bin ebenfalls enttäuscht, dass es am Samstag nicht zumindest zu einem Punkt gereicht hat, so wie die meisten von euch wahrscheinlich auch.

Fangen wir also mit der Aufarbeitung der Niederlage vom Samstag an. Sechzig kam wie üblich mit einem flexiblen 4-1-4-1 auf den Platz, wo Tallig den gesperrten Dressel in der Rolle des Box-to-Box Mittelfeldspielers ersetzen sollte. Kölns Dotchev schickte das ebenfalls erwartete 4-2-3-1 ins Rennen. Albert Bunjaku, der diese Saison bereits dreimal einen Treffer erzielte, war überraschenderweise nicht einmal auf der Bank zu finden. Wenn man solche Spieler als Drittligist auf der Tribüne lassen kann, hat man durchaus ein Luxusproblem im Sturm. Mit Risse, Thiele und Wunderlich war auf jeden Fall genügend offensive Feuerkraft vorhanden.

Die erste Halbzeit

Gegen das bekannt präzise Passspiel der kölschen Viktoria setzte man auf Seiten der Löwen vor allem auf ballorientiert geführte Zweikämpfe. Fast 70% aller defensiven Zweikämpfe konnten die Sechzger für sich entscheiden. In der eigenen Spielfeldhälfte verlor man während der kompletten ersten Halbzeit nur sechs Duelle auf dem Boden und zwei in der Luft. Nichtsdestotrotz konnte die Viktoria ihre Angriffe besser ausspielen als der TSV 1860. Die Kölner liefen, ihrem guten Stellungsspiel geschuldet, immer wieder in die Passwege der Löwen. Trotz häufiger Ballbesitzwechsel konnten daher nur wenige Positionsangriffe der Sechzger zu Ende gespielt werden. Sie endeten aber dennoch oft genug gefährlich vor des Gegners Kasten, um theoretisch den Sack früh genug zuzumachen. Wenn man sich die Qualität der Chancen des TSV 1860 München in der ersten Halbzeit vor dem Ausgleichstreffer für Köln (39. Minute) ansieht, darf man sich zwei Fragen stellen:

  1. Wieso fehlt es so sehr an der Präzision im Sturm?
  2. Warum wird dermaßen eigensinnig gehandelt?

In der 6.Minute hatte Lex eine Chance, die er kläglich vergab indem er den Ball viel zu soft von der Strafraumkante auf das Tor chipt (Resultat Eckball). Die bessere Option wäre der rechts mutterseelenallein einlaufende Willsch gewesen. Dieser hätte freie Bahn gehabt und dass er das Tor treffen kann, hat er diese Saison auch schon bewiesen. Aus dem daraus resultierenden Eckball entstand eine Chance für Mölders. Völlig frei im Fünfer kam er zum Schuss. Dieser “Versuch” ging etwa sieben Meter am Tor vorbei. Noch ein weiteres Mal ist es Mölders, der wieder völlig frei in der kleinen Box nach Zuspiel von Lex in Minute 35 einen laschen Schuss neben das Gehäuse von Mielitz setzte. Der einzige Treffer, der den Löwen trotz dieser Fülle an Chancen gelang, war ein Gewaltschuss von Neudecker. Er endete als Traumtor aus über dreißig Metern im rechten Winkel des kölschen Gehäuses.

Das Gegentor

Bei einem zunächst ziemlich behäbigen Angriff der Kölner, der theoretisch bei energischerem Pressen spätestens im Mittelkreis beendet gewesen wäre, spielte Klefisch einen langen Pass aus dem Mittelkreis nach vorne. Koronkiewicz bekam den Ball auf Höhe der Strafraumbegrenzung, verarbeitete ihn und netzte ein. Salger war von dieser Situation offensichtlich so überrascht, dass er nicht mehr entscheidend eingreifen konnte, um den Rechtsverteidiger der Kölner am Torschuss zu hindern.

Die Zahlen der ersten Halbzeit

  • Ballbesitz 44%:56%
  • Schüsse: Sechzig sechs (davon einer aufs Tor), Köln sieben (davon vier aufs Tor)
  • defensive Zweikämpfe gewonnen: Sechzig 69,4%; Köln 66,7%
  • Kopfballduelle 63%:27%
  • Abgefangene Pässe 13:30
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 18,4 bei Sechzig (drittschlechtester Saisonwert während einer 1.Halbzeit), 10,36 bei Köln

Die zweite Halbzeit

Die zweite Halbzeit war, was ausgespielte Angriffe der Löwen betrifft, etwas besser als die vorangegangene Spielhälfte und auch die Spielanteile waren ausgeglichener. Im Großen und Ganzen spielte sich die zweite Halbzeit zwischen den beiden Boxen ab. Vorteile konnten die Löwen sowohl bei den offensiven als auch defensiven Zweikämpfen verbuchen. Im Stellungsspiel waren die Löwen nun besser als noch im ersten Durchgang. Neunzehn Mal gelang es die Bälle der Kölner abzufangen.
Zwingend war jedoch nur die Viktoria. Ab der 50.Minute schloss die Mannschaft vom Höhenberg etwa im fünf Minuten Rhythmus ihre Angriffe mit einem Schuss ab. In der 88.Minute fiel der späte, aber verdiente Führungstreffer für die Domstädter durch Risse.
Als der TSV zum Schluss der Partie dann offener spielte, baten sich dem Gastgeber weitere Gelegenheiten zu Torabschlüssen, die alle aus gut heraus gespielten Aktionen entstanden. Keiner der Versuche der Viktoria war ein Zufallsprodukt.

Der Führungstreffer für Köln

Ein Angriff, bei dem die Löwen auf der rechten Abwehrseite zwischen der Box und der Mittellinie stark verdichten, um den Kölnern keinen Raum für das starke Passspiel zu lassen, wird auf die linke Abwehrseite des TSV verlagert. Dort zieht dann Koronkiewicz mit der Kugel in den Strafraum und bedient gegen die Laufrichung aller Löwenverteidiger den aus Löwensicht rechts im Strafraum lauernden Risse. Dieser fackelt nicht lange und schließt flach und wuchtig ins kurze Eck ab. Die Leihgabe vom 1.FC Köln in dieser Situation so unbeaufsichtigt zu lassen hat den TSV 1860 den Punkt gekostet.

Die Zahlen zur zweiten Halbzeit

  • Ballbesitz 49%:51%
  • Schüsse 6:9 (nur ein Schuss der Löwen ging aufs Tor, drei beim Gegner)
  • Defensive Zweikämpfe gewonnen 61% TSV; 48% Köln
  • Kopfballduelle 51%:49%
  • PPDA 1860 8,3 (drittbester Saisonwert in einer zweiten Halbzeit), Viktoria 6,29 (bester Saisonwert einer gegnerischen Mannschaft in einer zweiten Halbzeit)

Fazit

Das Spiel wurde durch Leichtsinnsfehler bei den Gegentoren aus der Hand gegeben. Der TSV 1860 muss eigentlich auch ohne das Traumtor von Neudecker bereits in der 1.Halbzeit drei Tore erzielen. Da die Chancen allerdings kläglich vergeben wurden, muss man die Heimreise mit einer Niederlage antreten. Das ist zutiefst ärgerlich.

Ich kann den Frust aller über diese Niederlage verstehen. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist die Art und Weise, wie man sich bei allem Ärger dermaßen unqualifiziert im Netz äußern kann. Es war bei weitem kein gutes Spiel der Löwen, vor allem nicht in der roten Zone des Gegners. Nichtsdestotrotz würde ich mich um ein wenig mehr Reflexion bei der Kritik bemühen. Ich finde es schade, dass in den Kommentarspalten Dinge kritisiert werden, die nachweislich nicht schlecht waren. Dafür bleibt die Kritik bei den offensichtlichen Problemen im Gegensatz dazu aus.

Man hat gegen eine starke Mannschaft, die vom Großteil der Trainer der 3.Liga vor der Saison auf Platz eins bis drei gesehen wurde (!) und die auf allen Positionen Qualität besitzt, eine gute Anzahl hochkarätiger Chancen herausgespielt. Dass die nicht verwandelt wurden ist weder die Schuld des Trainers noch mit der fehlenden Breite im Kader zu begründen. Daran sind einzig und allein die erfahrenen Spieler Mölders und Lex Schuld. Lex steht mit den Vorlagen zu Mölders’ Chancen in meinen Augen noch weniger deutlich in der Kritik als unsere Nummer neun. Ich bin mir aber sicher, dass Sascha Mölders das selbst weiß und er sich selbst noch viel mehr ärgert als alle Sofatrainer auf Facebook und in den Kommentarspalten der Printmedien sowie diverser Blogs zusammen.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Analyse zur angeblichen Krise: Wie schlimm steht es um unsere Löwen?

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TSV 1860 vs HFC

Zu allererst muss ich anmerken: Ja, ich bin auch sehr enttäuscht, dass es am Samstag nicht zu einem Punkt oder gar einem Sieg gereicht hat. Was mich jedoch tierisch aufregt, ist die Tatsache, dass es aufgrund der hochemotionalen Natur, die dem leidenschaftlichen Fan innewohnt, anscheinend vielen nicht möglich ist, die Ereignisse der letzten Wochen reflektiert zu betrachten. Seit der Niederlage gestern schreiben sich in den Kommentarspalten der verschiedenen Social-Media-Plattformen dutzende Fans ihren Frust von der Seele und lassen dabei den subjektiven Eindrücken der „Sieglosserie“ freien Lauf.

Da wird der Trainer teilweise in einer Form kritisiert, die mit Anstand nichts zu tun hat. Da gibt es bei vielen eine Erwartungshaltung an die Mannschaft, die absolut realitätsfremd ist. Eine äußerst flexible taktische Ausrichtung der Mannschaft wird als das immer gleiche Schema heruntergeputzt. Da bekommt man das Gefühl, dass die Kritiker entweder die Spiele nicht gesehen haben – oder das taktische Verständnis irgendwo in der Zeit stehengeblieben ist, als noch mit Libero und Manndeckern gespielt wurde und der immer dynamischer gewordene Sport Fußball heute noch so statisch gespielt werden könnte wie zu Zeiten eines Thomas Miller oder Roland Kneißl.

Die Niederlage bei Viktoria Köln

Freilich ist es nicht so, dass ich nicht auch den ein oder anderen Kritikpunkt zum gestrigen Spiel hätte; die sehen allerdings etwas anders aus als die der Kritiker in den Kommentarspalten.

Kommen wir zunächst zu dem, was ich anders gemacht hätte als Michael Köllner und das betrifft genau eine Position in der Startaufstellung: Ich hätte für die Rolle des Box-to-Box-Spielers nicht Tallig gebracht, sondern aufgrund der – vor allem defensiven Wichtigkeit dieser Spielerrolle im 4-1-4-1 System – den wesentlich robusteren Djayo mit dieser Aufgabe betraut. Wenn nicht beide defensiven Mittelfeldspieler mit vier gelben Karten vorbelastet gewesen wären, hätte bei mir übrigens Wein dort gespielt und Erdmann als Sechser – das aber nur als Anmerkung am Rande.

Klar ist auch: Dafür, dass man beste Chancen liegen lässt und das just in der Phase, als man nach kurzen Anfangsschwierigkeiten das Spiel in den Griff bekam und begann die Partie zu diktieren, kann außer den Akteuren auf dem Platz keiner was. Und schon gar nicht der Trainer!

Eine ausführliche Analyse der gestrigen Partie folgt heute Nachmittag um 15 Uhr in unserer beliebten Rubrik TAKTIKTAFEL!

Taktische Ausrichtung

4-1-4-1: was bedeutet das eigentlich? Nur ein Stürmer? Nur ein Spieler, der im Mittelfeld für Defensivaufgaben zuständig ist? Nein! Das 4-1-4-1 ist eine taktisch besonders flexible Formation, in der jeder der Akteure auf dem Platz sowohl offensive als auch defensive Aufgaben zu bewältigen hat. Je nachdem, wo der Trainer die Verteidigungs- und Pressinglinien setzt, beginnen diese Aufgaben für jede Position und Rolle natürlich in unterschiedlichen Bereichen, setzen sich aber ganz klar für alle bis zum (und teilweise auch in den) eigenen Strafraum fort.

Gehen wir aber erst einmal auf den offensiven Aspekt beim 4-1-4-1 der Löwen ein: Offensiv verschiebt sich diese Formation, wenn über die Flügel gespielt wird, zu einem asymmetrischen 4-1-2-3, wobei jeweils der Mittelfeldaußenspieler auf der ballfernen Seite als zweite Sturmspitze ins Zentrum einrückt und einer der zentralen Mittelfeldspieler als Schattenstürmer oder hängende Spitze hinter die Spitzen aufrückt. In dem von Michael Köllner gespielten System hinterlaufen oft zusätzlich noch die Flügelverteidiger ihre Kollegen im Mittelfeld auf der Angriffsseite, damit noch mehr Druck auf den gegnerischen Strafraum ausgeübt werden kann. Der Box-to-Box-Spieler schiebt – wie sein Name schon andeutet – ebenfalls bis ins letzte Drittel mit, um vom Gegner aus dem Strafraum geklärte Bälle abzufangen und den Druck aufrecht zu erhalten. Der Dauerdruck, der dadurch entstehen kann, reibt viele Mannschaften in der Defensive auf und sorgt bei konzentriertem Spiel für viele Torgelegenheiten und Strafraumsituationen.

Hinzu kommt, dass die offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler sehr viele Freiheiten in ihrem Bewegungsradius genießen. Sowohl ein Neudecker als auch ein Lex oder Greilinger können auf den zentralen Halbpositionen oder dem jeweiligen Flügel auftauchen. Mehr Flexibilität und größere Unberechenbarkeit in der Offensive als mit diesem System ist nicht möglich. Natürlich gibt es offensivere Systeme (4-3-3/3-5-2), diese belasten aber läuferisch und damit auch konditionell die einzelnen Mannschaftsteile in viel stärkerem Maß und sind daher für Sechzig in der momentanen Situation eher schlecht.

Was kann das 4-1-4-1 defensiv? Defensiv lässt Köllner die Mannschaft hier zu einem 4-2-3-1 verschieben. Es wird also vor allem der Spieler der die Rolle des Box-to-Box-Mittelfeldspielers innehat läuferisch aufs Höchste gefordert. Denn ihm obliegt es zusätzlich zum nominellen defensiven Mittelfeldspieler, die Räume vor der Viererkette zuzustellen. Auf den Flügeln wird im 4-1-4-1 versucht, durch starkes Verdichten Räume eng zu machen und somit das Passspiel der angreifenden Mannschaft zu stören. Gelangt der Ball im letzten Drittel oder im Strafraum ins Zentrum, verteidigt die Kette mit Unterstützung des defensiven Mittelfeldspielers und des Box-to-Box-Spielers, wobei die Kette im Raum und die Mittelfeldspieler gegen den Mann verteidigen. Das gelingt der Mannschaft auch in den meisten Fällen. Einzig individuelle Fehler, meist klare Konzentrationsfehler bzw. taktische Denkfehler von Einzelspielern, begünstigen den Gegner beim Angriff. Oft sind es falsche Laufwege in Umschaltsituationen, die zu Gegentreffern führen. Das ist zwar bitter, aber leider nie ganz zu verhindern.

Die bisherige Saison

Kommen wir nun zur Gesamtleistung der Mannschaft bisher und sehen uns dazu ein paar Zahlen an. In dieser Saison sind die Sechzger in folgenden wichtigen Kategorien der Statistiken unter den Spitzenteams (Platz eins bis sieben) vertreten:

Geschossene Tore: 25 – hier teilt man sich Platz eins mit Saarbrücken, Verl und Mannheim. Ligadurchschnitt 17,4

Gegentore: 17 – hier ist man mit einer weiteren Mannschaften auf Platz sechs der Liga. Ligadurchschnitt logischerweise ebenfalls 17,4

Tore Pro Spiel: 1,7 ergibt Platz drei. Besser ist nur Mannheim mit 2 und Verl mit 1,8 Ligadurchschnitt 1,3

Tore nach Ecken: 5 mit Verl teilt man sich hier Platz eins
Ligadurchschnitt 1,8

Tore nach Freistößen: Interessanterweise gelang es überhaupt erst sechs Mannschaften, ein Tor aus einem Freistoß zu erzielen. Somit liegt man mit fünf anderen Teams und einem erzielten Treffer auf Platz eins in dieser Kategorie.

Steilpässe: Von im Schnitt 82 gespielten Steilpässen pro Partie kommen mit 76% (Ligadurchschnitt 73%) überdurchschnittlich viele an. Zusammen mit Uerdingen und Saarbrücken liegt man auf damit Platz eins.

Schüsse: 13,4 Schüsse pro Spiel bedeuten Platz eins vor Mannheim (13,3) und Unterhaching (13).
Ligadurchschnitt 11,3

Zugelassene Schüsse: Mit nur 8,59 zugelassenen Schüssen pro Spiel liegt man hinter Hansa Rostock (8,24) auf Platz zwei.
Ligadurchschnitt 11,3

Ballkontakte im Strafraum: Mit 18 pro Spiel liegt man hier gemeinsam mit fünf weiteren Teams auf Platz drei hinter Mannheim (20) und Verl (19).
Ligadurchschnitt 16

Geblockte Schüsse: 28% aller gegnerischen Schüsse werden von den eigenen Spielern geblockt; das ergibt Platz fünf. Rostock 33,3% führt hier die Liga an.
Ligadurchschnitt 26%

PPDA against: gespielte Pässe pro Defensivaktion des Gegners 12,57, somit Platz fünf. Saarbrücken auf Platz eins spielt mit 14,09 nur einen Pass mehr, bis der Gegner eine Defensivaktion setzt.
Ligadurchschnitt 11,3

Zugelassene Ecken pro Spiel: 3,2 das ist Platz eins gemeinsam mit Wehen Wiesbaden

Herausgespielte Ecken Pro Spiel: 5,59 und somit Platz drei hinter den erstplatzierten Wiesbadenern (6,54) und Verl (6,3)
Ligadurchschnitt bei Ecken liegt bei 4,5 für beide Kategorien

Weitere statistische Werte

Wichtige Kategorien, in denen der TSV 1860 München im Mittelfeld (platz acht bis dreizehn) zu finden ist:

Punkte: 20 – nur sechs Punkte, also zwei Siege, befindet man sich hinter dem Spitzenreiter Dynamo Dresden

Ballbesitz: 50% – damit führt man das Mittelfeld auf Platz acht an. Spitzenreiter hier Saarbrücken und Verl mit 58%, Schlusslicht ist Zwickau mit 41%

Gewonnene Defensivduelle: Mit 61,7% gewonnener Defensivduelle liegt man auf Platz zehn. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Ingolstadt mit 65,3%; hier liegen alle Mannschaften der Liga unter den 70%, welche als optimal angesehen werden können, aber von keinem Team in keiner deutschen Liga auch nur annähernd erreicht werden. Selbst der rote Nachbar hat hier in seiner Liga nur einen Wert 59,6 (Platz 11) vorzuweisen. Schlusslicht in dieser Kategorie ist übrigens Viktoria Köln mit nur 53,9%.

Passgenauigkeit: 80% – das bringt den Löwen Platz neun in dieser Wertung ein. Die Spitzenreiter aus Saarbrücken haben eine Passgenauigkeit von 84,3 vorzuweisen.
Ligadurchschnitt ist 80,1%

PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): 11,37 – das ergibt Platz 13 und somit gerade noch Mittelfeld. Es führt hier Verl mit 8,83, Schlusslicht Meppen lässt 16,16 Pässe des Gegners zu bevor sie stören können.
Ligadurchschnitt 11,32.

Flankengenauigkeit: 32,4% – das bringt den Löwen Platz dreizehn in diesem statistischen Wert ein. Auf Platz eins liegt der FSV Zwickau mit 40%, Letzter dieser Kategorie der SC Verl mit nur 22,4% Erfolgsquote.
Ligadurchschnitt: 32,16

Schussgenauigkeit: 33,5%, somit Platz dreizehn. Hier führt Mannheim mit 48,2%

Entwicklungsfelder

Wichtige Kategorien in denen sich die Löwen im letzten Tabellendrittel wiederfinden.

Abgefangene Pässe: 41,04 Pässe können die Sechzger pro Spiel abfangen. Zum Verständnis: Das sind keine direkten Fehlpässe des Gegners, sondern die Pässe, bei denen ein Spieler der Löwen in den Passweg einläuft um den Ball abzufangen. Damit liegt der TSV hier auf dem letzten Tabellenplatz. Spitzenreiter ist Hansa Rostock mit 51,7.
Der Ligadurchschnitt liegt bei 46,8.

Kopfballduelle: 45,2% aller Kopfballduelle gewinnen die Löwen. Damit liegt man auf Platz fünfzehn. Es führt Dynamo Dresden 52,4% bei einem Ligadurchschnitt von 47,7%

Fouls Pro Spiel: Hier liegt der TSV mit 12,94 auf Platz 14. Am wenigsten foulen auf Platz eins Magdeburg mit 10,23 Fouls pro Spiel, am häufigsten die Spieler des Halleschen FC mit 13,51. Im Ligadurchschnitt wird pro Spiel und Mannschaft der Gegner 12,15 mal regelwidrig angegangen.

Welche Krise denn bitte?

Diese Statistiken zeigen deutlich auf, dass der TSV 1860 keine schlechte Mannschaft hat und diese Mannschaft auch nicht schlecht trainiert wird. Das einzige, was Sechzig im Moment hat, ist Scheiße am Schuh. Oder vornehmer ausgedrückt: Pech. Und zwar in erster Linie vor dem Kasten des Gegners. Denn wenn man die erzielten Tore und die Großchancen pro Spiel miteinander aufrechnet, wird klar, dass der TSV 1860 zwar einerseits oft trifft, andererseits aber pro Treffer mehr Chancen braucht als die meisten anderen Teams. Nun hat man zwar auch gesehen, dass schon einige Torhüter ihre Saisonbestleistungen gegen den TSV abgeliefert haben, (Batz, Weinkauf, Behrens, Jurjus), die Wahrheit liegt aber woanders.

Die Schussgenauigkeit lässt bei Sechzig zu wünschen übrig. Im Schnitt schießt Sechzig 13,4 mal pro Spiel, davon gehen nur etwas über ein Drittel also 4,6 auf des Gegners Tor. Etwas mehr als die Hälfte dieser Schüsse (6,8) kommen noch dazu von außerhalb des Strafraums. Die Gegner schießen zwar pro Spiel 9,89 mal, davon gehen allerdings 40% (also vier Stück) auf den Kasten von Hiller. Wenn die Löwen also etwas besser und vor allem geduldiger beim Abschluss wären – es handelt sich um nur 5 Prozentpunkte die bei der Genauigkeit fehlen – hätten wir in jedem Spiel einen Treffer mehr auf dem Konto. Das sind die Nuancen, über die diskutiert werden muss. Kleinigkeiten also.

In den Sozialen Medien hingegen wird ein Fass aufgemacht, als gäbe es nicht noch genug Zeit, um hier nachzujustieren, und als wäre es unsere Pflicht, um den Aufstieg mitzuspielen. Dass die Mannschaft die Fähigkeit hat, im oberen Drittel der Tabelle die Saison abzuschließen, dürfte hoffentlich für jeden außer Frage stehen. Dass aber auch die Aufstiegsränge nur mit sehr viel Glück erreicht werden können, sollte ebenfalls jedem, der auch nur einen Funken Fußballsachverstand hat, klar sein. Es gibt neunzehn andere Teams, die da auch hinwollen.

Ruhig und sachlich bleiben

Liebe Kommentatoren in den Sozialen Netzwerken, Blogs oder wo auch immer: Bitte tut dem Trainer und der Mannschaft einen Gefallen: Seid gern grantig, aber aus den richtigen Gründen. Seid grantig wegen der Chancenverwertung. Seid grantig, weil wir schon wieder einen Elfer nicht bekommen haben. Seid grantig, weil wir zu viel von außerhalb schießen. Aber seid bitteschön nicht grantig auf den besten Trainer, den wir seit Werner Lorant hatten. Und seid bitteschön auch nicht auf die Spieler grantig, die Fehler gemacht haben. Es fehlt nur ein Quäntchen Spielglück und wir holen wieder drei Punkte. Vielleicht nicht gegen Mannheim – oder vielleicht gerade gegen die?

Diese Liga ist zu ausgeglichen, um erwarten zu können, dass man es ohne Negativserie da durch schafft. Und auch ein Lorant hatte brutale Negativserien in seiner Zeit bei den Löwen. Ich erinnere nur an die Saison 93/94 als vom 18. bis zum 24. Spieltag nur ein Punkt geholt werden konnte. Was war da gleich noch mal das Ende vom Lied? Wir sind auf einem guten Weg in der Entwicklung und verglichen mit vor einem Jahr spielen wir um Welten besser.

Sechzig um Sieben: Es ist mit dir nicht immer leicht!

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Nicht jedes Ziel, das hast du erreicht… Nun sind es noch 5 Spiele in der Hinrunde für unsere Löwen, drei davon vor Weihnachten mit einer erneuten Englischen Woche. Aktuell belegt man den neunten Platz, wobei sich das durch einige Nachholspiele noch ändern kann. Die vergangenen Spielzeiten haben vor allem eins gezeigt: in dieser Liga kann der aktuelle Tabellenstand zu diesem Zeitpunkt maximal eine Momentaufnahme sein. Nicht mehr, nicht weniger! Also auf in eine neue Woche, in der Michi Köllner mit seinen Mannen wieder alles geben kann, um im nächsten Spiel drei Punkte einzusammeln. Der Blick gilt zunächst aber noch dem vergangenen Samstag.

Giesinger Gedanken
Emotional wurde die Partie im Sportpark Höhenberg in der Serie Giesinger Gedanken erneut von Thomas Enn bewertet. Dabei geht es nicht nur um die Gegenwart, sondern auch um spannende Erfahrungen aus den 90er Jahren. Was nach dem Spiel zu der damaligen Zeit los gewesen wäre, könnt ihr hier lesen.

TAKTIKTAFEL
Taktisch kümmert sich Bernd Winninger um die Analyse der 90 Minuten gegen die Viktoria aus Köln. Gegen Mittag gibt die Antwort auf die Frage, wieso die Löwen am Samstag den Kürzeren gezogen haben.

Löwe des Spiels
Bis um 12:00 Uhr habt ihr heute erneut die Chance auf ein signiertes Weihnachtstrikot vom Hauptsponsor die Bayerische. Ihr müsst lediglich bei der Wahl “Löwe des Spiels” teilnehmen.

Neuer Film von Hubert Pöllmann
Seit gestern kann der Film “Was wäre 60 ohne seine Fans?” für 6,60€ online bei vimeo.com gestreamt werden. Bald soll es auch die dazugehörige DVD geben.

Training
Heute werden die Grashalme auf dem Trainingsplatz geschont – die Profis haben frei.

Neues aus der 3.Liga
Gestern fanden zwei Sonntagsspiele statt, dabei schlug Wehen Wiesbaden daheim Hansa Rostock mit 2:1. Der weiterhin starke Aufsteiger SC Verl beendete die Siegesserie des Halleschen FC mit einem 4:2. Das für heute angesetzte Spiel zwischen Bayern II und Zwickau wurde verschoben, die Sachsen befinden sich weiterhin in Quarantäne. Damit wird auch der Rasen im Sechzgerstadion in Ruhe gelassen.
Eine aufregende Nachricht gibt es noch aus Uerdingen zu vermelden: Investor Ponomarev will den Verein spätestens zum Saisonende verlassen.

Weihnachtshit im Stadion
Wer sich nach Abwechslung in der Welt der Weihnachtslieder und Stadionatmosphäre sehnt, wird mit einer Erinnerung von vor knapp zwei Jahren hier fündig.

Sechzig@18:60: Meldung zu Martin Pusic ++ Ponomarev verlässt den KFC Uerdingen

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Ruhig ist es am heutigen Sonntag, für die Medienlandschaft natürlich zu ruhig – nicht anders ist eine WhatsApp zu verstehen, die 1860-Pressesprecher Rainer Kmeth an die Journalisten in der entsprechenden Gruppe verschickte:

Heute erreichen uns einige Nachfragen zum Thema Martin Pusic, die ich gerne gleichzeitig an alle beantworten möchte.

Günther Gorenzel hat in Absprache mit Martin Pusic und seinem Berater vereinbart, dass Martin über das Wochenende Zeit hat, seine private Situation zu klären und zu reflektieren.

Anfang der Woche wird Günther Gorenzel mit Martin Pusic und seinem Berater erneut in Kontakt treten und zeitnah je nach Einschätzung der Situation die nächsten erforderlichen Schritte in die Wege leiten.

Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir Euch umgehend informieren, aktuell kann ich dazu nicht mehr sagen.

sechzger.de beteiligt sich nicht an Spekulationen rund um Martin Pusic.

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Neues aus der dritten Liga: Ponomarev verlässt den KFC Uerdingen – das bedeutet aber nicht, dass der Verein zukünftig ohne Investor da steht – es stehen wohl schon ein paar Geschäftsleute aus Armenien parat um den KFC zu übernehmen:

Ponomarev verlässt den KFC Uerdingen

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Wehen Wiesbaden schlägt Hansa Rostock 2:1
SC Verl schlägt den Halleschen FC 4:2

Die Löwen landen dadurch auf Platz 9 in der Tabelle

Giesinger Gedanken: Die Lage der Löwen nach dem Spiel bei Viktoria Köln

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In meinem Leben als Löwenfan ist Köln eine ganz besondere Stadt. Komischerweise haben wir nach dem Aufstieg in Meppen bei Verwandten von Freunden von mir in Köln genächtigt. Mein 19-jähriges mehr oder weniger volltrunkenes Ich kann sich noch an eine Cousine erinnern, welche Pasta mit Zitronensauce für uns gekocht hatte. Danach ging es wieder ab ins Nachtleben und meine Erinnerungen verschwimmen. Pünktlich zu Beginn der Saison 94/95 zog dann mein guter Freund Christoph aus einem mit Maradona bemalten Wohnhaus in Neapel nach Köln, um dort zu studieren. Er quartierte sich direkt neben dem Südstadion ein, was allerdings relativ nutzlos war, weil die Löwen ja zu der Zeit in der Bundesliga gegen den FC spielten.

Als Christoph 1997 sein Studium in New York fortsetzte, zog glücklicherweise ein weiterer Freund von mir nach Köln. Markus, ein hippiemäßiger Typ, der mit Fußball so gar nichts am Hut hatte, aber trotzdem die Horden aus München mit ihren Isomatten gerne bei sich beherbergte und mit uns in den Nächten vor und nach den Spielen um die Häuser zog. Er wohnte in Kalk (Trambahnstation Kalk Kapelle) und man dachte immer, dass Hausmeister Krause mitsamt seines Dackelclubs jeden Moment um die Ecke biegen könnte. Eine meiner schönsten Erinnerungen an Kalk findet eines frühen morgens im Frühjahr 1999 auf dem Fußweg zwischen der Trambahnhaltestelle Kalk Kapelle und Markus’ Wohnung bei Schneematsch auf der Straße statt, als ich nach einer grauenhaften Niederlage am Bökelberg in Gladbach all meinen Mut zusammen nahm und das erste Mal nach der Hand meiner späteren Freundin griff und sie diesen Griff sanft erwiderte. Der Beginn von fünf wunderbaren Jahren. Geschichten, wie sie nur der Fußball schreibt!

Köln war also unsere Homebase für Spiele im Rheinland und im Ruhrpott. Wenn immer es ging, versuchten wir auf der An- oder Abreise noch andere Stadien zu besuchen. Leider war es mir nie vergönnt, ein Spiel im Flughafen Stadion zu sehen. Obwohl ich das schon wegen seines coolen Namens immer auf meiner Wunschliste hatte. Daher freute ich mich besonders auf das Osterwochenende, als unser Auftritt letzte Saison bei der Kölner Viktoria angesetzt war. Dank Corona blieb mir auch letzte Saison der Besuch versagt und über diese Saison muss ich ja keine weiteren Worte verlieren. Flughafen Stadion, wir kommen noch zusammen!

Hätte dieses Wochenende aber im Style der späten Neunziger stattgefunden, wären wir Löwen nach dem Spiel irgendwo in eine Kneipe gegangen und hätten das Spiel rauf und runter diskutiert. Meine Meinung wäre gewesen, dass man das Ding niemals verlieren darf, weil man nach 16 Minuten schon 3:0 hätte führen müssen. Da wär der berühmte Kaas also schon bissen gewesen. Aber leider versemmelten Lex und Mölders beste Chancen, nur Neudecker traf per Traumtor. Später wäre man mit den bekannt kommunikationsfreudigen Rheinländern ins Gespräch gekommen und diese hätten behauptet, dass Sechzig eben nicht 3:0 führte und die Viktoria ab der 16. Minute das Spiel weitgehend diktiert hat. Da hätte man schwer widersprechen können. Dass man dann aber in der 88. Minute noch so ein Scheiß-Tor (entschuldigt den Ausdruck) kassiert und das Spiel noch komplett aus der Hand gibt, hätte man den Kölnern gegenüber als sehr unglücklich bezeichnet, die natürlich auf einen verdienten Sieg plädiert hatten. Wahrscheinlich hätten sie sogar recht gehabt. Mittlerweile wäre es wahrscheinlich schon spät am Abend gewesen und man hätte sich in Richtung Live Music Hall aufgemacht und noch den Rest der Nacht zu Heavy Metal die Köpfe geschüttelt.

Jetzt ist aber 2020 und man kann mit Gleichgesinnten nur über Whatsapp die Spiele Revue passieren lassen. Das geht mir fast mehr an die Nieren als jede Niederlage…

Aber an die Nieren geht mir schon auch, dass die Löwen jetzt 5 Spiele in Folge nicht mehr gewonnen haben. In vier dieser Spiele konnte 1860 sogar in Führung gehen. Also in jedem, außer dem torlosen Unentschieden gegen die Uerdinger. Nach jeder Führung fiel auf, dass nicht etwa 1860 mehr Sicherheit im Spiel bekommen hätte, sondern in jedem Spiel bekam der Gegner nachdem Rückstand Aufwind und setzte die Löwen quasi sofort nach dem Tor unter Druck. Auffällig ist, wie schnell die Löwen die Gegentore nach ihrer Führung kassieren:

  • In Dresden 5 Minuten später (27. Minute 0:1, 32. Minute 1:1)
  • in Verl 19 Minuten später (20. Minute 0:1, 19. Minute 1:1)
  • gegen Türkgücü 4 Minuten später (22. Minute 1:0, 26. Minute 1:1) und
  • gestern mit 24 Minuten (16. Minute 0:1, 40. Minute 1:1) die längste Zeitspanne zwischen Führungstor und Ausgleich.

Dabei ist es auch nicht so, dass die Gegner ihre Tore aus heiterem Himmel erzielen. Bei diesen vier Spielen war es so, dass die Gegner sofort nach dem Rückstand die aktivere Rolle übernahmen und Sechzig seltsam passiv agierte. Dabei rührten die Löwen nicht etwa Beton an, wie es in der oben erwähnten Ära der Fall war, sondern sie gingen einfach im Mittelfeld nicht mehr aggressiv genug drauf und stellten vorne das Pressing ein. Dadurch konnten in allen vier Spielen die Gegner leicht bis zum Strafraum vordringen und sich Chancen erarbeiten. Hinzu kommen teilweise unerklärliche Fehlpässe im Spielaufbau. Es scheint, als ob Tore der Löwen den Gegner beflügeln und die Löwen selbst lähmen. Wie kann das sein???

Fakt ist, dass nun seit 5 Spielen nicht mehr gewonnen wurde. Statt der zwischenzeitlichen Tabellenführung steht man mittlerweile auf Platz 8. Vorderes Mittelfeld. Damit wäre man vor der Saison wahrscheinlich hoch zufrieden gewesen. Aber dieser super Start hat einfach soviel Lust auf Mehr gemacht.

Jetzt muss man erkennen, dass Sperren und Verletzungen schwerlich adäquat kompensiert werden können. Zum Glück hatten wir bisher kaum ernste Verletzungen, dafür umso mehr Sperren. In der Fairplay-Tabelle liegt man auf Platz 17 mit 33 gelben Karten, nur der SV Meppen hat eine mehr. Im nächsten Spiel gegen Waldhof sind Dressel und Wein gesperrt, das wird Michi Köllner in der defensiven Schaltzentrale vor eine besondere Herausforderung stellen. Vielleicht sollte die Mannschaft auch drauf achten, weniger gelbe Karten zu kassieren.

In der Offensive hängt zu viel von Sascha Mölders und seiner Tagesform ab. Hat er einen schlechten Tag wie gestern, rührt sich vorne kaum etwas. Leider hat es die sportliche Leitung nicht geschafft, ihm einen etwa gleichwertigen Spieler als Unterstützung an die Seite zu geben. Pusic konnte bisher nicht recht überzeugen (Ausnahme der Auftritt in Haching), nach der dubiosen Ankündigung in der Pressekonferenz am Freitag scheinen die Zeichen auf Trennung zu stehen. Linsbichler konnte bisher aus unbekannten Gründen kaum (oder gar nicht?) bei den Profis mittrainieren. So bleibt Djayo die einzige Entlastung für unseren Sascha, von dem mit seinen 36 Lenzen sicher nicht erwartet werden kann, dass er eine Saison mit 38 Spielen quasi ohne Winterpause ununterbrochen auf Topniveau durchspielt.

Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber wir sind Achter. Wie die Süddeutsche Zeitung diese Woche berichtete erhielt die KgaA die Corona-Hilfe in Höhe von 800.000 € nicht, weil sie ein UiS ist. Ein Unternehmen in Schwierigkeiten. Dafür stehen wir aktuell wahrlich nicht schlecht da und sportlich sind wir nach wie vor der TSV 1860 und nicht UiS 1860, was ja so mancher vor der Saison prognostiziert hatte. Aber Michi Köllner und die Mannschaft müssen jetzt langsam wieder in die Spur kommen, damit das so bleibt.

 

Kölns Lucky Punch verhindert das vierte Unentschieden in Folge

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Am 14.Spieltag reiste der TSV 1860 München zum FC Viktoria Köln.

Sechzig kam gut in die Partie und hatte nach kurzer Zeit die ersten Großchancen: Lex´Schuss wurde gerade noch zur Ecke abgefälscht (7.Minute). Bei der anschließenden Ecke hatte Köln Glück, dass Mölders (ausnahmsweise) den Ball mal nicht richtig traf. Kurz danach hätte es Elfmeter für die Löwen geben müssen, als Mölders unsanft vom Ball getrennt wurde (13.Minute). Die Pfeife blieb jedoch stumm, sodass sich Neudecker drei Minuten später ein Herz fasste und den Ball aus rund 25 Metern im Kasten der Kölner versenkte. Danach wachte die Viktoria auf. Zunächst konnte Hiller noch stark in brenzligen Situationen retten, in der 40.Minute war dann aber auch er machtlos: Koronkiewicz konnte zum 1:1 ausgleichen. Direkt danach fischte Hiller den Ball sensationell aus dem Kreuzeck, sodass das Unentschieden auch zum Halbzeitpfiff Bestand hatte. Ein kleiner Wermutstropfen war noch die Gelbe Karte für Daniel Wein (43.Minute). Er fehlt damit im nächsten Spiel gelbgesperrt.

Die Heimmannschaft kam dann etwas besser aus der Kabine und erneut konnte Hiller mit einer starken Parade nach Freistoß von Wunderlich den Rückstand verhindern (54.Minute). In der Folge verflachte die Partie zusehends. Viele Nickligkeiten und gelbe Karten auf beiden Seiten. Es schien, als könnten sich beide Mannschaften mit dem Unentschieden anfreunden. Doch Marcel Risse hatte etwas dagegen: in der 87.Minute traf er zum 2:1-Siegtreffer für die Kölner.

Insgesamt muss man leider von einer verdienten Niederlage sprechen. Nach den sehr guten ersten 20 Minuten stellten die Löwen das Fußballspielen nach und nach ein, sodass die Viktoria die drei Punkte im heimischen Sportpark Höhenberg behalten kann.

Für alle Ereignisse des Spiels sowie Fotos aus Köln empfehlen wir unseren Liveticker aus dem Stadion. Weiter geht es nächsten Samstag daheim gegen Waldhof Mannheim.

Die weiteren Ergebnisse des Spieltags:

Mannheim-Saarbrücken 4:1
Kaiserslautern-Duisburg 2:2
Dresden-Uerdingen 0:0
Ingolstadt-Lübeck 1:1

Morgen folgen dann noch die Spiele Wiesbaden-Rostock und Verl-Halle.

Kopf hoch, Löwen! Trotz allem ein schönes Wochenende!

Live-Ticker Viktoria Köln – TSV 1860 München – der Liveticker aus Köln

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Liveticker TSV 1860 München von sechzger.de

Der TSV 1860 München spielt heute bei Viktoria Köln – Anpfiff ist um 14:00 Uhr im Sportpark Höhenberg in Köln. Unser Live-Ticker startet heute bereits um 06:48 Uhr – aus dem ICE nach Köln.

Endstand: 2:1

Sechzig um Sieben: Viktoria Köln – TSV 1860 München

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Erst zum zweiten Mal in der langen Fußballgeschichte des TSV 1860 reist heute ein weißblaues Team zu einem Auswärtsspiel zun FC Viktoria Köln und ebenfalls zum zweiten Mal sind die bekanntermaßen sehr reisefreudigen Löwenfans zum Zuhausebleiben verdammt. Der Sportpark Höhenberg bleibt für die allermeisten Sechzger ein weißer Fleck auf der ansonsten bunt gefärbten Fußballlandkarte der Republik. Wer hätte so eine Entwicklung erwartet, als sich die Viktoria im Sommer 2019 – quasi im Tausch gegen den Lokalrivalen Fortuna – anschickte, die 3. Liga mit ihrer Anwesenheit zu bereichern?

Die Bilanz zwischen den heutigen Opponenten ist logischerweise schnell erzählt: In den beiden bisherigen Spielen in der vergangenen Saison konnten die Löwen zunächst mit einem 4:2 die Punkte in Giesing behalten – der letzte Auftritt von Daniel Bierofka an der Seitenlinie. Mitte Juni diesen Jahres unterlag 1860 dann mit 0:2 am Rhein. Nach der Heimpleite gegen Rostock am Wochenende zuvor bedeutete die erneute Schlappe (zum ersten und bis heute einzigen Mal, dass unter Michael Köllner zwei Niederlagen in Serie zu Buche standen) eigentlich fast schon das Ende der kühnen Aufstiegsträume des Corona-Frühsommers 2020. Eigentlich… Denn da in der verrückten 3. Liga auch in der vergangenen Saison jeder jeden schlagen konnte und sich mitunter auch anschickte, dies zu tun, keimte kurz vor dem Saisonfinale doch nochmal Hoffnung auf eine Qualifikation der Löwen für die 2. Liga auf. Bekanntermaßen vergeblich. Für den Gegner war der damalige Sieg über Sechzig ein extrem wichtiger Befreiungsschlag im Abstiegskampf, in den man nach einem starken Saisonstart hineingerutscht war.

Heuer sehen die Ambitionen in der Domstadt anders aus: Viktoria Köln ist in seine zweite Drittligasaison mit einigen Vorschusslorbeeren gestartet: Sieben Trainer der Konkurrenz trauten vor der Saison den Rechtsrheinischen einen Platz unter den ersten drei zu. Nur Dynamo Dresden und der FC Ingolstadt hatten zu dem Zeitpunkt – und wohl auch jetzt, Anfang Dezember – noch mehr Übungsleiter der Konkurrenz auf ihrem Aufstiegszettel. Die starke Einschätzung der Kölner hat natürlich Gründe: Die Viktoria konnte sich vor dieser Saison namhaft verstärken: Aus der Pfalz kam für 275.000 EURO Mittelstürmer Timmy Thiele an den Rhein, der in der Vorsaison immerhin zehn Treffer für den FCK erzielt hatte. Von den beiden Zweitligaabsteigern Dresden und Wiesbaden wurden Rene Klingenburg und Jeremias Lorch für das Mittelfeld verpflichtet. Vom benachbarten 1. FC Köln wurde der bundesligaerfahrene Marcel Risse ausgeliehen, der nach einer längeren Verletzungspause nun langsam Fahrt aufnimmt. Ebenfalls Bundesligaerfahrung aus Bremen und Freiburg bringt Torhüter Sebastian Mielitz mit, der im Sommer aus der 1. Liga Dänemarks zur Viktoria wechselte.

Aktuell wird das Team von Trainer Pavel Dotchev den hohen Erwartungen noch nicht ganz gerecht: Von den sechs Auftritten in Höhenberg konnten nur der dritte und der vierte gewonnen werden (gegen Ingolstadt und die kleinen Roten), gegen die Aufsteiger aus Lübeck und Saarbrücken setzte es dann zwei Pleiten und zuletzt sprang gegen das eigentlich zuletzt schwächelnde Zwickau nur ein Remis heraus – wie schon bei der Heimpremiere Ende September gegen Wiesbaden. An des Gegners Platz machte die Viktoria bei den drei derzeitigen Schlusslichtern der Tabelle ihrem Namen Ehre und siegte (in Magdeburg, Meppen und Duisburg). In Rostock gab es Ende Oktober mit 5:1 ordentlich was auf die Mütze und auch letzten Samstag reiste man aus Halle ohne Zählbares zurück nach Köln. Die Wut über den Auftritt in Sachsen-Anhalt bekam direkt nach dem Spiel das Kabinen-Interieur vor Ort zu spüren – wollen wir hoffen, dass nicht auch noch unsere Löwen heute den aufgestauten Ärger der Viktoria persönlich erleben müssen.

Die Kölner gehören übrigens – wie der TSV 1860 – zu jenen sieben glücklichen Vertretern der Liga, deren Saison bislang noch gänzlich ohne Corona-bedingte Spielabsage verlaufen ist. Wenn wir richtig mitgezählt haben, waren die beiden nächsten Spiele des FSV Zwickau an diesem und am kommenden Wochenende die Absagen Nummer 13 und 14 der laufenden Spielzeit. Und sicher nicht die letzten…

Wie schon im Juni fliegen die Löwen auch heute Vormittag wieder ohne Dennis Dressel nach Köln. War es damals noch eine schöpferische Pause, die dem Dachauer vom Coach verordnet wurde, ist diesmal die Rote Karte aus dem Spiel gegen Türk Gücü dafür verantwortlich.

Wer Dressel ersetzen wird – Michael Köllner verriet es gestern Vormittag in der LÖWENRUNDE noch nicht – und ob später dann einer der beiden Kontrahenten heute seine Serie von vier sieglosen Spielen beenden kann, ob also die Gastgeber in der Tabelle an den Gästen vorbeiziehen können oder ob die Löwen die Viktoria auf Distanz halten und selbst an der Spitzengruppe der Liga dranbleiben – das alles erfahrt Ihr wie immer im sechzger.de-Liveticker. Wir freuen uns auf Eure Aufmerksamkeit!

 

 

 

Foto: Liga3-news

Sechzig@18:60 – Taktiktafel, Pressekonferenzen und Tor des Monats

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Übersicht über die Meldungen und News des Tages vom TSV 1860 München von sechzger.de

Morgen greifen die Löwen wieder ins Geschehen ein und müssen bei Viktoria Köln ran. Sicher alles andere als eine leichte Aufgabe, aber wenn man ehrlich ist, gibt es sowas in der 3. Liga ohnehin nicht. Wir gehen jedoch ganz stark davon aus, dass Trainer Michael Köllner und sein Team bestens auf den Gegner vorbereitet sind. Und auch wir haben unsere Hausaufgaben erledigt und können Euch mit reichlich Informationen versorgen.

TAKTIKTAFEL

Was wäre ein Spieltag ohne unsere allseits beliebte TAKTIKTAFEL? Bernd Winninger hat die bisherigen Partien von Viktoria Köln analysiert und seine taktischen Rückschlüsse daraus gezogen. Man darf gespannt sein, ob er auch diesmal wieder richtig liegt mit seiner Prognose.

Pressekonferenzen

Unser Redakteur Christian Jung nahm wie gewohnt an der heutigen Löwenrunde teil und konnte Fragen an Michael Köllner, Günter Gorenzel und Stephan Salger richten. Dabei wurde auch bekannt, dass Martin Pusic aufgrund eines Vorfalls in seinem privaten Umfeld bis auf Weiteres nicht zur Verfügung stehen wird.

Des Weiteren danken wir Viktoria Köln, dass die dortige Pressestelle unsere Fragen an Trainer Pavel Dotchev stellte und uns ein Video davon zur Verfügung stellte. Ganz großer Sport!

Expertentipps, Vorbereicht und Liveticker

Selbstverständlich werden wir auch morgen wieder vom Spiel des TSV 1860 berichten und einen Live-Ticker aus dem Stadion anbieten und Euch mit reichlich Fotos versorgen. Bereits morgens um 7 könnt Ihr Euch den Vorbericht zum Match reinziehen und lesen, was es so an historischen Begegnungen mit dem Verein vom Kölner Höhenberg gab. Zu guter Letzt haben wir auch diesmal wieder einige Experten nach ihrer Einschätzung zum morgigen Spiel befragt. Decken sich Eure Tipps mit denen von Björn Ziegenbein, Marvin Pourié und Schlagerstar Patrick Lindner? Letzterer hat unseren Artikel sogar auf seiner Facebook-Seite geteilt, was uns natürlich ganz besonders freut.

Tor des Monats

Der DFB sucht das schönste Tor der 3. Liga im Monat November und Dennis Dressel ist nominiert. Ihr wisst, was Ihr zu tun habt…

Keine Gästefans bis Saisonende

Selbst wenn im neuen Jahr nach dem 10. Januar wieder Zuschauer zugelassen werden (wir rechnen aber nicht damit), steht nun fest: Gästefans wird man für den Rest der Saison nicht in den Stadion begrüßen dürfen. Die bislang bis 31.12. geltende Regelung wurde nun um ein halbes Jahr verlängert.

Rahmenspielplan 2021/22

Wir befinden uns noch in der Vorrunde der Saison 20/21, aufgrund von Corona erscheint der weitere reibungslose Ablauf dieser Spielzeit etwas wacklig und trotzdem wurde heute bereits der Rahmenspielplan für die Saison 2021/22 vorgestellt. Demnach wird es bereits am Wochenende vom 23. bis zum 26. Juli 2021 wieder losgehen. Ob uns Löwen das dann noch betrifft, wird sich zeigen…