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Sechzig um Sieben: Die Zebras kommen!

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Bleiben die Kurven auch nach Corona leer? 1860
"Fußball gehört den Fans" - Bild von Anne Wild

Es mag komisch klingen, aber für die aktuell Aktiven des MSV Duisburg ist ein Geisterspiel auf Giesings Höhen der totale Normalzustand in der 3. Liga. Seit dem Zweitligaabstieg im Jahr 2019 absolvierten die Zebras beide Spiele im Sechzgerstadion vor leeren Rängen: Am vorletzten Spieltag der Vorsaison bei den kleinen Roten und zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs am letzten Maitag gegen unsere Löwen. Mit 3:2 siegte 1860 damals und rückte damit in den Kreis der zahlreichen Aufstiegskandidaten auf. Zumindest wurde nach diesem Triumph auch von den Offiziellen an der Grünwalder Straße das “A-Ziel” kommuniziert und nicht mehr kategorisch zurückgewiesen, wie noch im März vor dem Lockdown. Apropos Lockdown: Interessanter Zufall, dass erneut ein Duell zwischen Sechzig und dem MSV das erste Löwenspiel nach einem Corona-bedingten Lockdown ist. Da der Profifußball jedoch diesmal nicht von den Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung betroffen ist, findet das Spiel – anders als am 14. März – wie geplant statt. Löwencoach Michael Köllner ist darüber sehr froh und geht auch davon aus, dass die Saison in der 3. Liga – aufgrund des perfekten Hygienekonzepts – auch wie geplant regulär fortgesetzt werden kann. Eine nachweisliche Verbreitung des Corona-Virus während eines Spiels auf dem Fußballplatz von einem Spieler zu einem anderen, würde diese Situation nach Köllners Ansicht womöglich verändern, aber einen solchen Fall hat es bislang nicht gegeben.

Insgesamt betrachtet findet heute im Sechzgerstadion das 53. Duell zwischen den beiden Gründungsmitgliedern der Bundesliga statt: Neben drei DFB-Pokalspielen (1967, 2005 und 2008), die alle von unseren Löwen gewonnen werden konnten, fanden zwischen 2004 und 2016 auch insgesamt 16 Zweitligaduelle statt. Und man höre und staune: In der 2. Bundesliga ist 1860 vor eigenem Anhang gegen Duisburg noch ungeschlagen (sechs Siege, zwei Unentschieden). Auch die Gesamtbilanz ist in der Zweitklassigkeit äußerst positiv: Zehn Siegen stehen nur drei Niederlagen und drei Unentschieden gegenüber. Aus den goldenen Bundesligajahren rühren die meisten Duelle zwischen Zebras und Löwen: Zwischen 1963 und dem Jahr 2000 traf man im Oberhaus insgesamt 30 Mal aufeinander: Von den 15 Heimspielen (auf Giesings Höhen bzw. im Olympiastadion) konnten fünf gewonnen werden, satte sieben Mal teilte man sich die Punkte und nur dreimal zog Sechzig den Kürzeren. Noch besser sieht die Bundesligabilanz der Löwen auswärts an der Wedau aus: Sieben Siege, fünf Niederlagen, drei Unentschieden. Wer bei so vielen Zahlen nun den Überblick verloren hat: Insgesamt könnten unsere Löwen mit einem Sieg heute Nachmittag ein kleines und erfreuliches Jubiläum begehen und den 25. Triumph über den MSV Duisburg feiern. Sollte Sechzig nicht gewinnen, vermerken wir entweder die 15. Punkteteilung oder die 15. Niederlage – wovon wir natürlich nicht ausgehen.

Die aktuelle Lage beim MSV Duisburg ist mit der Vokabel schwierig eigentlich noch beschönigend umschrieben. Nachdem man in der vergangenen Saison seiner Favoritenstellung des Absteigers aus der 2. Liga lange Zeit absolut gerecht wurde und vom 14. bis zum 32. Spieltag – also auch während der zweieinhalbmonatigen Corona-Pause – die Tabelle souverän anführte, reichte es am Ende nicht für den sofortigen Wiederaufstieg. Vier Spieltage vor Saisonschluss rutschte Duisburg auf die letztliche Endplatzierung Rang fünf zurück. Inwieweit unsere Löwen dafür sogar ein wenig mit verantwortlich sind, nachdem sie den Zebras im ersten Spiel nach der Unterbrechung einen sicher geglaubten Auswärtsdreier (2:0-Führung bis zur 67. Minute) noch entrissen, sei hier mal dahingestellt. Auch vor der aktuellen Spielzeit wurde der MSV wieder als Aufstiegskandidat gehandelt: Sieben Drittligatrainer nannten das Team von Torsten Lieberknecht bei der Frage nach den Top-Teams der Liga (nur Dresden und Ingolstadt wurden noch öfter benannt). Löwencoach Michael Köllner sieht an der Wedau einen “extrem breiten Aufstiegskader”.  Die sportliche Realität sieht allerdings (noch) etwas anders aus: Ohne den glücklichen Sieg in Unterhaching in der vergangenen, englischen Woche stünde der MSV noch ganz ohne Dreier da. Bereits in den ersten Wochen dieser Saison wurden die Zebras vom Verletzungspech gebeutelt (u.a. fehlt schon seit Beginn der Spielzeit Ex-Löwe Moritz Stoppelkamp, über den Michael Köllner sagt, er sei das “Gesicht der letzten Monate in dieser Mannschaft”), dann sorgten auch noch mehrere positive Corona-Fälle beim Revierklub, dass die Spiele gegen den 1. FC Saarbrücken und gegen Halleschen FC am 4. und 5. Spieltag nicht stattfinden konnten. Und am Donnerstag dieser Woche wurden die nächsten beiden positiven Coronafälle aus dem Duisburger Team vermeldet. Wenn es einen Verein gibt, den die Covid-19-Pandemie ganz besonders getroffen hat, dann – so darf man es ruhig sagen – ist es der MSV Duisburg.

Da aber sprichwörtlich angeschossene Zebras (wie Rehe) besonders gefährlich sind, sollten unsere Löwen vorsichtig sein und diesen Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Immerhin geht es für die weiß-blaue Elf darum, die Tabellenführung zu verteidigen. Verfolgen könnt Ihr dieses Unterfangen mit bewegten Bildern auf MAGENTA Sport oder heute wieder einmal im BR. Auch das Löwen-Radio sendet wieder aus Giesing. Und ganz besonders legen wir Euch – ggf. zur unterhaltsamen Ergänzung – natürlich unseren Liveticker auf sechzger.de ans Herz. Inklusive der üblichen bildlichen Impressionen aus dem Sechzgerstadion.

Sechzig@18:60 – Taktiktafel + Pressekonferenz + Expertentipps + Liveticker

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Morgen wird auf Giesings Höhen wieder Fußball gespielt und natürlich wird sechzger.de auch dieses Mal wieder live aus dem Sechzgerstadion tickern. Um Euch schon mal darauf einzustimmen, was die Löwen vom Gegner zu erwarten haben, hat Bernd Winninger den MSV Duisburg unter die Lupe genommen und präsentiert Euch die gewohnt kompetente Taktiktafel. Zudem könnt Ihr Euch bereits auf den morgigen Vorbericht zum Match freuen, der morgen Früh online gehen wird.

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Ob Löwen-Coach Michael Köllner auch gelegentlich einen Blick auf unsere angesprochene Analyse-Rubrik wirft, wissen wir leider nicht. Dass er sein Team seit seiner Amtsübernahme jedoch zumeist hervorragend eingestellt in die Partien schickt, ist offensichtlich und so gehen davon aus, dass dies auch morgen der Fall sein wird. In der heutigen Pressekonferenz war er zudem recht offen, was die Personalie Stefan Lex betrifft und schließt einen Einsatz des Offensivspielers von Beginn an aus. Ob Lex zumindest auf der Bank Platz nehmen wird, entscheidet sich kurzfristig. Als erster Ersatz-Kandidat für die Startelf gilt natürlich Martin Pusic, der seine Sache in Unterhaching ordentlich gemacht hat.

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Es gibt also einige Gründe, optimistisch in die Partie mit den Zebras zu gehen und ähnlich sehen das auch die Experten Daniel Bierofka (Wacker Innsbruck) und Jonas Nietfeld (Hallescher FC). Während Biero einen ungefährdeten 3:0-Sieg des TSV 1860 prognostiziert, werden die Löwen laut Nietfeld morgen die Nase mit 3:1 vorne haben. Soll uns beides recht sein!

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Ob die Löwen auch juristisch erfolgreich sein werden, entscheidet sich voraussichtlich am kommenden Donnerstag. Hintergrund ist die Klage eines blinden Fans des SV Waldhof Mannheim, der für seinen Begleiter Eintritt zahlen musste, während andere Behinderte ihre Begleitpersonen gratis mit ins Sechzgerstadion bringen durften. Obwohl der TSV 1860 den Betrag bereits zurückerstattet hat und den Fan zum nächsten Gastspiel des Waldhof in Giesing einlud, wurde die Klage aufrechterhalten.

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Natürlich wollen wir an dieser Stelle auch nochmal darauf hinweisen, dass morgen auch Live-Fußball mit den Löwen möglich ist, der sich nicht am TV, sondern an der frischen Luft abspielt: Die U21 tritt um 14 Uhr in der Bayernliga Süd beim SV Pullach an und bietet vermutlich das letzte Mal für lange Zeit die Gelegenheit, ein Team des TSV 1860 live zu sehen. Laut der Gastgeber sind lediglich 50 Zuschauer zugelassen, aber immerhin…

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8. Spieltag: Expertentipps

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Daniel Bierofka
Daniel Bierofka, ehemaliger Spieler und Trainer des TSV 1860

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Eine explizite Erfolgsgeschichte ist die Liaison zwischen Wacker Innsbruck und Daniel Bierofka bislang nun wahrlich nicht. Zwar konnten die Tiroler kürzlich mit ein 1:0 beim FC Dornbirn gewinnen, mit neun Punkten aus sieben Spielen steht man aktuell jedoch lediglich auf Platz 9 unter 16 Teilnehmern der 2. österreichischen Liga. Das hatte man sich nach der Verpflichtung des ehemaligen Löwen-Trainers und einiger namhafter Spieler sicher anders vorgestellt. Für liga-drei.de tippt Biero den 8. Spieltag der 3. Liga und kann seine Verbundenheit mit dem TSV 1860 nicht verbergen.

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Er prognostiziert einen 3:0-Sieg der Köllner-Truppe über den MSV Duisburg, die Tabellenführung bliebe somit also bei den Löwen, da er gleichzeitig “nur” einen 1:0-Auswärtserfolg von Hansa Rostock beim 1. FC Kaiserslautern voraussagt. Auch dem 1. FC Saarbrücken traut Bierofka einen Dreier in der Ferne zu und setzt auf ein 1:0 der Saarländer beim KFC Uerdingen.

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Ebenfalls recht optimistisch für die Löwen schätzt Jonas Nietfeld (Hallescher FC) den kommenden Spieltag ein: Er tippt auf einen 3:1-Sieg der Löwen gegen die Zebras, während Saarbrücken beim KFC Uerdingen Punkte liegen lässt (1:1). Ebenfalls als Sieger sieht der Stürmer den Löwen-Verfolger aus Rostock, dem er einen 3:2-Erfolg auf dem Betzenberg zutraut.

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PK aktuell: Lex nicht in der Startelf +++ Köllner fordert “gewissenhaften Fußball” gegen einen “Aufstiegskader”

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“Freitags-Comedy mit Michael Köllner” nannte der Coach die wöchentliche LÖWENRUNDE heute Mittag mit einem Schmunzeln.

Nun, das Ganze hat – auch Dank der in der Regel guten Laune, die Köllner versprüht – meist durchaus hohen Unterhaltungswert, aber der Informationsgehalt der wöchentlichen Spieltagspressekonferenz ist noch um einiges höher anzusiedeln.

So berichtete Köllner diesmal, dass Stefan Lex, gleichwohl er am gestrigen Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, für die morgige Startelf gegen Duisburg aller Voraussicht nach noch nicht vorgesehen ist. Ob er im Kader landen wird, entscheidet sich heute im Abschlusstraining. Statt Lex wird aber – soviel scheint sicher – wohl erneut Martin Pusic auflaufen, mit dem sein Trainer in Unterhaching durchaus zufrieden war, da dieser es zwar versäumte, das beruhigende 2:0 zu erzielen und ein Stürmer natürlich an seinen Toren gemessen werde. Auf der anderen Seite erfüllte der Neuzugang aber die Aufgaben die Köllner ihm in der Kabine gestellt hatte. Dass z.B. der kicker – und auch einige andere Medien – den Österreicher für seine solide, taktisch starke und mannschaftsdienliche Leistung in der Münchner Vorstadt nur mit der Note 4 bedachten, ärgert den Löwendompteur aber nicht. Für ihn ist entscheidend, dass er selbst einem Spieler nicht die Note 4 verpassen muss, “denn dann sitzt er im nächsten Spiel sicher draußen”. Eine weitere Abweichung der Köllnerschen Einschätzung von der medialen Beurteilung erfuhr im Haching-Spiel auch noch Daniel Wein: Ihm attestierte Köllner  eine “überragende Leistung” am Montag, was wohl darauf hindeutet, dass die Nummer 17 morgen gegen Duisburg erneut den Vorzug gegenüber Dennis Erdmann erhalten wird.

Eindringlich warnte Köllner davor, den angeschlagenen Gegner aus dem Ruhrpott angesichts der aktuellen Tabellensituation nicht zu unterschätzen. Das Verletzungspech und auch die Corona-Fälle in und im Umfeld der Zebras lassen den Löwencoach keineswegs in das Lied von “den armen Duisburgern” mit einstimmen. Er sieht an der Wedau einen hervorragenden, erfahrenen Trainer an der Seitenlinie und einen “extrem breiten Aufstiegskader”, gegen den die Löwen 100% abliefern müssen, um die gewünschten drei Punkte in München zu behalten. “Mit 95% braucht es schon eine schwache Leistung der Gäste, damit wir etwas holen.” Der dazu passende Begiff, der sich durch die ganze Pressekonferenz zog, war jener von “gewissenhaftem Fußball”, den Köllner in jedem Spiel von seiner Mannschaft fordert. Bleibt zu wünschen, dass jene Löwen, die morgen Nachmittag das blaue Trikot tragen, den Platz gegen zehn vor vier mit einem guten Gewissen verlassen können.

TAKTIKTAFEL – Unser nächster Gegner: MSV Duisburg

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

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Herzlich willkommen zu unserer Taktiktafel vor dem Heimspiel des TSV 1860 München gegen die Zebras aus Duisburg-Meiderich. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Lieberknecht kommt diese Saison arg gebeutelt daher. Sowohl Corona-Quarantäne als auch unzureichende bzw. unglückliche Leistungen ließen die Ruhrpottler bis auf Platz 17 der Tabelle abrutschen. Zwei Niederlagen, zwei Unentschieden und einen Sieg konnten sie bisher erringen. Der 17. Rang ist mit zwei Spielen weniger auf dem Konto natürlich deutlich weniger aussagekräftig als es erscheint, denn mit fünf Punkten aus fünf Spielen ist man in dieser noch jungen Saison sicherlich kein akuter Abstiegskandidat.

Was sagt denn die Statistik bisher über den MSV aus? Duisburg ist auf präzises Passspiel (83% der Pässe kommen an) und auf Ballbesitz bedacht. Durchschnittlich haben die Zebras bisher knapp 10% mehr Spielanteile als ihre Gegner, die mit Ausnahme des KFC Uerdingen diese Saison alle auch schon gegen die Löwen spielen mussten. Weiterhin kann man sagen, dass der MSV Duisburg defensiv wie offensiv durchschnittlich mehr Zweikämpfe gewinnt als verliert.

Die Taktik des MSV Duisburg

Wie Löwencoach Michael Köllner, setzt auch Thorsten Lieberknecht auf ein flexibles 4-1-4-1 System. Wo die Stärken dieses Systems liegen, sollte eigentlich mittlerweile jeder Löwenfan verinnerlicht haben. Dies gilt allerdings auch für die Schwächen… Dennoch wäre es zu einfach, diesbezüglich zu pauschalisieren, denn gerade in diesem System stecken viele Möglichkeiten der Interpretation. So kann man es bei eigenem Ballbesitz je nach vorhandenem Spielermaterial zu einem 4-3-3, 4-4-2 Raute, 4-4-2 flach oder auch zu einem 3-5-2 verschieben. Genauso kann man gegen den Ball aus dem 4-1-4-1 im Handumdrehen ein 4-2-3-1 oder auch noch defensivere Verteidigungsschemata formen. Zum 4-3-2-1 und 5-4-1 DM kann man jederzeit gegen den Ball verschieben.

Thorsten Lieberknecht macht auch genau das: Er lässt seine Mannschaft während des Spiels eben flexibel auf die verschiedenen Versuche der Attacken und auf die Defensivformationen des Gegners reagieren. Gegen Duisburg zu spielen ist für jeden Gegner bisher unangenehm gewesen, da das System – sofern die Spieler konzentriert bleiben – auf fast alles, was der Gegner in den Ring werfen kann, eine Antwort parat hat.

Wie legt nun der MSV sein Spiel an? Was sind die Waffen in der Offensive? Womit muss der TSV 1860 München rechnen? Die Mitte (35%) und die rechte Seite (35,5%) sind die leicht bevorzugten Korridore auf dem Spielfeld, die Duisburg zumeist mit vertikalem Spielaufbau beackert. Aber auch vor einem Ausweichen auf die linke Bahn (29,5%) scheuen sich die Spieler des MSV nicht. Steilpässe und lange, genaue Bälle sind das bevorzugte Rezept der Duisburger, um bei Positionsangriffen in die gegnerische rote Zone einzudringen. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die Zebras spielerisch limitiert wären. Leider fehlen den Meiderichern einige Zahnräder in der Offensive, allen voran Ex-Löwe Moritz Stoppelkamp (#10), um noch spielstärker auftreten zu können.

Auch der ein oder andere Konter hat Duisburg in den bisherigen Spielen gefährlich vor des Gegners Tor gebracht, Zählbares kam dabei jedoch bislang nicht heraus. Ab der Strafraumgrenze tat Duisburg sich in den bisherigen Spielen eher schwer. Sowohl beim Eindringen in die Box, als auch beim Abschluss im Strafraum hat der MSV noch viel Luft nach oben; mehr als ein Tor konnte Duisburg bisher in keiner Partie verbuchen. Am häufigsten zum Abschluss kam der MSV bisher im Spiel gegen den VfB Lübeck – dass das allerdings keine Kunst ist, wissen wir aus eigener Erfahrung. Trotzdem ließ die momentane Schießbude der Liga nur ein Tor der Meidericher zu. Die wenigsten Schüsse von Duisburg auf den eigenen Kasten ließ bisher die SpVgg Unterhaching zu.

Weil das 4-1-4-1 auch das System ist, mit dem die Sechzger vermutlich antreten werden, wird der Teil „Stärken und Schwächen“ diesmal etwas ausführlicher als gewohnt.

Die Stärken des 4-1-4-1-Systems sind sowohl gegen den Ball als auch in der Offensive mannigfaltig. Mit zwei Viererketten gegen den Ball zu spielen, macht die Räume für den Gegner meist sehr eng. Dadurch entsteht ein eng gestricktes Netzwerk, in dem sich die Spieler gegen den Ball gegenseitig breit absichern können. Die zwei Viererketten ermöglichen gute Orientierung für Spieler, vor allem während Spielsituationen, in denen gemeinschaftliches Handeln vonnöten ist. Beim Verschieben machen sich diese guten Orientierungsmöglichkeiten beispielsweise positiv bemerkbar.

Eine weitere Stärke ist die fast perfekte Raumaufteilung, die gegen den Ball die meisten Spielfeldbereiche abdeckt. Speziell die kompakte Verbindung zwischen Abwehr und Mittelfeld führt oft zu Vorteilen gegen den Ball und somit zur häufigen Eroberung zweiter Bälle, um danach mit gleich mehreren Anspielmöglichkeiten einen schlecht ausrechenbaren Gegenangriff zu starten.

Weil das System auch in der Breite kompakt gegen den Ball ist, hat man überall auf dem Spielfeld rasch Zugriff auf den ballführenden Gegenspieler. Im 4-1-4-1 wird andauernd die moderne Maxime verfolgt, dass der ballnächste Spieler permanent Druck gegen den Ball ausübt. Hohes Pressing regiert diese Formation. Das konnte man auf beeindruckende Art und Weise auch beim Auftritt der Löwen in Unterhaching beobachten, wo unsere Spieler dadurch etliche Fehler im Spielaufbau der Vorstädter provozierten.

Eine spezielle Rolle im 4-1-4-1 nimmt der defensive Mittelfeldspieler ein. Er muss durch sein Stellungsspiel a) Pässe des Gegners zwischen den Ketten ins letzte Drittel verhindern oder abfangen und b) dafür sorgen, dass die Viererkette möglichst lange auf einer Linie verteidigen kann. Falls es nötig wird, dass ein Innenverteidiger herausrückt, muss er in die Abwehrkette abkippen. Wenn der Gegner über außen kommt, kann der Sechser obendrein, indem er in die Kette abkippt, den Außenverteidiger absichern.

In der Offensive beruht die Stärke des Systems 4-1-4-1 – wie bereits beschrieben – in der Flexibilität, durch Verschiebungen in der zweiten Kette on the fly auf verschiedene Systeme umstellen zu können. Wenn man technisch versierte, schnelle, torgefährliche, intelligente Mittelfeldspieler oder Stürmer, die als falsche Neun, hängende Spitze, Schattenstürmer oder Raumdeuter ins Mittelfeld abkippen können, hat, gibt es vermutlich kein System, das sich so schwer ausrechenbar zeigt wie dieses.

Schwächen des 4-1-4-1: Vor allem der Solostürmer kann eine Schwäche sein, wenn die Mittelfeldspieler ihre Aufgaben nicht offensiv genug ausführen. Daher kann es vorkommen, dass der solitäre Stürmer zu sehr isoliert wird und ohne Bindung zum Spiel agiert. Wer sich mit Taktik nicht auskennt (was keine Schande ist), wird dann beim Stürmer die Schuld suchen, dass es aber an einer Fehlinterpretation seiner Mitspieler liegt, wird oft nicht erkannt. Wenn jedoch ein bis zwei Mittelfeldspieler situativ immer wieder nach vorne schieben, hat man auch mit nur einem Stürmer im System ausreichend Torgefahr.

Wenn der Sechser gegen den Ball nicht immer voll konzentriert zu Werke geht, bei Kontern nach Standards oder bei schlampigem Pressing, sind auch in der Defensive Schwachstellen vorhanden, die ein Gegner aufdecken und ausnutzen kann.

Da das Spiel im 4-1-4-1 sehr von den Offensivqualitäten und der Ballsicherheit der Flügelverteidiger abhängt, besteht logischerweise, falls einer dieser Spieler im Vorwärtsgang den Ball verliert, immer die Gefahr, dass sich im Zentrum vor der Viererkette Lücken im Raum ergeben, die vom Gegner erfolgreich ausgenutzt werden könnten, da der Sechser dann verschieben muss.

Wie können die Sechzger den MSV Duisburg knacken?

Wenn man die Spiele der Duisburger bisher ansieht, muss man sagen, dass Flügelangriffe über beide Seiten zu sehr gefährlichen Situationen oder auch Toren im Duisburger Strafraum gesorgt habeen. Genau wie Angriffe durch das Zentrum, wenn sie mit ausreichend Spielwitz oder vehement genug vorgetragen wurden. Der ein oder andere Konter, mit dem Duisburg nicht zurecht kam, wurde von diversen Gegnern auch schon gefahren; Lübeck beispielsweise traf nach einem Konter gegen die Zebras. Spezialrezept gibt es hierfür jedoch keins. Duisburgs Abwehr kann man prinzipiell überall aushebeln, am Ende werden individuelle Klasse, taktisches Verständnis der Akteure, Spielwitz und Fitness entscheidend sein.

Die Schlüsselspieler des MSV Duisburg

Da wäre als erstes Torhüter Leo Weinkauf (#1) zu nennen: Der reflexstarke und auch in der Strafraumbeherrschung beeindruckende 1,98 m große Hüne ist ein sicherer Rückhalt. Wie es bei so großen Torhütern allerdings oft der Fall ist, fehlt ihm ein wenig die nötige Beweglichkeit, um bei Schüssen aus der Nahdistanz oder auch bei flachen Schüssen zu glänzen. Im Eins gegen Eins und beim Herauslaufen hat er durchaus ein gutes Timing vorzuweisen.

Der rechte Flügelverteidiger Maximilian Sauer (#2) ist wie sein linkes Pendant Arne Sicker (#17) ein wichtiges Puzzleteil im Spiel über die Flügel nach vorn.

Die Offensivabteilung der Meidericher muss sich, um zu funktionieren, darauf verlassen können, dass vor allem Connor Kempicki (#6) sein bisher präzises Passspiel weiter genauso auf den Platz bringt.

Im Sturm steht Vincent Vermeij (#24) bisher in den meisten Partien für dem MSV in der Startelf, Top Vorlagengeber bisher war Sinan Karweina (#17).

Moritz Stoppelkamp (#10) wird nicht mit von der Partie sein. Ihn hat das Pfeiffersche Drüsenfieber ereilt. Hoffen wir, dass es nicht so schlimm endet wie einst bei Olaf Bodden, der noch immer mit den Folgen dieser tückischen Krankheit zu kämpfen hat. Auf diesem Wege deshalb gute Besserung an beide Ex-Löwen!

Fazit

Der TSV 1860 München hat keinen Grund, nicht optimistisch in dieses Duell zu gehen. Ich sehe keine Feldposition, die beim TSV 1860 nicht mindestens gleichwertig besetzt wäre. Sich in die Partie hineinzubeißen, giftig in die Zweikämpfe zu gehen und gutes Stellungsspiel werden auch diesmal der Schlüssel für unsere Löwen sein, um in das Spiel zu finden. Michael Köllner wird seine Mannschaft wie immer perfekt für den Gegner vorbereitet auf den Platz schicken. Schaut man darauf, was beide Mannschaften bisher gegen die gleichen Gegner (Ausnahme: KFC Uerdingen) geleistet haben, sollten drei Punkte für den Tabellenführer von der Grünwalder Sstraße im heimischen Stadion absolut machbar sein. Ich bin auf alle Fälle guter Dinge.

Unter diesem Text findet Ihr die von mir erwartete Aufstellung des MSV Duisburg. Hierbei ist jedoch anzumerken, dass man sich aufgrund der hohen Rotation, die Thorsten Lieberknecht in der Startformation an den Tag legt, außer bei Weinkauf, Sauer, Sicker und Kempicki bei keinem Spieler wirklich sicher sein kann, ob er letztendlich in der Startformation den Vorzug erhält. Nur diese vier standen bisher in jedem Spiel von Beginn an auf dem Platz. Zudem wurde gestern ein weiterer positiver Corona-Fall bei den Zebras bekanntgegeben; welcher Spieler betroffen ist, wurde zurückgehalten.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

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Blinder Waldhof-Fan verklagt den TSV 1860

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“Ich fühle mich diskriminiert. Es schmerzt mich, wenn zwischen Behinderungen unterschieden wird.” So begündet ein blinder Fan des SV Waldhof Mannheim seine Klage gegen den TSV 1860 München, da er für seinen Begleiter Eintritt zahlen musste, während die Begleitpersonen von Rollstuhlfahrern gratis ins Grünwalder Stadion durften. Das mag zunächst plausibel klingen, wenn man nun aber berücksichtigt, dass dem Kläger der Eintrittspreis in Höhe von 16,50 € längst zurückerstattet wurde, erscheint der Vorgang doch etwas absurd.

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Da das Online-Ticketing der Löwen die Buchung kostenloser Tickets nicht ermöglicht, ist es vonnöten, sich diesbezüglich mit der Geschäftsstelle des TSV 1860 in Verbindung zu setzen, was der Waldhof-Fan jedoch im Vorfeld nicht gemacht hatte. Das Entgegenkommen der Löwen, den Eintrittspreis zurückzuerstatten, stellt den Kläger indes nicht zufrieden, da er durch die Diskriminierung “seelische Verletzungen” erlitten habe. Er fordert nun ein symbolisches Schmerzensgeld in Höhe von 1.860 € und eine einheitliche Regelung beim Ticketverkauf an Schwerbehinderte und deren Begleitung erreichen. Das Urteil wird für kommenden Donnerstag erwartet.

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Sechzig@18:60 – Die News des Tages + Stadionzeitung + Türk Gücü vs. BFV + Lautern gerettet

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Auf sechzger.de konntet Ihr heute im Laufe des Tages u.a. Geburtstagsglückwünsche für Richy Neudecker, wieder einmal ein Interview mit einer Dauerkartenbesitzerin von weit her (diesmal aus Leverkusen) sowie den Hinweis auf das Spiel der Löwenamateure in Pullach lesen.
Auf das bevorstehende (Geister-)Heimspiel des Tabellenführers der 3. Liga gegen den Tabellensiebzehnten aus dem Ruhrgebiet werdet Ihr dann ab Morgen mit unserer traditionellen TAKTIKTAFEL und mit den letzten Informationen vom Team aus der LÖWENRUNDE (der Spieltagspressekonferenz mit Michael Köllner und Günter Gorenzel) informiert. Schon heute Abend können wir vermelden, dass das Corona-Virus unseren nächsten Gegner weiterhin beschäftigt. Laut dem Online-Portal LIGA 3 NEWS sind beim MSV Duisburg erneut zwei Personen (ein Spieler, ein Betreuer) positiv auf Covid-19 getestet worden und befinden sich bereits in Quarantäne. Die Austragung des Spiels gegen unsere Löwen ist aber laut LIGA 3 NEWS dadurch nicht gefährdet.

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Kein Stadionbesuch am Samstag, aber wenigstens eine Stadionzeitung: SECHZIG – DAS LÖWENMAGAZIN ist mit einer neuen Ausgabe für das Spiel gegen die Zebras seit heute Mitttag online hier erhältlich. Darin befindet sich neben einem Poster von Marco Hiller und einer näheren Vorstellung von Quirin Moll unter der Rubrik “Magische Momente” ein Rückblick auf das DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt von 1964. Diesem absoluten Highlight in der Löwenhistorie hatten auch wir uns kurz vor dem diesjährigen Cupspiel gegen die Eintracht ausführlich gewidmet. Unter anderem mit einem lesenswerten Zeitzeugenbericht von damals. Klickt Euch da gerne nochmal rein.

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Apropos DFB-Pokal: Gestern Abend berichteten wir an dieser Stelle über die etwas befremdlichen Aussagen von Türk Gücü-Geschäftsführer Max Kothny, der das Schiedsgericht, das zur Klärung der Frage, ob Schweinfurt oder Türk Gücü im DFB-Pokal antreten solle, eingerichtet worden war, als “Mickey-Maus-Gericht” bezeichnet hatte. Eine Reaktion des Verbandes ließ nicht allzulange auf sich warten. Vizepräsident Reinhold Baier gab nachfolgende Entgegnung zu Protokoll: “Gerichte und Verbände sind gewiss nicht der Fußabstreifer für hochmütige Geschäftsführer. Wer sich derart despektierlich im Ton vergreift und ein nicht von Walt Disney, sondern vom Präsidenten des Oberlandesgerichts Nürnberg eingesetztes völlig neutrales, unabhängiges und mit hochrangigen Juristen besetztes Schiedsgericht nicht respektiert, schadet nicht nur sich selbst, sondern er schadet nachhaltig dem Ansehen des Sports.” Klare Ansage. Unsere Prognose: Das war nicht das letzte Wort in dieser Pokal-Posse.

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Auch aus Kaiserslautern gibt es heute Abend wieder etwas zu vermelden: Die Gläubigerversammlung hat dem vorgelegten Insolvenzplan einstimmig zugestimmt, wodurch die Zukunft des 1. FCK gesichert ist. Das im Juni eröffnete Verfahren konnte nun innerhalb weniger Wochen abgeschlossen werden. Die 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KG hat sich damit von rund 24 Millionen Euro Schulden befreit. Die 2.600 Gläubiger, die ihre Forderungen gegenüber den Roten Teufeln zuvor noch geltend gemacht hatten, erhalten – wie gestern hier schon im Zusammenhang mit den Würzburger Kickers thematisiert – jeweils 4% ihrer offenen Forderungen zurück. Interessante Begebenheit am Rande: Das erste Medium, das die Pressemeldung des FCK aufgriff und die für Lautern gute Nachricht weiter verbreitete, war der vom Verein unabhängige Blog Der Betze brennt.

Alternative zum TV-Fußball: Die Amateure in Pullach

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Wer am Samstag Nachmittag – aus welchen Gründen auch immer – keine Lust auf Fußball vor dem Fernseher hat, der sei an dieser Stelle auf das Spiel der kleinen Löwen beim SV Pullach hingewiesen (auf dem Sportgelände an der Gistlstraße 2 in Pullach). Die Elf von Coach Frank Schmöller, der bis zum Sommer 2019 sechs Jahre lang selbst bei den Raben aus dem Isartal an der Seitenlinie stand, tritt – zeitgleich mit den Profis gegen Duisburg – um 14 Uhr beim SVP an. Nachdem der maßgebliche Corona-Inzidenzwert im Landkreis München über 100 liegt, darf der SV Pullach – laut telefonischer Auskunft gegenüber sechzger.de – genau 50 Zuschauern Zutritt zu Anlage gewähren.

Das Spiel ist für die kommenden fünf Monate wohl die letzte Chance, unsere Amateure in einem Pflichtspiel live zu erleben. Unabhängig von der Bekanntgabe des erneuten Lockdowns und einem Aussetzen des Amateurfußballbetriebs in ganz Deutschland am gestrigen Mittwoch, wurde der 29. Spieltag dieser seltsamen Saison 2019/21 schon auf den 10. April 2021 terminiert. Für den November waren nur Spiele im extra für diese Saison geschaffenen Ligapokal vorgesehen, die nun wohl einfach entfallen. Unser Team tritt das nächste Mal in der Bayernliga Süd – eine Woche nach dem Osterfest 2021 – in Kirchanschöring an.

Übermorgen fahren die kleinen Löwen als derzeitiger Tabellensiebter nach Pullach. Am vergangenen Samstag konnte sich das Team mit einem 1:0-Sieg in Kottern für die enttäuschende Leistung gegen Hankofen-Hailing (0:2) aus der Vorwoche rehabilitieren. Das Hinspiel gegen den SV Pullach, der von früheren glanzvollen Tagen als Bayernliga-Spitzenteam inzwischen meilenweit entfernt ist und auf dem vorletzten Platz der Tabelle rangiert, konnten die kleinen Löwen mit 1:0 gewinnen. Damals, vor langer Zeit, am Freitag, den 13. September 2019.

Interview: Margret, Löwen-Dauerkarteninhaberin aus Leverkusen

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Über 10.000 Dauerkarten hat der TSV 1860 München für die laufende Saison – Corona zum Trotz – verkauft. Eigentlich ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass zu keinem Zeitpunkt der Verkaufsphase klar war, wann überhaupt Mal wieder ein Fan ins Grünwalder Stadion darf. Die Mehrheit der Dauerkarteninhaber stammt aus München und der Umgebung, doch es gibt auch Fans, die sich trotz großer Distanz zu ihrem Herzensverein ein Saisonabo holen und somit – wenn denn Zuschauer zugelassen sind – für ein Heimspiel stundenlang unterwegs sind, um die Löwen live zu sehen. Eine davon ist Margret vom Berg aus Leverkusen, die wir zum Interview gebeten haben.

 

Sechzger.de: Servus Margret! Danke, dass Du Dir Zeit für uns nimmst.

Margret: Hallo, Christian, ich freue mich über den Kontakt.

Sechzger.de: Du stammst ja aus Leverkusen und hast zahlreiche Traditionsvereine und sogar Championsleague-Teilnehmer quasi direkt vor der Haustür. Wie bist Du trotzdem bei den Löwen gelandet?

Margret: Seit 1962 ging ich mit meinem großen Bruder zum Fußball, also noch vor der Bundesliga. Er war aber infiziert von 1860 und das ist ja übertragbar, wie viele wissen. Wir gingen wegen der weiten Fahrt auch zu NRW- Vereinen, z.B. Schalke, Wuppertal, Münster. Von Leverkusen redete kaum jemand.

Sechzger.de: Seit wie vielen Jahren bist Du inzwischen Dauerkarteninhaberin?

Margret: Seit 1996

Sechzger.de: Rund 600 km einfacher Weg liegen zwischen Leverkusen und Giesing. Wieso hast Du Dich dennoch für eine Dauerkarte entschieden?

Margret: Weil ich die Fahrten möglich machen konnte (ich hatte einen tollen Chef).

Sechzger.de: Wie sieht bei Heimspielen ein typischer Tagesverlauf aus? Reist Du erst am Spieltag an oder schon am Abend davor? Und geht’s nach dem Spiel direkt zurück?

Margret: Unterschiedlich, ich habe immer Übernachtungsmöglichkeiten beim Rudi & Co (Rudi Röhrl von den Löwenfreunden Bad Abbach, d. Red.), aber seit mein Mann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitfahren kann, geht es oft an einem Tag hin und zurück (die DB ist gut!)

Sechzger.de: Wie viele Heimspiele siehst Du denn tatsächlich pro Saison? Reist Du wirklich zu jedem Spiel nach Giesing an?

Margret: Ca. 12-15

Sechzger.de: Es ist ja durchaus eine paradoxe Situation, dass zahlreiche Auswärtsspiele der Löwen für Dich näher sind als die Heimspiele. Begleitest Du die Löwen auch auswärts?

Margret: Ich bin immer offen für neue Stadien und fahre auch oft zu Auswärtsfahrten (sehr schöne Fahrten).

Sechzger.de: In einschlägigen Münchner Medien wird gerne behauptet, dass auswärtige Fans systematisch ausgeschlossen werden. Wie siehst Du das?

Margret: Kann ich nicht bestätigen.

Sechzger.de: Bist Du auch Mitglied im e.V. und warst auch schon einmal Gast auf einer Mitgliederversammlung des TSV 1860? Gibt es eine Motivation, auch für solche Veranstaltungen die Reisestrapazen auf Dich zu nehmen?

Margret: Ich bin Vereinsmitglied, im Fanclub der Löwenfreunde Bad Abbach und Dauerkarteninhaber, war aber noch nie auf einer Mitgliederversammlung. Das wird wohl so bleiben.

Sechzger.de: Hand aufs Herz: Wie schwer fällt es Dir, die Spiele der Löwen aktuell nicht besuchen zu können? Bist Du schon „auf Entzug“ oder kannst Du Deine Wochenenden auch ohne die Löwen sinnvoll gestalten?

Margret: Man merkt, dass auf einmal Zeit übrig ist, die ich trotzdem sinnvoll nutze. Es tut trotzdem weh, statt Stadionatmosphäre die Telekom 3. Liga in Anspruch nehmen zu müssen.

Sechzger.de: Wenn in der Zukunft überhaupt an eine (teilweise) Zulassung von Zuschauer zu denken ist, weiß man als Fan erst sehr kurzfristig, ob man tatsächlich ins Stadion darf. Ein planerisches Problem für Dich?

Margret: Nein, was möglich gemacht werden muss, wird getan.

Sechzger.de: Themawechsel: Was waren denn die drei Highlights in Deiner bisherigen Fankarriere? Gibt es da Ereignisse oder Spiele, die Du hervorheben kannst und möchtest?

Margret: Das 3. Relegationsspiel gegen Bielefeld in Frankfurt, Aufstieg in die 1. Liga und die beiden Relegationsspiele gegen Kiel (alles live)

Sechzger.de: Was ist Dein Wunsch für die Löwen, sei es nun kurz-, mittel- oder langfristig?

Margret: Ruhiges Fahrwasser im Verein (auf Dauer) ohne Machtproben, Menschlichkeit und dann AUFSTIEG!

Sechzger.de: Eine letzte Frage: Hast Du eigentlich jemals ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, nach München oder Umgebung zu ziehen, um näher bei den Löwen zu sein?

Margret: Nein, ich wohne wunderschön

Sechzger.de: Super, dann danke nochmal für das Interview und bis bald in Giesing!

Margret: Ich bedanke mich und schicke Löwengrüße

Das Interview führte Christian Jung.
Titelbild: pixabay.com
(In dieser unregelmäßigen Serie erschienen zuletzt Interviews mit Löwenfans aus Ludwigshafen, Luxemburg und Wien auf sechzger.de)

Happy Birthday, Richy Neudecker

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Richard Neudecker wird heute 24 Jahre jung!
Wir wünschen dem sympathischen Altöttinger, der in diesem Sommer zu den Löwen zurückgekehrt ist – neben Gesundheit und Zufriedenheit – dass es für ihn sportlich genauso weitergeht, wie in den bisherigen sieben Spielen der 3. Liga, insbesondere für ihn ganz persönlich. Der Blick auf die Statistik des kicker verrät, dass Richy in der ersten Phase der Saison die beste Durchschnittsnote aller Löwen erzielt hat. Dass er seine Rückkehr zu 1860 nach vier Jahren in der Fremde als absolut positiven Schritt erlebt hat, verriet er in dem sehenswerten TV-Interview mit Ralph Drechsel vom Münchner Wochenanzeiger, das wir Euch gerne nochmal ans Herz legen und das ihr hier bei LÖWEN-TV via Youtube ansehen könnt. Wäre Neudecker übrigens aktuell noch bei seinem alten Verein unter Vertrag, hätte er wahrscheinlich sein Wiegenfest in einer eher unangenehmen Trainingswoche gefeiert: Sein alter Klub VVV-Venlo unterlag am Samstag zu Hause gegen Ajax Amsterdam in der niederländischen Eredivisie mit sage und schreibe 0:13… Gut, dass Neudecker zurück bei den Löwen ist – in jeder Hinsicht!

Happy Birthday, Richy!

Foto: Anne Wild