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Sechzig@18:60: 1860-Damenmannschaft-Interview + Online-MV + Amateure verlieren + Jugendergebnisse

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Sechzig München am Abend BR24Sport Clubhouse

Einen Tag nach dem souveränen Sieg der 1. Mannschaft des TSV 1860 in Meppen (wir tickerten live) hat sich am heutigen Sonntag bei den Löwen folgendes getan:

sechzger.de durfte letzte Woche ein Interview mit der neugegründeten Damen-Mannschaft des TSV 1860 bzw. drei von den Frauen führen – das Ergebnis könnt ihr an dieser Stelle nachlesen:

https://sechzger.de/interview-frauenfussball-beim-tsv-1860-muenchen-teil-1/

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Dann haben wir auch heute in einer Kurzfassung von der Online-Mitgliederversammlung des TSV 1860 München berichtet – allerdings ist inzwischen der offizielle Bericht da und der ist – natürlich – deutlich ausführlicher:

https://tsv1860.org/2020/09/20/online-mitgliederversammlung-ungewohnte-premiere/

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Dann waren Teile der sechzger.de-Redaktion noch live dabei, als die 2. Mannschaft des TSV 1860 gegen die 2. Mannschaft des FC Ingolstadt mit 0:2 verlor – vor rund 130 Zuschauern am Trainingsgelände.

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Die U19 des TSV 1860 spielte 2:2 in Unterhaching – ebenfalls 2:2 spielte die U17 in Karlsruhe.

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Unser Ausführlicher Meppen-Nachbericht erfolgt durch die heutigen Ereignisse (Mitglieder-Versammlung, 2. Mannschaft) am morgigen Montag.

Interview: Frauenfussball beim TSV 1860 München (Teil 2)

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Frauen Fußball TSV 1860

Heute Morgen berichteten drei Gründungsmitglieder der Sektion Frauenfußball im ersten Teil unseres Interviews über den Re-Start der Sparte und auch Teil 2 ist äußerst lesenswert und aufschlussreich. Viel Spaß beim Lesen!

Sechzger.de: Bestehen denn auch Bestrebungen, Teams im Juniorinnenbereich aufzubauen?

Hannah Conrad: Wir hatten schon viele Anfragen von Müttern und Vätern, die ihre Töchter bei uns anmelden wollen. Leider können wir das noch nicht anbieten, da wir ja noch ganz am Anfang stehen.

Vroni Seemann: Wir wollen aber definitiv, dass der Bereich Frauenfußball bei Sechzig etabliert wird. Wir wollen erreichen, dass man beim Thema Frauenfußball in München sofort an die Löwen denkt. Auch im Verein wollen wir Frauenfußball als festen Bestandteil etablieren. Von Breitensport bis Leistungssport, von Kindern über Jugendliche bis zu  Erwachsenen. Es ist uns klar, dass das alles ein langer Weg sein wird. Aber das sind die Ziele, die wir uns gesteckt haben.

Silke Dehling: Wir bauen gerade das Fundament…

Vroni Seemann: …und dann schauen wir mal, wie groß das Haus wird, das wir da draufstellen können. Wir haben auf alle Fälle gemerkt, dass Bedarf da ist.

Sechzger.de: Die kleinen Schritte am Anfang sind wahrscheinlich die schwersten.

Vroni Seemann: Man muss sagen, der Verein ist echt super. Wir hatten die Sparte gerade offiziell gegründet und eine Stunde später war Frauenfußball auf dem Mitgliedsantrag, die E-Mail Adresse war innerhalb eines Tages eingerichtet. Das sind nur Kleinigkeiten, aber das hilft ungemein. Da merkt man halt, dass ein professionell geführter Verein dahintersteht, der uns unterstützt.

Hannah Conrad: Wir können auf bestehende Strukturen zurückgreifen, die es schon gibt. Aktuell haben wir mit der Organisation der Mannschaft schon so viel zu tun, dass wir drei uns fast täglich treffen. Da sind wir froh, dass wir diese kleinen Sachen nicht selbst machen müssen. Für uns ist das ja auch alles Neuland, aber der Verein hat bei jeder Frage ein offenes Ohr für uns.

Vroni Seemann: Dass wir auf den Ausrüster zurückgreifen können, ist für uns natürlich toll. Wir bekommen von denen ein Bestellformular und können bestellen. Das ist einfach super.

Sechzger.de: 11Teamsports rüstet Euch mit aus?

Vroni Seemann: Ja genau. Die haben auch mit dem e.V. einen Kooperationsvertrag und da können wir zu bestimmten Konditionen die Sachen, die wir brauchen, bestellen. Es ist für uns ja wichtig, auch nach Außen zu zeigen: Wir sind Sechzig! Da freuen wir uns natürlich, dass wir in den gleichen Klamotten auflaufen können wie die Herren.

Sechzger.de: Spielt Ihr dann in grün-gold, oder in weiß blau?

Silke Dehling: Wenn‘s nach mir geht, nehmen wir die türkisen Trikots.

Vroni Seemann: Ja die sind total schön.

Silke Dehling: Jetzt haben wir aber nur die Trainingsoutfits bestellt.

Vroni Seemann: Ja, wir haben eine Startförderung der „Unternehmer für Sechzig“ bekommen, dank der wir das komplette Team ausstatten können. Das verstärkt natürlich das Wir-Gefühl und gibt uns ein professionelleres Auftreten. Es hat was, wenn wir in den gleichen Klamotten trainieren wie die Profis oder die Jugend im NLZ.

Sechzger.de: Man kann also sagen, dass Ihr voller Stolz den Löwen auf dem Trikot tragt und für den TSV spielt?

Alle drei gleichzeitig: Ja, absolut.

Vroni Seemann: Das hat auch die Motivation innerhalb der Mannschaft noch weiter gesteigert. Die Mädels gehen jetzt teilweise extra joggen oder treffen sich am Wochenende zum Kicken und so weiter. Es ist wirklich unfassbar, was bei uns für eine tolle Stimmung herrscht und wie motiviert jede einzelne Spielerin ist.

Sechzger.de: Wie ist denn die Altersstruktur im Team?

Hannah Conrad: Die Jüngste ist 19.

Vroni Seemann: Die Älteste ist 36.

Silke Dehling: Der Schnitt liegt irgendwo Mitte zwanzig.

Vroni Seemann: Wie beim Leistungsniveau – von allem was dabei.

Sechzger.de: Es gibt ja unverständlicherweise immer noch Männer, die fußballspielenden Frauen eher ablehnend gegenüberstehen und dann Machosprüche raushauen. Wie geht ihr damit um?

Vroni Seemann: Seitdem die Pressemitteilung rauskam, gab es mir gegenüber keinen einzigen solchen Spruch mehr.

Hannah Conrad: Davor gabs das vereinzelt.

Vroni Seemann: Wir sind alle drei langjährige Stadiongängerinnen. Wenn wir auf solche Sprüche irgendetwas geben würden, hätten wir das alles gar nicht angefangen.

Hannah Conrad: Da gibts halt dann einen blöden Spruch zurück.

Vroni Seemann: Oder man überhörts einfach. Aber wie gesagt: Seit der Veröffentlichung kam gar nichts mehr. Ganz im Gegenteil. Auf einmal wollen alle unsere Physios, Betreuer, Getränkeholer, Scouts und was weiß ich nicht noch alles sein.

Sechzger.de: Die Reaktionen auf die Gründung der Sparte waren ja fast überall positiv. Nach dem Motto: Toll, endlich gibt es das wieder.

Hannah Conrad: Das Feedback ist so unwahrscheinlich toll, das bringt uns allen auch wieder eine Steigerung der Motivation. Einzige Ausnahme war ein Blog, der meint, dass wir den Profis Gelder für Spieler wegnehmen. Das entbehrt jeder Grundlage. Wir finanzieren alles selbst über unsere Mitgliedsbeiträge und die Hilfe von Sponsoren wie „Unternehmer für Sechzig“.

Silke Dehling: Ich war überrascht vom Inhalt des Artikel bei dem anderen Blog. Offenbar konnte der Autor nicht einmal die Pressemitteilung richtig lesen, denn in seinem Bericht war ja ich die Trainerin. Das stand aber nie zur Debatte. Im Bericht sind viele Fakten durcheinander gebracht worden. In den Kommentaren war ich plötzlich ein Ultramitglied einer Vereinigung, der ich nie angehörte. Wenn man über uns Artikel schreibt, dann sollen sie schon richtig recherchiert sein. Da sind mir Eure Artikel schon deutlich lieber.

Sechzger.de: Es kam ja dann auch nichts mehr von dieser Seite außer dem angesprochenen Artikel, wo zwischen den Zeilen quasi behauptet wird, die Gründung der Damenmannschaft hätte die Verpflichtung eines Spieler für die KGaA verhindert. Seither ist es dort still um Euch, oder?

Hannah Conrad: Das ist ja genau das Traurige. Da wird versucht, auf unserem Rücken Stimmung zu machen. Außerdem ist bekannt, dass sich jede Sparte im Verein selbst tragen muss. Wir suchen unsere Sponsoren selbst und nehmen niemandem Geld weg. Immerhin wurden diese Behauptungen von keinem anderen Medium aufgenommen. Stattdessen hatten wir einen sehr langen Videocall mit einer Journalistin von der Süddeutschen, die sehr interessiert war. Wenn alles wahrheitsgemäß geschrieben wird, dann freuen wir uns über jeden Bericht der über uns kommt. Wir hatten inzwischen auch schon Anfragen von anderen seriösen Medien, z.B. vom Bayerischen Rundfunk und vom Magazin 11FREUNDE.

Sechzger.de: Hannah hat Sponsorengespräche erwähnt. Habt ihr schon Sponsoren?

Vroni Seemann: Wir haben die Förderung der „Unternehmer für Sechzig“ bekommen und sind mit weiteren Sponsoren im Gespräch.

Hannah Conrad: Viele kamen tatsächlich von sich aus auf uns zu.

Vroni Seemann: Wir sind in guten Gesprächen, bald wird es erste Verträge geben. Wir sind für jede Unterstützung durch Sponsoren offen. Es kostet ja schon ein wenig Geld, wenn man das alles halbwegs vernünftig aufziehen möchte. Ich habe am Anfang ganz schön gestaunt, wie hoch die Kosten für das Equipment insgesamt sind. Man braucht 30 Bälle, Pylonen, Leiberl, dieses, jenes usw. Das läppert sich dann zusammen.

Sechzger.de: Es gab ja bis 1982 schon einmal eine Damenmannschaft beim TSV. Habt Ihr da Kontakte oder gibt es den Plan, sich mal mit den damaligen Spielerinnen auszutauschen, wie es damals so war für Sechzig auf Torejagd zugehen?

Vroni Seemann: Ja, da gibt es tatsächlich Kontakt und wir wollen uns auf alle Fälle mit so vielen ehemaligen Spielerinnen wie möglich treffen, um uns über diese Zeit zu informieren, Momentan haben wir erstmal mit uns selbst so viel zu tun, dass noch einige Zeit ins Land gehen wird, bis das umgesetzt werden kann. Demnächst wird es in der Vereinszeitung einen Aufruf an ehemalige Spielerinnen geben, sich bei uns zu melden.

Sechzger.de: Zum Abschluss noch eine Frage. Ihr seid ja alle auch Fans der ersten Mannschaft und geht ins Stadion. Wenn die Profis das entscheidende Spiel um den Aufstieg haben und ihr zeitgleich ein Ligaspiel hättet, was macht Ihr?

Silke Dehling: Wir verlegen unser Spiel. Normalerweise ist das im Amateurbereich kein Problem. Wenn es ein normales Ligaspiel der Profis wäre, geht natürlich das eigene Team vor, also die Frauenmannschaft. In diesem speziellen Fall würden wir versuchen, zu verlegen. Das würde, denke ich, auch jeder Gegner verstehen und uns keine Steine in den Weg legen.

Sechzger.de: Vielen Dank für das ausführliche Interview. Wir werden euren Weg gespannt verfolgen, und wünschen Euch den größtmöglichen Erfolg bei diesem spannenden Projekt.

Vroni Seemann: Danke für Euer Interesse!

Das Interview führten Bernd Winninger und Mane Forster.

 

Rund 400 Teilnehmer bei Online-Mitglieder-Versammlung des TSV 1860 + Treffen mit Ismaik + die Turnhalle kommt

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tsv-1860-online-mitgliederversammlung vorstellung turnhalle

Premiere beim TSV 1860 – Corona-bedingt fand heute die erste Online-Mitgliederversammlung statt. Das Fazit?

Technische Umsetzung:

Technisch war das einwandfrei – Login mit Name und Mitgliedsnummer funktionierte sehr gut, auch die Tonqualität war die ganze Zeit über hervorragend.

Interesse der Mitglieder:

Leider sehr überschaubar. Rund 400 Mitglieder im Schnitt sahen den Ausführungen von Präsidium & Verwaltungsrat zu.

Dauer:

Ziemlich exakt zwei Stunden – Das dürfte der Rekord für eine 1860-Mitgliederversammlung sein.

Darstellung:

Anfangs wirkte 1860-Präsident Robert Reisinger nervös, verhaspelte sich. Später erklärte er: Das Skript mit der Rede schaltete um, ohne Brille tat er sich eher schwer beim lesen. Als es dem Ende zu wieder ins freie Reden ging und die Fragen der Mitglieder beantwortet wurden, war Robert Reisinger so souverän wie er auch auf den Mitgliederversammlungen immer wirkt. Robert spricht vor großem Publikum deutlich besser als vor einer Kamera – und frei viel besser als bei einer vorbereiteten Rede.

Inhalt:

Neben dem üblichen – Mitgliederehrung, Totenehrung, Berichte – besonders Interessant für alle Löwenfans: Die neue Turnhalle kommt – sie soll an der Stelle des jetzigen Parkplatzes stehen. Faszinierend: Obwohl es z.B. in dieser Woche schon Veranstaltungen mit den Anwohnern gab, ist im Vorfeld nichts an die Presse gedrungen und das Konzept wurde heute erstmalig vorgestellt. Benötigt wird allerdings die Zustimmung der KGaA – diese ist jedoch laut Vertrag verpflichtet, dem e.V. einen Platz für eine Turnhalle zur Verfügung zu stellen.

Außerdem interessant: Das Präsidium hat inzwischen wieder direkten E-Mail-Kontakt zu Hasan Ismaik – außerdem ist ein Treffen mit Ismaik vereinbart, wenn er das nächste mal in München ist.

Mitglieder:

Aktuell hat der TSV 1860 München 22788 Mitglieder – alleine 37 neue Lebensmitglieder sind beim TSV 1860 eingetreten. Ein starkes Signal.

Dauerkarten:

Der TSV 1860 hat inzwischen fast 10 000 Dauerkarten verkauft – wie die Karten verteilt werden bei Spielen mit Zuschauerbeschränkung steht noch nicht endgültig fest.

Fragerunde:

Es konnten online Fragen gestellt werden, besonders kritische Fragen waren nicht dabei. Angenehm: Keine Ellenlangen Vorträge die nicht zum Thema gehören wie bei Präsenzveranstaltungen.

Fazit: Technisch gut gelöst, schnell und effizient. Ähnlich wie ein Fußballspiel im Fernsehen: Man sieht alles, es kostet nicht soviel Zeit – aber es fehlt  halt trotzdem etwas.

Auch wenn heute keine Online-Abstimmungen waren, war das doch der Beweis dafür dass es vermutlich nicht tausende Löwenfans in der Republik gibt, die gerne bei einer Mitgliederversammlung des TSV 1860 live dabei wären, wenn es doch nicht nur so weit, teuer und aufwändig wäre.

Interview: Frauenfußball beim TSV 1860 München (Teil 1)

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die Bayerische TSV 1860 Frauen - Löwinnen
TSV 1860 München Frauen beim Training

Seit Anfang August gibt es beim TSV 1860 endlich wieder eine Frauenfußball-Sparte und die ersten Reaktionen darauf waren fast durchwegs positiv. Auch sechzger.de hatte damals berichtet und wird Euch zukünftig über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Kürzlich trafen wir uns mit Spartenleiterin Silke Dehling, Vroni Seemann und Hannah Conrad, um uns über die ersten Schritte der Neu-Löwinnen zu informieren.

Sechzger.de: Hallo! Erstmal danke, dass Ihr drei Euch für uns die Zeit nehmt.

Vroni Seemann: Hallo und ebenfalls danke.

Silke Dehling: Hallo.

Hannah Conrad: Servus.

Sechzger.de: Wie und wann entstand denn die Idee, eine Damenmannschaft bei 1860 zu gründen und damit den Frauenfußball beim TSV 1860 wieder zu etablieren?

Vroni Seemann: Das war irgendwann einmal nach einem Spiel der Löwen, da sind wir zusammengesessen, und haben uns gefragt, warum spielen wir eigentlich nicht selbst Fußball? Zuerst war die Idee eigentlich, eine Freizeitmannschaft, ähnlich wie Weiß-Blau Sechzgerstadion zu gründen. Aber leider – oder Gott sei Dank – ist Damenfreizeitfußball in der Stadt München nicht möglich. Die Idee blieb aber in unseren Köpfen und vor etwa einem Jahr habe ich dann bei einem Spiel der vierten Mannschaft des TSV, in der auch mein Freund spielt, Fußballabteilungsleiter Roman Beer angesprochen und ihn gefragt, was er denn davon hielte.

Sechzger.de: War viel Überredungskunst nötig, um ihn von eurem Anliegen zu überzeugen?

Vroni Seemann: Ich habe sofort gemerkt, dass ich mit meinem Anliegen offene Türen einrenne. Denn die Idee, das zu machen, sagte mir Roman Beer, wäre schon einmal dagewesen, allerdings eher leistungsorientiert und nicht im Rahmen von Breitensport. Er sagte uns, wenn das breitensportmäßig aufgezogen werden soll, müsse sich die Mannschaft – wie jede neue Sparte der Fußballabteilung – selbst organisieren, selbst finanzieren und selbst einen Trainingsplatz finden.

Sechzger.de: War dann die Zusammenstellung der Mannschaft ein langer Prozess oder ging das schnell?

Vroni Seemann: Wir haben dann begonnen, alle, die sich dafür interessiert hatten, zu kontaktieren und in Nullkommanichts waren wir 25 Mädels. Ab da war für uns klar, dass wirklich Interesse da ist und so gingen wir auf die Suche nach einem Trainingsplatz.

Sechzger.de: Ich kann mir vorstellen, dass diese Suche ein schweres Unterfangen gewesen sein dürfte.

Vroni Seemann: Anfangs ja, allerdings kam dann die DFB-Richtlinie, dass die Amateurmannschaften des e.V. nicht mehr am Trainingsgelände trainieren durften, weil sonst das NLZ den DFB Status mit drei Sternen verlieren würde. Da bot uns die Fußballabteilung an, dass sie uns in die Suche nach geeigneten Trainingsplätzen für die Amateurmannschaften gleich einbeziehen. Natürlich hat bei diesen Anfragen der Name TSV 1860 auch eine große Rolle gespielt und wir bekamen für den Sportpark Freiham sofort eine Zusage. So wurde aus dieser anfangs losen Idee ein sehr konkretes und ernstes Projekt.

Sechzger.de: Wie genau sieht dann die Organisation innerhalb der Vereinsstruktur aus?

Vroni Seemann: Wir sind eine Untersparte innerhalb der Fußballabteilung des e.V. und brauchen somit nur eine Spartenleitung. Die hat dann Silke Dehling übernommen. Wir regeln aber eigentlich alles zu dritt. Für eine allein wäre das zu viel Arbeit. Nun hatten wir eine Mannschaft, einen Trainingsplatz, das Organisatorische innerhalb des e.V. war auch geregelt. Wir konnten loslegen!

Sechzger.de: Wie schon in verschieden Medien zu lesen war, werdet Ihr Euch erst ab der Saison 2021/22 für den Spielbetrieb anmelden. In welcher Liga werdet Ihr spielen?

Vroni Seemann: Wir werden wie alle neuen Mannschaften in der untersten Liga beginnen. Bei den Damen ist das die A-Klasse.

Sechzger.de: Wie sieht Euer Zeitplan bis dahin aus? Sind schon Freundschaftsspiele geplant?

Vroni Seemann: Freundschaftsspiele haben wir noch keine ausgemacht. Wir denken, wir sind noch nicht soweit.

Sechzger.de: Wann denkt ihr, wird es soweit sein?

Vroni Seemann: Das kann ich nicht genau sagen. Wir haben momentan eine Torwarttrainerin und einen Interimstrainer, der auch übergangsweise durch einen Co-Trainer unterstützt wird. Wir sind auf der Suche nach einem festen Trainer und führen in dieser Richtung auch schon Gespräche. Sobald wir dann ein richtiges Trainerteam haben und der Trainer uns für bereit hält, wollen wir mit Freundschafts- und Testspielen beginnen.

Silke Dehling: Anfragen für Freundschaftsspiele haben wir schon genug. Gott und die Welt will gegen uns kicken. Wir haben sogar schon Einladungen nach Österreich!

Hannah Conrad: Wir wurden für nächstes Jahr nach Frankfurt zu einem Turnier eingeladen. Allerdings für den Juniorinnenbereich, das können wir leider noch nicht anbieten. Bereits eine Stunde, nachdem die Pressemitteilung von Sechzig über die Gründung der Frauenmannschaft veröffentlicht war, lagen schon Anfragen zu Testspielen bei uns im E-Mail-Postfach. Wir hätten eine Woche nach dem ersten Training schon das erste Testspiel machen können, da das Team sich aber erstmal finden muss und wir auch ein sehr breitgefächertes Leistungsniveau haben, absolvieren wir momentan noch keine Testspiele. So gern wir das auch würden…

Vroni Seemann: Silke z.B. hat zwölf Jahre Vereinsfußball vorzuweisen, Hannah und ich haben mehr oder weniger nur freizeitmäßig gekickt. Wir haben auch Mädels dabei, die noch nie Fußball gespielt hatten.

Sechzger.de: Habt ihr, was den Ligabetrieb angeht, schon eine Ahnung, wer eure Gegner sein werden und wie weit ihr da möglicherweise fahren müsst?

Vroni Seemann: Das ist dann im Kreis München.

Hannah Conrad: Ottobrunn, Haar z.B. ist da dabei.

Sechzger.de: Also keine weiten Reisen.

Silke Dehling: Nein, eher so mit der S-Bahn aufs Land. (lacht)

Hannah Conrad: Es sind nur neun Mannschaften in der Liga, soweit ich weiß. Also hält sich das alles in überschaubaren Grenzen.

Silke Dehling: Ich war auch total überrascht, dass es in der Stadt nur so wenige Damenmannschaften gibt. Bei uns auf dem Land, wo ich herkomme, ist das alles etablierter. Da waren in der Regel deutlich mehr Teams in einer Liga.

Vroni Seemann: Es ist auch so, dass wir sofort in den laufenden Ligabetrieb einsteigen hätten können, weil einige Mannschaften aufgrund der momentanen Situation wohl zurückgezogen haben. Soweit sind wir aber absolut noch nicht. Diese Pause spielt unserem Vorhaben in die Karten. Wir möchten das alles jetzt bis zur Saison 21/22 aufbauen und dann starten.

Sechzger.de: Das ist Eure langfristige Planung. Was sind Eure kurzfristigen Ziele?

Silke Dehling: Unser kurzfristigstes Ziel ist, das Trainerteam zu komplettieren. Wenn das geschafft ist, wollen wir die Anfragen von Spielerinnen, die wir nicht persönlich kennen, abarbeiten und diese einladen. Daraus ergibt sich dann vielleicht die Möglichkeit, bald zwei Mannschaften an den Start zu bringen, in denen die Spielerinnen dann vom Leistungsniveau jeweils näher beieinander liegen. Um dann nächstes Jahr sowohl eine Breitensportmannschaft als auch eine leistungsorientierte Mannschaft zu melden. Das ist uns wichtig, weil wir nicht wollen, dass sich einerseits die besseren Spielerinnen unterfordert fühlen und andererseits sollen die Mädels, die jetzt am Anfang alles aufbauen, auch weiterhin spielen können. Sie nur zur Gründung der Sparte gebraucht zu haben, wäre total gegen das, wofür die Löwenfamilie steht.

Vroni Seemann: Die Unterstützung und den Zusammenhalt der riesengroßen Löwenfamilie haben wir bei den Reaktionen auf die Pressemitteilung schon ganz stark gespürt. Wir haben ja nicht nur Anfragen von Testspielgegnern und Spielerinnen bekommen, sondern auch so unglaublich viele Hilfsangebote verschiedenster Art. Von Fahrangeboten zu Auswärtsspielen bis zur Unterstützung bei der Kommunikation mit dem Verband war da alles dabei. Es ist so unglaublich cool, was dieser Verein, der TSV 1860 München, für einen Zusammenhalt hat! Zu wissen, dass die Löwenfamilie hinter uns steht, gibt uns ganz viel Auftrieb. Uns ist auch echt wichtig, dass wir ein Team sind. Auch falls wir irgendwann mal zwei Mannschaften sind, wollen wir immer ein Team sein. Löwinnen.

Hannah Conrad: Es geht ja eben nicht nur darum, Fußballfans, die kicken wollen, das zu ermöglichen. Wir wollen nicht zwei Jahre irgendwo rumdümpeln und uns nur abschießen lassen. Wir haben ja schließlich – und das wissen wir alle – einen Namen zu vertreten! Dass die Gegner da wahrscheinlich immer 200% geben werden, wissen wir auch. Wir wollen aber auch, dass für jede, die mitmachen möchte, etwas dabei ist und niemand auf der Strecke bleibt.

Sechzger.de: Ihr wollt also das Credo aus der Vereinshymne „die Kameradschaft macht bei Sechzig alles aus“ richtig leben.

Vroni Seemann: Ja, absolut.

Hier klicken für Teil 2 des Interviews; dort geht es u.a. um den Aufbau von Mädchenmannschaften, Sponsoring, die Teamstruktur und Vorurteile! 

Das Interview führten Bernd Winninger und Mane Forster.

TSV 1860 München gewinnt 3:1 beim SV Meppen

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Der TSV 1860 München gewinnt das erste Auswärtsspiel in der Saison 2020/21 beim SV Meppen mit 3:1. Torschützen für die Löwen waren Lex, Moll & Mölders – den Spielverlauf könnt ihr in unserem Liveticker vom Spiel nachlesen.

Lustiger Fun-Fact: Wenn die Löwen auswärts in Meppen gewonnen haben, sind sie bis jetzt noch immer aufgestiegen ;)…

 

Liveticker: SV Meppen – TSV 1860 München, 19.09.2020 + Live aus der Hänsch-Arena (Emslandstadion)

Liveticker: SV Meppen – TSV 1860 München, 19.09.2020 + Live aus der Hänsch-Arena (Emslandstadion)

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Liveticker TSV 1860 München von sechzger.de

Der TSV 1860 München zu Gast beim SV Meppen am 1. Spieltag in der 3. Liga Saison 2020/21 – hier findet ihr vorab alle wichtigen Informationen zum Spiel und wir tickern live aus der Hänsch-Arena.

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Natürlich sind auch eure Kommentare direkt unter dem Ticker sehr gerne gesehen – um jedoch ein gewisses Qualitätsniveau bei den Kommentaren zu garantieren, benötigt ihr für die Kommentarfunktion einen Account im Löwenforum. Nachdem es dort bereits über 8000 registrierte User gibt, die sich zum Teil schon in den letzten 20 Jahren mit ihrem Namen eine gewisse Glaubwürdigkeit erarbeitet haben, haben wir uns für diesen Weg entschieden. Neu-Registrierungen sind natürlich sehr gerne willkommen.

Es geht wieder los! Saisonauftakt des TSV 1860 in Meppen

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Es ist davon auszugehen, dass es in diesem Löwenleben nicht mehr vorkommen wird, dass unser Verein in Meppen antritt und in Vorberichten zum Spiel nicht immer wieder an den 13. Juni 1994 erinnert wird. Dafür war dieser Tag, der Abschluss des erstmaligen Durchmarsches eines Vereins in Deutschland aus der Amateur-Oberliga durch die 2. Bundesliga ins Oberhaus einfach zu legendär.

Gestern Vormittag reiste eine Löwentruppe allerdings schon zum dritten Mal nach dem angesprochenen Großereignis vor 26 Jahren ins Emsland. Die Resultate waren im Februar diesen Jahres ein 1:1 – nach 0:1-Rückstand – und eine relativ enttäuschende 0:1-Niederlage am 7. Oktober 2018. An diesem Tag erinnerten die Löwenfans mit einer äußerst sehenswerten Choreo an den oben angesprochenen Juni 1994. Heute wäre es also wieder einmal Zeit für einen Sieg in Meppen – 24 Jahre nach dem letzten, so wichtigen Triumph dort.

Der SV Meppen, der heute Nachmittag in seine vierte Drittligaspielzeit nach dem Aufstieg 2017 (damals im Elfmeterschießen in der Relegation gegen Waldhof Mannheim) geht, hat sich in dieser Liga definitiv etabliert und die Arbeit der Emsländer wird allgemein anerkannt und gelobt. Nach einem 7. Platz und 58 Punkten in der Premierensaison und einem 13. Rang (47 Punkte) wurde in der vergangenen Spielzeit das Ergebnis aus 2017/18 exakt wiederholt.  Die Meppener gingen damit – punktgleich mit unseren Löwen – aufgrund sechs mehr erzielter Treffer als Tabellensiebter über die Ziellinie im „Corona-Saisonfinale“.

Trotz derlei respektabler Ergebnisse zählt der Underdog aus dem hohen Norden vor jeder Saison zu jenen Teams, die der eine oder andere Konkurrent durchaus auf dem Absteiger-Zettel stehen hat. Spannend wird es, zu beobachten, was der neue Coach an der Seitenlinie, Torsten Frings bewirken kann. Er beerbte im Juli die Meppener Institution Christian Neidhard, der sich nach sieben Jahren beim SVM in die Regionalliga West zu Rot-Weiß Essen verabschiedete.

Es wäre durchaus wünschenswert, wenn man den sympathischen Braunschweiger schon in einem Jahr mit dem Traditionsverein aus dem Ruhrpott auch wieder in der 3. Liga begrüßen könnte. Ob RWE dann auch als Gegner für unsere Löwen fungieren würde, bleibt abzuwarten. Wir halten es an dieser Stelle aber gerne mit unserem Coach Michael Köllner, der vom Aufstiegsziel in dieser Saison (im Moment noch) nichts hören will.

Passend zu genau diesem Thema sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass der neue Coach an der Meppener Seitenlinie einer von zwei Drittligatrainern ist, die unsere Löwen als Aufstiegskandidaten benennen (Der andere ist Kölns Pavel Dotchev. Nachzulesen hier). Der nötige Respekt sollte uns also heute Nachmittag sicher sein.

Womit wir wieder zurück beim Spiel wären, zu dem auch  Zuschauer zugelassen sind. Die Behörden in Niedersachsen gestatten heute 500 Personen den Zutritt in die Hänsch-Arena. Noch keine wirklich würdige Kulisse für einen Saisonauftakt, aber immerhin ein Anfang. Nachdem Anfang der Woche 150 dieser 500 Karten aus dem Kontingent eines Sponsors zurückgegeben worden waren, veranstaltete der SV Meppen kurzerhand eine Verlosung unter allen Dauerkartenbesitzern, um die Tickets unters Volk zu bringen.

Obwohl da natürlich keiner von uns mitmachen konnte – die Leser von sechzger.de dürfen sich dennoch auf Infos und Bilder aus dem Stadion heute Nachmittag freuen. Und zwar live – hier bei uns. Also: Auch während der TV-Übertragung die Augen online offen halten!

Zu den taktischen Fragen des heutigen Aufeinandertreffens konntet Ihr Euch bereits gestern auf sechzger.de in der Rubrik TAKTIKTAFEL informieren. Es ist also alles bereitet für den ersten von 38 Auftritten unserer Löwen in der neuen Drittligasaison 2020/21, die – da wiederholen wir uns gerne – im Sommer kommenden Jahres dann hoffentlich so endet, wie wir das bis zum Frühjahr 2020 gewohnt waren: Mit begeisterten Löwenfans in den Stadien der Republik, die Ihre Mannschaft nach vorn peitschen, Niederlagen mit Fassung ertragen und Siege frenetisch bejubeln!

 

Sechzig@18:60 – Saisonstart in Meppen mit Liveticker + Zuschauer bei U21 + Sponsoring Maler Dierl GmbH

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Na, kribbelt es schon? Morgen starten die Löwen endlich in diese in vielerlei Hinsicht besondere Saison; sechzger.de ist dabei und liefert Euch einen LIVETICKER aus Meppen! Völlig unabhängig von Corona ist die Liga vermutlich ausgeglichen wie selten zuvor und auch die prominente Besetzung mit den ehemaligen Erstligisten 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Saarbrücken, SV Waldhof Mannheim, Dynamo Dresden, Hansa Rostock, MSV Duisburg, SpVgg Unterhaching und FC Ingolstadt 04 verspricht beste Unterhaltung. Nicht zu vergessen unsere Löwen, die dank Trainer Michael Köllner wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden haben und auch ein Wörtchen mitreden wollen, wenn es um die vorderen Plätze geht.

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Wir haben uns den morgigen Gegner SV Meppen mal etwas genauer angeschaut und in unserer Rubrik TAKTIKTAFEL analysiert, was den TSV 1860 morgen im Emsland erwarten könnte. Bei der Premiere dieses Features gegen Eintracht Frankfurt lagen wir ja ziemlich richtig

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Man darf gespannt sein, ob Michael Köllner direkt von Beginn an auf Neuzugang Martin Pusic setzt oder ob dieser später als Joker kommen wird. Fest steht: Der 32-jährige Österreicher ist mit ins Emsland gereist, während sein Landsmann Tim Linsbichler mit den anderen Spielern, die nicht für den 18er-Kader berücksichtigt wurden, in München blieb. Für die beiden neuen Stürmer liegt die Spielberechtigung seitens des DFB mittlerweile vor.

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Insofern wäre ein Einsatz Linsbichlers am Sonntag in der U21 durchaus möglich. Unsere Zweite empfängt um 14 Uhr (Einlass: 13.30 Uhr) auf Platz 5 des Trainingsgeländes die Reserve des FC Ingolstadt 04 und hofft auf tatkräftige Unterstützung der Löwenfans. Unter Berücksichtigung des NLZ-Hygienekonzepts sind bis zu 200 Zuschauer erlaubt und auch das Löwenstüberl öffnet ab 12 Uhr seine Pforten.

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Eine weitere überaus erfreuliche Meldung aus dem Löwenumfeld erreicht uns aus Wolnzach: Die Maler Dierl GmbH unterhält als VIP-Karten-Besitzer für die SECHZGER Alm sowie als Unterstützer des NLZ und zahlreicher Abteilungen des Vereins bereits seit Jahren enge Beziehungen zum TSV 1860 München. Nun verstärkt der Handwerksbetrieb aus der Hallertau sein Engagement und wird Löwenfreund. Im Laufe des Jahres hatten Firmeninhaber Christian Dierl und sein Team u.a. bereits unentgeltlich die Trainingshalle der Box-Abteilung in Schuss gebracht. Ganz stark!

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TSV 1860: Spielberechtigung für Martin Pusic & Tim Linsbichler eingetroffen

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TSV 1860 Toto-Pokal
Der TSV 1860 gewinnt den Toto-Pokal 2019/20!

Gute Nachrichten für den TSV 1860 München vor dem Auswärtsspiel in Meppen: Während die Mannschaft des TSV 1860 München schon auf dem Weg nach Meppen ist, ist die Spielberechtigung für die beiden Neuzugänge eingetroffen – somit steht einem Einsatz von Martin Pusic morgen nichts im Wege. Tim Linsbichler blieb im Gegensatz zum Routinier in München und gehört dem 18er Kader für das Spiel im Emsland nicht an.

Spielberechtigung eingetroffen! Die beiden #Löwen-Neuzugänge Martin #Pusic und Tim #Linsbichler sind ab sofort für den...

Gepostet von TSV 1860 München am Freitag, 18. September 2020

sechzger.de verweist an dieser Stelle auch noch einmal auf die Taktiktafel – unsere Einschätzung zum Meppen-Spiel:

Taktik-Tafel: SV Meppen – TSV 1860 München

TAKTIKTAFEL – TSV 1860 : SV Meppen

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Für unseren Gegner am Samstag vorab eine Taktikanalyse zu erstellen, fällt sehr schwer, denn es gibt außer den namentlichen Mannschaftsaufstellungen kein taktisches Schema von den Freundschaftsspielen des SV Meppen, an dem man sich orientieren könnte. Welches System hat der Neuzugang auf der Trainerbank, Thorsten Frings, gegen die Löwen wohl im Köcher?

Ich will dennoch – anhand der Aufstellungen in diesen Partien – eine Prognose wagen, womit Michael Köllner und seine Mannen morgen Nachmittag zu rechnen haben.

Im letzten Freundschaftsspiel der Emsländer gegen den Landesligisten FC Schüttorf 09, das Meppen mit 7:3 klar – aber wegen der drei Gegentore in Halbzeit eins nicht wirklich so standesgemäß wie erwartet – gewann, schickte Thorsten Frings in den beiden Spielabschnitten fast komplett unterschiedliche Teams auf den Rasen. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass es morgen gegen die Löwen – zumindest im Mittelfeld – die defensivere Variante aus Halbzeit zwei wird, die den Vorzug erhält.

Da der Verteidiger Hassan Amin (#7), der offensive Mittelfeldmann Luka Tankulic (#10) sowie Ex-Löwe und Linksaußen Valdet Rama (#27) beide Halbzeiten spielten, sehe ich diese Spieler, sowie den defensiven Mittelfeldspieler Florian Egerer (#16), der in der zweiten Halbzeit des Spiels gegen Schüttorf zum Einsatz kam, als gesetzt.

Ansonsten weiß wohl nur Thorsten Frings zum jetzigen Zeitpunkt, wer am Samstag für den SVM zu Beginn der Partie auf dem Platz stehen wird. Wäre ich Trainer der Meppener, würde ich gegen den Ball auf jeden Fall eine destruktive Variante im Mittelfeld wählen und mit zwei Sechsern auf gleicher Höhe vor einer Viererabwehrkette agieren. Das würde bedeuten, dass Frings besagtem Florian Egerer – nachdem Kapitän Thilo Leugers (#8) noch an einer Fersenverletzung laboriert – den Ex-Löwen Nicolas Andermatt (#6) zur Seite stellt. Der etatmäßig zentrale Mittelfeldspieler kann auch auf der Sechs spielen, und wäre wegen seiner eigentlichen Funktion im Zentrum bei eigenem Ballbesitz vermutlich für die Spieleröffnung über die Mitte zuständig.

In der Viererkette erwarte ich den erfahrenen Steffen Puttkammer (#22) neben Neuzugang Lars Bünning (#19, kam von BVB II) in der Innenverteidigung, Hassan Amin auf der linken und Markus Ballmert (#15) auf der rechten Seite in der Außenverteidigung. Die beiden würden in diesem System bei eigenem Ballbesitz ins Mittelfeld aufrücken, um dort ein personelles Übergewicht zu schaffen.

Im offensiven Mittelfeld wird Luka Tankulic versuchen, den Dreiersturm mit Dejan Bozic (#33) oder Julius Düker (#26) in der Mitte, Valdet Rama links und René Guder (#18) rechts in Szene zu setzen.

Zum Abschluss des heiteren Spielerratens ist auch noch die Torwartfrage offen. Der Meppener Stammtorhüter Erik Domaschke (#32), der seit 2017 diese Position innehat, bekam diesen Sommer Konkurrenz aus Bremen: Der zwanzigjährige Luca Plogmann (#1) ist bis Ende dieser Saison von Werder an den SVM ausgeliehen. Nun stellt sich die Frage: Macht es für den abgebenden Verein Sinn, einen Spieler zu verleihen, wenn er vermutlich beim neuen Verein gar nicht spielt? Bei diesem Tauschgeschäft spielen wohl auch die alten Bande zwischen Bremen und Frings, der jahrelang für Werder gespielt hat, eine Rolle. Kann Luca Plogmann also den fast 15 Jahre älteren Erik Domasche von seinem Stammplatz verdrängen? Ich lasse mich da gern überraschen….

Die zweite taktische Variante, die Frings wählen könnte, wäre ein 4-4-2-Raute breit-System. In diesem Fall müssten vermutlich René Guder und Nicolas Andermatt für Marcus Piossek (#11), der den Part im linken Mittelfeld übernehmen könnte und Janik Jesgarzewski (#3), der für die rechte Seite eine Option wäre, weichen. Der erst kürzlich nach einer Knöchelverletzung ins Training zurückgekehrte Neuzugang aus Kaiserslautern Christoph Hemlein (#17) wird vermutlich in Thorsten Frings‘ Überlegungen noch keine Rolle spielen.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Mögliche Aufstellungen des SV Meppen (je nach Spielsystem):