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Ex-Löwe mit Filmrolle: Prädikat sehenswert

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Nono Koussou
Kodjovi "Nono" Koussou

Filmtipps erhaltet Ihr hier auf sechzger.de selten, aber es kommt vor. Zuletzt legten wir Euch den ZDF-Krimi München Mord am 17. Oktober ans Herz.
Heute geht es um einen wirklich sehenswerten Kurzfilm, der bereits vergangene Nacht um 2:15 Uhr in der ARD zu sehen war: Different Bayern lief im Rahmen der Kurzfilm-Nacht im Ersten und kann naturgemäß auch noch zu einer etwas zivilisierteren Uhrzeit über die Mediathek angesehen werden.
In dem 25minütigen Streifen geht es um einen Profifußballer aus Ghana, der mehr oder weniger unfreiwillig an einen Verein im bayerischen Niemandsland verkauft wird. Auf den ersten Blick eine Komödie über Fußball in der Provinz, die aber durchaus ernste Züge aufweist und zeigt, wie Heimat verloren und gewonnen werden kann. Der Film wurde 2017 mit dem Europäischen Medienpreis für Integration ausgezeichnet.
Die Dribbel- und Spielszenen wurden von Nono Koussou gespielt, der zwischen 2009 und 2019 in insgesamt sieben Spielzeiten die Fußballstiefel für den TSV 1860 schnürte. Von der U17 über die U19 landete er bei den Amateuren, ehe er vorübergehend sein Glück in der Seitenstraße versuchte. Pünktlich zum Neuanfang in der Regionalliga kehrte er im Sommer 2017 an die Grünwalder Straße zurück und war bei den Fans durchaus beliebt. Im letzten Jahr wechselte er aufgrund mangelnder persönlicher sportlicher Perspektive zurück in die Regionalliga zur SpVgg Bayreuth, bei der jedoch nun sein Vertrag nicht verlängert wurde.
Regisseur und Drehbuchautor Matthias Koßmehl erklärte in einem Interview, wie man auf Nono als Double für den Hauptdarsteller Shley Byam kam: Auf der Suche nach einem talentierten Kicker, mit dem die Spielszenen gedreht werden sollten, habe man “…als erstes beim FC Bayern angerufen…” und sei “…bereits am Sekretariat gescheitert. Was macht man da als Münchner? Man ruft beim TSV 1860 an und das hat geklappt.” Wir finden: Da hätte sich der gute Mann einen Anruf sparen können.
Übrigens: Das Zitat “Kein Investor dieser Welt kann dir Leidenschaft kaufen!”, das in dem Film zu hören ist, lassen wir – in den derzeitigen harmonischen Zeiten bei unseren Löwen – einfach mal so im Raum stehen. 😉

Interview: 360 km pro Strecke und trotzdem ne Dauerkarte!

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Rund 10.000 Dauerkarten hat der TSV 1860 München Corona zum Trotz verkauft – eigentlich Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass gar nicht klar ist, ob und wann man wieder ins Grünwalder Stadion darf. Das Gros der Dauerkarteninhaber stammt natürlich aus München und +/- 50 Kilometer Umgebung, doch es gibt auch Fans, die sich trotz großer Distanz ein Saisonabo holen und somit bei jedem Heimspiel stundenlang unterwegs sind, um die Löwen live zu sehen. Einer davon ist Sebastian aus Ludwigshafen, den wir anlässlich des ersten Saisonheimspiels gegen den 1. FC Magdeburg am kommenden Wochenende zum Interview gebeten haben.

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Sechzger.de:      Servus Sebastian! Danke, dass Du Dir Zeit für uns nimmst.

Sebastian:          Servus Stefan! Kein Thema, gerne doch.

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Sechzger.de:      Du stammst ja aus Ludwigshafen und hast mit Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern zwei Traditionsvereine quasi vor der Haustür. Wie bist Du trotzdem bei den Löwen gelandet?

Sebastian:          Daran ist definitiv mein Vater Schuld oder anders formuliert, dafür bin ich ihm für immer dankbar! Er kommt zwar auch aus Ludwigshafen, hat aber in den 70er Jahren in München gewohnt…
Ich wurde (wie meine beiden jüngeren Brüder) mit der Geburt als Mitglied angemeldet (und bin bis heute ohne Unterbrechung dabei, auch wenn ich einmal kurz davor war auszutreten). Einige Jahre später folgte dann der erste Stadionbesuch. Also wie bei so vielen: Als kleiner Bub an Vaters Hand…

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Sechzger.de:      Seit wie vielen Jahren bist Du inzwischen Dauerkarteninhaber?

Sebastian:          Erst wieder seit 2017. Davor ab ca. 1994 bis zum Umzug in die Arena. Aber in den 90ern war ich/wir bei Weitem nicht so oft vor Ort wie heute.

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Sechzger.de:      360 km einfacher Weg liegen zwischen Ludwigshafen und Giesing. Wieso hast Du Dich dennoch für eine Dauerkarte entschieden?

Sebastian:          Weil ich seit 2017 wieder öfter ins Stadion gehe und mich auch mit der Vereinspolitik (wieder besser) identifizieren kann.

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Sechzger.de:      Wie sieht bei Heimspielen ein typischer Tagesverlauf aus? Reist Du erst am Spieltag an oder schon am Abend davor? Und geht’s nach dem Spiel direkt zurück?

Sebastian:          Meistens sind An- und Abreise am gleichen Tag, aber manchmal übernachte ich auch bei nem Freund bzw. Jemanden, der eine freie Couch hat. 🙂 Vor und nach den Spielen wird so viel Zeit wie möglich eingeplant. Normalerweise bin ich vorher noch am Candidplatz beim Fantreff und danach am Grünspitz. Und wenn es doch mal regnet, wenn Sechzig spielt, gibt es noch die vielen Kneipen rund ums Stadion. Mir ist das Leute treffen und ratschen genauso wichtig wie das Spiel selbst. Man kennt ja doch Viele im Laufe der Jahre und ich kann sie durch meine „Entfernung“ bis auf ganz wenige Ausnahmen nur an den Spieltagen sehen.

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Sechzger.de:      Wie viele Heimspiele siehst Du denn tatsächlich pro Saison? Reist Du wirklich zu jedem Spiel nach Giesing an?

Sebastian:          Jedes nicht. Seit 2017 waren es ca. drei bis fünf Heimspiele pro Saison, die ich nicht live im Stadion erlebt habe.

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Sechzger.de:      Wie wichtig war denn der Standort Giesing für Deine Entscheidung pro Dauerkarte? Warst Du auch regelmäßig in der Arena vor den Toren der Stadt?

Sebastian:          Sehr, sehr wichtig! Ich war kein einziges Mal in der Arena. Ich habe mir das auch so vorgenommen und mich daran gehalten. Die Arena steht für mich bis heute exemplarisch als einer der größten, wenn nicht der größte Fehler in der Vereinsgeschichte bzw. die noch fataleren Entscheidungen sind aus den Folgen daraus entstanden.

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Sechzger.de:      Es ist ja durchaus eine paradoxe Situation, dass einige Auswärtsspiele der Löwen für Dich näher sind als die Heimspiele. Wie oft begleitest Du die Löwen auch auswärts?

Sebastian:          Da sieht es ähnlich aus. Nicht jedes Auswärtsspiel, aber meistens bin ich auch dort vor Ort. Seit 2017 auch deutlich öfter als die Jahre davor. Spiele „in der Nähe“ werden quasi immer besucht.

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Sechzger.de:      In einschlägigen Medien wird ja gerne behauptet, dass auswärtige Fans systematisch ausgeschlossen werden. Wie siehst Du das?

Sebastian:          Einschlägige Medien halt… Meistens gibt es noch Tickets an der Tageskasse. Und wenn man sich rechtzeitig kümmert, wird man im Normalfall auch im Vorverkauf welche bekommen. Klar, gibt es auch Spiele, bei denen es schwerer ist, aber das sind dann die „Highlight“-Spiele, zu denen dann auf einmal wieder jeder will. Sowas ist aber normal und gibt es bei jedem Verein. Dortmund hat zum Beispiel auch kein Stadion für mehrere Hunderttausend Zuschauer. Die Zeiten, in denen bei jedem sogenannten Heimspiel Zehntausende Plätze frei bleiben, sind Gott sei Dank vorbei.

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Sechzger.de:      Du warst ja in den letzten Jahren auch Stammgast auf den Mitgliederversammlungen des TSV 1860. Was ist Deine Motivation, auch für solche Veranstaltungen die Reisestrapazen auf Dich zu nehmen?

Sebastian:          Das sind keine Strapazen, eher Einstellungssache. Ich war früher auch insgesamt sechs Jahre Delegierter. Die wurden ja bekanntlich abgeschafft und somit ist die Mitgliederversammlung das höchste Vereinsorgan und als interessiertes Mitglied quasi Pflicht. Außerdem fahre ich ja eh regelmäßig zu den Spielen, da ist es für mich keine Frage, auch zu den Versammlungen zu fahren. Auch wenn Stadionbesuche normalerweise mehr Spaß machen, sind Mitgliederversammlungen doch wichtiger als ein Spiel. Auch in der Zeit, als ich nicht zu den Heimspielen ging, war ich meistens auf den Versammlungen anwesend.

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Sechzger.de:      Hand aufs Herz: Wie schwer fällt es Dir, die Spiele der Löwen aktuell nicht besuchen zu können? Bist Du schon „auf Entzug“ oder kannst Du Deine Wochenenden auch ohne die Löwen sinnvoll gestalten?

Sebastian:          Sinnvoll ist ja relativ. 🙂 Es ist einfach scheiße. Es fehlt halt ein wichtiger und sehr gewohnter Teil des Lebens. Besonders wenn man dann diese furchtbaren Geisterspiele im TV anschaut und das menschenleere Sechzgerstadion sieht. Das Spiel in Jena im März war auch für mich das letzte Live-Löwenspiel. Also die Wochenenden sind komplett anders, was auch manchmal ganz schön und weniger anstrengend ist, aber ich würde sofort tauschen. Ich war auch mittlerweile einmal in Giesing und habe das Spiel dann in der Kneipe angeschaut. Und das wird wohl auch nochmal passieren. Das ist quasi der Ersatz. Zumindest mit den Leuten, mit denen man ins Stadion geht, das Spiel zusammen anschauen zu können.

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Sechzger.de:      Sollten demnächst wieder (teilweise) Zuschauer zugelassen werden, wird vermutlich ja doch erst recht kurzfristig ausgelost werden, wer tatsächlich ins Stadion darf. Ein planerisches Problem für Dich?

Sebastian:          An sich schon. Aber ich persönlich würde wohl auch nicht sofort reinwollen, solange es nicht wieder komplett möglich ist . Und ich gehe nicht davon aus, dass man in naher Zukunft wieder mit einem vollen Stadion und vor allem einer vollen Kurve rechnen kann. Daher würde ich wohl eher anderen Fans den Vortritt lassen. Aber endgültig habe ich mich mit dem Gedanken noch nicht befasst.

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Sechzger.de:      Themawechsel: Was waren denn die drei Highlights in Deiner bisherigen Fankarriere? Gibt es da Ereignisse oder Spiele, die Du hervorheben kannst und möchtest?

Sebastian:          Da fallen mir dann doch eher sportliche Highlights ein. Meppen 94 und der damit verbundene Aufstieg in die 1. Liga (da war ich auch erst 11 Jahre alt), die beiden Derbysiege (99/00) in einer Saison (Thomas Riedl Fußballgott). Dann vielleicht noch die Relegation gegen Saarbrücken. Außerdem gibt es sehr viele andere Erinnerungen und natürlich auch einige nicht schöne Momente.

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Sechzger.de:      Was ist Dein Wunsch für die Löwen, sei es nun kurz-, mittel- oder langfristig?

Sebastian:          Also der größte Wunsch ist, dass man zu 100% Herr im eigenen Haus ist (Anteile KGaA), aber das ist wohl eher ein Traum. Ich bin kein Fan von Investoren und bin der Meinung, dass ein Verein niemandem gehören darf außer seinen Mitgliedern. Aber darüber könnten wir ein eigenes zehnseitiges Seiten Interview machen… Wenn man schon einen Investor hat, dann bitte einen, der den Namen auch verdient und nicht nur Darlehen gibt (wobei ich hier nochmal betonen möchte, dass ich generell kein Freund von so etwas bin). Sportlicher Erfolg ist wichtig, aber nicht zu jedem Preis. Man darf nicht mehr Geld ausgeben, als man einnimmt. Eigentlich ganz einfach. Und wenn man dann nicht sofort aufsteigt oder sogar mal absteigt, dann ist das halt so. Sechzig München wird es immer geben und egal in welcher Liga, werden auch immer Leute bereitstehen, um den Verein zu unterstützen.

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Sechzger.de:      Eine letzte Frage: Hast Du eigentlich jemals ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, nach München oder Umgebung zu ziehen, um näher bei den Löwen zu sein?

Sebastian:          Ja. Und das letzte mal ist gar nicht so lange her. Aber ich konnte mich letztendlich nicht dazu durchringen. Momentan gibt es allerdings keine Überlegungen.

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Sechzger.de:      Super, dann danke nochmal für das Interview und bis bald in Giesing!

Sebastian:          Bitte. Ja hoffentlich sieht man sich bald mal wieder und am besten natürlich in Giesing!

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Hinweis in eigener Sache:

Gerne dürfen sich Löwenfans mit Dauerkarte, die ebenfalls weit von München beheimatet sind, bei uns wegen eines Interviews melden – natürlich unabhängig von ihrer vereinspolitischen Einstellung!

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Das Interview führte Stefan Kranzberg.

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Beitragsbild: pixabay.com

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Sechzig um Sieben: 2 x Training heute + Mölders-Tor bei Magenta auf Platz 1 + Verschiedene Meinungen – ein Ziel: Interview mit 1860-Fans bei 11 Freunde

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Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe
Sechzig um Sieben: Neuzugänge unter der Lupe

Das Tor von Sascha Mölders ist bei den Highlights vom 1. Spieltag der 3. Liga bei Magenta Sport auf Platz eins gelandet – der Treffer von Stefan Lex auf der sieben. Wichtiger ist natürlich das Ergebnis aus Meppen – aber schön anzusehen ist es trotzdem:

https://www.facebook.com/magentasport.de/posts/10160097694889348

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Die Löwen trainieren heute an der Grünwalder Straße am Vor- und am Nachmittag – natürlich weiterhin unter Ausschluß der Öffentlichkeit.

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Geöffnet ist jedoch das Löwenstüberl – dort gibt es heute:

– Spinatknödel im Butter-Tomatensugo mit Parmesanspalten (8,10)

und

– Zwiebel-Speckkuchen mit Salat (8,30)

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Etwas überrascht waren wir schon, als das 11 Freunde Magazin sich extra vom Ruhrpott auf den Weg nach Windischgarsten für ein Interview gemacht hat: Nicht für ein Interview mit einem Spitzensportler, sondern es ging um den Fußballstammtisch im Magazin: Teilnehmer Franz Hell, Maxi H., Stephan Tempel.

Einen ausführlichen Bericht über das Interview bringen wir im Laufe des Tages – Franz & Maxi hatten wir ja in unserer Rubrik “Die Allesfahrer von 1860” schon einmal ausführlich vorgestellt. Die Vorstellungen der beiden noch einmal zur  Einstimmung:

Allesfahrer Maxi

Allesfahrer Franz

Sechzig@18:60: Keine Zuschauer gegen Magdeburg + Magdeburg mit Lazarett + Große Fragezeichen bei Unterhaching

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Wie erwartet findet das Heimspiel des TSV 1860 gegen Magdeburg am Samstag ohne Zuschauer statt – das gab der  Verein heute am frühen Nachmittag bekannt:

https://sechzger.de/jetzt-amtlich-1860-magdeburg-ohne-zuschauer/

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Ganz andere Sorgen haben derzeit die Magdeburger –  das Lazarett umfasst dort derzeit 7 Spieler und mit der Gelb-Rot Sperre von Malachowski darf sich der Magdeburger Trainer Thomas Hoßmang für Samstag sicherlich einiges einfallen lassen.

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Große Aufregung heute auch, weil die Spielvereinigung Unterhaching derzeit ihr Heimspiel am Freitag gegen Lübeck noch mit Zuschauern plant und Unterhaching  an München grenzt: Unser Tipp: Auch in Unterhaching wird am Freitag vor leeren Rängen gespielt – dass man Spiele mit Fans plant, haben wir schon zu Beginn der Corona-Pandemie öfters gehört und letztlich wurde es nichts – man erinnere sich an den 1. FC Union (gegen den FC Bayern) oder das Europa-Cup-Heimspiel von Eintracht Frankfurt.

Auch die dritte Liga lies ja seinerzeit Spieltage ausfallen, weil es besser wäre die später mit Zuschauern nachzuholen. Auch hier kam es anders.

Jetzt amtlich: 1860 – Magdeburg ohne Zuschauer!

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Die Spatzen hatten es eh schon von den Dächern gepfiffen und sechzger.de hatte es bereits gestern vermutet, doch nun ist es amtlich: Das Heimspiel des TSV 1860 München gegen den 1. FC Magdeburg wird am Samstag ohne Zuschauer stattfinden.

 

Damit hat auch keiner der bislang insgesamt 10.060 (!) Dauerkarteninhaber die Möglichkeit, am Samstag live dabei zu sein. Ungeachtet der Pandemie wird der Verkauf der Saisonabos noch bis zum Spieltag fortgesetzt, da vorerst nur Inhaber einer Saisonkarte die Möglichkeit haben werden, für einzelne Partien ausgelost zu werden, sobald die Zugangsbeschränkungen gelockert werden.

 

Randnotiz: Stand heute sind bei der SpVgg Unterhaching am Wochenende Zuschauer zugelassen, da der Schwellenwert der erlaubten Neuinfektionen sich jeweils auf den eigenen (München Stadt bzw. Land) und die umliegenden Landkreise bezieht und die Nachbarlandkreise der Vorstädter niedrigere Werte aufweisen.

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Sechzig um Sieben: Löwen weiterhin Tabellenführer + Corona-Zahlen in München & Unterhaching + und mehr

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Sechzig um Sieben: Terminierungen bis zur Wiesn
Sechzig um Sieben: Wer wird die Nummer eins im Tor?

Die Spieler des TSV 1860 trainieren nach dem trainingsfreien Tag gestern heute am Nachmittag – freilich weiterhin unter Ausschluß der Öffentlichkeit.

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Das letzte Spiel am ersten Spieltag der dritten Liga zwischen Waldhof Mannheim und Viktoria Köln endete nach einer 2:0-Führung der Mannheimer zur  Halbzeit 2:2 Unentschieden – damit ist es amtlich: Der TSV 1860 München ist Tabellenführer, zumindest in der Kicker-Tabelle: Dort kommt die „1“ von „1860“ vor dem „H“ von „Hansa“ – dementsprechend werden die Löwen als erster geführt.

Andere Anbieter führen Hansa als Tabellenführer – dort kommt das „F“ vom „FC Hansa“ vor dem „T“ vom „TSV 1860“ – dem Löwen kann es egal sein, er wäre am Saisonende auch mit dem zweiten Platz mehr als hochzufrieden. Für den Moment genießen wir jedoch die Kicker-Tabelle.

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Dem Bayerischen Rundfunkt bescherte das Spiel der Löwen eine sechsstellige Zuschauerzahl – rund 110 000 Zuschauer verfolgten dort das Spiel des TSV 1860 in Meppen. Die Zuschauerzahl via Magenta haben wir leider nicht gefunden. In Bayern verfolgten das Spiel der Löwen immerhin 60 000 im BR – ein Marktanteil von etwas über 5%.

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Wieder ein starkes Signal aus dem Kreis der Unternehmer für Sechzig: Mitglied Peter Lechner hat dem NLZ-Internat jetzt Büro-Ausstattung und Wohnzimmer-Möbel im Gesamtwert von 9000,- Euro gesponsert – Hut  ab vor diesem Engagement.

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Im Löwenstüberl gibt es heute:

– Rahmschwammerl mit Breznknödel (8,00)

oder

– Großer Salatteller mit Entenbrust & Baguette (8,90)

 

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Liga3-online sucht den Spieler des Spieltages – zur  Auswahl steht unter anderem 1860-Stürmer Sascha Mölders.

Jetzt voten: Der "Spieler des 1. Spieltages"

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Im Löwenmagazin war gestern Abend zu lesen, dass das Heimspiel der SpVgg Unterhaching nicht mit Zuschauern stattfinden kann, weil laut den DFB-Richtlinien folgende Regel gilt:

Zur Bestimmung des Pandemie-Levels wird jeweils die 7-Tage-Inzidenz summarisch vom Standort des jeweiligen Clubs und allen an diesen Landkreis angrenzenden Landkreisen am Vortag des jeweiligen Events berechnet.

Wir haben das gestern Abend dann einmal für den Landkreis München und die angrenzenden Landkreise nachgerechnet – aktuell steht die 7-Tage-Inzidenz bei 35,8 – könnte also spannend werden in Unterhaching, bei den Löwen schaut es noch schlechter aus. Ob 2000 Menschen in einem Fußballstadion unter freiem Himmel mit Maske und Abstand ein größeres Gesundheitsrisiko sind als die von Alt-OB-Christian Ude und den Münchner Medien fleißig beworbene Wirtshaus-Wiesn sei dahingestellt.

Noch einmal ein Zitat von Christian Ude vom April zur Absage der Wiesn, weil´s einfach passt:

Da muss man die Kirche im Dorf lassen und sagen, es tut uns wahnsinnig leid, aber in diesem Jahr geht es aus Gründen, die in der ganzen Welt bekannt sind, tatsächlich nicht. (…) Die begeisterten Gäste aus aller Welt werden in Corona-Zeiten fernbleiben. Und auch viele Münchner werden sich nicht raustrauen, viele Kritiker werden sich heftig zu Wort melden. Ob das die Wiesn-Stimmung würde, die ich so schätze, das würde ich bezweifeln.“

Das ist übrigens genau der selbe Christian Ude, der vor wenigen Tagen bei der Wirtshaus-Wiesn angezapft hat – drei Tage, bevor in München wegen der Corona-Zahlen die Maßnahmen wieder verschärft wurden.

Wann hat man Christian Ude eigentlich zuletzt bei “seinen Löwen” gesehen?

Sechzig@18:60 – Ohne Zuschauer gegen Magdeburg + Buchautor Michael Köllner + Analyse Meppen

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Der Saisonstart der Löwen beim SV Meppen ist geglückt und die ersten drei Punkte konnten auf der Habenseite verbucht werden. In unserer Rubrik TAKTIKTAFEL lassen wir das Match nochmal aus taktischer Sicht Revue passieren und reichern die Analyse mit ordentlich Statistiken an.

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Dass unser Trainer Michael Köllner ein Taktikfuchs ist, hat sich beim Auftaktsieg im Emsland mal wieder bewahrheitet. Die Mannschaft zeigte sich bestens vorbereitet, topfit und hochmotiviert – die ideale Basis für den überzeugenden 3:1 beim SV Meppen. Weniger bekannt hingegen ist, dass unser Coach auch als Buchautor in Erscheinung tritt. Nach Dein Weg zum Fußballprofi und Spielfähigkeit im Fußball veröffentlichte Köllner kürzlich bereits sein drittes Werk: Mit Führen, Coachen und Managen im Fußball möchte der Löwen-Trainer anderen Übungsleitern und Vereinen einen praktischen Ratgeber hinsichtlich Organisation, Personal und die Führung eines Teams an die Hand geben. Theoretische Überlegungen bezüglich Aufbau und Durchführung des Trainings und Entwicklung einer Spielphilosophie unterfüttert er gekonnt mit seinen praktischen Erfahrungen im Nachwuchs- und Profibereich. Kaufempfehlung!

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Am kommenden Samstag empfängt der TSV 1860 München im Giesinger Fußballtempel den 1. FC Magdeburg. Während der Gast zum Saisonauftakt (0:2 gegen Halle) 5.200 Zuschauer in der heimischen MDCC-Arena begrüßen durfte, wird unsere Heimpremiere voraussichtlich vor leeren Rängen stattfinden. Aus medizinischer und gesellschaftlicher Sicht mag das durchaus begründbar und nachvollziehbar sein, man fragt sich aber doch, wie es in Sachen Verhältnismäßigkeit aussieht, wenn gleichzeitig die Wirtshaus-Wiesn stattfinden darf.

An dieser Stelle möchten wir an die Worte von Christian Ude in Bezug auf die Absage des Oktoberfests erinnern:

“Das sollte bald geklärt werden. Da muss man die Kirche im Dorf lassen und sagen, es tut uns wahnsinnig leid, aber in diesem Jahr geht es aus Gründen, die in der ganzen Welt bekannt sind, tatsächlich nicht. (…) Die begeisterten Gäste aus aller Welt werden in Corona-Zeiten fernbleiben. Und auch viele Münchner werden sich nicht raustrauen, viele Kritiker werden sich heftig zu Wort melden. Ob das die Wiesn-Stimmung würde, die ich so schätze, das würde ich bezweifeln.”

Das ist übrigens genau der selbe Christian Ude, der vor wenigen Tagen bei der Wirtshaus-Wiesn angezapft hat – drei Tage, bevor in München wegen der Corona-Zahlen die Maßnahmen wieder verschärft wurden. Kann man sich nicht ausdenken! Dieses “das falsche Signal” wurde in Bezug auf Fußballspiele ja auch immer wieder erwähnt…

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Noch keine Klarheit, aber zu erwarten: Keine Löwenfans im Sechzger gegen Magdeburg! :-(

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Fußball gehört den Fans
Fußball gehört den Fans

Münchens OB Dieter Reiter hat am Montag kurz vor Mittag die beschlossenen Konsequenzen aus dem aktuellen Infektionsgeschehen in der Landeshauptstadt mitgeteilt. Unter anderem wird auf bestimmten öffentlichen Plätzen eine Maskenpflicht eingeführt und die Anzahl der zulässigen Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts wird (wieder) begrenzt.

Obwohl das Spiel der Löwen gegen den 1. FC Magdeburg (Samstag, 14.00 Uhr, Sechzgerstadion) nicht explizit Erwähnung fand und man auf Seiten des TSV 1860 auch noch keine entsprechenden Hinweise erhalten hat, gehen wir von der Tatsache aus, dass das erste Heimspiel der neuen Drittligasaison 2020/21 ohne die Anwesenheit von Löwenfans ausgetragen wird. Für die Verantwortlichen beim TSV 1860 entfällt damit die organisatorische Mammutaufgabe, innerhalb von fünf Tagen einer vierstelligen Anzahl von Personen im Rahmen eines schlüssigen Konzepts den Zutritt zum Sechzgerstadion zu ermöglichen. Erfreut ist in der KGaA darüber aber natürlich niemand!

Wettbewerbsübergreifend wird der Vergleich mit dem Team aus Sachsen-Anhalts Hauptstadt nun schon das neunte Pflichtspiel auf Giesings Höhen, das ohne Zuschauer ausgetragen werden muss. Für Löwendompteur Michael Köllner übrigens mittlerweile eigentlich schon eher der Normalzustand als eine volle Hütte an der Grünwalder Straße: Nach seinem Einstieg im November 2019 stand er nur sechsmal vor 15.000 Zuschauern im Sechzgerstadion an der Seitenlinie.

Die nächste Chance für einen kleinen Teil der rund 10.000 Löwenfans, die sich bis heute Mittag eine Dauerkarte für die neue Spielzeit gesichert haben, die Mannschaft live zu begutachten, bietet sich dann eventuell am 10. Oktober, wenn Aufsteiger VfB Lübeck nach München reist.

Wir bleiben dran und halten Euch auf dem Laufenden!

TAKTIKTAFEL – Die Analyse vom Auftaktsieg des TSV 1860 in Meppen

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Michael Köllner schickte im Saisoneröffnungsspiel gegen Meppen den TSV 1860 in einer offensiven 4-1-4-1-Grundformation aufs Spielfeld. Dies setzte den Gastgeber gleich vom Anpfiff weg gehörig unter Druck. Das vertikale 4-3-3 mit nur einem defensiven Mittelfeldspieler, mit dem Thorsten Frings agierte, konnte dem Druck der Löwen, die immer ein hohes Pressing spielten, in keiner Phase der ersten Halbzeit auch nur das Geringste entgegensetzen. Entlastungsangriffe auf das Münchner Tor fanden – wenn überhaupt – nur durch lange Bälle nach vorne oder durch Zufallsaktionen statt, bei denen individuelle Fehler der Giesinger den Meppenern halfen.

Bereits in der 3. Minute brachte Stefan Lex die Löwen in Führung. Die Entstehungsgeschichte dieses Treffers bedarf aber genauerer Betrachtung, denn nur Mölders und Lex hervorzuheben, würde der Mannschaft des TSV 1860 nicht gerecht werden.  Mitauschlaggebend für die frühe Führung waren auch Dennis Dressel und Fabian Greilinger.

Greilinger brachte nach einem Pass von Dressel durch zwei Meppener hindurch an der linken Außenlinie ca. acht Meter in des Gegners Hälfte einen langen hohen Diagonalball auf Zielspieler Mölders. Dieser nahm den Ball an und bediente mit seinem eher schwachen rechten Fuß Stefan Lex, der sich wiederum zum Zeitpunkt des Passes von Dressel auf Greilinger noch auf gleicher Höhe mit Dressel befunden hatte.

Vor allem genau dieser Pass, mit dem zwei Meppener überspielt worden waren, Greilingers blitzschnelle Reaktion sowie das Auge für den freien Raum und den freien Mitspieler, setzten hier den Löwensturm vor dem Meppener Strafraum großartig in Szene. Lex‘ Antizipation für die entstehende Situation und seine Laufbereitschaft sollten hier aber auch nicht unerwähnt bleiben.

In der ersten Phase des Spiels konnte der TSV 1860 – trotz geringeren Ballbesitzes in der ersten Viertelstunde, was wie schon im Spiel gegen Frankfurt den vielen Quer- und Rückpässen des Gegners geschuldet war – weitgehend das Spielgeschehen bestimmen und kam in der eigenen Hälfte kaum in Bedrängnis.

Zum Ende der ersten Halbzeit konnten die Löwen mit 52% Ballbesitz zwischen Spielminute 16 und 45 auch in dieser Statistik ein Übergewicht aufweisen. Ein einziges Mal tauchten die Emsländer gefährlich mit einem Criss Cross Flankenspiel, über das Valdet Rama ins Szene gesetzt wurde, vor dem Tor der Sechzger auf. Den Abschluss des Ex-Löwen wusste allerdings Marius Willsch per Kopfballabwehr zu unterbinden. Kein einziger Schuss auf den Kasten der Löwen ist den zum Spiel verfügbaren Statistiken zu entnehmen. Ganz im Gegenteil: Durch das disziplinierte Einhalten der Positionen und richtige Verschieben der Blöcke gegen den Ball, konnten die Löwen Meppen so stark unter Druck setzen, dass Angriffswelle um Angriffswelle auf den Strafraum der Gastgeber zurollte.

Dies funktionierte so gut, da nach Ballgewinn schon jeder Spieler für das Umschaltspiel nach vorne in der richtigen Position, kein Segment doppelt besetzt war und auch nahezu alle Laufwerge immer stimmten. Eine Passquote von nahezu 82% angekommener Pässe insgesamt zeigt, wie präzise unser Spiel nach vorne läuft. Die einzige Passstatistik, die hinterherhinkte, waren lange Bälle. Dort ist mit 57% noch etwas Luft nach oben. Abgesehen davon sind aber sowohl bei den Querpässen, als auch bei Vorwärtspässen, Steilpässen und den Pässe ins letzte Drittel alle Quoten jenseits der 75% Marke zu finden.

Auch die Schussstatistiken vom Samstag Nachmittag sehen den TSV 1860 München klar im Vorteil. Neun Schüssen der Löwen, von denen zwei aufs Tor gingen, stehen keinem einzigen Schuss der Gastgeber gegenüber. Ein komplette Halbzeit ohne einen einzigen Abschluss – der Hintermannschaft der Löwen kann man dafür nicht genug Lob für eine klasse Abwehrarbeit aussprechen.

Und nach vorn ging auch richtig viel: Allein Mölders hätte mindestens zwei Mal für eine Erhöhung des Spielstands sorgen können. Einen Kopfballtreffer nach Phillipp Steinharts Ecke von der linken Seite verhinderte die Leihgabe von Frings‘ Ex-Verein Werder Bremen im Tor der Meppener. Ein Alleingang Mölders‘ wurde ruppig und durchaus ahndungswürdig durch Steffen Puttkammer unterbunden. Kurz vor dem Ende der ersten Hälfte kam Mölders noch zu einem sehenswerten Fallrückzieher, den er allerdings nicht auf den Kasten der Gastgeber brachte, sondern ca. drei Meter links neben das Tor setzte.

Auch Dennis Dressel, Daniel Wein, Phillipp Steinhart, Erik Tallig, zweimal Fabian Greilinger und eben zweimal Mölders, versuchten mit ihren Abschlüssen den Spielstand zu erhöhen.

Gegen den Ball spielten die Löwen in Halbzeit eins taktisch diszipliniert im eingangs angesprochenen 4-1-4-1, wobei sich allerdings immer wieder auch die äußeren Mittelfeldspieler Dressel und Tallig ins defensive Mittelfeld zurückfallen ließen und Meppen somit einen 4-3 Abwehrriegel vorfand der – bis auf die angesprochene Situation, in der Rama der Adressat einer Flanke an den langen Pfosten war – nichts zuließ.

Offensiv verschob sich die 4-1-4-1 Formation – je nachdem wie die Angriffe abliefen – bisweilen zu einem 4-1-2-3, um sich nach Ballverlust aber sofort wieder auf die Ursprungspositionen zurückzuziehen. Die Quote von 42% gewonnenen Zweikämpfen liest sich auf den ersten Blick nicht wirklich gut, wird aber durch die Abfangquote absolut ausgeglichen: 34% der Meppener Vorwärtspässe, 55% ihrer langen Pässe, und mehr als 66% der Pässe ins letzte Drittel wurden von den Löwenspielern abgefangen.

Das sind hervorragende gute Quoten und liegen in jeder Kategorie mindestens 10% über dem, was der Gastgeber auf den Platz brachte.

Nach der Halbzeitpause kam der SVM sehr gallig aus der Kabine und schaffte es – wie  schon unsere Gegner in den letzten beiden Pflichtspielen, Würzburg und Frankfurt – direkt mit dem Wiederanpfiff des Spiels die Löwen unter Druck zu setzen. Im Durchschnitt ließ 1860 in dieser Phase über 26 Ballkontakte zu, bis eine Defensivaktion gegen den Ball erfolgte. Die Spieler in den schwarzen Trikots waren zu weit vom Gegner weg und stellten auch die Räume nicht entscheidend genug zu.

Nun schien der Matchplan, den Thorsten Frings seiner Elf auf den Weg gegeben hatte, aufzugehen. Neun Minuten waren in Halbzeit zwei gespielt, als Dejan Bozic für den SV Meppen traf. Bei diesem Tor sah die Hintermannschaft von 1860 ganz schlecht aus. Alle an dieser Szene beteiligten Abwehrspieler waren entweder zu passiv oder zu weit weg vom Gegenspieler. An der Löwen-Lethargie nach der Pause in nun drei Spielen hintereinander muss sich etwas ändern. Gott sei Dank ist die Mannschaft intakt und hat die Moral, das Stehvermögen und vor allem die Klasse, solche Fehler – solange sie nicht gegen einen Erstligisten passieren, wie jüngst gegen Frankfurt – wieder auszubügeln, eine Schippe draufzulegen, weiter nach vorne zu spielen und den Sieg doch noch einzutüten.

Bis zum erneuten Führungstreffer versuchte Meppen weiter Druck aufs Tor der Löwen auszuüben, kam allerdings in der Viertelstunde nach der Pause insgesamt nur zweimal zum Abschluss. Davon bekanntermaßen einmal aufs und auch ins Tor. Durch den Gegentreffer wachgerüttelt standen aber die Spieler des TSV 1860 in der Folge wieder näher am Mann und besser im Raum. In der 59. Minute war es dann soweit als Quirin Moll einen Freistoß an Lars Bünnings Kopf zimmerte, von wo der Ball glücklich, aber unhaltbar für den ins andere Eck laufenden Torwart der Meppener, in den Kasten abgefälscht wurde.

Kurz nach dem erneuten Treffer der Sechzger entschied sich Thorsten Frings für einen Wechsel in der Offensive. Der bis dahin blass gebliebene Valdet Rama (nur sieben angekommene Pässe und insgesamt 13 offensive Aktionen sprechen eine deutliche Sprache) musste den Platz verlassen. Für ihn kam – um das offensive Mittelfeld zu verstärken – der von mir eigentlich in der Startaufstellung erwartete Luka Tankulic.

Thorsten Frings stellte also auf 4-1-3-2 um. Tankulic im offensiven Mittelfeld, hinter ihm Marcus Piossek und Willi Evseev, die nun nominell jeweils auf den Halbpositionen im linken und rechten Zentrum spielten, dort aber Freiheiten genossen, das Spiel auf ihrer Position auch horizontal nach Außen zu verschieben. Dieser Wechsel bewirkte allerdings – nach der wiedererlangten läuferischen, kämpferischen und taktischen Überlegenheit des TSV 1860 – nichts Positives für das Spiel des SVM. Es gab für die Löwen stattdessen mehr Raum für Angriffe über die Flügel.

Der nächste Wechsel fand auf Seiten der Gäste statt: Richard Neudecker kam positionsgetreu für den mit einer gelben Karte belasteten Fabian Greilinger.

Die Hereinnahme eines weiteren Mittelstürmers in Minute 74 auf Seite der Emsländer (Hilal El-Helwe kam für Guder), änderte nichts an der taktischen Grundausrichtung, doch öffnete dies den rechten Flügel für die Löwen noch ein wenig stärker, da El-Helwe weiter im Sturmzentrum zu agieren versuchte und sich im Gegensatz zu Guder nicht so weit ins Mittelfeld zurückfallen ließ, wenn Meppen gegen den Ball spielte.

Darauf reagierte nun Löwencoach Köllner zwei Minuten später mit einem taktischen Wechsel: Dennis Erdmann kam für Lex ins Spiel. Damit stellten die Löwen auf ein 4-2-3-1 um, bei dem bei eigenen Ballbesitz Daniel Wein vom defensiven ins zentrale Mittelfeld aufrückte, um weiterhin den hohen Druck bei Angriffen aufrecht zu erhalten.

Verhängnisvoll für Meppen war in der Folge ein grobes Foul des linken Außenverteidigers Hassan Amin, der in der 82. Minute im Mittelkreis – nachdem er sich den Ball zu weit vorgelegt hatte – Daniel Wein mit gestreckten Bein umtrat und folgerichtig die Rote Karte sah. Der Meppener Trainer reagierte und schickte beim immer noch knappen Spielstand von 1:2 kurz später Innenverteidiger Jeron Al-Haziameh für Mittelfeldakteur Willi Evseev auf den Platz um die Viererkette wieder zu komplettieren.

Falls Thorsten Frings zu diesem Zeitpunkt die Niederlage schon akzeptiert hatte, ist das ein nachvollziehbarer Wechsel, um das Tordefizit nicht höher ausfallen zu lassen. Wenn man aber die letzten Minuten der Partie betrachtet, waren die Meppener Spieler keineswegs gewillt, die Niederlage hinzunehmen, denn sie versuchten weiterhin anzugreifen, was bis zwanzig Meter hinter der Mittellinie auch gelang. Dann fehlten allerdings entweder die Anspielstationen oder die Spieler des TSV 1860 stellten die Passwege so geschickt zu, dass kaum Pässe ins letzte Spielfelddrittel erfolgen konnten.

Wenn Meppen noch etwas im Spiel nach vorne hätte reißen wollen, hätte ihr Coach das Risiko mit drei – nach dem Platzverweis – verbliebenen Abwehrspielern weiterzuspielen eingehen müssen, um für ein Übergewicht im Mittelfeld zu sorgen. Ich hätte an Frings Stelle den zuvor eingewechselten El-Helwe wieder herausgenommen und Nico Andermatt gebracht. Mit Tankulic und Bozic war genug Torgefahr auf dem Platz, um noch zum Ausgleich zu kommen.

Ihre zahlenmäßige Überlegenheit im Mittelfeld wussten die Spieler des TSV 1860 trefflich auszunutzen und erspielten sich nun große Chancen, die Führung weiter auszubauen. Neudecker, Mölders und Tallig gaben in der Schlussphase alle mindestens einen Schuss ab.  Eine dieser Chancen nutzte Sascha Mölders, als er in der Nachspielzeit zuerst den von Marco Hiller abgeschlagenen Ball, schon knapp in der gegnerischen Hälfte per Kopf mit dem Rücken zum Tor zu Steinhart zurückbrachte, um dann sofort in Richtung Strafraum zu starten. Kurz vor der Grenze zum Sechzehner setzte er dann das herrliche hohe und lange Zuspiel über etwa dreißig Meter vom heute nahezu fehlerlosen Steinhart zum 3:1 Endstand direkt platziert und wuchtig ins lange Eck.

Nach diesem Treffer durfte Mölders, der sich zwei Scorerpunkte erkämpft hatte, für den Neuzugang Martin Pusic, der damit zu seinem ersten Einsatz im Löwentrikot kam, den Platz räumen.

Statistisch betrachtet bekam Meppen speziell in der letzten halben Stunde des Spiels kein Bein mehr auf den Boden. Ein einziger Schuss, weniger als 50% angekommene Vorwärtspässe und unter 45% Passquote ins letzte Drittel sprechen eine deutliche Sprache.

Der TSV 1860 München gewann also hochverdient, und – bis auf die 15 Minuten nach Wiederanpfiff – absolut überlegen. Nur drei Schüsse gaben die Meppener während der gesamten Partie ab.

Ein weiters äußerst positives Zeichen wurde von unserem Mann vor Ort wahrgenommen: Die am Spiel unbeteiligten Personen des 1860-Trosses, vom Pressesprecher über Funktionäre bis hin zu den Ersatzspielern benahmen sich – im absolut positiven Sinn – wie „normale Fans“ und unterstützten so ihre Kameraden. Ein tolles Zeichen für Emotion und Zusammenhalt!

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Sechzig um Sieben: Zahlenwahnsinn beim TSV 1860

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Sechzig um Sieben: U21 gewinnt am Trainingsgeländer
Sechzig um Sieben: U21 gewinnt am Trainingsgeländer

Beim TSV 1860 herrscht wieder einmal der Wahnsinn mit Zahlen – diesmal allerdings im positiven Sinne: Es fehlen nur noch 55 (!!) verkaufte Dauerkarten, dann ist die magische Zahl von 10 000 verkauften Jahreskarten erreicht – und das für einen Drittligisten, der vor wenigen Wochen noch von einigen Medien zum quasi handlungsunfähigem Kanonenfutter in der 3. Liga geschrieben worden ist. Es bleibt alles beim alten: Der TSV 1860 ist eine Macht – und das liegt an seinen Fans:

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Der nächste Zahlenwahnsinn kommt von der Online-Mitglieder-Versammlung des TSV 1860 – und zwar im negativen Sinne: Was ist in den letzten Jahren nicht alles in den einschlägigen Blogs und Foren geschrieben worden, über die vielen tausend Fans & Mitglieder, die ja ein riesiges Interesse an Vereinspolitik haben, aber nur für so eine Veranstaltung nicht extra nach München fahren, dort keinen Einlass finden würden, ihnen währe die Stimmung zu aufgeheizt und so weiter.

Die Wahrheit ist eine andere: Es gibt diese Masse an Leuten schlicht und einfach nicht – es gibt ein paar Dutzend Dauernörgerler, die es sich in einem Paralleluniversum im Internet bequem gemacht haben und dort ihre Wahrheit verbreiten.

Vermutet haben wir es schon lange, die gestrige Online-Mitgliederversammlung brachte den finalen Beweis: Gerade einmal 400 Leute zu Spitzenzeiten haben sich in die Online-MV eingeloggt – dabei hätten sie dort in gerade einmal 2 Stunden alles erklärt bekommen und zudem die Möglichkeit gehabt, dem Präsidium ihre Fragen zu stellen. Allerdings unter dem eingeloggten Klarnamen und dass sich das nicht alle trauen, die sich sonst im Paralleluniversum rumtreiben, liegt auf der Hand.

Aber dort hat man natürlich auch schon wieder eine Ausrede: Man kennt dort sehr viele Mitglieder, “die den Link zur Versammlung nicht erhalten haben”. Ja nee, ist klar.

So oder so ist die gestrige Zahl der finale Beweis dafür, dass eine Mitgliederversammlung als Präsenzversammlung durchgeführt werden sollte – sobald es Corona zulässt natürlich.

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Die taktische Aufbereitung vom Meppen-Spiel folgt hier im Laufe des Vormittags.