Start Blog Seite 1099

TSV 1860-Zaunfahnen-Galerie – Update

0
TSV 1860 Zaunfahnen, La Manga 2020

Die Zaunfahnen-Galerie auf unserer Seite hat ein kleines Update bekommen

Die Allesfahrer von 1860 (Teil 5)

2

Kommen wir mit dem heutigen Artikel zu den Alles- bzw. Vielfahrern des TSV 1860, wo im Regelfalle ein kurzer Blick auf den Zaun vor dem Löwenblock genügt um zu sehen, ob sie vor Ort sind- was bei 99% der Spiele der Fall sein dürfte:

Bundestag ändert Vereinsrecht: Brief- und Onlinewahl jetzt möglich – kommt diese jetzt auch beim TSV 1860?

1
TSV 1860 Westkurve Choreographie Tickets

Html code here! Replace this with any non empty text and that's it.

Der Bundestag hat auf die Corona-Krise reagiert und das Vereinsrecht geändert – demnach wären für Versammlungen von Vereinen, die in 2020 stattfinden sollen eine Online- oder Briefwahl möglich (das Löwenmagazin berichtete).

Der Löwen neue Kleider…?

0

Ein Artikel von Christian Jung

Da beim TSV 1860 nur ganz wenige wichtige Entscheidungen ohne größeren Wirbel über die Bühne gehen, verwundert es nicht, dass auch die subtil gestreute Information über den zur Saison 2020/21 anstehenden Ausrüsterwechsel von macron zu Nike (bzw. zum Vertreiber 11Teamsports) im November 2019 die eine oder andere Irritation hervorrief. Ausgangspunkt waren mehrere seltsame Posts des Accounts Ismaik1860 auf facebook, aber auch das ist ja nichts ganz ungewöhnliches bei unserem Lieblingsverein. Eine offizielle Bekanntgabe des Wechsels durch die verantwortlich Handelnden der KGaA gab es übrigens bis heute nicht. Die möglicherweise gebotene intensivere Diskussion zu diesem Thema und zu den Machenschaften des einen oder anderen Beteiligten wurde gleich von der nächsten Debatte abgelöst bzw. verlief  das Ganze letztlich wohl  einfach im besinnlichen Sande der Vorweihnachtszeit.

An diesem Wochenende tauchten  nun – trotz ruhendem Ball und Coronakrise, die ja dafür sorgt, dass heute noch keiner erahnen kann, wann der Ball denn überhaupt wieder rollen wird – Entwürfe für das Löwentrikot ab Sommer 2020 auf. Quelle ist das Instagram-Profil des französischen, in den USA lebenden Sport-Designers Clément Thiery, auf dem sich unzählige Trikotentwürfe der verschiedensten internationalen Teams bestaunen lassen.

Instagram-Account von saintetixx

Wenn man dem Link folgt, kann man sich durch einen Klick auf das Löwen-Trikot durch drei verschiedene Entwürfe scrollen – offensichtlich Heim-, Auswärts- und Ausweichtrikot.

Könnten das die Löwen-Trikots für die neue Saison sein? Oder hat sich hier nur ein Designer ausgetobt? Immerhin haben innerhalb eines Tages fast 1.000 Instagram-User die Vorschläge mit einer positiven Bewertung versehen. Darunter allerdings nur sehr wenige offensichtliche Löwenfans.

Wahrscheinlich gibt es – sogar bei der durchaus als gespalten zu bezeichnenden  weiß-blauen Fangemeinde – kaum ein Thema, das alljährlich so kontrovers diskutiert werden kann, wie die Gefälligkeit der neuen Leibchen.  Bekleidungsfragen sind halt immer auch Geschmacksfragen – und die sind ja grundsätzlich sehr schwierig eindeutig zu beantworten.
Sechzger.de präsentiert seinen Lesern heute die jüngst im Internet aufgetauchten Entwürfe für drei verschiedene Löwenoutfits 2020/21 – ohne jegliche Garantie für deren Authentizität zu übernehmen – und freut sich über eine angeregte und jederzeit respektvolle Diskussion über diese Entwürfe hier unter dem Beitrag bzw. im Löwenforum.

Nachtrag, 11:30 Uhr:

Nach direkten Kontaktaufname mit dem Designer Clément Thiery durch sechzger.de am Sonntag Vormittag, erklärte dieser, dass er die Trikots ohne einen offiziellen Auftrag oder Ähnliches entworfen habe. Seine Motivation dazu lag in der Tatsache begründet, dass er über einen Ausrüsterwechsel bei 1860 zu Nike gehört habe.

Die Interpretation, ob das ein Beweis für die internationale Bedeutung des TSV 1860 ist oder ob hier einfach ein Nike-Fan ein bisschen “spielen” wollte, sei jedem Leser selbst überlassen.

Die Allesfahrer von 1860 (Teil 4)

2

Jahrelang alles gefahren, dann ein Spiel verpasst und seit dem nie wieder bei 1860 gesehen worden:  Was für viele unglaublich klingen mag, hat sich beim TSV 1860 wirklich so zugetragen:

Die Allesfahrer von 1860 (Teil 3) – Sigi & Elisabeth Nagelstutz

1

Im heutigen Teil geht es um Sigi und Elisabeth Nagelstutz. In den ersten beiden Teilen über die Allesfahrer von 1860 hatten wir euch mit Fritz & Franz im ersten Teil sowie Roman & Svend im zweiten Teil Löwen vorgestellt.

Umbau Sechzgerstadion – die wichtigsten Fragen und Antworten darauf (Teil 2)

2
Sechzgerstadion Umbau

Gestern haben wir euch schon den ersten Teil der wichtigsten Fragen und Antworten zum Umbau vom Sechzgerstadion vorgestellt – heute folgt der zweite und letzte Teil. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die Freunde des Sechzgerstadions für die zur Verfügung gestellten Informationen.

Die Anwohnerproblematik

„Sechzig München gibt’s nur in Giesing“ ist ein weit verbreiteter Schlachtruf. Aber Giesing ist nicht nur der TSV 1860 und das Sechzgerstadion. Natürlich leben hier auch Menschen, die sich für Fußball wenig bis gar nicht interessieren. Klar ist, dass der Spielbetrieb in einem innerstädtisch gelegenen Fußball-Stadion niemals ohne Auswirkungen auf die Nachbarschaft möglich sein wird. Daher muss es im Interesse der Stadt München, der Vereine, aber auch uns Fans sein, die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.

Zur Information der Anwohner organisierte die Stadt im Januar 2019 und Januar 2020 jeweils Veranstaltungen für interessierte Anwohner, an denen auch Vertreter aus Kommunalpolitik, von Polizei und Feuerwehr sowie aller beteiligen städtischen Referate anwesend waren. Dabei nannten Anwohnervertreter als Hauptprobleme die Bereiche Verkehr, Lärm, Vandalismus sowie mangelnde Wertschätzung durch die Verwaltung. Das Ziel der Freunde des Sechz’ger Stadions ist es, zusammen mit der Initiative „Sechzig im Sechzger“ mit den Anwohnern direkt und auf Augenhöhe auszutauschen. Die FdS sind der Überzeugung, dass manche Probleme mit überschaubarem Aufwand minimiert oder vielleicht sogar gelöst werden können. Exemplarisch sei an dieser Stelle das Fehlen jeglicher Abfallbehälter im unmittelbaren Stadionumfeld genannt, worauf die Freunde des Sechz’ger Stadions auch bereits des Öfteren hingewiesen haben. Wenn Anwohner und Fan-Vertreter gemeinsam auf Verbesserungspotenziale hinweisen und Lösungsansätze präsentieren, sollte das auch den Druck auf die Verantwortlichen erhöhen, Probleme anzugehen und Verbesserungen umzusetzen.

“Das Stadion gibt es schon länger”

Von manchen Verfechtern des Sechzgerstadions hört man mitunter Aussagen wie „das Stadion steht schon viel länger, als die Anwohner dort wohnen“. Das ist faktisch natürlich völlig richtig, aber als Argument ganz einfach nicht zielführend. Ein langfristiger Verbleib des TSV 1860 München im Stadion an der Grünwalder Straße wird nicht wahrscheinlicher, wenn die Interessen und Sorgen der Nachbarn ignoriert oder belächelt werden.

Wie die AZ am 29.2.20 vermeldete, sind seitens der Anwohner etwa ein Dutzend Einwendungen gegen den Antrag auf Bauvorentscheid eingegangen. Diese beziehen sich auf folgende Bereiche:

  • Lärmbelästigung (es liegt kein adäquates Lärmschutzgutachten vor, die Grenzwerte werden nicht eingehalten)
  • Sanitäre Situation (Bauvorhaben sieht keine konkreten Maßnahmen zur Vermeidung des „Wildbieselns“ vor)
  • Fehlendes Parkkonzept (Bauvorhaben geht nicht auf die Probleme mit Falschparkern ein)
  • Lichtverschmutzung (Flutlichtanlage ist nach Spielen teilweise bis spät in die Nacht eingeschaltet)
  • Baumbestand (im Rahmen des Umbaus erforderliche Baumfällungen sind nicht konkretisiert)

Sollte das Stadion wie geplant umgebaut werden, würden sich durch die vollständige Überdachung aller Tribünen zumindest die Lärmemissionen aus dem Stadioninneren erheblich reduzieren.

In wie weit die oben genannten Punkte Einfluss auf die Erteilung des Bauvorbescheids haben werden, kann aktuell nicht beurteilt werden. Unabhängig davon sprechen die Anwohner aber Probleme an, die es definitiv gibt und für die Lösungen erarbeitet werden müssen. Deshalb sind auch wir Fans in der Verantwortung, unseren Teil dazu beizutragen und die Belastungen für die Nachbarschaft so gering wie möglich zu halten. Zu Recht beschweren sich Nachbarn über Wildbiesler, durch Aufkleber beschädigtes Privateigentum und achtlos in Vorgärten geworfenen Müll. Hier kann und muss jeder Einzelne von uns ansetzen.

Zeitschiene

Die Mühlen der Behörden mahlen langsam. Welche Institutionen bei einem Bauvorhaben eingebunden werden müssen, sehen wir beispielhaft beim Projekt „Modernisierung Sechzgerstadion“.

Am 30. Juni 2019 wurde die Machbarkeitsstudie von AS+P veröffentlicht. Im Anschluss daran fasste der Stadtrat am 24. Juli 2019 den Beschluss, einen Antrag auf Bauvorentscheid zu erarbeiten. Darin fragt der Bauherr (Referat für Bildung und Sport) bei der Genehmigungsbehörde (Planungsreferat / Lokalbaukommission) nach, ob gewisse Grundparameter einer Baumaßnahme genehmigungsfähig sind, z.B. die Gebäudehöhe und die Abstandsflächen. Der Antrag auf Bauvorentscheid wurde Ende Dezember 2019 fertiggestellt und am 23.01.2020 veröffentlicht. Bis 24. Februar 2020 hatten betroffene Anwohner die Möglichkeit, Einwendungen gegen die geplante Baumaßnahme einzubringen. Wie bereits erwähnt, gab es wohl etwa ein Dutzend Einwendungen. Auf Basis des Antrags sowie der vorgebrachten Einwendungen entscheidet die Genehmigungsbehörde innerhalb von drei Monaten, ob dem Antrag auf Bauvorentscheid komplett oder teilweise stattgegeben wird oder nicht. Anschließend bestünde die Möglichkeit, gegen die Entscheidung der Genehmigungsbehörde zivilrechtlich zu klagen.

Wichtig: Sollte der Antrag auf Bauvorbescheid positiv beschieden und rechtswirksam werden, kann im weiteren Verlauf des Bauprojekts gegen die im Vorbescheid genehmigten Maßnahmen nicht mehr geklagt werden.

Wie geht es dann weiter?

Der nächste Schritt wäre dann die Erstellung eines detaillierten Bauplans, auf dessen Grundlage der Bauantrag gestellt werden würde. Über die Einleitung dieser weiteren Planungsschritte, den Bauantrag und das städtische Budget für die Baumaßnahmen entscheidet schließlich der am 15. März 2020 neu zu wählende Münchner Stadtrat. Die Freunde des Sechz’ger Stadions weisen darauf hin, dass sie die Parteien und Kandidaten für den Münchener Stadtrat im Vorfeld der Wahl zu ihrer Meinung zum Stadionumbau befragt haben, um bereits ein Stimmungsbild und eine Entscheidungshilfe für die Wähler, denen die Stadionfrage am Herzen liegt, zu bekommen.

Mit Beginn der Erstellung eines Bauplans beginnt auch für die Fans die Zeit, ihre Interessen in die Planung mit einzubringen. Als Beginn der Bauarbeiten wurde „frühestens“ Sommer 2022 genannt, wobei von einer Bauzeit von zwei Jahren ausgegangen wird. Der früheste Eröffnungstermin wäre damit im Sommer 2024.

Welche Ausweichmöglichkeiten gibt es?

Auch die Freunde des Sechz’ger Stadions wurden natürlich mit der Frage nach einer Ausweichmöglichkeit für die Bauzeit von 2022 bis 2024 konfrontiert. In dieser Frage ist jedoch in erster Linie der TSV 1860 München gefragt, der sich natürlich auch an den finanziellen Gegebenheiten möglicher Ausweich-Spielorte orientieren muss.

Oft hört man die Aussage, dass es gar kein Ausweichstadion bräuchte. Schließlich hätten unter anderem Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, St. Pauli, der HSV oder der VfB Stuttgart ihre Stadien auch im laufenden Spielbetrieb umgebaut. Natürlich wäre es auch den Freunden des Sechz’ger Stadions am liebsten, wenn der Spielbetrieb während des Umbaus weitergehen könnte.

Jedoch sind sich die Architekten und Bauingenieure unter den FdS-Mitgliedern einig, dass ein Umbau während des laufenden Spielbetriebs im Sechzgerstadion nur unter äußersten Anstrengungen möglich wäre, die wiederum massive Auswirkungen auf die Baukosten und auf die Beeinträchtigung von Nachbarn und Spielbetrieb hätten. Wegen der knappen Flächen im Stadionumfeld ist die Nutzung des Stadioninnenraums als Stellfläche für Kräne, Container, Baumaterialen etc. während des Umbaus fast unumgänglich. Zudem stünde zumindest während des Umbaus der Haupttribüne keinerlei Infrastruktur für Mannschaften, Offizielle und Medienvertreter zur Verfügung. Vertreter der Stadtpolitik haben allerdings die Prüfung zugesagt, ob die Bauzeit nicht doch kürzer als zwei Jahre gehalten werden kann. Das liegt aufgrund der zu erwartenden Einschränkungen wie Lärmbelastung oder Verkehrsbeschränkungen auch im Interesse der Stadt.

Olympiastadion oder Haching

Als potenzielle Ausweichmöglichkeiten wurden das Olympiastadion sowie der Unterhachinger Sportpark ins Gespräch gebracht. Das Olympiastadion verfügt derzeit weder über ein wettkampftaugliches Spielfeld noch über eine Rasenheizung oder ausreichendes Flutlicht und erfüllt daher aktuell nicht einmal die Anforderungen für Spiele der 3. Liga. Auch würde ein regelmäßiger Spielbetrieb dort mit anderen Veranstaltungen wie den European Championships 2020 oder Open-Air-Konzerten kollidieren. Nebenbei wurde mit Eröffnung der Allianz-Arena auch eine Vereinbarung mit dem Arenabetreiber getroffen, nach der im Olympiastadion generell keine Fußballspiele mehr stattfinden, während die Arena im Gegenzug nicht für Konzertveranstaltungen genutzt wird. Für all diese genannten Probleme müssten also zunächst Lösungen gefunden werden, die mit erheblichen Kosten verbunden wären.

Nur aus diesem Grund stehen die Freunde des Sechz’ger Stadions dem Hachinger Sportpark grundsätzlich erstmal offengegenüber. Aktuell gibt es aber keinen Druck, kurzfristig eine Entscheidung über eine Ersatzspielstätte von 2022- 2024 herbei zu führen. Zumal noch nicht einmal der Stadtratsbeschluss gefasst ist.

Sondergenehmigung für das Sechzgerstadion?

Des Öfteren steht die These im Raum, dass man doch mit einer Sondergenehmigung der DFL mehrere Spielzeiten in einem eigentlich nicht erst- oder zweitligatauglichen Sechzgerstadion spielen könne, wenn es für dieses ernsthafte Umbaubestrebungen gibt. Entscheidend ist bei der Vergabe der Sondergenehmigung die politische Entscheidung der Stadt über den Stadionumbau. Der nächste Stadtratsbeschluss zum Stadion soll erst im Sommer 2020 fallen. Das ist nach dem Ende des Lizensierungsverfahrens für die Zweitliga-Saison 2020/21. Dafür, dass man trotzdem solch eine Sondergenehmigung der DFL erhalten könnte, sprechen der grundsätzliche Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2019 sowie die derzeit bekanntlich fehlenden Stadion-Alternativen für den TSV 1860 München. Wobei: Aufstieg 2020? Sollte dieser wirklich eintreffen, wird es eine Lösung geben – da sind wir uns sicher!

Alternativen zum Sechzgerstadion

Für die Freunde des Sechz’ger Stadions und viele andere Fans gibt es zum Sechzgerstadion nachvollziehbarerweise keine echten Alternativen. Dennoch wollen wir an dieser Stelle eine kurze Übersicht über alternative Lösungen vorstellen:

Neubau auf der grünen Wiese

Nachdem Hasan Ismaik das „Projekt Riem“ scheitern ließ, wurden keine Bestrebungen mehr gemacht, für den TSV 1860 München ein Grundstück zu suchen, um dort ein Stadion zu bauen. Aus Sicht der Stadt verständlich: Ohne ersichtlichen Grund wird dem TSV 1860 München kein Grundstück zum Kauf angeboten, welches man für Wohnungs- oder Gewerbebau sinnvoller verwenden kann. Zur Problematik, in München einen Baugrund für ein Stadion zu finden, haben wir bereits berichtet. Zudem ist das Vertrauen der Stadtpolitik gegenüber der Person Hasan Ismaik nach unserem Kenntnisstand nicht mehr besonders ausgeprägt.

Auch aus Sicht des TSV 1860 München ist das verständlich. Wieso sollte man sich derzeit bei einem Schuldenstand von irgendwas zwischen 50 und 70 Millionen Euro einem Stadionneubau gegenüber offen zeigen, wenn einem durch die Stadtverwaltung ein Ausbau des Stadions angeboten wird, das einem den Arsch gerettet hat?

Zurück nach Fröttmaning?

Allianz-Arena… Nun gut. Wer das Stadion des FC Bayern als ernsthafte Alternative ansieht, dem mögen wir Zeile 4 und die letzte Zeile von einem bekannten bayerischen Liedergut ans Herz legen. Und lerna deama nix, Zefix! Zudem wurde bei der Beendigung des Mietverhältnisses 2017 vertraglich vereinbart, dass der Abschied des TSV 1860 aus der Arena unumkehrbar ist.

Olympiastadion

Wie bereits im vorherigen Punkt erwähnt, ist auch die Ertüchtigung des Olympiastadions mit erheblichen Kosten für die Stadt verbunden. Aufgrund diverser Sanierungsmaßnahmen wird auch das Oly für mehrere Jahre nicht zur Verfügung stehen. Wir möchten zudem an die tristen Zeiten in diesem Stadion erinnern, die mit zum Lizenzentzug 1982 und zur totalen Entfremdung des TSV 1860 München von seinen Fans in den Jahren unter der Wildmoser-Herrschaft (1995 – 2002) führten. Der Idee, dass der dritte Versuch, das Sechzgerstadion dauerhaft in Richtung Oberwiesenfeld zu verlassen, zum ersten Mal erfolgreich sein könnte, können wir nichts abgewinnen.

Finanzierung

Für Modernisierungsmaßnahmen dieser Art gibt es keine tatsächlich nutzbaren Vergleichswerte. Die für öffentliche Baumaßnahmen heranzuziehende DIN276 zur überschlägigen Ermittlung von Baukosten hat in der Machbarkeitsstudie einen Wert von 27 Millionen Euro ergeben. Plus 10% steigende Kosten aufgrund der Inflation resultieren in 30 Millionen. Mit dieser Angabe wurde die letzte Stadtratsentscheidung getroffen.

Am 24. Februar endete die Einspruchsfrist für betroffene Anwohner. Daran anschließend kann die Stadt einschätzen, ob begründete Einsprüche noch mit zusätzlichen Kosten verbunden sind. Doch erst mit Beginn der Planungs- und Vergabephase kann wirklich abgeschätzt werden, wie teuer die Modernisierungsmaßnahmen wirklich sind.

Die Stadt kommt als Betreiberin für die Kosten auf. Und legt diese dann im Anschluss vermutlich auf die Nutzer um. Es sollte jedem klar sein, dass es im jetzigen Stadium noch keine ernstzunehmenden Verhandlungen über die Nutzungsgebühren gibt.

Status Quo beim Sechzgerstadion

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was auf den TSV 1860 München zukommen kann, werfen wir einen Blick auf die Gebührenordnung der Stadt München.

Die Kosten für die Anmietung des Stadions an der Grünwalder Straße basieren auf dem Dokument „Nutzungsentgelte für Sportanlage“ der Landeshauptstadt München:

  • Der Vermieter erhält 8,5% der durch die Veranstaltung generierten Bruttoeinnahmen, mindestens jedoch 660 Euro.
  • Die Nutzung des Flutlichts kostet 650 Euro.
  • Zudem werden ca. 500.000 Euro pro Jahr für die im Ticketpreis enthaltene Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im MVV-Bereich fällt. Diese Kosten wurden auf die Ticketpreise umgelegt. Sie sollen vor allem dafür sorgen, dass die Straßen in Giesing an Spieltagen nicht noch mehr belastet werden.

Nach Aussage des Geschäftsführers der TSV 1860 München KGaA, Michael Scharold, belaufen sich die Gesamtkosten für die Stadionnutzung inkl. Miete, Ticketing, Ordnungsdienst und MVV-Abgabe in dieser Spielzeit auf 1,5 Millionen Euro (SZ vom 24. Mai 2019). Beim aktuellen Zuschauerschnitt von ca. 14.900 und 19 Liga-Heimspielen bedeutet das Kosten von 5,30 € pro Zuschauer und Spiel. Somit lässt sich das Stadion aktuell mit einem durchschnittlichen Ticketpreis von 6,30 € (inkl. Umsatzsteuer) kostendeckend betreiben. Angesichts der durchaus ambitionierten Kartenpreise des TSV 1860 dürfte durch die Heimspiele also ein Gewinn von ein paar Millionen Euro hängen bleiben. Die Aussage „in dem Stadion verdient Sechzig nichts“ ist ganz einfach falsch.

Ausblick: wie geht es weiter?

Zunächst müssen die Ergebnisse der Kommunalwahl am 15. März abgewartet werden. Die Freunde des Sechz’ger Stadions haben vor kurzem eine Umfrage bei den für die Stadtratswahl antretenden Parteien bzgl. ihrer Positionen zum Thema Stadionausbau durchgeführt. Die Rückmeldungen waren dabei durchwegs positiv, keine der Parteien hat sich gegen die Baumaßnahme ausgesprochen. Die Ergebnisse der Umfrage wurden inzwischen auch bereits veröffentlicht.

Ob dieses positive Stimmungsbild nach der Wahl immer noch vorhanden ist oder einzelne Parteien an ihre Aussagen vor der Wahl erinnert werden müssen, bleibt abzuwarten. Auch kann noch nicht eingeschätzt werden, wie die Einwendungen der betroffenen Anwohner bewertet werden. Im Nachgang kann es zu Klagen kommen, die den Prozess natürlich weiter verzögern könnten. Selbst dass sich der vereinspolitische Wind beim TSV 1860 München mittelfristig wieder ändert – und man tatsächlich wieder vom Sechzgerstadion abkehrt – kann nicht zu 100% ausgeschlossen werden.

Und so bleibt auch uns das sicherste Mittel: Der Blick in die Tarotkarten oder die Glaskugel.

Die Allesfahrer von 1860 (Teil 2) – Roman Wöll und Svend Friderici

1

In der gestrigen Folge über die Allesfahrer von 1860 haben wir Fritz & Franz näher vorgestellt – und wo Fritz und Franz sind, ist der Roman Wöll meistens nicht weit.

Umbau Grünwalder Stadion – die wichtigsten Fragen und Antworten darauf (Teil 1)

4
Grünwalder Stadion Umbau

Die geplante Modernisierung vom Grünwalder Stadion ist – neben Corona – derzeit DAS zentrale Thema in der Vereinspolitik. Grund genug, dass wir uns gemeinsam mit den Freunden des Sechz’ger Stadions e.V. (FdS) zusammengesetzt haben, um die wichtigsten Fragen nach aktuellem Kenntnisstand zu beantworten.

Modernisierung vom Grünwalder Stadion – was wir wissen (und was nicht)

Grundlage für unsere Ausarbeitung ist die Machbarkeitsstudie des Architekturbüros „Albert Speer und Partner“ (kurz AS+P), welche von der Stadt München in Auftrag gegeben und am 30.Juni 2019 veröffentlicht wurde. Die Machbarkeitsstudie war Entscheidungsgrundlage für den Stadtratsbeschluss im Sommer, die Modernisierung voran zu treiben. Sie ist im Rathaus-Informations-Systems abrufbar.

Ergänzend zu den veröffentlichten Unterlagen wurden im Rahmen der Anwohnerveranstaltung in der Säbener Straße am 16.01.2020 (wir berichteten) weitere Informationen ausgehängt. Diese wurden aber durch AS+P nicht veröffentlicht und werden daher nicht zur Ausarbeitung herangezogen. Viele Wörter werden nach „bürokratendeutschem Geschrubbel“ klingen, doch auch das bitten wir zu entschuldigen. Die Erfahrung der letzten Jahre hat uns gezeigt, wie schnell missverständlich ausgedrückte Wörter auf die Goldwaage gelegt werden. Sollten Rückfragen bestehen, freuen wir uns sehr darauf.

Die Rahmenbedingungen für den Umbau Grünwalder Stadion

Die Rolle des TSV 1860 München

Mitte der 90er-Jahre entschied sich der TSV 1860 München aus dem Sechzgerstadion auszuziehen und (vorerst) im Olympiastadion sesshaft zu werden. Später folgte der Entschluss, gemeinsam mit dem Nachbarn FC Bayern eine Arena außerhalb der Stadt zu bauen. Dabei war bereits zu Beginn des Baus abzusehen, dass die hierfür entstehenden – wenn auch geteilten – Kosten der TSV 1860 München nicht stemmen kann. Bereits in der ersten Saison in der Arena stand man kurz vor der Insolvenz. 1860-Geschäftsführer Stefan Ziffzer verkaufte daraufhin den 50%-Anteil an der Arena für 11 Mio. EUR.

Doch die finanzielle Schieflage der 1860 KGaA verschlechterte sich in den Folgejahren – nicht zuletzt aufgrund der hohen Arena-Miete – weiter und so musste 2011 zur erneuten Abwendung der Insolvenz der arabische Investor Hasan Ismaik ins Boot geholt werden, der für die Tilgung der Schulden im Gegenzug 60% der KGaA-Anteile erhielt. Trotz oder wegen des Investors erfolgte 2017 der finanzielle Kollaps mit dem Zwangsabstieg in die vierte Liga, der eine Rückkehr ins – mittlerweile verkleinerte – Sechzgerstadion notwendig machte. Schulden belasten den TSV 1860 weiterhin, dennoch will man mittelfristig wieder höherklassig spielen. Für einen höherklassigen Spielbetrieb ist das Sechzgerstadion aber im jetzigen Zustand nicht zugelassen.

Die Stadt München

Seit 1937 ist das Grünwalder Stadion im Besitz der Stadt München. Diese vermietet seitdem das Stadion an diverse Vereine und versucht durch die daraus resultierenden Mieteinahmen die Kosten für Unterhalt und Betrieb halbwegs hereinzuholen. Nach dem Auszug des TSV 1860 München Mitte der 1990er-Jahre gab es Diskussionen seitens der Politik, das Stadion abzureißen und das Areal zu verkaufen, weil das Defizit aus dem Stadionbetrieb rund 300.000 EUR pro Jahr betrug. Da es keine Lösung für die Spielflächenproblematik der Nachwuchsmannschaften gab, welche zu dieser Zeit regelmäßig das Stadion mieteten, entschied sich der Stadtrat 2009 gegen den Abriss und für einen Umbau nach den Anforderungen des Spielbetriebs in der 3. Liga.

Mit dem Abstieg des TSV 1860 München im Jahr 2017 wurden neue Voraussetzungen für die Nutzung des Stadions geschaffen. Nun hat auch der Hauptmieter wieder Interesse daran, das Stadion wieder höherklassig zu nutzen. Mit der Machbarkeitsstudie 2019 wurde grundsätzlich nachgewiesen, dass das Stadion wieder seine frühere Funktion als bundesligataugliche Spielstätte erfüllen kann. Mit dem darauffolgenden Stadtratsbeschluss kam man dem Wunsch des Vereins nach und leitete eine Bauvoranfrage für die „Wiederertüchtigung“ ein.

Umbau oder Neubau?

Ob das Stadion nun um- oder neugebaut wird, ist eine der meist gestellten Fragen im Rahmen der Stadiondiskussion. Die Stadt als Betreiber hat hier schon per Gesetzeslage einige Begriffe richtig zu verwenden. Doch im Grunde ist es wie beim privaten Häuslebauer auch: Wenn ich mir ein Grundstück mit einem alten Haus kaufe, dann kann ich überlegen, was ich damit mache. Ohne Frage: Abreißen und neu bauen, um ein modernes Haus auf aktuellem Stand der Technik zu haben, ist für die meisten Grundstücksbesitzer die naheliegendste Idee. Doch bei jedem Neubau sind bestimmte Regularien und Genehmigungsverfahren zu beachten, vor allem müssen auch die Nachbarn befragt werden. Soll das Haus nur umgebaut werden, müssen bis zu einem gewissen Maß natürlich auch die Nachbarn befragt werden, die Hürden sind aber nicht so hoch wie einem Neubau.

Es bleibt nur der Umbau

Hier lag für die Stadt München der entscheidende Punkt: Die Anforderungen an ein erst- und zweitligataugliches Fußballstadion haben mit jenen aus den 90er-Jahren nicht mehr viel gemein. Und so sollte mit der Machbarkeitsstudie grundsätzlich festgestellt werden, ob die modernen Stadionanforderungen innerhalb der bestehenden Mauern – also quasi mit einem Umbau – auch zu erfüllen sind. Das Risiko, für einen Neubau keine Genehmigung zu bekommen und gegebenenfalls krachend vor Gericht zu scheitern, wollte die Stadt keinesfalls eingehen. Zumal dies dem TSV 1860 München viel Zeit gekostet hätte.

Für viele Personen konzentriert sich die Genehmigung als Bundesligastadion nur an der Kapazität. Dem ist aber nicht so. Vielmehr sind viele Punkte zu beachten, welche die DFL für Spielstätten der 1. und 2. Liga verpflichtend vorschreibt. Um nur ein paar der Anforderungen zu nennen:

  • Überdachung aller Zuschauerbereiche des Stadions
  • Fassungsvermögen von 15.000 Zuschauer, davon mindestens 3.000 Sitzplätze (1. Liga: 8.000)
  • 10% der Gesamtkapazität für Gästefans, davon mindestens 450 Sitzplätze (1. Liga: 800)
  • Flutlicht mit mindestens 1.200 lux (1.Liga: 1.400 lux)
  • mindestens 90 stadionnahe PKW-Parkplätze für Medienvertreter (1. Liga: 180)
  • Fläche für Übertragungstechnik mit 800 – 1.200 m² (1. Liga: 1.200 – 1.400m²)
  • Detaillierte Vorgaben bzgl. Kamerapositionen für TV-Übertragung und Videobeweis

Das ist nur ein kleiner Auszug, die vollständigen Anforderungen der DFL sind in diesem Anhang und in den Medienrichtlinien einsehbar. Hinzu kommen die Wünsche von Polizei (z.B. für Überwachungskameras), Feuerwehr und sonstigen Behörden, sowie die Auflagen aus der – mittlerweile verschärften – bayerischen Versammlungsstättenverordnung (Sicherheit) und aus der Bundesimmissionsschutzverordnung (Lärm). Zu guter Letzt befinden wir uns nicht mehr im Jahr des Stadionbaus 1911, sondern fast 110 Jahre später. Um das Stadion herum leben unzählige Anwohner, deren Anliegen nicht nur baurechtliche Relevanz haben, sondern die von der Politik immer auch als Wähler zu berücksichtigen sind.

Die Fragestellung

Man kann sich vorstellen, dass jede dieser Auflagen in gewisser Form Einfluss auf die Kapazität hat. Um es kurz zu machen:

Die Frage der Stadt München an den Architekten AS+P war: Ist es möglich, dass in diesem geilen, alten Kasten jemals wieder Bundesliga gespielt werden kann? Und wenn ja: Wieviel Plätze hat das Ding dann noch?

Die Antwort von AS+P lautet: Ja, aber… !

Wir gehen jetzt also gemeinsam die oben verlinkte Machbarkeitsstudie durch und sehen uns an, welche Ideen wo dahinterstehen.

Westkurve im Grünwalder Stadion

Die Stadt München hat sich dazu entschieden, den ab Seite 13 der Präsentation vorgestellten „Erweiterungsansatz 18.060 Zuschauer“ weiter zu verfolgen, der sowohl qualitative (z. B. Überdachung) als auch quantitative (Fassungsvermögen) Verbesserungen mit sich bringt.

Dieser Ansatz setzt voraus, dass die Westkurve in ihrer jetzigen Form bestehen bleibt und nur überdacht wird. Grundlage für diese Entscheidung war wohl, dass man wahrscheinlich selbst bei einem Neubau keine größere Kapazität auf der Westtribüne erreichen kann, da die Architekten 1959 schon das Maximale aus der Situation herausgeholt haben. Problematisch wird es beim Dach: Da ein Abfangen nach hinten wegen des Hangs nur sehr schwierig möglich ist, soll das Dach mit Stützen in der Westkurve aufgeständert werden. So entstehen einerseits Sichtbehinderungen im Fanblock, andererseits sind die Stützen dann auch bei Blockfahnen im Weg. Da wir uns aber immer noch im Vorplanungsstatus befinden, kann dieses Problem möglicherweise gelöst werden.

Der Ist-Zustand

Derzeit hat die Westkurve eine zugelassene Kapazität von 8.800 Stehplätzen. Nach den Modernisierungsmaßnahmen wären es nur noch 7.700. Der Grund hierfür ist die Verbreiterung der Haupttribüne über den Block F1 hinweg, welcher zukünftig als Stehplatzblock entfällt. In diesem Zuge entfällt auch ein Treppenaufgang in den Block.

Die Zahlen, die weit unter denen früherer Tage liegen (noch bis 2002 hatte die Westkurve ein Fassungsvermögen von 13.760 Plätzen) lässt sich durch die Verschärfung der Versammlungsstättenverordnung erklären: Pro 1.200 Besucher muss ein Fluchtweg von mindestens 2,40m Breite zur Verfügung stehen. Für die vorhandenen Treppenaufgänge im Sechzgerstadion wurde aus dieser Anforderung eine Zahl von maximal 1.100 Besuchern pro Treppe ermittelt. Tatsächlich haben wir derzeit 8 dieser Fluchtwegtreppen (und damit 8.800 Plätze) und nach dem Umbau nur noch 7 (und 7.700 Plätze).

Somit ist für das Fassungsvermögen der Westkurve nicht die Statik oder die Größe der Kurve maßgebend, sondern die Anzahl der Fluchtwege. Hierbei ausdrücklich NICHT mitgezählt sind die sogenannten „zweiten“ Fluchtwege Richtung Spielfeld, die nur bei einem Ausfall (z.B. Brandereignis) des „ersten“ Fluchtwegs über die Treppenaufgänge relevant werden.

Gegengerade

Wir sind jetzt auf Seite 20 der Machbarkeitsstudie und damit schon in der Stehhalle. Etwas oberhalb der jetzigen freien Stuhlreihe werden die bisherigen „normalen“ Sitzplätze in sogenannte „Hospitality-Sitzplätze“ (also VIP-Plätze) umgewandelt. Diese erhalten Zugänge zu einem rucksackähnlichen Gebäude, das sich hinter der Tribüne über den Fußweg an der Candidstraße erstreckt und das je eine Etage für Logen und für den Businessbereich (für das VIP-Fußvolk) bietet. Der Zugang zu diesen VIP-Bereichen erfolgt dann über die beiden bestehenden Treppentürme hinter der Stehhalle.

Verlegung des Spielfeldes

Das Spielfeld rückt näher an die Tribüne, da die derzeit durch den Zaun sichtbehinderten Reihen 1-5 entfallen. Anstelle dieser Sitzreihen wird dort in einer erhöhten Position Platz für die Rollstuhlfahrer geschaffen. Durch die erhöhte Position verbessert sich nicht nur die Sicht für die Rollis, sondern auch der Zaun kann dadurch entfallen. Ohnehin ist das Sechzgerstadion eines der wenigen Stadien in Deutschland, das vor der Gegengerade noch einen Zaun hat, da bisher weder ein Graben noch eine erhöhte Tribüne vorhanden sind. Dann muss laut Stadionverordnungen ein Zaun das Spielfeld von der Tribüne trennen.

Die Kapazität der Stehhalle reduziert sich von derzeit 4.503 Sitzplätzen und 15 Rollstuhlfahrerplätzen auf 3.309 Sitzplätze (inklusive rund 850 VIP-Seats und 30 Rollstuhlfahrerplätzen).

Gedanken, das Spielfeld tieferzulegen ohne die Stehhalle komplett neu zu bauen, müssen übrigens verworfen werden. Denn die bestehenden Sichtachsen würden ansonsten verhindern, dass man von den obersten Reihen der Stehhalle noch zur Seitenauslinie sehen kann.

Ostkurve

Die Ostkurve bekommt einen zweiten Stock mit Sitzplätzen, der komplett überdacht sein wird. Die sitzenden Gästefans werden somit zukünftig nicht mehr im Block A der Haupttribüne untergebracht, sondern über ihren Artgenossen im Unterrang. Als Zugang zur Ostkurve für Heim-Fans soll der derzeitige Gästeeingang genutzt werden, der zudem auch als Zugang zur neuen Haupttribüne vorgesehen ist. Für Gästefans wird etwas weiter nördlich ein neuer Zugang zur Osttribüne eingerichtet. Das ist ungefähr dort, wo heute die Feuerwehr platziert ist.

Die Gesamtkapazität der Ostkurve steigt durch diese Maßnahmen von 1.546 auf 2.974 Plätze, davon ca. 1.400 Sitzplätze.

Haupttribüne

Die Haupttribüne war 1911 die erste wirkliche Tribüne. Nach dem Neubau von 1922 auf die Ausmaße des bis heute stehenden Gebäudes hat sich das Fassungsvermögen von ca. 1.500 Plätzen immer irgendwie beibehalten. Trotz des Brandes in der Nacht vom 31.Januar 1971 oder dem Totalumbau 2012, als die äußerst beliebte Stadionwirtschaft ausziehen musste, änderte sich daran nichts.

Mit den Modernisierungsmaßnahmen wird die traditionelle Haupttribüne allerdings Geschichte sein.

So soll der Neubau gestaltet werden

Durchgehend vom Treppenhaus des VIP-Glashauses über dem Ostkurven-Block Q bis einschließlich des aktuellen Blocks F1 in der Westkurve wird die Haupttribüne komplett neu gebaut. Auf etwa 27 Reihen (derzeit 12) sollen zukünftig 4.153 Personen Platz finden (derzeit 1.250). Die Haupttribüne hat dann in etwa die Kapazität der jetzigen Gegengerade (4.503) und wird ebenfalls komplett überdacht sein. Der aktuelle VIP-Raum soll erhalten und künftig als Medien-Hospitality-Bereich genutzt werden.

Der Stadioneingang in der Volckmerstraße soll nach dem Umbau nur noch von Spielern, Offiziellen und Medienvertretern genutzt werden. Der Zugang zur Haupttribüne für Zuschauer erfolgt dann über den Eingang zur Westkurve sowie den aktuell als Gästeeingang zur Ostkurve genutzten Zugang an der Grünwalder Straße.

Die neue Haupttribüne, in der auch Medienplätze, Betreiberbüro und Spielertrakt untergebracht sein werden, ist dann wohl die „neue Stehhalle“.

Auswirkung auf die Kapazität

Wer die Zuschauerzahlen bei Spielen des TSV 1860 München seit dem Abstieg 2017 verfolgt hat, der weiß, dass das Stadion fast immer ausverkauft war; egal ob mit 12.500 oder 15.000 Leuten. Dies lag vor allem daran, dass der Verein die Blockfüllung variabel gestalten konnte: Wenn nämlich mal aus Großaspach nur 20 Fans anreisten, wurden diese in Block Q untergebracht und der eigentliche Gästeblock in der Ostkurve stand vollständig für Heim-Fans zur Verfügung. Waren nur einige hundert Gästefans im Stadion, verkaufte man für die nicht genutzten Plätze in der Ostkurve dann einfach mehr Tickets für die Westkurve. Dies liegt daran, dass die Summe der Kapazitäten aller Tribünen deutlich höher liegt als die Gesamt-Zuschauerzahl, die man aus rechtlichen Gründen ins Stadion lässt.

Nach dem Umbau soll nach derzeitigem Stand die Summe aller Block-Kapazitäten bei 18.136 Plätzen liegen und die zulässige maximale Zuschauerzahl bei 18.105. Es blieben also nur noch 31 Stehplätze, die man je nach Gästefanaufkommen variabel zwischen Ost- und Westkurve „verschieben“ könnte. Erschwerend hinzu kommt, dass Block Q durch die Verbreiterung der Haupttribüne als Gästebereich künftig nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Teil II folgt morgen, Freitag 27.03.2020 um 18:60 Uhr.

Anmerkungen bzw. Kommentare? Sehr gerne unter diesen Artikel.

Haus- und Stadionverbot für kritische Banner beim Nachbarn – mögliche Vorlage für 1860?

0

Um den roten Nachbarn von der Säbenerstraße kümmern wir uns hier üblicherweise wenig bis gar nicht:  Sportlich trennen beide Vereine derzeit leider Lichtjahre, Spiele gegen ihre zweite Mannschaft sind in unseren Augen keine richtigen Derbies und überhaupt: der Löwe ist ausreichend mit sich selbst beschäftigt.

Jetzt kommt aber eine Nachricht von der Seitenstraße, die aufhorchen lässt: