In einer Presserunde hat sich Trainer Maurizio Jacobacci am heutigen Donnerstagmittag ausführlich zur Personalie Fynn Lakenmacher geäußert. Auch die Kritik von Marius Willsch und den Wechsel von Meris Skenderovic sprach der 60-Jährige an.
Jacobacci wollte mit Lakenmacher bis 2026 verlängern
Spontan lud Trainer Maurizio Jacobacci am heutigen Vormittag zu einer Presserunde an die Grünwalder Straße 114 ein. So spontan, dass ein sechzger.de Vertreter aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht teilnehmen konnte. Mittlerweile ist das komplette Gespräch auf Youtube einsehbar. Ausführlich äußert sich Jacobacci zu Beginn zu Stürmer Fynn Lakenmacher. Um den 23-Jährigen hatten sich zuletzt mehrere Gerüchte gerankt, die Löwen würden nicht mehr mit ihm planen. 2022/23 hatte Lakenmacher die meisten Treffer für den TSV 1860 in der 3.Liga erzielt, die meisten davon fielen in der Anfangsphase der Spielzeit.
Eigentlich wolle er lieber über das Team im Gesamten sprechen und weniger über einzelne Spieler gab Jacobacci zu Protokoll. Doch die Berichte der letzten Tage gingen an dem Schweizer keineswegs spurlos vorbei, sodass er die Initiative ergriff und einige Dinge klarstellen wollte. Zunächst lobte er den Einstand des Stürmers in der vergangenen Spielzeit, bei dem Lakenmacher sechs Tore in neun Spielen gelangen. “Also hat er Qualität” schlussfolgerte der Trainer der Löwen – doch die Leistung im Anschluss entsprach dann nicht mehr den Erwartungen. Das gilt auch für die aktuell noch laufende Vorbereitung, in der dem ehemaligen Havelser bislang kein Treffer gelang.
Zuletzt bekam Lakenmacher beim Spiel gegen den Kreisligisten Wemding nur zehn Minuten Spielzeit – eine Vorsichtsmaßnahme wie Jacobacci erneut betonte. Man habe mit Steinhart und Glück bereits zwei Verletzte zu beklagen. Der Schweizer wollte den Stürmer schützen, zumal die Löwen auf dieser Position aktuell noch dünn besetzt sind. Doch auf dem Abstellgleis sei Lakenmacher deswegen keineswegs, vielmehr wollte man beim TSV 1860 langfristig mit ihm verlängern.
Das andere ist, dass ich / wir eigentlich einen Plan für Lakenmacher hatten. Er hat einen Vertrag bis 2024 und mein Plan war ihn zusätzlich um zwei Jahre zu binden. Das heißt bis 2026. Mit eventuell der Möglichkeit immoment vielleicht ausgeliehen zu werden. Ausgeliehen zu werden für eine Saison, um zum Spielen zu kommen, was sehr sehr wichtig ist für seine Entwicklung, um dann gestärkt und verbessert zurück zu kommen zu uns, um dann eben zwei Jahre Minimum für Sechzig spielen zu können. Das war mein / unser Plan.
Aussagen von Willsch überrascht zur Kenntnis genommen
Dieser Plan wurde laut Jacobacci von Investoren-Vertreter Anthony Power, der an dem Gepräch teilnahm, unterstützt. Der Spieler und sein Umfeld aber haben sich dagegen entschieden, was der Trainer des TSV 1860 “sehr schade” findet. Er erneuerte im Anschluss noch einmal seine Bedenken, dass die Stürmerposition dringend neu besetzt werden müsse, um den bestmöglichen Erfolg haben zu können.
Heute ist es so, dass uns vorne etwas Wichtiges fehlt. Darum suchen wir in der Spitze eine Lösung. Das hat nichts zu tun mit Lakenmacher, weil Lakenmacher wird irgendwann einmal seine Qualitäten auf den Platz bringen. Aber nicht heute. Noch nicht heute.
Stattdessen müsse der 23-Jährige noch wachsen und sich verbessern, sodass die Löwen zukünftig Freude an ihm haben können. Es sei keineswegs der Fall, das Fynn Lakenmacher von Maurizio Jacobacci auf das Abstellgleis gesetzt wurde. Sein Plan mit einer Verlängerung zeige, dass er weiterhin an den Stürmer glaubt. Auf Nachfrage äußerte der Schweizer sich dann auch zur Kritik von Marius Willsch, der im Sommer seine Karriere beendet hatte.
Ich bin eigentlich überrascht von gewissen Aussagen – ganz klar. Weil ich glaube der Willsch – er war ja nicht viel präsent in den Trainings letzte Saison. Also weiß ich auch nicht, wieso er zu solchen Aussagen kommt und vor allem wie er denken kann, dass ich Lakenmacher aufs Abstellgleis gestellt habe oder ich nicht mit ihm rechne. Ich weiß nicht, wie er sich da äußern kann über etwas. Es ist mir ein wenig komisch vorgekommen.
Zum Spieler Willsch habe er kein schlechtes Verhältnis gehabt, zumal sich die beiden Protagonisten nur selten gesehen hätten. Außerdem ermöglichte der Schweizer nach eigener Aussage für Marius Willsch und auch für Daniel Wein den Abschied, den sie verdient haben. “Ich hätte das ja nicht nötig gehabt” betonte der 60-Jährige, der auch in den letzten Saisonspielen unabhängig von der tabellarischen Situation stets einen Sieg als Ziel ausgegeben hatte. Das zeige, dass er menschlich ist und auch mit Spielern umgehen könne. “Es war emotional etwas sehr, sehr Schönes” für die beiden Löwen, die den Verein vor kurzem verließen.
Bei Meris Skenderovic waren die Vorstellungen des Trainers und des Spielers zu unterschiedlich. Der 25-Jährige wünschte sich selbst einen Platz in der Sturmzentrale, während Jacobacci seine Stärken von Anfang an eher auf den Flügeln sah. Das habe schlussendlich zu einem Gespräch geführt, um eine passende Lösung für beide Seiten herbeizuführen. Es folgte die Vertragsauflösung und der Wechsel von Skenderovic nach Halle. Dort wünscht der 60-Jährige dem ehemaligen Löwen alles Gute und hofft, dass er glücklich werden kann.