Start Blog Seite 625

Offensive zu harmlos: 1860 verliert 2:0 beim SV Wehen

4

Nach zwei Siegen in Folge kehren die Löwen aus Hessen mit leeren Händen heim. Der TSV 1860 München verliert beim SV Wehen mit 2:0.

Unveränderte Startelf

Trainer Maurizio Jacobacci vertraute wie in den letzten Spielen der selben Startelf und verzichtete auf Experimente. Beim SV Wehen ersetzte Reintaler den gesperrten Gürleyen und Ezeh begann statt Rieble. Die ersten zehn Minuten gestalteten sich vor 6.519 Zuschauern ausgeglichen und 1860 wollte bei den zuletzt vier Mal in Folge siegreichen Wehenern durchaus mitspielen. In der zehnten Minute änderte eine Standardsituation das Geschehen aber grundlegend. Wurtz brachte eine Ecke auf Jacobsen, der sie per Kopf auf Fechner weiterleitete.Fechner seinerseits hatte keine Mühe den Ball zum 1:0 ins Tor zu köpfen. Auch weil die Zurodnung bei Sechzig suboptimal war, denn Lex war ins Kopfballduiell mit Fechner gegangen.

Bruch im Spiel von 1860

Nach dem Tor verloren die Löwen zusehends den Faden und Wiesbaden hatte das Spiel unter Kontrolle. 1860 hatte es Torwart Marco Hiller zu verdanken, dass sie im Spiel blieben. In der 26. Minute lenkte Hiller einen Kopfball von Wurtz aus kürzester Distanz noch über die Latte. Sechs Minuten später verhinderte er gegen Taffertshofer erneut das 2:0 der Gastgeber. Wehen stand hinten sehr kompakt und ließ Sechzig im Angriff überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Durch schnelle zielstrebige Angriffe gelang es den Wiesbadenern konstant für Gefahr im Angriff zu sorgen. Lediglich in den fünf Minnuten vor der Pause konnte der TSV ernsthaft dagegen halten. In dieser Phase vergab Bär den Ausgleich, als Mockenhaupt ihm den Ball nach gutem Zuspiel von Lex in letzter Sekunde vom Fuß spitzelte. So ging es mit 1:0 für die Gastgeber in die Kabinen.

Sechzig im Angriff zu harmlos

Beide Teams begannen den zweiten Durchgang unverändert. Wehen stand nun etwas tiefer und ließ den Giesingern etwas mehr Möglichkeit zur Entfaltung im Offensivspiel. Sechzig konnte den Freiraum allerdings nicht nutzen, denn sie verstanden es heute Nachmittag nicht, gefährlich in den Strafraum des SV Wehen einzudringen. So konnte 1860 trotz leichter optischer Überlegenheit keine Chancen erarbeiten. Große Ausnahme blieb die 62. Minute, als eine vermeintliche Flanke von Vrenezi immer länger wurde und an die Latte des Wehener Tors klatschte. Ansonsten bleiben die Offesivbemühungen des TSV 1860 einfach zu harmlos.

1860 verliert verdient 2:0 gegen Wehen

Als Jacobacci in der Schlussphase auf mehr Offensive setzte (er brachte Skenderovic und Lakenmacher für Morgalla und Bär), kam es wie es kommen musste. Wehen nutzte den sich bietenden Freiraum in der Offensive. Zunächst konnte die Löwenabwehr Prtajin in höchster Not noch abblocken und so das 2:0 verhindern. Wenige Sekunden später verlor Vrenezi den Ball im Spielaufbau, dieser landete schnell bei Prtajin, der den Ball aus 16 Metern unhaltbar ins Tor nagelte. Damit war die Entscheidung gefallen und der TSV 1860 München verlor verdient 2:0 beim SV Wehen. Die Gastgeber sichern damit in der Tabelle den zweiten Rang, 1860 bleibt auf Rang 8 im Niemandsland der Tabelle.

Aufstellung:
1 Hiller – 39 Morgalla (81. 14 Skenderovic), 3 Lang 4 Verlaat, 36 Steinhart – 20 Deichmann, 38 Wörl – 7 Lex (C) (56. 26 Holzhauser), 9 Vrenezi, 33 Boyamba – 15 Bär (81. 19 Lakenmacher)

Bank:
40 Kretzschmar (Tor), 5 Moll, 11 Greilinger, 17 Wein, 22 Lannert, 27 Belkahia

Tore:
1:0 Fechner (10.), 2:0 Prtajin (84.)

Liveticker: Wehen Wiesbaden – TSV 1860 München (32.Spieltag)

2
Liveticker sechzger.de SV Wehen Wiesbaden - TSV 1860 München 32.Spieltag 2022-23

Herzlich willkommen zu unserem Liveticker am 32. Spieltag der Saison 2022/23 mit dem Duell zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und dem TSV 1860 München!

Nach zwei Siegen in Folge wollen die Löwen auch beim aktuellen Tabellenzweiten möglichst Punkte aus der Fremde entführen. Wiesbaden hingegen konnte aus den letzten vier Partien jeweils drei Punkten erzielen. Es dürfte also ein hartes Stück Arbeit für den TSV 1860 werden. sechzger.de begleitet die heutige Partie natürlich erneut bereits weit vor Anpfiff mit zahlreichen Bildern von der Anreise sowie aus dem Stadion.

Aufstellung:
1 Hiller – 39 Morgalla (81. 14 Skenderovic), 3 Lang 4 Verlaat, 36 Steinhart – 20 Deichmann, 38 Wörl – 7 Lex (C) (56. 26 Holzhauser), 9 Vrenezi, 33 Boyamba – 15 Bär (81. 19 Lakenmacher)

Bank:
40 Kretzschmar (Tor), 5 Moll, 11 Greilinger, 17 Wein, 22 Lannert, 27 Belkahia

Tore:
1:0 Fechner (10.), 2:0 Prtajin (84.)

Die Personalsituation

Beim TSV 1860 haben sich sowohl Tim Rieder als auch Erik Tallig schwer am Knie verletzt und fallen daher lange aus. Marius Willsch ist angeschlagen in München geblieben. Ansonsten kann Jacobacci auf die gesamte Mannschaftsstärke zurückgreifen.

Die Gastgeber aus Wiesbaden müssen auf Gürseleyen (Gelbsperre) verzichten. Verletzungsbedingt sind außerdem Bauer, Brumme, Goppel, Heußer und Stritzel nicht dabei. Der Einsatz von Rieble ist fraglich, wohingegen Ezeh und Prtajin wieder in den Kader zurückkehren könnten.

Diesen Löwen droht eine Sperre

Tim Rieder, Joseph Boyamba, Albion Vrenezi und Daniel Wein haben vier gelbe Karten vorzuweisen. Bei der nächsten Verwarnung müssen sie ein Spiel aussetzen. Im Spielerkader stehen darüber hinaus Meris Skenderovic, Stefan Lex, Martin Kobylanski und Christopher Lannert bei drei gelben Karten.

Wo könnt ihr das Spiel SV Wehen Wiesbaden – TSV 1860 München außer im Liveticker noch verfolgen?

Aufgrund der vergleichsweise kurzen Entfernung zu einem Auswärtsspiel werden sich heute natürlich wieder etwa 2.000 Löwenfans auf den Weg machen und die Mannschaft direkt vor Ort im Stadion unterstützen. Der Gästeblock ist noch nicht ausverkauft, sodass die Tageskasse öffnen wird.

Nach dem Heimspiel gegen Osnabrück wird auch das heutige Spiel in Hessen live im Free-TV zu sehen sein. Der BR zeigt das Spiel im Fernsehen und im Online-Stream. Außerdem ist natürlich wie gewohnt MagentaSport vor Ort. Das Spiel wird vom Sender ebenfalls sowohl im Fernsehen als auch im Online-Stream angeboten.

Seit der vergangenen Spielzeit können alle Spiele der 3.Liga bei onefootball abgerufen werden. In der App des Anbieters kann das Spiel für nur 3,49€ gekauft werden.

Vorberichterstattung bei sechzger.de

Robert Reisinger im Interview mit 13-jährigem Schülerreporter

1
Robert Reisinger Hans Sitzberger tsv 1860 interview

Nach dem aüßerst lesenswerten Gespräch der SZ mit Otto Steiner, der darin Hasan Ismaik scharf kritisiert, meldet sich nun auch Löwen-Präsident Robert Reisinger zu Wort. In einem Interview mit einem 13-jährigen Schülerreporter äußert sich Reisinger ausführlich zu offenen Fragen rund um den TSV 1860.

Robert Reisinger im Interview mit Schülerreporter

So verteidigt er den Rückkehr ins Grünwalder Stadion nach dem Abstieg in die Regionalliga.

“Wir haben uns nach dem Doppelabstieg im Jahr 2017 wieder auf unsere Wurzeln in Giesing besonnen. Der TSV 1860 ist hier zu Hause, aber deshalb kein Stadtteilclub. Die Strahlkraft reicht schon über die Stadtbezirke 17 Obergiesing-Fasangarten und 18 Untergiesing-Harlaching hinaus. Kultig waren die Löwen immer. Vor allem im Vergleich mit dem Lokalrivalen.”

Nichtsdestotrotz gibt Reisinger zu Protokoll, dass das Sechzgerstadion im aktuellen Zustand nicht zukunftsfähig ist.

“Das Grünwalder Stadion bietet ohne einen modernen Umbau der gesamten Anlage keine dauerhafte Perspektive für Profifußball. Das weiß aber auch jeder. Sowohl die Verantwortlichen bei der Stadt als auch die Nutzer des Stadions, von denen der TSV 1860 nur einer von mehreren ist. Wichtig sind ein gut ausgebauter VIP- und Business-Bereich und technisch ausgereifte Werbemöglichkeiten im Stadion. Ohne das geht es heutzutage nicht mehr.”

“50+1 schützt den Mutterverein”

Auf die Frage des Jugendlichen hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Hasan Ismaik gibt sich Reisinger zurückhaltend, stellt jedoch klar, dass er die 50+1 Regel eindeutig befürwortet.

“50+1 schützt den Mutterverein. Ich bin deshalb als Präsident ein Befürworter der Regel. Kritiker aus den Reihen von Investoren fordern die Abschaffung, weil sie glauben, ihre Anteile würden dadurch an Wert gewinnen. Ich halte Kooperationen zwischen Vereinen und Investoren nicht generell für unmöglich. Im Vordergrund muss aber immer der sportliche Wettbewerb stehen.”

Das komplette Interview von Elias Kellner, Sohn des Merkur-Sportreportes Ulli Kellner, mit Robert Reisinger könnt Ihr beim Münchner Merkur lesen.

Titelbild: TSV 1860 München e.V.

Otto Steiner: Ismaik-Einstieg war im Nachhinein ein Fehler

54
Gesellschafterversammlung bringt wenig Neues
Die Gebäude des TSV 1860 München an der Grünwalder Straße 114

Ex-Aufsichtsratsvorsitzender Otto Steiner hat die Entscheidung von 2011, Ismaik als Investor ins Boot zu holen, im Nachhinein als Fehler bezeichnet.

Otto Steiner war zwischen 2006 und 2013 1860-Funktionär

Zwischen 2006 und 2013 war Otto Steiner Funktionär beim TSV 1860. Lange im Verwaltungsrat, kur Vize-Präsident und beim Einstieg von Hasan Ismaik im Jahr 2011 Aufsichtsratsvorsitzender. Er war also mit dem damaligen Präsident Dieter Schneider und um Geschäftsführer Robert Schäfer einer der Hauptentscheider, als es darum ging zu entscheiden, mit dem TSV 1860 in die Insolvenz und damit die 5. Liga zu gehen oder sich einen Investor in den Club zu holen, um in bessere Zeiten aufzubrechen.

Steiner im Interview mit der “Süddeutschen Zeitung”

Im Interview mit der “Süddeutschen Zeitung” hat Steiner nun die Entscheidung pro Ismaik im Jahre 2011 im Nachhinein als Fehler bezeichnet.

“Der Abstieg in die fünfte Liga mit der Chance, beispielsweise einen Vermarkter als Partner zu finden, der mit der Marke sorgsam umgeht, wäre in der Retrospektive die viel bessere Entscheidung gewesen. Aber man darf nicht vergessen, wir hatten uns mit dem Investor eine konstruktive und visionäre Zusammenarbeit erhofft. Wir dachten, dass wir dann endlich mal eine positive Zukunft gestalten können, statt immer nur Krisenmanagement zu betreiben. Ich würde die Entscheidung über den Investoreneinstieg heute vor allem deshalb anders treffen, weil sich an der Zusammenarbeit zwischen Investor und Verein bis jetzt nichts zum Besseren verändert hat.”

“Der Dialog ist daran gescheitert, dass es nie einen gab”

Steiner gibt auch Einblicke, wie Ismaik die Vertreter des TSV 1860 seinerzeit behandelte. Delegationen, die extra nach Abu Dhabi reisten, um vor Ort mit Ismaik konstruktive Gespräche für die Zukunft des TSV 1860 zu führen, ließ der Jordanier zunächst stundenlang warten (Ismaik selbst empörte sich jüngst höchstselbst in seinem Facebook-Post darüber, dass er in den Anfangsjahren seines Invests immer an “stundenlangen Aufsichtsratssitzungen” teilnehmen hatte müssen), bei den dann recht kurzen Treffen kam nie etwas Konstruktives heraus: “Entscheidungen im Sinne des Vereins konnten auf diese Weise nicht getroffen werden. Und schließlich reisten wir ergebnislos wieder ab.”

Ismaik fühlte sich von Robert Schäfer respektlos behandelt

Der damalige Geschäftsführer Robert Schäfer hatte 2012 das Vergnügen, im Auftrag Ismaiks einen neuen Geschäftsführer für den Sportbereich zu suchen. Der Haken dabei: selbst auf Nachfrage erhielt er weder ein Anforderungsprofil, noch ein Budget. “Robert Schäfer hat aber keinerlei Ansage über die Konditionen – Gehalt, Laufzeit, etc. – bekommen. Dann hat er erst mal eine Übersicht erstellt, welche Kategorien von Sportdirektoren es gibt. Von Leuten mit Drittligagehältern bis zu Leuten wie Max Eberl und Ralf Rangnick. Dieses Schema blieb auch unbeantwortet.” Schäfer präsentierte dann schließlich doch bei einer der berüchtigten Audienzen im Hotel Mandarin Oriental in München dem Investor einen aus seiner Sicht geeigneten und finanzierbaren Kandidaten: Marc Arnold, jüngst mit Eintracht Braunschweig in die 1. Bundesliga aufgestiegen.

Laut Steiner habe Ismaik dann geäußert, dass er sich respektlos behandelt fühle, da Schäfer nur einen Kandidaten und nicht eine ganze Liste derer präsentiert hatte, worauf Schäfer entgegnet haben soll, dass er schließlich nicht ohne Anforderungsprofil und ohne Budget auf zehn verschiedene Kandidaten zugehen habe können. Ismaik habe dies nicht eingesehen: “Er hat darauf bestanden, dass Schäfer einen ganz schlechten Job gemacht habe. Und er wollte dann sogar, dass wir ihn entlassen. Ich sagte ihm, dass Schäfer unter diesen Bedingungen einen guten Job gemacht habe. Danach gab es wochenlang wieder keinen Austausch.”

Steiner sieht nur wenig Hoffnung für die Zukunft

Für die Zukunft des TSV 1860 hat Steiner wenig Hoffnung, auch, weil mit Ismaik und seinem Statthalter Anthony Power (“Etwas Uninspirierteres und Langweiligeres als das, was dort (Merchandising GmbH, d. Red.) auf den Markt gebracht wird, findet sich in dieser Form bei keinem anderen Verein in ganz Deutschland”) nicht gearbeitet werden könne: “Ich habe durchaus fähige Leute bei Sechzig kennengelernt, gute Geschäftsführer, die sich abgemüht haben und zerrieben wurden zwischen den Fronten. Und wenn sie dann weggegangen sind, haben sie bei anderen Vereinen nicht selten Erfolge gefeiert.”

Laut Steiner bleibt nur eine Hoffnung: Ismaik verkauft seine Anteile – an eine Annäherung glaubt er nicht: “Er hatte zwölf Jahre lang kein großes Interesse an einem konstruktiven Austausch. Alles war bisher planlos, visionslos, dialoglos.”

Das gesamte lesenswerte Interview auf SZ+

Das gesamte Interview mit vielen internen Einblicken Steiners findet ihr unter diesem Link bei SZ+. Absolut lesenswert!

 

Zu Gast beim Tabellenzweiten: TSV 1860 bei Wehen Wiesbaden gefordert

0
SV Wehen Wiesbaden TSV 1860 München Saison 2021/22

Am 32.Spieltag trifft der TSV 1860 München auswärts auf den SV Wehen Wiesbaden. Die Hessen mischen kräftig im Aufstiegskampf mit und haben aktuell beste Chancen sogar direkt in die 2.Bundesliga aufzusteigen. Im Hinspiel konnten die Löwen den Platz als Sieger verlassen, doch seitdem hat sich einiges getan. Wie wird die Partie am heutigen Samstag ab 14 Uhr (sechzger.de Liveticker) enden und mit wem bekommt es der TSV 1860 München zu tun?

Gelingt Wehen Wiesbaden der Aufstieg in die 2.Bundesliga?

Sieben Spieltage vor Saisonende reist der Löwentross mitsamt zahlreichen Auswärtsfans in die hessische Landeshauptstadt. Dort empfangen wird er vom SV Wehen Wiesbaden, der aktuell auf Platz 2 der 3.Liga liegt und an das Tor zur 2.Bundesliga anklopft. 59 Punkte hat der SVWW in bislang 31 Partien erzielen können. Zuletzt gab es vier Siege in Folge zu bejubeln, wobei Zwickau schon vor einem Auswärtspunkt in der Brita-Arena stand und den Gastgebern kurz vor Schluss doch noch der Lucky Punch durch einen schönen Treffer von Ezeh gelang. Überhaupt ist der Tabellenzweite in der Offensive äußerst aktiv unterwegs. 62 Mal trafen die Wiesbadener bereits in die Maschen der jeweiligen Kontrahenten. Nur Tabellenführer Elversberg hat hier eine noch bessere Bilanz (69) vorzuweisen.

Besondere Schwankungen sind beim Team von Markus Kauczinski nicht auszumachen. Ob daheim oder auswärts, ob Hin- oder Rückrunde – in jeder Wertung ist der heutige Gegner des TSV 1860 München im oberen Bereich des Klassements zu finden. Damit stehen sie zurecht auch in der Gesamtabrechnung aktuell auf einem direkten Aufstiegsplatz. Zuletzt konnte der SV Wehen in der Saison 2018/19 den Aufstieg in die 2.Bundesliga feiern. In der Spielzeit darauf folgte allerdings direkt wieder der Abstieg in die Drittklassigkeit.

Chance auf die Qualifikation für den DFB-Pokal wahren

Überhaupt kann man im Falle der Gastgeber mit Fug und Recht von einem gestandenen Drittligisten sprechen. Angelehnt an den HSV könnte man die Wiesbadener sogar als Dino der 3.Liga bezeichnen. 485 Spiele absolvierte der SVWW bislang in der untersten, deutschen Profifußball-Liga – kein anderer Verein bringt es auf mehr Partien. Da Wehen Wiesbaden dabei auch meist durchaus erfolgreich zu Werke geht, führen sie die Ewige Tabelle der 3.Liga mit großem Vorsprung an.

Seit November 2021 ist für die sportlichen Geschicke Markus Kauczinski zuständig. Der 53-Jährige, der früher bereits beim Karlsruher SC oder Dynamo Dresden unter Vertrag stand, weist in Wiesbaden aktuell einen Schnitt von 1,68 Punkten pro Spiel auf. Die Verantwortlichen sind also äußerst zufrieden mit ihm. Die Folge: bereits im Dezember wurde sein Vertrag vorzeitig bis 2025 verlängert.

Ob Kauczinski, der vor der Partie von einem “interessanten Spiel” ausgeht, auch gegen den TSV 1860 überzeugen kann, wird sich heute Mittag zeigen. Talk-Gast Tobias tippt im Duell mit Wehen Wiesbaden auf einen 1:2-Auswärtssieg. Es wäre der dritte Dreier in Folge für die Löwen, die damit zumindest in den Kampf um die DFB-Pokal Qualifikation noch einmal eingreifen könnten. Nach aktuellem Stand müsste dafür mindestens der fünfte Platz erreicht werden.

Der 32.Spieltag im Überblick

Freitag

1.FC Saarbrücken – Dynamo Dresden 2:0 (2:0)

Samstag

Borussia Dortmund II – SV Meppen
SpVgg Bayreuth – Hallescher FC
Erzgebirge Aue – SC Verl
Wehen Wiesbaden – TSV 1860 München
VfL Osnabrück – SV Elversberg
FC Ingolstadt – VfB Oldenburg

Sonntag

SC Freiburg II – FSV Zwickau
Rot-Weiss Essen – Waldhof Mannheim

Montag

Viktoria Köln – MSV Duisburg

Saarbrücken siegt im Spitzenspiel

0

Der 1. FC Saarbrücken siegt am Freitagabend im Spitzenspiel der 3. Liga gegen Dynamo Dresden mit 2:0 (2:0) und macht das Aufstiegsrennen damit wieder spannend. Wenig begeistert vom Ergebnis werden hingegen die Löwen-Fans sein, da der TSV 1860 am Samstag beim Spiel in Wiesbaden selbst mit einem Sieg nur auf sieben Punkte an den DFB-Pokal-Rang und auch auf den Relegationsplatz heranrücken kann.

Stimmungsvoller Auftakt im Ludwigspark-Stadion

Die beiden Fanlager im ausverkauften Saarbrücker Ludwigspark-Stadion sorgten bereits vor dem Anpfiff für prächtige Stimmung, von der sich zahlreiche Bundesligisten eine große

Scheibe abschneiden könnten. Sowohl die “Virage Est”, zu Deutsch Ostkurve, als auch die Anhänger der Dresdener hatten einen prächtige Choreo vorbereitet. Die Gästefans feierten ihre “Ikone aus der Zone”, während die Hausherren aus sportlicher Sicht mehr Grund zum Feiern hatten.

Grimaldi bringt Saarbrücken in Führung

Nach einem taktischen und disziplinierten Beginn auf beiden Seiten konnten sich die Heimischen auf ihren Keeper Daniel Batz verlassen, der über die 90 Minuten gleich ein halbes Dutzend an Glanz-Paraden auspackte. Den ersten Treffer der Partie markierte aber Adriano Grimaldi nach einer knappen halben Stunde. Nach einer feinen Flanke von Rabihic stand Grimaldi am langen Pfosten in der Luft und köpfte zum 1:0 ein.

Ex-Löwe bringt FCS auf die Siegerstraße

Kurz vor dem Pausentee stellte Ex-Löwe Richie Neudecker auf 2:0. Boeder brachte das Leder von der rechten Seite flach vor den Kasten und am langen Pfosten hatte Neudecker keine Mühe zum 2:0 einzuschieben. In einem hochklassigen Drittliga-Duell waren die Hausherren zwar keineswegs klar überlegen, sondern zeigten sich vor dem Kasten schlichtweg effizienter als die Ostdeutschen.

Saarbrücken siegt verdient im Spitzenspiel

Nach dem Seitenwechsel passierte in den beiden Strafräumen nicht mehr sonderlich viel. Dresdens Kulke fasste sich nach einer guten Stunde ein Herz und prüfte Batz aus gut 30 Metern, doch Saarbrückens Keeper war erneut zur Stelle. Die Gäste versuchten noch einmal heranzukommen, konnten sich aber kaum zwingend in Szene setzen, denn Saarbrücken stand hinten sicher und brachte den letztlich verdienten 2:0-Sieg auch dank eines überragenden Daniel Batz zwischen den Pfosten souverän über die Zeit, daran änderten auch die sieben Minuten Nachspielzeit nichts mehr.

Löwenrunde: Jacobacci verwundert – keine Fragen zum Gegner

8
Tsv 1860 Löwenrunde Aue Jacobacci Wörl

Am gestrigen Donnerstag lud der TSV 1860 München die Pressevertreter vor dem Auswärtsspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden an die Grünwalder Straße ein. 34 Minuten dauerte die Löwenrunde – und dennoch wurde zum kommenden Gegner keine einzige Frage gestellt. Trainer Maurizio Jacobacci ließ dies nicht unkommentiert.

Löwenrunde ohne Fragen zum Gegner Wehen Wiesbaden

Seit sieben Spielen ist Maurizio Jacobacci nun beim TSV 1860 München unter Vertrag und mittlerweile bei den Löwen angekommen. Viele Fans schätzen den seriösen Auftritt, den der Schweizer an den Tag legt. In den Löwenrunden vor den Spielen wirkt der 60-Jährige ruhig und sachlich, so auch in der gestrigen Veranstaltung vor dem Auswärtsspiel bei Wehen Wiesbaden.

Seit Anfang Februar ist auch sechzger.de mit einem Vertreter wieder bei den Pressekonferenzen zugelassen. Was bereits Vorgänger Michael Köllner zu schätzen wusste, sind die sportlichen Fragen zur Taktik und Ausrichtung des nächsten Gegners. Zumeist werden diese durch den Vertreter von sechzger.de platziert, von den anderen Medien kommen in dieser Hinsicht – leider – wenige bis keine Beiträge. Neben Fragen zur eigenen Mannschaft sind auch Boulevard-Themen immer wieder in der Runde präsent. Trainer Jacobacci war über die fehlenden Fragen zum morgigen Gegner – immerhin Tabellenzweiter der 3.Liga und seit vier Spielen ungeschlagen – in der Löwenrunde dermaßen irritiert, dass er zum Schluss noch einmal von sich aus das Wort ergriff.

Ich wollte auch noch etwas sagen. Es ist schön, dass man sehr sehr interessiert ist an 1860 München, weil keine Fragen gestellt wurden über Wehen Wiesbaden. Die sind Zweiter, das ist das Team der Runde, das Team des Moments – und man stellt mir keine Fragen über den Gegner.

Vertreter von sechzger.de krank – das wären die Fragen gewesen

Nicht nur in der Taktiktafel werden interessierte Löwenfans umfassend aufgeklärt, auch in den Pressekonferenzen spielt das tiefgründige Wissen von Bernd Winninger eine Rolle. So wird der Trainer des TSV 1860 nach Möglichkeit stets auf Besonderheiten zum nächsten Kontrahenten befragt. Wie bereits im ersten Artikel zur Löwenrunde geschrieben, waren Fragen zum Gegner durch sechzger.de krankheitsbedingt nicht möglich. Es wurde kurzfristig noch versucht, die Fragen irgendwie dennoch in der Runde platzieren zu können, was allerdings nicht gelang. Das Folgende hätte der Vertreter der Redaktion gerne von Maurizio Jacobacci gewusst:

  • Im Vergleich mit anderen Spitzenmannschaften ist Wehen nicht so agressiv im Pressing und spielt defensiv oft eher abwartend. Erwarten sie ein Geduldsspiel mit eher wenig Torgelegenheiten?
  • Wehen hat ein gutes Stellungsspiel gegen den Ball. So fangen die Wiesbadener dementsprechend viele Pässe ab. Legen sie darausfolgend besonderes Augenmerk auf das Gegenpressing, damit keine Umschaltsituationen für den Gegner entstehen?
  • Wehen ist die Mannschaft, die das beste Verhältnis von Schussgenauigkeit zur Anzahl abgegebener Schüsse hat. Sie schießen am häufigsten und weisen mit 40,1 % die vierthöchste Schussgenauigkeit auf. Wie schafft man es die Wehener in Schach zu halten?

Antworten darauf wird es aufgrund der Kürze der Zeit ziemlich sicher nicht mehr geben – Bernd Winninger wird sich mit diesen Punkten allerdings in der Taktiktafelanalyse nach dem Spiel in Wiesbaden beschäftigen. Vor dem Spiel gegen die SpVgg Bayreuth ist dann hoffentlich auch wieder der Vertreter von sechzger.de mit in der Löwenrunde – damit der kommende Gegner des TSV 1860 München in der Pressekonferenz zumindest auch erwähnt wird.

TSV 1860 : Abteilung Vereinsgeschichte lädt zum Stammtisch

5
Löwenblick Magazin der Abteilung Vereinsgeschichte vom TSV 1860 München e.V.

Die Abteilung Vereinsgeschichte des TSV München von 1860 e.V. lädt zum Stammtisch.

Die junge Abteilung Vereinsgeschichte des TSV 1860

Die Abteilung Vereinsgeschichte des TSV München von 1860 e.V. ist noch nicht sehr alt. Gegründet wurde sie im Jahr 2020 und erfreut sich eines regen Mitgliederzuwachses. Hier können interessierte Mitglieder in die Historie von des Münchner Traditionsvereins eintauchen und alles rund um den TSV 1860 erfahren. In der geplanten Turnhalle des Vereins soll die Abteilung im Vereinsmuseum vertreten sein. Die Abteilung Vereinsgeschichte veranstaltet regelmäßig kulturelle Zusammentreffen wie das Pub-Quiz im RiffRaff für alle interessierten Löwen.

Abteilung Vereinsgeschichte lädt zum Stammtisch

Am 21. April lädt die Abteilung Vereinsgeschichte des TSV München von 1860 e.V. nun zum Stammtisch. Von 19 bis 23 Uhr ist jeder – ob Mitglied oder nicht – willkommen. Der Stammtisch findet in Benes Kuchl am Trainingsgelände des TSV 1860 statt. Bei gemütlichem Beisammensein wird sich über aktuelle Themen ausgetauscht, neue Aktionen werden geplant und es darf in Erinnerungen geschwelgt werden.

Titelbild: (c) TSV München von 1860 e.V.

Kauczinski: “Sind vor 1860 gewarnt”

0

Vor dem Spiel des TSV 1860 München beim SV Wehen-Wiesbaden am Samstag um 14:00 Uhr äußerte sich Wehens Trainer Markus Kauczinski mit seinem Ausblick auf die anstehende Begegnung. “1860 hat ein starkes Team. Sie hatten einen Durchhänger, haben aber in den letzten beiden Spiele sehr souverän gespielt. Wir sind vor 1860 gewarnt”, sagte der SV Coach.

Löwen nicht umsonst Titelkandidat

“1860 hat sich gefangen, sie haben gerade in der Offensive gute Fußballer wie Boyamba, Bär oder Lex in ihren Reihen. Das ist eine gute Mannschaft, die vor der Saison nicht umsonst zu den Titelkandidaten gehört hat”, sagte Kauczinski weiter.
Wehen hatte zuletzt zahlreiche Gegentore kassiert, dazu sagte der SV-Coach: “Wir spielen sehr offensiv, da gehört es auch dazu, dass der Gegner Räume bekommt”.

Umstellungen bei den Hausherren

Personell hat sich bei den Hessen einiges getan. Ahmet Gürleyen ist für das Spiel gegen die Münchner gesperrt, dafür steht Max Reinthaler wieder zur Verfügung. Der Einsatz von Nico Rieble ist wegen Sprunggelenksproblemen noch fraglich. Bei Ivan Prtajin besteht die Möglichkeit, dass er wieder zum Kader gehört, das gilt auch für Brooklyn Ezeh.

Gute Stimmung garantiert

Kauczinski freut sich bereits auf die Begegnung, nicht zuletzt aufgrund der zu erwartenden guten Stimmung, die man ansonsten in der Brita-Arena eher selten zu hören bekommt. “1860 bringt viele Fans mit, aber auch bei uns ist eine gewisse Euphorie unter den Fans zu spüren”, sagte der Trainer der Gastgeber weiter. Er erwartet “ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die Kleinigkeiten entscheiden werden”.

Wehen will Löwen-Offensive ausschalten

Die Hausherren gehen als Tabellenzweiter in die Partie und kämpft dementsprechend um den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga, die Löwen haben noch Außenseiterchancen auf den DFB-Pokal-Platz. “Zuletzt waren alle Spiele hart umkämpft. Auch 1860 hat noch Ziele. Das wird sicher ein interessantes Spiel”, verspricht Kauczinski. Man müsse die Offensive der Löwen in den Griff bekommen und selbst im Angriff effizienter zu Werke gehen, um als Sieger vom Feld zu gehen, ergänzte der SV-Trainer.

SVWW – TSV 1860 München, die Taktiktafel vor dem Spiel

0
Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur Taktiktafel vor dem Spiel SV Wehen Wiesbaden – TSV 1860 München. Der Tabellenzweite empfängt den Achten. Worauf müssen sich die Löwen einstellen?

Am 32.Spieltag kommt es zur Partie SVWW – TSV 1860 München in der Brita Arena zu Wiesbaden. Es wird sicherlich wie in der Hinrunde ein interessantes Duell mit offenem Ausgang, sofern beide Teams Normalform erreichen sollten.

Markus Kauczinski, Trainer der Wiesbadener, wechselt im Großen und Ganzen zwischen zwei Systemen hin und her. Das wäre zum einen die 3-4-1-2 Variante des 3-5-2 und zum anderen die 3-4-2-1 Variante des 3-4-3.

Für den morgigen Samstag rechne ich mit dem 3-4-2-1. Vor allem deshalb, weil das gegen das System 4-2-3-1, in dem ich den TSV 1860 erwarte, bisher meistens die Variante der Wahl beim SVWW war.

Sowohl beim Pressing als auch im eigenen letzten Drittel geht Wiesbaden nicht allzu forsch zu Werke. Das Spiel der Hessen lebt stark von schnellem Umschaltspiel nach abgefangenen Bällen im Mittelfeld und von der hohen Schussfrequenz sowie Präzision in der gegnerischen Box.

Aus der defensiven Dreierkette wird gegen den Ball meist erst im eigenen letzten Drittel eine Fünferkette. Die ist oft auf der ballfernen Seite asymmetrisch aufgestellt. Der zentrale Innenverteidiger agiert dabei frei im Raum und hat vor allem die Aufgabe Passwege zuzustellen und im Fall des Falles eine Doppelung im Zentrum herzustellen.

Bevor wir genauer auf die Spielweise der Wiesbadener eingehen werfen wir zunächst wie gewohnt einen Blick auf die statistischen Werte des SVWW.

Die wichtigsten statistischen Werte des SVWW vor dem Duell mit dem TSV 1860

  • Ballbesitz 49%
  • Passgenauigkeit 78%
  • Defensive Zweikampfquote 65% (Topwert in Liga 3)
  • Flankengenauigkeit 33%
  • PPDA (Zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 9,55

Wie spielt Wiesbaden?

Gegen den Ball

In der Verteidigung pressen die Wiesbadener mit der offensiven Dreierkette mittel bis hoch und sehr konsequent, wobei sie die Balleroberung oft erst in der zweiten Reihe anstreben. Dadurch entwickelt Wiesbaden im Umschaltspiel eine gefährliche Dynamik, die bei genauem Passspiel für viel Gefahr sorgt.

Die Verteidigung des Positionsspiels bei Wiesbaden fußt auf Laufarbeit und Stellungsspiel. Die gute Staffelung, die Wiesbaden gegen den Ball herstellt, verwickelt die Spieler des SVWW nicht so häufig in defensive Zweikämpfe wie andere Mannschaften. Das Stellungsspiel und die Staffelung der hessischen Landeshauptstädter sorgen für viele Ballgewinne.

Im letzten Drittel verschiebt sich das 3-4-2-1 zu einem 5-4-1. Dabei ist zu beachten, dass bei Angriffen über die Flügel oder die Halbpositionen der ballferne Mittelfeldaußenspieler nicht bis ganz in die letzte Reihe abkippt, sondern asymmetrisch darauf lauert entweder einen Seitenwechsel zu verteidigen oder bei Ballbesitzwechsel als erster anspielbarer Spieler einen schnellen Umschaltmoment einzuleiten.

Der “freie” zentrale Innenverteidiger, der sowohl vor der Kette als auch in ihr agieren kann, ist die interessante taktische Variante im Spiel der Wiesbadener gegen den Ball. Ohne feste Zuordnung beim Positionsspiel des Gegners ist es seine Aufgabe aus der Abwehrkette im letzten Drittel nach vorne zu verteidigen und so durch abgelaufene Pässe in Ballbesitz zu kommen oder einen der beiden anderen Innenverteidiger zu unterstützen bzw. abzusichern. Der Spieler ist in kein taktisches Defensivkorsett eingezwängt sondern entscheidet selbst situationsabhängig welche Aktion gefordert ist.

Mit dieser Spielweise gegen den Ball sind die Wiesbadener das Team, das die wenigsten gegnerischen Schüsse überhaupt zulässt. Der Ligadurchschnitt liegt hier um 21% über dem, was der SVWW den Gegnern gestattet.

Bei Ballbesitz

Wiesbaden ist in der Lage das Spiel über die komplette Breite des Feldes aufzuziehen. Sie finden gute Lösungen sich mit Hilfe des technisch starken und gut besetzten Mittelfeldes über jede Pressinglinie hinweg freizuspielen. Enges Spiel im Mittelfeldzentrum mit viel Rotation in der Zentrale und auf den Halbpositionen oder Flügelläufe über die flinken Außenspieler sind dabei die Mittel der Wahl beim SVWW. Dabei sehen wir Wiesbaden weit häufiger über rechts und das Zentrum aufbauen als über links. Aber diese Seite wird oft im Verlauf eines Angriffs über einen Seitenwechsel gesucht, um einer verzwickten oder verfahrenen Aufbausituation bei generischer Verdichtung einen neuen Impuls zu geben.

Durch die strukturierte Art des Positionsspiels und das durch die defensive Staffelung begünstigte kraftvolle sowie schnelle Umschaltspiel schafft es Wiesbaden Spielzüge zu kreieren, die es erlauben häufiger im gegnerischen Strafraum in Ballbesitz zu kommen und daraus folgend häufiger Schüsse abzufeuern als der Rest der Liga im Durchschnitt.

Wie kann man Wiesbaden knacken?

Die starke Wiesbadener Defensive zu knacken velangt Präzision bei den Pässen und viel Laufarbeit im Mittelfeld. Des Weiteren ist es zwingend notwendig nach einem Ballverlust sofort ins Gegenpressing zu gehen, um den präzisen Angriffen der Wiesbadener das Tempo zu nehmen. Der Kampf um offensive, zweite Bälle und der Erfolg dabei wird vermutlich am Ende ausschlaggebend dafür sein, wer des Spiel dominiert.

Das Wiesbadener Positionsspiel muss mit konsequentem Pressing unterbunden werden. Ob die Aktionen im Pressing dann gegen den Ball gesetzt werden oder ob das Anlaufen dazu dient den Ball in den Presssingfallen aufzugabeln ist zweitrangig. Wichtig ist, dass man nach dem Ballgewinn genügend Raum vor sich hat, um einen Spielzug aufs Feld zu bringen, der im Idealfall mit einem Torabschluss beendet werden kann.

Stärken und Schwächen des 3-4-3 (3-4-2-1)

Stärken

Das 3-4-3 bietet mit seiner exzellenten Tiefenstaffelung im Zusammenspiel mit taktischer Disziplin im Positionsspiel sehr variantenreiche Spielzüge im Aufbau. Gerade für spielstarke Teams ist dieses System daher eine wahnsinnig effektive Waffe. Angriffspressing und Gegenpressing können mit der Überzahl an Offensivspielern gut umgesetzt werden. Diese Überzahl verhilft der Mannschaft im 3-4-3 auch im letzten Drittel zu hoher Variabilität.

Schwächen

Die Dreierabwehrkette muss situativ immer wieder aus dem Mittelfeld heraus verstärkt werden, wenn der Gegner sich aus dem Pressing befreien kann. Das 3-4-3 stellt hohe Anforderungen an die individuelle Stärke der Spieler sowohl mit als auch gegen den Ball. Wenn die Spieler ihre Rollen im taktischen Konzept nicht einhalten, kann das Spiel im 3-4-3 leicht zum Debakel werden. Außerdem ist es sehr konteranfällig.

Schlüsselspieler

Abwehr

Arthur Lyska (#31) ist ein junger, reflexstarker Torhüter, der den an einer Schultereckgelenksprengung laborierenden Stammkeeper Stritzel ersetzen muss. Auch im Hinspiel war er schon wegen dieser Verletzung der eigentlichen Nummer eins im Einsatz. Lyska ist eine kleine Schwachstelle im Spiel der Wiesbadener. Seine statistischen Werte sind in allen relevanten Kategorien unter dem Ligadurchschnitt.

Da Gürleyen gelbgesperrt fehlen wird und Mockenhaupt seit einiger Zeit als Mittelfeldaußen ran darf, erhält das Prädikat Schlüsselspieler in der Abwehr dieses Mal der zentrale Innenverteidiger Florian Carstens (#17). Carstens gewinnt 62% seiner defensiven Zweikämpfe und wird auch im Spielaufbau ein wichtiges Puzzleteil des SVWW gegen den TSV 1860 sein.

Mittelfeld

Bjarke Jacobsen (#19), der robuste Sechser, ist Organisator der Defensive vor der Kette. Wie ein Staubsauger räumt er im defensiven Mittelfeld meistens schon auf, bevor überhaupt Gefahr vor dem eigenen Tor aufkeimen könne.

In der Offensivabteilung ist Johannes Wurtz (#8) der wichtigste Spieler des SVWW. Als Schattenstürmer aus der Tiefe des Raums agierend rückt er hinter die Spitzen und stellt die gegnerische Defensive sowohl mit kreativen Momenten als auch mit Abschlüssen vor Aufgaben, die es zu lösen gilt.

Sturm

Ivan Prtajin (#18) mit elf Toren und sechs Vorlagen und 14 Tore-Mann Benedikt Hollerbach (#21) sind die im Angriff zu nennenden Schlüsselspieler des kommenden Gegners.

Prtajin ist eigentlich ein typischer Knipser, der vor dem Tor nicht lange fackelt und mit seiner Ankunft in Wiesbaden den Sturm des SVWW auf ein besseres Level brachte. Er glänzt nicht nur durch Vollstreckung, sondern auch mit guten Schussvorlagen für seine Neben- oder Hintermänner. Ob Prtajin spielt ist allerdings nicht sicher. Er laboriert an einer leichten Wadenverletzung.

Hollerbach ist gelernter Mittelstürmer. Er hat einen guten Riecher dafür, wo er in welcher Spielsituation am wertvollsten ist. Seine gute Nase für Torgelegenheiten und Abschlusschancen sorgt für viele gefährliche Momente. Beide können die Abwehrkette des TSV 1860 vor große Probleme stellen.

Fazit

Wie schon am vergangenen Wochenende steht uns, wenn beide Mannschaften ihr volles Potential abrufen, ein spannendes Spiel mit ungewissem Ausgang bevor. Ich bin allerdings felsenfest davon überzeugt, dass die Spieler des TSV 1860 München uns in der hessischen Landeshauptstadt gegen den SVWW nicht enttäuschen werden und wir mit Punkten im Gepäck die Heimreise antreten können.

Ob es ein Punkt oder sogar drei werden, hängt vor allem davon ab wie das Defensivkonzept aussieht und ob die Mannschaft es so umsetzten kann wie der Trainer es plant.

Fakt ist, dass man statistisch gesehen mindestens zwei Tore schießen muss, um gegen die Wiesbadener etwas Zählbares zu holen. Dass das gelingen kann, hat Maurizio Jacobaccis Elf in den letzten Spielen bewiesen. Noch etwas mehr Übersicht und Präzision bei den Abschlüssen wäre wünschenswert.

So könnte der SVWW gegen den TSV 1860 beginnen

Datenquelle: Wyscout