Start Blog Seite 762

MSV Duisburg -TSV 1860 Endergebnis 6:0 in der Taktiktafelanalyse

0
Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich Willkommen zur Taktiktafelanalyse des sensationellen 6:0 Auswärtserfolgs unseres TSV 1860 München beim MSV Duisburg. Trainer Hagen Schmidt hatte mit den Zebras den Plan, die Löwen mit einem Systemwechsel zu überraschen. Auf dem Papier ließ Schmidt sein Team in einem 4-2-3-1 antreten. Vom Personal her stand eher eine 4-3-3-Formation auf dem Platz und das überraschte wohl eher die eigenen Spieler als den Gegner. Wie in der freien Wildbahn wurden die Zebras in der Wedau zur leichten Beute für die Löwen.

MSV Duisburg – TSV 1860 München, zwei Gründungsmitglieder der Bundesliga trafen in einem denkwürdigen Spiel am gestrigen Sonntag aufeinander. Den zu Beginn im 4-2-3-1 aufgestellten Duisburgern stellte Michael Köllner wie immer das flexible 4-1-4-1 entgegen. Dennis Dressel, seit langem einmal wieder in der Startformation zu finden, agierte als Box to Box Spieler und kippte gegen den Ball als Verstärkung für Quirin Moll ins Defensive Mittelfeld ab. Bei Duisburg waren zwei nominelle Sechser auf dem Platz. Knoll war dabei von Schmidt, neben dem tiefen Sechser Frey, als Box to Box Spieler aufgeboten worden.

Die wichtigsten statistischen Werte des Spiels MSV Duisburg – TSV 1860 München

  • Ballbesitz TSV 1860 60% – MSV Duisburg 40%
  • Passgenauigkeit TSV 1860 86% – MSV Duisburg 77%
  • Defensive Zweikampfquote TSV 1860 74% – MSV Duisburg 67%
  • Schüsse/aufs Tor TSV 1860 13/7 – MSV Duisburg 9/6
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 10,36 – MSV Duisburg 14,18

Analyse der statistischen Werte

In allen wichtigen Statistiken hat der TSV 1860 München gegenüber dem MSV Duisburg die Nase vorn. Teilweise sogar sehr deutlich. Bedarf es daher überhaupt einer Analyse dieser Werte oder kann man die einfach so stehen lassen? Die Antwort ist ja, wir müssen genauer hinsehen. Einerseits, weil die Werte einiges kaschieren was nicht hundertprozentig optimal gelaufen ist, und andererseits weil es im Gegenzug Werte gibt, welche die Dominanz der Sechzger in gewissen Bereichen deutlich aufzeigen.

Ballbesitz

Beginnen wir beim Ballbesitz. Oft ist es ja so, dass die höhere Ballbesitzquote vor allem mit Rück- und Querpässen in der eigenen Defensivabteilung zu erklären ist. In der gestrigen Partie war das absolut nicht der Fall. Defensive Rück- und Querpässe gab es innerhalb des Abwehrverbundes insgesamt 71. Das klingt im ersten Moment sehr viel. Auf alle Pässe des TSV 1860 im Spiel heruntergerechnet sind das aber nur 14%. Also war eine deutliche Mehrheit der Pässe die die Löwen gespielt haben nicht defensiver Natur. Somit ist die Dominanz beim Ballbesitz nicht – wie oft bei Mannschaften die mehr Ballbesitz haben – durch ratloses Hin- und Hergeschiebe zu erklären. Sondern durch die klare Dominanz der Löwen in allen Bereichen auf dem Platz.

Passgenauigkeit

Das führt uns direkt zur Passgenauigkeit. 86% aller Pässe kamen an. Auch diese Statistik wird oft durch viele Pässe innerhalb der Defensivabteilung geschönt. Nicht so am Sonntag. Die Passgenauigkeit bei Vorwärtspässen fällt natürlich gegenüber der Gesamtgenauigkeit ein wenig ab, aber nicht in einem Maß das relevant wäre. Auch bei Pässen nach vorn liegt dieser Wert bei über 82%. Bei Pässen für großen Raumgewinn, den sogenannten progressiven Pässen ist die Genauigkeit ebenfalls sehr hoch. Mehr als dreiviertel aller Pässe die zu dieser Kategorie zählen kamen bei den Adressaten an.

Die Defensivleistung der Zebras gegen das Passspiel der Löwen war mit Verlaub absolut desolat. Nur sechs Prozent der Pässe, die der TSV 1860 gespielt hat, konnten von den Spielern des MSV Duisburg abgefangen werden. Zehn Bälle landeten im Toraus. Dies waren allerdings nicht in jedem Fall zu lang gespielte Pässe. Sie können daher in der Rechnung ebenso vernachlässigt werden wie die dreiundzwanzig Bälle die im Seitenaus landeten.

Defensive Zweikämpfe

Kommen wir zur nächsten Kategorie den defensiven Zweikämpfen. Nicht nur, dass die Sechzger hier einen relativen Vorteil gegenüber dem MSV hatten. Nein, auch bei den tatsächlich geführten und gewonnenen Zweikämpfen liegt der TSV 1860 München gegenüber Duisburg im Vorteil. Die Löwen führten um dreißig Prozent mehr Defensivzweikämpfe als der Gegner und gewannen in Abhängigkeit von den absoluten Zahlen der geführten und gewonnenen Zweikämpfe im Vergleich nicht sieben Prozent mehr wie es oben den Anschein macht. Die Sechzger gewannen satte fünfundvierzig Prozent mehr defensive Zweikämpfe als der MSV Duisburg. Das mag jetzt seltsam klingen, hängt aber damit zusammen, dass die Zebras eben viel weniger Zweikämpfe gegen den Ball geführt haben als der TSV 1860.

Entscheidende Zonen

Auch die Zonen, in denen die Zweikämpfe gegen den Ball geführt wurden, muss man betrachten. Während der TSV auch hier auf dem gesamten Spielfeld dominiert hat, hinkt der MSV zumindest in den pressingrelevanten Zonen deutlich hinterher. Dreiundsechzig Prozent der dort geführten defensiven Zweikämpfe konnten die Sechzger für sich verbuchen. Die Zebras hinken auch hier sowohl bei den geführten Zweikämpfen, als auch bei deren Erfolgsquote den Löwen hinterher.

Im eigenen letzten Drittel verloren die Sechzger nur elf Zweikämpfe gegen den Ball, im eigenen Sechzehner nur zwei, im defensiven Zentrum insgesamt nur drei. Einer davon im Strafraum zwei weitere einige Meter vor der Box. Weitere verlorene Defensivzweikämpfe des TSV 1860 im letzten Drittel fanden in Zonen statt in denen man nicht davon Sprechen kann, dass dort ein verlorener Zweikampf unmittelbare Gefahr für des eigene Tor bedeuten würde. Alles in allem war es eine Topleistung im Spiel Mann gegen Mann.

Die Performance der Duisburger im eigenen letzten Drittel sieht – wenn man rein auf die Prozentzahl sieht – auch wieder ganz gut aus. Wenn man allerdings zählt, wieviele Duelle Mann gegen Mann von den Zebras im eigenen letzten Drittel überhaupt geführt wurden, erkennt man, dass die Defensive des MSV überhaupt keinen Zugriff auf die Spieler des TSV 1860 München in dieser Zone hatte. Weniger als halb so viele Defensivduelle im eigenen letzten Drittel führten die Zebras. Wenn ich richtig gezählt habe, waren die Sechzger zweiundfünfzig mal im letzten Drittel der Zebras in Ballbesitz. Dreizehn dieser Ballbesitzphasen entsprangen Ballgewinnen tief in der gegnerischen Hälfte. Duisburg führte im eigenen letzten Drittel nur sage und schreibe neunzehn Defensivzweikämpfe. Das als Arbeitsverweigerung zu bezeichnen wäre fast noch ein Lob für die Spieler des MSV.

Schüsse/Schussgenauigkeit

Die nächste Kategorie ist Schüsse und Schussgenauigkeit. Sieben von dreizehn Schüssen der Löwen gingen aufs Tor das ist eine Schußgenauigkeit von knapp 54%. Der MSV Duisburg hat hier mit sechs von neun eine höhere Schussgenauigkeit erreicht, aber immer noch weniger zielgenaue Bälle auf den Kasten abgefeuert als der TSV 1860. Nichtsdestotrotz gab es einige Situationen in denen Marco Hiller den Löwen die weiße Weste gerettet hat. Sechs mal musste der Torhüter des TSV eingreifen. Dreimal davon mit sogenannten Reflexparaden. Einmal nahm er dem durchgebrochenen Yeboah den Ball mit einer Weltklasseleistung beim herauslaufen vom Fuß. Auch Marco Hillers Leistung in diesem Spiel hat dazu geführt, dass es nicht auf beiden Seiten ein Tore zu bejubeln gab. Zusammen mit vier weiteren Löwen landete der Keeper des TSV deswegen auch in der Elf des Tages beim Fachmagazin Kicker.

PPDA

Ein wenig vernachlässigen können wir in der heutigen Analyse der Statistiken die Pressingintensität. Aber einen kurzen Blick werfen wir auch auf diese Zahl. Über das gesamte Spiel hinweg ist die Intensität im Pressing bei den Löwen höher einzuordnen als bei ihren Gegnern aus dem Ruhrpott. Sieht man aber genauer hin, ist es so, dass die Zebras erst in der Letzten halben Stunde wirklich aufgegeben haben den Löwen im Pressing auf die Pelle zu rücken. Dass dieses Pressing allerdings abgesehen von den ersten Spielminuten so gut wie nicht funktioniert hat, steht auf einem anderen Blatt. Ganze 25 Mal konnten die Zebras in den pressingrelevanten Zonen den Ball erobern. Tief in der Hälfte des TSV gelang das, sofern ich richtig gezählt habe, nur fünf mal. Dazu kommen noch weitere sieben Ballbesitzwechsel für die Zebras, die aus Defensivaktionen der Löwen resultierten und in einem Eckstoß für die Zebras endeten.

Das Spiel

Was soll ich über dieses Spiel schreiben? Es war nach einem zugegeben kurzen holprigen Beginn des TSV 1860 München über 90 Minuten eine Lehrstunde in puncto effektiver Fußball bzw. beim MSV Duisburg auf der anderen Seite Arbeitsverweigerung hinsichtlich der Defensivleistung. Die Zebras liefen im Spiel gegen den Ball den Löwen meist hinterher, ließen Räume offen und waren selten nah genug am Mann, um das Spiel der Löwen effektiv stören zu können. An dieser Stelle beschreibe ich ja im Normalfall jede Halbzeit einzeln bzw. diverse wichtige Phasen im Spiel. Abgesehen von den ersten Minuten, als die Sechzger sich vom hohen Pressing des MSV ein wenig beeindrucken ließen und beim Aufbau im Positionsspiel Fehler machten, gab es am Sonntag in der Wedau nur eine einzige Phase, die von wenigen Lichtblicken der Duisburger Offensivabteilung unterbrochen wurde.

Diese Lichtblicke hätten allerdings gut und gerne zu Toren für den MSV Duisburg führen können. Marco Hiller im Tor der Sechzger war jedoch eine für die Zebras unüberwindliche Wand. Man kann Trainer Schmidts Entscheidung gegen die Löwen mit Viererkette und zwei defensiven Mittelfeldspielern anzutreten durchaus nachvollziehen. Allerdings verstehe ich nicht ganz, wieso Schmidt das System, in dem man seit der Winterpause mehr Spiele gewonnen als verloren hat, ändert. Noch dazu, wenn man kurz vor dem sicheren Klassenerhalt steht und auf ein System zurückgreift, in dem man deutlich mehr Spiele verloren als gewonnen hat.

Duisburgs Systemproblem

Auf dem Papier war es also ein 4-2-3-1, was die Duisburger aufgeboten haben. Mit drei Stürmern auf dem Platz und einem offensiven Mittelfeldspieler kann man aber auch sagen, es wäre vom Spielermaterial ein 4-3-3 mit Doppelsechs gewesen. Große Lücken entstanden so auf den Flügeln und in den Halbräumen kurz vor und im letzten Drittel des MSV. Auch das Fehlen des Dritten Innenverteidigers sorgte dafür, dass der MSV Duisburg zu Beginn der Partie in mehreren Situationen falsch stand. Die Spieler des TSV 1860 München konnten diese Lücken immer wieder zu ihren Gunsten ausnutzen. Speziell Lex, Tallig und Biankadi konnten durch das fehlerhafte Stellungsspiel des MSV Duisburg mit genauen Pässen immer wieder zu großartigen Offensivaktionen der Sechzger beitragen. Zwanzig Ballkontakte im gegnerischen Strafraum konnten sich die Löwen erspielen. Zwölf davon im zentralen Bereich der Box.

Die Umstellung auf Dreierkette in der Innenverteidigung stabilisierte den MSV Duisburg dann bis zur Halbzeit. Frey der zunächst als Tiefer Sechser agiert hat, in den Spielen zuvor den zentralen Part in der Dreierkette innehatte, rückte auf seine angestammte Position in der Abwehrreihe. Aber auch das konnte das Debakel nicht mehr aufhalten. Nach dem dritten Tor der Löwen schienen viele Spieler der Mannschaft von der Ruhr das Spiel geistig bereits als Niederlage abgehakt zu haben.

Die Duisburger kamen mit den flexiblen Verschiebungen und dem schnellen Spiel des TSV 1860 München überhaupt nicht zurecht. Das hohe Spieltempo, das vor allem in der hohen Passfrequenz bei den Sechzgern seine Ursache findet, war für Duisburg in keiner Phase der Partie zu bändigen. Pro Minute eigenen Ballbesitzes spielte der TSV 1860 München mehr als sechzehn Pässe. das heißt pro Pass von einem Spieler vom anderen vergingen im Schnitt weniger als vier Sekunden.

Topleistung der Löwen

Einzelne Spieler in Reihen der Löwen taten sich dermaßen hervor, dass heute in der Kicker Elf des Tages sage und schreibe fünf Akteure des Spiels vom Sonntag zu finden sind.

Aber auch an der Leistung des TSV 1860 München muss man ein wenig Kritik üben. Sechsmal musste Marco Hiller einen Schuss abwehren, bzw. einen Ball der aufs Tor ging fangen. Einmal waren sogar seine Qualitäten im eins gegen eins gefragt, als er Yeboah den Ball vom Fuß nahm. Hier war auch das Glück des Tüchtigen ein wesentlicher Faktor für den TSV 1860 München, dass Duisburg nicht selbst zu einem Treffer kommen konnte.

Es waren, abgesehen von zwei Ecken die gefährlich wurden, immer wieder gut getimte tiefe Pässe der Duisburger, die für eine gewisse Gefahr vor dem Tor der Löwen sorgten. Dafür, dass die Null trotzdem stand, muss man sich bei der Nummer eins im Löwentor durchaus bedanken.

Mit etwas platzierteren Schüssen seitens des MSV Duisburg hätte der TSV 1860 München sicherlich nicht dermaßen gut ausgesehen wie es den Anschein gemacht hat. Die Offensive der Duisburger war Durchaus bemüht und auch erfolgreich im Spiel, wenn man von den Abschlüssen einmal absieht.

Die Tore/Chancen

Die Tore im Spiel könnt Ihr hier noch einmal genießen. Ich werde sie heute nicht für Euch beschreiben wie ich das sonst tue. Allerdings möchte ich die Entstehung von Chancen des MSV Duisburg beleuchten.

Pusch 30. Minute

In der 30. Minute setzt sich Pusch zentral am Sechzehner durch und kommt aus guter Position zum Abschluss. Hiller reagiert gut und hält den Flachschuss. Wie kommt es zu dieser Situation?

Beim Aufbau von hinten heraus werden die Sechzger von Duisburg konsequent gepresst. Ein Querschläger von Moll landet dann auf der rechten Seite bei Ajani. Der wird zwar von Dressel gestellt, aber nicht wirklich attackiert. Ajani kann deshalb einen Pass ins Zentrum zu Knoll spielen, der Puschs Aktion mit einem Steilpass einleitet. Pusch kommt an den Ball, geht an Lex und Morgalla vorbei, dringt in den Sechzehner ein und zieht ab.

Das war die bis dahin größte Chance des MSV Duisburg. Es stand schon 0:3 gegen die Zebras. Aber darf man auch bei diesem Ergebnis den Gegner als führende Mannschaft so agieren lassen? Ich denke, nein. Steinharts Passversuch auf Moll, der zum Querschläger an die Außenlinie wurde, war hier das auslösende Moment für den Ballverlust des TSV tief in der eigenen Spielfeldhälfte.

Die Fehlerkette

Nach dem Ballverlust macht Duisburg im Prinzip alles richtig, einzig der Abschluss der Gastgeber war zu schwach. In dieser Situation einen einzelnen Fehler zu kritisieren, der Entscheidend gewesen wäre, dass Pusch zum Abschluss kommt, fällt mir schwer. Ich denke Steinhart erwischt den Ball nicht so wie er es gerne gehabt hätte, deshalb geht der Ball so zu Moll, dass dieser nichts damit anfangen kann, Dressel stellt den tiefen Passweg zu, so bleibt der Passweg ins Zentrum offen. Knolls Passweg in die Tiefe wird zu spät zugestellt, weil in diesem Raum in dem Moment kein Sechzger zu finden ist. Moll wäre hier zuständig gewesen. Moll von rechts kommend und Biankadi von der linken Seite wollen das Abspiel verhindern kommen aber beide zu Spät. Fehler passieren, das ist im Fußball so. In dem Fall hat Pusch beim Abschluss auch einen gemacht. Von daher Schwamm drüber.

Yeboah 58. Minute

In der Schnittstelle zwischen zwei Verteidigern hindurch spielt Stoppelkamp einen Ball aus dem Mittelfeld auf Yeboah. Der läuft allein auf Hiller, der Ihm den Ball vom Fuß nimmt, zu. Deichmann auf der rechten Seite hebt das Abseits auf. Deshalb kann Yeboah allein auf Hiller zulaufen. Dies ist beim Stand von 0:4 die größte Chance der Duisburger. Da muss Yeboah mehr draus machen. Die eigentliche Frage aber ist: Kann man Deichmann, der das Abseits aufhebt, hier allein den schwarzen Pater zuschieben oder hätte das Zuspiel auf Yeboah auch verhindert werden können oder müssen?

Dass Stoppelkamp mutterseelenallein steht und den Ball ungestört annehmen, verarbeiten und weiterleiten kann, trägt natürlich in gewissem Maße zu dieser Situation bei. Wer wäre hier zuständig gewesen? In meinen Augen Moll. Er orientiert sich zunächst zu Yeboah, der auf der halbrechten Position im Mittelfeld zu finden ist. Als dieser sich auf den Weg nach vorne macht, bleibt Moll ohne Gegenspieler im freien Raum stehen. Es wäre aber eigentlich seine Aufgabe gewesen, zu schauen ob in seinem Bereich möglicherweise Gefahr droht. Hätte sich Moll um 90 Grad nach rechts gedreht, sodass er das Spiel vor sich hat, hätte er Stoppelkamp vermutlich entdeckt und sich wahrscheinlich auf den Weg gemacht zumindest den Raum in diesem Bereich zu zustellen.

Fazit

Verdiente sechs Tore und ein glückliches zu Null auf der Anzeigetafel heben den TSV 1860 München auf Platz vier in der Tabelle und damit auf das ausgegebene Minimalziel, Qualifikation für den DFB Pokal. Bis diese geschafft ist liegen aber noch drei Spiele vor den Sechzgern.

Wenn die Offensivleistung konserviert werden kann und man gegen den Ball noch konzentrierter arbeitet, dann kann Platz vier durchaus noch möglich sein.

Träumereien vom nach wie vor rechnerisch möglichen Aufstiegs- bzw. Relegationsplatz möchte ich hier keinen Vorschub leisten. Wenn das tatsächlich noch möglich sein sollte, reden wir darüber, wenn es denn soweit wäre. Bis dahin kümmere ich mich nur um das Wahrscheinliche. Das ist der vierte Platz, den werden die Löwen mit ähnlicher Leistung in den letzten drei Spielen vermutlich halten können.

Datenquelle: Wyscout

Skandalurteil: TSV 1860 Boxen droht mit Rückzug aus Bundesliga

5
Heimkampf TSV 1860 München Boxen

Eigentlich war alles klar: Die Boxer des TSV 1860 hatten den entscheidenden Kampf beim Auswärtsauftritt in Schwerin gewonnen und somit den Gesamtsieg errungen. Dann aber schaltete sich der Präsident des Deutschen Boxverbandes höchstpersönlich ein und disqualifizierte einen Löwen-Boxer. Der Sieg wurde somit den Gastgebern zugesprochen. Ein Skandalurteil, das im schlimmsten Fall zum Rückzug des TSV 1860 Boxen aus der Bundesliga führen könnte.

TSV 1860 Boxen droht mit Rückzug aus Bundesliga

Was war passiert? Mit dem wichtigen ersten Heimsieg im Rücken ging es am Samstag für unsere Boxlöwen zum amtierenden Meister Traktor Schwerin. Um die Chance auf die Playoffs zu wahren, musste dringend ein Sieg gegen den Favoriten her. Und es sah gut aus! Drei der ersten vier Kämpfe gingen an enorm stark kämpfende Löwen, die mit einer 7:5 Führung in die Halbzeit gingen. Entschieden werden sollte der Tagessieg jedoch im allerletzten Kampf – dem Duell der Superschwergewichtler. Ayman Chamdid trat beim Stand von 12:12 für die Löwen in den Ring und konnte vermeintlich bereits nach wenigen Augenblicken jubeln, da sein Gegenüber aufgrund einer Armverletzung aufgeben musste.

Groß war der Jubel, nachdem der letzte Kampf somit für die Löwen gewertet worden war und der Auswärtssieg in Schwerin feststand. Doch anstatt das 14:13 und damit den wichtigen Tagessieg zu verkünden, wurde erklärt, dass 1860-Mittelschwergewichtler Aleksander Burkiev disqualifiziert worden sei. Grund für die Disqualifikation sei eine angeblich fehlende Unterschrift, die allerdings nur entfernt mit der Veranstaltung selbst zu tun hat. Alle Boxer der Löwen hatten eine gültige Startgenehmigung sowie eine offizielle Zulassung.

Auf ihrer Instagram-Seite beschreiben die Boxlöwen das skandalöse Nachspiel wie folgt.

⚡BUNDESLIGA-UPDATE⚡ Fehlurteil im Boxen!

“Am vergangenen Wochenende reiste der TSV 1860 mit seiner starken Bundesliga-Staffel zum Tabellenführer Schwerin. Unsere Löwen haben eine Top-Leistung erzielt und holten sich einen Sieg nach dem anderen. Bis zum Vorletzten Kampf steht es 12:12. Der letzte Kampf brachte Feuer mit sich. Unser Superschwergewicht dominierte derart, dass der Athlet des BC Traktor Schwerin aufgab. Damit war klar, dass die Münchener Löwen sich ihren Auswärtssieg gegen den Tabellenführer wohl verdient haben. Könnte man meinen.

Nachdem der Livestream abgeschaltet wurde und der Ton ebenfalls verschwand, begab sich der Präsident des deutschen Boxsportverbandes in den Ring und gab frei, dass der Kampf im Mittelgewicht aufgrund von einer fehlenden Unterschrift im Startpass des Gastboxers aus München, welche bereits über 3 Jahre hinweg lag, nicht gewertet werden kann. Jeder Boxer des TSV 1860 hatte eine Startgenehmigung und eine OFFIZELLE ZULASSUNG für die Bundesliga! Eine fehlende Unterschrift, welche nichts mit der Veranstaltung zutun hatte schien den Präsidenten erst dann zu stören als die Münchener klar gewonnen hatten. Somit wurde unseren Münchener Boxern der Mannschaftssieg auf eine unsaubere Art und Wiese nicht zugesprochen! Lediglich wurde nach einem Grund für etwas bestimmtes gesucht.

Der TSV hat bereits Protest gegen diese unfaire und unsportliche Entscheidung des deutschen Boxsportspräsidenten eingereicht. Nun wird der Bundesligaausschluss darüber entscheiden, ob der Sieg dem BC Traktor Schwerin gerecht werden kann.

Sollte dies nicht der Fall sein, wird der TSV 1860 aus der Bundesliga austreten! Derartige regelwidrige Entscheidungen machen den Boxsport kaputt!”

Wie gehts nun weiter?

Wann mit einer Behandlung des Protest bzw. einem Urteil zu rechnen ist, steht aktuell noch nicht fest. Dass das Ganze aber zum Himmel stinkt, ist ziemlich offensichtlich… Wollen wir hoffen, dass die Gerechtigkeit siegt und der TSV 1860 Boxen den Rückzug aus der Bundesliga nicht vollziehen muss.

Passend dazu:

Dritte & Vierte des TSV 1860 nach Kantersiegen weiter Tabellenführer

0
TSV 1860 München III (Dritte Mannschaft)

Tore satt bekamen die Zuschauer am Samstag Nachmittag auf dem 06er-Platz an der St.-Martin-Straße zu sehen. Zuerst besiegte die Vierte des TSV 1860 den FC Sportfreunde deutlich, anschließend machte es die Dritte gegen den SV Stadtwerke gar zweistellig.

Vierte: Halbes Dutzend gegen die Sportfreunde

Niklas Anselment war der Mann der Tages bei der 4. Mannschaft des TSV 1860. Gleich drei Tore erzielte der Löwe beim 6:2 (3:1) der Löwen gegen den FC Sportfreunde. Die weiteren Treffer steuerten Marko Ljevar, Patrick Agostini und Kadir Zeybek bei. Mit diesem deutlichen Heimsieg festigte die Vierte ihren Platz an der Sonne in der A-Klasse.

Der Aufstieg ist indes noch lange nicht in trockenen Tüchern. Zwar haben die Löwen mit 38 Punkten bereits 4 bzw. 5 Zähler Vorsprung auf die Konkurrenten TSV Trudering III und BSC Sendling, diese haben jedoch jeweils drei Spiele weniger absolviert. Nur die beiden ersten Teams in der Tabelle steigen auf.

Dritte des TSV 1860 bleibt Tabellenführer

Gleich zweistellig machte es die Dritte des TSV 1860 am Samstag gegen den SV Stadtwerke und manifestierte ihre Position als Tabellenführer. Bis zur Pause hielten die Gäste noch gut mit; durch Tore von Andre Orbegozo Araujo und Daniel Schlömer stand es “nur” 2:0 für die Löwen. Danach aber brachen alle Dämme. Die Torschützen für 1860 beim 10:1 gegen den SV Stadtwerke München: Andre Orbegozo Araujo (2), Erik Alessandro (2), Daniel Schlömer (2), Dominik Kilpatrick (2), Florian Hagner und Maximilian Stark.

Mit 47 Punkten aus 22 Spielen stehen die Löwen an der Tabellenspitze, gefolgt vom FC Ludwigsvorstadt (45/20) und dem TSV Milbertshofen (41/21). Der FC Espanol verlor am Wochenende beim FC Ludwigsvorstadt mit 1:3 und rangiert auf Platz 4 (40/20). Nur der Meister steigt direkt auf, der Zweite geht in die Relegation.

Ausgezeichnete Löwen in der “Elf des Tages”

0
Stefan Lex, TSV 1860

Was war das für ein Fußballfest gestern im Wedaustadion! Der TSV 1860 München spielte wie entfesselt und fertigte den MSV Duisburg am Ende mit 6:0 ab. Das würdigte auch der “kicker”. So stehen gleich fünf ausgezeichnete Löwen in der “Elf des Tages”.

Die halbe “Elf des Tages” aus Löwen

Wer am heutigen Montag den “kicker” durchblättert, sollte sich natürlich unbedingt die “Elf des Tages” der 3. Liga zu Gemüte führen. Denn dort stellen die Löwen nach der Zebrajagd mit fünf Spielern fast die halbe Mannschaft: So wurden Marco Hiller, Yannick Deichmann, Erik Tallig, Marcel Bär und natürlich der überragende Stefan Lex in der “Elf des Tages” nominiert. Der Löwen-Kapitän wurde zudem zum “Spieler des Tages” gekürt.

Lex hatte am Sonntagnachmittag in Duisburg vier Treffer vorbereitet und sich selbst noch mit einem Tor belohnt. “Letztmals sind mir fünf Torbeteiligungen wahrscheinlich in der Jugend gelungen – oder in der Regionalliga”, meinte der 32-jährige Stürmer nach der Partie. Lex wurde übrigens schon zum zweiten Mal zum “Spieler des Tages” gekürt. Trotz des eindrucksvollen Sieges und des Sprungs auf Rang vier der Tabelle, haderte der Erdinger gestern auch ein wenig: “Der Knoten ist leider ein, zwei Wochen zu spät geplatzt”.

Bär zum sechsten Mal in “Elf des Tages”

Marcel Bär konnte sich über seine sechste Berufung in die “Elf des Tages” des “kickers” freuen. Damit ist der Stürmer derzeit der erfolgreichste Löwe in dieser Liste. In der Torjäger-Liste nimmt Bär übrgiens den zweiten Platz mit bislang 17 erzielten Toren ein. Vor ihm steht mit 18 Treffer der Magdeburger Baris Atik. Da geht doch noch was oder? Stefan Lex erhielt die vierte Nominierung für die “Elf des Tages”. Yannik Deichmann und Erik Tallig standen zum zweiten Mal und Marco Hiller zum dritten Mal in dieser “Elf”.

Nun heißt es weiter hungrig bleiben. Denn jeder Sieg festigt nicht nur den vierten Platz in der 3. Liga, sondern lässt die Saison noch zu einem positiven Ende ausklingen. Und wer weiß, wie oft die Löwen noch in der “Elf des Tages” auftauchen werden?

Perfektes Wochenende: TSV 1860 U17 feiert Klassenerhalt in Bundesliga

0
SV Darmstadt 98 TSV 1860 U17 Klassenerhalt Bundesliga (2)

Was! Für! Ein! Wochenende! Mit einem Sieg beim SV Darmstadt 98 hat die U17 des TSV 1860 den Klassenerhalt am letzten Spieltag sichergestellt. Zudem gab es im Aufstiegskampf wichtige Siege für die U19, die Dritte und die Vierte. Nicht zu vergessen natürlich auch der ebenso überragende wie überraschende 6:0-Auswärtssieg der Profis beim MSV Duisburg.

Klassenerhalt für die U17 des TSV 1860

Die Ausgangslage war klar: Ein Punkt müssen die Junglöwen beim SV Darmstadt 98 holen, dann bleiben sie in der Bundesliga. Leider begann die Partie denkbar schlecht, denn Toch brachte die Lilien nach zehn Minuten in Führung. Sechzig zeigte sich jedoch unbeeindruckt und schlug nur vier Minuten später zurück. Arin Garza traf zum 1:1 und Sechzig hatte das Momentum nun auf seiner Seite.

Nach der Pause erlöste Raphael Ott die Löwen mit dem 1:2 (49.) und als Sean Dulic zehn Minuten vor dem Ende gar den dritten Treffer folgen ließ, brachen alle Dämme. Christian Ehizibue machte in der Nachspielzeit endgültig den Deckel drauf und die U17 des TSV 1860 durfte den Klassenerhalt feiern. Da Kaiserslautern parallel gegen Heidenheim gewann, war es auch unbedingt notwendig, in Darmstadt nicht leer auszugehen… Herzlichen Glückwunsch!

SV Darmstadt 98 TSV 1860 U17 Klassenerhalt Bundesliga (1)
Der Klassenerhalt in der Bundesliga ist eingetütet. Herzlichen Glückwunsch!

Die Spiele im Überblick

Samstag, 23.04.

10.00 Uhr: SV Heimstetten – U15 0:2
13.00 Uhr: SV Darmstadt 98 – U17 1:4
15.00 Uhr: 4. Mannschaft – FC Sportfreunde 6:2
16.00 Uhr: U19 – Würzburger FV 6:0
17.00 Uhr: 3. Mannschaft – SV Stadtwerke 10:1

Sonntag, 24.04.

11.00 Uhr: U16 – SSV Jahn Regensburg 4:1
13.00 Uhr: MSV Duisburg – Profis 0:6

Bilder: TSV 1860 e.V. bzw. privat

TSV 1860 U11 gewinnt internationales Turnier in Viersen

0
TSV 1860 NLZ Grünwalder Straße

Nicht nur die Profis waren am Wochenende erfolgreich unterwegs. Auch bei den zahlreichen Jugendmannschaften der Löwen gab es Grund zur Freude. Die U11 des TSV 1860 München konnte ein Turnier in Viersen gewinnen.

TSV 1860 U11 setzt sich gegen namhafte Gegner durch

Aarhus GF, KAA Gent, Waldhof Mannheim oder Hansa Rostock: die Junglöwen der U11 bekamen es am Wochenende mit namhaften und teils internationalen Gegnern zu tun. Sie folgten der Einladung zu einem Turnier nach Viersen in Nordrhein-Westfalen. Dabei brauchten die kleinen Löwen etwas Anlauf, um richtig in Fahrt zu kommen. Die ersten beiden Spiele gegen den FCA und Aarhus GF (Dänemark) endeten jeweils mit einem Unentschieden.

In Spiel Nummer drei legte die U11 des TSV 1860 München dann so richtig los, am Ende wurde Bayer Uerdingen klar mit 5:0 geschlagen. Weitere Siege gegen Waldhof Mannheim (2:0) und die JSG St. Tönis (9:0) bedeuteten die Viertelfinalteilnahme. Gegner war Hansa Rostock – und es sollte richtig knapp werden. Doch mit einem 1:0 zogen die Junglöwen in das Halbfinale ein. Gegen Alemannia Aachen setzten sie sich mit 2:0 durch, sodass der Turniersieg im Finale gegen den belgischen Vertreter KAA ausgespielt wurde. Die U11 des TSV 1860 kassierte dabei das zweite Gegentor des gesamten Turniertages, schoss allerdings auch vier eigene Tore und konnte den Pokal nach Giesing holen.

Giesinger Gedanken: Ein Treffer je 100 Kilometer bedeutet Platz 4

0

6:0 in Duisburg. In Worten: sechs zu null, meine Damen und Herren! Furiose Löwen überrollen den MSV Duisburg und gewinnen hochverdient im Wedaustadion. Wann hat sich bitte eine Auswärtsfahrt das letzte Mal so gelohnt?

Eine neue Einheit: Tore / 100 Kilometer bei den Löwen

Rund 630 Kilometer trennen München und Duisburg – eine gewaltige Distanz für einen Sonntag, den am Ende etwa 750 Löwenfans auf sich nahmen. Sie sollten nicht enttäuscht werden und wurden mit zahlreichen Treffern belohnt. Bär (2x), Lex, Biankadi, Greilinger und Deichmann sorgten für einen unglaublichen 6:0-Auswärtssieg beim MSV Duisburg. Kapitän Stefan Lex wuchs über sich hinaus und erzielte nicht nur einen eigenen Treffer, sondern war an gleich vier weiteren Treffern direkt beteiligt. Marcel Bär markierte seine Treffer 16 und 17, er hat damit noch beste Chancen auf die Torjägerkanone in der 3.Liga.

Als wäre es das ausgegebene Ziel des TSV 1860 gewesen, den Rückstand auf den VfL Osnabrück (drei Punkte, fünf Tore) mit nur einem Spiel zu egalisieren, agierten die Löwen in der Offensive von Anfang an zielstrebig. Nach nur 22 Minuten war die Messe in Duisburg quasi gelesen. Drei Tore lag der TSV 1860 München zu diesem Zeitpunkt in Front. Gut – wenn es jemand schafft, einen klaren Vorsprung noch zu verspielen, dann ist das Sechzig München. Aber nicht an diesem Tage: drei weitere Treffer sorgten für einen deutlichen Auswärtssieg. Ein Tor pro 100 Kilometer – damit können wir und die Löwen auswärts sicher gut leben, oder? Dem SV Meppen zittern schon die Knie für die kommende Saison…

Alles geben für den DFB-Pokal – oder etwa doch mehr?

Was vor dem Spieltag noch undenkbar war, ist bereits jetzt eingetreten. Von wegen Goldene Ananas – der TSV 1860 München belegt Platz 4 und wäre damit momentan berechtigt, in der nächsten Saison am DFB-Pokal teilzunehmen. Neben einem stimmungsvollen Spiel gegen einen höherklassigen Gegner im Grünwalder Stadion ist vor allem der finanzielle Aspekt hierbei nicht zu unterschätzen. Aber noch sind drei Spiele zu absolvieren, ehe das “Minimalziel“, wie es Michael Köllner auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ausdrückte, erreicht ist. Als nächstes wartet der TSV Havelse auf die Löwen, der sich erhobenen Hauptes aus der 3.Liga verabschieden möchte. Auch diese drei Punkte müssen erst einmal erzielt werden. Die neue Regel sollten die Spieler dabei aber nicht anwenden, sonst gibt es keinen eigenen Treffer zu bejubeln und maximal einen Punkt auf das Konto.

Die Konkurrenz hat Federn gelassen an diesem 35.Spieltag. Braunschweig musste wegen dem Türkgücü-Aus zusehen, Osnabrück und Kaiserslautern verloren ihre Spiele jeweils. Geht da etwa noch mehr für den TSV 1860? Momentan sind es sechs Punkte auf Rang 3 sowie acht auf den 2.Platz. Allerdings haben die Roten Teufel bereits ein Spiel mehr absolviert und müssen am letzten Spieltag tatenlos zusehen. Ich selber glaube daran nicht, es wird schwer genug die lukrative Pokal-Startberechtigung zu verteidigen. Unser Redakteur Mane hat allerdings am gestrigen Sonntag das zarte Pflänzchen der Aufstiegshoffnung im Wedaustadion entdeckt. Ganz einsam und allein wächst es dort vor sich hin. Nach dem starken Auftritt haben es die Löwen nun in der eigenen Hand, eine gute Saison mit Platz 4 in der 3.Liga zu belohnen – mindestens. Wer weiß, vielleicht bejubeln wir am 14.Mai in Giesing gemeinsam doch noch mehr. Ich hätte nichts dagegen einzuwenden…

Pflanze In Einer Treppenstufe Im Wedaustadion Duisburg Beim Spiel Gegen Den TSV 1860 München
Das zarte Pflänzchen der Aufstiegshoffnung entdeckete Mane Forster im Wedaustadion

Nach Farbattacke auf Mannschaftsbus des TSV 1860: “Auswärtssieg” geklebt

1
TSV 1860 Mannschaftsbus Auswärtssieg
Mannschaftsbus des TSV 1860 nach dem Auswärtssieg beim MSV Duisburg

Auswärtsspiel MSV Duisburg – TSV 1860 München: Auswärtssieg nach Farbattacke

“Man sollte den Löwen nicht reizen, liebe Sprayer” schrieb TSV 1860 Pressesprecher Rainer Kmeth auf seinem Instagram-Account unter das Bild des Mannschaftsbusses des TSV 1860. Jener war in der Nacht vor dem Auswärtsspiel beim MSV Duisburg einer Farbattacke zum Opfer gefallen und besprüht worden (sechzger.de berichtete).

Zeitpunkt des Postings: die 84. Spielminute, die Löwen hatten wie entfesselt aufgespielt und führten zu diesem Zeitpunkt mit 6:0.

Hilfe des MSV Duisburg für den TSV 1860 für die Beseitigung

Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle bleiben, dass die Löwen vom MSV Duisburg Putzmittel gestellt bekamen, um das Bild zu entfernen. Das gelang zumindest teilweise. Der Schriftzug “Scheiß Gäste” war ebenso entfernt worden wie die Buchstaben der Sprayer über dem Logo des TSV 1860. So war nur noch “FA” anstatt “FAR” zu lesen und das sogar in grün mit gelbem Akzent. Fast als wollte der grün-goldene Hauptverein des TSV 1860 hervorheben, dass hier die FußballAbteilung unterwegs ist.

Aber es kam noch besser. Nach dem Spiel wurde mit Klebeband noch der Schriftzug “Auwärtssieg” auf den Bus geklebt. An diesen Bildern werden die Sprayer des MSV Duisburg vermutlich noch lange Freude haben.

Michael Köllner gratuliert seiner Mannschaft nach dem Sieg in Duisburg

0
Blick In Das Wedaustadion Beim Spiel MSV Duisburg TSV 1860 München

Bei der Pressekonferenz nach dem Auswärtssieg des TSV 1860 München beim MSV Duisburg zeigte sich Trainer Michael Köllner erwartungsgemäß hochzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

Pressekonferenz in Duisburg: Schmidt stinksauer auf seine Mannschaft

Nach dem furiosen 6:0 des TSV 1860 München beim MSV Duisburg äußerten sich beide Trainer auf der Pressekonferenz. Michael Köllner gratulierte seiner Mannschaft zu der tollen Leistung im Wedaustadion. Er freute sich vor allem über die Reaktion nach der Niederlage gegen den VfL Osnabrück vor heimischer Kulisse.

Gratulation und Respekt an meine Mannschaft, dass sie nach dem schwierigen Spiel letzte Woche gegen Osnabrück, wo wir zuhause leider die Segel streichen mussten mit 2:3, dass wir dann heute trotzdem so viel Charakter, so viel Herz auf den Platz gebracht haben. Des imponiert mir schon.

Ganz anders erging es seinem Gegenüber Hagen Schmidt, der vor dem Spiel ankündigte, den Fans des MSV etwas zurückgeben zu wollen. Dieser Plan ging gründlich schief, ganz im Gegenteil sprach der Trainer von einer “Nicht-Leistung” und gab zu, dass es ihm nach den vorausgehenden 90 Minuten schwer fiel, ein Statement zu der Partie abzugeben.

Schmidt hatte sich entgegen der bisherigen Spiele für eine Viererkette entschieden. Wie in der Taktiktafel vor dem Spiel angekündigt, tritt Duisburg meist im 3-4-3 an. Von der Umstellung erhoffte sich der Trainer des MSV mehr Druck in der eigenen Offensive. Durch die konsequente Chancenverwertung der Löwen sah sich Schmidt nach 22 Minuten gezwungen wieder auf das altbewährte System umzustellen. Entsprechend nahm der Coach eine Teilschuld an der Leistung in der ersten halben Stunde auf seine Kappe.

Duisburg liegt nach der Klatsche gegen den TSV 1860 auf Rang 14 und hat fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Kommende Woche steht das Auswärtsspiel bei Waldhof Mannheim an. Die Löwen empfangen am Samstag den TSV Havelse im Grünwalder Stadion, der bereits als Absteiger feststeht.

Spielbericht: 6:0 Auswärtssieg in Duisburg

3

Am 35. Spieltag mussten die Löwen im Wedaustadion beim MSV Duisburg antreten. Nach der Heimniederlage gegen den VfL Osnabrück spielten die Ergebnisse von Osnabrück und Saarbrücken den Löwen in die Karten. Heute erledigten sie ihre Hausaufgaben und fuhren einen ungefährdeten 6:0 Auswärtssieg in Duisburg ein.

Die Löwen legten los wie die Feuerwehr

Nachdem der Trainer aus der Seitenstraße abfällige Bemerkungen über die Feuerwehr Giesing-Süd tätigte, zeigten die Löwen wie die Feuerwehr Giesing-Süd zu Werke geht. Eigentlich verlief die Anfangsphase spielerisch relativ ausgeglichen, aber der TSV 1860 München zeigte im gegnerischen Strafraum gnadenlose Effektivität. Bis zur 22. Minute drangen die Löwen drei Mal in den Strafraum der Zebras ein und beendeten jeden der Ausflüge mit einem Tor!

Drei Mal im Strafraum = drei Tore

In der 9. Minute kombinierte sich Sechzig ansehnlich über die linke Seite in den Strafraum der Gastgeber. Tallig spielte Lex gut an, der legte den Ball mit viel Übersicht zurück auf Biankadi, der dann wiederum überlegt zum 0:1 links unten einschob. Erster Angriff, erstes Tor!

Der zweite Ausflug in den Strafraum der Duisburger endete mit einem Foulelfmeter. Lex erlief einen langen Ball, wurde dabei von Bakalorz touchiert und fiel. Schiri Schröder zeigte ohne zu Zögern auf den Punkt. Seit Langem mal wieder eine glückliche Entscheidung für 1860, denn Lex wurde wirklich nur leicht berührt und im Vorfeld hatte Morgalla wohl die Hand zur Hilfe genommen. Das alles war Marcel Bär ziemlich egal, denn er schob unhaltbar links unten zum 0:2 ein (20. Minute).

Den dritten Ausflug in den Duisburger Strafraum krönte der Kapitän persönlich mit dem 0:3. Diesmal legte Bär per Pass in die Schnittstelle der Duisburger Verteidigung vor und Lex hämmerte den Ball aus etwa zehn Metern hoch ins kurze Eck. Effektiver geht es nicht!

Morgalla muss ausgewechselt werden

In der Folge kam Duisburg zu zwei kleineren Chancen durch Pusch und Yeboah, die Hiller beide entschärfen konnte. Leandro Morgalla, der wegen eines Speichenbruchs mit einer Manchette ins Spiel gegangen war, musste in der 39. Minute ausgewechselt werden. Für ihn kam Salger ins Spiel, Youngster Niki Lang musste dagegen auf der Bank Platz behalten. Mit einem 3:0 für den TSV 1860 ging es in die Kabinen.

Aufholjagd auf Osnabrück

Die Löwen hatten vor dem Spiel ein um fünf Tore schlechteres Torverhältnis als der VfL Osnabrück vorzuweisen. Offenbar hatten sie sich vorgenommen, das auszugleichen. Denn der TSV 1860 hörte nicht auf nach vorne zu spielen und krönte seine Bemühungen mit weiteren Toren.

Zunächst war es Yannick Deichmann, der für die Löwen auf 0:4 stellte. Er versenkte eine perfekte Ecke von Erik Tallig in der 50. Minute mit dem Kopf in den Maschen von Weinkauf. Auch durch zwei Chancen von Yeboah (gegen den Hiller mit einer Glanzparade retten konnte) und Ademi ließen sich die Löwen heute nicht aus dem Tritt bringen. So besorgte Fabian Greilinger etwa 30 Sekunden nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt das 0:5. Lex hatte ihn hervorragend quer angespielt. Das 0:6 leiß dann wieder Marcel Bär folgen, der in der 70. Minute einen Abpraller von Weinkauf verwertete. Damit war der VfL Osnabrück in der Tabelle überholt!

6:0 Auswärtssieg in Duisburg

Der MSV taumelte nun dem Abpfiff entgegen und die Löwen ließen vor dem dauernsingenden, freudetrunkenen Gästeblock Gnade walten. In der 83. Minute verließ mit Stefan Lex der Man-of-the-match das Feld. Lex war an fünf von sechs Toren beteiligt! Klasse Leistung vom Käptn! Bis zum Schlusspfiff tat sich nichts mehr und Sechzig steht durch den 6:0 Auswärtssieg in Duisburg tatsächlich auf Rang 4 der Tabelle. Damit ist der VfL Osnabrück überholt und der TSV 1860 München stünde aktuell im DFB-Pokal 22/23! Weiter so, Löwen!