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sechzger.de Talk Folge 54 vor TSV 1860 München – VfL Osnabrück

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Youtube Thumbnail Sechzger De Talk 54 Freiburg & VfL Osnabrück 01

Nach dem Sieg gegen Freiburg II und vor dem Duell des TSV 1860 München gegen den VfL Osnabrück lädt Moderator Jan zu Folge 54 des sechzger.de Talks. Zu Gast ist neben Rückkehrer Bernd, der einige Folgen aussetzte, Harald Pistorius von der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Knapper Sieg im Breisgau

Wie üblich beginnt der Talk mit einem Rückblick auf das letzte Spiel der Löwen. Dieses lag beim Aufnahmetermin am Montagabend nicht einmal 24 Stunden zurück. Entsprechend frisch waren die Eindrücke, von denen Bernd aus dem Dreisamstadion zu berichten hatte. Moderator Jan war hingegen nicht vor Ort anwesend und musste mit dem Livestream in den heimischen vier Wänden vorlieb nehmen.

Podcast Brückengeflüster

Der dreifache Punktgewinn in doppelter Überzahl ist allerdings nur vergleichsweise kurz im Fokus der drei Teilnehmer. Bereits nach wenigen Minuten richtet sich der Blick auf den kommenden Gegner des TSV 1860, den VfL Osnabrück. Hier kennt sich Gast Harald Pistorius bestens aus. Seit Anfang der 2000er Jahre leitet er das Sport-Ressort bei der Neuen Osnabrücker Zeitung. Gemeinsam mit Kollegen veröffentlicht er wöchentlich den Podcast Brückengeflüster. Auch heute noch vertritt er unter anderem die Meinung, dass unter seiner Führung stets mindestens ein Mitarbeiter vor Ort im Stadion sein muss, um einen authentischen Artikel schreiben zu können. Neben diesen Eindrücken aus der täglichen Redaktionsarbeit gibt er auch eine Einschätzung zu sechzger.de ab und erklärt, warum ein vergleichbares Projekt in Osnabrück für ihn nicht unter den Begriff “Konkurrenz” fallen würde.

Voller Fokus auf das nächste Spiel: TSV 1860 – VfL Osnabrück

Außerdem versucht Pistorius sein Glück beim Aufzählen von Spielern der Löwen aus den 60er Jahren und erzählt, dass einer von ihnen als Poster in seinem Jugendzimmer zu finden war. Doch auch zum VfL Osnabrück hat er vor dem Duell mit dem TSV 1860 München natürlich einiges zu berichten. Die Lila-Weißen kommen zurück aus einer Corona-Zwangspause und hatten vor dem gestrigen Abendspiel gegen den SC Verl (3:2) nur zwei Tage Zeit für Training in der vollen Mannschaftsbesetzung.

Abschließend gibt es noch eine Quizfrage von ihm, die wir an dieser Stelle natürlich gerne weiterleiten. Welcher ehemalige Nationalspieler wechselte vom VfL Osnabrück zum TSV 1860 München? Die Auflösung gibt es am Ende von Talk Nummer 54!

SC Freiburg II – TSV 1860 in der Taktiktafelanalyse

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich Willkommen zur Taktiktafelanalyse nach dem 2:1 Auswärtssieg des TSV 1860 München beim SC Freiburg II. Freiburg wurde von Thomas Stamm im 3-4-3 (3-4-1-2) ins Rennen geschickt gegen den Ball verschob sich das System der Freiburger zu einem 5-3-1-1 Michael Köllners Löwen kamen wie üblich im flexibel angelegten 4-1-4-1 auf den Platz.

Der TSV 1860 mit Marcel Bär als Stürmer und vier offensiven Mittelfeldspielern vor dem Defensivstrategen Moll auf der Sechserposition wollten dem SC Freiburg II von Beginn an zeigen, wer im Breisgau an diesem Sonntag den Ton angibt. Gegen den Ball teilten sich die beiden zentralen offensiven Mittelfeldspieler Neudecker und Biankadi die Rolle des Box to Box Spielers. Mit einer hoch angelegten Pressingline und hoher Defensivlinie versuchte man den Freiburgern von Beginn an das Positionsspiel so schwer wie möglich zu machen.

Freiburg, mit Personalproblemen, musste ein wenig rochieren. Wegen einer Coronainfektion und einer Verletzung aus dem Spiel gegen Halle, fielen mit Kammerbauer und Kammerknecht zwei wichtige Defensivstützen aus. Somit mussten Tauriainen und Leopold den Part im defensiven Mittelfeld übernehmen. Freiburg hatte trotz der Personalengpässe und der nicht ganz eingespielten Elf ebenfalls eine hohe Pressinglinie gewählt, setzte aber die Defensivlinie etwas weiter hinten an als der TSV 1860 München.

Bevor wir jedoch zum Spiel kommen, wie immer, zuerst die wichtigsten statistischen Werte aus der Partie

Die wichtigsten Satistiken des Spiels SC Freiburg II – TSV 1860

  • Ballbesitz TSV 1860 52%- SC Freiburg II 48%
  • Passgenauigkeit TSV 1860 80% – SC Freiburg II 80%
  • Defensive Zweikampfquote TSV 1860 64% – SC Freiburg II 64%
  • Schüsse/aufs Tor TSV 1860 20/7 – SC Freiburg II 8/3
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 9,7 – SC Freiburg II 7,84

Auf der Suche nach einer Erklärung

Den Statistiken nach war es offensichtlich ein ausgeglichenes Spiel und so kann man das auch sagen. Allerdings war es dergestalt ausgeglichen, dass jede der beiden Mannschaften eine der beiden Halbzeiten mehr oder weniger bestimmte. Es war keineswegs über die kompletten 90 Minuten ein ausgeglichenes Hin und Her.

Wie man es von Freiburg kennt, konnte im letzten Drittel vor dem Tor kaum Gefahr erzeugt werden. Lediglich acht Schüsse konnten die Breisgauer über die neunzig Minuten plus Nachspielzeit abgeben. Da lag die Schussquote beim TSV 1860 2,5 mal so hoch. Freiburg hatte wie immer mit seiner Abschlussschwäche zu kämpfen.

Wir haben also zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten gesehen, und das drückt sich auch in der Statistik aus, wenn man die Zahlen der Halbzeiten gesondert betrachtet. In allem relevanten Statistiken war der TSV 1860 München dem Gegner aus Freiburg in den ersten 45 Minuten deutlich überlegen. Der Gegentreffer war der einzige Schuss im ersten Durchgang, den Freiburg aufs Tor brachte.

Woran es dann in der zweiten Halbzeit lag, dass der TSV 1860 mit einem bzw. sogar mit zwei Spielern mehr auf dem Feld so nachließ und obwohl man mit zwei Spielern mehr auf dem Feld stand nicht mehr dominieren konnte, kann keine Statistik erklären. Das ist Fall für den Psychologen. Und von Psychologie habe ich keine Ahnung.

Schussstatistiken unter der Lupe

Ohne Schüsse fallen keine Tore, deshalb ist es immer wichtig zu sehen, von wo wurde geschossen und wohin gingen die Schüsse der Mannschaften.

Schüsse SCF

Ganze vier Schüsse innerhalb des eigenen Sechzehners ließen die Löwen am Sonntag zu. Das ist auf jeden Fall ein Wert, der über neunzig Minuten hinweg als sehr gut anzusehen ist. Zwei dieser Schüsse wurden quasi innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde von Kehrer abgesetzt. Sie zählen somit quasi als eine Chance. Diese konnte jedoch Marco Hiller mit seiner unfassbaren Reaktion vereiteln.

Als Kehrer in der 50. Minute den Ball hier nicht versenken konnte stand dem jungen Freiburger das blanke Entsetzen im Gesicht geschrieben und es war sicher nicht Kehrer, der hier etwas falsch gemacht hatte. Marco Hiller hatte nur überragend reagiert und und mit seinen Paraden hier klar drei Punkte gerettet. Die Schüsse des SC Freiburg, die knapp vor dem Sechzehner des TSV 1860 abgefeuert wurden, konnten alle geblockt werden. Zwei Schüsse von dreien, die auf seinen Kasten gingen, konnte Hiller also Parieren. einer ging hinein.

Schüsse 1860

Wie sieht nun diese Statistik auf der anderen Seite aus? Die Spieler des TSV 1860 München schossen 20 Mal. Neun dieser Schüsse erfolgten im Sechzehner des Gegners. Das ist ein guter Wert. Nur einmal, zog ein Spieler der Löwen aus einer eher weniger aussichtsreichen Position ab. In der sechsten Minute war es Neudecker der aus 25 Metern schießen wollte. Sein Versuch wurde aber geblockt.

Ebenso wie sieben weitere Versuche des TSV 1860 München, gegen Freiburg ein Tor zu erzielen. Von den Schüssen außerhalb des Sechzehners blockten die Freiburger fünf Schüsse. Von denen innerhalb der Box drei. Fünfmal hielt Torhüter Atubolo bei Schüssen der Löwen.

Gegen Neudeckers Freistoß, der zum Tor führte, hatte Freiburgs neunzehnjährige Nummer Eins keine Chance. Zu spät sah er diesen Schuss. Auch bei Deichmanns Treffer war Atubolu sicher nicht derjenige, dem man die Schuld geben muss, dass der rechte Verteidiger des TSV 1860 München einnetzen konnte. Bei den anderen Schüssen, die auf seinen Kasten gingen, konnte er sich dreimal mit Reflexparaden auszeichnen. Man kann durchaus behaupten Atubolu hat sein Team im Spiel gehalten.

PPDA

Beide Mannschaften hatten gute Werte bei der Pressingintensität. Das Pressing beider Teams war jedoch auch ähnlich angelegt. Sieht man sich die Verteilung der Defensivzweikämpfe und der abgefangenen Pässe in den pressingrelevanten Zonen an, ist das sehr ähnlich gelagert. Freiburg hatte in der ersten Halbzeit Probleme, sich aus dem Pressing der Löwen zu befreien. Die Sechzger standen in der zweiten Halbzeit vor diesem Problem. Warum das vor allem mit einem bzw. zwei Mann mehr so war, erschließt sich einem nicht wirklich. Das Spiel von hinten heraus wirkte bei den Löwen mit zunehmender Spieldauer immer überhasteter. Ein drittes Tor um das Spiel zu beruhigen wollte aber nicht fallen.

Rote Karten: Fluch oder Segen?

Es war also tatsächlich ein ausgeglichenes Spiel. Das ist allerdings vor allem deshalb ein wenig verwunderlich, weil die Freiburger das Spiel mit nur acht Feldspielern beendeten. Warum konnten sich die Löwen gegen eine in Unterzahl spielende Freiburger Mannschaft nicht klarer durchsetzen? Es ist nicht das erste Mal und wird vermutlich auch nicht das letzte Mal sein, dass eine Mannschaft in Überzahl irgendwann im Spiel den Faden verliert und nicht mehr so stark dominieren kann wie sie es eigentlich sollte.

Erinnerung an vergangene Zeiten

Erinnern möchte ich hier zunächst an ein Spiel unserer Löwen gegen den Karlsruher SC vom 18.03.1995. Wer erinnert sich? Es gab in diesem Spiel drei rote Karten. Alle gegen den KSC. Trotzdem gewannen die Löwen dieses Spiel “nur” mit 1:0, und mussten bis zur letzten Sekunde zittern, ob dem KSC nicht doch noch der Ausgleich gelingen sollte.

Es ist immer unverständlich warum es oft nicht funktioniert, dass man, wenn man mit elf gegen elf eigentlich gut und dominant gespielt hat, dies auch gegen zehn Mann oder weniger fortführt. Fakt ist aber auch, dass in dem Moment in dem einer Mannschaft ein Spieler fehlt, das nicht unbedingt ein großer Nachteil für die dezimierte Elf ist. Abgesehen von einer “Jetzt-erst-recht-Mentalität”, die sich einstellt, verschieben sich oft die Räume in denen Spieler dann, vor allem beim Spiel mit Ball stehen und plötzlich passt irgendein Schräubchen im Matchplan der Mannschaft in Überzahl nicht mehr.

Nicht nur die Löwen kämpfen mit diesem Problem

Wir haben dieses Phänomen in allem möglichen Spielen auf allen möglichen Ebene gesehen. Nicht nur beim TSV 1860 München. Vielleicht kann unser Gastautor der Kassenwart, der sich viel mit der Psychologie des Spiels beschäftigt, hierzu in Zukunft einmal einen Artikel schreiben, der auf dieses Phänomen eingeht. Mir fallen viele weitere Beispiele ein in denen die favorisierte Mannschaft, in Überzahl plötzlich den Faden verlor und nicht mehr so erfolgreich weitergespielt hatte wie noch vor dem jeweiligen Platzverweis. Eines dieser vielen Spiele war das Eröffnungsspiel der WM 1990, als Argentinien, der damals amtierende Weltmeister, gegen dezimierte Kameruner mit 0:1 verlor.

Was man aber auch ganz deutlich sagen muss ist, dass in den ersten 45 Minuten auch nach dem Platzverweis für Braun-Schumacher eine sehr dominante Vorstellung des TSV 1860 München gewesen ist.

Das Spiel

Wie oben schon geschrieben Spielten die Freiburger zunächst mit einer Dreierkette in der Innenverteidigung gegen den Ball also mit abkippenden Außenspielern eine Fünferkette. Nach Braun-Schumachers Platzverweis wurde aus dieser Fünferkette eine Vierkette. Das System veränderte sich also von 3-5-2 auf 4-4-1 Kehrer rückte gegen den Ball von der Position als zweite Spitze neben Vermeij auf die linke Außenbahn Flügel. Bei eigenem Ballbesitz war Kehrer jedoch weiterhin bemüht schnell die Bindung zum Sturmzentrum wiederherzustellen. Die Freiburger Spielten dann mit einer einseitig gependelten Abwehrkette ein 3-4-2 bei Ballbesitz.

Nach dem zweiten Platzverweis, der den linken Verteidiger Risch mit Gelb-Rot aus dem Spiel nahm, musste Trainer Thomas Stamm Kehl vom Platz nehmen, um mit Einwechselspieler Ezekwem die Abwehrreihe wieder zu komplettieren.

Das Spiel bestand aus zwei Halbzeiten die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Die erste Halbzeit

Über weite Strecken des ersten Durchgangs hatte der TSV 1860 München den SC Freiburg im Griff. Einzelne Vorstöße mal ausgenommen war Freiburg vor allem in der ersten Viertelstunde des Spiels quasi nicht vorhanden. Keinen einzigen Schuss und nur einen Ballkontakt im Sechzehner der Löwen gestatten die Sechzger den Freiburgern. Just am Ende der ersten Viertelstunde gab es dann nach dem Platzverweis für Braun-Schumacher eine Freistaoß kanpp vor der Sechzehnerbegrenzung und damit auch das 1:0 für die Sechzger durch Neudecker.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit kam Freiburg dann besser ins Spiel. Davon aber unbeeindruckt legten die Löwen nach und brachten mit Deichmann, der in der 32. Minute völlig alleingelassen auf der rechten Seite der kleinen Box eine Flanke zum 2:0 verwertete.

Nur wenige Minuten später kam Freiburg zum Anschlusstreffer. in der 37. Minute war es Kehrer der zentral vor dem Tor der Löwen vor Hiller an den Ball kam und einen Pass aus dem Halbfeld zum 1:2 Endstand im Gehäuse unterbrachte.

Die zweite Halbzeit

Gleiches wie für die erste Hälfte des Spiels gilt für die zweite Halbzeit, nur, dass es in diesem Fall die badischen Gastgeber waren, die unsere Löwen immer mehr einschnürten. Wirkliche Chancen erspielte sich Freiburg aber nur kurz nach Wiederanpfiff, als in der 50. Minute wiederum Kehrer Hiller zweimal prüfe. Außer dieser Doppelchance bargen die Ballkontakte die Freiburg sich im Strafraum des TSV 1860 München erspielte keine Gefahr mehr für den von Marco Hiller gehüteten Kasten der Sechzger.

In der 57. Minute zückte der gute Schiedsrichter in seiner einzigen vielleicht etwas kleinlichen Entscheidung zum zweiten Mal den roten Karton gegen den SC Freiburg. Diesmal wurde es eine Gelb-Rote Karte gegen den linken Außenbahnspieler Risch, der etwa eine Minute zuvor wegen Ballwegschlagens schon Gelb gesehen hatte.

Aber auch mit zwei Spielern mehr auf dem Platz konnte Sechzig dem Spiel nicht mehr seinen Stempel aufdrücken. Zu hoch war die Nervosität, möglicherweise ein weiteres Mal drei sichere Punkte zum Ende des Spiels hin noch einmal abgeben zu müssen. So verteidigten die Münchner hauptsächlich und versuchten mit Nadelstichen und Konterangriffen gegen die dezimierten Hausherren noch ein drittes Tor zu erzielen, was wohl die Entscheidung gewesen wäre zu erzielen. Leider gelang das nicht, obwohl es mehrere Möglichkeiten gegeben hätte.

Lex hatte in der 62. Minute die wohl beste Chance für die Sechzger im zweiten Durchgang. Leider konnte er aus aussichtsreicher Position den Ball nicht im von Atubolu gehüteten Tor unterbringen.

Eine Zitterpartie endete also nach sechs Minuten Nachspielzeit mit einem verdienten, aber nicht so klaren Sieg, wie man es mit zwei Spielern Überzahl vermuten möchte, für den TSV 1860 München.

Die Tore

Das 1:0

Nachdem, der sich allein auf dem Weg zum Tor befindliche, Marcel Bär von Braun-Schumacher gefoult worden war schoss Schlitzohr Richy Neudecker den Freistoß flach unter der springenden Mauer hindurch aus etwa 17 Metern neben dem rechten Pfosten in die Maschen zum 1:0.

Das 2:0

Nachdem Freiburg es nicht geschafft hatte sich in dieser Situation bei eigenem Ballbesitz aus der eigenen Spielfeldhälfte zu befreien, eroberten die Löwen nach dem Versuch der Freiburger den Ball lang zu spielen, das Leder. Moll fing den Pass ab und spielte zu Lex der einige Meter in der Spielfeldhälfte der Freiburger, auf der halblinken Seite das Zuspiel in Empfang nahm. Lex verarbeitete die Kugel und nach wenigen Metern die er mit Ball am Fuß weiter nach vorne gelaufen war passte die Nummer sieben der Sechzger nach links hinaus zu Biankadi.

Biankadi, dem von zwei Freiburgern die Passwege nach vorn und ins Zentrum zugestellt wurden legte das Spielgerät zurück zu Fabian Greilinger, der mit seinem ersten Kontakt einen langen Ball zu Neudecker Spielte. Etwa zwei Meter von der Seitenauslinie entfernt auf Höhe der Sechzehnmeterraumbegrenzung nahm Neudecker den Pass an. Dann geht er mit dem Ball am Fuß noch etwa fünf Meter Richtung Torauslinie und schlägt eine Bogenlampenflanke auf die rechte Seite der kleinen Box, wo der von keinem Abwehrspieler der Freiburger beachtete Deichmann mutterseelenallein einläuft und den Ball in der 32. Minute hinter Atubolu im Tor versenkt.

Das 2:1

Nach einem Einwurf in der Mitte der Hälfte des TSV auf der rechten Freiburger Seite spielt Sildilia den Ball in halbrechter Position diagonal nach rechts zu Treu der wiederum diagonal nach links vorn auf den in halblinker Position stehenden Leopold. Der Schlägt die Kugel halbhoch in den Sechzehner zentral vor das Tor der Löwen. Kein Abwehrspieler ist in der nähe um den Ball zu klären, so muss Hiller aus seinem Kasten, kommt aber einen Schritt zu spät gegen Kehrer der aus etwa sieben Metern zum 2:1 Endstand trifft.

Bär und Lex versuchen bei dieser Passstaffette ihre Gegenspieler Sildilia und Treu zu attackieren kommen aber beide zu spät. Biankadi versucht noch aus dem Zentrum kommend Leopold anzugreifen, kam aber zu spät.

Vor dem letzten Pass als Leopold den Ball bekommt sehen wir auf der letzten Linie der Löwen fünf Mann stehen. Moll löst sich hier gerade aus der an der Sechzehner-Begrenzung stehenden Löwenkette um auf seine Position zurückzukehren. Die Viererkette der Löwen plus Neudecker bewachen also den Strafraum. Von Freiburg stehen auf gleicher höhe drei Spieler. Neudecker hätte sich hier meiner Meinung nach früher nach vorne bewegen müssen, dann hätte Leopold nicht den Raum und die Zeit gehabt um den Ball so ungestört zu verarbeiten und weiterzuleiten. Abgesehen davon ist so ein halbhoher Ball hinter eine Abwehrreihe immer schwer zu verteidigen. Den Innenverteidigern einen Vorwurf zu machen ist hier schwer. Auch Hiller tut sein Bestes. Seis drum es hat ja trotzdem gereicht.

Fazit

In Überzahl hat der TSV 1860 gegen den SC Freiburg einen verdienten Arbeitssieg eingefahren. Dass man in Überzahl oft gehemmt wirkt ist, wenn es mit einem Sieg klappt im Nachhinein egal. Woran das liegt, dass man in Überzahl des Öfteren so gehemmt ist, müssen die sportlich Verantwortlichen baldmöglichst ergründen.

Der TSV 1860 München steht jetzt auf dem vierten Platz und muss sich am kommenden Wochenende mit dem VFL Osnabrück messen. Osnabrück, die noch Nachholspiele in der Hinterhand haben, sind auf alle Fälle Konkurrenten um den begehrten vierten Platz in Liga drei, der die Teilnahme am DFB Pokal garantiert.

Nach dem Zittersieg vom Sonntag heißt es jetzt Mund abwischen und nach vorne schauen. Am Samstag geht es im Traditionsduell mit der Mannschaft von der Bremer Brücke wieder um wichtige drei Punkte, die im Rennen um die vorderen Plätze gebraucht werden.

Datenquelle: Wyscout

Neudecker und Deichmann in der Elf des Spieltages

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Richard Richy Neudecker TSV 1860

Nach dem Sieg der Löwen am Sonntag in Freiburg haben es mit Richy Neudecker und Yannick Deichmann zwei Spieler des TSV 1860 München in die Kicker Elf des Spieltags geschafft. Die Torschützen des TSV vom Samstag sind in dieser Auswahl gelandet.

Richy Neudecker der nicht nur das Tor zum 1:0 per Freistoß besteuerte, sondern auch den Treffer von Rechtsverteidiger Yannick Deichman auflegte zeigte im großen und ganzen ein gutes Spiel. Auch wenn seine versuche sich im Duell Mann gegen Mann durchzusetzen oft scheiterten hat er die meisten Ballkontakte aller Offensivspieler des TSV gehabt. Von seinen Sechs Schüssen gingen drei auf das Tor der Gastgeber, alle Pässe die er in den Gegnerischen Strafraum spielte fanden den Adressaten, und nur elf mal verlor er den Ball gegen einen Gegenspieler. Jetzt noch den Vertrag erneuern dann passt alles Richy.

Deichmanns Beitrag zum Sieg der Löwen war nicht nur das Tor in der 32. Minute, vor allem mit seinem guten Passspiel hat er auf der rechten Außenbahn auch immer die wieder die Offensive angekurbelt. Bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung war Deichmann eine absolute Triebfeder im Spiel der Löwen. Die wenigen Pässe die nicht ankamen waren, bis auf einen, alle in der gegnerischen Hälfte zu verordnen. Seine Flanke auf Bärs Kopf nach Lex Pfostentreffer hätte durchaus eine Torvorlage werden können wenn der Stürmer die Kugel in der 63. Minute besser trifft.

Beide Spieler haben es absolut verdient in der Elf des Tages beim Fachblatt Kicker zu stehen. Glückwunsch dazu auch von unserer Seite.

Sechzig um sieben: Deichmann wohl fit für Osnabrück

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Sechzig um Sieben: Heimpremiere rückt näher

Das Foul an Yannick Deichmann in der Schlussphase des Spiels bei SC Freiburg II war einer der Aufreger des Spiels. In den Wortgefechten während der sechsminütigen (!) Verletzungspause kassierte Michi Köllner die vierte gelbe Karte und ist nun kommenden Samstag beim wichtigen Spiel gegen Osnabrück gesperrt. Leichte Entwarnung gibt es für den Gefoulten: Deichmann ist wohl fit und wird spielen können.

Yannick Deichmann wahrscheinlich fit für Osnabrück

Der Dauerbrenner im Team der Löwen erzielte in Freiburg sein erstes Tor für den TSV 1860 München. Und wie es im Leben eines Löwen so läuft, liegen Hochs und Tiefs eng beieinander. In der 86. Minute wurde Deichmann gefoult, musste ausgewechselt werden und stand mit dicker Bandage ums Knie in den ansonsten hüpfenden Löwenspielern bei den Feierlichkeiten des knappen Auswärtssiegs in Freiburg vorm gut gefüllten Auswärtsblock. In der gestrigen PK kündigte Köllner an, dass Deichmann sich heute einer MRT-Untersuchung unterziehen würde. Deichmanns Bänder zeigten sich heute stabil, so dass das MRT gestrichen wurde. Am Donnerstag soll Deichmann wieder ins Training einsteigen und am Samstag fit für den Knaller gegen Osnabrück sein.

Neudecker fühlt sich wohl in München

Mittelfeldmotor Richy Neudecker legte mit seinem Tor und seinem Assist den Grundstein für den Auswärtserfolg in Freiburg. Dennoch besitzt er für die kommende Saison noch keinen Vertrag. Der AZ verriet er gestern, dass er sich in München wohl fühlt. Das ist wohl durchaus als ein Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen, dass er gerne an der Grünwalder Straße bleiben möchte. Hoffentlich hat Günther Gorenzel das mitbekommen und bringt einen neuen Vertrag mit unserer Nummer 31 bald unter Dach und Fach. Die gestrige Leistung dürfte Begehrlichkeiten anderer Clubs geweckt haben…

Winninger sucht neue Stürmer

Bernd Winninger analysierte in den letzten Tagen, welche machbaren Verstärkungen er für nächste Saison auf diversen Positionen sieht. Gestern ging es um die Stürmer und er hat einige interessante Vorschläge in petto, wer Marcel Bär nächste Saison bei der Torejagd unterstützen könnte. Diskutiert mit, wie Ihr sie findet und bringt gerne weitere Vorschläge mit ein.

Die Löwenergebnisse vom Wochenende

Die Amateur- und Nachwuchsteams des TSV 1860 München waren am Wochenende natürlich auch im Einsatz. Die Ergebnisübersicht findet Ihr hier. Leider muss die U17 nach dem 2:3 gegen Eintracht Frankfurt um den Klassenerhalt bangen. Ein Punkt in Darmstadt ist Pflicht, um in der höchsten Klasse zu verbleiben. Auf dem Weg dorthin fertigte die U19 Wacker Burghausen mit 10:2 ab und nimmt klar Kurs auf die Bundesliga. Die Frauen konnten einen 6:0-Auswärtssieg beim FC Dreistern feiern.

News aus der dritten Liga

Osnabrück – Verl 3:2

Unser nächster Gegner konnte beim Montagsspiel einen Rückstand gegen den SC Verl drehen. Verl führte bis zur 67. Minute mit 2:1 (0:1 20. Berlinski, 1:1 31. Traore, 1:2 67. Berzel). In der 73. Minute glich Klaas per fragwürdigem Foulelfmeter aus. Den Siegtreffer besorgte Heider in der 85. Minute per Kopf. Damit bleiben die Osnabrücker den Löwen in der Tabelle dicht auf den Fersen. Sie liegen einen Punkt hinter uns und haben ein Spiel weniger. Ein Sieg ist also am Samstag Pflicht! Stürmer Simakala wird dabei fehlen, er kassierte die 5. gelbe Karte. Außerdem wurde bekannt, dass die Lila-Weißen am 19.04. das Nachholspiel gegen Halle austragen werden.

Braun-Schumacher ein Spiel gesperrt

Sandrino Baum-Schumacher wird für seine Notbremse an Marcel Bär für ein Spiel gesperrt. Er verpasst damit nur den Auftritt bei Waldhof Mannheim.

Neudecker zur Wahl des “Spieler des Spieltags” nominiert

Liga3-online sucht wieder den Spieler des Spieltags. Nominiert ist auch Richy Neudecker. Ihr wisst, was Ihr zu tun habt.

Damit seid Ihr wieder bestens informiert für den heutigen Löwentag. Alles wichtige rund um die dritte Liga und den TSV 1860 München erfahrt Ihr wie immer bei sechzger.de.

Die Löwen am Wochenende: U17 des TSV 1860 muss zittern

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U17 TSV 1860 München Saison 2021/2022
Die U17 des TSV 1860 München in der Saison 2021/22

Während Profis, U21 und U19 wichtige Siege feiern konnten, gab es bei der U17 lange Gesichter. Einen Spieltag vor Saisonende steht die Mannschaft von Felix Hirschnagl zwar noch einen Zähler vor den Abstiegsrängen, gegen Eintracht Frankfurt wurde der vorzeitige Klassenerhalt jedoch verpasst.

U17 des TSV 1860 muss zittern

Mit einem Dreier zuhause gegen die bis dato hinter den Löwen platzierte Eintracht aus Frankfurt hätte die U17 des TSV 1860 den Abstieg bereits vor der finalen Spielrunde fixieren können. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. So feierten die Hessen einen 3:2-Sieg an der Grünwalder Straße und die Löwen sollten dringend am letzten Spieltag dreifach beim SV Darmstadt 98 punkten, um den Klassenerhalt in der Bundesliga aus eigener Kraft zu schaffen.

U19 kommt der Bundesliga näher

Ebenfalls in die Bundesliga möchte die U19 der Löwen. Nach dem souveränen 5:1-Sieg bei Mitfavorit Jahn Regensburg in der Vorwoche, deklassierte die Schittenhelm-Elf diesmal Wacker Burghausen mit 10:2. Mit 10 Punkten aus den ersten vier Spielen rangiert der TSV 1860 auf Platz 1 der Aufstiegsrunde; nur der Meister steigt am Saisonende nach sieben Spieltagen auf.

Dritte remis, Vierte siegt

Während die Dritte des TSV 1860 bei Aufstiegskonkurrent FC Espanol ein torloses Remis erreichte, setzte die 4. Mannschaft ihre Siegesserie mit einem 7:4 beim SV-DJK Taufkirchen II fort. Beide Teams dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen.

Frauen siegen souverän

Den Frauen des TSV 1860 dürfte der Aufstieg indes nicht mehr zu entreißen sein. Sie gewannen beim FC Dreistern Neutrudering mit 6:0 und führen die Tabelle souverän an.

Die Spiele im Überblick

Freitag, 08.04.

17.00 Uhr: ESV München U11 – U10 2:2
19.00 Uhr: FC Augsburg – U16 3:0

Samstag, 09.04.

10.30 Uhr: U15 – FV Illertissen 3:0
11.00 Uhr: TSV Milbertshofen U11 – U10 0:4
13.00 Uhr: U17 – Eintracht Frankfurt 2:3
15.00 Uhr: U13 – VfB Stuttgart 1:0
15.00 Uhr: FC 1920 Gundelfingen – U21 0:1
16.00 Uhr: U19 – Wacker Burghausen 10:2

Sonntag, 10.04.

10.45 Uhr: FC Dreistern Neutrudering – Frauen 0:6
11.00 Uhr: U12 – SpVgg Greuther Fürth 9:0
11.00 Uhr: 1. FC Heidenheim – U14 1:2
12.45 Uhr: SV-DJK Taufkirchen II – 4. Mannschaft 4:7
12.45 Uhr: FC Espanol – 3. Mannschaft 0:0
13.00 Uhr: SC Freiburg II – Profis 1:2

Einen starken zweiten Platz holten die U11-Junglöwen beim U11-Kids World Cup in Oberrad (Frankfurt). Dabei spielte sich die Mannschaft gegen 39 weitere Team wie Eintracht Frankfurt, Rapid Wien, Royal Antwerpen oder AZ Alkmaar bis ins Finale des zweitägigen Turniers. Erst dort konnten sie von Bayer 04 Leverkusen gestoppt werden. Herzlichen Glückwunsch!

Michael Köllner: “Wir haben nicht zwingend auf ein drittes Tor gespielt”

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Michael Köllner Thomas Stamm SC Freiburg II TSV 1860 Pressekonferenz

2:1-Auswärtssieg bei einer der heimstärksten Mannschaften der Liga und dennoch nicht ganz zufrieden. So lässt sich das Fazit aus der Pressekonferenz nach dem Spiel des TSV 1860 beim SC Freiburg II zusammenfassen. Kein Wunder, denn mit zwei Spielern mehr auf dem Platz hätten sich sowohl die Fans als auch Trainer Michael Köllner etwas mehr erwartet.

Starke erste Halbzeit der Löwen

Dabei hatte alles so gut begonnen, die Löwen agierten druckvoll und ließen gleich zu Beginn in Person von Marcel Bär eine Top-Chance liegen. Der frühe Platzverweis und die direkt anschließende Führung spielten dem TSV 1860 zusätzlich in die Karten. Folglich war auch Michael Köllner mit der ersten Hälfte hochzufrieden.

“Was wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, war richtig, richtig gut. Wir haben sehr druckvollen und extrem aggressiven Fußball gespielt. Wir haben viele Lücken in die Fünferkette des Gegners gerissen und uns viele Möglichkeiten herausgespielt.”

Weniger gut gefielen dem Trainer die Nachlässigkeiten im Defensivverhalten, die zum zu dem Zeitpunkt überraschenden Anschlusstreffer der Gastgeber führten.

Mangelhafte Spielstruktur nach der Pause

Ein ganz anderes Bild bot sich nach dem Seitenwechsel, als “wir in den ersten zehn Minuten nicht gut ins Spiel gefunden haben”. Zwar habe man anschließend die Partie “unter Kontrolle” gehabt, von der doppelten nummerischen Überlegenheit war jedoch wenig zu sehen.

“Wenn Du dann Deine Spielstruktur nicht hundertprozentig einhältst, dann wird auch in Überzahl schwer, dass Du das dritte Tor machst. (…) Im Gegensatz zur letzten Woche sind wir diesmal schadlos rausgegangen. So freuen wir uns über drei Punkte und sind gerüstet für nächste Woche Osnabrück zuhause.”

Zudem brachte Köllner seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die Verletzung von Torschütze Yannick Deichmann als nicht so schwer herausstellt und er am kommenden Wochenende dabei sein kann. Auch die Rückkehr des diesmal verletzt ausgefallenen Leo Morgalla stellte der Coach in Aussicht.

Ergebnisverwaltung statt Vorentscheidung

Auf die Frage von sechzger.de, ob man mit zwei Mann mehr auf dem Platz nicht ein wenig mehr hätte investieren müssen, um mit einem dritten Treffer die Vorentscheidung herbeizuführen, antwortete Michael Köllner:

“Das stimmt, wir haben da nicht zwingend auf ein drittes Tor gespielt. Man muss da die Spieler aber auch ein Stück weit verstehen. (…) Wir haben letzte Woche gegen Saarbrücken einen bitteren späten Ausgleich bekommen. Das bringst Du so schnell ned aus der Erinnerung raus. Da bleibt das Gefühl: ‘Hoffentlich bekommen wir jetzt keinen dummen Konter und kein dummes Tor.’ Das war ja gegen Saarbrücken auch so. Die waren ja auch mausetot am Ende des Spiels und machen dann trotzdem noch das 1:1. (…) Am Ende war es für mich wichtig, dass wir das Spiel heimbringen und die Punkte mitnehmen.”

Zudem stellte der Trainer heraus, dass Freiburg nicht umsonst so eine tolle Heimbilanz habe und über viele junge und schnelle Spieler verfüge, auf die man jederzeit gut aufpassen müsse. Zwar seien ein paar brenzlige Situationen im Mittelfeld entstanden, tatsächliche Torchancen hätten sich die Breisgauer jedoch nicht mehr erspielt.

Mögliche Neuzugänge Saison 2022/23 – Teil 4: Stürmer

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Möglicher Neuzugang TSV 1860 München Gesicht Mit Fragezeichen Causa

Der vierte und letzte Teil der Serie über mögliche Neuzugänge beim TSV 1860 München beinhaltet nun mögliche Sturmpartner für Marcel Bär. Nach dem unvermeidlichen Abgang der “Wampe von Giesing” Sascha Mölders im Verlauf dieser Saison, klafft dort zwar nicht unbedingt eine gravierende Lücke, dennoch wäre ein weiterer Stürmer in den Reihen des TSV 1860 München durchaus wünschenswert.

Stürmer für die Löwen im Inland

3. Liga

Sehr interessant wäre Jannick Jaeschke vom TSV Havelse. der 28-jährige Mittelstürmer ist der erfolgreichste Stürmer beim Verein aus Niedersachsen, hat eine unwahrscheinlich hohe Zielgenauigkeit, ein gutes Auge für seine Mitspieler, ist für einen Stürmer sehr passsicher und obendrein ein technisch beschlagener Spieler der viele Dribblings gewinnt. Ein kleines Manko ist seine nicht allzugute Quote bei Kopfballduellen. Aus dem Kreis der Drittligastürmer, deren Verträge auslaufen, wäre Jaeschke für mich, vom Gesamtpaket her, ein guter Kandidat. Dass er im Spätherbst letzten Jahres einmal Gast im sechzger.de-Talk war, hat diese Einschätzung nicht beeinflusst – spricht aber auch nicht gegen ihn.

Elias Huth kam in der Winterpause quasi als Draufgabe zu den 250.000 €, die Lautern für Terence Boyd bezahlt hat, aus der Pfalz an die Saale. Beim Halleschen FC läuft nun im Sommer sein Vertrag aus. Eine Verpflichtung von Huth wäre ein Wahnsinnsschachzug vom TSV 1860 München. Kein Stürmer ist beim Abschluss genauer, als er. Sieben von zehn Schüssen die er abfeuert, gehen so auf den gegnerischen Kasten, dass der Keeper Arbeit bekommt. Statistisch gesehen schießt Huth alle 173 Minuten, also in jedem zweiten Spiel, ein Tor. Außer dem Toreschießen hat Huth ähnliche Qualitäten wie Jaeschke: Er ist auch ein guter Vorbereiter und hat ein gutes Passspiel. Seine Fähigkeiten im Dribbling fallen gegenüber jenen Jaeschkes deutlich ab. Aber bei einem Stürmer zählen Tore und da hätte Huth wiederum leicht die Nase vorn.

2. Liga

Ein wahres Kopfballungeheuer ist der noch bei St. Pauli unter Vertrag stehende Däne Simon Makienok. Mit 2,01 m Größe ist das auch nicht weiter verwunderlich. Zudem ist der 31-jährige für einen Spieler seiner Größe auch durchaus technisch versiert. Bei den Hamburgern im Moment oft nur zweite Wahl, wäre ein Spieler wie er eine große Bereicherung für jedes Team der dritten Liga. Ihn zum TSV 1860 München zu lotsen, wäre etwas wofür sich die sportliche Geschäftsführung lange selbst auf die Schulter klopfen dürfte. Obwohl Makienok im Freudenhaus der zweiten Liga nur selten in der Anfangsformation stand und insgesamt nur 39% der möglichen Spielminuten absolviert hat, bringt er es auf sechs Tore in dieser Saison. Heruntergerechnet auf die Spielzeit sind das 0,52 Tore pro 90 Minuten. Eine – wie ich finde – gute Quote.

Das Gerücht über Stefan Kutschke, der angeblich mit dem TSV 1860 München in Verhandlungen steht, möchte ich weder befeuern, noch dementieren. Vom Spielertyp her ist Kutschke natürlich einer, den jede Mannschaft in der dritten Liga brauchen könnte. Dass er ein Top-Drittligastürmer ist, hat er bewiesen. Das Alter von 33 Jahren mag vielleicht mancher als Hemmschuh sehen, ich persönlich sage: Solange ein Spieler in der Lage ist, seine Leistung zu bringen, ist das Alter nur eine Zahl, die keinen Wert hat. Außer, dass sie zeigt, wie viel Erfahrung der Spieler schon gesammelt hat.

Stürmer für die Löwen jenseits der Grenzen

Tschechische Republik

Rigino Cicilia kommt gebürtig aus Willemstad auf der Insel Curaçao, er ist also Niederländer und dürfte somit in der dritten Liga für den TSV 1860 München stürmen. Bei seinem momentanen Verein Slovacko Hradiště in der ersten Tschechischen Liga hat er diese Saison kaum gespielt. Ein Spieler mit seinen Fähigkeiten, die der typischen niederländischen Fußballschule entsprechen, wäre aber für den TSV 1860 München in der dritten Liga mit Sicherheit ein toller Neuzugang. Trotz einer größe von 1,97 m technisch gut ausgebildet mit punktgenauem Passspiel und mit einer Trefferquote von 0,4 Toren pro 90 Minuten ist er ein Kandidat an dem man, wenn die Sprachbarriere nicht zu hoch liegt, bestimmt viel Freude hätte.

Türkei

Ömer Şişmanoglu spielt derzeit bei Denizlispor in der zweiten türkischen Liga. Der 32-jährige gebürtige Hamburger hat in 19 Ligaspielen 8 Tore für seinen Verein erzielt. Mit seinem guten Torriecher und seiner guten Fähigkeit, seine Nebenleute in Szene zu setzen, wäre er eine Bereicherung für den Sturm des TSV 1860 München. Er hat eine Schussgenauigkeit von 55%, was bedeutet, dass mehr als jeder zweite Schuss von ihm den gegnerischen Torhüter zum Eingreifen zwingt. Allerdings ist er kein filigraner Techniker der eine Abwehr im Alleingang auseinander nehmen kann. Dennoch wäre er mit seinen Fähigkeiten eine Bereicherung im Sturm der Sechzger.

Österreich

Der Franco-Austrianer Anthony Schmid, momentan in Diensten des Floridsdorfer AC, ist mit 23 Jahren noch recht jung aber ihn möchte ich nicht unerwähnt lassen. Er hat diese Saison sieben Treffer für seinen Verein erzielt. Auf jeweils neunzig Minuten heruntergerechnet sind das in der Liga 0,4 Tore pro Spiel. Mit einem Trainer, wie Michael Köllner einer ist, könnte Schmid diese Trefferquote sicherlich deutlich nach oben schrauben. Ausgebildet beim SC Freiburg kann man sich denken, welche Eigenschaften der in Straßburg Geborene mitbringt: Technisch gut, schnell, mit präzisem Passspiel und einer Schussgenauigkeit von 59% ist Schmid auf dem aufsteigenden Ast der Karriereleiter. Wenn man ihn zu einem Engagement bei den Löwen überreden könnte, wäre das für beide Seiten ein Gewinn. Die Sechzger würden einen gierigen jungen Spieler bekommen, der Erfolge feiern möchte, und Schmid einen Trainer der ihn auf alle Fälle weiter bringt.

Damit haben wir die Serie über Spieler, die dem TSV 1860 München nächstes Jahr in der dritten Liga weiterhelfen würden, beendet. Ob wir eine solche Serie auch für mögliche Verstärkungen in der zweiten Liga brauchen, werden wir in den nächsten Wochen sehen. Ich wünsche es uns allen – vor allem aber unserem Trainer und seiner Mannschaft!

Giesinger Gedanken: Mit dem E-Auto in den Breisgau

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SC Freiburg II TSV 1860

Puh, das war ein hartes Stück Arbeit! Ihr glaubt, ich mein den 2:1-Auswärtssieg der Löwen beim SC Freiburg II? Nix da! Es geht um die An- und Abreise in den Breisgau per E-Auto… Nichtsdestotrotz kann man vielleicht doch eine Analogie zu den Löwen ableiten. Trotz etlicher Irrungen und Wirrungen, trotz energetischer Rückschläge und einiger Pannen kamen wir am Ziel an und hatten am Ende Grund zur Freude. Macht es uns nach, Löwen!

Mit dem E-Auto in den Breisgau

Der Kollege Thomas Enn wagte das Experiment, von München aus mit dem Elektroauto nach Freiburg zu fahren und sammelte mich unterwegs am Bodensee ein. Von der Reichweite sollte sich das eigentlich gerade so ausgehen – dachten wir. Schon auf dem Weg Richtung schwäbisches Meer kamen erste Zweifel auf, ob sich das ausgehen würde. Zwischendrin war ganz klar: Das wird nix! Als er dann jedoch den Zwischenstop bei mir einlegte, sah es plötzlich doch ganz gut aus und wir entschieden, nicht auf meinen Benziner umzusteigen, sondern es mit dem E-Auto durchzuziehen.

Erinnert irgendwie an die Vorrunde der Löwen, oder? Nach der langen Unentschiedenserie schon ziemlich desillusioniert, nach den Niederlagen gegen Mannheim und Magdeburg quasi aussichtslos. Trotzdem machte man weiter und es folgte ein Energieschub. Bei uns durch eine Zwischenladung in Engen, beim TSV 1860 durch Siege in Dortmund und Würzburg und einen super Start nach der Winterpause.

Ärgerliche Rückschläge

Auch wir waren nach der Pause gut dabei und kamen unserem Ziel plötzlich zügig näher. Gut, wir haben uns in Freiburg mal verfahren, aber das war nicht so schlimm. Sechzig kennt das ja auch. Im Fußball heißt das Türkgücü und ist letztendlich egal.

Kurze Zeit später waren wir dann auch schon am Stadion, also ab an die nächste Ladestation und wieder ordentlich Power sammeln für den Rest der wilden Fahrt. Tja, wenn das immer so einfach wäre… Sechzig verliert dann halt gegen Halle und der Energieversorger im Breisgau bekommt es nicht hin, eine Ladestation anzubieten, die problemlos läuft. Schon ärgerlich!

Es hätte so einfach sein können…

Über das Spiel in Freiburg möchte ich dann auch gar nicht so viel schreiben. Das habt Ihr entweder gesehen oder in unserem Liveticker verfolgt, oder? Schön wars nicht, aber drei Punkte sind drei Punkte und wir stehen nun auf Platz 4. Abgefahren, oder?

Apropos abgefahren: Auch wir brachen wieder gen Heimat auf, es lief alles ganz wunderbar – bis kurz vor unserem Zwischenhalt in Friedrichshafen, wo Thomas sein Gefährt nochmal laden wollte, um sicher zu gehen, dass er heute noch heimkommt. Baustellen, besetzte Ladestationen, langsamer Pizzaservice. Der ganz normale Wahnsinn, den man bei den Löwen Mannheim und Saarbrücken nennt. Es hätte alles so einfach sein können…

Macht es uns nach, Löwen!

Während ich nun am Sonntag Abend diese Zeilen tippe, ist der Kollege Thomas Enn noch auf der Autobahn nach München und wird später müde aber (hoffentlich) zufrieden ins Bett fallen. Löwen, jetzt seid Ihr dran: Bringt das Ding nach Hause, lasst Euch nicht aus der Bahn werfen und zieht es durch!

Grünwalder Stadion: Hinter den Kulissen wird weiter verhandelt

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Grünwalder Stadion Luftaufnahme

Die Stellungnahme des TSV 1860 München zum Grünwalder Stadion wurde mittlerweile vor zehn Tagen veröffentlicht. Im Hinblcik auf einen möglichen Aufstieg in die 1.Bundesliga erteilten die Löwen den aktuellen Planungen der Stadt München eine klare Absage. Trotzdem betont Sportbürgermeisterin Verena Dietl, dass die Verhandlungen weiter fortgesetzt werden.

Bundesliga “schon seit Langem” auf der Agenda

Kein langfristiges Kommittent” zum Grünwalder Stadion kann sich der TSV 1860 München nach aktuellem Stand vorstellen. Das größte Problem stellt dabei die fehlende Spielerlaubnis in der höchsten deutschen Fußball-Liga dar. Aber auch das Thema Wirtschaftlichkeit wurde in der Stellungnahme Ende März angesprochen. Bereits jetzt hat der TSV 1860 laut eigenen Angaben einen Nachteil von rund 1,5 Millionen Euro im Vergleich mit der Konkurrenz in der 3.Liga. Die Miete, die nach den geplanten Umbauarbeiten noch einmal steigen dürfte, empfinden die Verantwortlichen beim TSV 1860 schon jetzt als zu hoch.

Manch einer dürfte dem Projekt nach der harschen Formulierung nur noch eine geringe Restchance geben. Doch auf Anfrage von sechzger.de betont Sportbürgermeisterin Verena Dietl, dass die Verhandlungen gemeinsam fortgesetzt werden.

Alle von 1860 angesprochenen Punkte werden wir in vertiefenden Gesprächen ausführlich behandeln. Auf der Agenda dafür steht natürlich auch das Thema Bundesliga, und zwar schon seit Langem. Wir werden das selbstverständlich überprüfen und ich hoffe, dass eine Regelung gefunden werden kann, die die sportlichen Ambitionen der Löwen ebenso berücksichtigt wie das berechtigte Interesse der Stadt an der längerfristigen Nutzung eines gut sanierten Stadions.

Dass die 1.Bundesliga in der Vergangenheit bereits thematisiert wurde, lässt die Stellungnahme der Löwen in einem anderen Licht erscheinen. Der Stadt München war der Wunsch des TSV 1860 nach einer Zulassung des Grünwalder Stadions für die höchste Spielklasse offenbar bereits bekannt. Insofern könnte es in den gemeinsamen Gesprächen durchaus eine Kompromisslösung geben, die beide Seiten zufrieden stellt. Verena Dietl ist zumindest weiterhin zuversichtlich, dass es zum Baubeginn kommen wird.

Nach Niederlage gegen Zwickau: Abstieg von Havelse nahezu besiegelt

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TSV Havelse Gegen Den TSV 1860 München Am 27.11.2021 In Der 3.Liga
17.Spieltag der 3.Liga 2021/22: TSV Havelse gegen den TSV 1860 München in der HDI-Arena in Hannover

Der TSV Havelse muss nach nur einem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit wieder zurück in die Regionalliga. Der Klassenerhalt ist nach der heutigen Niederlage gegen den FSV Zwickau kaum noch möglich.

TSV Havelse nur noch rechnerisch mit Chancen auf den Klassenerhalt

Fünf Spieltage vor Schluss haben die Niedersachsen einen Rückstand von 15 Punkten auf das rettende Ufer. Der 16.Platz wird aktuell von Aufsteiger Viktoria Berlin belegt, der nach zwei Siegen in Folge gegen Tabellenführer Magdeburg und Dortmund II wieder neue Hoffnung auf einen Klassenerhalt schöpfen darf. Der Leidtragende ist dabei der TSV Havelse, der sein heutiges Heimspiel gegen den FSV Zwickau verlor. Loktosch, Baumann und Nkansah trafen für die Sachsen, die sich mit dem Sieg auf Platz 10 vorschieben.

Da Havelse im Vergleich mit der Berliner Viktoria zudem eine um 19 Tore schlechtere Tordifferenz aufweist, ist der Abstieg in die Regionalliga Nord kaum noch zu verhindern. Sollte Berlin in den verbleibenden vier Spielen mindestens einen Punkt holen, ist der Klassenerhalt für Havelse auch mit eigenen Siegen nicht mehr möglich. Die erste Chance bietet sich der Viktoria am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den MSV Duisburg. Der TSV Havelse spielt zeitgleich auswärts beim Halleschen FC.

Durch die Abmeldung vom Spielbetrieb steht mit Türkgücü der erste Absteiger bereits sicher fest. Der Verein befindet sich aktuell in einem Insolvenzverfahren. Er darf aber offenbar in der kommenden Saison in der Regionalliga Bayern an den Start gehen. Die weiteren Abstiegsplätze werden aktuell vom SC Verl und den Würzburger Kickers belegt. Während Verl mit zwei Spielen weniger und lediglich vier Punkten Rückstand noch gute Chancen auf einen Verbleib in der 3.Liga hat, trennen die Kickers bereits zehn Punkte (bei einem Spiel weniger) von der Berliner Viktoria. Würzburg trifft noch auf Braunschweig, Viktoria Berlin, Meppen, Halle und Zwickau.