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Bild: Türkgücü stellt Spielbetrieb nach dem 19.März ein

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Türkgücü München TSV 1860 Olympiastadion 20220216 (57)

Laut der BILD-Zeitung deutet alles darauf hin, dass der Spielbetrieb bei Türkgücü nach dem Auswärtsspiel bei Wehen Wiesbaden eingestellt wird.

Erster Sieg in der Fremde seit August

Nach 74 Minuten machte sich Vrenezi auf und startete einen Sololauf von der Mittellinie. Er endete mit dem Ball im Dortmunder Tor. Es sollte das einzige Tor des Tages an diesem Samstag bei der Borussia bleiben. Das knappe 0:1 auf der Anzeigetafel bedeutete den ersten Auswärtssieg für Türkgücü seit dem klaren 3:0 Ende August gegen den TSV Havelse in Hannover.

Doch die drei gewonnenen Punkte sind aller Wahrscheinlichkeit nach komplett wertlos. Denn weiterhin zeichnet sich kein Ende der Suche nach dem dringend benötigten Geldgeber ab. Ab April müsste der Verein die Gehälter von rund 40 Angestellten wieder selbst übernehmen. In der aktuellen Situation ist dies schlicht unmöglich – es wäre das Ende für Türkgücü, der Spielbetrieb müsste dann eingestellt werden. Im April folgt dann in diesem Szenario die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Noch ausstehend ist die Entscheidung in Sachen Punktabzug, da die Neuperlacher Einspruch eingelegt haben. Eine Änderung der Entscheidung wäre aber mindestens so überraschend wie die Präsentation eines neuen Geldgebers.

Spielbetrieb bei Türkgücü nur noch bis April – TSV 1860 profitiert

Zwei Spiele wird es laut der BILD noch geben, danach gehen wohl die Lichter in Neuperlach aus – zumindest in der 3.Liga. Das Heimspiel gegen Tabellenführer Magdeburg am kommenden Samstag wird erneut rund 40.000€ kosten, die eigenen Fans werden diese Summe durch die gezahlten Eintrittsgelder nicht auffangen können. Nach dem Auswärtsspiel bei Wehen Wiesbaden (Samstag, 19.März) ist dann wohl Schluss. Bereits bekannt ist, dass vor allem der TSV 1860 München in diesem Fall protifieren würde. Durch die Annulierung aller bisherigen Spiele von Türkgücü würde sich der Abstand auf die Aufstiegsplätze für die Löwen signifikant verringen.

In welcher Liga ein Neustart stattfinden würde und wie die Rahmenbedingungen bei Türkgücü dann sind, ist völlig unklar. Immer wahrscheinlicher wird aber, dass der Spielbetrieb bei Türkgücü nicht bis zum Saisonende aufrecht erhalten werden kann. In 13 Tagen könnte das vorerst letzte Spiel in der 3.Liga mit dem Verein aus Neuperlach stattfinden.

Achtung Auswärtsfahrer: bei Viktoria Berlin gilt 2G+!

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Mannschaftsbus Viktoria Berlin gegen den TSV 1860 München am Grünwalder Stadion beim TSV 1860

Nach drei Siegen in Folge reist der TSV 1860 München als nächstes auswärts in die Bundeshauptstadt. Viktoria Berlin hat zu dem Spiel die ersten Informationen zum Stadionbesuch veröffentlicht, unter anderem gilt 2G+.

Knapp 8.000 Zuschauer zugelassen

Zum Auswärtsspiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark wird der TSV 1860 München von vielen Löwenfans begleitet. In der ersten Verkaufsphase waren alle Karten bereits ausverkauft. Durch Lockerungen in Berlin sind mittlerweile 75% Auslastung erlaubt, sodass 7.900 Plätze besetzt werden dürfen. Dadurch sind aktuell im Ticketshop wieder zahlreiche Tickets in den Gästeblöcken F und G erhältlich. Anpfiff ist am Freitag, den 11.März um 18:60 Uhr.

Beachten sollten die Löwenfans, die die Mannschaft nach Berlin begleiten, dass bei Viktoria Berlin 2G+ gilt. Diese Regelung wird vor Ort aber etwas anders als in Bayern ausgelegt. unter folgenden Bedingungen ist ein Stadionbesuch möglich:

  • geboostert
  • zweite Impfung nicht länger als drei Monate her
  • Genesenenstatus nicht älter als drei Monate

Sollten diese Bedingungen nicht erfüllt sein, ist ein negativer Schnelltest notwendig, der nicht älter als 24 Stunden ist. Frühestens darf der Test also am Donnerstag, 10.März um 21:00 Uhr erfolgen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass der Impfnachweis digital vorliegen muss. Zusätzlich ist ein Ausweisdokument vorzulegen. Kinder bis 6 Jahre müssen keinen Test vorzeigen. Bei Schülerinnen und Schülern ist der Schulausweis ausreichend. Auch für Personen unter 18 Jahren gilt 2G+ nicht, es reicht ein negativer Test.

2G+ und FFP2-Maske bei Viktoria Berlin

Während dem gesamten Spiel muss im Stadion eine FFP2-Maske getragen werden, die nur zum Essen und Trinken abgesetzt werden darf. Die Stadiontore öffnen ab 17:30 Uhr, Gästefans können mit folgenden Optionen öffentlich anreisen.

Zoologischer Garten: U2 Richtung S+U Pankow bis U Alexanderplatz, dann U8 Richtung S+U Wittenau bis U Bernauer Str., dann Fußweg ca. 15 Minuten (Alternativ ab U Bernauer Str. mit der Tram M10 Richtung S+U Warschauer Straße bis Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark)
Alexanderplatz: U8 Richtung S+U Wittenau bis U Bernauer Str., dann Fußweg ca. 15 Minuten (Alternativ ab U Bernauer Str. mit der Tram M10 Richtung S+U Warschauer Straße bis Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark)
Warschauer Straße: M10 Richtung S+U Hauptbahnhof bis Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Hauptbahnhof: M10 Richtung S+U Warschauer Straße bis Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

Hier geht es zu den kompletten Informationen zum Gastspiel des TSV 1860 München bei Viktoria Berlin.

Michael Köllner: Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft

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Michael Köllner Pressekonferenz 1860 Fck

Auf der Pressekonferenz nach der Partie gegen den SC Verl zeigte sich Michael Köllner erwartungsgemäß zufrieden. Durch Tore von Biankadi und Bär konnte der TSV 1860 München einen Sieg im Grünwalder Stadion gegen den SC Verl feiern.

Super, super Englische Woche

Von seinem Jubiläum beim TSV 1860 München habe er “gar nichts gewusst” gab Michael Köllner zu Beginn der Pressekonferenz nach dem 2:0-Heimsieg gegen den SC Verl zu. Der Trainer zeigte sich zufrieden – kein Wunder, schließlich krönten die Löwen ihre Englische Woche mit weiteren drei Punkten nach den Siegen gegen Zwickau und Kaiserslautern. Darauf zielte auch die erste Frage von Matthias Eicher (AZ) ab. Zuletzt war das Team aufgrund der Leistungen gegen Türkgücü und Halle in einigen Medien stark kritisiert worden. Eicher wollte von Köllner daher wissen: “Wie bringt man eine krachend gescheiterte Mannschaft so schnell wieder in Schwung?” Sichtlich amüsiert nahm Köllner dies zur Kenntnis und sprach von seinem Vertrauen in seine Löwen.

Ich habe nie an meiner Mannschaft gezweifelt. Krachend gescheitert ist für mich immer relativ. Wir haben seit dem Dezember über einen 2-Punkte-Schnitt erreicht. Ich glaube das muss man auch mal in der Gesamtsituation sehen, dass wir seit Dezember sieben Spiele gewonnen, haben zwei unentschieden gespielt und zwei verloren. Das ist eine mega Bilanz.

Michael Köllner will vom Thema Aufstieg nichts wissen

Dabei hob er Merveille Biankadi hervor, der mit seinem sehenswerten Treffer sowie der Vorlage zum 2:0 durch Marcel Bär der Mann des Tages war. Er freute sich sehr für den Mittelfeldspieler, der in den letzten Wochen keine guten Spiele ablieferte und daher in die Kritik geriet. Aber auch Erik Tallig kommt immer besser in Form und lieferte erneut eine gute Leistung ab.

Neun Punkte aus drei Spielen sorgen zudem dafür, dass die Spitzengruppe und damit die Aufstiegsplätze in der 3.Liga wieder in Schlagdistanz rücken. Angesprochen auf das Thema Aufstieg machte Michael Köllner aber klar verständlich, dass ihn dies aktuell überhaupt nicht interessiert. “Diese Wechselbäder sind mir zu schnell” meinte der 52-Jährige lediglich auf diese Frage.

Die nächste Chance auf drei Punkte bieten sich den Löwen in Berlin. Erneut findet das Spiel unter Flutlicht statt, Anpfiff ist am Freitag, 11.März um 18:60 Uhr. Michael Köllner rechnet dabei mit einem “schweren Spiel“, obwohl sich die Viktoria ebenfalls im Tabellenkeller befindet. Vor dem Duell mit dem TSV 1860 München steht für den Gegner aus der Bundeshauptstadt noch das Duell mit dem TSV Havelse am Montag an.

 

29. Spieltag der dritten Liga: Die Samstagsspiele

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Blick auf die Konkurrenz bei sechzger.de: so haben die anderen Vereine in der 3.Liga abgeschnitten

Nachdem unsere Löwen gestern den 29. Spieltag mit einem erfreulichen 2:0-Sieg gegen den SC Verl eröffneten, standen heute Nachmittag sechs Samstagsspiele auf dem Programm der dritten Liga.

Duisburg – Viktoria Köln 2:0 (0:0)

Die Zebras wollten sich im Abstiegskampf weitere Luft verschaffen und den Abstand auf die Abstiegsplätze vergrößern. Die erste Großchance verzeichnete aber Hong für die Kölner, der knapp am Tor vorbei köpfte. Vor der Pause kamen die Kölner durch Hong und Philipp zu weiteren Chancen. Da sie diese aber ungenutzt verstreichen ließen, ging es mit 0:0 in die Kabinen.

In der 57. Minute hätte Hong die Höhenberger in Führung bringen müssen. Der Südkoreaner traf aber nur den Pfosten, obwohl Weinkauf schon geschlagen war. Gegen den Spielverlauf gingen die Duisburger dann in der 69. Minute durch einen Sonntagsschuss von Bakir ins Kreuzeck in Führung. Zwei Minuten später legte Julian Hettwer das 2:0 für die Zebras nach. Yeboah leitete beide Tore ein. Die Viktoria konnte nicht mehr zurückschlagen und muss sich ärgern, dass sie ihre Chancen nicht genutzt hat.

Osnabrück-Kaiserslautern 0:1 (0:0)

An der Bremer Brücke standen sich zwei direkte Konkurrenten um die Aufstiegsplätze gegenüber. Sicher das interessanteste der Samstagsspiele für die Löwenfans.

Die roten Teufel begannen druckvoller, konnten aber kein Kapital draus schlagen. Die Hausherren hatten in der 25. Minute eine Doppelchance zur Führung. Zunächst konnte Raab gegen Opoku abklatschen, Simakala setzte den Nachschuss über die Latte. Danach kam Osnabrück besser ins Spiel, aber hüben wie drüben fielen bis zur Pause keine Tore mehr.

Rene Klingenburg musste in der 64. Minute nach einem Zusammenprall mit der Trage vom Platz befördert werden. Für ihn kam Terence Boyd ins Spiel. Und der brachte die Lauterer in der 77. Minute nach schöner Flanke von Hanslik mit 1:0 in Führung. Die Osnabrücker hatten bis dahin eigentlich die Spielkontrolle übernommen. Redondo hatte in der 91. Minute das 0:2 auf dem Fuss, scheiterte jedoch an Kühn. In der elfminütigen Nachspielzeit (wegen der Verletzungspause von Klingeburg) drückte Osnabrück vehement auf den Ausgleich. Oduah und Wähling hätten diesen noch erzielen können, aber Lautern konnte ein Gegentor verhindern. So gelang den roten Teufeln ein ganz wichtiger Auswärtssieg im Kampf um den Aufstieg.

Wehen – Würzburg 0:1 (0:0)

Der SV Wehen wollte Anschluss an die Aufstiegsplätze halten und musste so gegen die vom Abstieg bedrohten Würzburger gewinnen. Die erste Chance hatten die Gäste, aber Pourie schlug vollkommen freistehend ein Luftloch in aussichtsreicher Position. In der 30. Minute scheiterte Kopacz freistehend vor Stritzel. Die Wehener konnten froh sein, dass sie mit 0:0 zum Pausentee gehen durften.

In der 61. Minute gab es indirekten Freistoß am Fünfmeterraumeck für die Würzburger nach einem Rückpass der Wehener. Pouries Schuss wurde zur Ecke geklärt. Stefaniak ging in der 92. Minute im Strafraum mit der Hand zum Ball. Denn fälligen Elfer konnte Stritzel gegen Pourie klären. Im Nachgang nagelte Kopacz den Ball dann zum Siegtreffer für die Kickers unter die Latte. So konnte Würzburg einen späten, aber nicht unverdienten Auswärtssieg feiern.

Magdeburg – Halle 1:1 (0:0)

Das Sachsen-Anhalt Derby fand vor 22.000 Zuschauern statt, was Zuschauerrekord der laufenden Saison bedeutet. Die Gastgeber traten in gelben Hosen und Stutzen zum hellblauen Trikot an, um so ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden. Magdeburg setzte die Hallenser von Beginn an unter Druck. Conteh hatte die erste Chance in der 10. Minute, eine Minute später setzte Baris Atik einen Freistoß ans Lattenkreuz. In der 25. Minute vergab Atik einen Handelfmeter, als er links neben das Tor schoss. Halle hatte bis dahin nicht eine Offensivaktion. Magdeburg blieb bis zum Pausenpfiff überlegen, konnte aber kein Tor erzielen.

Der Tabellenführer blieb überlegen. In der 59. musste Kreuzer für die Hallenser gegen Burger auf der Linie klären. In der 71. Minute war es dann soweit: Nach Obermair-Flankte nickte Ceka zum mehr als verdienten 1:0 für Magdeburg ein. Aber Halle ließ sich nicht schocken und erzielte in der 79. Minute den Ausgleich. Löder köpfte den Ball nach einer Ecke ins Tor. Das Tor beflügelte die Hallenser, die nun erstmals begannen, Druck auf das Magdeburger Tor zu erzeugen. Tore fielen aber keine mehr, so dass Magdeburg einen Punkt liegen lässt, während Halle den hart erkämpften Punkt feiern wird.

BVB II – Türkgücü 0:1 (0:0)

Im Stadion Rote Erde lief der Tabellenletzte aus Neuperlach zu einem seiner letzten Drittliga-Auswärtsspiele auf. Die kleinen Borussen taten sich allerdings schwer gegen diszipliert verteidigende Gäste. In der 19. Minute traf Türpitz den Pfosten und hätte Türkgücü in Führung bringen können. Das war die einzige Chance in Durchgang eins, so dass es 0:0 zur Halbzeit stand.

Dortmund tat sich auch in der zweiten Hälfte schwer. Ein Fernschuss von Pohlmann, der über das Tor ging, war das einzig Erwähnenswerte. Vrenezi brachte die Neuperlacher in der 74. Minute nach einem Solo über rechts mit 1:0 in Führung, obwohl der BVB eigentlich feldüberlegen war. Die Partie wurde bis zum Schluss immer zerfahrener und blieb ohne weitere Torchancen. Durch den Lucky Punch entführen die Neuperlacher drei Punkte aus dem Pott.

Freiburg II – Zwickau 1:0 (1:0)

Für einen Blitzstart der Hausherren sorgte Vermej, der in der 4. Minute das 1:0 nach Zuspiel von Tauriainen erzielte. Zwickau spielte wenig überzeugend und so ging es mit 1:0 in die Halbzeit.

In der zweiten Hälfte steigerten sich die Zwickauer und kamen zu zwei Chancen durch König. In der 80. Minute scheiterte Schikora am Pfosten. Der Ausgleich für die Schwäne wäre verdient gewesen. Er fiel aber nicht mehr und so konnte Freiburg einen etwas glücklichen Sieg feiern.

Was bedeutet das für die Löwen?

Durch die goldene englische Woche mit neun Punkte in sieben Tagen rücken die Löwen in der Tabelle weiter an die Aufstiegsplätze heran. Aktuell liegen die Löwen auf Platz 6 mit 2 Punkten Rückstand auf den dritten Platz. Durch die Ergebnisse der Samstagsspiele ist die Spitzengruppe enger zusammen gerückt. Zwischen Platz 3 und Platz 7 sind nur drei Punkte Differenz.

Allerdings stehen mit Saarbrücken – Meppen und Waldhof – Braunschweig morgen zwei extrem wichtige Spiele für den TSV 1860 München an, die wichtige Auswirkungen in der Tabelle haben können. MorgenNachmittag könnt Ihr bei sechzger.de lesen, wie die beiden Spiele gelaufen sind.

 

Giesinger Gedanken nach dem Sieg gegen Verl: Giesinger Nächte sind lang

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grünwalder stadion mit flutlicht blick von der tegernseer landstraße in richtung stehhalle

Es ist keine zwei Wochen her, da war saure-Gurken-Zeit angesagt im Löwenkosmos. Die sehr enttäuschenden Auftritte gegen Türkgücü und Halle lagen den Löwenfans schwer im Magen. Die Aufstiegsplätze waren nur noch mit dem Fernglas zu erkennen. Nun, drei Spiele und drei Siege später, sind die Aufstiegsplätze zwar immer noch ein Stück weg, aber auf jeden Fall ohne optische Hilfsmittel zu erkennen. Und die gute Ausgangslage verleitet die Löwenfans zu einer diesen unverhofften Giesinger Party-Nächte.

Solide Leistung sorgt für den dritten Sieg in Folge

Grund für die ausgelassene Stimmung und die lange Partynacht war der gestrige 2:0-Sieg unserer Löwen gegen den SC Verl. Die Löwen spielten von Beginn an zielstrebigen Fußball. Auch wenn Verl einen starken Beginn hatte und es etwas dauerte, bis der TSV 1860 München seine Dominanz zeigen konnte. Ein Doppelschlag von Biankadi (per sehr sehenswertem Scherenschlag) und Bär (per ebenso sehenswertem Außenrist-Schlenzer) war gestern ausreichend, um die drei Punkte einzufahren. Verl wehrte sich in der zweiten Halbzeit tapfer, aber Sechzig ließ quasi keine Chancen zu und fuhr so die Punkte 7, 8 und 9 innerhalb von nur sieben Tagen ein. Kategorie unspektakulärer Arbeitssieg.

Eine dieser magischen Giesinger Nächte beginnt

Trotz klirrender Kälte war der Grünspitz nach dem Spiel gut gefüllt und diverse Male schallte ein laustarkes “Auf die Löwen” durch Giesing, bevor man das Klirren anstoßender Bierflaschen vernehmen konnte. Wie ich das liebe! Mit Löwen auf ein gutes Spiel anstoßen, das Spiel besprechen, fachsimpeln über die nächsten Spiele und einfach gut gelaunt sein. Das hat mir in der Corona-Zeit sowas von gefehlt und ich bin wirklich glücklich, dass es wieder möglich ist, in Gemeinschaft etwas zu feiern.

Giesinger Nächte sind lang

Temperaturbedingt verschoben wir uns dann taktisch klug in den Trepperlwirt. Dort nahm die Party ihren weiteren Lauf. Löwinnen und Löwen aller Altersklassen waren anwesend, die größten Löwenhits aller Zeiten liefen in Endlosschleife und immer wieder wurde die Mannschaft besungen. Außerdem war der Zapfhahn natürllich im Dauerbetrieb und eine bierselige Nacht nahm ihren Lauf. Die Erkenntnis “Giesinger Nächte sind lang” bleibt am nächsten morgen. Und dass man in meinem fortgeschritten Alter die Giesinger Nächte nicht mehr ganz so lang werden lassen sollte… Aber man muss die Feste feiern wie sie fallen!

Feiern in diesen Zeiten?

Irgendwie habe ich heute ein latent schlechtes Gewissen, dass ich es so habe krachen lassen gestern. Die weltpolitische Lage ist alles andere als rosig, nur ein paar hundert Kilometer von uns herrscht Krieg. Menschen müssen unvorstellbares Leid über sich ergehen lassen und aus Ihrer Heimat fliehen. Ich bin trotzdem dankbar, dass die Löwen und meine Freunde mir gestern so einen schönen Abend beschert haben und ich wenigstens ein paar Stunden Ablenkung genießen konnte. Außerdem können wir Löwenfans stolz auf unsere Hilfsbereitschaft sein. Die Sachspenden stapelten sich am Grünspitz kubikmeterweise und ein Soli-Shirt mnit gelb-blauem Löwen drauf war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Der Reinerlös wird für die Kriegsopfer gespendet. Beim nächsten Heimspiel gibt es die nächste Auflage.

Spenden der Löwenfans für die Ukraine
Die letzten Soli-Shirts

Weiter so Löwen! Auf und neben dem Platz!

Perfekte englische Woche: TSV 1860 besiegt auch den SC Verl

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TSV 1860 SC Verl Anzeigetafel

3:1 beim FSV Zwickau, 2:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern – die ersten beiden Partien der englischen Woche hatten die Löwen bereits erfolgreich gestaltet. Gegen den abstiegsbedrohten SC Verl sollte der dritte Sieg in Folge gelingen und am Ende gelang dies dem TSV 1860 auch durch Tore von Merveille Biankadi und Marcel Bär.

TSV 1860 empfängt den SC Verl

Michael Köllner hatte die Startelf im Vergleich zum Sieg gegen den FCK einmal umgebaut. Für Dressel rückte der zuletzt gesperrte Neudecker in die Mannschaft und sollte das Spiel der Löwen lenken. In den ersten 20 Minuten agierten die Gäste aus Ostwestfalen jedoch clever und hielt die Löwen vom eigenen Tor fern.

Stattdessen erspielte sich der SC Verl einige Möglichkeiten, während der TSV 1860 deutlich öfter reagieren musste als er agieren konnte. Dann aber wurde Münchens große Liebe  aktiver und das reichte, um eine Vorentscheidung zu erzwingen.

Biankadi und Bär sorgen für das 2:0

In der 26. Minute setzte sich Yannick Deichmann auf rechts durch, flankte zur Mitte und fand Merv Biankadi. Dieser setzte zum Scherenschlag an und versenkte die Kugel unhaltbar zum 1:0 für die Löwen. Traumtor!

Keine fünf Minuten später dann der nächste Geistesblitz von Biankadi. Diesmal glänzte er als Vorbereiter, schickte Bär steil und dieser vollendete stakrk zum 2:0 (30.). Was für wunderbare Minuten im Grünwalder Stadion!

Kurz vor der Pause hatte Akono zwar den Anschlusstreffer für den SC Verl auf dem Schlappen, doch Hiller rettete 1860 die Zwei-Tore-Führung in die Pause.

Die Löwen klettern auf Platz 6

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel bot sich Bär die hundertprozentige Chance zum dritten Treffer, doch diesmal scheiterte er völlig freistehend an Thiede. Sechzig agierte in der Folge sehr überlegt, ließ Verl kommen und versuchte die sich bietenden Räume zu nutzen.

Leider geriet der letzte Pass in dieser Phase oft etwas zu ungenau, im Großen und Ganzen schaukelte die Mannschaft von Michael Köllner den 2:0-Sieg jedoch äußerst souverän über die Zeit. Durch den dritten Sieg in Folge kletterten die Löwen vorerst auf Platz 6 der Tabelle.

Die Statistik zum Sieg

Aufstellung:
1 Hiller – 36 Steinhart, 6 Salger, 27 Belkahia, 20 Deichmann – 5 Moll, 8 Tallig (74. 11 Greilinger), 19 Biankadi (90. 34 Freitag) – 31 Neudecker (63. 14 Dressel) – 7 Lex (C) (63. 16 Goden) , 15 Bär (74. 22 Linsbichler)

Bank:
40 Kretzschmar, 28 Mannhardt, 32 Gresler, 39 Morgalla

Tore:
1:0 Biankadi (26.), 2:0 Bär (30.)

Liveticker: TSV 1860 München – SC Verl (29.Spieltag)

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Sechzger De Liveticker Sc Verl Tsv 1860 München 1200x628

Herzlich willkommen zu unserem Liveticker am 29.Spieltag der Saison 2021/22 mit dem Duell zwischen dem TSV 1860 München und dem SC Verl!

Zwei Spiele, zwei Siege und sechs Punkte: der TSV 1860 München eröffnet zuhause in Giesing den Spieltag und empfängt den SC Verl. sechzger.de begleitet das heutige Duell live aus dem Grünwalder Stadion und mit Bildern sowie Eindrücken aus Giesing.

Aufstellung:
1 Hiller – 36 Steinhart, 6 Salger, 27 Belkahia, 20 Deichmann – 5 Moll, 8 Tallig (74. 11 Greilinger), 19 Biankadi (90. 34 Freitag) – 31 Neudecker (63. 14 Dressel) – 7 Lex (C) (63. 16 Goden) , 15 Bär (74. 22 Linsbichler)

Bank:
40 Kretzschmar, 28 Mannhardt, 32 Gresler, 39 Morgalla

Tore:
1:0 Biankadi (26.), 2:0 Bär (30.)

Die Personalsituation

Die Langzeitverletzten Staude (Herzmuskelentzündung), Wein (Ermüdungsbruch) und Willsch (Trainingsrückstand) fallen weiterhin aus. Niki Lang stellt aller Voraussicht nach für heute abend noch keine Option dar, befindet sich aber bereits wieder im Training. Nathan Wicht ist ebenfalls wieder auf dem Platz, muss aber noch weiter an die Mannschaft herangeführt werden.

Richard Neudecker kehrt nach seiner kuriosen Gelbsperre in die Startaufstellung zurück. Das hat Michael Köllner in der LÖWENRUNDE angekündigt.

Diesen Löwen droht eine Sperre

Stefan Lex hat bisher vier gelbe Karten gesehen. Bei der nächsten Verwarnung droht ihm daher ein Spiel Pause. Außerdem muss auch Michael Köllner aufpassen. Er hat bereits drei Gelbe gesehen und müsste bei einer vierten ebenfalls ein Spiel von der Tribüne aus verfolgen.

Wo könnt ihr das Spiel TSV 1860 München – SC Verl außer im Liveticker noch verfolgen?

Heute können mehr als 7.500 Zuschauer im Sechzgerstadion dabei sein. Die Ankündigung der Staatsregierung kam erst spät am gestrigen Abend, dennoch können die Löwen zumindest ein paar mehr Tickets als zuletzt gegen Kaiserslautern anbieten. Für die Fans daheim gibt es hingegen leider keine guten Nachrichten, nämlich kein Free-TV. Das Spiel wird also nicht kostenlos im deutschen Fernsehen zu sehen sein.

Für Abonnenten von MagentaSport besteht allerdings wie gewohnt die Möglichkeit, das Spiel zu verfolgen (Fernsehen und Online-Stream).

Seit dieser Spielzeit können alle Spiele der 3.Liga bei onefootball abgerufen werden. In der App des Anbieters kann das Spiel für nur 2,99€ gekauft werden.

Zudem ist das Löwen-Radio vor Ort und geht für euch live auf Sendung. Die Moderatoren Gilbert Kalb und Jan Mauersberger führen euch durch die 90 Minuten, an dessen Ende hoffentlich unsere Löwen punkten können.

Winningers Wirtshaus Weisheiten vor TSV 1860 – SC Verl (29. Spieltag)

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Winningers Wirtshaus Weisheiten TSV 1860 München SC Verl

Freitag Abend, Giesing, Flutlicht! Es wird mal wieder angerichtet sein für 90 wunderbare Minuten im schönsten Stadion der Welt. Der TSV 1860 empfängt den SC Verl in Giesing und Bernd Winninger präsentiert Euch in seinen Wirtshaus Weisheiten die Stärken und Schwächen der Ostwestfalen.

Wirtshaus Weisheiten vor TSV 1860 – SC Verl

In knapp acht Minuten legt Euch Bernd Winninger dar, wieso die Löwen den heutigen Gegner zwar nicht fürchten müssen, ihn aber doch respektieren sollten. Auf welche Spieler muss der TSV 1860 beim SC Verl besonders aufpassen? Welche Taktik kann zum Erfolg führen? Und treten die Gäste unter ihrem neuen Trainer Michel Kniat anders auf als unter Vorgänger Guerino Capretti?

Wer sich noch etwas mehr Zeit nehmen möchte, um sich mit dem SC Verl auseinanderzusetzen, der darf sich gerne Bernd Winningers ausführliche TAKTIKTAFEL zu Gemüte führen. Es lohnt sich!

TSV 1860 München – SC Verl (29.Spieltag): Ergebnistipp Christian Siebert

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Christian Siebert Expertentipp Vor TSV 1860 München SC Verl Mit Sechzger.de Logo

Letzte Woche lag Korbinian Holzer bei unserem Ergebnistipp goldrichtig. Für die heutige Partie haben wir einen anderen Weg gewählt – und sind uns jetzt einfach nur noch sicher, dass es heute drei weitere Punkte für den TSV 1860 München gibt. Warum? Weil Christian Siebert es so vorhersagt – und er muss es schließlich wissen…

Der Ergebnistipp auf Facebook: viel Arbeit für die deutsche Post

3:1-Auswärtssieg in Zwickau, danach ein 2:1 gegen den 1.FC Kaiserslautern. Viele Löwenfans, die beim Ergebnistipp auf Facebook teilgenommen haben, lagen mit ihrem Tipp richtig und erhalten in den kommenden Tagen Post von uns. Nach aktuellem Stand sind ganze 26 Briefe auf der Reise und die richtigen Tipper werden wie angekündigt mit Aufklebern von sechzger.de belohnt. Eine Löwin hat sogar direkt nacheinander beide Ergebnisse (Zwickau und Lautern) genau vorhergesagt.

Doch es geht noch besser! Bereits zum vierten Mal tippte ein Mann aus der Nähe von Hannover das, was auch nach 90 Minuten auf der Anzeigetafel zu lesen war. Nach einem Erfolg in der letzten Spielzeit folgten in dieser Saison richtige Tipps bei den Auswärtsspielen in Würzburg und Köln. Zuletzt sagte er auch den Sieg gegen Kaiserslautern korrekt voraus. Spontan entschieden wir uns daher, dem Namen dieser Kategorie alle Ehre zu machen. Denn wer vier Mal richtig liegt, hat ja offensichtlich Ahnung und kann gestrost als Experte betitelt werden!

Christian Siebert tippt auf den nächsten Sieg für den TSV 1860

Gesagt, getan und auch Christian war direkt Feuer und Flamme. Die Wettscheine dürfen nun gefüllt werden, denn hier kommt der Tipp für das heutige Spiel des TSV 1860 München gegen den SC Verl von Christian Siebert.

Nach zuletzt (besonders gegen unsere teuflischen Freunde) zwei starken Auftritten, setze ich wieder auf Sieg und sage 3:1 für unsere Löwen. Einmal Löwe, Immer Löwe!!!!

Gegen dieses Ergebnis dürfte sicherlich niemand etwas einzuwenden haben. Erst recht nicht Christian, denn sollte sich sein Tipp bewahrheiten, gehen erneut Aufkleber auf die Reise in den Norden. Es wäre das fünfte Mal – und sicherlich nicht das letzte…

TSV 1860 – SC Verl: die Taktiktafel vor dem Spiel

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur Taktiktafel vor dem Spiel unseres TSV 1860 München gegen Verl. Die Ostwestfalen sind nicht mehr so gut wie vergangene Saison. Sie kämpfen gegen den Abstieg. Mit Abgängen von Spielern wie Janjic, Yildirim oder Ritzka ist das auch nicht verwunderlich.

In welcher Systematik können wir Verl gegen den TSV 1860 München erwarten? Der neue Trainer Michél Kniat ersetzt seit 15.02. Guerino Capretti, der mittlerweile in Dresden eine neue Aufgabe übernommen hat. Er wird seine Mannschaft, wie auch Capretti vor ihm, vermutlich im 4-3-3 auf den Platz schicken. Gegen den Ball verschiebt sich 4-3-3 vom System des Gegners abhängig im Mitteldrittel entweder zu einem 4-4-2 oder zu einem 4-2-3-1. Das Credo des SC Verl ist nach wie vor attraktiver Offensivfußball mit hoch angelegtem Pressing.

Es fällt natürlich auf, dass Schlüsselspieler wie Ritzka, Yildirim oder Janjic fehlen. Yildirim nahm auf der rechten Seite ein ums andere mal die linke Abwehrseite der Gegner auseinander und auch gegen den Ball hatte er eine Zweikampfquote vorzuweisen, die für einen Außenstürmer sehr hoch war. Dem Team fehlen die Abgänge des Sommers sehr, deshalb ist die Mannschaft nicht mehr schlagkräftig genug und muss sich mit dem Abstiegsgespenst herumschlagen. Erschwerend kommt hinzu, dass Verl nach Duisburg die zweitmeisten Tore (50) fängt. Das heißt aber nicht, dass Verl an einem Tag, an dem alles passt, nicht trotzdem den jeweiligen Gegner ärgern könnte.

Die wichtigsten statistischen Werte

  • Ballbesitz: 51%
  • Passgenauigkeit: 79%
  • Defensive Zweikampfquote: 59%
  • Flankengenauigkeit: 32%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): 8,05

Das Spiel des SC Verl

Die Verler haben an ihrem erfolgreichen Spielstil der vergangenen Saison kaum etwas verändert. Der Sport Club setzt darauf, mit viel Ballbesitz den Gegner in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Im Vergleich mit der letzten Saison klappt das aber nur ungenügend. Das hat vor allem zwei Gründe. Ob Knieat nun, nachdem das erste Spiel unter seiner Regie mit einer Niederlage endete, etwas ändert, weiß ich nicht. Laut transfermarkt.de ist – wie auch bei seinem Vorgänger Capretti – das von ihm bevorzugte Spielsystem das 4-3-3.

Defensive

Auf den ersten Blick spielen die Verler defensiv ähnlich aggressiv wie letzte Saison im Pressing. Der Wert der Pressingintensität (PPDA) hat sich im Nachkommabereich sogar zugunsten der Verler verändert. Dennoch ist Verl das Team mit der zweitschlechtesten Abwehr. Das hängt damit zusammen, dass der PPDA Wert nicht den Erfolg der Aktionen gegen den Ball in den pressingrelevanten Zonen anzeigt. Einen Wert (PPDA in Abhängigkeit von gewonnenen Zweikämpfen und abgefangenen Pässen in den pressingrelevanten Zonen) könnte ich anhand der Daten, die mir vorliegen nur auf einzelne Spiele, aber nicht auf die gesamte Saison ausrechnen. Bei der defensiven Zweikampfquote sind die Verler im Vergleich zu letzter Saison um siebzehn Plätze gefallen. Man kann also durchaus erahnen, wo das größte Problem im Spiel gegen den Ball liegt.

Auch bei Luftduellen steht Verl im Tabellenkeller. Mehr als 20% aller Gegentore kassiert Verl durch Kopfbälle. Ob das allerdings ein großer Vorteil für den TSV 1860 sein wird, da bin ich mir nicht sicher. Einerseits sind die Löwen selbst nicht unbedingt die Kopfballstärkste Mannschaft in der Offensive, und zweitens ist es bei uns mit der Flankengenauigkeit diese Saison auch nicht unbedingt weit her. Allerdings hat der TSV 1860 in den vergangenen drei Spielen bei diesem Wert stark zugelegt. Gegen Halle, Zwickau und Kaiserslautern liegt die Flankengenauigkeit der Sechzger bei rund 44% und damit knapp 10% über dem zuvor erreichten Schnitt. das ist durchaus gut.

Offensive

Wenn die Verler Offensive jedoch ins Rollen kommt und sie ihr Kombinationsspiel aufziehen können, sind die heutigen Gäste durchaus in der Lage, den Gegnern Paroli zu bieten. Mit 37 Toren liegt Verl im Mittelfeld bei erzielten Treffern. Vor allem Corboz (heute gesperrt) mit seiner Übersicht und Rabihic mit seiner technischen Finesse steuern die variabel vorgetragenen Angriffe des SC Verl effektiv. Der TSV 1860 darf sich keine Konzentrationsschwächen erlauben, sonst schepperts hinten irgendwann.

Zusammenfassend kann man nun über die Verler sagen, dass sie zwar durchaus bemüht sind, die Spielweise der letzten Saison mit frühen Ballgewinnen und hohem Druck auf den gegnerischen Strafraum, weiterzuführen. Dass die frühen Aktionen gegen den Ball nicht funktionieren, hat dies aber bisher meist verhindert.

Stärken und Schwächen des 4-3-3

Stärken: Die Verteilung der Spieler über das komplette Spielfeld sowie die doppelte Besetzung der beiden Flügel und somit leichte Durchführbarkeit von Seitenwechseln sind große Vorteile, die einem dieses System offensiv bietet. In der Variante, die Verl auf den Platz bringt – mit einem defensiven und zwei halbzentralen Mittelfeldspielern davor, sowie situativ offensiv agierenden Flügelverteidigern – entfesselt dieses System geballte Angriffskraft.

Schwächen: Die Spielweise ist für den Gegner meist leicht auszurechnen. Bei Ballverlust kommt es überdies schnell zu einer Unterzahl im Mittelfeld, die passsichere Mannschaften dann ausnützen können. Die dabei entstehenden Räume befinden sich meist auf den Außenbahnen. Bei Positionsangriffen fehlen bei einem 4-3-3 aufgrund der sehr offensiven Ausrichtung oft Anspielstationen im Mittelfeld, Verl versucht dieses Manko mit offensiven Flügelverteidigern, die aufrücken, zu kompensieren.

Schlüsselspieler

Defensive

Leihtorwart Niclas Thiede (#40) kam in der Sommerpause vom SC Freiburg. Er hat dem Verler Eigengewächs Robin Brüseke sofort den Rang abgelaufen. Sehr stark bei der Strafraumbeherrschung und auch in Puncto Reflexe bisher kaum Schwächen offenbarend, liegt seine schlechte Gegentorquote klar an den Spielern vor ihm. Statistisch gesehen hätte er bisher in jedem Spiel einen Treffer mehr kassieren müssen. Man könnte daraus schlussfolgern, er hält alle drei Spiele zwei sogenannten unhaltbare Schüsse.

Die Innenverteidigung ist durch den verletzungsbedingten Ausfall von Daniel Mikic (#4) sehr geschwächt. Seit Mikic fehlt, bekommt Verl pro Spiel ein Tor mehr als mit ihm. Das muntere Wechselspiel bei den Innenverteidigerpaaren hat die Situation nicht verbessert. Einerseits kann man vor keinem Spiel sicher sein, wer auf den beiden Positionen in der Innenverteidigung spielt. Andererseits lebt gerade dieser Mannschaftsteil von Kontinuität und guter Abstimmung untereinander. Wer also ist abgesehen vom verletzten Mikic die Schlüsselspieler in der Innenverteidigung.

Die besten Werte in den individuellen Schlüsselstatistiken auf diesen Positionen haben Cottrell Ezekwem (#3) (ehemals in der 3. Mannschaft der Löwen aktiv) beim Kopfballspiel und abgefangenen Pässen, sowie Frederik Lach (#15) bei den defensiven Zweikämpfen und bei der Passgenauigkeit. Ob einer der beiden jedoch zum Einsatz kommt und dann das Prädikat “Schlüssselspieler” auch verdient, ist unsicher. Ob der Winterneuzugang und altbekannte Spieler an der Grünwalder Straße, Aaron Berzel (#22), eine Rolle spielt, ist ebenfalls offen.

Mittelfeld

Sowohl gegen den Ball als auch im Aufbauspiel der Verler, ist der defensive Mittelfeldspieler Tom Baack (#5) eine wichtige Stütze. Seine statistischen Werte in den für diese Position entscheidenden Kategorien sind, abgesehen von den gewonnenen Kopfballduellen, alle überdurchschnittlich. Defensive Zweikampfstärke gepaart mit hoher Passgenauigkeit und einer für diese Position eigentlich ungewöhnlichen hohen Dribbelstärke, machen Baack offensiv wie defensiv zu einem wichtigen Baustein im Verler Spiel.

Kapitän Maël Corboz (#27) ist normalerweise Dreh- und Angelpunkt in der Verler Offensive. Sein sehr gutes Passspiel, die Geschwindigkeit, wie er sich entwickelnde Situationen erfasst, gepaart mit seinem Tempo sind im Spiel nach vorn Gold wert. Im Dribbling kann er sich jedoch eher selten durchsetzen. Im Spiel gegen den Ball arbeitet er gut nach hinten mit. Defensive Zweikämpfe anzunehmen und auch dann und wann auch eine Grätsche auszupacken gehören bei ihm zum guten Ton. Den Löwen dürfte durchaus zugute kommen, dass der Amerikaner heute gesperrt fehlen wird. Ihn zu ersetzen wird Verl nicht 1:1 schaffen.

Sturm

Elf Vorlagen (Top Wert in der Liga) und drei Treffer hat Kasim Rabihic (#9) bereits zu Buche stehen. Die sturminternen Rotation der jeweils mit ihm im Angriff aufgestellten Spieler, lässt den Beobachter meist schwer sagen, welcher der drei Spieler nun tatsächlich Mittel- oder Außenstürmer ist. Rabihic kann überall im Sturm auftauchen und auch allein eine Defensivreihe auseinandernehmen. Mit Putaro und Akono hat Rabihic zwei gute Abnehmer für seine Vorlagen. Seine extrem hohe Passgenauigkeit führt dazu, dass er im Schnitt zwei Schussvorlagen pro Spiel gibt. Er spielt somit die meisten sogenannten Schlüsselpässe in der dritten Liga. Mit seiner Dribbelstärke und ohne Angst, in direkte Duelle zu gehen, ist er zudem der am dritthäufigsten gefoulte Spieler der Liga. Dieser Spieler ist brandgefährlich und kann, wenn seine Mannschaft defensiv funktioniert, Spiele alleine entscheiden. Ob er das während seiner Zeit bei den Amateuren des TSV 1860 gelernt hat?

Fazit

Der TSV 1860 München hat gegen Verl ganz klar die Chance, drei Punkte zu holen. Mit dem Selbstvertrauen von zwei Siegen im Rücken muss man den Ostwestfalen von Anfang an zeigen, wer Herr im Sechzgerstadion ist – ganz nach dem Motto “Hier regiert der TSV”!

Wenn auf Seiten der Sechzger konsequent gegen den Ball gearbeitet wird und das Pressing – im Raum zur Angriffssteuerung oder Mann gegen Mann zur frühen Balleroberung – funktioniert, kann man auch das gute Offensivspiel der Ostwestfalen im Keim zum Erliegen bringen.

Bei Ballbesitz werden die Sechzger, wenn sie schnell genug spielen, gegen das 4-3-3 vermutlich Räume auf den Außenbahnen finden. Von dort kann, je nachdem wie Verl verschiebt, um die Außenspieler des TSV 1860 zu stellen, entweder mit Flanken oder über Kombinationen ins Zentrum der Box hineingearbeitet werden.

Der Fokus für die Löwen muss ganz klar auf den gegen Lautern und Zwickau gezeigten Tugenden liegen. Offensives Spiel auch gegen den Ball und Einsatzwille sowie Laufbereitschaft, zusammen mit einer hohen Pressinglinie und einer hohen Defensivlinie, um die Räume für Verl so eng wie möglich zu machen, können den Erfolg bringen.

Dass man die Chance hat zu gewinnen heißt nicht zwangsläufig, dass das auch geschehen wird. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Spieler des TSV 1860 München gegen Verl wieder alles dafür tun werden. Mit dem richtigen Matchplan und den richtigen Ideen in der Offensive wird das mit dem Sieg gegen den SC Verl klappen.

So könnte Verl beginnen

 

Datenquelle: Wyscout