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Jacobacci-Rauswurf: die Presseerklärung des TSV 1860

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TSV Graffiti hinter der Westkurve des Grünwalder Stadions Giesing TSV 1860 München

Der TSV 1860 hat Cheftrainer Maurizio Jacobacci und Co-Trainer Stefan Reisinger freigestellt (sechzger.de berichtete). Nun hat der Club auf der Website der KGaA die Entscheidung mit einer Pressemitteilung offiziell verkündet.

Die Presseerklärung im Wortlaut

Aufgrund der sportlichen Negativserie mit fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen inklusive dem Aus im Landespokal, hat sich der Geschäftsführer der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, Marc-Nicolai Pfeifer, mit den Gremien besprochen. Nach reiflicher Überlegung wurde unter Einbindung der Gremien entschieden, Cheftrainer Maurizio Jacobacci und Co-Trainer Stefan Reisinger mit sofortiger Wirkung freizustellen.

„Wir danken Maurizio Jacobacci für seine Arbeit, die er beim TSV 1860 München in den vergangenen Monaten geleistet hat“, sagt Marc-Nicolai Pfeifer. „Mauri hat in einer sehr herausfordernden Phase äußerst viel Verantwortung übernommen und nicht nur als Cheftrainer nahezu rund um die Uhr für die Löwen gearbeitet, sondern sich in der Vorbereitung auf die Saison 2023/24 auch als Teamplayer mit großem Ehrgeiz und unbedingtem Willen zum sportlichen Erfolg erwiesen. Gemeinsam mit unserem Chefscout Jürgen Jung hat er die sportliche Verantwortung für die Zusammenstellung des Kaders übernommen und trotz Reduzierungen im Sportbudget eine Mannschaft geformt, die eine gute Rolle in der 3. Liga spielen kann.

“Danken möchte ich außerdem Stefan Reisinger”

Danken möchte ich außerdem Stefan Reisinger, der seit Sommer 2022 sowohl unter Michael Köllner als auch Maurizio Jacobacci für die Löwen gearbeitet hat. In seiner Rolle als Co-Trainer konnte er parallel zu seiner Ausbildung zum Fußballlehrer wichtige Impulse aus seiner eigenen Erfahrung als Fußballprofi einbringen.

Leider konnte die Mannschaft ihre Leistungen nicht wie gewünscht in Punkte ummünzen, so dass wir uns vom Wechsel im Trainerteam nun neue Impulse in der Mannschaft erwarten. Die gesamte Löwen-Familie dankt Maurizio Jacobacci und Stefan Reisinger recht herzlich für ihren Einsatz und wünscht den beiden und ihren Familien für die Zukunft nur das Beste.“

Das Mannschaftstraining leitet Frank Schmöller

Das Mannschaftstraining leitet ab dem heutigen Dienstag um 14.30 Uhr Frank Schmöller, der diese Aufgabe bis zur Winterpause ausüben wird und den TSV 1860 München auch in den Spielen gegen Rot-Weiss Essen, Arminia Bielefeld und Waldhof Mannheim coachen wird. Unterstützt wird er dabei von Franz Hübl, Harald Huber und Jörg Mikoleit.

Frank Schmöller, der als Spieler mit dem Hamburger SV im Jahr 1987 die Vize-Meisterschaft holte und den DFB-Pokal gewann, trainiert beim TSV 1860 München die U21. In der aktuellen Bayernliga-Saison hat die Nachwuchsmannschaft nach 21 Spielen bereits 40 Punkte auf dem Konto und steht auf Tabellenplatz 4.

sechzger.de Talk 134 nach Dortmund & vor TSV 1860 – RW Essen

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sechzger.de Talk Folge 134 nach der Niederlage in Dortmund, Jacobacci Aus, Bündnis Zukunft, TSV 1860 München - Rot-Weiss Essen

Nach der Niederlage in Dortmund den aktuellen Geschehnissen an der Grünwalder Straße ist klar: es gibt viel zu reden! Das merkt man auch an der Länge vom sechzger.de Talk Nummer 134. Deutlich über eine Stunde unterhält sich Jan mit seinen Gästen Christian, Flo und Bernd. Neben der Niederlage gegen die zweite Mannschaft des BVB geht es auch um das neue Bündnis Zukunft sowie das kommende Heimspiel gegen Rot-Weiß Essen.

Niederlage gegen Borussia Dortmund II

Mehrere hundert Löwenfans – die Zahlen reichen bis zu 900 – nahmen die Reise nach Dortmund auf sich und fanden sich im Gästeblock des Stadions Rote Erde in Dortmund ein. Flo war einer von ihnen und berichtet von seinen Eindrücken am Sonntagabend. Vor allem das Geschehen auf dem Platz wird ausgiebig diskutiert. Unter anderem wird eine Theorie entwickelt, die die beiden unterschiedlichen Halbzeiten gegen die zweite Mannschaft des BVB erklären könnte. Zudem geben alle Gäste ihre Einschätzung ab, ob Maurizio Jacobacci am kommenden Wochenende noch der Trainer des TSV 1860 München sein wird.

Das Bündnis Zukunft – kann es etwas bewirken?

In Talk Ausgabe 134 geht es aber nicht nur um sportliche Aspekte. Vergangenen Dienstag stellte sich das Bündnis Zukunft erstmals der Öffentlichkeit vor. Jan und Christian nahmen für sechzger.de an der Medienrunde teil und schildern ihre Eindrücke. Abgesehen davon wird von allen vier Teilnehmern diskutiert, was das Bündnis Zukunft wirklich erreichen könnte – beziehungsweise ob die Initiative überhaupt Erfolg haben kann.

Vorschau Rot-Weiss Essen

Abschließend wird das letzte Heimspiel des Jahres 2023 thematisiert. Am 09.Dezember ist Rot-Weiß Essen zu Gast in Giesing. Die Gesamtbilanz gegen den aktuellen Tabellen-6. sieht aus weiß-blauer Sicht sehr rosig aus. In den beiden 3.Liga-Duellen gab es allerdings noch keinen Sieger. Sollte eines der beiden Teams am Samstag siegreich sein, handelt es sich somit um eine Premiere. Viel Hoffnung gibt es momentan nicht, dass der TSV 1860 München nach der Partie drei Punkte mehr auf dem Konto hat. Aber bei Sechzig weiß man schließlich nie – “Schreib die Löwen niemals ab”…

Der sechzger.de Talk 134 als Video und Podcast

Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:

Selbstverständlich freuen wir uns auch über jede positive Bewertung, über Kommentare und über Eure Verbesserungsvorschläge.

TSV 1860: Ist das “Kompetenzteam Sport” gescheitert?

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1860 wochenende schnee nlz giesing trainingsgelände trainingslager

Nach dem Absturz auf Platz 15 der Tabelle steht nicht nur Trainer Maurizio Jacobacci im Zentrum der Kritik. Auch die Zusammenstellung des Kaders muss hinterfragt werden, die Verantwortlichkeiten bei der Auswahl der Neuzugänge. War es eventuell doch ein Fehler, auf einen erfahrenen Sportdirektor bzw. Geschäftsführer Sport zu verzichten und stattdessen mit einem “Kompetenzteam Sport” zu agieren?

Das “Kompetenzteam Sport”

In der Sommerpause wurde man seitens des TSV 1860 nicht müde zu betonen, dass man sich für die Zusammenstellung eines konkurrenzfähigen Kaders gewappnet sehe. Nachdem der ehemalige Geschäftsführer Günther Gorenzel bereits die Transfers von David Richter, Julian Guttau, Marlon Frey und Eroll Zejnullahu eingetütet bzw. maßgeblich vorbereitet hatte, lag diese verantwortungsvolle Aufgabe für die restliche Transferphase auf den Schultern mehrerer Personen.

Während der Öffentlichkeit verkauft wurde, dass neben Trainer Maurizio Jacobacci und Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer auch NLZ-Leiter Manfred Paula und Chefscout Jürgen Jung mitwirkten, zog im Hintergrund auch das sogenannte “Kompetenzteam Sport” seine Fäden. Neben Pfeifer und Jacobacci gehören diesem inoffiziellen Gremium drei Führungspersonen aus dem Verein, der KGaA und einem KGaA-nahen Unternehmen an.

HAM lehnte Horst Heldt ab

Von diesen fünf Personen verfügt mit Maurizio Jacobacci also eine über eine tatsächliche sportliche Kompetenz. Wenn man dann jedoch bedenkt, dass der Italo-Schweizer zu diesem Zeitpunkt a) über kaum Erfahrung in der 3. Liga verfügte und b) ohnehin nicht unbedingt dafür bekannt ist, lange bei einem Klub zu bleiben und dementsprechend in erster Linie daran interessiert sein dürfte, kurzfristig Erfolge zu erzielen statt mittel- und langfristig erfolgreiche Strukturen zu implementieren, erscheint das Wirken des “Kompetenzteam Sport” umso fragwürdiger.

Nicht umsonst setzte sich Präsident Robert Reisinger frühzeitig dafür ein, dass ein namhafter Sportdirektor bzw. Geschäftsführer Sport die Kaderplanung übernehmen solle. Der auserkorene Horst Heldt wurde – wie bekannt – seitens der HAM abgelehnt, eine Einsetzung mittels 50+1 wäre zwar rechtlich möglich, aufgrund der Blockadehaltung des Hauptgesellschafters nicht sinnvoll gewesen. Vizepräsident Heinz Schmidt hatte sich diesbezüglich im Wochenanzeiger deutlich geäußert:

“Von einem Vertreter unseres Mitgesellschafters wurde mir persönlich unverblümt erklärt, es wäre völlig unerheblich, welchen Namen der Verein in den Ring wirft. Sobald öffentlich klar sei, es handelt sich um einen Kandidaten des Vereins, würde ihn HAM, unabhängig von dessen Qualifikation, kategorisch ablehnen. Das hat der von uns vorgeschlagene Kandidat dann auch im Gespräch mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Geschäftsführer zu spüren bekommen. Daraufhin hat er sich zurückgezogen.”

Jacobacci folgte auf Köllner und Gorenzel

Wie aber kam es überhaupt zu dieser für den TSV 1860 so unbefriedigenden Konstellation? Bekanntermaßen wurde Michael Köllner Ende Januar nach der Niederlage gegen Dynamo Dresden entlassen. Schon bald präsentierten Günther Gorenzel und die Vereinsseite vermeintlich geeignete Kandidaten zur Nachfolge des Oberpfälzers, die jedoch allesamt durch die HAM-Vertreter abgelehnt wurden.

Über HAM und die Pacific Group wurde schließlich der Kontakt zu Maurizio Jacobacci hergestellt, der nach der unglücklich verlaufenen interimistischen Trainertätigkeit von Gorenzel als neuer Trainer verpflichtet wurde. Sicher nicht der Wunschkandidat des Vereins, wie auch Robert Reisinger auf Anfrage von sechzger.de rückblickend erläutert:

“Die Kandidatenliste von Gorenzel für die Nachfolge Köllners enthielt durchaus interessante Namen. Über einige wurde in der Presse geschrieben. Als Vereinsvertreter waren wir mit Gorenzels persönlichem Wunschkandidaten einverstanden. Das ließ sich dann aber nicht realisieren. Es gab unterschiedliche Vorstellungen der Gesellschafter. Am Ende wurde es ein anderer. Die Geschäftsführer gerieten in dieser Phase stark unter Druck und gaben, um die schwierige Situation mit unserem Mitgesellschafter zu befrieden, schließlich dem Ansinnen nach. Wobei ich es falsch finde, wenn Jacobacci jetzt zum Sündenbock gemacht würde. Er hat eine Chance für sich gesehen und zugegriffen. Die sportlich unbefriedigende Situation in der wir uns befinden, kann nicht alleine auf seinen Schultern abgeladen werden.”

Dr. Christian Werner als Geschäftsführer Sport?

Wie geht es nun weiter? Sieht das “Kompetenzteam Sport” ein, dass es mit seinem Latein am Ende ist? Macht es nun den Weg frei für die Verpflichtung von Dr. Christian Werner, der zunächst seitens des Vereins als Sportdirektor abgelehnt worden war, nun aber Geschäftsführer Sport werden soll? Präsident Robert Reisinger wünscht sich in erster Linie, dass die Kompetenzen endlich eindeutig geklärt werden:

“Es wurden meiner Ansicht nach im Sommer konzeptionelle Fehler gemacht. Das betrifft hauptsächlich Struktur- und Organisationsfragen. Unsere Entscheidungsprozesse waren nicht optimal. Es haben zu viele Menschen mitgeschnabelt. Für den Geschäftsbereich Sport will ich schnellstmöglich eine fähige Führungspersönlichkeit im Amt sehen, die das Machtvakuum behebt und wieder für geordnete Prozesse im Profifußball bei uns sorgt.”

Wie es auch kommt: Es bleibt spannend bei den Löwen…

Sechzig um Sieben: Diskussionen um Maurizio Jacobacci

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Sechzig um Sieben: Illertissen im Visier
Sechzig um Sieben: Essen

Die Trainerdiskussion beim TSV 1860 München ist entbrannt. Wie lange bleibt Maurizio Jacobacci noch bei den Löwen? Diese Frage stellen sich die Fans spätestens seit der Niederlage in Dortmund. Darüber hinaus gab es bei sechzger.de die Giesinger Gedanken, die Taktiktafel-Analyse und eine neue Talk-Folge ist mittlerweile ebenfalls online zu finden.

Giesinger Gedanken: die Flucht vor 1860

Mit dem Geschehen in Dortmund beschäftigen sich die Giesinger Gedanken dieses Mal nicht. Thomas Enn ist nämlich vor den Löwen geflohen und hat in den USA ein Alternativprogramm zu den Spielen gegen Unterhaching und Dortmund II geplant. Davon berichtet er ausführlich. Über die aktuelle Situation wird dafür im aktuellen sechzger.de Talk ausgiebig gesprochen, der seit gestern abend online zu finden ist.

Die Niederlage in Dortmund in der Analyse

Wieder genesen ist Taktikfuchs Bernd und daher hat er sich sogleich daran gemacht, das 0:3 vom Sonntag ausführlich zu analysieren. Schlussendlich kommt er im Fazit nicht drumherum, eine Veränderung auf der Position des Trainers zu fordern. Maurizio Jacobacci sollte seine Sachen packen, sofern es nach Bernd geht.

Abgesehen davon wurde die Berichterstattung zum Spiel am Sonntag durch die Fotogalerie abgerundet.

Sechzig am Wochenende: Futsaler siegen weiter

Schnee und Kälte hatten die Landeshauptstadt am Wochenende fest im Griff. Entsprechend gab es nur wenige Spiele mit Beteiligung der Löwen. Die Anfahrt nach München meisterte der Gegner der Futsaler, doch den Weg hätten sie sich im Nachhinein vermutlich lieber erspart. Die Löwen gingen als klarer Sieger vom Platz und spielen damit weiterhin eine sehr starke Saison.

Löwenfans diskutieren über Maurizio Jacobacci

Das nächste Spiel ohne Punkte hat die Position von Maurizio Jacobacci wahrlich nicht gestärkt. Bereits mit der Demontierung von Marco Hiller hatte der Trainer für einige Diskussionen gesorgt. Diese wurden nach der Niederlage in Dortmund noch einmal lauter. Stefan Kranzberg hat sich Gedanken gemacht und unter anderem ein Blick auf die Fehler von Maurizio Jacobacci geworfen.

News aus der 3.Liga

Kompp vor Abschied in Mannheim

Nicht nur bei den Löwen wird der derzeitige Geschäftsführer heiß diskutiert. Auch beim Ligakonkurrenten Waldhof Mannheim ist dies der Fall. Nun deutet sich ein vorzeitiger Abschied von Markus Kompp an. Der Aufsichtsrat hat bereits einstimmig beschlossen, der Vertrag mit dem Geschäftsführer nicht mehr zu verlängern. Darüber hinaus wird eine frühere Trennung anvisiert. Beim Drittletzten der 3.Liga steht also eine große Veränderung in personeller Hinsicht bevor.

Erzgebirgsstadion bleibt erhalten

In den vergangenen neun Wochen lief bei Erzgebirge Aue eine Crowdfunding-Aktion. Ziel des Ganzen war, den Namen Erzgebirgsstadion für ein weiteres Jahr zu erhalten. 250.000€ sollten dafür gesammelt werden. Das finanzielle Ziel wurde nicht ganz erreicht, der Name bleibt somit aber dennoch erhalten. Mindestens bis zum nächsten Herbst werden die Spiele der Veilchen also im Erzgebirgsstadion ausgetragen. Da Spenden weiterhin noch möglich sind, können die 250.000€ womöglich noch erreicht werden.

Sitzt Maurizio Jacobacci gegen Essen noch auf der Bank?

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Maurizio Jacobacci TSV 1860

Es war ein symbolträchtiges Bild, als Maurizio Jacobacci gestern Abend nach dem Abpfiff auf den Schiedsrichter zuging, um ihm die Hand zu schütteln. Verabschiedete sich der Trainer in diesem Moment nicht nur vom Unparteiischen, sondern auch von der 3. Liga? Einmal mehr konnte seine Mannschaft nur phasenweise überzeugen und stand am Ende (völlig zurecht) mit leeren Händen da.

Was ist in der Pause passiert?

45 Minuten lang präsentierte sich der TSV 1860 im Stadion Rote Erde mehr als ordentlich, erspielte sich sogar einige Möglichkeiten, konnte diese jedoch nicht zur Führung nutzen. Klar, die deutlicheren Torchancen hatte schon vor dem Seitenwechsel der BVB II, aber alles in allem war die Leistung der Löwen sehr ansprechend. Und dann?

Mit Beginn der zweiten Halbzeit kehrte der Schlendrian ein, jeglicher Schwung der ersten Hälfte war wie weggeblasen. Wo war er hin, der Schwung? Was ist passiert, dass die Löwen einmal mehr einbrachen und nach dem 0:1 so gar nicht mehr in die Spur zurückfanden?

Wo ist die Entwicklung?

Auch wenn der Trainer in den letzten Wochen gebetsmühlenartig wiederholt hatte, er sehe eine Entwicklung, so war diese auch gestern nicht zu erkennen. Was bringt es den Löwen, wenn man eine Halbzeit lang Druck aufbaut, dann aber doch wieder in alte Muster verfällt und zum wiederholten Male nicht in der Lage ist, auf einen Rückschlag zu reagieren und sich gegen eine drohende Niederlage zu stemmen.

Kann man das dem Trainer anlasten? Ich denke: ja! Passiert sowas ein- oder zweimal, dann sagt ja keiner was. Aber in der Häufigkeit und Regelmäßigkeit? Natürlich haut nach dem zweiten Gegentreffer jetzt jeder auf Jesper Verlaat ein, dem da wirklich ein katastrophaler Fehler im Spielaufbau unterlief. Aber muss man da als Trainer nicht auch in der Lage sein zu sagen: Männer, bei solchen Platz- und Wetterverhältnissen dürft ihr von meiner Vorgabe abweichen, den Ball bei einem Abstoß ruhig und flach hinten rauszuspielen?

Die Fehler des Maurizio Jacobacci

Ganz unabhängig davon hat sich Maurizio Jacobacci in den letzten Wochen und Monaten nicht immer nur Freunde gemacht. Muss er als Trainer auch nicht, keine Frage. Wenn man sich aber mit ehemaligen Spielern unterhält, so setzt sich ein Bild zusammen, das durchaus erahnen lässt, dass die aktuelle Entwicklung nicht nur mit Pech zu begründen ist. Und deren Einschätzung basiert noch auf Eindrücken vor Lakenmacher und Hiller…

Bereits zu Beginn der laufenden Saison wurde der Umgang Jacobaccis mit Fynn Lakenmacher kritisiert, die “Causa Hiller” toppt dies jedoch problemlos. Dabei geht es keineswegs darum, dass man David Richter dem langjährigen Keeper aus sportlichen Gründen vorziehen kann, denn der Neuzugang aus Offenbach hat seine Sache bislang wirklich gut gemacht und gezeigt, dass man sich auf ihn verlassen kann.

Warum Maurizio Jacobacci jedoch minutenlang monologisiert, warum Hiller seine Nummer 1 ist und dass er vollstes Vertrauen in ihn hat, um ihn dann nach einem Spiel wieder auf die Bank zu setzen, ist nicht nachvollziehbar. Vertrauen sieht anders aus, gute Menschenführung ebenso.

Dass Hiller beim Gegentor in Pipinsried alles andere als optimal aussah, ist unbestritten. Dass er anschließend jedoch als Bauernopfer herhalten musste, um vom groben Vercoachen von Trainer Maurizio Jacobacci abzulenken, ist billig.

Immer wieder vor dem Essen-Spiel

Fakt ist: Der TSV 1860 hat weder gegen Pipinsried, noch gegen Unterhaching oder Borussia Dortmund II ein Tor erzielt und steht auf Platz 15 der Drittliga-Tabelle. Am Wochenende kommt Rot-Weiss Essen ins Grünwalder Stadion, was sicher auch alles andere als ein Spaziergang werden dürfte.

Schon in der Vorsaison hätte man sich vor dem Spiel gegen RWE vom Trainer trennen sollen. Damals hielt man an Michael Köllner fest, verpasste den richtigen Zeitpunkt und entließ den Oberpfälzer erst nach der Winterpause.

Und diesmal?

Foto: TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA

Dortmund II – TSV 1860 München (3:0), die Taktiktafelanalyse

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur Taktiktafelanalyse des Spiels unseres TSV 1860 München bei Borussia Dortmund II.  Nach einer ansehnlichen (aber torlosen) 1. Halbzeit des TSV 1860 München steht auf der (nicht vorhandenen) Anzeigetafel am Ende der Partie ein 3:0 für die Gastgeber.

Dortmund II – TSV 1860 München – beide Mannschaften begannen im 4-2-3-1. Die Pressinglinie der Löwen war grundsätzlich auf hohem Niveau angelegt, die der Dortmunder in der ersten Halbzeit im Prinzip gar nicht vorhanden. Der Gastgeber war in den ersten 45 Minuten in der eigenen Spielfeldhälfte eingeschnürt. Lediglich wenige Entlastungsangriffe und ein gefährlicher Konterangriff erreichten in dieser Spielhälfte das letzte Drittel unserer Sechzger. Folglich kam es kaum zu Situationen, in denen über Positionsspiel aufgebaut wurde. Umschaltaktionen der Löwen bestimmten die ersten 45 Minuten. Daraus entstanden auch gute Chancen für die Sechzger, nur konnten diese nie genutzt werden. Dortmund verteidigte aufopferungsvoll und hatte auch das Glück, das Zielwasser in den letzten Monaten wohl nicht zu den gereichten Getränken in der Kabine oder im Löwenstüberl gehört. Daraus resultiert dann logischerweise auch, dass die Defensivlinie der Dortmunder permanent tief stand. Der BVB II hatte in der Hintermannschaft in der ersten Halbzeit Arbeit für zwei Spiele.

Die zweite Halbzeit war nicht nur diesbezüglich von der ersten komplett unterschiedlich. Dortmund kämpfte sich schnell ins Spiel, die Ballbesitzverteilung war ausgeglichen, der Gegner legte eine Pressingintensität an den Tag, die – und das zieht sich in zweiten Halbzeiten bis auf wenige Ausnahmen wie ein roter Faden durch die Saison – den Sechzgern wenig Möglichkeiten zum kontrollierten Aufbau im Positionsspiel ließ. Allerdings muss man sagen, dass zumindest in diesem Punkt auch die Sechzger zumindest bis zum Gegentreffer nicht nachließen.

So standen sich in der zweiten Halbzeit zwei Mannschaften gegenüber, die beide die Pressinglinie zunächst hoch stellten und die Defensivlinie dabei meistens der Höhe dieser anpassten. In seltenen Fällen konnte man auch leichtes Abfallen der Defensivline auf mittleres Niveau bei hohem Pressing beobachten. Diese Herangehensweise hatte bis zum 1:0 durch Pohlmann für den BVB II für beide Teams Bestand.

Mehr dazu weiter unten, kommen wir zunächst zu den statistischen Werten der Partie.

Statistische Werte Dortmund II – TSV 1860

  • Ballbesitz: Dortmund II 43% – TSV 1860 57%
  • Passgenauigkeit: Dortmund II 73% – TSV 1860 76%
  • Defensive Zweikampfquote: Dortmund II 67% – TSV 1860 51%
  • Schüsse/aufs Tor: Dortmund II 17/6 – TSV 1860 20/6
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): Borussia Dortmund 9 – TSV 1860 4,53

Analyse der statistischen Werte

Ballbesitz (43%:57%)

Wenn man nur die Zahl betrachtet, sieht es so aus, als wären die Löwen deutlich überlegen gewesen. Das stimmt teilweise, trifft allerdings nur für die ersten 45 Minuten der Partie zu. In der zweiten Spielhälfte war der Wert beim Ballbesitz nahezu ausgeglichen und von Überlegenheit war nichts mehr zu sehen. Das wäre, hätte man die Chancen, die sich dem TSV 1860 München in diesem Spielabschnitt boten, auch nicht weiter schlimm.

Wie man sich als dominante Mannschaft beim Stand von 0:0 nach dem Pausentee dann aber die Butter derart vom Brot nehmen lassen kann, ist unerklärlich. Auch Trainer und Spieler des TSV 1860 München hatten in den Interviews nach der Partie keine Antwort auf diese Frage.

Fakt ist zwar, dass der Ballbesitz der Löwen in der zweiten Halbzeit immer noch deutlich über 50% lag, aber sobald es in des Gegners Hälfte ging, war meist kurz hinter der Mittellinie Schluss. Bis dorthin zu kommen verbrauchte dabei oft relativ viel Zeit, sodass es am Ende nur ineffektiver Ballbesitz gewesen war. Produktivität mit Ball sieht anders aus. Das hat vor allem mit der Passgenauigkeit während dieses Spielabschnitts zu tun.

Passgenauigkeit (73%:76%)

In der ersten Halbzeit brannte der TSV 1860 München gegen Dortmund II ein torloses Offensivfeuerwerk ab. Kombinationen zum mit der Zunge schnalzen, nur beim Abschluss war man glücklos. Da brauchen wir hier nichts schlechtreden, was Halbzeit eins betrifft. In der Kategorie Passgenauigkeit war die erste Halbzeit phasenweise Lehrbuchfußball gemischt mit Zaubereien. Beispielsweise Zejnullahus Vorlage per Hacke für Guttaus Schuss (3.), der noch von einem Dortmunder Spieler abgefälscht werden konnte.

Während in der ersten Halbzeit in puncto Passspiel alles im grünen Bereich lag, bot die zweite Halbzeit ein desolates Bild. Und auch hier muss man nichts schlechtreden, denn was die Sechzger uns zeigten, war genau das: schlecht.

Vor allem bei Pässen nach vorne, sobald der Ball das eigene letzte Drittel verlassen hatte, kam kaum noch etwas an. Und wenn, war die Kugel meistens schnell wieder in Besitz der Dortmunder, die dann schnell über wenige Stationen wieder im letzten Drittel der Löwen auftauchten. Von den 66 Ballgewinnen der Dortmunder in der zweiten Halbzeit fanden lediglich neun im eigenen letzten Drittel statt. Die Sechzger verloren die Kugel also großteils spätestens im Mittelfeld.

Defensive Zweikampfquote (67%:51%)

Erste Hälfte

Hier geht es wie immer nicht nur um die Quote, sondern auch um die Anzahl der geführten Zweikämpfe, denn allein die relative Zahl hilft uns bei der Betrachtung nicht weiter. Und in dieser Kategorie war nicht nur die zweite Halbzeit schlecht. Nein, auch in der ersten bekleckerte man sich in den Zweikämpfen gegen den Ball nicht mit Ruhm, profitierte da jedoch noch von vielen Abspielfehlern des Gegners. Diese waren durch die durchaus vorhandene Aggressivität gegen den Ball provoziert und somit gibt es zwar bei der Zweikampfquote in der ersten Halbzeit nichts schönzureden, aber man muss auch ganz klar sagen, dass im eigenen letzten Drittel während des ersten Durchgangs lediglich vier Zweikämpfe gegen den Ball am Boden und zwei in der Luft geführt werden mussten. Der Erfolg der Defensivarbeit in Halbzeit eins war dem guten Stellungsspiel und den daraus folgenden abgefangenen Bällen geschuldet.

Insgesamt kam Dortmund in der ersten Halbzeit lediglich neun Mal ins letzte Drittel der Sechzger. Nichts desto trotz musste der TSV 1860 auch bei der deutlichen offensiven Überlegenheit einige Male zittern und Richter rettend eingreifen.

Zweite Hälfte

Wirklich desolat zeigten sich die Sechzger gegen den Ball dann in der zweiten Halbzeit. Die Quote gewonnener Duelle gegen den Ball am Boden stieg zwar signifikant an, aber bei Kopfballduellen ging man lediglich vier Mal als Sieger hervor.

Des Weiteren führte die Dortmund insgesamt trotz in fast ausgeglichenem Ballbesitzverhältnis ein Drittel mehr Zweikämpfe gegen den Ball als die Löwen. Und das bei einer Erfolgsquote von 73% in der zweiten Halbzeit. Sechzig führte insgesamt also genau einen defensiven Zweikampf mehr als die Dortmunder gewinnen konnten. Dortmund hatte also nicht nur einen hohe Erfolgsquote insgesamt bei den defensiven Zweikämpfen. Die Hausherren gewannen – blickt auf die absoluten Zahlen der gewonnenen Zweikämpfe und vergleicht diese miteinander – auch 73% mehr der von ihnen gegen den Ball geführten Zweikämpfe. Das war leider gar nichts.

Womit hat diese Nichtleistung am Ende zu tun? Der Fakt, dass man oft zu weit vom Gegenspieler entfernt steht und dadurch der Gegner einen Aktionsvorteil hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Sechzger haben auch in der zweiten Halbzeit (wie schon in der ersten) oft die Bälle über ihr Stellungsspiel erobert. So ist die Quote abgefangener gegnerischer Pässe deutlich höher als die der Dortmunder, nur hilft das wenig, wenn der Gegner sofort auf Gegenpressing umschaltet, wieder aggressiv draufgeht und der soeben abgefangene Ball postwendend wieder weg ist.

Schüsse/aufs Tor (17/6:20/6)

Viele Schüsse, keine Tore – TSV. Geht man von der Anzahl und Qualität der Torgelegenheiten aus, können wir über die erste Halbzeit den Spruch mit der “Scheiße am Fuß”, den einst Andi Brehme prägte, wieder aus der Mottenkiste holen.

Fakt ist, dass die guten Torgelegenheiten der Sechzger alle bis auf eine (Lang 55., drüber) Beute des Dortmunder Keepers oder eines sich in den Schuss werfenden Abwehrspielers des BVB wurden.

Nach eben angesprochenem Versuch von Niki Lang war nicht mehr viel los, was gute Chancen betrifft. Einzig die Möglichkeit von Lakenmacher nach einer kurz gespielten Eckballvariante beim Stand von 2:0 in der 81. Minute könnte man hier noch nennen. Aber Lakenmacher köpft einen Dortmunder an und der folgende Eckball endet in einem mustergültigen Konter, der mit etwas Glück, da der durch Lang geblockte Schuss von Hettwer zu Azhil prallt, zum 3:0 führt.

Am Ende stehen für die Sechzger also durchaus abgefeuerte Versuche aus guten Positionen mit hohem xG Wert. Leider muss man sagen, dass die Sechzger es nicht schaffen, von dort solche Schüsse abzusetzen, wenn kein Gegner im Weg steht. Die Abschlüsse – so gut die Positionen sind – wirken trotzdem überhastet und wenig kontrolliert. Es treffen auch zwei unterschiedliche Faktoren der Entscheidungsfindung bei Schüssen zusammen. Einerseits haben wir nicht nur gestern (sondern auch in einigen Spielen zuvor) gesehen, dass der Schütze blind auf die Kugel drischt und so die Abwehr für den Keeper leichter macht als sie sein müsste, schösse er platziert und mit Übersicht. Andererseits entscheidet sich ein potentieller Schütze, wenn er frei Bahn hätte, oft für einen weiteren Pass ins Zentrum, wo dann für den finalen Schützen zu viel Verkehr herrscht.

PPDA (9:4,53)

Bis zur 60. Minute in etwa haben wir die höchste Pressingintensität der Sechzger seit Jahren gesehen. 3,86 lautete hier die Anzahl der im Schnitt zugelassenen Pässe pro Defensivaktion in den pressingrelevanten Zonen. Nach dem ersten Gegentor flachte dieser Druck auf den gegnerischen Aufbau stark ab und konnte auch in der Schlussphase nicht mehr ganz erreicht werden, obwohl man sich bemühte.

Egal ob ein Gegentreffer früh oder spät fällt: Kassiert man ein Tor, geht der Wert zumindest für eine Zeit lang in den Keller. In manchen Spielen schafften es die Löwen zwar, sich gegen Ende der Partie wieder auf das anfangs an den Tag gelegte Niveau heranzutasten, aber grundsätzlich kann man hier ein Muster erkennen. Wenn ein Gegentor fällt, leidet erstmal auch der Druck auf das gegnerische Aufbauspiel.

Die Tore

Hier könnt ihr die Gegentore und weitere Highlights nocheinmal ansehen.

Das vorentscheidende 1:0 und die Analyse desselben durch den Trainer lassen mich zweifeln, ob er das selbe Spiel gesehen hat. Maurizio Jacobacci sagte im Interview mit Magenta Sport (Zitat): “Wir bekommen ein Tor, weil wir keine Restverteidigung haben, durch die Mitte gespielt wurde, und, klar, Pohlmann macht das natürlich sehr gut, kommt da durch. Einfach zu einfach eigentlich…” (Zitat Ende)

Der Ballverlust hier geschieht nach einer kurzen Ballbesitzphase der Sechzger und die komplette Viererkette ist noch auf Position. Was fehlt, sind die beiden defensiven Mittelfeldspieler, weswegen Verlaat aus der Kette nach vorne verteidigen muss. Über Restverteidigung spricht man im Normalfall bei eigenen Angriffen, während derer man die Offensive durch mehrere eigentlich für Defensivaufgaben zuständige Spieler überlädt und auch der Gegner dann mehrere seiner offensiven Spieler zur Verteidigung nach hinten abziehen muss, sodass ein Verhältnis auf der letzten Linie des eigenen Spiels von 2:1 oder 3:1 gegen den verbleibenden offensiven Spieler des Gegners abseits des Geschehens hergestellt wird.

Dass Pohlmann, nachdem er den Ball bekommt, nach kurzem Antritt Verlaat düpiert und auch den mittlerweile herbeigeeilten Starke abschüttelt, bevor er knapp vor der Sechzehnerlinie abzieht, ist natürlich bitter, der entscheidende Fehler passiert jedoch davor.

Entscheidend für den Treffer war auch nicht der Ballverlust nach einem Pass durch den nach vorne geeilten Rieder auf Lakenmacher, sondern die lange Reaktionsdauer Rieders danach, bis er endlich in Gang kommt, um nach hinten zu gehen, um seinen Fehler wieder auszubügeln. Dass Box to Box Spieler Starke, der beim Ballverlust etwa sieben Meter vor Rieder war, schneller wieder am Ort des Geschehens eintrifft als der Dachauer, spricht Bände.

Dass Starke es schafft, Pohlmann noch einzuholen zeigt, dass Rieder es bei mehr Einsatz hätte schaffen können, hier noch einzugreifen. Ob das etwas geändert hätte, ist natürlich Spekulation.

Das fiel auf

Es fiel auf, was seit Wochen immer wieder auffällt: Vor dem Tor trifft man falsche Entscheidungen, deshalb fallen keine Tore für die Löwen und ab dem Zeitpunkt, wo man einen Gegentreffer kassiert, fehlt anscheinend jeglicher Glaube oder Wille an einen möglicherweise anderen Ausgang.

Lichtblick des Spiels offensiv war klar Erol Zejnullahu, der viele gute Aktionen hatte. Auch Morris Schröter war gut in Form und spielte zusammen mit Zejnullahu die Defensive der Dortmunder in der ersten Halbzeit schwindlig.

Fazit

Ein Fazit nach dem Spiel unseres TSV 1860 München bei Borussia Dortmund II zu ziehen, ist einerseits leicht, andererseits eine Aufgabe, die ich eigentlich nicht haben will. Aber was muss, das muss.

Es reicht leider nicht, wenn nur zwei Spieler eine Halbzeit lang herausragen. Die Art und Weise, wie man es phasenweise vermeidet, Zweikämpfe zu suchen, und das in einer Liga, in welcher der Kampf gegen dem Ball das oberste Credo sein muss, und wie oft man viel zu weit von den Gegenspielern weg steht, sodass der Gegenspieler fast immer den Aktionsvorteil hat, ist nicht das, was ich von einer Mannschaft, die das schönste Wappen im Weltfußball auf der Brust trägt, sehen will.

Ich weiß natürlich, dass im Tierreich die Löwinnen für die Jagd zuständig sind. Im Fußball sollte es anders sein. Ich will Männer sehen, die auf dem Platz kämpfen wie Löwen. Ich will Löwen sehen, die kämpfen wie Alphatiere, wenn ihnen durch einen Rivalen das Revier streitig gemacht wird.

Momentan hat das streckenweise eher was von freiwilliger Aufgabe des Reviers.

Ich bitte die Verantwortlichen dringend, endlich einzusehen, dass man mit vielen das Sportliche betreffenden Entscheidungen momentan auf dem Holzweg ist.

Ich möchte ganz klar betonen, dass ich glaube, die Mannschaft hat durchaus das Potential zu mehr. Es muss allerdings nun jemand her, der es versteht, das Potential aus dieser Mannschaft heraus zu kitzeln. Für mich hat sich Trainer Jacobacci mit seiner Analyse des ersten Treffers bei Magenta Sport endgültig disqualifiziert. Hätte er den dritten Treffer der Dortmunder so beschrieben, wäre ich d’accord gewesen. Aber das 1:0 der Hausherren hatte mit Jacobaccis Analyse desselben nichts zu tun.

Datenquelle: Wyscout

Sechzig am Wochenende: Viel Schnee und drei Punkte im Futsal

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TSV 1860 Futsal AFG Bergstraße

Der Wintereinbruch hielt weite Teile Bayerns fest umklammert und so mussten fast alle Begegnungen des TSV 1860 witterungsbedingt ausfallen. Eine Verlegung hätte man den Profis im Nachhinein auch gewünscht, stattdessen setzte es in Dortmund eine schmerzhafte 0:3-Abreibung. Besser erging es den Löwen in der Halle: Die Gäste von der Bergstraße reisten trotz Schnee an und wurden vom TSV 1860 Futsal mit einer deutlichen Niederlage wieder auf den Heimweg geschickt.

Trotz Schnee drei Punkte für TSV 1860 Futsal

Nicht gerade die kürzeste Anreise hatte die AFG Bergstraße aus Bensheim. Trotz des heftigen Wintereinbruchs nahmen die Hessen den Weg nach München auf sich, kassierten dort jedoch eine 3:9-Packung.  Für den TSV 1860 trafen Robert Juric (3), Teeo Pejazic (2), Lukas Milicevic, Andrej Vidak, Marcel Jukic und Marco Jukic.

In der Tabelle liegen die Löwen nach acht Spieltagen nur einen Punkt hinter Tabellenführer Beton Boys München.

Die Spiele im Überblick

Samstag, 02.12.

18.00 Uhr: Futsal – AFG Bergstraße 9:3

Die U14 gewann am Samstag den 8. Internationalen Carl Stahl U14 Hallen-Juniorencup in Kuchen. Im Finale besiegten die Junglöwen den Nachwuchs des SC Freiburg mit 2:0.

Wie im Vorjahr entschied die U9 des TSV 1860 das Hallenmasters in Poing für sich und gewannen das international besetzte Turnier vor Rapid und dem FC Augsburg.

Sonntag, 03.12.

19.30 Uhr: Borussia Dortmund II – Profis 3:0

Fotogalerie zu Borussia Dortmund II gegen TSV 1860

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Borussia Dortmund II BVB TSV 1860 Fotogalerie

0:3, eine beschämende 2. Halbzeit und der Absturz auf Platz 15 der Tabelle – der (beschwerliche) Ausflug ins Stadion Rote Erde war mal so richtig für die Katz. Wir präsentieren Euch einige Impressionen von der Niederlage des TSV 1860 bei Borussia Dortmund II.

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Giesinger Gedanken nach dem Spiel in Dortmund: Flucht vor 1860

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Dass es mit dem TSV 1860 München nicht immer leicht ist, wissen wir alle bestens. Ich habe allerdings seit Wochen eine Krise ungeahnten Ausmaßes mit unserem Lieblingsverein, dass ich freiwillig die Flucht vor 1860 angetreten habe. Ich hatte die Möglichkeit ein Projekt meiner Firma in Colorado zu betreuen und dafür die Spiele gegen Unterhaching und Dortmund II sausen zu lassen. Früher wäre das nicht mal im Ansatz denkbar gewesen, aktuell habe ich mich recht schnell entschieden, das zu machen und freiwillig auf zwei Löwenspiele zu verzichten. Die Chance mal von 1860 und seinen aktuell ziemlich schlechten Vibes wegzukommen, war zu verlockend.

American Football als Ersatzprogramm

Nachdem Ihr Euch gegen Haching Eure Allerwertesten abgefroren habt, war ich einen Tag später dran. Aus dem Rocky Mountains fuhr ich nach Denver ins Mile High Stadion, um mir das NFL-Spiel Denver Broncos gegen Cleveland Browns bei Temperaturen knapp um den Gefrierpunkt anzusehen. Ich schicke es voraus: Ich habe von American Football wenig bis keine Ahnung, aber ich wollte immer schon mal ein NFL-Spiel im Stadion sehen. Das “Empower Field at Mile High” wie es offiziell heißt fasst 76.000 Zuschauer. Aber bereits in der S-Bahn werde ich von einem Fan darauf hingewiesen, dass “Empower Field just advertising” ist. “We all say Mile High Stadium!” Der nette Broncos Fan besorgt beim imposanten “Tailgating”, das ist diese Party die auf dem Parkplatz vor dem Stadion stattfindet, mehrere kostenlose Biere für uns beide, bevor wir das durchaus imposante Stadion betreten. Am Eingang treffen wir erstmals auf Fans der Cleveland Broncos, bei den möglicherweise ein Verwandter eines Ex-Löwen spielt…

Handelt es sich bei diesem Spieler um einen Verwandten unseres ehemaligen Stürmers?

Die Nationalhymne wird “überbellt”

Sehr bemerkenswert an den Browns-Fans ist, dass sie sich, sobald sich gegenseitig erspähen, mit imitiertem Hundegebell begrüßen. Da tatsächlich auch einige Browns-Fans anwesend sind, wird mein Weg in den fünften Rang des Stadion von kontinuierlichem menschlichen Hundegebell begleitet. Das hab ich auch noch nicht erlebt. Später erfahre ich, dass es daran liegt, dass die Browns einen Hund als Maskottchen haben und das deswegen so zelebriert wird. Durch den Defekt einer Rolltreppe zu meinem Billigplatz verpasse ich die Nationalhymne, die von Hundegebell von Browns-Fans auf der Rolltreppe fast übertönt wird. Kurz nach dem Kick-Off bin ich dann aber auf meinem Platz und der Anblick des Stadions ist prächtig (siehe Titelbild).

Weniger “amerikanische Atmosphäre” als erwartet

Die zahlreichen Spielunterbrechungen fallen gar nicht so auf, weil es im Stadion einen Moderator gibt, der jede Spielszene in den Pausen erklärt und so verstehe sogar ich einigermaßen, was auf dem Spielfeld passiert. Das Ganze ist von ziemlich rockiger Musik untermalt und die Denver Broncos punkten bei mir für die Ewigkeit, als auch mein Black-Sabbath-All-Time Favorite “Children of the Grave” im Hintergrund läuft. Leider wird “Rock’n’Roll” von Motörhead nicht gespielt, was wegen der Textzeile “I got rock ‘n’ roll to save me from the cold” durchaus berechtigt gewesen wäre.

Klares 29:12 für Denver

Ich bin wie gesagt kein großer Football-Kenner, aber die Broncos sind aus meiner Sicht ziemlich überlegen und gewinnen das Spiel problemlos 29:12. Ehrlichgesagt hatte ich sogar ziemliche Langweile erwartet bei einem Spiel mit 48 Minuten Netto-Spielzeit, das brutto 3 – 3,5 Stunden dauert. Aber es ist ziemlich unterhaltsam und die Atmosphäre überrascht mich positiv. Hinter mir sitzen Fans aus Cleveland, die jede gute Aktion ihrer Mannschaft mit lautem Gebell bejubeln. Beim Touchdown ihrer Mannschaft wähnte man sich im Tierheim, so laut bellten die vereinzelten Browns-Fans in meiner Umgebung.

Mit lauten Gebell bejubelten die Cleveland-Fans den Touchdown ihres Teams

“IN-COM-PLETE”

Natürlich gibt es keinen Support, so wie wir das kennen. Aber die Broncos-Fans gehen gut mit und benötigen dazu gar nicht diese Ami-mäßigen Aufforderungen (die es natürlich trotzdem gibt). Die Touchdwons der Broncos werden tatsächlich ähnlich bejubelt wie Tore bei uns.

Touchdown samt Jubel für die Broncos

Allerdings wird der Touchdowner (oder wie auch man den nennt, der das Ei in der Endzone fängt) nicht groß bejubelt. Bemerkenswert ist auch, dass es im Stadion (abgesehen von eigenen Punkten) am lautesten ist, wenn man den Gegner ärgern kann. Beim dritten und vierten Down des Gegners wird laut gebuht und mit den Füßen getrampelt. Anfeuerung bei eigenen Ofrfensivaktionen gibt es dagegen nicht. Am Besten finde ich aber, dass bei jedem Fehlpass der Gegner der Stadionsprecher die Spielszene mit den Worten “Pass by number XY was” erklärt und dann das ganze Stadion brüllt “IN-COM-PLETE”. Das macht mir Spaß und ich beteilige mich rege.

Exodus nach dem 3. Viertel

Ich weiß nicht, ob es an der Kälte liegt oder ob es beim Football generell so abläuft. Bei beruhigender Führung der Broncos verlassen die Fans nach dem 3. Viertel in Scharen das Stadion. Mein Nebenmann erklärt das damit, dass nach dem 3. Viertel kein Bier mehr verkauft werden darf. Ich harre trotz zunehmend unangemehmer Kälte bis zum Schluss aus, denn ich möchte sehen, was nach dem Ende passiert. Das hätte ich mir auch sparen können, es passiert nämlich nichts… Da das Spiel schon entschieden war, hat sich das letzte Viertel für mich ziemlich in die Länge gezogen. Dennoch war ich positiv überrascht, wie gut die Atmosphäre im Stadion war und dass es wesentlich weniger “amerikanisch” zugegangen ist, als ich es erwartet/befürchtet hatte.

Löwe oder Drache?

Im Stadion traf ich übrigens keinen der 2,5 Millionen Löwenfans, die ja aktuell kolportiert werden. Und das obwohl ich mich ähnlich wie Herr Gräfer in Anfield durch meine Löwenmütze durchaus zu erkennen gab. Ganz im Gegenteil: in der S-Bahn werde ich von einem Broncos-Fan angesprochen, was das denn für eine Mütze sei. Ich erkläre es ihm. Den Löwen im Wappen lässt er allerdings nicht gelten. “C’mon, man! That’s not a lion! That’s a fucking dragon or sumpin'”, bekomme ich zu hören…

Flucht vor 1860 erfolglos

Allerdings ist mit dieser Episode auch meine Flucht vor 1860 zur Erfolglosigkeit verurteilt. Da sind sie wieder die Erinnerungen an den zerstrittensten Verein der Welt, der über Markenrechte am Löwen (oder Drachen?) streitet, der einen Geschäftsführer Sport im vierten Anlauf verpflichtet und so weiter und so fort.. Ich hatte so gehofft, von dem ganzen Schmarrn mal den Kopf frei zu bekommen. Experiment gescheitert. Gegen Essen bin ich wieder am Start. Und ich freu mich sogar drauf. Zum Glück musste ich das keinem Broncos-Fan erklären…

Löwen verlieren 0:3 in Dortmund

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Die Löwen mussten beim BVB II nach einer desaströsen zweiten Halbzeit in Dortmund eine 0:3-Niederlage hinnehmen.

Knapp 900 Löwenfans nach Dortmund gereist

Trotz widriger Verhältnisse und lahmgelegten Schienenverkehr schafften es dennoch knapp 900 (!) Auswärtsfans der Löwen nach Dortmund ins Stadion Rote Erde. Bei Schneegestöber sahen sie eine ordentliche erste Hälfte des TSV, der aber einige Großchancen der Hausherren zuließ.

1. Halbzeit: Feldüberlegenheit Sechzig, aber Dortmund gefährlicher

Im ersten Durchgang waren die Löwen optisch die spielbestimmende Mannschaft, ohne sich jedoch klare Torchancen herauszuspielen. Die beste Möglichkeit für die Gäste hatte Guttau, der nach ca. 15 Minuten völlig freistehend dem Gästekeeper in die Arme köpfte. Ansonsten wurden alle Abchlüsse der Löwen abgeblockt.

Anders die Hausherren: der BVB hatte mindestens drei große Chancen, bei zwei Versuchen scheiterten sie jedoch im “eins gegen eins” an David Richter, der auch beim dritten Versuch von Pohlmann dessen Distanzschuss über die Latte lenkte.

Arbeitsverweigerung im zweiten Durchgang

Von der Feldüberlegenheit der Löwen war im zweiten Durchgang nichts mehr zu sehen. So war es nicht verwunderlich, dass der BVB immer stärker wurde. In der 62. Minute schließlich kam es, wie es kommen musste: Pohlmann machte es diesmal besser als in Durchgang eins, ließ die Abwehrspieler die Schneeflocken bewundern und traf hart und platziert ins linke untere Eck.

Ab diesem Zeitpunkt versuchten die Dortmunder, durch Konter und schnelle Umschaltsituationen auf das 2:0 zu stellen, während Jacobaccis Elf nichts mehr einfiel und sie sich auch nicht wirklich gegen die drohende Niederlage zu wehren schien. Und so kam es erneut, wie es kommen musste: nach einem erschreckenden Ballverlust im Spielaufbau von Verlaat sah ein Löwe schlechter aus als der andere, Dortmund konnte 4 Löwen zu zweit ausspielen. 2:0.

Die nicht vorhandene Gegenwehr der Löwen drehte sich nochmal demonstrativ weg, als die Dortmunder einen weiteren Konter fuhren und durch Azhil in der 81. Minute zum 3:0 trafen.

So endete die Partie ohne großes Aufbäumen der Gäste mit 0:3 für die Dortmunder – und die Löwen bleiben weiterhin das einzige Team in Liga Drei, das nach einem Rückstand noch nie punkten konnte.

Spätestens nach dem 2:0 machten sich die mitgereisten und erneut bitter enttäuschten Löwenfans mit “Trainer raus”, “Wir ham die Schnauze voll”, “Jacobacci raus” und weiteren Sprechchören lautstark bemerkbar.