Langweilig wird es mit dem TSV 1860 München nicht – so zumindest kann man die Geschehnisse rund um die Löwen aktuell im positiven Sinne formulieren. Wie nun bekannt wurde, tritt Robert Reisinger von seinem Posten im Aufsichtsrat zurück. Das ist aber bei weitem nicht die einzige, spannende Passage in einem Artikel der Welt.
Interview mit Ex-Löwe Dominik Stahl
Der gestrige Tag startete bei sechzger.de allerdings noch mit deutlich harmonischeren Themen. Am Wochenende trifft der TSV 1860 auf die SpVgg Unterhaching. Vor dem Duell seiner beiden ehemaligen Vereine hat sich Dominik Stahl ausführlich in einem Interview geäußert. Neben seiner aktiven Karriere geht es auch um seine Zukunft, vor allem aber um seine Zeit bei den Löwen.
Brisanter Artikel in der Welt: Reisinger nicht mehr im Aufsichtsrat
Später am Dienstag wurde es dann allerdings brisant – und wie. Unter dem Titel “Die schmutzige Akte 1860 München” veröffentlichte die Welt einen Artikel, in dem viele bislang unbekannte Internas veröffentlicht wurden. Unter anderem steht darin, dass Robert Reisinger seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat erklärt hat. Ein ausführlicher Bericht zum Artikel, der mittlerweile hinter einer Bezahlschranke ist, gibt es im Verlaufe des Vormittags.
Mühl debütiert in der Nationalmannschaft
Miserabel lief es gestern für die deutsche Herrennationalmannschaft. Im Jugendbereich gab es hingegen mehr Grund zur Freude, vor allem aus weiß-blauer Sicht. Bruno Mühl hat im Duell mit der Türkei am Dienstag sein Debüt in der deutschen U16 gefeiert. Das Team gewann mit 2:1.
Einführungskurs im Fechten startet ab Januar
Wer Interesse am Umgang mit Florett und Degen hat, bekommt ab dem 11.Januar bei den Löwen die Gelegenheit dazu. Jeden Donnerstag bietet der TSV 1860 München ab 20 Uhr einen entsprechenden Einführungskurs für Jugendliche und Erwachsene an. Die Details von den Löwen im Überblick:
Halle: Emmy-Noether-Str. 7, 80992 München. Was Du benötigst: Nichts außer normalen Hallensportschuhen und Sportzeug, den Rest haben wir vom Verein für Dich. Anmeldung: fechten@tsv1860.org
News aus der 3.Liga
Gohlke fehlt Bielefeld im Jahresendspurt
Arminia Bielefeld muss in den restlichen Partien des Jahres 2023 auf die Dienste von Gerrit Gohlke verzichten. Der Innenverteidiger hat sich einer OP unterzogen und setzt damit in den nächsten fünf Spielen aus. Davon ist auch das Duell mit dem TSV 1860 München am 17.Dezember betroffen. Der 24-Jährige gehörte zuletzt allerdings ohnehin nicht mehr zur Stammelf der Arminia.
Adventssingen in Lübeck
Nicht nur im Grünwalder Stadion ertönen in diesem Jahr Weihnachtsgesänge, auch die Fans des VfB Lübeck sind zu einem Adventssingen im Stadion an der Lohmühle eingeladen. Bereits am 03.Dezember findet die Veranstaltung in Lübeck statt. Unter anderem nimmt auch das Theater und diverse Chöre daran teil. Einige Spieler des VfB haben ihr Kommen ebenfalls schon angekündigt.
Zwölf Jahre lang hielt Dominik Stahl seine Knochen für den TSV 1860 hin, schonte weder sich noch Gegenspieler und erlebte in dieser Zeit etliche Höhen und Tiefen. Seine Karriere war geprägt von zahlreichen Verletzungen, sodass sich der inzwischen 35-Jährige gezwungen sah, seine aktive Laufbahn zu beenden. sechzger.de traf Domi Stahl zum Interview und unterhielt sich mit ihm u.a. über Trainer, seine fast schon unheimliche Torserie in der Saison 2013/14, die Löwen im Allgemeinen und die SpVgg Unterhaching.
Dominik Stahl im Interview
sechzger.de:
Servus Domi, zunächst mal vielen Dank, dass Du Dir Zeit für ein Interview mit sechzger.de nimmst. Was machst Du denn jetzt beruflich, wo die sportliche Karriere offiziell beendet ist? Aktuell bist Du ja beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt beschäftigt. Spielt der Fußball in Deiner beruflichen Planung dennoch eine Rolle?
Dominik Stahl: Ja, servus Stefan, ich freue mich auch sehr, mal wieder von dir zu hören und mit dir das Interview zu machen.
Meine sportliche Karriere ist tatsächlich beendet. Ich bin aktuell noch Student der Psychologie, mache gerade meinen Master, schreibe gerade meine Abschlussarbeit, habe das damals schon angefangen bei 1860, parallel zu studieren in Teilzeit und schreibe da gerade meine Masterarbeit unter der Betreuung vom DLR, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Es ist ein spannender Hochleistungsbereich.
Ich wollte so ein bisschen die Scheuklappen aus dem Sport mal aufmachen, in andere Bereiche reinschauen, aber auch da geht es um Teams, die Leistung bringen müssen, die miteinander agieren. In der Luftfahrt geht es sogar um Leben und Tod, wenn da die Maschine voll besetzt ist, wie da das Team agiert. Im Fußball geht es natürlich nicht um so viel, aber das ist ganz spannend, welche Parallelen man trotzdem entdeckt. Da schreibe ich gerade jetzt noch meine Abschlussarbeit und bin dann offen für vieles. Aktuell bin ich da gerade in der Orientierungsphase und sehr gespannt, wie es danach weitergeht.
Aber mit Sicherheit will ich dem Sport in irgendeiner Weise erhalten bleiben und die Perspektiven, die ich in anderen Bereichen gewonnen habe, mit einbringen und freue mich da sehr drauf, das dann gepaart hat mit der eigenen Erfahrung aus vielen Jahren zu kombinieren.
sechzger.de:
Deine Laufbahn war ja leider geprägt von Verletzungen und letztendlich hat Dich Dein Knie zum Karriereende gezwungen. Inwiefern schränken Dich die körperlichen Beschwerden auch im Alltag ein?
Dominik Stahl:
Verletzungen kamen natürlich vor in meiner Karriere, ohne Zweifel. Ich sehe das aber nicht so, dass sie nur geprägt war von den Verletzungen, das ist mir fast ein bisschen zu negativ ausgedrückt. Ich sehe meine Karriere eher geprägt – gerade jetzt auch mit ein bisschen Abstand – von ganz, ganz tollen Erlebnissen, von ganz tollen Erfolgen auch und ganz tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte in der Zeit, bei ganz tollen Vereinen, bei denen ich spielen durfte und da empfinde ich eigentlich mehr Dankbarkeit und die Verletzungen gehören dazu.
Es ist auch nicht so, dass man da spurlos rausgeht aus der Sache. Da gibt es natürlich schon Sachen, die einen auch nach der Karriere noch begleiten und daran erinnern, dass man mal sehr lang Leistungssport betrieben hat und Leistungssport ist ja nicht immer Gesundheitssport – aber es passt, ich bin zufrieden.
Eins der Karrierehighlights: das Pokalspiel gegen den BVB (Bild: CR Fotos)
Mit 15 aus der Heimat nach Giesing
sechzger.de:
Nach Deiner Zeit bei den Löwen warst Du ja noch sieben Jahre bei der SpVgg Unterhaching. Bei Deiner Verabschiedung würdigte Dich Manni Schwabl als “echten Führungsspieler”, “überragende Persönlichkeit” und “Teil der Haching-Familie”. Sowas geht runter wie Öl, oder?
Dominik Stahl:
Das war natürlich sehr, sehr nett, wie er mir das mitgeteilt hat. Da habe ich mich sehr gefreut. Man kann das natürlich alles auch nur zurückgeben. Ich denke man, kennt den Manni in Fußball-München, in Fußball-Deutschland sogar.
Das Zusammenleben in Haching ist sehr familiär geprägt ist und es war natürlich schön so etwas zum Abschluss zu hören. Das hat die ganze Sache rund gemacht.
sechzger.de:
So, nun aber zu den zwölf Jahren, die Du beim TSV 1860 verbracht hattest. Du wechseltest ja bereits als Teenager an die Grünwalder Straße. Wie kam es damals dazu?
Dominik Stahl:
Mein Wechsel zu 1860, kam so zustande, dass ich bei Hoffenheim gespielt habe und damals auch in der badischen Auswahl. Da gibt es ja immer die ganzen Vergleichsturniere, wo ich auch dann für die badische Auswahl als Kapitän aufgelaufen bin.
Damals war der Ernst Tanner, der jetzt in Philadelphia in den USA ist, noch Leiter des Nachwuchsleistungszentrums und der hatte mich damals entdeckt und angesprochen und so hat sich das dann über die Zeit ergeben.
Ich habe es mir dann mal angeschaut und fand es von Anfang an ganz aufregend, ganz toll. Es war zwar noch nicht ganz leicht vorzustellen, mit 15 von daheim wegzugehen, aber ich habe es nie bereut, ins Löweninternat eingezogen zu sein. Das war eine ganz, ganz tolle Zeit.
Profi-Debüt in Cottbus
sechzger.de:
Aus der Jugend wurdest Du dann in die damalige U23 übernommen, wurdest später zum Mannschaftskapitän. Was blieb Dir aus der Zeit bei den Amateuren besonders hängen?
Dominik Stahl:
Die Amateurzeit bei den Löwen war eine super Zeit, auch mit tollen Trainern, mit ganz, ganz coolen Spielern, mit klasse Erlebnissen. Ich erinnere mich immer gerne an unser Trainingslager damals in Südafrika, das war ein ganz besonderes Highlight. Und ich fand, dass wir auch phasenweise echt einen sehr attraktiven Fußball gespielt haben, eine sehr sympathische Truppe waren und ich glaube, das hat sich so ziemlich mit den Werten von 1860 gedeckt in der Zeit.
Da habe ich mich sehr aufgehoben und sehr wohl gefühlt und es war natürlich auch eine wichtige Zeit für mich, dieser Übergang von der Jugend.
sechzger.de:
Im November 2009 feiertest Du dann Dein Debüt bei den Profis. Erinnerst Du Dich noch an das Gefühl, erstmals in der 2. Bundesliga aufzulaufen?
Dominik Stahl:
Ich erinnere mich sehr, sehr gut an das erste Spiel, das war in Cottbus bei Ewald Lienen damals. Ich habe erst die erste Woche überhaupt bei den Profis mal mittrainiert und er hat mich dann gleich ins eiskalte Wasser 2. Bundesliga geworfen. Ich durfte dann gleich von Anfang an spielen und bin dann auch da oben dabei geblieben.
Ich erinnere mich noch an die Mischung aus Aufgeregtheit, Vorfreude und natürlich auch ein bisschen Stolz.
sechzger.de:
Du hast beim TSV 1860 ja einige Trainer erlebt, bei der SpVgg Unterhaching ebenso. Welcher hat Dich besonders geprägt und wieso?
Dominik Stahl:
Bei den Löwen habe ich viele Trainer erlebt, bei Haching tatsächlich schon auch den ein oder anderen. Natürlich nimmt man von jedem was mit. Ich muss sagen, dass mich vor allem Claus Schromm sehr geprägt hat, weil ich ihn in der U19 des TSV 1860 schon zwei Jahre hatte und dann bei Haching noch mal einige Jahre. Wir waren da auch sehr erfolgreich zusammen und das hat auf ganz vielen Ebenen einfach wahnsinnig gut gepasst hat – sportlich, fachlich, menschlich.
Ich muss aber auch sagen, dass ich auch mit anderen Trainern tolle Erfahrungen gemacht habe und möchte da jetzt gar nicht unbedingt einen hervorheben. Das wäre fast unfair den anderen gegenüber. Von allen Trainern habe ich was mitgenommen und alle Trainer hatten sicher auch was, wo ich gesagt habe, na, das passt mir jetzt nicht so.
Vom Mittelfeldkämpfer zum Torjäger
sechzger.de:
In der Spielzeit 2013/14 bist Du zwischenzeitlich zum Torjäger mutiert, hast als defensiver Mittelfeldspieler an vier aufeinander folgenden Toren eingenetzt und standest plötzlich im medialen Fokus. Nette Anekdote oder auch lehrreich, weil der Druck dadurch auch gesteigert wurde?
Dominik Stahl:
Die Mutation zum Torjäger war auch sehr lustig. Wir sind damals ein bisschen unten reingerutscht und der Trainer, Friedhelm Funkel, hat damals unsere Taktik umgestellt: ein bisschen defensiver waren wir ausgerichtet und insgesamt von den Spielern auf dem Platz.
Es war natürlich eine coole Zeit, weil es da dann auch mit dieser Torserie geklappt hat, viermal entscheidende Tore gemacht nacheinander und war sehr lehrreich, weil ich die Extreme des Fußballgeschäfts sehr gespürt habe, denn kurz vorher lief es nicht gut.
Ich hatte davor noch einen Fehler gemacht, mal im Dresden-Spiel, wo wir dann das Spiel verloren hatten und war dann ganz unten und wurde an den Pranger gestellt und dann irgendwie fünf, sechs Wochen später in den Himmel gelobt von der Presse, um diese Extreme mal durchzumachen. Das war schon eine interessante, lehrreiche Zeit.
Es ist immer eine nette Anekdote, sich daran zurückzuerinnern und die zu erzählen. Auf jeden Fall war es eine sehr spezielle Phase in meiner Karriere, auf die ich immer noch angesprochen werde.
Den Abstieg vermieden – die Löwen gegen Holstein Kiel (Bild: CR Fotos)
sechzger.de: Welches war denn das emotionalste und welches das beste Löwenspiel, bei dem Du auf dem Platz standest?
Dominik Stahl:
Also emotional nicht unbedingt im positiven Sinn, waren natürlich die Relegationsspiele gegen Kiel, weil da ganz, ganz viel Druck mitgeschwungen ist. Gott sei Dank ging das gut für uns aus.
Aber auch so die ersten Spiele, erstes Mal in der Allianz Arena, dann natürlich auch das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund vor ausverkauftem Haus. Das waren ganz besondere und besonders emotionale Spiele.
Das beste Löwenspiel? Da habe ich so einige im Kopf in der Jugend, aber auch bei den Amateuren. Bei den Profis gehören natürlich diese Spiele mit den Toren dazu. Wobei es auch Spiele gibt, an die ich mich erinnere, in denen ich besser gespielt habe, aber kein Tor gemacht habe, aber das interessiert ja dann manchmal in der Rückschau nicht so sehr.
Also ich könnte jetzt gar kein einzelnes benennen, eher die emotionalen.
sechzger.de:
Du hast die Relegation gegen Kiel angesprochen. Wie froh warst Du denn, dass Du das Debakel und den Abstieg gegen Regensburg nicht mehr miterleben musstest?
Dominik Stahl:
Ich war froh, dass ich das gegen Regensburg nicht mehr miterleben musste. Angeschaut habe ich es aber natürlich
Unbefriedigender Abschied vom TSV 1860
sechzger.de:
Durch den Wechsel nach Unterhaching warst Du ja nicht komplett weg aus dem Löwenkosmos, sondern hast mitbekommen, wie sich der TSV 1860 entwickelt hat. Wie beurteilst Du die Entwicklung der Löwen seit dem Abstieg in die Regionalliga als Außenstehender?
Dominik Stahl:
Die Trennung von 1860 nach so langer Zeit verlief ja leider etwas unschön. Das hing mir doch ganz schön nach und ging mir nahe, weil ich mir das ein bisschen anders vorgestellt hatte. Ich hatte immer eine große Verbundenheit zu den Löwenfans.
Ich bin mit 15 damals von daheim weg von meiner Familie in eine neue Familie. Plötzlich hatte ich eine zusätzliche Familie und eine sehr große Identifikation mit dem Verein. Ich durfte meinen Traum vom Fußballprofi wahr werden lassen und galt ja nie als das Riesentalent, das da irgendwie wahnsinnig viele Sprünge macht und ein paar Jugendmannschaften überspringt und sofort bei den Profis Fuß fasst.
Aber ich war hartnäckig, ich habe meinen Weg trotzdem gemacht und letztendlich hat mir 1860 das ermöglicht. Ich glaube auch, dass ich so bei den Fans wahrgenommen wurde, dass ich da auch nichts geschenkt bekommen habe, dass ich mir das erarbeiten musste, aber auch durfte.
Ich denke, dass da die Verbindung einfach da war, zumindest meinerseits und dass mich das eben schon erwischt hat mit diesem Wechsel, dass mir dann auf unschöne Weise mitgeteilt wurde und ich eben nicht mehr die Möglichkeit hatte, kurz vor der Nordkurve “Servus” zu sagen. Das finde ich nach wie vor schade.
Und dann ein Jahr später mit anzuschauen, wie das dann insgesamt dem Bach untergeht, trotz dieser hohen Investitionen…
Das Ganze hat leider den Weg bestätigt, dass man vielleicht weniger auf die Identifikation der Spieler geschaut hat als vielmehr mehr auf die fußballerische Vita oder was auch immer.
Ich maße es mir nicht an, das zu bewerten, aber war wie gesagt: Es war natürlich nicht schön mitzuerleben, wie das dann da den Bach runterging.
Wie beurteile ich die Löwen-Entwicklung?
Ich verfolge es natürlich, sage aber auch, dass ich es wenig seriös beurteilen kann, weil ich dafür einfach auch zu weit weg bin. Ich fand damals, dass es mit Michi Köllner eine relativ stabile Phase war. Natürlich gab es aber auch mal Rückschläge und es entstand auch mal eine längere Durststrecke. Rückblickend fragt man sich vielleicht manchmal, ob man sowas auch mal gemeinsam durchstehen muss, um dann – siehe Freiburg, siehe Heidenheim – auch mal langfristig Erfolg zu haben.
Wie gesagt: Das sind alles Spekulationen und ich kann und will eigentlich wenig dazu sagen.
Ich bin der Meinung, die Löwen haben gute Spieler und 1860 hat ein Riesenpotenzial. Dass der TSV 1860 nicht in die 3. Liga gehört, das wissen wir alle.
Ich persönlich finde es natürlich sehr schade, dass so ein großer und toller Verein, der immer auch ein Teil von mir ist und bleiben wird, jetzt da einfach unter seinen Möglichkeiten bleibt.
sechzger.de:
Hast Du denn noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern beim TSV 1860 und wenn ja, zu wem?
Dominik Stahl:
Gar nicht allzu viele, aber ein paar sind es schon. Ich habe ab und an mit dem Biero Kontakt gehabt, weil er ja dann auch in Haching war. Mit Gabor Kiraly schreibe ich immer noch zum Geburtstag und ab und an trifft man mal den ein oder anderen in München.
Ansonsten fast am meisten noch mit Kai Bülow, obwohl er längst wieder in Rostock ist. Matthias Wittek damals noch aus der Amateurmannschaft und Steve Purdy, der wieder in den USA ist, auch damals von den Amateuren. Das sind so die, an die ich jetzt da erstmal denken würde. Das sind so die Jungs…
Und allen voran – das darf ich nicht vergessen – natürlich Stefan Hain, der mit mir auch noch in Haching war. Wir sind sehr, sehr eng befreundet.
Musterprofi Dominik Stahl
“Happy, dass ich das machen durfte”
sechzger.de:
Hand aufs Herz: Glücklich, dass Du den Traumberuf vieler Jungs, nämlich Fußballprofi, ergreifen konntest? Oder traurig, dass die vielen Verletzungen eine noch erfolgreichere Karriere verhindert haben? Vom Talent her haben Dich ja viele Experten als zukünftigen Bundesligaspieler eingeschätzt.
Dominik Stahl:
Ja, das ist immer die Frage. Ich mag das manchmal nicht so gerne, dieses “ach wo hätte ich spielen können, was hätte ich erreichen können”…
Logisch, ich hätte mir natürlich schon gewünscht, auch mal in der 1. Bundesliga zu spielen. Das sage ich auch ganz offen. Ich weiß aber nicht, ob das geklappt hätte, wenn ich von Verletzungen verschont geblieben wäre. Keine Ahnung, ich stelle mich jetzt nicht hin und behaupte, dass das so gewesen wäre.
Ich bin in erster Linie einfach happy, dass ich das machen durfte und über eine sehr lange Zeit machen durfte. Verletzungen gehören dazu, aber die sind in meiner Rückschau gar nicht so präsent, wie es jetzt hier in den Fragen rüberkommt.
Und wer weiß, wie die Dinge sich anders entwickelt hätten? Das ist immer schwer zu sagen im Leben. Von daher bin ich glücklich, sage aber auch, dass, wenn ich es mir aussuchen hätte dürfen, wäre es natürlich toll gewesen, mal in der 1. Liga zu spielen – am liebsten für 1860.
sechzger.de:
Domi, vielen Dank für das Interview. Es war mir eine Ehre, Dich so viele Jahre nach dem Ama-Lion mal wieder befragen zu dürfen. Für die Zukunft alles Gute. Sieht man sich mal im Grünwalder Stadion?
Dominik Stahl:
Ich bedanke mich auch, Stefan, wünsche dir auch alles Gute und hoffe, man sieht sich mal wieder – am liebsten im Grünwalder Stadion. Da habe ich eine ganz besondere Beziehung, weil ich da so viele Spiele drin machen durfte in der Jugend.
Ich werde mich gerne mal wieder bei den Löwen blicken lassen und hoffe, da auf bekannte Gesichter zu treffen, die sich hoffentlich auch noch an mich erinnern.
Ein rabenschwarzes Wochenende liegt hinter dem TSV 1860 München und seinen Fans. Die Löwen verspielten in Pipinsried die letzte realistische Chance auf die Teilnahme am DFB-Pokal 2024/25 und die damit verbundenen Einnahmen. Für ein Bisserl Aufmunterung in der momentan sehr tristen Löwenwelt kann Michael Liendl im sechzger.de Talk sorgen.
Nachhall der Pipinsried-Niederlage
Die Niederlage auf dem Dorfplatz des Oberligisten, der hinter den Sechzig Amateuren in der Tabelle steht, war das Eine. Das Andere waren die Rechtfertigungsversuche von Maurizio Jacobacci auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Nicht wenige Löwenfans empfanden den Auftritt des Cheftrainers ähnlich ärgerlich wie den der Mannschaft selbst. Uli Kellner vom Münchner Merkur, der wegen der Begrifflichkeit “B-Elf” von Jacobacci in der PK schroff angefahren wurde, stellt auf Jacobaccis Tirade “Wenn ich so eine Mannschaft nicht aufstellen darf, was ist das dann für ein Kader?“ treffend fest: “einer, den er selbst mit zusammengestellt hat”. Auch die Aussagen von Leroy Kwadwo („Wir haben es einfach nicht geschafft, die vor Probleme zu stellen. Eher haben sie uns vor Probleme gestellt.“) und Marlon Frey (“Wir haben nicht die Power gehabt, die man gegen diesen Gegner braucht.”) lassen tief blicken. Warum man im drittletzten Spiel auf dem Weg zur DFB-Pokalqualifikation, die für die immer klammere KGaA dringend benötigte Einnahmen gebracht hätte, neun Mal rotiert und nicht die Stammelf bringt, ist aber immer noch nicht geklärt…
Lukas Reich erneut für die U18-Nationalelf im Einsatz
Trotz maroder Trainingsplätze hat es das NLZ wieder geschafft, einige Junioren-Nationalspieler zu entwickeln. Diese standen gestern teilweise im Einsatz. Erneut von Beginn an durfte Lukas Reich für die deutsche U18 ran. Leider verlor die U18 mit 0:2 gegen Portugal. Besser machte es Miran Qela, der mit der U19 des Kosovo die Uklraine 4:0 besiegte. Ein 1:1 gegen Deutschland erreichte Emre Erdogan mit der türkischen U17. Bruno Mühl kam dagegen am Sonntag bei der deutschen U16 nicht zum Einsatz. Aber er hat heute noch eine Chance beim Rückspiel der beiden Mannschaften.
Fußballergebnisse der Löwenmannschaften vom Wochenende
Besser als die Profis machte es die U19. Sie gewann an der Grünwalder STraße 6:1 gegen die U18 der AKA Ried. Die Amateure hatten genauso spielfrei wie die Damenmannschaften. Die Vierte trennte sich 1:1 gegen die SpVgg Thalkirchen. Alle weiten Ergebnisse der 1860-Fußballmannschaften findet Ihr hier.
Michael Liendl zu Gast im sechzger.de Talk
Hoher Besuch in Folge 132 unseres Podcasts: Michael Liendl was beim sechzger.de Talk zu Gast. Zum Glück brachte unser spannender Gast Jan, Christian und Stefan nach der eingänglichen Betrachtung des Löwen-Auftritts von Pipinsried schnell auf andere Gedanken. Liendl erzählt im sechzger.de Talk von seiner Zeit bei den Löwen (2015-17), das Aussterben des Zehners und seinen Zukunftsplänen. Am Schluss des Talks werfen die Teilnehmer noch einen Blick auf das keine Derby gegen Unterhaching voraus. Dabei sind sich Alle einig: Sechzig muss gegen die Elf mit dem Bob im Wappen ein anders Gesicht als in Pipinsried zeigen.
Julian Baumgartlinger wird seine Karriere beenden. Baumgartlinger kam 2001 ins NLZ des TSV 1860 und schaffte es bis in Profi-Team der Löwen. 2009 wechselte er zu Austria Wien, ehe er 2011 zum FSV Mainz in die Bundesliga zurückkehrte. Außerdem war er noch in Leverkusen und Augsburg aktiv. Er wird im Rahmen des Testspiels zwischen Österreich und Deutschland heute Abend verabschiedet werden. Vielleicht in Grund, mal wieder kurz in die Übertragung eines Länderspiels reinzuzappen…
News aus der dritten Liga
Rote Zahlen bei Dynamo Dresden
Bei Dynamo Dresden geht man aktuell von einem Verlust von 2,5 Mio. € in der laufenden Saison aus. Die Investitionen in den Profikader wurden nochmals um 2,1 Mio. € nach oben gefahren, “um die Wahrscheinlichkeit für sportlichen Erfolg zu erhöhen”, wie David Fischer, Geschäftsführer Kommunikation, am Sonntag verlauten ließ. Damit geht Dresden doch ein gewisses finanzielles Risko, um das Ziel Aufstieg zu erreichen.
Yannick Stark trainiert in Unterhaching
Der vertragslose Ex-Löwe hält sich aktuell bei den Vorstädtern fit. Starks Vertrag in der Türkei war im Sommer nach Ende der Transferperiode gekündigt worden, so dass Stark erst in der Winterpause einen neuen Kontrakt eingehen kann. Möglich machen das Training in Haching Kontakte zum spielenden Sportdirektor Markus Schwabl, mit dem Stark seinerzeit bei 1860 zusammen kickte.
Fünf Verletzte bei Preußen-Gastspiel in Erkenschwick
Bei 4:0-Sieg von Preußen Münster bei der SpVgg Erkenschwick gab es fünf Verletzte durch einen Böllerwurf zu beklagen. Die Polizei nahm einen tatverdächtigen 33-Jährigen fest.
Damit wünschen wir Euch einen entspannten Dienstag und hoffen, dass Eure Gedanken sich langsam vom Debakel in Pipinsried auf das kleine Derby gegen Haching richten.
Viel will man wirklich nicht über die Niederlage im Pokal gegen den FC Pipinsried sprechen. Wie gut, dass da in sechzger.de Talk Folge 132 mal wieder ein externer Gast in der Runde vorbeischaut. Dieses Mal ist es mit Michael Liendl ein ehemaliger Spieler des TSV 1860 München, der für die Löwen in der 2.Bundesliga aktiv war. Stefan und Jan befragen ihn in der aktuellen Ausgabe zu vielen verschiedenen Themen.
Das Ausscheiden beim FC Pipinsried
Bevor sich in sechzger.de Talk Folge 132 alles um den Gast dreht, geht es dann aber doch kurz um das Ausscheiden aus dem Toto-Pokal. 1:0 verloren die Löwen bekanntlich gegen den Bayernligisten FC Pipinsried. Die Teilnahme am DFB-Pokal in der Saison 2023/24 ist damit in weite Ferne gerückt. Während Jan von Christian einige Eindrücke aus Pipinsried erhalten hat, nimmt Stefan zu der dargebotenen Leistung Stellung.
Talk-Gast Michael Liendl im Fokus
Eine ähnliche Situation hat auch Gast und Ex-Löwe Michael Liendl schon in seiner aktiven Karriere erlebt. Kein Wunder, denn der 38-Jährige absolvierte in 20 Jahren insgesamt 664 Spiele in Österreich, Deutschland und den Niederlanden. Die meisten Fragen an den gebürtigen Grazer behandeln natürlich seine Zeit beim TSV 1860 München. Bei den Löwen war Liendl von 2015 bis 2017 unter Vertrag. Er kam für eine Ablösesumme von etwa 400.000€ nach München.
Aber auch sein letztes Spiel für den Grazer AK wird thematisiert, das an Dramatik nicht zu überbieten war. Entsprechend hat der ehemalige Mittelfeldspieler die Ereignisse auch immernoch nicht ganz überwunden. Stefan war damals im Duell mit dem FC Dornbirn live vor Ort und hat dabei ein Auge auf den ehemaligen Spieler des TSV 1860 geworfen. Außerdem äußert sich Michael Liendl zum Vergleich des österreichischen und deutschen Fußballs, dem Aussterben des klassischen Zehners sowie seinen Zukunftsplänen.
Vorschau SpVgg Unterhaching
Abschließend gibt es noch eine kleine Vorschau auf das nächste Duell in der 3.Liga. Das ist am Samstag, den 25. November das Spiel gegen die SpVgg Unterhaching. Der Tabellen-12. empfängt den Sechsten, wobei die Löwen mit einem Sieg an der Spielvereinigung vorbeiziehen könnten. Das Ziel des Heimspiels ist derweil klar: ein ganz anderes Gesicht als in Pipinsried zeigen und an den Erfolg in Saarbrücken anknüpfen!
Der sechzger.de Talk 132 als Video und Podcast
Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:
Während Miran Qela mit der U19 des Kosovo in der EM-Qualifikation einen Sieg gegen die Ukraine feierte, verlor Lukas Reich mit der deutschen U18 ein Testspiel gegen Portugal.
Lukas Reich verliert mit U18 des DFB
Wie schon vor wenigen Tagen beim 1:2 gegen die tschechische Republik, kam Lukas Reich (siehe Titelbild) aus der U19 des TSV 1860 auch beim heutigen Testspiel für die U18 des DFB zum Einsatz. Leider gab es jedoch auch diesmal eine Niederlage für die Elf von Hanno Balitsch. Gegen Portugal stand es 90 Minuten 0:2.
Beim 3:1 der deutschen U16 gegen die Türkei kam Bruno Mühl am Sonntag noch nicht zum Einsatz. Bereits morgen trifft der deutsche Nachwuchs erneut auf die Türken. Klappt es dann mit dem Debüt des Junglöwen?
Emre Erdogan aus der U17 des TSV 1860 hingegen stand beim 1:1 der türkischen U17 gegen die deutsche Auswahl über die volle Distanz auf dem Platz. Auch in dieser Altersstufe steht bereits morgen der nächste Leistungsvergleich der beiden Nationen auf dem Programm.
Der Stachel der blamablen Niederlage der Profis beim FC Pipinsried sitzt noch tief, doch bereits am kommenden Wochenende bietet sich im Duell mit der SpVgg Unterhaching die Möglichkeit zur Rehabilitation. Erfolgreicher waren andere Teams des TSV 1860, zum Beispiel die U19, die die AKA Ried deutlich besiegte.
TSV 1860 U19 – AKA Ried 6:1
In der Regel treten die Nachwuchsteams der Löwen gegen ältere Jahrgangsmannschaften an, diesmal war es jedoch anders. Die U19 des TSV 1860 empfing am Freitag die U18 der AKA Ried auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße.
Vor rund 50 Zuschauern duellierten sich die beiden Teams über 2 x 60 Minuten – mit dem besseren Ende für die Junglöwen. Mit 6:1 gewann die Elf von Jonas Schittenhelm, die am kommenden Samstag um 11 Uhr beim FSV Mainz 05 wieder um Bundesligapunkte kämpfen wird.
1 1/2 Jahre war Futsal Nürnberg zuhause ohne Niederlage geblieben – dann kam der TSV 1860 und entführte drei Punkte aus Mittelfranken. Die Futsaler zementierten damit Platz 2 in der Regionalliga Süd.
TSV 1860 siegt bei Futsal Nürnberg
Bis zur Pause sahen die 60 Zuschauer in der Sporthalle des Hans-Sachs-Gymnasiums in Nürnberg eine offene Partie. Dementsprechend stand es nach 20 Minuten auch 3:3, wobei Orlando Herzberger, Lukas Milicevic und Teeo Pejazic für die Löwen getroffen hatten. Nach dem Seitenwechsel legte der TSV 1860 jedoch noch einen Gang zu und zog davon. Am Ende stand ein in dieser Höhe überraschender 8:4-Auswärtssieg zu Buche. Die weiteren Tore für 1860 in Nürnberg erzielten Robert Juric (2), Orlando Herzberger, Teeo Pejazic und Renato Cilic.
In der Tabelle liegen die Löwen mit 18 Punkten aus 7 Spielen auf Platz 2. Ungeschlagener Tabellenführer sind die Beton Boys München, die in ihren bisherigen 8 Partien bereits 22 Zähler sammelten.
Es hätte alles so schön sein können am Samstag Nachmittag: Ausgezeichnete Organisation, tolle Gastfreundschaft, sogar das Wetter hat einigermaßen mitgespielt. Wenn nur dieser lästige Sport nicht gewesen wäre… Nichtsdestotrotz haben wir in unserer Fotogalerie die schönsten Impressionen vom Pokalspiel des TSV 1860 beim FC Pipinsried zusammengefasst.
Fotogalerie zum Pokalspiel FC Pipinsried – TSV 1860
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Sechzig um Sieben: Rafati über das Löwenspiel in Aachen
So wirklich erholt haben sich die Löwenfans sicherlich auch am Montagmorgen noch nicht von der Niederlage beim FC Pipinsried. Das Ausscheiden aus dem Toto-Pokal macht den ein oder anderen noch wütend. Fernab des Pokalspiels gab es dennoch die ein oder andere Meldung rund um den TSV 1860 München, die nichts mit der Begegnung direkt zu tun hatte. Zum Start in eine neue Woche gibt es alle Meldungen vom Wochenende in der Übersicht.
Giesinger Gedanken nach der Niederlage in Pipinsried
Die Lage beim TSV 1860 München ist tatsächlich dramatisch. Auf dem Platz verlor die Mannschaft beim FC Pipinsried mit 0:1. Eine Teilnahme am DFB-Pokal in der nächsten Spielzeit dürfte damit so gut wie ausgeschlossen sein. Mindestens Platz 4 müsste in der Liga erreicht werden, um in diesem Wettbewerb doch noch mit dabei zu sein. Darüber hinaus machte auch eine Meldung bezüglich der Zustände der Plätze an der Grünwalder Straße hellhörig. Beide Themen finden Platz in den aktuellen Giesinger Gedanken.
Saisonauftakt für Linus Straßer
Nicht viel besser lief es Linus Straßer im ersten Slalom der neuen Saison. In Gurgl durfte der Skilöwe mit der Startnummer 1 den Wettkampf beginnen, konnte diese gute Ausgangslage jedoch nicht nutzen. Im zweiten Durchgang fuhr Straßer dann etwas aggressiver, leistete sich in der Folge allerdings auch einen Fahrfehler, der ihn zurück warf. Das Rennen gewann der Österreicher Manuel Feller.
Vierte mit Unentschieden im Spitzenspiel
Ein tolles Spiel erlebten die 160 Zuschauer am Samstag an der Sportanlage St. Martin Straße. Zum Spitzenspiel reiste die SpVgg Thalkirchen nach Giesing und traf dabei auf den TSV 1860 IV. Das Duell Erster gegen Zweiter war fußballerisch gut zum Anschauen und endete mit einem Unentschieden. Beide Mannschaften erzielten jeweils einen Treffer. Die Löwen gehen damit als Tabellenzweiter in die Winterpause, Anfang März geht es dann weiter.
Futsaler weiter in der Spur
Noch besser lief es für den TSV 1860 München beim Futsal in der Regionalliga. Gegen das Team aus Nürnberg behielten die Löwen die Oberhand. Im ersten Durchgang lagen die Gastgeber lange in Führung, ehe der TSV 1860 kurz vor der Pause den Ausgleich erzielen konnte. Zwei Minuten nach dem Seitenwechsel gingen die Löwen dann das erste Mal in Führung. Futsal Nürnberg kam schnell zum Ausgleich, doch gegen Ende der Partie machten die Löwen mit vier weiteren Treffern den Auswärtssieg klar. Am 02.Dezember empfängt das Team dann den AFG Bergstraße, der bislang noch keinen einzigen Punkt erzielen konnte.
Weitere Aktion zum Bamboleo
Für mindestens 18,60€ kann man sich im neuen Vereinsheim, das Anfang des nächsten Jahres eröffnen soll, verewigen. Nun hat der TSV 1860 e.V. eine weitere Möglichkeit geschaffen, das Vorhaben zu unterstützen. Unter dem Motto “Starke Lehne als Löwenpartner” können Logos auf den geplanten Stühlen angebracht werden. Hierfür muss allerdings deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden. 1860€ werden für vier Stühle fällig.
News aus der 3.Liga
Saarbrücken gewinnt Nachholspiel gegen Dresden
Erleichterung für Rüdiger Ziehl und den 1.FC Saarbrücken: nach der Heimniederlage gegen den TSV 1860 München gewann der FCS am gestrigen Sonntag das Nachholspiel gegen Dynamo Dresden. Kai Brünker erzielte in der 40.Minute das Tor des Tages. Mit dem Sieg haben die Saarländer nun 16 Punkte auf dem Konto und immernoch ein Spiel weniger als die meisten Konkurrenten absolviert. Dresden hingegen bleibt Erster, ist nun allerdings punktgleich mit dem Jahn aus Regensburg.
Drittligisten in den Landespokalen
Neben den Löwen waren auch weitere Vereine aus der 3.Liga am Wochenende in den Landespokalen gefordert. Dabei kam es unter anderem zum ligainternen Duell zwischen dem SV Sandhausen und Waldhof Mannheim, das die Gastgeber mit 4:1 für sich entscheiden konnten. Ebenfalls eine Runde weiter sind Aue und Halle, die sich allerdings gegen niederklassige Gegner schwer taten. Das Duell zwischen Türkgücü und Ingolstadt musste wegen anhaltender Niederschläge kurzfristig verschoben werden.
In Pipinsried wurde am gestrigen Samstag wieder einmal der Platz gestürmt, als der TSV 1860 München in dem kleinen Ort im Landkreis Dachau zu einem Pflichtspiel antrat. Dieses Mal waren es allerdings nicht die Löwenfans, die voller Freude auf dem Platz jubeln durften. Die Gastgeber warfen die Löwen aus dem Toto-Pokal, das Erreichen des DFB-Pokals in der nächsten Saison dürfte damit kaum noch machbar sein. Es ist ein letzter Warnschuss – einen weiteren gab es davon in der vergangenen Woche auch abseits des Platzes.
Warnschuss Nummer 1: Pipinsried ringt die Löwen nieder
Nach dem Sieg gegen Saarbrücken wurde im Auswärtsblock bei einigen Löwenfans bereits über ein mögliches Halbfinale im Toto-Pokal diskutiert. Als Los wurde Pokalschreck Illertissen genannt, die zu diesem Zeitpunkt bereits als Teilnehmer an der Runde der letzten Vier feststanden. Darüber hinaus war der Slogan “Rekordpokalsiegerbesiegerbesieger” in aller Munde. Häme für den Lokalrivalen – nur um dann eine Woche später selber eine noch größere Blamage zu erleben.
Maurizio Jacobacci wählte im Vergleich zum Auswärtssieg in der Liga eine komplett andere Startaufstellung. In Pipinsried standen mit Michael Glück und Kilian Ludewig lediglich zwei Akteure von Beginn an auf dem Platz, die auch im Ludwigsparkstadion der ersten Elf angehört hatten. Das Ergebnis ist bekannt: der Bayernligist ging früh in Führung. Ein erster Warnschuss für den TSV 1860, der sich davon in der restlichen Spielzeit nicht mehr erholen konnte – trotz langer Überzahl und einem Elfmeter. Das Spielgeschehen dominierten die Löwen durchaus, doch die daraus resultierenden Chancen waren einfach zu wenig. Die Offensive präsentierte sich einmal mehr ideenlos, uninspiriert und vor allem viel zu harmlos.
Mannschaft mit enttäuschender Leistung
In der Pressekonferenz verteidigte Jacobacci seine Aufstellung, man könne nicht von einer B-Elf sprechen. Das mag in Anbetracht von Namen wie Marco Hiller, Albion Vrenezi oder oder Niklas Tarnat sogar stimmen, macht das Ganze aber eher noch schlimmer, als es eh schon ist. Die Diskussionen um die Trainer-Personalie wurden nach der Niederlage in Pipinsried deutlich lauter. Jacobacci reagierte auf der Pressekonferenz dünnhäutig, vor allem aber war er eines: ratlos. Das dürfte sich mit der Gefühlswelt der Löwenfans decken, die im Stadion oder vor dem Fernseher nach der gezeigten Leistung sprachlos waren.
Wer aber trägt nun die Hauptschuld am Ausscheiden im Viertelfinale? Ist es der Trainer, der die Aufstellung gewählt hat? Der im Sommer den Kader zusammenstellte ohne die Unterstützung eines Sportdirektors? Sicherlich kann man dem 60-Jährigen einiges ankreiden, auch die harschen Reaktionen auf die Fragen der Journalisten in der Pressekonferenz. Die aufgestellten Spieler hätten Potential so Jacobacci – und in diesem Punkt kann man ihm nicht widersprechen. Die Aufstellung liest sich nicht so, als hätte man den Bayernligisten auf die leichte Schulter genommen. Ist also die Mannschaft verantwortlich für den Auftritt in der 600-Seelengemeinde? War die Einstellung der Spieler nicht korrekt? Gestandene 3.Liga-Spieler sollten es durchaus im Kreuz haben, gegen den FC Pipinsried den einen oder anderen Treffer zu erzielen.
So oder so – eine Veränderung auf der Position des Trainers ist ohnehin nicht zu erwarten. Denn das lange befürchtete Machtvakuum kommt nun vollends zum Tragen. Geschäftsführer Pfeifer ist nicht in der Position, den 60-jährigen Italo-Schweizer momentan zu entlassen. Es käme aus Sicht des Mitgesellschafters in der aktuellen Konstellation einem Zugeständnis gleich. So wird man also an Jacobacci festhalten, ungeachtet der Ereignisse vom 18.November 2023.
Warnschuss Nummer 2: der Zustand des Nachwuchsleistungszentrums
Noch viel schlimmer – da zukunftsweisend – ist der Bericht von Fußball-Abteilungsleiter Thomas Bohlender auf der jährlichen Mitgliederversammlung am Dienstagabend einzuordnen. Das NLZ und vor allem die Plätze an der Grüwalder Straße 114 seien in einem bedrohlichen Zustand. Der vielgenutzte Kunstrasenplatz weise demnach an einigen Stellen bereits Bruchstellen auf. Das Verletzungsrisiko für die Spieler erhöhe sich dadurch massiv. Zudem müssen drei Rasenplätze dringend saniert werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 800.000€ – pro Platz. Geld, das die KGaA schlicht und ergreifend nicht hat.
Der DFB ist bereits auf die Zustände bei den Löwen aufmerksam geworden und hat dies in einem Schreiben auch kund getan. Es drohen Einscheidungen, deren Folgen zurzeit noch nicht in voller Gänze absehbar sind. Doch sie dürften dramatisch sein. Die Junglöwen sind – vollkommen zurecht – etwas, worauf jeder beim TSV 1860 München stolz sein darf. Mit den aktuellen Zuständen droht zunächst eine Kürzung der Fördergelder. Auch eine Herabstufung des Nachwuchsleistungszentrums könnte erfolgen. So oder so, die hohe Qualität der Ausbildung dürfte unter diesen Umständen nicht mehr lange möglich sein.
Die Fußballabteilung könnte bei den dringend benötigten Sanierungen selbst aktiv werden – wenn die Erbpachtregelung überarbeitet wird. Alle Verantwortlichen sind dazu aufgerufen, zumindest in diesem Punkt sämtliche Befindlichkeiten hinten anzustellen. Die Nachwuchsarbeit beim TSV 1860 München muss weiter auf dem bisherigen Niveau stattfinden können. Ansonsten drohen den Löwen noch düstere Zukunftsaussichten als ohnehin schon. Der Warnschuss ist abgegeben – es ist Zeit zu handeln!