Mit gemischten Gefühlen gingen die meisten Löwen-Fans am ersten Spieltag der Saison 2023/24 zum Drittliga-Auftakt gegen den SV Waldhof Mannheim ins heiß und innig geliebte Grünwalder Stadion auf Giesings Höhen. Löwen-Coach Maurizio Jacobacci hatte vor dem Spiel gefordert, die Fans müssten “wie eine Wand” hinter dem Team stehen und das taten die Löwen-Anhänger im ausverkauften Schmuckstück am Giesinger Berg von der ersten Sekunde an. Und was sie zu sehen bekamen war sicherlich mehr, als die meisten erwartet hatten… Bissige Löwen bezwingen Mannheim mit 2:0 – und das auch noch völlig verdient!
Überraschungen in Startelf und Trikotwahl
In der Startelf gab es einige Überraschungen, mit denen nicht unbedingt zu rechnen war. Niklas Lang, Fynn Lakenmacher und Eroll Zejnullahu saßen erst einmal auf der Bank. Dafür startete Leroy Kwadwo, der in Stockheim Gelb-Rot gesehen hatte neben Kapitän Jesper Verlaat in der Innenverteidigung. Im Sturm bot Jacobacci Valmir Sulejmani auf. Die Stimmung auf den Rängen passte dennoch und pünktlich zum Anpfiff verzogen sich auch die Regenwolken erst einmal. Die Schiedsrichter ernteten bereits vor dem Anpfiff die ersten Pfiffe, denn zumal Mannheim in weiß spielte, mussten die Löwen das erste Heimspiel in den neuen Auswärtstrikots bestreiten.
Wunderkiste auf beiden Seiten
Die 13.600 Löwen-Fans wussten vor dem Spiel genauso wenig was sie erwartet, wie die 1.400 angereisten Waldhöfer. Beide Vereine hatten einen großen Umbruch vollzogen und das Spiel begann mit einigen Unstimmigkeiten und Nicklichkeiten. Die Fans beider Seiten präsentierten sich hingegen von Beginn an in Bestform. Für die Löwen leitete Morris Schröter die ersten beiden Angriffe auf dem rechten Flügel ein. Die Löwen begannen spielbestimmend und erspielten sich erste Möglichkeiten. Guttau scheiterte per Kopf, Sulejmani bekam das Leder im Strafraum nicht unter Kontrolle.
Einfach stark, dieser Starke
Und nach zwölf Minuten lag der Ball plötzlich im Netz der Gäste! Einfach stark dieser Manfred Starke. Der Neuzugang erobert sich den Ball überlegt in der Angriffshälfte, zog aus etwa 30 Metern einfach mal ab und das Leder sprang von der Latte an den Rücken von Mannheims Keeper Bartels, sowie von dort in den Kasten. 1:0 für die Löwen – wer hätte das gedacht oder erwartet? Die ersten 20 Minuten gehörten zu weiten Teilen den Hausherren und das Team hielt das, was Jacobacci in der Löwenrunde versprochen hatte: Die Löwen agierten bissig, aggressiv und setzten die Gäste früh unter Druck. Auch wenn das 1:0 unter tatkräftiger Mithilfe des Waldhof-Keepers fiel, war die Führung verdient, denn 1860 war deutlich aktiver. Die Löwen setzten Mannheim unter Druck und auch wenn noch nicht alle Aktionen klappten, der Wille und der Einsatz stimmten zu 100 Prozent.
Mannheim ohne jegliche Torgefahr
Die Löwen blieben am Drücker, es gab einige Ecken und Halbchancen. Auf Torgefahr von Seiten der Gäste wartete man aber vergebens. Die Löwen-Defensive stand sicher und musste nur selten eingreifen. Zu unsortiert wirken die Angriffsversuche der Gäste, die oft schon im Mittelfeld abgefangen werden konnten. Bis auf eine Faustabwehr nach einer Ecke musste Marco Hiller in der ersten halben Stunde nicht eingreifen. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit gab es eine kurze Druckphase der Gäste, doch die Löwen warfen oder grätschten sich in jeden Abschlussversuch. Zwar wurden die Mannheimer bis zur Pause stärker, doch die Löwen gingen mit einer verdienten 1:0-Führung in die Kabinen.
Lakenmacher kommt für Sulejmani
Zur Pause brachte Jacobacci dann Fynn Lakenmacher für Valmir Sulejmani und die Waldhof-Fans versuchten ihr Team mit einem kleinen Feuerwerk zu wecken, dieses führte aber erst einmal zu einer Spielunterbrechung. Dann machte Mannheim Druck, doch die Löwen verteidigten im strömenden Regen weiterhin leidenschaftlich, um dann eiskalt zuzuschlagen.
So geht Konter!
Gute zehn Minuten waren gespielt, da waren die Löwen mit dem zweiten Treffer zur Stelle. Da konnte nicht mal mehr die Regen die Löwen-Fans auf den Sitzen halten. Vrenezi setzte Guttau per Steckpass stark in Szene, der legte ab zum eingewechselten Lakenmacher, der seine Ladehemmung mit dem 2:0 ins leere Tor hoffentlich endgültig überwand. Und schon stand Giesing Kopf. So einfach kann Fußball sein, so spielt man einen Konter mustergültig aus.
2:0 macht den Deckel drauf
Abgesehen von einigen Fouls kam von Mannheim nicht mehr viel. Mit den nun wirklich enthusiastischen Löwen-Fans im Rücken ließen die kampfstarken Hausherren nicht mehr viel anbrennen. Man zog sich zurück, stand defensiv weitgehend sicher und konterte mit schnellen und klar ausgespielten Gegenstößen. Betrachtet man die Tormöglichkeiten, so waren die Löwen dem dritten Treffer jederzeit näher, als die Waldhöfer deren ersten. Morris Schröter war nah am 3:0, wurde aber im letzten Moment abgegrätscht, und Lakenmacher scheiterte aus kurzer Distanz, ehe wiederum der kampfstarke Morris Schröter das Tor knapp verfehlte. Erst in der Nachspielzeit kam Mannheim noch zu zwei gefährlichen Szenen die Marco Hiller und seine Kollegen aber allesamt klären konnten. Da wurde auf der Haupttribüne von den Fans längst wieder der obligatorische Brasilianer für den vakante Stürmerstelle verpflichtet. “Jetz kaff ma an Brasilianer und dann…” – aber das wäre dann doch zu weit gegriffen.
Bissige Löwen bezwingen Mannheim
Die Hausherren spielten die Zeit überraschend routiniert herunter und bezwangen am Ende den SV Waldhof Mannheim, der weitgehend konfus agierte, absolut verdient mit 2:0. Letztlich waren die Gäste mit diesem Resultat sogar noch gut bedient. Aus einer sehr kompakten Mannschaft ist es schwer, einzelne Spieler herauszugreifen, Starke, Schröter und Guttau wussten auf jeden Fall zu überzeugen. Auch Kwadwo machte neben Vrenezi ein richtig gutes Spiel und wer hätte Fynn Lakenmacher diesen so wichtigen Treffer nach der langen Durststrecke nicht gegönnt. Seis drum, auch wenn wie erwartet noch nicht alles klappte, diesen Teamgeist, diesen Kampfgeist und diesen Einsatzwillen und nicht zuletzt auch diese klaren Angriffe in der zweiten Halbzeit hätte der neu zusammengewürfelten Löwen-Truppe kaum jemand zugetraut. Ein perfekter Start in die neue Runde, mit drei hochverdienten Punkten und enthusiastischen Fans, die sich jetzt erst so richtig auf die neue Spielzeit freuen! Weiter so Löwen – das macht Lust auf mehr!