1860 im Olympiastadion? Dies wird von einigen Personen im Löwenumfeld gebetsmühlenartig gefordert. Doch verspricht das Olympiastadion die viel propagierte, erfolgreiche Zukunft?
Zahlen, Tatsachen und eine Meinung.
Zahlen
Bratwurst: abhängig vom Caterer und vom persönlichen Geschmack; sollte insgesamt jedoch nicht Priorität Nr. 1 sein
Fassungsvermögen: 69.000 Zuschauer (57.450 Sitzplätze, 11.700 Stehplätze, 100 Rollstuhlplätze)
Davon überdacht: 43.000 Plätze
Somit wären für die 2. Liga zugelassen: 43.000 Plätze (27.000 nicht überdachte Plätze dürfen nicht verkauft werden)
VIP-Fläche Catering: 1.610 m² unterteilt in sechs einzelne Räume.
Ein Blick in den VIP-Bereich des Olympiastadions (© Henning Schlottmann, User:H-stt published under Wikimedia Commons License)

Anreise Öffentlich:
U-Bahn: U3. (+ ca. 10 Minuten Fußweg)
Straßenbahn: 20. (+ ca. 10 Minuten Fußweg)
Bus: 144, 164, 180, 59.
Anreise PKW: Parkmöglichkeiten auf der „Parkharfe“ hinter dem Stadion (verkleinert, da neue SAP-Eishockey/Basketball Arena im Bau und danach im Betrieb)
Quelle: Olympiastadion München – Wikipedia
Zuschauerzahlen des TSV 1860 im Olympiastadion seit 1995:
Saison Wettbewerb Zuschauerschnitt Prozentuale Auslastung
03/04 Bundesliga 28.203 40,87%
02/03 Bundesliga 26.547 38,47%
01/02 Bundesliga 26.424 38,26%
00/01 Bundesliga 27.982 40,55%
99/00 Bundesliga 32.671 47,35%
98/99 Bundesliga 32.476 47,07%
97/98 Bundesliga 33.624 48,73%
96/97 Bundesliga 38.794 56,22%
95/96 Bundesliga 35.512 51,47%
In diesen 9 Jahren Bundesliga war im Olympiastadion bei Spielen des TSV 1860 im Schnitt mehr als die Hälfte der Plätze unbesetzt, teilweise sogar unweit von 2/3 Leerstand (Quelle: transfermarkt.de).
Tatsachen
Geplanter Umbau / Sanierungsmaßnahmen: Das Olympiastadion muss dringend saniert werden, da das Zeltdach droht, einzustürzen. (Quelle: tz: Olympiastadion München: Zeltdach droht der Einsturz)
Im Oktober 2023 soll die Sanierung beginnen und bis Mai 2026 dauern. Wie bei großen Bauvorhaben zu erwarten, dürfte sich eine Fertigstellung womöglich bis in den Frühsommer 2026 verzögern, teilweise wird sogar mit einer Schließung bis 2027 gerechnet (Quelle: merkur). Somit wäre ein Fußball-Betrieb frühestens ab der Saison 2026/2027, eher 2027/2028 möglich, bis zu diesem Zeitpunkt ist das Olympiastadion für keinen Münchner Fußallverein ein zur Verfügung stehender Spielort. (Anmerkung der Redaktion: die Olympiapark GmbH hat gegenüber sechzger.de mittlerweile eine Fertigstellung im Frühjahr 2027 angegeben)
Keine zweitligataugliche Sanierung
Zudem wird das Stadion im Zuge der Sanierung weder zweit- noch erstligatauglich hergerichtet, dies ist nicht die Intention der Arbeiten, denn diese beinhalten „im Wesentlichen bestandserhaltende Maßnahmen bei Betriebstechnik und Brandschutz. Zudem sind umfassende Schönheitsreparaturen, Qualitätsverbesserungen sowie bedarfsweise eine Instandsetzung auf Neubauniveau bei den Veranstaltungsflächen sowie geringfügige Reparaturen bei allen anderen Flächen in Absprache mit dem Denkmalschutz geplant.“
Es werden ca. 130 Millionen Euro für die reine Instandhaltung und kleinere Reparaturen veranschlagt (Quelle: merkur).
Meinung
Ein Spielbetrieb des TSV 1860 im Olympiastadion – welcher ohnehin wohl erst ab der Saison 2027/2028 möglich wäre (eine Zweit- bzw. Erstligatauglichkeit ist hierbei noch gar nicht berücksichtigt) – würde die Löwen zurück in die überwunden geglaubten Zeiten des Größenwahns zurückwerfen. Eine wirtschaftliche Verbesserung ließe sich kaum, und falls doch nur marginal und auf Kosten des sportlichen Erfolgs feststellen.
1. Kapazität
Zur Erinnerung: der TSV 1860 verbrachte bereits – bezogen auf die letzten 30 Jahre – einige Zeit in großen Stadien. Zum einen im angesprochenen Olympiastadion (1994-2005) sowie in der Allianz Arena (2005-2017). Neben wenigen Highlights mit vielen Zuschauern (Lokalderbys in der 1. Bundesliga, ein Champions League-Qualifikationsspiel, Pokalkracher oder Relegationsspiele in der 2. Bundesliga) gab es vor allem eines: eine ganze Menge grauer, trister Spieltage mit teilweise nicht einmal 5-stelligen Zuschauerzahlen und Friedhofstimmung im viel zu großen, weiten Rund.
Wie bereits unter „Zahlen“ dargestellt konnten die Löwen das Olympiastadion nur in zwei Saisons in der Zeit zwischen 1995 und 2004 mit mehr als 50% im Schnitt füllen. In der Allianz Arena war die Überdimensionierung der Spielstätte noch deutlicher in Zahlen herauszulesen: nimmt man die ersten 3 Saisons nach Fertigstellung des Fröttmaninger Schmiergeldtempels mit vielen „Arena-Touristen“ und Auswärtsfans-Überfällen (man erinnere sich an Dresden 2005!) nicht mit in die Bilanz (auch hier jeweils nur gut 50% Auslastung im Schnitt), konnte der TSV 1860 die Arena im Schnitt in der zweiten Liga nur etwa zu 1/3 füllen (Quelle: transfermarkt.de).
Rein objektiv betrachtet kommt man nicht umher, festzustellen: sowohl das Olympiastadion als auch die Allianz Arena sind für den Regelspielbetrieb des TSV 1860 München viel zu groß.
2. Sportlicher Erfolg
Vielen Löwenfans, die einen Umzug in das Olympiastadion ablehnen, wird gerne „kein Interesse am sportlichen Erfolg“ vorgeworfen. Diese oftmals schon reflexartig ausgebellte und stets unbelegte Behauptung wird gerne ohne Beibringung von Argumenten verwendet. Einige der Befürworter des Olympiastadions machen es sich damit unglaublich einfach und versuchen, berechtigte Kritikpunkte hinsichtlich des Stadions am Oberwiesenfeld im Keim zu ersticken – Populismus in seiner reinsten Form.
„Kein Interesse am sportlichen Erfolg“ – macht man sich nun einmal tatsächlich die Mühe, diese Behauptung entgegenzunehmen sowie zu untersuchen und unterstellt, diese sei wahr, kommt man unter Anwendung der Umkehrschluss-Methode zu folgendem Ergebnis: Ein Umzug ins Olympiastadion würde garantierten, größeren sportlichen Erfolg bringen als ein Verbleib im Grünwalder Stadion. Doch ist das so?
Wie lässt sich sportlicher Erfolg überhaupt definieren? Im Profifußball dürfte dies wohl in erster Linie die Zugehörigkeit zur höchstmöglichen Spielklasse und innerhalb dieser die bestmöglichen Ergebnisse, gemessen an Punkten, darstellen.
Eignet sich das Olympiastadion für eine höhere Spielklasse aufgrund der formalen Anforderungen?
Das Olympiastadion ist für keine höhere Spielklasse als das Grünwalder Stadion zugelassen. Das höchste der Gefühle ist dort derzeit – wie in Giesing – die Dritte Liga. Im Gegensatz zum Grünwalder Stadion existieren derzeit keine konkret verfolgten Pläne zur Ertüchtigung des Olympiastadions für den Zweitliga-Betrieb, diese wurden „nie ernsthaft geprüft“. Sportlicher Erfolg im Sinne der höchsten Spielklasse kann durch formale Anforderungen im Olympiastadion also derzeit (bis 2027) nicht erreicht werden.
Wird das Olympiastadion aufgrund der höheren Kapazität sportlichen Erfolg bringen?
Es kann nicht geleugnet werden, dass der Profifußball – und mittelbar damit der sportliche Erfolg – in der heutigen Zeit von seinen Einnahmen lebt. Die höhere Kapazität des Olympiastadions kann sich somit maßgeblich durch 3 Faktoren für die Steigerung sportlichen Erfolgs auswirken:
a) Höhere Einnahmen durch höhere Anzahl verkaufter Eintrittskarten
Eine wichtige Säule ist hierbei der Verkauf von Eintrittskarten. Im Grünwalder Stadion kann derzeit bei jedem Spieltag mit einem Verkauf von 15.000 Eintrittskarten kalkuliert werden. Hierbei sind ca. 11.000 Dauerkarten zu berücksichtigen, die der KGaA frühzeitig in der Saison finanziellen Handlungsspielraum bringen.
Nimmt man die Zahlen der Zuschauer des TSV 1860 in der 1. und 2. Bundesliga zwischen 1995 und 2017 (Olympiastadion & Allianz Arena) zusammen (mit Ausnahme der Saison 2004/2005, in denen die meisten Spiele im Grünwalder Stadion ausgetragen wurden), besuchten im Schnitt gut 28.600 Zuschauer ein Löwenspiel. Hierbei gilt zu berücksichtigen, dass davon 7 Jahre auf die 1. Bundesliga, also einen attraktiveren Wettbewerb, fielen. Da diese in weiter Ferne ist und eine Ertüchtigung des Grünwalder Stadions für diese Spielklasse derzeit nicht im Raum steht, konzentrieren wir uns auf Liga 2: hier hatte der TSV 1860 einen Zuschauerschnitt von 26.584 zwischen 2005/2006 und 2016/2017. Ohne den Arena-Hype in den ersten drei Saisons nach deren Eröffnung wäre es sogar nur ein Schnitt von 22.898 Besuchern pro Löwenspiel gewesen.
Das Olympiastadion ist kein neues Stadion, das einen bundesweiten Besucher-Hype auslösen würde. Auch die Nostalgiker dürften sich in Grenzen halten und spätestens nach 2 Jahren auch nicht mehr aufkreuzen (zum medial groß angekündigten „Legendenderby“ kamen ca. 25.000 Zuschauer, davon mehr als die Hälfte von der Seitenstraße)
Preisstruktur wäre nicht haltbar, Nachfrage nach Dauerkarten würde sinken
Zwischenfazit: der TSV 1860 München würde – zieht man den zur Verfügung stehenden Zweitligaschnitt für eine Prognose heran – keine 8000 Tickets pro Spieltag mehr als im Grünwalder Stadion verkaufen und in einem nicht einmal zu 1/3 gefüllten Olympiastadion spielen. Klar ist hierbei auch, dass die derzeitigen Ticketpreise – deren enorme Höhe lediglich aufgrund der Exklusivität des Grünwalder Stadions nachvollziehbar sind und daher bezahlt werden – sich im Olympiastadion nicht verlangen ließen. Auch ist zu erwarten, dass durch Wegfall der Exklusivität und durch das Überangebot an Tickets für jeden einzelnen Spieltag viele Dauerkartenbesitzer eine Neubestellung der Dauerkarten nicht mehr in Betracht ziehen würden.
b) Höhere Einnahmen durch größere Sponsoring- bzw. Vermarktungsflächen
Die Höhe von Sponsoring- bzw. Vermarktungseinnahmen misst sich an vielen Kriterien. Nicht abschließend sind dies Attraktivität des Wettbewerbs, Angebot von Sponsoring-Möglichkeiten, Identifikationspotential mit einer großen Zielgruppe und: Exklusivität.
Der Wettbewerb – die 2. Bundesliga – bliebe im Grünwalder Stadion wie im Olympiastadion identisch. Insofern böte das Olympiastadion keine größeren Anreize für ein Sponsoring / Vermarktung.
Im Hinblick auf das Angebot von Sponsoring-Möglichkeiten bietet das Olympiastadion im Gegensatz zum Grünwalder Stadion allein aufgrund seiner Größe und des VIP-Angebots deutlich größere Möglichkeiten. Durch die reine Möglichkeit, eine größere Masse an Sponsoren im Stadion präsentieren zu können, wäre das Olympiastadion also eine Verbesserung.
Identifikationspotential
Betrachtet man den Punkt Identifikationspotential, muss klar gesagt werden: 1860 in Giesing ist eine Marke. Gerade in Zeiten, in denen Weltmeisterschaften nach Katar und Asiatische Winterspiele nach Saudi-Arabien (kein Witz!) vergeben werden, in denen im großen Stil Sportwashing betrieben wird und Menschenrechte in Austragungsländern oder beim Großsponsoren höchstens zweitrangig behandelt oder durch hübsche Plakate pro forma angesprochen werden, ist ein Fußball-Original wie der TSV 1860, der seine Wurzeln und Spielstätte in Giesing hat und für Bodenständigkeit, Verrücktheit und unbrechbare Treue steht, eine echte Alternative für Sponsoren gleich welcher Größe, die ihren Kunden die Identifizierung mit dem Echten, dem Bodenständigen, dem „Sauberen“ nahebringen wollen, von unschätzbarem Wert.
Welche Message könnte ein Sponsor in einem zu 1/3 optisch gefüllten Olympiastadion vermitteln? Größenwahn? Platz für alle? #greenpeace im Bezug auf die vielen sichtbaren grünen Sitze? Spaß beiseite, insbesondere eine Fernsehübertragung mit Blick auf die gänzlich leere (weil von der Zweitligalizenz nicht umfasste) Gegengerade des Olympiastadions würde insbesondere Folgendes vermitteln: Leere, Tristesse, fehlende Identifikation. Kein Sponsor profitiert davon, sich in einem leeren Stadion zu präsentieren und mit leeren Sitzplätzen identifiziert sich – Klaustrophoben ausgenommen – wohl kaum einer.
Exklusivität
Dies führt direkt zum nächsten Punkt: Exklusivität. Was bei den Fans zieht und diese bei den Ticketpreisen auch gerne tiefer in die Tasche greifen lässt, lässt sich auch auf Sponsoren und Werbepartner transferieren: Exklusivität ist sexy! Sponsor in einem kleinen, immer ausverkauften Hexenkessel mitten in der Stadt zu sein, ist von nicht unterschätzbarer Attraktivität. Schiebt man die die mediale Präsenz durch die Nähe des Spielfelds zu den Tribünen einmal beiseite, kommt ein weiterer, für Sponsoren wichtiger Punkt zutage, welcher nun in einer Frage formuliert wird, deren Beantwortung jedem einzelnen Leser selbst überlassen bleibt: würden Sie einen Kunden Ihres Unternehmens gerne in ein ausverkauftes, echtes Fußballstadion mit greifbarer Stimmung mitten in der Stadt einladen, bei welchem es nicht selbstverständlich ist, an jedem Spieltag und in jedem Bereich Karten zu bekommen? Oder zögen Sie den Kundenbesuch im zu 1/3 gefüllten Stadion mit nackter, komplett unbesetzten Gegengerade (siehe Titelbild des Artikels) vor?
Fanartikel & Catering
Weitere Einnahmemöglichkeiten sind in einem Stadion der Verkauf von Fanartikeln sowie das kulinarische Angebot. Das Grünwalder Stadion hält zumindest einen Container mit einer Auswahl an Fanartikeln bereit. Im Olympiastadion ließe sich dies mit Sicherheit noch größer und prominenter umsetzen, jedoch sollte inzwischen der Letzte verstanden haben, dass der TSV 1860 nur zu einem Bruchteil vom Fanshop-Geschäft profitiert. Das Catering ist im Olympiastadion mit ArenaOne ebenfalls bereits outgesourced und wäre somit für die Löwen nicht eigenständig umsetzbar.
c) Mehr Kapazität, mehr Fans, bessere Stimmung
Mit einer höheren Kapazität kann man theoretisch auch eine höhere Anzahl an Zuschauern ins Stadion lassen. Es besteht sicherlich Einigkeit, dass eine sehr hohe Zahl an Zuschauern grundsätzlich dafür sorgen kann, dass die Akteure auf dem Spielfeld von der Atmosphäre mitgezogen werden und die paar Prozent mehr aus sich herausholen. Einfache Psychologie. Dennoch ist die Rechnung „Mehr Kapazität = mehr Stimmung = größerer sportlicher Erfolg“ zu kurz gegriffen. Denn die höhere Kapazität muss sich im konkreten Falle an der faktischen Gesamtkapazität des Bauwerks und den baulichen Eigenschaften orientieren.
Über 1/3 des Stadions ist immer leer
Wie bereits beschrieben, wäre das Olympiastadion für ca. 43.000 Besucher zugelassen, faktisch vor Ort sind jedoch 69.000 Plätze, da diese nicht einfach beseitigt werden können. Somit blieben selbst bei ausverkauftem Haus 26.000 Plätze leer, nur knapp 2/3 des Stadions könnten voll ausgelastet werden. Dass eine solche Auslastung für die Spiele des TSV 1860 im Olympiastadion nicht mehr als reines Wunschdenken ist, haben die bereits präsentierten Zahlen zur Genüge belegt.
Ginge man jedoch dennoch von einer „ausverkauften Hütte“ aus, wäre der gesamte Bereich, der nicht überdacht ist- also optisch fast das halbe Stadion – komplett leer, da sich die 43.000 Zuschauer nicht gleichmäßig auf die faktisch vorhandenen Plätze verteilen dürften. Die nicht überdachten Blöcke müssten aufgrund der Lizenzvorgaben komplett leer bleiben. Für die Stimmung im Stadion ein Fiasko: nicht nur die Spieler, nicht einmal die Fans selbst könnten die Stimmung im Stadion greifen bzw. eine solche erzeugen, da der Schall aus dem geöffneten Stadion ohne „Gegenwehr“ verschwinden würde.
Schall- und somit stimmungstechnisch suboptimal
Dies liegt eben auch an den baulichen Eigenarten des Olympiastadions: dieses ist kein reines Fußballstadion, das Spielfeld ist weit, teilweise sehr weit von den Tribünen entfernt. Entsprechend weit hat es der Schall und umso mehr Möglichkeiten bieten sich ihm, in sämtliche Richtungen zu verschwinden und nicht im Stadion „gefangen“ zu werden.
Kurzum: Auch ohne eine schallwissenschaftliche Untersuchung – das sollte das vorstehend Ausgeführte auch nicht sein – ist naheliegend und durch die Vergangenheit mehrfach belegt, dass das Olympiastadion, insbesondere durch lediglich maximal 2/3 (wahrscheinlich eher 1/3) Auslastung keine stimmungsvolle Atmosphäre gewährleisten kann. Während die Stimmung im Grünwalder Stadion oftmals das Zünglein an der Waage für sportlichen Erfolg in einzelnen Spielen war und ist, ist zu befürchten, dass ein Umzug ins Olympiastadion womöglich sogar das Gegenteil bewirken würde.
Gesamtfazit
Das Olympiastadion ist weder für die 2. Bundesliga zugelassen, noch vor 2028 (voraussichtlich) bespielbar. Es bietet keine Garantie für sportlichen (oder den dafür mittelbar notwendigen wirtschaftlichen) Erfolg. Ein Umzug würde den TSV 1860 in die Zeiten des Größenwahns zurückversetzen und den sportlichen Erfolg gar gefährden.
Niemand ist mit der geplanten Erweiterung des Grünwalder Stadions überglücklich. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Aufstockung auf gut 18000 Plätze nur ein Bruchteil der geplanten Maßnahmen ist: die Löwen bekämen ein modernes, vollüberdachtes Stadion mit den notwendigen Bereichen für Hospitality und modernes Übertragungsequipment.
Womöglich käme ein eigenes Gutachten, vom TSV 1860 München in Auftrag gegeben, sogar zu attraktiveren Prognosen für einen Umbau oder gar eine erstligataugliche Sanierung.
Das Grünwalder Stadion ist die Realität, der Standort Giesing das Herz des Vereins. Das Olympiastadion ist aus unserer Sicht alles andere als eine ernstzunehmende Alternative. Somit kann die Zukunft nur in Giesing oder in einem Neubau liegen – wer diesen jedoch bezahlen soll und ob bzw. wann ein solcher jemals sehen könnte, steht in den Sternen.