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Giesinger Gedanken nach der Entlassung von Michael Köllner: Die Geschichte einer Entfremdung

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Ach, Michael! Gestern war es soweit. Endlich, haben die meisten Löwenfans gesagt. Deine unausweichliche Entlassung wurde bekannt gegeben und der TSV 1860 München steht vor einem Neuanfang. Dennoch finde ich es irgendwie schade, dass es soweit kommen musste.

Ein Sieg in den letzten sieben Spielen war zu wenig

In meinen gestrigen Giesinger Gedanken schrieb ich, dass es nach der Leistung gegen Dynamo Dresden nicht so weiter gehen könne. Zu wenig Gegenwehr leisteten die Löwen und ergaben sich wie in Mannheim einfach in das Schicksal einer Niederlage trotz frühem Führungstor. Zu Buche stehen seit dem 22.10.2022 ein Sieg, ein Unentschieden und fünf Niederlagen. Macht in der Tabelle der letzten sieben Spiele Rang 18 und sieben Punkte Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz. Da blieb Günther Gorenzel logischerweise nichts anders übrig, als die Notbremse zu ziehen und Dich von Deinen Aufgaben zu entbinden.

Der gut gelaunte Köllner übernimmt im November 2019

Ich frage mich immer noch, wie es soweit kommen konnte. Ich weiß noch, dass ich das erste Mal in meinem Leben eine Pressekonferenz im Internet angeschaut habe, als 1860 am 02.11.2019 4:2 gegen Viktoria Köln gewonnen hatte. Die Whatsapp-Gruppen trommelten, dass Daniel Bierofka in katastrophaler Laune zu einem verbalen Rundumschlag ausgeholt hätte. Trotz des damals sehr wichtigen Sieges. Also kurz gegoogelt, angeschaut und den Kopf geschüttelt. Ein paar Tage später war Bierofka Geschichte und Du solltest ihm nachfolgen. Ich kann mich noch genau erinnern, wie mich Christian Jung nach Deiner Vorstellungs-PK anrief und mir jauchzend vor Glück erzählte, der neue Löwentrainer wäre gut gelaunt aufgetreten und es würde richtig Spaß machen, ihm zuzuhören. Gut gelaunt? Löwentrainer? Das musste ich mir selbst anschauen und tatsächlich! Ich dachte mir, “ein Unterschied wie Tag und Nacht!”. Und Du warst der Tag.

Aus dem Abstiegskampf ins Aufstiegsrennen

Musste man als Löwenfan im November 2019 noch auf das untere Ende der Tabelle spähen, konnte man den Blick in der von Geisterspielen geprägten Rückrunde 19/20 immer weiter nach oben richten. Unter Dir spielten die Löwen immer stärker und so fanden wir uns auf ein Mal im Aufstiegsrennen wieder und durften bis zum letzten Spieltag auf den Aufstieg hoffen. Am Ende hat es nicht gelangt, aber das war weit mehr als man erwarten konnte und der Löwenkosmos hat Dich zu Recht gefeiert. Du hast aus wenigen Mitteln sehr viel rausgeholt.

Die grandiose Aufholjagd im Frühjahr 2021

Unvergessen wird allen Löwenfans das Frühjahr 2021 bleiben. Nach einem zähen Unentschieden in Lübeck wurden die Aufstiegsambitionen ad acta gelegt, nur um dann eine epische Aufholjagd zu starten, die alle Löwenfans vollkomen mitgerissen hat. In meinen Giesinger Gedanken nach dem Spiel gegen Kaiserslautern, bei dem wir Fans wenigstens in Form eines halblegalen Spaliers entlang der Grünwalder Straße nach all den Geisterspielmonaten der Mannschaft wenigstens etwas nahe kommen konnten, schrieb ich:

“Ich habe schon häufiger geschrieben, wie sehr ich dieses Kollektiv von Mannschaft und Betreuerteam schätze. Aber ganz ehrlich, könnt Ihr Euch an eine sympathischere Löwentruppe erinnern? Und einen besseren Löwendompteur als Michi Köllner?

Ich nicht. Was dieser Mann aus der Truppe holt, wie die sich fußballerisch weiter entwickelt haben, wie er die jungen Talente an die Mannschaft herangeführt hat. Wahnsinn! Mir gefällt diese Bescheidenheit, diese Zielstrebigkeit, dieses leise Arbeiten. Da wird nichts an die große Glocke gehängt. Da wird von Woche zu Woche gearbeitet. Da werden auch „Rückschläge“ (wenn man denn z.B. ein Unentschieden in Lübeck überhaupt als solchen bezeichnen will) weggesteckt und man steht wieder auf und kämpft weiter.”

Am Ende hat es dann nach einer Niederlage in Ingolstadt ganz löwenlike wieder nicht gereicht. Trotzdem haben die Mannschaft und Du uns in den zähen Corona-Monaten viel Freude gemacht.

Der Flirt mit Austria Wien

Gegen Ende der Saison kamen aber die ersten Schatten in unsere Beziehung. Austria Wien wollte Dich abwerben, Du hast Dich dort im Saisonfinale vorgestellt und von Dir kamen irgendwie nur halbherzige Dementis. “Möglicherweise einfach ein Faux-pas, der ihm nicht nochmal passieren wird”, dachte ich mir. Rückblickend muss ich einfach sagen, dass das der Punkt ist, wo es anfing schief zu laufen.

Trainingsauftakt 21/22

Für den Trainingsauftakt 21/22 besorgte ich meinem Sohn und mir Eintrittskarten. Die Erwartungshaltung war nach der löwenstarken Rückrunde 20/21 hoch und Du verströmtest wieder Ehrgeiz und Biss. Es war ein schönes Training, die Spieler verteilten Radler an die anwesenden Fans und auf dem Rasen ging es trotz Affenhitze hoch her. Danach durfte mein Sohn Photos mit einigen Spielern machen und auch mit Dir. Der Kleine war danach im siebten Himmel, weil er im Löwenstüberl eine ganze Zeit lang Rücken an Rücken mit Dir sitzen durfte. Das war 1860! Volksnah, bodenständig, familiär.

Durchwachsene Saison 21/22

Es folgte eine von Auf’s und Ab’s gekennzeichnete Saison, von der sicherlich die Trennung von Sascha Mölders am meisten in Erinnerung bleiben wird. Emotional habt Ihr mich und viele andere Löwenfans leider nicht so mitgenommen wie in der Vorsaison. Und Du wurdest immer weniger volksnah, bodenständig, familiär. Außer vielleicht, wenn es um den Sohn Deiner Lebenspartnerin ging. Wenige konnten nachvollziehen, warum er immer öfter auf der Bank saß und Einsatzzeiten bekam, obwohl nach Meinung vieler Löwenfans talentiertere Spieler verfügbar gewesen wären. Dieses Fass hättest Du vielleicht nicht aufmachen sollen. Ich kann mir vorstellen, dass das in Deiner Mannschaft nicht nur positiven Anklang gefunden hat. Am Ende der Saison folgte der zweite vierte Platz in Folge, allerdings war 1860 schon vor dem letzten Spieltag aus dem Aufstiegsrennen ausgeschieden.

Sommerpause 2022

Was dann folgte war eine Sommerpause, in der ich Dich nicht mehr wieder erkannt habe. Der genügsame, gut gelaunte Mann aus dem Jahr 2019 wurde immer verkrampfter und begann auf einmal unverholen Spieler um Spieler zu fordern und mit seinem Abgang zu drohen, falls seine Wünsche nicht erfüllt werden sollten. Das war der Zeitpunkt, an dem es für mich mit Dir vorbei war. Da hat der Schwanz mit dem Hund gewedelt. Auch mein Freund Jan Schrader sah das so und konnte Dich dafür hundert Mal “am Arsch lecken”. Das fand ich weniger wegen der Sprache daneben, sondern wegen Deiner absoluten Unsouveränität in der Sache.

Vom Traumstart ins Desaster

Du hast dann zwar all Deine Wünsche erfüllt bekommen und Deine Mannschaft hat einen Traumstart hingelegt. Der Bruch erfolgte dann im Totopokal-Spiel in Illertissen. Ich weiß nicht, was passiert ist, aber seitdem hat die Mannschaft eigentlich nix mehr auf die Reihe gekriegt. Du wolltest es wohl erst nicht wahr haben, hast die Probleme klein geredet und dann nochmal die Keule ausgepackt. Vor dem Spiel gegen RW Essen hast Du verschwommene Andeutungen gegen den Präsidenten oder andere Vereinsvertreter geäußert, die den Erfolg angeblich nicht wollten. Das war für meinen Geschmack schon drüber.

Aber man ließ Dich weiter machen. Trotz eines sportlich unbefriedigenden 1:1. Es folgte eine zweimonatige Winterpause mit einem sündteuren Trainingslager in der Türkei, sehr unglückliche Äußerungen über Spieler aus Deiner Mannschaft und der heute schon legendären Polter-PK am Flughafen, in der Du vehement eine weitere Verstärkung gefordert hast. Das konnte nicht gut gehen. Leider hat Deine Mannschaft dann spielerisch da weiter gemacht, wo sie im November aufgehört hat und Günther Gorenzel blieb keine andere Wahl, als Dich zu entlassen.

Ironischwerweise fehlt das Geld für einen Nachfolger

Ich bin abhängig in meinen Entscheidungen von den wirtschaftlichen Grundlagen, die mir gegeben sind. Wir müssen mal schauen, was für Mittel stehen zur Verfügung, wie können wir welche freischaufeln, was für Möglichkeiten gibt es?”, sagte der Sportgeschäftsführer gestern der SZ. Da wurde also der letzte Cent der KGaA für Deinen Wunschspieler Holzhauser ausgegeben und nun ist kein Geld mehr für Deinen Nachfolger da. Das gibt’s auch nur bei Sechzig.

Falsch abgebogen

Ich weiß nicht genau, wann Du falsch abgebogen bist und wann Du die Bodenhaftung verloren hast. Ich hoffe, Du kannst wieder der Michael Köllner von November 2019 bis Juni 2021 werden. An den erinnere ich mich sehr gerne zurück. Den Michael Köllner seit Juni 2022 möchte ich gerne vergessen. Mach’s gut! Und danke für das Frühjahr 2021, das war echt geil!

Sechzig um Sieben: Köllner, Rehm und Meyer müssen gehen

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Sechzig um Sieben: Beckett
Sechzig um Sieben: Rafati über das Löwenspiel in Aachen

Das Trainerkarusell der 3.Liga nahm gestern eine gehörige Portion Schwung auf und drehte sich gleichzeitig in München, Ingolstadt und Halle. Sowohl Michael Köllner als auch Rüdiger Rehm und André Meyer mussten ihre Posten vorzeitig räumen. Darüber hinaus gab es bei sechzger.de die Berichterstattung nach dem Spiel gegen Dynamo Dresden und zahlreiche Transfers gingen am letztmöglichen Tag über die Bühne.

Giesinger Gedanken nach der Niederlage gegen Dresden

Zunächst analysierte Thomas Enn in seinen Giesinger Gedanken die Partie gegen Dynamo am Montagabend. Zwar fiel auch ihm der gute Beginn auf, danach schalteten die Löwen allerdings gleich mehrere Gänge zurück. Mehr noch: Thomas fand, dass sich die Mannschaft ihrem Schicksal fast schon ergab. “So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen” lautete daher sein Fazit.

Die Taktiktafel-Analyse zum letzten Spiel von Köllner

Bernd konnte diesen Eindruck am Nachmittag nach erneuter Sichtung des Spiels und der zugehörigen Zahlen bestätigen. Zwar wirken diese auf den ersten Blick gar nicht so dramatisch, doch wie so oft macht eine genaue Einordnung der Werte in der Taktiktafel den Unterschied aus. Eine Auffälligkeit, die für jeden ohne Einordnung erkennbar ist: die defensive Leistung war insdiskutabel. Lediglich 40% aller Zweikämpfe wurden in diesem Bereich gewonnen. Zu oft standen die Löwen zu weit von ihren Gegenspielern entfernt.

TSV 1860 entlässt Michael Köllner

Die fast schon logische Konsequenz war dann das, was am Dienstag gegen 10 Uhr bekannt gegeben wurde. Michael Köllner ist nicht mehr Trainer des TSV 1860 München. Das gaben die Löwen nach interner Beratung bekannt. Das große, gemeinsame Ziel Aufstieg war mit den Ergebnissen aus den letzten Spielen in Gefahr und Gorenzel, der wenig später vor die Presse trat, sieht ein “psychologisches Problem” bei der Mannschaft. Vorerst übernimmt er gemeinsam mit dem bisherigen Co-Trainer Stefan Reisinger den Trainerposten, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Lorenz Knöferl wechselt zu Carl Zeiss Jena

Noch ein weiterer Abgang wurde gestern bekannt gegeben, der bei sechzger.de schon am Montagabend gemutmaßt wurde. Lorenz Knöferl wechselt auf Leihbasis nach Jena und spielt den Rest der Saison in der Regionalliga Nordost. Der Transfer soll ihm mehr Einsatzzeiten und somit auch mehr Spielpraxis einbringen, um dann bei den Löwen wieder voll angreifen zu können.

News aus der 3.Liga

Der Deadline-Day

Der letztmögliche Tag wurde noch einmal für die ein oder andere Verpflichtung bei den Drittligisten genutzt, aber auch zahlreiche Abgänge wurden bekannt gegeben. Insgesamt 13 Akteure (inklusive Knöferl) waren dabei beteiligt. Dynamo Dresden hat auf der Torhüter-Position reagiert und Kevoin Broll aus Polen zurückgeholt. Der SV Meppen hingegen hat mit Bruno Soares einen Verteidiger verpflcihtet, der in der 3.Liga kein neues Gesicht ist und bereits bei Duisburg sowie Saarbrücken unter Vertrag stand.
Auch der nächste Gegner des TSV 1860 hat noch einmal reagiert. Während Marco Schultz den Verein in Richtung Bremer SV verließ, wird Orhan Ademi bis Saisonende für den VfB auf Torejagd gehen. Auch ihm ist die deutsche 3.Liga bestens bekannt, er stand bereits 141 Mal auf dem Platz.

Alle Transferaktivitäten hat liga3-online noch einmal auf einen Blick zusammengefasst.

Rehm in Ingolstadt entlassen

Michael Köllner war am Dienstag nicht der einzige Trainer, der seinen Stuhl räumen musste. Auch Rüdiger Rehm wurde beim FC Ingolstadt entlassen, nachdem die Schanzer zuletzt drei Mal in Folge den Kürzeren gezogen hatten. Die Konsequenz ist – ganz ähnlich wie bei den Löwen – ein Abrutschen auf Platz 7 und ein mittlerweile deutlicher Rückstand auf die Aufstiegsplätze. Mit Guerino Capretti soll bereits ein Nachfolger in den Startlöchern stehen.

Auch Meyer muss weichen

Nummer drei am Dienstag war André Meyer vom Halleschen FC. Bei den Saalestädtern spielt aber nicht der Aufstiegs-, sondern der Abstiegskampf eine entscheidene Rolle für diese Entscheidung. Beim 0:2 gegen Zwickau am Wochenenede wurden erneut keine Punkte geholt. Überhaupt gelangen in den letzten 13 Spielen nur zwei Siege. Damit liegt der HFC momentan auf dem vorletzten Tabellenplatz und hat zwei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

 

Günther Gorenzel äußert sich zum Aus von Michael Köllner

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Günther Gorenzel Geschäftsführer Sport TSV 1860 München MagentaSport

Am Nachmittag hat sich Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel zur Entlassung von Trainer Michael Köllner geäußert. Er sieht ein “psychologisches Problem” in der Mannschaft.

Günther Gorenzel zum Aus von Michael Köllner

Gegen 10 Uhr am Dienstagvormittag war es gewiss. Michael Köllner und der TSV 1860 München beenden die gemeinsame Zusammenarbeit. Tags zuvor hatten die Löwen nach Führung gegen Dresden mit 1:2 verloren. Aus den vergangenen sieben Spielen wurden so nur vier Punkte erzielt – zu wenig im harten Aufstiegskampf der 3.Liga. Stunden später stellte sich Günther Gorenzel in einer Pressekonferenz zur Verfügung und beantwortete die ersten Fragen zur Freistellung von Michael Köllner.

Gorenzel betonte dabei, dass es keine leichte Entscheidung gewesen sei, den 53-jährigen Oberpfälzer zu entlassen. Köllner habe in den vergangenen drei Jahren tolle Arbeit an der Grünwalder Straße geleistet und “tiefe Spuren hinterlassen“. Darüber hinaus habe Gorenzel den Beschluss nicht alleine gefasst, sondern sich mit mehreren Personen beraten. In sozialen Medien waren noch am späten Montagabend Bilder aufgetaucht, die brennendes Licht in den Räumen an der Grünwalder Straße 114 zeigten.

Notgedrungen übernimmt der Geschäftsführer gemeinsam mit dem bisherigen Co-Trainer Stefan Reisinger das Traineramt bei den Löwen. Da Reisinger allerdings momentan einen Trainerlehrgang besucht, ist das Mitwirken Gorenzels unumgänglich. Der 51-jährige Österreicher ist bereits im Besitz einer UEFA-Pro-Lizenz. Darüber hinaus ist fehlendes Geld in der klammen Kasse der Löwen ein Grund, dass nicht zeitnah ein Nachfolger präsentiert werden kann.

Ich will nicht bis Saisonende an der Linie stehen, sondern versuche, möglichst bald eine Dauerlösung zu präsentieren. Diese ist aber abhängig von den wirtschaftlichen Gegebenheiten.

Gemeinsam mit Marc-Nicolai Pfeifer wird Gorenzel nun in den kommenden Tagen den finanziellen Rahmen klären, der für die Nachfolge von Michael Köllner bereitsteht. Dann kann gegebenenfalls ein neuer Trainer für den TSV 1860 München präsentiert werden. Beim Auswärtsspiel in Oldenburg wird demnach mit großer Wahrscheinlichkeit das Trainergespann Gorenzel/Reisinger an der Seitenlinie zu finden sein. Erste Maßnahmen wirken sich bereits auf das Training der Löwen aus. So will der 51-Jährige die Anzahl der Spieler auf 20 bis 22 verkleinern. Ersten Berichten zufolge werden unter anderem Nathan Wicht und Devin Sür vorerst wieder zur A-Jugend abkommandiert, Alexander Freitag kehrt in den Bayernliga-Kader der U21 zurück.

 

TSV 1860 – Dynamo Dresden (1:2), die Taktiktafelanalyse.

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Schmerzlich Willkommen zur Taktiktafelanalyse der gestrigen Niederlage unseres TSV 1860 München gegen Dynamo Dresden.

TSV 1860 München gegen Dynamo Dresden lautete die Begegnung am Montagabend unter Flutlicht im wie immer ausverkauften Sechzgerstadion, der Endstand war ein 1:2. Keine Gegenwehr titelte mein Kollege Thomas Enn in den Giesinger Gedanken und am Ende muss man eingestehen, dass es das genau auf den Punkt bringt. Warum werde ich euch erläutern.

Es hätte so schön werden können, wenn die vom soeben entlassenen Löwendompteur Köllner wie (fast) immer im 4-1-4-1 auf den Platz geschickten Löwen die Leistung aus der Anfangsphase bis zum Schlusspfiff durchgehalten hätten. Die Löwen spielten gegen die systemgleich antretenden Sachsen zunächst guten Fußball und verloren nach etwa zwanzig Minuten komplett den Faden. Ein kurzes Aufbäumen nach der Halbzeitpause reichte nicht, um aufopferungsvoll kämpfenden Dresdnern adäquate Gegenwehr zu leisten und die sich, je länger die Partie dauerte, immer deutlicher abzeichnende Niederlage zu verhindern.

Die im Zentrum stark besetzten Gäste spielten taktisch genau wie von mir erwartet. Präzises Kombinationsspiel über die Zentrale und die Halbpositionen war die Maxime der Mannschaft von Trainer Markus Anfang, um zum Erfolg zu kommen. Ab Mitte der ersten Halbzeit fand der TSV 1860 München kaum mehr Mittel, um Dynamo Dresden vor dem eigenen letzten Drittel in Schach zu halten.

Sehen wir uns im Folgenden an, woran man das festmachen kann und warum es am Ende des Tages nicht gereicht hat gegen an diesem Tag durchaus schlagbare Dynamos zu bestehen.

Zunächst aber wie immer die wichtigsten statistischen Werte des Spiels.

Die wichtigsten statistischen Werte

  • Ballbesitz TSV 1860 49% – SGD 51%
  • Passgenauigkeit TSV 1860 74% – SGD 66%
  • Defensive Zweikampfquote TSV 1860 40% – SGD 61%
  • Schüsse/aufs Tor TSV 1860 19/4 – SGD 9/4
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 6,36 – SGD 5,47

Analyse der statistischen Werte

Ballbesitz

Fast ausgeglichene Spielanteile für beide Teams mit lediglich zwei Prozent mehr für die Gäste. Das war so zu erwarten und spiegelt auch das wieder, was auf dem Platz zu sehen war. Allerdings muss man hier die Partie in verschiedene Druckphasen der beiden Mannschaften zerlegen, damit deutlich wird, dass es ganz so ausgeglichen, wie es auf den ersten Blick erscheint, nicht war. Zu Beginn der Partie hatten die Löwen deutlich mehr Ballbesitz als der Gegner. Von dieser zunächst deutlichen Überlegenheit zehrt diese Statistik für die Sechzger über den restlichen Spielverlauf hinweg.

Die Chancenverteilung aus der Anfangsphase der Partie zeigt das auch deutlich auf. Bis zur 20.Minute hatte die Mannschaft des TSV 1860 München Dynamo Dresden zu keinem einzigen Schuss kommen lassen, selbst aber bereits dreimal auf den Kasten des Gegners gefeuert und 13 zu Ende gespielte Positionsangriffe auf dem Konto.

Das daraus resultierende Tor für die Löwen war im Endeffekt allerdings lediglich verfrühte Ergebniskosmetik. Für den Rest der 90+6 Minuten stehen nur weitere 17 durchgebrachte Angriffe auf der Habenseite zu Buche. Waren es also zu Beginn der Partie 0,65 bis ins letzte Drittel des Gegners durchgespielte Positionsangriffe, schafften die Löwen das in den verbleibenden 70 Minuten plus Nachspielzeit nur noch 0,22 Mal pro Minute. Das ist eine Verschlechterung um mehr als zwei Drittel des Ausgangswerts.

Den Ball haben und auch etwas Adäquates damit anfangen können sind eben zwei verschiedene Paar Schuhe. Das überlegene Schussverhältnis, auf das ich weiter unten eingehen werde, könnte dazu verleiten am Ende doch eine Überlegenheit bei den Sechzgern zu vermuten. Aber auch das werde ich ins Reich der Fabel verweisen. Kommen wir allerdings zunächst zur Passgenauigkeit.

Passgenauigkeit

Auch diese Statistik sieht den TSV 1860 nach nackten Zahlen mit 74% vorne. Das könnte einen positiv stimmen. Dass allerdings im Schnitt nur knapp mehr als zwei Pässe in Folge beim eigenen Mann ankamen, lässt sich auf den ersten Blick an dieser Zahl nicht erkennen.

Dieser Wert von knapp mehr als zwei angekommenen Pässen im Schnitt liegt deutlich unter dem Saisonschnitt der Sechzger in dieser Kategorie.

Dresden war zwar nur knapp besser, was die durchschnittliche Passanzahl pro Ballbesitzphase betrifft und um einiges schlechter, was die eigene Passgenauigkeit anbelangt, hat es aber über weite Strecken des Spiels durch die eindeutig höhere Aggressivität und die deutlich höhere Erfolgsquote bei Defensivduellen viel häufiger geschafft nach Ballverlust direkt wieder in Ballbesitz zu kommen als unsere Löwen.

Blickt man auf die Zahlen abgefangener Bälle und zurück erkämpfter sogenannter zweiter Bälle in der Hälfte des Gegners, stehen die Sachsen hier um einen Wert von jeweils sage und schreibe 25% vor unseren Löwen. Die Passgenauigkeit war für Dresden also, wenn man sie in Relation zu erfolgreichen Aktionen im Kampf um zweite Bälle setzt, absolut vernachlässigbar.

Hier zahlte sich die höhere Aggressivität aus.

Defensive Zweikampfquote

Unterirdisch ist die Vokabel der Wahl, wenn man auf die Zweikampfbilanz gegen den Ball der Sechzger blickt. Und nicht nur die Quote ist erschreckend, auch die absolute Zahl von lediglich 27 gewonnenen Defensivduellen am Boden ist etwas, worüber der ein oder andere vielleicht lieber den Mantel des Schweigens legen würde.

Vor allem im eigenen Sechzehner legte der TSV 1860 München eine Bilanz an den Tag, für die man sich schämen muss. Bei 17 Ballkontakten der Gäste in der Box der Löwen führten die Sechzger gerade einmal drei Defensivduelle im eigenen Strafraum, von denen lediglich eines gewonnen werden konnte. Zwei dieser 17 Ballkontakte der Dresdner in der Box der Löwen waren gewonnene Kopfballduelle. Das heißt: bei 12 von 17 Ballkontakten der Gäste im Strafraum führten die Sechzger keinen Zweikampf gegen den Ball.

Wieder einmal waren die Abstände zu den Gegenspielern zu groß.

Schüsse/aufs Tor

Wieder eine Statistik, die theoretisch für unsere Löwen spricht. 19 Schüsse konnten die Sechzger abfeuern. Was diese Statistik allerdings nicht aufzeigt, ist, dass Dresden 12 dieser 19 Schüsse blocken konnte. Das ist etwas, was man als Gegenwehr bezeichnen kann.

Dresden schoss neun Mal. Vier dieser neun Schüsse gingen auf den Kasten von Marco Hiller, zwei bekanntermaßen hinein. Von diesen neun Schüssen blockte die Abwehr des TSV 1860 München keinen einzigen.

Fazit des Ganzen: Keine Gegenwehr, wie es vom Kollegen Enn treffend formuliert wurde.

PPDA

Der Wert für die Pressingintensität zeigt, dass die Löwen durchaus gewillt waren hoch anzulaufen. Allerdings wird hier nur die Anzahl der gesetzten zugelassenen Pässe pro Aktion gezählt und nicht, ob die Aktion sofort oder im Nachgang durch das Setzen erfolgreicher Pressingfallen zum gewünschten Erfolg geführt hat.

Der Wert der PPDA an sich, die defensive Zweikampfbilanz und die Anzahl der abgefangenen Pässe sprechen auch hier deutlich für die Gäste aus Sachsen.

Das fiel auf

Wie in vielen Spielen zuvor zeigten die Sechzger in der Anfangsphase, was sie eigentlich drauf haben. Bis zur 20.Minute hatte der TSV 1860 alles im Griff. Sämtliche Zahlen für diesen Zeitraum belegen das.

Danach ergab sich die Mannschaft aus Giesing abgesehen von einer kurzen Phase nach Wiederanpfiff ihrem Schicksal. Der TSV 1860 hatte gegen Dynamo Dresden lediglich Alibiaktionen im Angriff und ließ die Gäste bis zum Ausgleich quasi nach Belieben agieren. Erst als es zu spät war, war ein weiteres Aufbäumen zu sehen.

Ab der 56. Minute konnten die Löwen lediglich zwei von 12 Schüssen so gestalten, dass der Ball durch die kämpferisch deutlich besser eingestellte Abwehr Dresdens hindurch kam. Nur ein Schuss in der Phase zwischen Ausgleich und Schlusspfiff verschaffte dem Torhüter der Sachsen Arbeit.

Die Tore

Hier könnt ihr euch die Tore und weitere Highlights noch einmal ansehen.

Eine Beschreibung möglicherweise nicht sofort ins Auge fallender Fehler bei den Gegentoren ist diesmal nicht notwendig. Man sieht bei beiden Gegentoren genau, wer was wann verbockt und warum diese nicht verhindert werden konnten. Die Stichworte Abstände zu Gegenspielern und fehlende Aggressivität gegen den Ball sollten reichen.

Fazit zur Niederlage des TSV 1860 gegen Dynamo Dresden

Die Antwort auf diese Leistung hat der TSV 1860 München am Dienstag selbst gegeben. Trainerentlassung. Die Ära Michael Köllner beim TSV 1860 München ist damit zu Ende.

Wir werden schon im nächsten Spiel sehen, ob das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer oder die fehlende Qualität der Arbeit des Trainers ursächlich für die Krise des TSV 1860 München war.

Zeigen die Löwen gegen Oldenburg und in den Spielen der folgenden Wochen über einen längeren Zeitraum als 20 Minuten pro Spiel, dass sie fähig sind zu dominieren, oder brechen sie weiterhin nach der Anfangsphase ein?

Je nachdem welches der beiden Szenarien eintritt, kann man dann Rückschlüsse auf die Ursache ziehen.

Datenquelle: Wyscout

Lorenz Knöferl schließt sich Carl Zeiss Jena an

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18 Lorenz Knöferl TSV 1860

Der TSV 1860 München und Lorenz Knöferl gehen im nächsten halben Jahr getrennte Wege. Der 19-Jährige wechselt auf Leihbasis zum FC Carl Zeiss Jena.

Lorenz Knöferl zu Carl Zeiss Jena 

Die Löwen verabschieden sich vorerst von einem Spieler, der seit 2013 im Verein war und einen Großteil seiner Jugend an der Grünwalder Straße verbrachte. Bereits im vergangenen Sommer gab es Gerüchte um Lorenz Knöferl und den FC Pipinsried. Diesen schob Michael Köllner allerdings rigoros einen Riegel vor und betonte, er plane weiterhin mit dem Junglöwen. Die Realität ist allerdings eine andere: kein einziges Mal stand der 19-Jährige im 3.Liga-Kader. Drei Mal kam er im Toto-Pokal zum Einsatz, wobei er gegen Türkgücü eine rote Karte nach nur drei Minuten Spielzeit kassierte.

In der Bayernliga Süd unter Trainer Frank Schmöller lief Lorenz Knöferl hingegen deutlich öfter auf. In 13 Spielen gelangen ihm zwei Treffer. Insgesamt bringt es der gebürtige Dachauer auf 38 Partien für den TSV 1860 München, 12 davon in der 3.Liga. Sein einziges Tor gelang ihm dabei in der Saison 2020/21 im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden, als er kurz nach der Einwechslung den 2:2-Endstand markieren konnte.

Nun hat sich der Junglöwe eine neue Herausforderung gesucht. Sein bis 2024 laufender Vertrag mit den Löwen hat natürlich weiterhin Bestand, Spielpraxis darf der Stürmer jedoch in der Regionalliga Nordost sammeln.

 

TSV 1860 München trennt sich von Trainer Michael Köllner

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Michael Köllner TSV 1860

Michael Köllner und der TSV 1860 München gehen künftig getrennte Wege. Das haben die Löwen soeben offiziell bekannt gegeben.

TSV 1860 München entlässt Michael Köllner

Nach der 1:2-Niederlage gegen Dynamo Dresden hat der TSV 1860 München die Trennung von Trainer Michael Köllner offiziell bekannt gegeben. Die Löwen begannen zwar gut und gingen früh durch Vrenezi in Führung. Kutschke und Borkowski drehten die Partie allerdings zugunsten der Gäste. Damit holten die Löwen seit der Niederlage in Bayreuth aus sieben Spielen nur vier Punkte. Die Aufstiegsplätze rücken damit zusehends in weite Ferne. Tabellenführer Elversberg liegt bereits 14 Punkte vor dem TSV 1860. Der Tabellenzweite Wiesbaden ist sieben Punkte entfernt.

Neben dem sportlichen Abschneiden geriet der ehemalige Trainer des TSV 1860 München vor allem abseits des Platzes immer mehr in die Kritik. Zuletzt kritisierte er Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel kurz vor der Verpflichtung von Neuzugang Raphael Holzhauser. Aber auch die Aussortierung von Moll, Knöferl und vor allem Willsch wurde stark kritisiert. Die ersten Gerüchte einer Trennung gab es bereits vor Ende der Winterpause. Doch Köllner durfte zunächst weitermachen – Sport-Geschäftsführer Gorenzel hatte ihm allerdings vor dem Spiel gegen Zwickau ein Ultimatum ausgesprochen.

Günther Gorenzel wird das Traineramt interimistisch übernehmen. Das bisherige Trainerteam aus Stefan Reisinger, Franz Hübl, Harald Huber und Jörg Mikoleit wird bei 1860 bleiben und Gorenzel bei der Arbeit auf dem Trainingsplatz unterstützen.

Michael Köllner stand 133 Mal an der Seitenlinie für den TSV 1860 München. Dabei brachte er es auf einen Punkteschnitt von 1,73 Zählern pro Spiel. Nach der Übernahme der Mannschaft führte er die Löwen souverän zum Klassenerhalt, ehe zwei Mal der 4.Platz erzielt werden konnte. Für die aktuelle Saison hatte Köllner vor den Fans des TSV 1860 München den Aufstieg als klares Ziel ausgegeben.

Bild: OR Pressedienst

Giesinger Gedanken nach der Niederlage gegen Dresden: Keine Gegenwehr

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1860-Dresden-giesinger-gedanken

Der TSV 1860 München unterliegt Dynamo Dresden vollkommen verdient mit 1:2 und leistet keine Gegenwehr. Wie befürchtet war die Leistung gegen Zwickau kein Gradmesser und 1860 wirkt schwer angeschlagen.

Wieder furiose Anpfangsphase

Die Löwen begannen so wie gegen Zwickau. Sie kamen mit enormen Dampf aus der Kabine und wollte unbedingt in Führung gehen. Dieses Mal dauerte es allerdings fünf Minuten, bis 1860 in Führung ging. Vrenezi fing einen Pass von Kulke ab, trieb den Ball unwiderstehlich diagonal durchs Mittelfeld bis vor den Strafraum, von wo er trocken zum 1:0 für Sechzig abzog. Drei Minuten später hätte Steinhart auf 2:0 stellen können, doch Dynamo konnte blocken. Danach war es aber allmählich vorbei mit der weiß-blauen Herrlichkeit.

Sechzig schaltet drei Gänge zurück

Das Mittelfeld der Löwen stellte in der Folge mehr und mehr die Arbeit ein, so dass die Dresdner schalten und walten konnten, wie sie wollten. Das Aufbauspiel wurde von den Gästen effektiv unterbunden und im Zweikampfverhalten zeigten die Löwen keine Gegenwehr, so dass die Dresdner 1860 vor der Pause gehörig unter Druck setzten. Dynamo hatte mehrere gute Szenen im Strafraum, konnte vor der Pause den Ball aber nicht im Kasten von Hiller unterbringen.

Fünf starke Minuten nach der Halbzeit…

Sechzig kam wieder unter Dampf aus den Kabinen und erarbeitete sich direkt zwei Chancen. Keeper Drljaca konnte aber sowohl gegen Morgalla und Verlaat klären und das 2:0 verhindern. Dann kam es aber, wie es kommen musste. Rieder und Verlaat behinderten sich gegenseitig, Holzhauser verteidigte nicht konsequent genug und Kutschke köpfte unbedrängt zum 1:1 ein. Dass Sechzig danach noch irgendwelche Ambitionen hegte, die drei Punkte in Giesing zu behalten, war nicht zu erkennen. Es kam einfach überhaupt keine Gegenwehr von der verunsichert wirkenden Mannschaft. Niemand nahm das Heft in die Hand, niemand stellte sich den beileibe nicht brilliant spielenden Dresdner mit Nachdruck in den Weg.

… danach ins Schicksal ergeben

Irgendwie hatte man danach im Stadion das Gefühl, dass ein Unentschieden das höchste der Gefühle an diesem Abend sein würde. Aber Dynamo hatte mehr Spielanteile und Sechzig brachte kaum mehr geordnete Angriffe zu Stande. So war es wahrlich keine Überraschung, als Dresden in der 76. Minute durch Borkowski in Führung ging. Danach war zu spüren, wie das gesamte Sechzgerstadion in sich zusammensackte und niemand mehr an einen Ausgleichstreffer der Löwen glaubte. Die Hilflosigkeit der Mannschaft hatte sich vorher schon auf das Publikum übetragen, nun schwappte sich förmlich vom Spielfeld auf die Tribünen über. Und so ergaben sich Mannschaft und Publikum trotz starkem Beginn in beiden Halbzeiten in ihr Schicksal und ließen die Dresdner gewähren.

Zu wenig für die Ambitionen und den Kader

Der Ausgleich lag einfach außer Reichweite. Auch eine Chance des eingewechselten Bär änderte nichts daran. Es bleibt ein Rätsel, wie das Team nach dem Drittliga-Startrekord so in sich zusammenbrechen konnte. Gestern war jedenfalls augenfällig, dass die Mannschaft nach etwa 25 Minuten ohne Leader dahintaumelte und sich niemand gegen die drohende Niederlage stemmte. Und da stelle ich mir die Frage, ob das Ultimatum von Günter Gorenzel noch gilt. Oder in Kürze ein neues ausgerufen wird. In der Tabelle der letzten sieben Spiele liegt 1860 auf dem 18. Rang. So kann es auf jeden Fall nicht weiter gehen. Wahrscheinlich hätte man rückblickend vor der Winterpause handeln müssen.

 

Knöferl zu Carl-Zeiss Jena?

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18 Lorenz Knöferl TSV 1860

Der TSV 1860 München möchte sich noch von drei Spielern trennen. Nach dem Spiel gegen Dresden sickerte durch, dass Lorenz Knöferl möglicherweise zu Carl-Zeiss Jena ausgeliehen wird.

Quellen aus dem Umfeld von Knöferl: Leihgeschäft mit Carl-Zeiss Jena

Mit Marius Willsch, Lorenz Knöferl und Quirin Moll sortierte Trainer Michael Köllner insgesamt drei Spieler aus. Alle drei reisten nicht mit in das Trainingslager. Während Moll überraschend gegen die SGD wieder im Kader stand, stehen die Zeichen beim Junglöwen auf einen temporären Abschied. Sechzger.de erfuhr nach dem Spiel gegen Dresden, dass Lorenz Knöferl morgen über ein Leihgeschäft an Carl-Zeiss Jena abgegeben werden soll. Der jüngste Torschütze der Geschichte von 1860 könnte dann in der Regionalliga Nordost Spielpraxis sammeln und nach seiner Rückkehr den Kampf um einen Stammplatz bei den Löwen wieder in Angriff nehmen. Carl-Zeiss Jena liegt aktuell auf dem 8. Rang der Regionalliga Nordost.

Vor kurzem wurde mit Michael Glück schon einmal ein Nachwuchsprofi in die Regionalliga verliehen. Er spielt bis zum Ende der Saison bei Hessen Kassel.

Pressekonferenz nach Niederlage des TSV 1860 gegen Dresden

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Michael Köllner Bei Pressekonferenz Nach TSV 1860 München SG Dynamo Dresden

Nach der 1:2-Heimniederlage des TSV 1860 München gegen die SG Dynamo Dresden nahmen die beiden Trainer Markus Anfang und Michael Köllner auf der Pressekonferenz Stellung zu den zuvor absolvierten 90 Minuten im Grünwalder Stadion.

Pressekonferenz nach TSV 1860 München – SG Dynamo Dresden

Die frühe Führung von Albion Vrenezi reichte nicht aus. Kutschke und Borkowski drehten das Spiel zugunsten der Gäste zu einem 1:2-Auswärtssieg. Den Beginn der Partie sprach Gäste-Trainer Markus Anfang auf der Pressekonferenz nach dem Sieg von Dresden gegen den TSV 1860 auch klar den Löwen zu. Insgesamt sah er ein “sehr intensives” und teilweise auch “sehr hartes” Spiel. Stellvertretend dafür war das Foul von Belkahia an Arslan im ersten Durchgang, für das der Verteidiger des TSV 1860 eine gelbe Karte sah. Insgesamt habe sich seine Mannschaft den Sieg erkämpft und damit schlussendlich auch verdient. Neben dem Lob für sein Team hatte Anfang, für den es das erste Spiel im Grünwalder Stadion war, auch warme Worte für die Atmosphäre und die Spielstätte in Giesing an sich über.

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Auch Michael Köllner sah eine “sehr, sehr gute Anfangsphase“, die mit dem frühen Tor durch Vrenezi (5.) belohnt wurde. Seine Mannschaft habe es allerdings im weiteren Verlauf der Partie verpasst einen zweiten Treffer nachzulegen. Unter anderem viele Umschaltsituationen wurden nicht gut ausgespielt. Dynamo Dresden zeigte sich im Stile einer Spitzenmannschaft deutlich effektiver und sorgte mit zwei Toren für einen Auswärtssieg. Dennoch ist Köllner zuversichtlich, dass die Löwen in den kommenden Wochen wieder punkten können. Als nächstes reist der TSV 1860 München zum Auswärtsspiel nach Oldenburg.

Bild: Screenshot Löwen TV

Nach früher Führung: TSV 1860 unterliegt Dynamo Dresden

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TSV 1860 München Dynamo Dresden 1 2 20.Spieltag 3.Liga

Der TSV 1860 München hat gegen Dynamo Dresden eine 1:2-Niederlage kassiert. Nach früher Führung durch Vrenezi drehten Kutschke und Borkowski im zweiten Durchgang das Spiel zugunsten der Gäste.

Vrenezi sorgt für frühen Jubel im Grünwadler Stadion

Trainer Michael Köllner vertraute der gleichen Elf wie beim Heimsieg gegen Zwickau und änderte seine Startaufstellung nicht. Die überraschendste Personalie des Abends nahm allerdings auf der Bank Platz: der eigentlich aussortierte Quirin Moll stand wieder im Kader. Gäste-Coach Markus Anfang hingegen reagierte im Vergleich zum Auswärtssieg in Oldenburg gleich vier Mal. Für Kapitän Will (Gelbsperre), Gogia, Meier und Kammerknecht (alle Bank) begannen Hauptmann, Conteh, Kutschke und Knipping.

Pyroshow SG Dynamo Dresden Gegen Den TSV 1860 München Im Grünwalder Stadion
Die Gäste sorgten mit ihrer Pyroshow für eine kurzzeitige Spielunterbrechung im ersten Durchgang

Der TSV 1860 München hatte sich gegen Dresden etwas vorgenommen und gab von Beginn an die Marschroute vor. Die Löwen waren sofort in der Partie und nutzen nach wenigen Minuten einen Fehlpass von Kulke sofort aus. Vrenezi fing den Ball in der Dynamo-Hälfte ab, zog mit hohem Tempo Richtung Tor und vollendete das Solo zum frühen 1:0 (5.). Die Gäste waren auch danach noch nicht richtig in der Partie, die Mannschaft von Michael Köllner konnte daraus jedoch keinen Profit mehr schlagen.

Ab Mitte des ersten Durchgangs wendete sich das Blatt langsam, da der TSV 1860 München weniger in die Partie investierte und Dresden so besser ins Spiel kam. Doch nur selten wurde es für das Tor von Marco Hiller wirklich gefährlich, sodass es mit der knappen Führung für die Löwen in die Kabinen ging.

Kutschke und Borkowski drehen das Spiel für Dynamo Dresden gegen den TSV 1860

Auch nach Wiederanpfiff waren es die Hausherren, die zunächst Oberwasser hatten. Weder Morgalla (47.) noch Verlaat (49.) konnten allerdings die erneute Führung erzielen. Mitten in diese Phase hinein fiel stattdessen der Ausgleich. Rieder blieb nach einem Zusammenprall mit Verlaat liegen, die Gäste allerdings spielten weiter. Arslan´s Flanke erreichte Kutschke, der zum 1:1 einköpfte (56.).

Nach dem zweiten Treffer des Tages sahen die 15.000 Zuschauer im Grünwalder Stadion ein zerfahrenes Spiel mit vielen Unterbrechungen – und den Siegtreffer für die SGD. Hauptmann setzte Borkowski toll in Szene, der in der 76.Minute das 1:2 erzielte. Der TSV 1860 kam gegen Dynamo Dresden nicht mehr zurück ins Spiel, auch weil Marcel Bär, der im Hinspiel gleich zwei Mal getroffen hatte, gegen Ende der Partie freistehend vor Dresdens Torhüter Drljaca vergab (85.).

Der TSV 1860 muss gegen Dresden die dritte Heimniederlage der Saison hinnehmen und verliert zeitgleich zunehmend den Anschluss an die Spitzengruppe. Tabellenführer Elversberg ist bereits 14 Punkte entfernt, auf den Tabellenzweiten Wiesbaden haben die Löwen nun sieben Punkte Rückstand. Kommenden Sonntag ist der Aufsteiger VfB Oldenburg der nächste Gegner. Anpfiff im Marschwegstadion ist um 13:00 Uhr.

Aufstellung TSV 1860: 1 Hiller – 20 Deichmann, 39 Morgalla, 27 Belkahia (46. 4 Verlaat), 36 Steinhart (C) (90. 11 Greilinger) – 6 Rieder – 26 Holzhauser, 9 Vrenezi, 33 Boyamba (79. 14 Skenderovic), 10 Kobylanski (46. 7 Lex) – 19 Lakenmacher (65. 15 Bär)

Tore: 1:0 Vrenezi (5.), 1:1 Kutschke (56.), 1:2 Borkowski (76.)