Start Blog Seite 668

Die Wirtshaus Weisheiten vor VfB Oldenburg – TSV 1860 München

0
Winningers Wirtshaus Weisheiten Vor VfB Oldenburg TSV 1860 München 21.Spieltag 3.Liga

Vor dem Auswärtsspiel des TSV 1860 München beim VfB Oldenburg am morgigen Sonntag wirft Bernd Winninger in den Wirtshaus Weisheiten einen ausführlichen Blick auf die Gastgeber. Bei den Löwen bahnen sich unterdessen ebenfalls Änderungen bei der Aufstellung an.

Winningers Wirtshaus Weisheiten vor VfB Oldenburg – TSV 1860 München

Auf Platz 15 findet sich aktuell der VfB Oldenburg vor dem Duell mit dem TSV 1860 München im Marschwegstadion. Seit der Winterpause ist die Bilanz ausgeglichen: jedes denkbare Ergebnis wurde einmal erzielt. Gegen den FSV Zwickau gelang zunächst ein glücklicher Sieg. Es folgte zuhause eine Niederlage gegen Dynamo Dresden, ehe letzte Woche die Punkte mit dem SV Meppen bei einem 1:1 geteilt wurden. Nachgelegt haben die Niedersachsen unter der Woche mit einem Neuzugang. Orhan Ademi geht künftig für Oldenburg auf Torejagd. Bernd Winninger analysiert in seinen Wirtshaus Weisheiten den VfB Oldenburg und zeigt die Schlüsselspieler auf. Aber auch die Spielweise wird, wie auch in der Taktiktafel natürlich ausgiebig betrachtet.

Veränderungen dürfte es auch beim TSV 1860 München geben. Unter Michael Köllner agierten die Löwen nahezu immer im 4-1-4-1. Interimstrainer Günther Gorenzel möchte allerdings für mehr Stabilität sorgen und wird daher voraussichtlich mit zwei Spielern auf der Sechs agieren. Denkbar ist eine Aufstellung im 4-2-3-1. Möglicherweise könnte Quirin Moll nach seiner Aussortierung so direkt in die Startaufstellung zurückkehren. Aber auch Marius Wörl könnte in die erste Elf zurückkehren.
Auch Yannick Deichmann auf der Rechtsverteidiger-Position muss ersetzt werden, da er aufgrund einer Gelbsperre pausieren muss. Im Sturm hat das Duo Gorenzel / Reisinger die Qual der Wahl zwischen Marcel Bär und Fynn Lakenmacher.

Trainerfrage beim TSV 1860: löst die Bayerische das Geldproblem?

39
dieBayerische Firmenzentrale Logo Sponsor TSV 1860 München Martin Gräfer

Die Suche nach einem neuen Trainer nach der Entlassung von Michael Köllner gestaltet sich schwierig. Der Grund: den Löwen stehen aktuell die nötigen, finanziellen Mittel für einen neuen Übungsleiter nicht zur Verfügung. In die Trainerfrage beim TSV 1860 München könnte jetzt allerdings dank Hauptsponsor die Bayerische Bewegung kommen.

Löst eine Vertragsverlängerung mit die Bayerische die Trainerfrage beim TSV 1860?

Seit vier Tagen ist Michael Köllner bei den Löwen mittlerweile beurlaubt. Noch bis Juni erhält der 53-Jährige regelmäßig Geld von der Grünwalder Straße. Geld, das für einen neuen Trainer fehlt und dringend benötigt wird. Momentan ist eine Lösung der Trainerfrage beim TSV 1860 München nicht in Sicht. Günther Gorenzel wird die Mannschaft morgen in Oldenburg (13 Uhr, sechzger.de Liveticker) gemeinsam mit Stefan Reisinger anleiten und dabei voraussichtlich einige Änderungen vornehmen. Ein Ende der Doppelfunktion des eigentlichen Sport-Geschäftsführers ist aktuell nicht in Sicht. Zeitgleich befindet er sich auch noch auf der Suche nach einem passenden Nachfolger, der sogenannten “Dauerlösung”.

Bewegung könnte nun in die Angelegenheit allerdings dank Hauptsponsor die Bayerische kommen. Der Versicherer hatte sein Engagement im Rahmen des Auswärtsspiels bei den Würzburger Kickers Ende 2021 langfrisitig verlängert. Bereits im vergangenen Sommer äußerte der Vorstandsvorsitzende Martin Gräfer die Absicht, das Sponsoring noch einmal verlängern zu wollen. Dieses Angebot soll dem TSV 1860 mittlerweile nach einem Bericht des merkur vorliegen. Allerdings ist die HAM-Seite damit aktuell nicht einverstanden, die Verhandlungen ziehen sich weiter hin. Dabei wäre diese Möglichkeit eine elegante Lösung, den Sportetat so zu erweitern, dass die Verpflichtung der angestrebten “Dauerlösung” möglich ist. Konkrete Namen drangen dabei weiterhin nicht nach außen.

Nachdem im Sommer zahlreiche Spielerverpflichtungen frühzeitig durch die schnelle Zustimmung der HAM-Seite möglich waren, stockt es aktuell einmal mehr bei den Löwen. 18 Spieltage bleiben dem TSV 1860 noch Zeit, um das gesteckte Ziel Aufstieg in die 2.Bundesliga zu erreichen.

Zweimal Interimstrainer – Ex-Löwe Denis Bushuev im Interview

6
Denis Bushuev 1860

Gleich zweimal half Denis Bushuev beim TSV 1860 als Interimstrainer aus und weiß somit, wie man als Coach mit dieser speziellen Situation umzugehen hat. Grund genug, den 40-Jährigen zu seinen Erfahrungen zu befragen.

Bushuev war zweimal Interimstrainer bei den Löwen

sechzger.de: Servus Denis, erstmal danke für das spontane Interview. Kannst Du Dich noch daran erinnern, als Du damals zweimal für die Löwen als Cheftrainer an der Linie standest?

Bushuev: Hallo und na klar. Einmal ging es am letzten Spieltag schon um nichts mehr. Da haben wir 1:2 beim FSV Frankfurt verloren. Beim anderen Mal gabs ein Unentschieden gegen Heidenheim. Beide Male übernahm ich von Daniel Bierofka, der jeweils nur drei Spiele als Interimstrainer aushelfen durfte, weil ihm die notwendige Lizenz noch fehlte.

sechzger.de: Wie geht man so eine Aufgabe an, von der man weiß, dass sie zeitlich limitiert ist?

Bushuev: Damals war die Situation ja fast noch schwieriger, weil 1860 ganz unten drin stand. Da ist es natürlich fast unmöglich, auf die Schnelle Dinge zu verbessern. Man kann aber natürlich versuchen, durch mehr Spielformen mehr Spaß rein zu bringen. Also beispielsweise mal auf kleine Tore spielen, dann wieder auf große. Wichtig ist, den Jungs wieder das Gefühl zu vermitteln, frei Fußball zu spielen. In Deutschland ist das häufig viel zu sehr durch Taktik geprägt.

“Für 1860 ist noch alles drin!”

sechzger.de: Wie spricht man die Spieler an? Wie kann man sie motivieren, wenn die doch auch wissen, dass da nächste Woche wieder ein anderer Trainer stehen wird?

Bushuev: Man darf nicht vergessen, dass das alles Profis sind. Ein Weg ist natürlich, eher auf erfahrenere Spieler zu setzen, die solche Situationen vielleicht schon mal erlebt haben und somit eher wissen könnten, wie damit umzugehen ist.

sechzger.de: Wie siehst Du die aktuelle Situation bei 1860?

Bushuev: Günther Gorenzel hat natürlich den Vorteil, dass er alle Spieler kennt und weiß, wie sich ticken. Er muss nun versuchen, in die Köpfe der Spieler vorzudringen. Und wichtig: Er sieht sicher einige Sachen anders als der bisherige Trainer und wird in der Lage sein, dies der Mannschaft mitzuteilen. Von der Qualität her ist das Team ja auch gut. Ein Albion Vrenezi beispielsweise kann ein Match durch ein paar geniale Aktionen auch mal alleine entscheiden. Vielleicht ist ein Schlüssel ja schon, dass man die Mannschaft – vor allem auch im Umfeld – nicht runterdrückt, sondern daran glaubt, dass da noch was möglich ist. Die Löwen stehen auf Platz 6 – da ist noch alles drin!

Zuletzt Trainer bei Veles Moskau

In seiner aktiven Zeit spielte Bushuev für die 2. Mannschaften von Zenit St. Petersburg, Hertha BSC, RW Oberhausen und des TSV 1860. Der zweimalige U21-Nationalspieler Russlands ließ seine Spielerkarriere beim TSV Hilgertshausen ausklingen, wo er bis 2014 die Fußballstiefel schnürte.

2018 übernahm Bushuev die russische U18-Nationalmannschaft als Team Manager, bevor er in der Saison 20/21 Leningradets trainierte. Zuletzt stand der ehemalige Mittelfeldspieler als Cheftrainer beim russischen Zweitligisten Veles Moskau unter Vertrag.

Es bleibt spannend: Wer wird neuer Trainer des TSV 1860?

17
Marco Antwerpen Trainer Kaiserslautern 1860

Fink, Oral, Antwerpen, Neuhaus, Rehm, Härtel, Funkel, Keller, Schmidt, Baum, Kurz, Maurer, Wolf, Fröhling – all diese Namen wurden in den letzten Tagen genannt, wenn es um die Nachfolge von Michael Köllner bei den Löwen geht. Fakt ist: Morgen werden Günther Gorenzel und Stefan Reisinger die Mannschaft beim Auswärtsspiel beim VfB Oldenburg (live im sechzger.de Ticker) betreuen. Wer aber wird denn nun neuer Trainer des TSV 1860?

Interne oder externe Lösung?

Man möchte derzeit vermutlich nicht in der Haut von Günther Gorenzel stecken. Zum Einen muss er die Löwen auf die schwere Aufgabe im hohen Norden vorbereiten. Zum Anderen liegt es aber auch maßgeblich an ihm, einen geeigneten Nachfolger für Michael Köllner zu finden.

Die Kandidatenliste ist lang, das Anforderungsprofil herausfordernd. Und schon die Eingangsfrage hat es in sich: Wählt man eine interne oder eine externe Lösung? Wobei mit “intern” gemeint ist, dass der Kandidat bereits mal beim TSV 1860 angestellt war und die Löwen somit vermeintlich bereits etwas bessern kennt. Dies würde auf Friedhelm Funkel, Alexander Schmidt, Reiner Maurer, Uwe Wolf und Thorsten Fröhling ebenso zutreffen wie auf Marco Kurz, der zwischenzeitlich favorisiert worden war. Mit Jens Keller und Manuel Baum gesellen sich zudem zwei ehemalige Spieler des TSV 1860 in den illustren Kreis, die nun Trainer der Löwen werden könnten.

Wer wird neuer Trainer des TSV 1860?

Oder wählt man doch die externe Variante und setzt darauf, dass jemand völlig unvoreingenommen an die Sache herangehen soll? Marco Antwerpen, Thorsten Fink und Thomas Oral reicht nun nicht unbedingt der Ruf des Mega-Sympathieträgers voraus, sportliche Kompetenz ist den Kandidaten allerdings nicht abzusprechen. Heiligt da der Zwecke die Mittel?

Oder doch lieber gestandene Trainer wie Jens Härtel, Rüdiger Rehm oder Uwe Neuhaus, die an anderer Stelle gezeigt haben, dass sie es können? Womöglich zaubert Günther Gorenzel am Ende einen ganz anderen Kandidaten aus dem Hut und überrascht Fans und Medienlandschaft. Es bleibt spannend bei den Löwen…

3. Liga am Freitag: SC Freiburg II besiegt SpVgg Bayreuth

0
SC Freiburg II Dreisamstadion 1860

Der 21. Spieltag der 3. Liga wurde am Freitag Abend mit der Partie des SC Freiburg II gegen die SpVgg Bayreuth eröffnet. Dabei setzten sich die Breisgauer gegen die zuletzt aufstrebende Oldschdod mit 2:0 durch.

Frühes Gegentor für die Oldschdod

Zwei Siege hatte der Aufsteiger aus Oberfranken aus den ersten drei Partien nach der Winterpause gesammelt und hatte sich folglich auch Hoffnungen auf etwas Zählbares beim Trip nach Freiburg gemacht. Doch bereits in der 4. Minute folgte der erste Dämpfer: Wiklöf brachte den Ball per Diraktabnahme zur Mitte, wo Fahrner aus kurzer Distanz zum 1:0 für die Hausherren einnickte.

Die erste nennenswerte Chance der Gäste gab es dann einer guten Viertelstunde, als Ex-Löwe Markus Ziereis per Kopf an der Latte scheiterte. Pech in dieser Situation, aber insgesamt hatten die Breisgauer das Geschehen bis dahin gut im Griff. Das ändert jedoch nichts daran, dass die SpVgg auch die nächste große Torgelegenheit hatte. Stockinger probierte es nach rund einer halben Stunde aus der Distanz, Keeper Atobolu lenkte den Schuss in Richtung eigenes Tor ab und bekam den Ball schließlich erst auf der Linie unter Kontrolle.

Danach aber waren die Breisgauer wieder am Drücker und verpassten durch Weißhaupt (36.), Engelhardt (39.) und Wiklöf (44.) das 2:0. So blieb es bei der knappen Pausenführung der Elf von Trainer Thomas Stamm.

SC Freiburg II besiegt die SpVgg Bayreuth

In den ersten zwanzig Minuten nach dem Seitenwechsel passierte nicht viel, dann aber musste Atubolu gegen Nollenberger zupacken, um den Ausgleich zu verhindern. Es blieb aber ein kurzes Strohfeuer der Oberfranken, die den Gastgebern insgesamt wenig Mühe bereiteten. Freiburg kontrollierte das Geschehen und man hatte jederzeit das Gefühl, die Breisgauer könnten noch eine Schippe zulegen, sollte Bayreuth doch mal besser ins Spiel finden.

Lienhard hatte in der 82. Minute die Vorentscheidung auf dem Fuß scheiterte jedoch am Querbalken. Tief in der Nachspielzeit dann Elfmeter für Freiburg: Vermeij schnappt sich den Ball, trifft, 2:0, Abpfiff!

Während sich der SC Freiburg II mit dem Heimsieg vorerst auf den 3. Tabellenplatz verbesserte, verpasste die Oldschdod den Sprung aus der Abstiegszone und bleibt vorerst auf Rang 17.

Die erste Löwenrunde nach Michael Köllner

22
Günther Gorenzel und Rainer Kmeth bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Oldenburg.
Günther Gorenzel und Rainer Kmeth bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Oldenburg.

Die gute Nachricht vorab: Wir sind ab sofort wieder dabei! Bei der ersten Löwenrunde nach der Trennung von Michael Köllner war sechzger.de wieder im Pressestüberl auf dem Trainingsgelände mit dabei – mit der Trennung vom bisherigen Coach hat dies aber nichts zu tun. Vielmehr gab es vergangene Woche ein zielführendes Gespräch mit der Löwen-Geschäftsführung, nun sind wir wieder zu den offiziellen Presserunden des TSV 1860 zugelassen und werden für Euch darüber berichten.

Gorenzel blickt auf Oldenburg voraus

Günther Gorenzel stand den Pressevertretern vor dem Auswärtsspiel beim VfB Oldenburg am Sonntag um 13:00 Uhr Rede und Antwort. Dabei stand vor allem die Trainersuche im Vordergrund. Auf Rückfrage von sechzger.de ging der Interimstrainer dann aber auch noch auf den nächsten Gegner näher ein.

Viele Gespräche unter der Woche

Zwei Tage mit der Mannschaft sind nicht viel. Unser Ziel ist es, die Spieler wieder an ihre eigenen Stärken zurückzuführen und mehr Balance ins Spiel zu bekommen“, sagte Gorenzel zum Auftakt der Löwenrunde. Am Donnerstag wurde vor allem auf dem Kleinfeld gearbeitet, tags darauf dann mehr auf dem großen Feld, zudem wurden viele Gespräche geführt.

Unsere Mannschaft hat grosse individuelle Qualität. Wir müssen es jetzt schaffen, dass die Jungs wieder 90 Minuten an sich und ihre Stärken glauben

sagte Gorenzel über die Aufgaben des Trainerteams in den nächsten Tagen und Wochen.

Gorenzel will nicht langfristig Trainer bleiben

Wie vermeldet coacht Günther Gorenzel das Team aktuell gemeinsam mit Stefan Reisinger, der nächste Woche aber wieder auf einem Lehrgang seiner Trainerausbildung weilt. Gorenzel als Dauerlösung kann sich der Sportchef der Löwen nicht vorstellen: “Das war und ist nicht Teil meiner Lebensplanung, wieder langfristig als Trainer an der Seitenlinie zu stehen. Ich sehe mich eher im strategischen Bereich und war froh, dass ich hier in München noch alte Fußballschuhe gefunden habe“, sagte der Österreicher. Sein Arbeitstag habe aktuell bis zu 14 Stunden. “Ich mache das, weil mir 1860 am Herzen liegt und ich von der Mannschaft und vom Verein überzeugt bin und dem Verein etwas zurückgeben möchte“, erklärte Gorenzel. Zu weiteren Details der Planungen in Sachen Trainer wollte er sich nicht äußern, man führe bereits Gespräche im Hintergrund.

Moll und Willsch zurück im Kader

Die Enttäuschung sei nach der Niederlage gegen Dresden bei allen tief gesessen, berichtete Gorenzel. Nun sei es die Aufgabe, die Mannschaft und jeden einzelnen Spieler Schritt für Schritt wieder zu alter Stärke zurückzuführen und “sich auf den nächsten Zweikampf, den nächsten Pass, die nächste Aktion zu fokussieren“.
Da im Winter keine Wechsel vollzogen wurden, bestätigte Gorenzel auf Nachfrage von sechzger.de zudem, dass Quirin Moll und Marius Willsch nun wieder vollwertige Mitglieder des Kaders seien. “Sie haben die Möglichkeit, sich wie alle anderen Spieler für die anstehenden Aufgaben zu empfehlen und geben auch wieder Gas.”

Wein vor Oldenburg fraglich

Ob Daniel Wein am Sonntag in Oldenburg auflaufen kann, ist aktuell noch offen. “Er war krank und hat die beiden letzten Trainings nur leicht trainiert. Wir warten noch ab, wie sich das entwickelt“, sagte Gorenzel weiter. Milos Cocic befindet sich aktuell im Aufbautraining und Willsch nahm noch nicht voll am Training teil. Man werde nur mit einem Kader von 21 oder 22 Spielern nach Oldenburg reisen.

Gorenzel erwartet ein Kampfspiel

Wir müssen erkennen, dass wir nicht über 90 Minuten alle Situationen spielerisch lösen können. In Oldenburg erwartet uns ein Kampfspiel. Das Wetter ist dort aktuell auch nicht besser als hier“, erklärte der Interimscoach. Auf Nachfrage von sechzger.de erwartet Gorenzel “einen Gegner der uns hoch attackiert und den Gegner schnell unter Druck setzen möchte.” Man sei auf Oldenburg vorbereitet und werde die Aufstellung erst kurzfristig festlegen.

Offensive Ausrichtung noch offen

Wer in der Löwen-Offensive auflaufen wird, will Gorenzel noch entscheiden, erklärte er auf Nachfrage unserer Redaktion: “Ich muss das Freitagstraining noch reflektieren und ein finales Gefühl entwickeln. Ich bin nicht der Typ, der aus dem Bauch heraus entscheidet. Wir haben einige Basis-Spieler, beim Rest entscheidet sich erst morgen, wer auf dem Feld steht

VfB Oldenburg – TSV 1860: Ergebnistipp Lorenz Knöferl

0
Tsv 1860 Lorenz Knöferl
Lorenz Knöferl am Ball für die Löwen; Bild: OR Pressedienst

Vor wenigen Tagen verabschiedete sich Lorenz Knöferl vorerst von den Löwen. Beim Regionalligisten Carl Zeiss Jena soll er Spielpraxis sammeln, um in der nächsten Saison wieder in Giesing angreifen zu können. Heute tippt Knöferl für uns die Partie des TSV 1860 beim VfB Oldenburg.

Knöferl tippt auf Sieg des TSV 1860

Bis zuletzt war der Offensivspieler ja ganz nah dran an der Mannschaft und ist sich deshalb auch sicher, dass die Löwen im hohen Norden bestehen werden.

“Klares 3:0!
Tore: Laki, Tim und Albi”

Also, klare Ansage an die Herren Lakenmacher, Rieder und Vrenezi! Ihr wisst, was zu tun ist…

Neue Chance in Jena

Bereits 2013 wechselte der jetzt 19-jährige Lorenz Knöferl zum TSV 1860 und durchlief sämtliche Jugendmannschaften, ehe er von Michael Köllner bei den Profis quasi ins kalte Wasser geworfen wurde. Mit seinem Tor gegen den SV Wehen Wiesbaden avancierte er zum jüngsten Torschützen in der Geschichte der Löwen. Leider sollte es bis dato aber auch sein einziger Treffer in der 3. Liga bleiben.

Nun geht Knöferl also für den Rest der Saison beim FC Carl Zeiss Jena auf Torejagd und man erwartet einiges von ihm. FCC-Trainer René Klingbeil:

“Er ist ein universeller Offensivspieler, der sich auf den Außenbahnen und hinter der Spitze am wohlsten fühlt. Er ist jung, hat viel Potenzial, kam aber in München nicht auf die Einsatzzeiten, die er als junger Fußballer für seine Entwicklung braucht. Damit passt er in unsere Idee, junge Spieler zu entwickeln, die hier bei uns den nächsten Schritt machen und uns gleichzeitig beim Erreichen unserer Ziele helfen sollen.”

Bereits heute Abend gegen Tennis Borussia Berlin könnte Knöferl sein Debüt für Carl Zeiss Jena feiern.

Bild: OR Pressedienst

VfB Oldenburg – TSV 1860 München: die Taktiktafel vor dem Spiel

4
Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich Willkommen zur Taktiktafel vor dem Auswärtsspiel unseres TSV 1860 München beim VfB Oldenburg.

Nach einem knappen und späten, aber verdienten Sieg im Hinspiel sehen die kriselnden Sechzger gänzlich andere Voraussetzungen als noch im Sommer. Was dürfen wir in der Partie von den Gastgebern erwarten? VfB Oldenburg – TSV 1860 München ist die erste Paarung nach der Demission von Michael Köllner. Ob das etwas in der Mannschaft bewirkt, werden wir am Samstag sehen.

Bei den Oldenburgern sitzt der Klassenkamerad unseres Co-Trainers im Fußballlehrer-Lehrgang Dario Fossi auf der Trainerbank. Fossi ist ein Verfechter offensiv anmutender Systeme, die er aber gerne von seinen Oldenburgern mit defensiver Note spielen lässt. 3-4-1-2, 4-3-3 offensiv, 3-4-3 flach sowie 3-4-3 in der Variante 3-4-2-1 hat er bisher von seiner Mannschaft spielen lassen. Die Besonderheit im von mir erwarteten 3-4-2-1 bei Oldenburg ist, dass auf den Halbpositionen hinter dem Mittelstürmer zwei offensiv begabte Mittelfeldspieler anstatt Außenstürmer zu finden sind.

Bevor wir zur Spielweise des VfB kommen, werfen wir zunächst einen Blick auf die statistischen Werte der Niedersachsen.

Die statistischen Werte des VfB Oldenburg

  • Ballbesitz 47%
  • Passgenauigkeit 77%
  • Defensive Zweikampfquote 61% (zweitschlechtester Wert der Liga)
  • Flankengenauigkeit 37% (viertbester Wert der Liga)
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 9,82

Wie Spielt der VfB Oldenburg, womit muss der TSV 1860 rechnen?

Bei Ballbesitz

Bei eigenem Ballbesitz sind die Oldenburger ein Team, das nicht viel Zeit verlieren will, wenn es nach vorne geht. Der sogenannte progressive Pass (Pässe für großen Raumgewinn in Abhängigkeit der Spielfeldzone) dominiert im Spiel nach vorne.

Wir müssen uns wie schon im Hinspiel also auf schnelles, vertikales Spiel über mehrere Stationen einstellen, wenn Oldenburg in Ballbesitz ist.

Haben die Oldenburger das letzte Drittel des Gegners erreicht, schiebt einer der beiden zentralen Mittelfeldspieler mittig hinter die Stürmer. Der ballferne Halbstürmer geht auf die Halbposition in der vordersten Linie, während der ballnahe etwas weiter außen auf seinem Flügel versucht das Spiel breit zu machen. Durch diese Verschiebung versuchen die Oldenburger die Innenverteidigung des Gegners auseinander zu ziehen. Damit wird vor allem für den nachrückenden zentralen Mittelfeldspieler Raum geschaffen, um hinter der Sturmzentrale als Schattenstürmer für Furore zu sorgen.

Über die Flügel passiert bei Oldenburg im letzten Drittel des Gegners relativ wenig. Wenn allerdings Flanken geschlagen werden, kommen diese mit hoher Genauigkeit in den gegnerischen Strafraum.

Gegen den Ball

Gegen den Ball presst Oldenburg mit drei bis vier Spielern dem jeweiligen Gegner angepasst. Bei spielstarken Gegnern ist das Pressing eher tief angelegt, gegen direkte Konkurrenten sieht man Oldenburg gerne auch hoch anlaufen. Schafft es der Gegner die Pressinglinie zu überspielen, ziehen sich die pressenden Spieler schnell zurück.

Die beiden Mittelfeldaußenspieler verschieben gegen den Ball mittlerweile situativ unterschiedlich. So kann je nach Spielstand und Gegner aus dem 3-4-3 (3-4-2-1) gegen den Ball entweder konservativ auf Fünferkette (5-4-1) verschoben werden oder es wird asymmetrisch mit gependelter Viererkette agiert (4-5-1).

Nachdem Oldenburg gegen den Ball am Beginn der Saison durch relativ hartes, aber nicht unbedingt unfaires Einsteigen auffiel, haben sich die Niedersachsen mittlerweile hier dem Ligadurchschnitt angepasst.

Stärken und Schwächen des 3-4-3

Stärken

Das 3-4-3 bietet mit seiner exzellenten Tiefenstaffelung im Zusammenspiel mit taktischer Disziplin im Positionsspiel sehr variantenreiche Spielzüge im Aufbau. Gerade für spielstarke Teams ist dieses System daher eine wahnsinnig effektive Waffe. Angriffspressing und Gegenpressing können mit der Überzahl an Offensivspielern gut umgesetzt werden. Diese Überzahl verhilft der Mannschaft im 3-4-3 auch im letzten Drittel zu hoher Variabilität.

Schwächen

Die Dreierabwehrkette muss situativ immer wieder aus dem Mittelfeld heraus verstärkt werden, wenn der Gegner sich aus dem Pressing befreien kann. Das 3-4-3 stellt hohe Anforderungen an die individuelle Stärke der Spieler sowohl mit als auch gegen den Ball. Wenn die Spieler ihre Rollen im taktischen Konzept nicht einhalten, kann das Spiel im 3-4-3 leicht zum Debakel werden. Außerdem ist es sehr konteranfällig.

Wie kann man Oldenburg knacken?

Die Herangehensweise für den TSV 1860, um gegen den VfB Oldenburg gut auszusehen, muss im Sturm beim Pressing beginnen. Man darf gegen Oldenburg nicht zulassen, dass sie ihre schnellen Angriffe bis ins letzte Drittel durchbringen. Je höher man beginnt, Druck gegen den Ball auszuüben, desto weniger wird Oldenburg sein Spiel auf den Platz bekommen. Mannorientiertes Pressing auf hoher Linie mit Fokus auf direkte Ballgewinne ist dabei nicht das Wichtigste. Man kann auch mit raumorientiertem Pressing und Pressingfallen agieren. Dazu muss aber das defensive Stellungsspiel bei den Löwen fehlerfrei sein, um in den richtigen Momenten die Pässe ablaufen zu können und dann zügig sowie schnell das eigene Umschaltspiel präzise durchzuziehen.

Im Positionsspiel wird extrem viel Bewegung im Mittelfeld vonnöten sein, da ich damit rechne, dass Oldenburg sowohl die Pressinglinie als auch die Defensivlinie eher tief bis sehr tief ansetzen wird. Das bedeutet: wenn die Spieler im Mittelfeld und Sturm nicht ständig in Bewegung sind und vertikal die Positionen durch Kreuzbewegungen verschieben, sind die Räume zu eng, um erfolgreich dagegen angehen zu können.

Schlüsselspieler

Torhüter

Im Tor der Oldenburger hat sich Sebastian Mielitz (#49) in der Hinrunde noch die Arbeit mit Pelle Boevnik geteilt. Nachdem Boevnik den Verein zurück nach Paderborn verlassen hat, ist Mielitz nun die klare Nummer eins im Tor des VfB. Mielitz ist ein erfahrener Torhüter, der vor allem mit katzenartigen Reflexen glänzt. Auch im eins gegen eins ist er nur schwer zu überwinden. Bei der Strafraumbeherrschung gibt es allerdings noch Luft nach oben.

Abwehr

Abwehrchef Oliver Steurer (#32) sollte allen ein Begriff sein. Der extrem zweikampfstarke Innenverteidiger verliert kaum ein defensives Kopfballduell und ist obendrein auch in der Spieleröffnung ein wichtiges Element. Nahezu jeder von hinten aufgebaute Positionsangriff läuft über Steurer. Sein größtes Manko ist die fehlende Geschwindigkeit. In Laufduellen zieht er gerne mal den Kürzeren.

Mittelfeld

Manfred Starke (#6), Nationalspieler Namibias, ist ein ausgebuffter Profi, der am Ball alles kann, ein gutes Auge für sich öffnende Räume hat und obendrein mit überaus präzisen Pässen sowie Torgefahr glänzt. Er ist ein typischer moderner Zehner auf hohem Drittliganiveau und zweitbester Torschütze des VfB.

Sturm

Mittelstürmer Max Wegner (#9), Kapitän des VfB, ist der beste Torschütze bei den Niedersachsen. Hohe Schussgenauigkeit und Durchsetzungsvermögen bei Kopfballduellen verhalfen dem 33-Jährigen zu sechs Treffern in 17 Spielen. Oder anders gesagt: er schießt im Schnitt jedes dritte Spiel ein Tor.

Fazit

Wir haben nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen muss die Devise der Sechzger am Sonntag lauten. Ich persönlich rechne fest mit einem Sieg. Das Ergebnis ist aber fast zweitrangig. Viel wichtiger wird sein, wie sich die Mannschaft am Sonntag im hohen Norden präsentiert.

Werden wir Löwen sehen, die sich den Oldenburgern voller Kampfesmut und Entschlossenheit entgegenstellen? Werden wir Löwen sehen, die um jeden Zentimeter Oldenburger Rasen kämpfen? Werden wir Spieler sehen, die beweisen, dass sie es verdient haben das schönste Wappen im Vereinsfußball auf der Brust zu tragen?

In diesem Sinne bin ich sehr gespannt was passiert und blicke voller Vorfreude auf Sonntag.

So könnte Oldenburg gegen den TSV 1860 beginnen

Datenquelle: Wyscout

TSV Haching München startet mit Derby in die Zwischenrunde

2
Tsv Haching München Herrsching

Mit dem 3:2-Sieg gegen die Netzhoppers KW-Bestensee wurde der 7. Tabellenplatz nach der Vorrunde zwar denkbar knapp verpasst, für das Selbtsvertrauen war der Erfolg jedoch Gold wert. Mit einem Derby bei den WWK Volleys Herrsching starten die Löwen-Volleyballer vom TSV Haching München heute Abend (20.00 Uhr) in die Zwischenrunde.

TSV Haching München startet in Zwischenrunde

Die letzte Begegnung liegt noch nicht lange zurück. Am 3. Januar verloren die “Local Heroes” nach gutem Spiel im Audi-Dome mit  1:3. Die 2000 Zuschauer-Marke wurde dabei nur knapp verpasst. Vielleicht klappt es ja diesmal, denn ein Zuschauerrekord nicht gegen Berlin oder Friedrichshafen, sondern gegen die Volleyball-Löwen – das hätte doch was, oder?

Der Kader des TSV Haching München ist rechtzeitig zur Zwischenrunde topfit und rechnet sich schon etwas aus. Lediglich Daniel Günther kann leider nicht mithelfen. Die Herrschinger wollen natürlich Wiedergutmachung für die klare Niederlage zu Hause gegen Giesen am vergangenen Samstag. Spieler und Trainer, die schon für beide Seiten aktiv waren, geben dem Spiel noch einmal eine besondere Note.

Wer heute also noch nichts vorhat: Rein in den Audi-Dome und die Löwen anfeuern!

Text: Stefan von Bressensdorf / sechzger.de
Foto: Edmund Zuber

Interview mit der Fanbetreuung des VfB Oldenburg

4
Jan Eric Linus Horke Fanbetreuung VfB Oldenburg 3.Liga

Am Sonntag trifft der TSV 1860 München auswärts auf den VfB Oldenburg. Gespielt wird im Marschwegstadion – aber wie lange ist das aus Sicht der Gastgeber noch der Fall? Auch im hohen Norden ist die Stadiondiskussion momentan eins der ganz großen Themen rund um den Verein. Im Interview mit sechzger.de spricht Linus Horke von der Fanbetreuung des VfB Oldenburg über die aktuellen Planungen, seine Arbeit und die Auswärtsfahrt ins Grünwalder Stadion im August 2022.

Interview mit Linus Horke (Fanbetreuung VfB Oldenburg)

sechzger.de: Servus Linus! Danke, dass wir dir vor dem nahenden Auswärtsspiel der Löwen in Oldenburg ein paar Fragen stellen dürfen. Wie ordnen die Fans des VfB die bisherige Saison sportlich ein?

Linus: Moin! Erst einmal vielen Dank für die Interviewanfrage und die interessanten Fragen.
Insgesamt sind die meisten Fans, die realistisch unseren Kader und unsere Möglichkeiten einschätzen, zufrieden. Wir haben gesehen, dass unser Team in der 3. Liga mithalten kann, nicht wie vor der Saison angekündigt, hoffungslos unterlegen ist und alles andere wäre eine überzogene Erwartungshaltung gewesen. Aktuell stehen wir über dem Strich und da wollen wir natürlich bleiben, damit sich auch die Strukturen im Verein weiter professionalisieren können.

sechzger.de: Hat sich deine Arbeit als Fanbeauftragter durch den Aufstieg grundlegend geändert?

Linus: Ja, das kann ich so bestätigen. Ich und mein Kollege Jan-Eric haben es in der Regionalliga Nord ehrenamtlich übernommen. Dort war es stellenweise überflüssig, aber trotzdem gut, Ansprechpartner zu haben und den Kontakt vorher zu den Gastvereinen zu suchen, da wir auch für die 4. Liga eine recht große Szene hatten.

In der 3. Liga hat es sich erheblich professionalisiert, die Aufgaben haben sich erweitert (Spieltagsberichte, regelmäßige Sicherheitsbesprechungen, Fandialoge, usw.) und es gibt – im Gegensatz zur Regionalliga – regelmäßig und in höherer Anzahl Gästefans, was uns natürlich freut. Dazu kommt, dass durch den Profifußball auch viele neue Fans den Weg zu uns gefunden haben, es gründen sich neue Fanclubs und es gibt viele Anfragen zu allermöglichen Problemen und Themen. Trotzdem möchte ich es überhaupt nicht missen, der Kontakt zu den anderen Kolleg*innen ist stets sehr gut und kommunikativ.

“München war ein Traum!”

sechzger.de: Du sprichst neben den höheren Zahlen bei Gästefans auch neue Fans für den VfB an. Wie sehr macht sich der Aufstieg bei den Zuschauerzahlen bemerkbar? In München wart ihr ja beispielsweise trotz der großen Distanz doch mit einigen hundert Fans vor Ort.

Linus: Hier lohnt sich direkt mal ein Blick auf unseren Zuschauerschnitt, der noch in der Regionalliga bei circa 1900 Personen lag und sich nun verdreifacht(!) hat, auf über 6000 Besucher*innen pro Spiel und das bei den widrigen Umständen des Marschwegstadions. Auch auswärts zeigt die Kurve stark nach oben, waren es noch zu Regionalliga-Zeiten meistens um die 100 Fans, die den VfB begleitet haben, hatten wir nun schon mehrere Fahrten mit über 1000 Leuten (Dortmund und Meppen), sowie auch für Spiele unter der Woche stets gute, dreistellige Zahlen. Insgesamt dürften wir im Schnitt bei über 500 Auswärtsfahrenden liegen, was natürlich am Reiz der 3. Liga, den neuen Stadien und den gegnerischen Fanszenen liegt.

sechzger.de: Oldenburg und München trennen gut 760 Kilometer. Welche Eindrücke habt ihr von der längsten Auswärtsfahrt seit 25 Jahren mitgenommen?

Linus: München war ein Traum! Da es das erste und auch weiteste Auswärtsspiel in der 3. Liga war, konnten wir die Zahl der Mitfahrenden schwer schätzen. Deshalb haben wir von eurem Verein den kleinen Block bekommen, den wir mit 350 Leuten ausverkauften. Es gab schlussendlich aber noch viel mehr Anfragen. Überall aus Deutschland kamen die Leute, die irgendwie mal in Oldenburg gewohnt hatten oder sonst wie Bezug zum VfB hatten. Dazu ein echt gutes Spiel unserer Mannschaft, das Hoffnung für die weitere Saison gemacht hat. Alle VfB-Fans waren sehr euphorisiert, sodass auch noch eine Dreiviertelstunde nach Abpfiff im Block gesungen wurde. Das hat sich schon eingeprägt.

Vorfreude auf Spiel in Osnabrück – 1000 Löwenfans als Ziel

sechzger.de: War das dann auch das Highlight-Auswärtsspiel der Saison oder gab es da noch eine andere Partie, bei der mehr Vorfreude herrschte?

Linus: Für mich persönlich war es ganz klar ein Highlight, der VfB im Grünwalder Stadion, das hatte ich mir lange nicht erträumt. Von den bisherigen Spielen käme da noch Dortmund in Frage, ebenfalls ein Traum: der VfB Oldenburg im Westfalenstadion! Absurd. Dazu dann noch mit 1200 mitgereisten Fans und einem Auswärtssiegtor in vorletzter Minute, viel besser konnte das nicht laufen.

Wenn ich für die Fanszene sprechen würde, denke ich, dass das noch anstehende Auswärtsspiel in Osnabrück ein Spiel ist, auf das viele hinfiebern, da es in den 90ern DAS Derby war und lange Zeit höchstens im Pokal oder gegen die Zweite von Osnabrück stattfand.

sechzger.de: Nun kommt es zum Gegenbesuch des TSV 1860 München im Marschwegstadion. Mit wievielen Gästefans rechnet der VfB am Sonntag?

Linus: Da bin ich natürlich voreingenommen, da ich die Prognose eures Fanbeauftragten kenne. Ich würde mich sehr über 1000 Sechzig-Fans freuen, bin aber auch realistisch, dass es echt eine weite Tour mit bescheidenen Zuganbindungen ist. Aber falls noch wer am Schwanken ist: Oldenburg ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man jetzt nicht unbedingt nur das Stadion damit meint!

Marschweg- vs. Nordweststadion

sechzger.de: Apropos: Nicht nur beim TSV 1860 München ist die Stadiondiskussion im vollen Gange. Erkläre doch bitte einmal kurz, warum bei euch Handlungsbedarf besteht.

Linus: Handlungsbedarf besteht in Oldenburg schon lange. 2007 kam die erste Stadion-Neubaudiskussion auf. Auch 2014 schwappte das Thema wieder hoch, diesmal konkreter mit Machbarkeitsstudie und auch der Gründung einer Initiative Nordweststadion, die für einen Stadionneubau argumentiert. 2023 ist der Handlungsbedarf sehr akut, da das Marschwegstadion in Oldenburg einfach nicht 3.Liga-tauglich ist und zahlreichen Auflagen des DFB nicht entspricht. Es fehlen festes Flutlicht, Rasenheizung, eine Pressetribüne, sanitäre Anlagen, ein Stadionumlauf für Rettungskräfte und noch viel mehr. Diese Liste lässt sich noch ausführlich ergänzen, aber ich fasse mich wie gewünscht kurz.

Als ein entscheidender Punkt seien noch die eingeschränkten Anstoßzeiten erwähnt, die keine Spiele nach 18:30 aus Lärmschutzgründen für die Anwohner*innen zulassen, welches natürlich Heimspiele am Montag und Freitag, sowie in den englischen Wochen verhindert. Bislang stehen 2 Spiele fest, an denen wir uns diesem Grund nach Hannover ausweichen müssen.

sechzger.de: Zwei Optionen werden gerade heiß diskutiert: entweder eine Sanierung des Marschwegstadions oder ein Neubau an anderer Stelle. Aktuell deutet alles auf einen Neubau hin. Wie positioniert sich die Fanszene zu den beiden Möglichkeiten?

Linus: Hier muss ich einschränken, leider deutet noch nicht alles auf einen Neubau hin. Die Thematik wird im Oldenburger Stadtrat heiß diskutiert. Die Grünen, die einen hohen Sitzanteil haben, sind dagegen und es gibt somit noch keine Mehrheit für einen Stadionneubau.

Die Fanszene positioniert sich seit 2014 klar für ein neues Stadion. Nun durch die Dringlichkeit natürlich noch vehementer – sicherlich auch sichtbar, wenn ihr am Sonntag zu Gast seid. Am Marschwegstadion hängen nicht viele Emotionen, auch wenn es nun schon knapp 30 Jahre die Heimspielstätte des VfBs ist. Die ursprüngliche Heimat des VfB war das Stadion in Donnerschwee, auch deutschlandweit als „Hölle des Nordens“ bekannt. Durch einen insolvenzbedingten Verkauf des Stadions musste der VfB ins städtische Marschwegstadion umziehen. Durch die Laufbahn und dem fehlenden Dach auf der Gegengerade sprechen auch in Sachen Charme nicht viele Punkte für das MWS.

Mobiles Flutlicht kommt dem VfB Oldenburg teuer zu stehen

sechzger.de: Wie sieht es da bei dir persönlich aus – hast du einen Favoriten?

Linus: Ganz klar, Neubau! Gründe könnte ich nun viele aufzählen. Der entscheidendste Punkt ist, dass ohne Stadionneubau zukünftig kein Profifußball in Oldenburg möglich sein wird. Denn auch bei noch so viel Geld, welches in die Sanierung des Marschwegstadions gesteckt wird, können infrastrukturelle Probleme (fehlende Parkplätze, Anwohner*innen, etc.) einfach nicht behoben werden.

sechzger.de: Sicherlich spielen auch die finanziellen Bedingungen dabei eine Rolle. Wie sieht das denn ganz generell beim VfB aus? Musste man sich ordentlich strecken, um alle Bedingungen und Auflagen nach dem Aufstieg zu erfüllen oder war das kein großes Problem?

Linus: Finanziell sind wir mit einem der kleinsten Etats der Liga wirklich nicht überragend aufgestellt. Dies ist aber natürlich auf die 25-jährige Abwesenheit im Profifußball zurückzuführen. Viele Sponsoren haben sich andere Betätigungsfelder (Basketball, Handball) oder nahe höherklassige Teams (Werder) gesucht, um diese zu unterstützen. Die Auflagen gerade wegen des Stadions erfüllen wir nur mit Ausnahmeregelungen und diese Situation reißt ein weiteres Loch in unsere Finanzen. Wir bezahlen knapp 40.000€ pro Spiel für unser mobiles Flutlicht, was uns dann bei der Verpflichtung von neuen Spielern oder anderen Investitionen stark einschränkt. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir gut wirtschaften und nicht über Schmerzgrenzen hinausgehen, um die 3. Liga zu halten.

Saison 2022/23 jetzt schon ein Highlight für die Fans des VfB

sechzger.de: Zurück zum Sportlichen: unabhängig davon, ob es zum Klassenerhalt reicht oder nicht – die Saison ist sicherlich eine Erfahrung, die euch allen niemand mehr nehmen kann, oder?

Linus: Das kann ich gar nicht oft genug betonen. Diese Saison ist ein einziges Highlight, gerade für die alteingesessene Fanszene, die ansonsten nur 4. und sogar 5. Liga kennt. Klar hatten diese Ligen für eine kurze Zeit seinen Charme, aber wenn man das 8. Mal beim BSV Rehden spielt, wird es nicht charmanter. Auch das Image des ewig erfolglosen Vereins war witzig und ich kenne meinen VfB seit den 18 Jahren, die ich dabei bin, eher unerfolgreich. Aber wenn man sich nun ansieht, was sich alles verändert hat, ist es der Wahnsinn. Statt auswärts bei Holthausen-Biene und Spelle-Venhaus, fährt man nach München, Duisburg und ins Westfalenstadion. Statt 900 Zuschauenden zuhause gegen Eintracht Norderstedt, steht man mit knapp 9000 Leuten gegen Dynamo Dresden im Stadion. Diese Saison wird sich einbrennen, ob Klassenerhalt oder nicht!

sechzger.de: Wir würden euch den Klassenerhalt im Mai natürlich wünschen, damit es möglichst in Giesing und Oldenburg etwas zu feiern gibt. Sollte das jedoch nicht klappen: inwiefern ergeben sich Auswirkungen auf die Stadionplanungen?

Linus: Vielen Dank, euch wünsche ich im Aufstiegsrennen mit neuem Trainer ebenfalls viel Erfolg!

Die erste wichtige Abstimmung ist Ende Februar, aber die endgültige Entscheidung ob gebaut wird, wurde in den Herbst verlegt. Steigt der VfB ab, bezweifle ich stark, dass es eine Mehrheit für den Stadionneubau gibt – auch wenn die Stadt das Stadion natürlich nicht nur für den VfB bauen sollte, sondern weil Oldenburg einfach ein Profisport-taugliches Stadion braucht!

Choreografie Für Neues Stadion VfB Oldenburg Fanszene