Am 21.Spieltag zeigten die Löwen große Moral und drehten einen 0:2-Rückstand noch in einen Sieg. Die Voraussetzungen waren fast perfekt, um gegen den Karlsruher SC im Pokal zu bestehen. Doch nach den gestrigen Meldungen mit mehreren Corona-Fällen beim TSV 1860 rückt das Ganze schon wieder in den Hintergrund.
Am Dienstag kommt der Regen…
Dienstagabend, 18:30 Uhr im Grünwalder Stadion: Mane und ich sitzen neben mehreren Funktionären, Ersatzspielern, Pressevertretern und weiteren Personen auf der Haupttribüne. Der Schiedsrichter pfeift an. Wo normalerweise ein Stadion wie eine Wand hinter den Löwen stehen würde, herrscht angespannte Stille.
Der TSV 1860 beginnt gut, der KSC verzweifelt zusehends und wirkt gegen Ende der ersten Halbzeit zermürbt. Im zweiten Durchgang kommt der Zweitligist besser ins Spiel und zieht durch einen Handelfmeter ins Viertelfinale ein. Wie wir schon im Talk beredet haben, war der Sieg durchaus verdient. Aber die Art und Weise, wie das Tor entsteht, nervt schon gewaltig.
…am Ende der Woche Corona beim TSV 1860: die Traufe
Während ich mich mit manchen Freunden auch kurz vor dem Duell gegen Türkgücü noch darüber aufrege, dass auch im Viertelfinale viele Vereine stehen, bei denen die Löwen durchaus Chancen gehabt hätten, ändert eine Meldung auf einen Schlag alles.
Ein Spieler fährt wieder heim, weitere folgen kurz danach. Corona ist natürlich direkt die erste Vermutung, aber ob es beim TSV 1860 oder Türkgücü Fälle gab, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Kurze Zeit später herrscht Gewissheit: mehrere Corona-Fälle beim TSV 1860.
Überraschend ist es tatsächlich nicht, nachdem man die Meldungen rund um den Karlsruher SC verfolgt hat. Erst waren es ein paar, später 16 Spieler und dazu vier Trainer, die positiv getestet wurden. Aber trotzdem hatten am Samstag wohl die wenigsten mit diesen Nachrichten von der Grünwalder Straße gerechnet. Unser Vertreter von sechzger.de verbrachte den Samstag damit nicht im zugigen Olympiastadion, sondern daheim auf dem warmen Sofa. Das beste – wenn man das denn aktuell sagen kann – ist, dass das Spiel bei der Neuansetzung mit ziemlicher Sicherheit mit mehreren tausend Löwenfans stattfinden kann.
Vorwürfe in Richtung Baden
Spannend wird aber zu beobachten sein, welche Folgen das Ganze haben wird. In den letzten Wochen mehrten sich die Spielverlegungen in der 3.Liga, nun kommen durch Corona beim TSV 1860 zwei oder gar drei Spiele hinzu. Der Spielplan wird mal wieder durcheinander gewirbelt. Neben den möglichen gesundheitlichen Folgen für die betroffenen Spieler ist auch die erhöhte Belastung durch mehrere Englische Woche nicht zu verachten.
Eine Sache kann ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen. In den Sozialen Medien werden Vorwürfe gegenüber dem Karlsruher SC immer lauter. Man solle sie verklagen, das Spiel anfechten, den Viertelfinaleinzug vor Gericht erzwingen. Was für ein Quatsch!
Wer glaubt denn ernsthaft, dass der KSC Corona-Fälle vor dem Spiel gegen den TSV 1860 verschwiegen hat? Dann der Vorwurf, die Badener hätten überhaupt nicht getestet. Auch das ist doch an den Haaren herbeigezogen.
Die aktuelle Situation ist für uns alle nicht einfach. Unsere Spieler bemühen sich seit zwei Jahren, um einen Corona-Ausbruch beim TSV 1860 zu vermeiden. Nun hat es uns allerdings erwischt – trotz Hygienekonzept und aller Vorsichtsmaßnahmen. Damit müssen wir zurecht kommen, aber sicher nicht dem Karlsruher SC die Schuld dafür geben.
Allen Betroffenen an dieser Stelle noch einmal gute Besserung. Wenn es wieder losgeht, sind die Löwenfans wieder dabei. Sie werden dafür sorgen, dass es nicht mehr zum Regen kommt. Über die Traufe brauchen wir dann gar nicht erst reden. Auf dem Platz und auf den Rängen: alle gemeinsam für den TSV 1860, damit wir im Mai das bestmögliche Ergebnis erzielen.