So schön und erfreulich der gestrige Sieg des TSV 1860 gegen die Schanzer auch war, so betrüblich war die verletzungsbedingte Auswechslung von Quirin Moll. Man konnte bereits erahnen, dass es sich um mehr als eine leichte Blessur handeln dürfte. Dies bestätigten die Löwen heute Mittag auf ihrer Homepage.
Verletzung im Zweikampf
Der gebürtige Dachauer war in den ersten Saisonspielen als Innenverteidiger eingesetzt worden. Zuletzt überzeugte er wieder auf seiner angestammten Person im defensiven Mittelfeld. Seine gestern im Zweikampf erlittene Verletzung wurde heute eingehend untersucht. Dabei bestätigte sich der Verdacht auf eine Knieverletzung, die eine längere Ausfallzeit nach sich zieht.
Wie unsere #5 weitergehend behandelt und therapiert wird, entscheiden Spieler und die medizinische Abteilung des TSV 1860 München in den kommenden Tagen.
3 . Liga Fussball TSV 1860 Mnchen
Saison 2020 / 2021
Foto: sampics / Stefan Matzke / Pool
Tom Kretzschmar wird heute 22 Jahre jung!
Der vor dieser Saison durch den Abgang von Hendrik Bonmann zum zweiten Torhüter der Löwenprofis aufgestiegene Kretzschmar kam schon im zarten Alter von sieben Jahren von der SpVgg Höhenkirchen zum TSV 1860 und durchlief die Jugendmannschaften des NLZ. Zu Beginn der Saison 2018/19 stieg er in den Bayernligakader der zweiten Mannschaft auf und absolvierte für die Amas in der Folge insgesamt 39 Partien.
In dieser Spielzeit saß er bislang bei allen 19 Partien als Backup für Marco Hiller auf der Bank. Auf seinen ersten Profieinsatz in der 3. Liga wartet unsere Nummer 40 noch. Zweimal war es allerdings in der laufenden Saison schon fast soweit: Am Vortag des Heimspiels gegen den KFC Uerdingen Ende November hatte sich Hiller im Training einen Nerv eingeklemmt. Er konnte erst nach dem Aufwärmen direkt vor dem Anpfiff im Sechzgerstadion grünes Licht für seinen Einsatz geben. Auch in der Auftaktpartie dieses Jahres 2021 vor zehn Tagen gegen die kleinen Roten stand Tom – während Marco Hiller mit blutüberströmtem Gesicht im Strafraum vor der Ostkurve lag – schon am Spielfeldrand bereit, um den Kasten im Derby sauber zu halten. Der Fortgang der Geschichte ist bekannt. Marco biss auf die Zähne und unser heutiger Jubilar nahm erstmal wieder auf der Bank Platz. Das Schicksal eines Ersatztorwarts.
Gleichwohl wir für unseren Stammtorhüter natürlich auf dauerhafte Verletzungs- und Sperrefreiheit hoffen, wünschen wir unserer aktuellen Nummer Zwei – neben den üblichen warmen Worten zum Geburtstag – die notwendige Ruhe und Ausdauer, auf seinen ersten Profieinsatz im Trikot des TSV 1860 warten zu können. Der wird kommen, vielleicht sogar in der Zukunft in einem ausverkauften Grünwalder Stadion. Und dann hat sich die Geduld doppelt gelohnt.
Während des 2. Weltkriegs nahm der TSV 1860 München am Spielbetrieb der Sportbereichsklasse Bayern teil und siegte heute vor 80 Jahren bei der (WKG BSG) Neumeyer Nürnberg mit 4:1. Am Ende belegten die Löwen Platz 1 und nahmen an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil. Dort scheiterte man dann leider an Rapid Wien.
Illustres Teilnehmerfeld
Wenn man an 1941 denkt, kommt einem vermutlich nicht automatisch Fußball in den Sinn. Doch mitten in den Wirrungen des Krieges ging man dem Sport nach und Sportbereichsklasse Bayern beheimatete damals etliche Vereine, die auch heute aktiv und durchaus erfolgreich sind. Neben unseren Löwen tummelten sich u.a. der 1. FC Nürnberg, der FC Bayern, Jahn Regensburg, Schweinfurt 05, die SpVgg Fürth und die Würzburger Kickers in der Liga. Mit Neumeyer Nürnberg nahm aber auch ein Club teil, den man heute vergeblich im Vereinsregister sucht.
Verworrene Vereinsgeschichte
Mit der Vereinsgeschichte der Wettkampfgemeinschaft Betriebssportgruppe Neumeyer Nürnberg könnte man vermutlich ganze Bücher füllen – oder aber einen Wikipedia-Artikel. Lange Rede, kurzer Sinn: Was 1902 als FC Vorwärts Nürnberg gegründet wurde, hieß von 1937 bis 1942 WKG BSG Neumeyer Nürnberg, benannt nach dem Unternehmer Fritz Ludwig Neumeyer. In dieser Zeit agierte der Verein überaus erfolgreich und gehörte bis zur Ligenreform der Gauliga Bayern an. Das erfolgreichste Jahr war vermutlich 1939, als man zeitweise die Liga anführte, am Ende Vierter wurde, aber beispielsweise den 1. FC Nürnberg und die SpVgg Fürth hinter sich ließ. Im Tschammer-Pokal (Vorläufer des DFB-Pokals) erreichte man im selben Jahr die 4. Runde und setzte sich u.a. gegen den damaligen Spitzenclub Dresdner SC durch. Nach etlichen Fusionen, Trennungen und Umbenennungen firmiert der Verein heute als ASN Pfeil Phönix und kickt in der Kreisklasse Nürnberg/Frankenhöhe.
5.000 Zuschauer auf dem ASV-Platz
Die Löwen kamen mit drei Siegen am Stück (5:4 in Schweinfurt, 10:1 gegen Wacker München und 2:1 gegen den Club) auf den ASV-Platz und waren natürlich hoher Favorit. Dieser Rolle wurde 1860 vor 5.000 Zuschauern auch gerecht und setzte sich am Ende relativ deutlich mit 4:1 durch. Auch die folgenden fünf Partien konnte Sechzig für sich entscheiden, ehe man Anfang März ausgerechnet gegen die Roten mit 0:1 den Kürzeren zog.
Aufstellung des TSV 1860
Folgende Elf schickte Trainer Dr. Max Schäfer dür die Löwen auf den Platz:
Auch diesmal haben wir die statistischen Daten aus dem großartigen Löwen Kompendium von Thorsten Ruinys bezogen. Besucht auch gerne den Statistik-Teil auf sechzger.de! Dort habt Ihr die selbst die Möglichkeit, Spiele einzutragen oder zu markieren, welche Partien Ihr besucht habt.
TSV-Graffiti hinter der Westkurve vom Grünwalder Stadion in Giesing der aktiven Fanszene des TSV 1860 München
Die Hinrunde mit der “fehlenden Breite im Kader”
Die Hinrunde ist vorbei und wir sind voll im Geschäft. Und zwar um den Aufstieg in die zweite Bundesliga und nicht um den Klassenerhalt in Liga drei! Das nur zur Erinnerung an jene, die vor der Saison einen sang- und klanglosen Abstieg prophezeit hatten. Die die Mannschaft wahlweise als zu jung, zu unerfahren, zu alt oder zu unausgewogen bezeichnet haben. „Fehlende Breite im Kader“ war eine häufige Diagnose der sogenannten Experten. Nach dem unglücklich gelaufenen November mit 5 sieglosen Spielen am Stück hörte man das Schlagwort „fehlende Breite im Kader“ lauter durch Giesing hallen als einen Torjubel nach einem Tor gegen die Roten. Wir bei sechzger.de mahnten damals zur Besonnenheit, sprachen von Formschwankungen und einer gewissen Pechsträhne.
Wir hatten immer Vertrauen in die Mannschaft. Nicht nur in die ersten 11 oder 14, die regelmäßig auf dem Platz stehen. Sondern in den ganzen Kader und den Trainerstab. Da ist hinter den Kulissen ein Semi Belkahia herangereift, an dem sich die Spitzenstürmer der Liga die Zähne ausbeißen. Da steht ein Lorenz Knöferl parat und erzielt kurz vor Schluss den wichtigen Ausgleich gegen Wehen und sorgt so für einen wichtigen Punkt. Da sitzen ein Daniel Wein und ein Dennis Dressel zum zweiten Mal in Folge auf der Bank. Ist das „fehlende Breite im Kader“???
Was für ein Team!
Nein, das ist eine Mannschaft samt Trainerteam außenrum, auf das jeder Löwenfan stolz sein kann. Ein Team, das sich von zwischenzeitlichen Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt, das sich mit einem grandiosen 5:0 gegen Waldhof am eigenen Schopf aus der kurzzeitigen Misere gezogen hat und das wirklich eine Mannschaft ist. Das hat man am Jubel der Generationen zwischen Mölders und Knöferl nach dem Ausgleich gegen Wehen gesehen, das hat man an Marco Hillers Willensleistung gegen die Roten gesehen und das hat man auch gestern gegen Ingolstadt gesehen.
Der gestrige Sieg
Die Elf von der Donau war uns optisch überlegen. Besonders in Hälfte zwei. Aber es ist der Löwen Abwehr immer gelungen, irgendwie einen Fuß dazwischen zu kriegen, Schüsse abzublocken oder lange Bälle abzufangen. Mit einem 0:0 wäre man schon gut bedient gewesen und hätte mehr als zufrieden sein können.
Aber diese Mannschaft weiß auch, dass sie sich auf Ihren Käpt’n verlassen kann. Irgendwie spürt man, dass es ein Grundvertrauen gibt, dass der Sascha schon einen einnetzt. Und so kam es auch gestern. Biankadi legte am Sechzehner auf Mölders ab, der schießt per Flachschuss unhaltbar zum Siegtreffer ein.
Auf in die Rückrunde
Löwen, ich bin sehr stolz auf Euch. Ich hatte vor der Saison schon gedacht, dass Ihr oben mitspielt. Dass Ihr es nun geschafft habt, nach Ende der Hinrunde auf dem Relegationsplatz zu stehen, hätte ich aber nicht gedacht. Manche Leute halten mich ja für einen Pessimisten, aber ich sage Euch, da geht was in der Rückrunde!!!
Aber jetzt muss ich mich an mich selbst erinnern: Ball flach halten, Augenblick genießen und weder Euphorie noch Rückschläge übertreiben. Einfach auf dem Teppich bleiben und so weitermachen. Dann werden wir es ganz weit bringen. Hier mein ganz persönlicher Musiktipp für die Rückrunde.
Die Anzeigetafel im Grünwalder Stadion nach der Partie TSV 1860 - Ingolstadt
Am 19.Spieltag der 3.Liga empfing der TSV 1860 München im Spitzenspiel den FC Ingolstadt 04.
Platz 2 gegen 3 – das versprach bereits vor Anpfiff Spannung pur. Die Spannung war auch auf dem grünen Rasen zu spüren, aber nennenswerte Szenen gab es erst einmal keine. Viele Fouls ließen kaum Spielfluss aufkommen. Der TSV 1860 und Ingolstadt begegneten sich auf Augenhöhe.
Die erste Großchance
Nach 22 Minuten setzte sich Lex dann gut über rechts durch. Allerdings suchte er nicht selber den Abschluss, sondern chipte den Ball nach links. Tallig verpasste, Biankadi kam an den Ball und knallte den Ball knapp über das rechte Kreuzeck.
Einer der vielen Zweikämpfe führte dann zur Auswechslung von Quirin Moll. Nach einem Duell mit Ingolstadts Stendera blieb die Nummer 5 des TSV 1860 mit Knieproblemen am Boden sitzen. Wein kam für den bandagierten Mittelfeldspieler (31.Minute).
Hiller muss nicht wirklich eingreifen
Die vielen Ecken der Gäste brachten kaum Erträge, die Defensive der Löwen stand gut und konnte die meisten Hereingaben per Kopf klären. Bis zur Pause passierte nicht mehr viel. Auffälligster Mann auf Seiten des TSV 1860 München war Biankadi, auf Seiten Ingolstadts stach Kutschke heraus – vor allem aber wegen einem Verband um den Daumen nach einem Zweikampf im Löwen-Strafraum.
Keine Wechsel in der Halbzeit
Unverändert betraten die Mannschaften das Feld, unverändert auch das Geschehen auf dem Platz. Eine zähe Partie, die von Zweikämpfen und Nickligkeiten geprägt wurde. Ingolstadt übernahm nach und nach die Kontrolle über die Partie, kam aber durch die gut stehende Abwehrreihe des TSV 1860 kaum durch.
Mölders macht – mal wieder – den Unterschied
Nach einem Angriff über Biankadi fiel dann das überraschende und einzige Tor des Tages. Der Neuzugang legte quer auf Mölders. Dieser nahm den Ball an der Strafraumkante an und schoß den Ball unten rechts ins Eck. Ein Tor aus dem Nichts.
Die Löwen bejubeln das 1:0 gegen Ingolstadt
Der TSV 1860 rettet gegen Ingolstadt den Sieg über die Zeit
Ingolstadt versuchte nochmal alles, doch die Löwen verteidigten weiterhin souverän und ließen wenig zu. Damit brannte nichts mehr an und wir können den nächsten Heimsieg bejubeln. Vier Siege (jeweils zu null!) und ein Remis in den letzten fünf Spielen – die Form stimmt bei Sechzig München.
Weiter geht es am Sonntag, wenn der SV Meppen am 20.Spieltag zum Rückrundenstart zu Gast im Sechzgerstadion ist. Anpfiff ist dann um 13:00 Uhr. sechzger.de ist natürlich wieder live vor Ort!
Herzlich willkommen zum 1860 München Liveticker auf sechzger.de!
Am 19.Spieltag trifft der TSV 1860 München auf den FC Ingolstadt 04. Nach vier Spielen ohne Niederlage und zuletzt dem Sieg gegen Bayern II treten die Löwen mit breiter Brust an. Im Liveticker von sechzger.de werdet ihr mit allen wichtigen Informationen, Bildern aus Giesing und dem Sechzgerstadion sowie allen Spielereignissen versorgt. Anstoß ist um 18:60 Uhr.
Das Spiel ist heute nur auf Magenta Sport zu sehen. Löwenfans außerhalb von Deutschland / Österreich / Schweiz können das Spiel auf Youtube empfangen. Für alle Radioliebhaber berichtet das Löwen-Radio mit Gilbert Kalb und Jan Mauersberger für euch aus dem Sechzgerstadion. Uns würde aber auch reichen, wenn ihr unseren 1860 München Liveticker bei sechzger.de verfolgt. 🙂
Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL zum Heimspiel des TSV 1860 München gegen den FC Ingolstadt 04.
Die mit 34 Punkten momentan auf Tabellenplatz zwei rangierenden Ingolstädter waren bereits im letzten Jahr bis zum Ende der Saison sehr gut unterwegs. Nach spannenden Relegationsspielen gegen den 1.FC Nürnberg mussten sie sich erst in den Schlusssekunden des Rückspiels dem 1. FC Nürnberg aufgrund der Auswärtstorregel geschlagen geben. Dieses Jahr stehen sie dem in nichts nach. Allerdings sieht man leichte Probleme, wenn der FCI in die Fremde muss. Drei Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen haben hat der FC Ingolstadt 04 auf dem Auswärtskonto. Dem steht eine Heimbilanz von sieben Siegen bei jeweils einem Unentschieden und einer Niederlage entgegen. Auswärts schwächeln die Schanzer also etwas. Nichtsdestotrotz darf man einen Tabellenzweiten nie auf die leichte Schulter nehmen.
Die statistischen Werte des FC Ingolstadt 04
Ballbesitz 48% : 52%
Passquote 80%
defensive Zweikampfquote 65% (bester Wert in der Liga)
Flankengenauigkeit 33,5%
PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): 11,26
Wie spielen die Schanzer?
Trainer Tomas Oral lässt seine Mannschaft in einer 4-4-2 Grundaufstellung antreten. Starke Verschiebungen aus der taktischen Anfangsformation sind beim Aufbauspiel des FCI selten zu sehen. Ein zentraler Mittelfeldakteur bleibt bei den Angriffen des FCI zunächst zur Absicherung gegen Konter etwas tiefer vor der eigenen Abwehr. Der zweite zentrale Mittelfeldspieler und die beiden Mittelfeldaußen bewegen sich bis vor dem letzten Drittel ihren Positionen in der Grundformation entsprechend.
Im letzten Drittel lässt Oral seine Truppe allerdings von der Leine. Es verschiebt der zentrale Spieler und/oder einer der Außenspieler aus dem Mittelfeld nach vorne, sodass dann bis zu vier Offensivkräfte mit Zug zum Tor vorhanden sind. Die Außenverteidiger verlagern ihre Stellung ebenfalls als mögliche Flankengeber asymmetrisch nach vorne. Eine hohe Ballsicherheit, die der individuellen Klasse der Akteure geschuldet ist, führt dazu, dass der FC Ingolstadt 04 viele seiner Angriffe tatsächlich auch bis zum Schluss ausspielen kann. Kommt es zu Unterbrechungen im Spielaufbau ohne Ballverlust ist der absichernde Mittelfeldspieler immer anspielbereit, um für einen Neuaufbau sorgen zu können.
Der Spielaufbau bei den Schanzern ist im Allgemeinen ziemlich rechtslastig. 27% der Angriffe spielte Ingolstadt bisher über links, 31% durch das Zentrum und 42% über rechts. Wirklich zur Geltung kommt diese Rechtslastigkeit aber hauptsächlich gegen deutlich schwächere Gegner. Bei knappen Spielen war die Angriffsverteilung bisher eher ausgeglichen.
Die Verteidigung
Gegen den Ball befinden sich die zwei zentralen Mittelfeldspieler etwas tiefer als ihre Kollegen auf den Flügeln, um den Raum im Zentrum vor der Box eng zu machen. Die Defensivlinie beim FCI ist dabei eher hoch angelegt und die Pressinglinie nicht ganz in vorderster Front. Das sorgt beim Gegner für wenig Bewegungsspielraum im Mittelfeld. Viele abgefangene Querpässe, die man oft einer gewissen Ideenlosigkeit der Gegner zuschreiben kann, sind die Folge. Gegen sehr kreative Mannschaften kann diese Defensivtaktik allerdings auch nach hinten losgehen. Ebenso für Konter ist diese Defensivtaktik bisweilen anfällig.
Der Klassiker unter den modernen taktischen Systemen hat natürlich seine Stärken und Schwächen, ist aber im Grunde eine ausgewogene Taktik zur Verbindung von Offensive und Defensive ohne zu kompliziert zu werden. Für maximale Effektivität sollten im zentralen Mittelfeld theoretisch zwei Box-to-Box Spieler spielen. Praktisch ist das schwer umsetzbar.
Stärken und Schwächen des 4-4-2
Die Stärken
Mit den doppelt besetzten Flügeln kann man großen Druck über die Außenpositionen erzeugen. Kurze Laufwege im Umschaltspiel helfen der Mannschaft im 4-4-2 kraftsparend zu spielen. Das kann am Ende einer Partie der entscheidende Faktor sein und über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die kompakte Formation gegen den Ball kann Mannschaften, die kreativ limitiert sind, vor Probleme beim Eindringen in die Box stellen. Durch die Ausgewogenheit in allen Mannschaftsteilen kann man gegen manche andere Systeme mit geringen Verschiebungen für Überzahl sorgen. Mittelfeldpressing wird stark begünstigt.
Die Schwächen
Wenn die Stürmer vom Gegner gut isoliert werden, ist es für die Offensive schwer eine Bindung zwischen Mittelfeldzentrum und Stürmern herzustellen. Daher geschieht der Aufbau häufig über die Außenpositionen. Im Spiel gegen Mannschaften, die ein System mit nur einer Sturmspitze spielen, kann die Ausgewogenheit in beide Richtungen auch eine Schwäche darstellen. Das trifft dann zu, wenn die Stürmer gegen den Ball nicht mit nach hinten arbeiten und bei Ballbesitz beide Stürmer gleich in vorderster Front anzutreffen sind.
Die Schlüsselspieler des FC Ingolstadt 04
Torhüter Fabjan Buntic (#24), der bisher fünf Mal die Null halten konnte, ist ein reflexstarker Torhüter. Er hat bisher auch keinerlei Probleme bei der Strafraumbeherrschung gezeigt. Der Keeper strahlt viel Ruhe aus und gibt der gesamten Defensivabteilung große Sicherheit.
Björn Paulsen (#4) ist ein großer und robuster Innenverteidiger. Der mit allen Wassern gewaschene ehemalige Nationalspieler Dänemarks ist der unumstrittene Abwehrchef und kämpft um jeden Meter Boden. Stürmer haben gegen diesen 1.91 m großen Hünen vor allem wegen seinem körperbetonten Spiels einen äußerst schweren Stand.
Sowohl der sehr vielseitige Marcel Gaus (#19) auf der linken Verteidigerposition, der auf diesem Flügel theoretisch jede Position spielen kann, als auch sein Kollege rechts Michael Heinloth (#17) schalten sich immer wieder in Angriffe mit ein. Zusammen kommen sie auf bisher acht Vorlagen.
Der offensiv wichtigste Spieler in Tomas Orals Truppe ist Marc Stendera (#10). Mit bereits 162 Pässen ins letzte Drittel (ca. 13 pro Spiel) bei 70% Genauigkeit ist er der kreative Ballverteiler in der Zentrale. Das macht ihn nach Angelo Stiller vom Nachbarn aus der Säbener Straße zum zweitbesten Spieler in der dritten Liga in dieser wichtigen Statistik.
Das Sturmduo mit Dennis Eckert Ayensa (#7) und Kapitän Stefan Kutschke (#30) hat bereits siebzehn Scorerpunkte auf dem Konto. Beide sind zudem kopfballstark und zielsicher. Sie gewinnen fast jedes zweite Luftduell und von zehn Schüssen gehen bei beiden vier so aufs Tor, dass der gegnerische Torhüter eingreifen muss.
Fazit
Ein hartes Stück Arbeit kommt auf die Mannschaft von Michael Köllner zu. Dieses Spiel wird eine sehr enge Kiste und ist für mich im Vorfeld komplett ergebnisoffen. Sehr viel wird von der Tagesform abhängen. Jeder Ausgang ist denkbar. Man darf davon ausgehen, dass aber Ingolstadt schon auch mit ein wenig Respekt nach Giesing fährt. Im Nachholspiel gegen Zwickau wurden mit Cannigia Elva (#14) und Robin Krauße (#23) zwei nominelle Stammspieler zu Beginn auf der Bank gelassen. Diesen drohte für das Montagsspiel in München eine Gelbsperre.
Zudem hat sich der FC Ingolstadt 04 Ende der vergangenen Woche noch mit Caiuby (#13) verstärkt. Ob der Mittelstürmer, der zuletzt vereinslos war und davor in der Bundesliga beim FC Augsburg gespielt hat, bereits gegen die Löwen sein Können zeigen darf, halte ich zumindest im Hinblick auf die Startelf für äußerst unwahrscheinlich. Dennoch ist er eine gute Verstärkung für die Schanzer und macht es wahrscheinlicher, dass der FCI bis zum Schluss im Aufstiegsrennen mitmischt.
Alle Faktoren berücksichtigend hat eine konzentrierte und motivierte Löwenelf auf jeden Fall die Chance, dieses Spiel erfolgreich zu gestalten. Ich persönlich wäre mit einer Punkteteilung gegen den Tabellenzweiten selbstverständlich zufrieden. Allerdings hoffe ich natürlich, dass es trotz des schweren Gegners auch in diesem Match drei Punkte werden. Die Spieler werden wie immer vom Löwentrainer Michael Köllner mit dem besten Matchplan ausgestattet auf den Platz geschickt werden. Hoffen wir auf eine erfolgreiche Umsetzung.
Datenquelle: http://www.wyscout.com/
Mit folgender Aufstellung vom FC Ingolstadt 04 rechne ich heute Abend
Die Derbyhelden erwarten Ingolstadt – zum Spitzenspiel
Wie in der Vorsaison beschließt der TSV 1860 heute Abend die Hinrunde mit einem Montagsspiel gegen den FC Ingolstadt. Ende 2019 erlebten wir auswärts ein aufregendes 2:2, das die Löwen eigentlich hätten gewinnen müssen, obwohl sie in der Schlussphase stehend k.o. sogar noch um den Punkt zitterten. Diese Saison begegnet man sich zunächst auf Giesings Höhen, was zur Folge hat, dass wir Ende Mai auswärts beim FCI dann den Deckel auf die Spielzeit 2020/21 machen.
Dritter gegen Zweiter
Obwohl die Terminplaner des DFB nicht das heutige Oberbayern-Duell, sondern das Auftreten von Türkgücü bei Viktoria Köln zum Freitagabend-Auftaktspiel des 19. Spieltags gekürt haben, ist es über das Wochenende keinem anderen Verein gelungen, sich in der Tabelle zwischen unsere Löwen und die Schanzer zu schieben. In Giesing empfängt heute also der Tabellendritte den Tabellenzweiten, leider jedoch ohne eine rechnerische Chance, die Plätze zu tauschen. Den inoffiziellen Titel des Hinrunden-Vizemeisters kann 1860 also leider nicht einfahren. Diese Möglichkeit haben unsere Gäste aus der Audi-Stadt mit ihrem Sieg im Nachholspiel vom 15. Spieltag am Mittwoch in Zwickau zunichte gemacht. Für Ingolstadt besteht am Abend nun sogar die Chance, mit einem Dreier in München an Dresden vorbeizuziehen. Es winkt also die Tabellenführung, nachdem das Spiel in Sachsen (gegen Wiesbaden) ja Corona-bedingt abgesagt werden musste.
Bilanz und Geschichte
Die Bilanz unseres TSV 1860 gegen den FCI schaut gar nicht schlecht aus: Von bislang 15 Pflichtspielen in der 2. Liga (12), der 3. Liga (2) und dem DFB-Pokal (1) endeten sieben unentschieden, fünfmal gewann der TSV 1860 und nur dreimal zogen wir den Kürzeren. Zuletzt allerdings etwas schmerzhaft vor einem guten halben Jahr, als wir mit dem 0:2 am letzten Spieltag die zwischenzeitlich geträumten Träume vom Aufstieg endgültig begraben mussten. Dass die an jenem Juli-Samstag vor leeren Giesinger Rängen siegreichen Ingolstädter durch einen Handelfmeter in Würzburg in der 93. Spielminute (im Sechzgerstadion war das Spiel längst beendet) den kurz vor Ende des Spiels sicher geglaubten direkten Wiederaufstieg noch verpassten, gehört zu den in Erinnerung bleibenden Geschichten der Corona-Rückrunde 2020. In der Relegation scheiterten die Schanzer – auch wieder höchst dramatisch – am 1. FC Nürnberg. Da war es sogar erst die 96. Minute, als der Club mit seinem 1:3 im Sportpark den Ehrentreffer markierte und dadurch aufgrund der Auswärtstorregel nach einem 2:0 im Hinspiel vier Tage zuvor, die Klasse halten konnte.
Das alles ist aber Schnee von gestern! Die direkte Rückkehr der Schanzer in die 2. Liga, der sie bis zum Sommer 2019 insgesamt acht Jahre lang angehört hatten, misslang. Ein bisschen Schnee von Vorgestern haben wir – passend zur Jahreszeit – an dieser Stelle auch noch zur Hand. Zwischen 2015 und 2017 gönnte man sich an der Donau sogar zwei Spielzeiten in der Bundesliga. Auch der 3. Liga gehörte der FCI vor gut zehn Jahren schon einmal für eine Saison an. Nach dem Aufstieg aus der Regionalliga Süd in die 2. Liga im Jahr 2008 stieg man zwar direkt wieder ab, landete allerdings relativ sanft in der gerade aus der Taufe gehobenen neuen deutschlandweit eingleisigen Profiliga. Diese verließ man jedoch nach einer Saison sofort wieder für dann insgesamt neun lange Jahre.
Bisheriger Saisonverlauf
Dass es bei den Schanzern in ihrem nun also insgesamt dritten Drittligajahr mit der erneuten Rückkehr in die Zweitklassigkeit klappen könnte, prognostizierten vor dieser Spielzeit acht Drittligatrainer. Der FCI ist damit in dieser Hinsicht hinter Dynamo Dresden der zweite heiße Anwärter auf einen Platz an der Sonne. Den – auch aufgrund der individuellen Klasse einiger Akteure in der Mannschaft – durchaus hohen Erwartungen wurde man bislang gerecht. Vier Niederlagen (genauso viele wie unsere Löwen – Bestwert in der 3. Liga) stehen zehn Siege gegenüber. Nur Dresden hat noch einen Erfolg mehr auf dem Konto. Interessantes Detail: Die vier Pleiten mussten die Schanzer gegen Teams hinnehmen, die aktuell maximal zweistellige Tabellenplätze (nämlich die Ränge 12 bis 15) belegten: Mannheim, Köln, Meppen und Haching. Im Gegensatz dazu konnten die Spiele gegen die nach aktuellem Stand als Spitzenteams bezeichneten Mannschaften besonders erfolgreich gestaltet werden. Dresden, Rostock, Wiesbaden und Verl wurden besiegt, in Saarbrücken kam es im letzten Spiel 2020 zu einem spektakulären 3:3. Auch das Treffen mit Türkgücü endete unentschieden.
Auch heute am Start: der sechzger.de-Liveticker
In dieser Hinsicht weicht das Team von Trainer Thomas Oral deutlich von unseren Löwen ab. Köllners Schützlingen sagt man ja in dieser Saison nach, gegen die Spitzenteams unter einer Art Fluch zu leiden. Der derzeit höchstplatzierte Gegner, den die Löwen besiegen konnten, ist der Hallesche FC auf Rang 9 lag. Gegen alle besser platzierten Vereine war maximal eine Punkteteilung drin.
Ein Löwensieg zum Abschluss einer tollen, in dieser Form sicher nicht erwarteten Hinrunde würde also auch den angeblichen Spitzenteam-Fluch brechen. Wir hätten nichts dagegen und halten Euch in weniger als zwölf Stunden wieder mit unserem Liveticker aus dem Sechzgerstadion auditiv und visuell auf dem Laufenden. Klickt Euch – ggf. als Ergänzung zu Magenta, wo das Spiel natürlich heute auch zu sehen ist – rein, wenn wir schon nicht live dabei sein dürfen.
Guten Abend, Löwen! Zur besten Uhrzeit gibt es für euch bei Sechzig @18:60 einen Überblick über die Meldungen des Tages.
Expertentipps
Unsere Berichterstattung rund um das morgige Spiel startete heute mit der Rubrik Expertentipps. Dieses Mal tippte Eishockeyspieler und Sechzig München-Fan Korbinian Holzer die Partie.
Training
Die Vormittagseinheit an der Grünwalder Straße konnte heute erneut aufgrund der tatkräftigen Unterstützung von Jugendspielern, Mitarbeitern und Jungprofis stattfinden. Der Schnee musste vom Platz geräumt werden, die Rasenheizung übernahm dann den Rest der Arbeit. Auch morgen wird die Hilfe notwendig sein, da noch ein Training vor dem Spiel am Abend auf dem Programm steht.
Austragung des Spiels fraglich
Die Heimat von Sechzig München: das Sechzgerstadion
Aufgrund des Schneefalls ist auch noch nicht ganz klar, ob das Spiel gegen Ingolstadt tatsächlich angepfiffen werden kann. Aktuell schneit es immer wieder in München, auch in der Nacht ist kein Ende in Sicht. Morgen im Laufe des Tages wird dann die endgültige Entscheidung fallen, ob der Rasen im Sechzgerstadion bespielbar ist.
Fußball gespielt wurde heute auch, Uerdingen traf auf Mannheim und Duisburg hatte den SV Meppen zu Gast. Wie die Spiele gelaufen sind, haben wir euch kurz zusammengefasst.
Vorbericht, TAKTIKTAFEL und Liveticker
Zu guter Letzt folgt an dieser Stelle noch der Hinweis auf den morgigen Tag. Für geübte sechzger.de – Leser keine Überraschung: bei Sechzig um Sieben dreht sich im Vorbericht alles um den FC Ingolstadt 04. Gegen Mittag gibt es dann die nächste TAKTIKTAFEL, die sich mit der Spielweise der Schanzer befasst. Am Abend gibt es dann in gewohnter Art und Weise den sechzger.de Liveticker direkt aus dem Sechzgerstadion.
Also liebe Löwen: genießt den restlichen Sonntag und dann steht morgen Abend wieder Münchens große Liebe auf dem (hoffentlich) grünen Rasen im Grünwalder Stadion!
KFC Uerdingen gegen Waldhof Mannheim und MSV Duisburg gegen SV Meppen – diese beiden Partien standen heute in der 3. Liga auf dem Programm. Besonders gespannt sein durfte man dabei auf die kriselnden Teams aus Meiderich und Krefeld.
Remis in Düsseldorf
Der KFC muss ja bekanntermaßen immer noch im Düsseldorfer Exil antreten, da sich der Umbau der heimischen Grotenburg verzögert. Nach dem Rückzug von Investor und Präsident Ponomarev steht der Verein zudem vor einer ungewissen Zukunft und plant wohl schon mit einem Neustart in einer niedrigeren Liga, zumal ein neuer Investor derzeit nicht in Sicht ist. Natürlich auch eine schwierige Situation für die Spieler, die nun aber die Chance haben, sich mit guten Leistungen selbst ins Schaufenster zu stellen. Und genau das versuchten sie, auch wenn es bei viel Stückwerk blieb. Beide Teams agierten auf Augenhöhe, das Spiel wogte hin und her, ohne dabei wirklich fesselnd zu sein. Wer es nicht gesehen hat, hat auch nichts verpasst…
Gerade als Uerdingen das Heft in die Hand zu nehmen schien, schlug der Waldhof zu. In der 40. Minute kam Gouaidia auf rechts an den Ball, schnibbelte den Ball mit links in die Mitte und dieser trudelte ins lange Eck. Ob Martinovic in der Mitte noch mit dem Kopf am Ball war, ließ sich nicht endgültig klären, aber für mich sah es eher nicht so aus.
Nach der Pause belohnte sich der KFC für seinen Aufwand, Mörschel glich in der 62. Minute per Abstauber für die Krefelder aus. Auch danach gab es noch einige Möglichkeiten auf beiden Seiten, die beste für den Mannheimer Hofrath (82.). Letzten Endes aber blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden, mit dem beide Teams ihre Mittelfeldplätze in der Tabelle manifestieren.
Lettieri und der MSV unter Druck
Bereits die Verpflichtung von Gino Lettieri als Trainer des MSV Duisburg sorgte für einiges Kopfschütteln bei vielen Fans und auch die Ergebnisse der Meidericher seitdem waren eher überschaubar. Man möchte gerade nicht in seiner Haut stecken. Entsprechend groß war der Druck auf den Spielern und dem Coach der Zebras beim heutigen Heimspiel gegen den SV Meppen, der seinerseits unter der Woche beim FC Bayern II verloren hatte.
Die Nervosität auf Seiten der Gastgeber war greifbar und nach vier Minuten zappelte der Ball auch schon im Netz des MSV. Zum Glück für die Zebras stand Schütze Hemlein jedoch im Abseits, es blieb also beim 0:0. Duisburg fand nun besser in die Partie und ging in der 22. Minute durch eine Standardsituation in Führung. Stoppelkamp schlug die Ecke in die Mitte, Schmidt verlängerte und Kamavuaka musste den Ball aus einem Meter nur noch über die Linie drücken. Knapp zehn Minuten später die große Chance aufs 2:0, doch Ex-Löwe Stoppelkamp agierte viel zu eigensinnig und scheiterte an Keeper Domaschke.
Nach dem Seitenwechsel zog sich der MSV immer weiter zurück, agierte fahrig, ängstlich und wie ein Abstiegskandidat. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Topstürmer Vincent Vermeij. Wie sagte Andreas Brehme einst lyrisch so treffend: “Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.”
Noch aber führte Duisburg und dem SV Meppen fiel viel zu wenig ein, um die Zebras ernsthaft in Gefahr zu bringen. Wenn die Emsländer am kommenden Wochenende in Giesing genau so auftreten, muss uns um die Löwen nun wirklich nichts angst und bange sein. Am Ende rettete der MSV das 1:0 mit Ach und Krach ins Ziel und holte drei ungemein wichtige Punkte im Tabellenkeller.