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17. Spieltag: Expertentipps mit Lef Dutti & Simon Pearce

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Am Dienstag lagen Ivonne Mölders und Roger Rekless mit ihren Tipps (jeweils 3:1-Sieg der Löwen in Kaiserslautern) fast richtig. Die Meßlatte für unsere heutigen Experten liegt also entsprechend hoch…

dicht & ergreifend guad

Ursprünglich stammen dicht & ergreifend ja aus Niederbayern, die beiden Rapper George Urkwell und Lef Dutti siedelten aber bereits 2008 nach Berlin über. Umso schöner, dass sie dem Dialekt treu geblieben sind und mit ihrem bairischen Hip Hop mittlerweile bundesweit Erfolge feiern. Normalerweise spielen die beiden und ihre Crew in ausverkauften Hallen, momentan bekannterweise eher nicht so. Womit wir auch schon bei der Thematik ihres neuen Tracks “Ohne Uns” (Teaser am Ende des Beitrags) wären, der am Sonntag seine Videopremiere feiern wird. Bis dahin wird den Löwen die Daumen gedrückt und Lef Dutti hofft auf einen 4:1-Heimsieg im Duell mit dem SV Wehen Wiesbaden.

Comedian und Löwe

Simon Pearce hat sich als Schauspieler, Synchronsprecher und Comedian einen Namen gemacht und macht keinen Hehl aus seiner Liebe zu den Löwen. Als gebürtiger Münchner natürlich Ehrensache. Für ihn war die Rückkehr nach Giesing ein Glücksfall und für heute Abend tippt er auf einen 3:2-Heimsieg des TSV gegen die Gäste aus Hessen.

Sechzig um Sieben: TSV 1860 – SV Wehen Wiesbaden

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Mit dem Gegner, der heute Abend um 18.60 Uhr zum ersten (!) Freitagabend- und gleichzeitig letzten Sechzgerspiel des Jahres in Giesing aufläuft, verbinden Löwenfans deutlich weniger Historisches, als beispielsweise mit dem vorherigen Kontrahenten aus der Pfalz. Der SV Wehen Wiesbaden gehört definitiv nicht in die Riege jener Clubs, bei denen allein schon durch die Ausformulierung des Vereinsnamens der Herzschlag von Fußballfans einen Zahn zulegt. Und doch verbinden gerade die Anhänger des TSV 1860 zwei – für unseren Verein und seine Geschichte – nicht ganz unwichtige Spiele mit den Taunussteinern aus dem Stadtteil Wehen. Dazu gleich mehr.

In nackten Zahlen ausgedrückt, empfangen wir heute den SV Wehen Wiesbaden zum vierten Mal in München, zum zweiten Mal auf Giesings Höhen und ortsunabhängig zum insgesamt siebten Duell. In vier Zweitligapartien zwischen 2007 und 2009 endete das Treffen dreimal Remis (zweimal 0:0, einmal 3:3). Beim ersten Profiauftritt dieses Gastes in München im April 2008 siegte Sechzig mit 2:1. Daniel Bierofka erlöste am damals 29. Spieltag am Gründonnerstagabend mit seinem 2:0 sechs Minuten vor dem Abpfiff den TSV 1860 von allen Abstiegssorgen. Zuvor hatte die von Marco Kurz trainierte Mannschaft neun Spiele in Folge nicht gewinnen können und Existenzangst hatte sich spürbar breit gemacht. Auch in der dritten Spielzeit in der neuen Arena vor den Toren der Stadt waren die Löwen weit hinter den Erwartungen der Fans und der Hoffnung auf eine Rückkehr in die Bundesliga zurückgeblieben. Der faktische Klassenerhalt fünf Runden vor dem Saisonende sorgte immerhin für große Erleichterung. Die Begeisterung für das neue Stadion hatte allerdings schon spürbar nachgelassen: Gegen Wiesbaden verzeichnete man die Minuskulisse der Saison.

In der 3. Liga blicken wir erst auf eine gemeinsame Spielzeit mit dem heutigen Gast zurück: Nach dem Aufstieg 2018 unterlagen wir im Wiesn-Heimspiel – mit toller Choreo auf Giesings Höhen (siehe oben) –  mit 1:2, konnten aber kurioserweise beim späteren Aufsteiger – der sich aufgrund der Auswärtstorregel in der Relegation gegen Ingolstadt durchsetze – Anfang März Dank Sascha Mölders‘ Treffer drei wichtige Punkte entführen.

Der SV Wehen 1926, wie der Verein ursprünglich hieß, wurde am 1. Januar besagten Jahres gegründet. Um sportlichen Gegnern die Anreise zu erleichtern und deren Ziel besser lokalisieren zu können, wurde der Vereinsname bald mit dem Zusatz „Taunusstein“ ergänzt (dies hatte man wohl am Neujahrstag nach durchzechter Silvesternacht schlichtweg vergessen). In der Region sollten wesentlich mehr Sportler die Stadt Taunusstein, als das Schloss und den Stadtteil Wehen kennen – und finden. Damals noch ohne Navi. Über sechzig Jahre lang bewegte man sich mit den Fußballern zwischen Kreis- und Bezirksebene – der große Kick fand in diesen Jahrzehnten gut 35 Kilometer weiter östlich in Frankfurt oder auch in Offenbach statt. 1989 erreichte der SVW erstmals die Oberliga Hessen, nach der Jahrtausendwende dann die Regionalliga Süd und nachdem 2005 der Aufstieg in die 2. Liga noch ganz knapp verpasst wurde, gelang er 2007. Zunächst für zwei Spielzeiten verblieb man in der Zweitklassigkeit.

In Wehens letzter Regionalliga-Saison (nach dem Abstieg 2009 ging es dann ja in die ein Jahr zuvor gegründete bundesweite 3. Liga) fand das zweite, vielleicht noch bedeutendere Treffen der Taunussteiner mit einer Mannschaft des TSV 1860 statt, das zahlreiche Löwenfans noch sehr präsent haben dürften, gleichwohl das Endergebnis (2:2 nach 0:2-Rückstand) wahrscheinlich nur wenige erinnern. Um das sportliche Geschehen auf dem Rasen ging es an diesem Abend auch nur am Rande: Am Freitag, den 18. Mai 2007 empfingen die Löwen-Amateure den bereits aufgestiegenen SV Wehen im Sechzgerstadion. Über 7.000 Zuschauer bevölkerten unter Flutlicht die Ränge und machten dieses Spiel – wie geplant – zu einer (kommunalpolitisch wichtigen) Demonstration für den Erhalt der  Traditionsspielstätte. Unter großem Einsatz hatten engagierte Löwenfans eine Kampagne ins Leben gerufen, die unter dem Namen „Aktion x-tausend“ sogar bundesweite Bekanntheit erlangte. „Die Botschaft richtet sich aber nicht nur an die Politik. Sie sagte auch viel über das Innenleben des Vereins aus, dessen Identität so sehr unter den Umzügen in das Olympiastadion und schließlich in die Arena gelitten hat. Dieser Abend zeigte, dass das Herz, das 1860 einmal zu einem besonderen Verein gemacht hat, nur im Grünwalder schlägt,“ brachte es die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe am nächsten Morgen auf den Punkt. Das alles im Mai 2007, zehn Jahre vor der endgültigen Rückkehr nach Giesing

Doch zurück zum heutigen Gegner: Vor der ersten Zweitligasaison in der Geschichte des SV Wehen erfolgten im Sommer 2007 einige durchaus kuriose Anpassungen: Da das Stadion am Halberg in Taunusstein den Anforderungen der DFL nicht genügte, entschied man sich kurzerhand für einen Umzug in die nahe gelegene Stadt Wiesbaden. Innerhalb von nur vier Monaten wurde die “Brita-Arena” (benannt nach dem bekannten Wasserfilterhersteller, Hauptsponsor und -eigentümer der Fußball-GmbH) aus Stahlrohrtribünen errichtet. Im Zuge des Umzugs benannte sich auch gleich die ganze Fußballabteilung des „SV Wehen 1926 Taunusstein“ in „SV Wehen Wiesbaden“ um. Außerordentlich praktisch, dass bei der Umgestaltung des Logos weiterhin mit dem Buchstaben W operiert werden konnte. Zwei Jahre nach diesen – den Fußballtraditionalisten sicher ein wenig befremdenden – Vorgängen stieg der Verein wieder aus der 2. Bundesliga ab und gehörte dann zehn Jahre in Folge der 3. Liga an. Zusammen mit den Münchner Vorstädtern sind die Hessen – mit ingsesamt elf Spielzeiten – der Verein mit den meisten Drittligajahren überhaupt.

In die aktuelle Saison startete der SVWW mit einigen Vorschusslorbeeren: Immerhin fünf Trainer der Konkurrenz sahen im Spätsommer den Zweitligaabsteiger des Corona-Sommers als Kandidat für einen direkten Wiederaufstieg. Bei den Buchmachern räumte man ihm – hinter Mitabsteiger Dresden – sogar die zweithöchsten Chancen auf einen erneuten Abschied aus der 3. Liga ein. Der tatsächliche Wiedereinstieg in die Drittklassigkeit gestaltete sich dann aber etwas schwieriger, als von den Experten prognostiziert. Michael Köllner schätzt den heutigen Gegner so ein: “Sie sind in der Lage, jede Mannschaft in der Liga zu schlagen, auch Mannschaften, die einen Riesenlauf haben; sie sind aber am nächsten Spieltag dann auch in der Lage, gegen eine Mannschaft, die keinen Lauf hat, zu verlieren.” Anders gesagt: Die größte Konstante der bisherigen Wiesbadener Saison ist die fehlende Konstanz. In den letzten acht Runden wiederholte das Team von Trainer Rüdiger Rehm niemals die Punktausbeute aus dem vorherigen Spiel. Und einer kleinen Serie von zwei Auswärtssiegen in der Englischen Woche Ende Oktober folgten prompt zwei Pleiten zum Start in den November. Nachdem der SV Wehen am Dienstag den Aufsteiger VfB Lübeck in der hessischen Landehauptstadt mit 4:2 besiegt hat, dürfen die Löwenfans heute Abend – entsprechend dem Gesetz der Serie – also auf mindestens einen, vielleicht sogar drei Punkte hoffen. Und Ihr wegen Corona Ausgesperrten könnt das Ganze wieder im Liveticker auf sechzger.de verfolgen. Wir freuen uns, Euch mit Bildern und Eindrücken aus der Heimat versorgen zu dürfen!

 

Fotogalerie: 1. FC Kaiserlautern vs. TSV 1860 München

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Servus Löbnfans zur Fotogalerie,

Endlich können wir Euch wieder eine Fotogalerie präsentieren, diesmal zum Kracher gegen die ach-so-insolventen Lauterer.

Das Spiel gegen die Barrackler hatte ja durchaus Appetit auf mehr geweckt. Trotz dass in der Redaktion die Sympathien bzw. Antipathien für den Pfälzer Club unterschiedlich verteilt sind, haben doch alle natürlich auf einen weiteren Sieg in der englischen Woche gehofft. Wie Bernd Winninger angemerkt hatte, stand das Spiel von Seiten des Schiedsrichters Jonas Weickenmeier etwas auf der Kippe, da dieser in der bisherigen Saison nur Heimsiege geleitet hatte. Aber unsere Löwen haben sich davon zum Glück nicht beeindrucken lassen.

Mit Hochspannung geht’s nun morgen gegen den SV Wehen Wiesbaden, welche etwas durchwachsene letzte Partien vorzuweisen haben – dem 4:2 Sieg gegen Lübeck ging unter anderem eine 1:4 Niederlage gegen den MSV Duisburg voraus. Sind wir gespannt auf die Taktiktafel, welche morgen wieder erscheint.

Bis dahin viel Spaß mit den Bildern aus Kaiserslautern!

Interview mit Sebastian Mrowca, Kapitän des SV Wehen Wiesbaden

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Der 26-jährige Sebastian Mrowca ist mittlerweile der dienstälteste Spieler des SV Wehen Wiesbaden und bereits seit 6 Jahren im Verein. Der gebürtige Rosenheimer wechselte im Sommer 2014 von Energie Cottbus nach Wiesbaden. Unter Ex-Löwentrainer Rudi Bommer gab Mrowca im Herbst 2013 sein Zweitligadebüt bei den Lausitzern. Die Löwen und das Grünwalder Stadion kennt der 6-malige polnische U-Nationalspieler bestens. Mrowca wuchs im ca. 50 km südlich von München gelegenen Hausham auf und durchlief die Jugendabteilung des FC Bayern.

Für sechzger.de nahm sich “Beppo”, der den Gästen aktuell aufgrund einer Knieverletzung fehlt, die Zeit für ein Interview.

sechzger.de: Servus Beppo, 
erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, uns ein paar Fragen zu beantworten. Die aktuell wohl wichtigste Frage vorneweg: 
Wie gehts dir und was macht dein Bein? Du wurdest ja im Oktober aufgrund einer Verletzung am Knie operiert. Kannst du schon sagen, wann du wieder mit dem Training anfangen kannst?

Sebastian Mrowca: Servus zusammen, danke der Nachfrage. Mir geht es gut und die Reha verläuft so wie sie soll. Ich möchte im neuen Jahr wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Wann genau das sein wird, kann ich allerdings noch nicht genau sagen. Ich möchte der Mannschaft aber natürlich so schnell wie möglich wieder helfen.

sechzger.de: Wie beurteilst du die bisherige Saison des SVWW?

Sebastian Mrowca: Ich denke, wir können im Großen und Ganzen zufrieden sein. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann ist es wohl die fehlende Konstanz. Leider waren wir in einigen Spielen, die wir nicht hätten verlieren müssen, zu unkonzentriert und das spiegelt unsere Bilanz auch wider. Mit Blick auf die Tabelle können wir zufrieden sein, allerdings ist uns natürlich auch bewusst, dass man durch die Enge der Liga mit z.B. zwei Niederlagen am Stück auch schnell den Blick nach unten werfen muss.

sechzger.de: Welche Mannschaften überraschen dich bislang sowohl positiv als auch negativ am meisten?

Sebastian Mrowca: Positiv überrascht bin ich auf jeden Fall vom SC Verl und vom 1. FC Saarbrücken. Die Verler hatte ich vor dem Aufstieg nicht wirklich auf dem Schirm, umso mehr bin ich von Ihrer Spielweise angetan. Saarbrücken habe ich in der vergangenen Saison ein paar Mal gesehen, da hatte ich eine kleine Vorahnung, dass sie durchaus auch in der 3. Liga eine gute Rolle spielen können. Negativ überrascht mich aktuell der MSV Duisburg. Das hätte nach der vergangenen Spielzeit wohl keiner gedacht, dass sie heuer solche Schwierigkeiten haben. Ich denke aber, dass ihr Kader gut genug ist, um aus diesem Loch wieder herauszukommen.

Absteiger aus der 2. Bundesliga

sechzger.de: Nachdem ihr in der vorletzten Saison aus der 3. Liga aufgestiegen seid, folgte in der vergangenen Spielzeit im Unterhaus leider der direkte Wiederabstieg. Was waren die Gründe dafür?

Sebastian Mrowca: Die Gründe dafür auszumachen ist immer etwas schwierig. Wir dachten wir können mit unserer Spielweise und unserem System in der Liga bestehen. Allerdings haben vor allem die ersten Spieltage, in denen wir einfach zu wenig Punkte geholt haben, gezeigt, dass das nicht der Fall ist. Wir haben uns zwar im Laufe der Saison noch gesteigert, aber letzten Endes war es dann einfach zu wenig. Für alle Spieler und das Trainerteam war der Aufstieg und die Saison im Unterhaus dennoch eine super Erfahrung und ich glaube, dass jeder daraus gelernt hat. Wenn wir nochmal aufsteigen würden, wüssten wir auf jeden Fall, was wir besser machen müssen.

sechzger.de: Mit Rüdiger Rehm steht nach Rolf Landerl vom VfB Lübeck der zweitdienstälteste Trainer der 3. Liga an eurer Seitenlinie (Amtsantritt Februar 2017). Kannst du uns etwas zu ihm und seiner Philosophie erzählen?

Sebastian Mrowca: Der Trainer passt super zu unserem Team und auch ich persönlich kann mich gut mit ihm identifizieren. Er ist ein akribischer Arbeiter und erwartet von jedem Spieler immer 100 Prozent. Er möchte natürlich jedes Spiel gewinnen und lebt uns diese Mentalität vor. Lieber trainiert er einmal mehr als zu wenig und auch wenn man mal ein Wehwehchen hat, ist es ihm wichtig, dass die Mannschaft zusammenbleibt und wir alle zusammenhalten. Ich persönlich bin auch ein Spielertyp, der immer vorangehen möchte und daher passen wir, denke ich, auch ganz gut zusammen.

sechzger.de: Mit Jugend- und Leihspielern stehen stolze 14 Neuzugänge in eurem Kader, dem gegenüber ganze 22 Abgänge. Man kann hier definitiv von einem personellen Umbruch im Sommer sprechen. Wie gut habt ihr diesen deiner Meinung nach gemeistert und was sind die Schwierigkeiten?

Sebastian Mrowca: Ich denke, wir haben im Sommer einen guten Mix aus jungen, hungrigen und älteren, erfahrenen Spielern verpflichten können. Wir haben uns in der Breite mit Spielern aufgestellt, die physisch stark und robust sind, aber auch einige Techniker dazubekommen, die Situationen spielerisch gut lösen können. Mit Blick auf die Tabelle denke ich, dass wir eine gute Saison spielen. Die größte Schwierigkeit ist natürlich die, dass man nicht erwarten kann, dass so ein Umbruch von heute auf morgen passieren wird.

sechzger.de: Mit Manuel Schäffler, der auch eine Vergangenheit bei den Löwen hat, verließ euch im Sommer euer absoluter Topscorer in Richtung Nürnberg. Wie sehr schmerzt dieser Abgang?

Sebastian Mrowca: Natürlich ist es nicht schön, einen Spieler wie Cheffe ziehen zu lassen, sowohl sportlich als auch menschlich. Aufgrund seiner Leistungen war es für ihn persönlich der absolut richtige Weg und wir wussten, dass es schwer werden würde, ihn nach dem Abstieg über den Sommer hinaus zu halten. Nichts desto trotz war nicht nur Cheffe’s Abgang sehr schade, auch die Abgänge von Maximilian Dittgen und Daniel Kofi-Kyereh (beide nach St. Pauli), sowie jeder andere Wechsel sind für ein Team, das im Laufe der Zeit zusammengewachsen ist, sehr schade. Ich denke aber auch, dass wir unsere Abgänge mit den Neuverpflichtungen gut kompensieren konnten.

Durchwachsene Bilanz bisher

sechzger.de: Nach nun 16 gespielten Spielen stehen beim SVWW aktuell 7 Siege, 4 Unentschieden und 5 Niederlagen gegenüber. Eine eher durchwachsene Bilanz, unterm Strich zu wenig für euch und eure Ansprüche als Absteiger?

Sebastian Mrowca: Ich denke, wir können schon zufrieden sein. Wir haben jetzt 25 Punkte gesammelt, aber klar geht als Absteiger der Blick immer nach oben. Unser primäres Ziel diese Saison war dennoch, die 14 Neuzugänge zu integrieren und das ist uns auch ganz gut gelungen. Der Weg, den wir eingeschlagen haben, ist auf jeden Fall der richtige. Wie ich eingangs bereits erwähnt habe, ist unser großes Manko aktuell die fehlende Konstanz. Man hat auf der einen Seite Spiele wie jetzt am Dienstag, in dem wir 0:2 zurückliegen und am Ende 4:2 gewinnen, eine super Moral hinlegen und zeigen, was wir können. Auf der anderen Seite stehen Duelle gegen vermeintlich schlechtere Mannschaften, die man unnötig verliert, obwohl man weiß, dass man mit der vorhandenen Qualität in dieser Liga jeden schlagen kann. Daran müssen wir jetzt im Winter und in der Zukunft arbeiten, sodass wir in der Rückrunde die Punkte holen.

sechzger.de: Die dritte Liga gilt ja generell als sehr ausgeglichen und als eine Liga, in der jede Mannschaft jeden schlagen kann. Dies spiegelt auch die Bilanz zwischen dem SVWW und 1860 wieder. In bisher 6 Pflichtspielen konnten die Löwen zwei für sich entscheiden, bei einem Sieg für Wehen Wiesbaden und drei Unentschieden. Wie schätzt du die Löwen heuer ein?

Sebastian Mrowca: Ich habe die Löwen anfangs der Saison schon so eingeschätzt, dass sie oben mitspielen können. Das denke ich eigentlich immer, da ich die Löwen ja aufgrund meiner Vergangenheit doch etwas besser kenne und weiß, welches Potential im Verein schlummert. Vor allem von Sascha Mölders bin ich heuer ziemlich beeindruckt. Er hat ja letzte Saison schon stark gespielt, aber diese Saison definitiv nochmal einen drauf gepackt! Mal sehen, ob 1860 das über die komplette Saison durchziehen kann.

Vergangenheit in München

sechzger.de: Du hast es gerade bereits angeschnitten: Du kennst die Löwen und das Grünwalder Stadion aufgrund deiner Jugend ja bestens. Bis zur U19 hast du noch bei unseren Nachbarn aus der Säbener Straße gespielt und warst dort ebenfalls Kapitän.
 Stadtderbys sind dir also bestens bekannt.
 Auch wenn du heute verletzungsbedingt nicht auf dem Platz stehst, wie findest du unter normalen Umständen die Atmosphäre im Grünwalder Stadion und haben die Spiele gegen 1860 für dich eine besondere Bedeutung?

Sebastian Mrowca: Richtig, ich kenne den Verein und die Spiele noch aus meiner Vergangenheit. Da waren die Derbys natürlich immer das Saisonhighlight. 1860 hat nach wie vor eine große Strahlkraft und die Stimmung im Sechzger war bei den kleinen Derbys, oder auch bei unserem letzten Gastauftritt im Herbst 2018 (Anm. d. Redaktion: SVWW siegte 2:1) stets überragend. Die Löwen spielen aktuell eine gute Saison und ich glaube mit den Fans im Rücken wäre da durchaus noch mehr drin. Es gibt einem als Spieler immer nochmal eine Portion Extramotivation, wenn man weiß, dass man Fans im Rücken hat, die einen nach vorne peitschen. Das kitzelt schon nochmal das ein oder andere Prozent aus einem heraus. Ich will natürlich immer gegen die Löwen gewinnen, aber letzten Endes ist es für mich ein Spiel wie jedes andere und ich gehe generell in jedes Spiel mit dem Ziel, am Ende als Sieger vom Platz zu gehen.

sechzger.de: Wie siehts da in deinem privaten Freundeskreis aus? Du bist ja abseits der Saison regelmäßig in deiner Heimat Hausham. Ist der Freundeskreis eher rot oder blau, oder doch alle mittlerweile Fans des SVWW ;-)?

Sebastian Mrowca: (lacht) Das ist eine gute Frage. Ich denke, das ist relativ bunt gemischt. Der Fußball steht in meinem privaten Freundeskreis nicht mal so im Fokus wie vielleicht anderswo. Einige sind Fans von internationalen Clubs wie Barca oder Real, aber natürlich hab ich auch Freunde, die den beiden Münchner Clubs die Daumen drücken. Hin und wieder gibts da schonmal ‘nen blöden Spruch, aber das hält sich alles im Rahmen und letzten Endes ist es auch völlig zweitrangig, solange man sich versteht und zusammenhält. Das ist das Wichtigste und kleine Frotzeleien untereinander gehören ja auch dazu. 🙂

sechzger.de: Zum Abschluss noch zwei Fragen:
 Wo siehst du den SVWW am Ende der Saison?
 Wie geht das Spiel am Freitag aus?

Sebastian Mrowca: Am Ende der Saison wollen wir natürlich so weit oben wie möglich stehen. Viele sehen uns als Absteiger natürlich im Favoritenkreis um den Aufstieg, aber nach unserem Umbruch ist dies eine schwierige Aufgabe. Wichtig für uns ist, dass wir von Spiel zu Spiel schauen und sehen wie die Saison verläuft. Dann sieht man, wohin die Reise am Ende geht. Aber jeder Spieler sollte das Mindset mitbringen, die Spiele gewinnen zu wollen. Für das heutige Spiel tippe ich, auch wenn ihr das nicht hören wollt, auf einen knappen 2:1-Sieg für uns. Beide Mannschaften sind gut drauf und können Fussball spielen. Ich glaube, es wird ein intensives und enges Spiel, in dem vielleicht eine kleine Unachtsamkeit den Unterschied machen kann.

sechzger.de: Beppo, vielen Dank für das Interview und dir eine gute und schnelle Genesung, schöne Weihnachtsfeiertage und alles Gute fürs neue Jahr.

Sebastian Mrowca: Danke, das selbe wünsche ich euch natürlich auch.

Beitragsbild: Anne Wild
Das Interview führte Sebastian Stachowiak.

PK aktuell: Lex & Salger nicht im Kader +++ Dankesworte zum Jahresfinale

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Dankbar und besinnlich präsentierten sich Michael Köllner und Günter Gorenzel in der letzten LÖWENRUNDE dieses Jahres.

Die wahrscheinlich wichtisten, weil für das morgige Spiel relevanten Informationen der Zoom-Pressekonferenz betrafen personelle Themen: Die beiden Stef/phans, Lex und Salger stehen für das morgige Spiel gegen Wiesbaden (18.60 Uhr im sechzger.de-Liveticker) nicht im Kader. Der Oberbayer war am Betze ja in der Pause mit einer “muskulären Problematik” ausgewechselt worden, die er nun bis zum Trainingsstart am 27. Dezember auskurieren soll. Der Westfale, hatte die Reise in die Pfalz nicht mit angetreten und auch im heutigen Vormittagstraining waren bei ihm “noch keine 100% möglich”, weshalb auch er nicht zur Verfügung steht. Ansonsten war das morgige Spiel gegen den Zweitligaabsteiger in der LÖWENRUNDE tatsächlich eher ein Randthema. Im Mittelpunkt standen der bevorstehende Jahreswechsel und das Weihnachtsfest.

Weihnachtliche Dankesbotschaften richtete Günter Gorenzel zum Auftakt der Pressekonferenz an die Fans, die Gesellschafter (“an der Spitze Robert Reisinger und das Präsidium”), den Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik, die Sponsoren (“Die, die 1860 die Treue gehalten haben und die, die noch dazu gekommen sind”) und last but not least an den Hauptsponsor, die Bayerische, die “sicherlich momentan der stärkste Sponsor in der 3. Liga ist”. Die Mitarbeiter der KgaA und des NLZs, die sonst weniger im Fokus stehen, wurden ebenfalls bedacht. Und auch die Medienvertreter wurden nicht vergessen.

Auf die Extreme, die den TSV 1860 speziell in den letzten Wochen wieder einmal begleitet haben, ging Gorenzel direkt ein: “Vor einer Woche war von der ersten Krise unter Trainer Michael Köllner die Rede, zwei Spieltage später sprechen wir schon von der besten Mannschaft unter dem Trainer, die es jemals gegeben hat. Wir können das alles sehr nüchtern und sachlich einordnen.” Interessanterweise kramte Gorenzel das 6:1 gegen den Halleschen FC vom 7. November noch einmal hervor, das der Mannschaft in seiner Wahrnehmung “nicht unbedingt gut getan” habe. In den auf diesen Sieg folgenden Spielen habe häufig die Konsequenz gefehlt. In den beiden jüngsten Spielen war diese dann wieder vorhanden.

Passend zur weihnachtichen Harmonie verneinte Köllner die Frage von sechzger.de, ob das konsequente Auftreten der vergangenen zwei Spiele vielleicht auch mit einer gewissen Verärgerung, einer “Wut im Bauch” der Mannschaft über die teils harsche Kritik an den Leistungen der vorangegangenen Spiele zu tun haben könnte. “Wir haben es in dieser Saison geschafft, uns auf uns selbst zu konzentrieren und bei uns zu bleiben. Wir achten darauf, den Medien – und das soll nicht despektierlich klingen – und auch einzelnen Fans in den sozialen Netzwerken nicht zu viel Beachtung zu schenken. Natürlich lesen wir das und es ist auch wichtig zu wissen, wie die Stimmung so ist. Aber man tut als Mannschaft nie gut daran, sich zu sehr auf diese Themen einzulassen.”

Anlässlich der Wahl zum Weltfußballer des Jahres wurde Köllner gefragt, wer zum einen sein “Löwe des Jahres” sei und wer für ihn der würdige Kandidat für die große FIFA-Ehrung sei, deren Ergebnis heute Abend bekannt gegeben wird. Auf beide Fragen hatte er interessante Entgegnungen parat: Beim TSV 1860 seien – völlig klar – die ganze Mannschaft und die – auch in schwierigen Zeiten – treuen Anhänger seine “Löwen des Jahres”. In Bezug auf den internationalen Titel wollte sich Köllner ebenfalls auf keinen einzelnen Kandidaten festlegen. So eine Wahl werde eigentlich der Sache nicht gerecht. “Im modernen Fußball haben oft Spieler eine viel größere Wichtigkeit, die Mannschaften Stabilität verleihen.” Diese Spieler stünden aber bei derartigen Wahlen überhaupt nicht im Fokus, was Köllner durchaus bedauert.

TAKTIKTAFEL: Nachbetrachtung 1.FC Kaiserslautern – TSV 1860 München

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Dienstagabend konnten die Löwen mit dem 3:0-Auswärtssieg souverän drei Punkte aus Kaiserslautern entführen. Welcher Mannschaftsteil aus taktischer Sicht besonders hervorstach, erfahrt ihr im Folgenden. Soviel vorweg: der Sturm war es nicht!

Herzlich willkommen zur Taktiktafel Nachbetrachtung zum Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den TSV 1860 München.

Wie erwartet schickte Trainer Jeff Saibene die roten Teufel im 4-4-2 (2 DM) auf den Platz. Es blieb in der Offensive allerdings bei der flachen Vier im Mittelfeld. Um im Umschaltspiel auf die Raute zu wechseln, hätte viel mehr Tempo – vor allem von Sickinger – in der Bewegung nach vorn an den Tag gelegt werden müssen. Der Gegner unserer Löwen spielte behäbig, uninspiriert – ja fast kam es einem vor als wäre die Mannschaft gelangweilt, bei so einem Wetter auf den Platz zu müssen. Bei so einer Einstellung hilft die beste Taktik nichts.

Wie ist die Leistung der Löwen einzuordnen?

Von Beginn an spielte die Heimmannschaft mehr gegen als mit dem Ball und das auch noch fast nur in der eigenen Spielfeldhälfte. Hohes Anlaufen oder frühes Stören fand bei Kaiserslautern nicht statt. Die Spieler des 1. FCK standen häufig so weit von ihren Gegenspielern weg, dass die Sechzger im Spielaufbau selten in Bedrängnis kamen. Der Ball beim TSV lief gut, der Gegner kaum. So mussten die Löwen das Spieltempo auch nicht sonderlich in die Höhe schrauben um ihre Angriffe zu setzen. Es mag verwundern, dass der TSV in den ersten 45 Minuten weniger Angriffsspielzüge zu Ende spielen konnte als der 1. FC Kaiserslautern. Man sollte sich aber das Folgende vor Augen halten. Der TSV 1860 hatte im Schnitt 21 Ballkontakte bis der Gegner eine Abwehraktion (erfolgreich oder nicht lassen wir jetzt mal dahingestellt) setzte. Dabei musste das Tempo nicht einmal hoch gehalten, weil die Gegenspieler wirkten wie Schachfiguren und nicht wie Fußballer. Nun weicht die Verwunderung der Meisten wohl sehr schnell.

Der TSV 1860 war insgesamt aggressiver, wacher, spielstärker, kreativer, ballsicherer, motivierter und deshalb dem 1.FC Kaiserslautern in allen Belangen über die 90 Minuten eklatant überlegen. Alleine die statistischen Werte der Abwehrspieler des TSV 1860 sind eine Augenweide. Auch die Flexibilität beim Verschieben in den verschiedenen Spielsituationen war in meinen Augen unübersehbar gut. Da kippte teilweise Moll aus dem defensiven Mittelfeld in die Kette während sich gleichzeitig die beiden Flügelverteidiger auf den Weg ins Mittelfeld machten um bei Ballbesitz eine klare Überzahl für die Offensive zu schaffen. Wenn das der Fall war, rückten die Mittelfeldflügel auf die Halbpositionen und der Box-to-Box Spieler agierte als hängende Spitze. Die taktischen Feinheiten, die sich Trainer Michael Köllner für das Spiel einfallen hat lassen, waren für Kaiserslauterns Mannschaft strategisch oft nicht nachvollziehbar. Nach dem zweiten Tor (spätestens nach der roten Karte) ergaben sich die roten Teufel dem Schicksal.

Spielabschnitte: Mangelware

An dieser Stelle zerlege ich das Spiel eigentlich in Phasen. Das werde ich mir diesmal schenken, denn es gab keine längere Zeitspanne, in der es dem 1. FCK gelungen wäre die Dominanz der Löwen zu brechen oder gar selbst für kreative Momente zu sorgen. Nur vereinzelt ließen die Spieler von Jeff Saibene ihre individuelle Klasse aufblitzen. Am stärksten bermerkte man dies während einer kurzen Drangphase in der ersten Halbzeit, die jedoch mit dem Kopfballtreffer von Sascha Mölders in der 36. Minute ein jähes Ende fand.

Die Löwen verschoben übrigens aus dem 4-1-4-1 in verschiedenen Situationen nicht nur zum vorher bereits erwähnten 3-5-2 (Moll in der Verteidigung), sondern auch in ein 3-4-3 oder ein 4-3-3. Hier agierte man taktisch variabel, je nachdem wie es gerade zum laufenden Angriff passte.

Ein Blick auf die Abwehr der Löwen

In der Defensive waren die Löwen anders als der Gegner überaus diszipliniert und auch aggressiv, ohne jedoch überhart zu werden. Nur sechs Schüsse lies die Löwenabwehr während des gesamten Spiels zu. Direkt auf den Kasten von Torhüter Marco Hiller ging davon kein Einziger. Aus dem Spiel heraus gelang es Kaiserslautern gar nur vier Mal zu schießen. Die beiden anderen Schüsse resultierten aus Freistößen. Selbst die Überzahl an Ecken, die Kaiserslautern hatte, konnte nicht für einen Torschuss genutzt werden.

Im eigenen Strafraum verlor der TSV 1860 nur zwei Kopfballduelle und ließ über die 90 Minuten insgesamt nur sieben Ballkontakte der Kaiserslauterer in der Box zu.

Dennis Erdmann, der seinen Mitspielern immer wieder lautstark Kommandos gab, war da ein überaus entscheidender Faktor. Die Erfahrung und Übersicht, mit der Erdmann die Defensive steuert, war schon gegen Mannheim am Samstag auffällig. Noch stärker präsentierte er sich gegen Kaiserslautern. Kein verlorener Defensivzweikampf, fünf abgefangene Pässe, kein verlorenes Kopfballduell in der Box, eine Passquote von 92% und alles in allem 102 gelungene Aktionen (daraus resultiert eine Quote von 82%) im Spiel zeigen wie wertvoll Dennis Erdmann für den TSV 1860 München auf der Innenverteidiger Position ist. Zumindest bis zur nächsten gelben Karte (die ihm eine Sperre von einem Spiel einbringen wird) dürfte er seinen Stammplatz sicher haben.

Semi Belkahia hat vier verlorene defensive Zweikämpfe, 83% gelungene Aktionen und eine Passquote von 93% aufzuweisen. Nur ein Kopfballduell, das auch noch außerhalb des Strafraums stattfand, ging verloren. Wenn die beiden Innenverteidiger weiter so harmonieren wird es schwer für Salger werden sich wieder in die Startelf zu kämpfen. Schön zu sehen, dass der Kader nicht nur in diesem Mannschaftsteil so gut besetzt ist und es für keinen Spieler eine Stammplatzgarantie gibt.

Die Einwechselspieler

Wie breit die Löwen mittlerweile im Mittelfeld aufgestellt sind, sah man daran, dass der Trainer es sich leisten konnte zu Beginn der Partie seine bis zu ihren Sperren gesetzten Akteure Dressel und Wein zunächst auf der Bank zu lassen.

Im Vergleich zum Köln-Spiel, in der er zum ersten Mal diese Position einnehmen musste, macht Erik Tallig seine Sache als Box-to-Box Spieler seit der Mannheim-Partie sehr gut. Auch gestern wurde nicht Tallig für Dressel ausgewechselt, als dieser nach der Halbzeitpause ins Rennen geschickt wurde. Stattdessen musste Stefan Lex vom Feld, der seit einigen Spielen etwas glücklos, aber beileibe nie schlecht agierte. Dressel kam auf seine angestammte Position und Tallig füllte die durch Lex´ Herausnahme entstandene Lücke auf der rechten Mittelfeldseite.

Etwa zwanzig Minuten vor Spielende kam dann Daniel Wein für Richard Neudecker ins Spiel. Eine Passquote von 75%, der Zuckerpass auf Willsch vor dem 3:0, der das Spiel im richtigen Moment und überraschend für den 1. FCK schnell machte und ein abgefangener Pass hat er auf der Habenseite seiner Bilanz für den Einsatz. Zudem lieferte er eine Schussvorlage, die allerdings zu keinem Torerfolg führte.

Mit der Hereinnahme von Wein änderte sich auch die Grundausrichtung im System der Sechzger. 4-2-3-1 war nun angesagt. Dressel spielte fortan zentral offensiv im Mittelfeld und war von übermäßiger Defensivarbeit befreit. Das sorgte dafür, dass er in dieser Funktion gegen die dezimierte Lauterer Mannschaft nochmal ordentlich aufs Gas drücken konnte . Nur ein verlorener Offensivzweikampf, 88% gelungene Pässe und drei sogenannte progressive Läufe stehen bei ihm zu Buche. Letzteres ist eine Bezeichnung für erfolgreiche Läufe mit Ball, die für einen Raumgewinn von mehr als zehn Metern in der gegnerischen Hälfte sorgen.

Lorenz Knöferl kam erst sieben Minuten vor dem Schlusspfiff und konnte keine großen Akzente mehr setzen. Der junge Techniker war trotzdem bemüht, konnte einen Pass der Pfälzer abfangen und 75% seiner Pässe zum Mitspieler bringen. Für die kurze Einsatzzeit eine lobenswerte Ausbeute.

Die Tore
Das 0:1

In der sechsten Minute schoss Neudecker einen Freistoß von der Strafraumkante ins linke obere Eck des Tores. Vorangegangen war ein rotwürdiges Foulspiel an Greilinger. Kleinsorge, in dieser Situation letzter Mann, brachte die Nummer Elf der Sechzger regelwidrig zu Fall. Dafür sah er zum Unverständnis vieler nur die gelbe Karte, wie man den Kommentarspalten der sozialen Netzwerke und auch den Reaktionen auf und neben dem Spielfeld entnehmen konnte.

Das 0:2

In einer Pressingsituation erobert Steinhart den Ball an der linken Seitenauslinie und bedient umgehend Greilinger. Greilinger spielt den Ball während eines Laufduells mit Zuck in die Box steil auf Tallig, der aus der Tiefe in Richtung der Grundlinie gestartet war und sich seinerseits sowohl gegen Bachmann als auch gegen Winkler durchsetzte. Er spielt den aus dem Strafraumzentrum in den Fünfer startenden Lex an. Der Erdinger leitet weiter zum mittlerweile in den Strafraum aufgerückten Greilinger. Seine (mehr oder weniger gewollte) halbhohe Flanke erreicht Mölders, der sich mutterseelenallein im Strafraumzentrum befindet. Der Torjäger köpft zum 2:0 für die Löwen mit tatkräftiger Unterstützung beider Innenpfosten ein. Alle beteiligten Lauterer Spieler sehen in dieser Situation aus wie Statisten.

Das 0:3

Nach einer längeren Ballstafette der Löwen kommt Wein nach Zuspiel von Willsch in der gegnerischen Hälfte auf Höhe des Mittelkreises an den Ball. Er spielt den Ball von dort steil in den freien Raum, wo es wieder Willsch ist, der das Leder erreicht. Diese plötzliche Tempoerhöhung durch den Steilpass erwischt die Lauterer eiskalt. Der Außenverteidiger schlägt eine Flanke von der Grundlinie auf Mölders, der erneut seinen Kopf an den Ball bringt und auf 3:0 erhöht. Der Schlussmann der Teufel Spahic kann hier, wie bei den beiden vorangegangen Treffern nichts dafür, dass der Ball vom Schützen aus gesehen links in seinem Kasten einschlägt. Insgesamt gehen dem Treffer zwölf Ballkontakte unserer Löwen voraus ohne dass Lautern eingreifen kann oder will. Das ist beschämend für eine Mannschaft mit so hoher individueller Qualität. Die Unterzahl im Spiel ist hier keine adäquate Entschuldigung. Auch in Unterzahl bei schlechtem Wetter und miesen Platzverhältnissen kann man kämpfen.

Die interessanten statistischen Werte im Spiel
  • Ballbesitz 57%:43%
  • Passquote 1860 85%; Kaiserslautern 82%
  • Schüsse 9:6 (davon aufs Tor 4:0)
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 11,68; Kaiserslautern 23,75
Fazit

Kaiserslautern hat mich wirklich erschreckt. Bis zur Niederlage am Freitag gegen Unterhaching haben sie wenigstens noch versucht, sich gegen Niederlagen zu stemmen und damit viele Unentschieden erkämpft. Nun sind bei den Pfälzern offensichtlich alle Dämme gebrochen. Man ergibt sich seinem Schicksal. Natürlich haben unsere Löwen den Lauterern auch bravourös den noch vorhandenen Schneid abgekauft, aber für die Fans von Kaiserslautern tut es mir persönlich leid, die Truppe so vor die Hunde gehen zu sehen. Selbstbewusste Löwen sezierten also vollkommen verdient die Roten Teufel in der ohne Fans nicht wirklich höllischen Hölle am Betzenberg. Nach zwei solch herausragenden Siegen gegen Mannschaften, die vor der Saison viele stärker eingeschätzt hatten und die momentan unter Verletzungspech leiden, gilt es nun für die Spieler des TSV die Bodenhaftung zu behalten. Die positiv motivierende Konkurrenzsituation innerhalb des guten Kaders wird dafür sorgen, dass das gelingt. Ich bin begeistert von den letzten Auftritten der Mannschaft. Und sage weiter so Buam!
Den Freunden vom Betzenberg kann ich nur sagen: seit Sommer ist Rainer Maurer, der bekanntermaßen ein ausgewiesener Fachmann für den Trainerposten ist, frei. Möglicherweise wäre ein Gedanke in diese Richtung nicht der Verkehrteste, um der Truppe vom Betze wieder Leben einzuhauchen. Konsequenzen wurden ja bereits angekündigt.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Sechzig um Sieben: Mölders, TAKTIKTAFEL, Liga 3

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Löwen Sechzig um Sieben

Schon morgen geht es für die Löwen weiter, heute schließen wir aber zunächst noch unsere Berichterstattung rund um das Spiel vom Dienstag gegen Kaiserslautern ab. Sportlich waren wir live vor Ort,  kompakt fasst das Geschehen der Kurzbericht zusammen, emotional wurde es gestern früh und heute kommt die taktische Sichtweise. Außerdem fanden gestern vier weitere Spiele der 3.Liga statt. Dies und mehr – jetzt in Sechzig um Sieben.

“Und genau das ist Sechzig München.”

Neben seiner Andeutung die Fußballschuhe im Sommer doch noch nicht an den Nagel hängen zu wollen gibt es ein weiteres Zitat von Sascha Mölders vom Dienstagabend, dass wir euch keinesfalls vorenthalten wollen und auch bereits von den Freunden des Sechzgerstadions aufgegriffen wurde:

„Sechzig München passt nicht in eine Fußball-Arena. Das ist einfach so. Wenn du in dem Tunnel stehst, bevor du auf den Rasen kommst, das riecht nach Fußball. Fußball ist nicht Schickimicki und so. Fußball ist: Stehplatz, Bier in der Hand, Bratwurst, Mannschaft anfeuern, nach Schweiß stinken und die Mannschaft versucht, das zurückzugeben. Und genau das ist Sechzig München.“

Das lassen wir jetzt an dieser Stelle einfach mal so stehen. Geht es euch anders? Schickt uns gerne eure Kommentare! Die Aussage stammt aus der MagentaSport Serie Typen der Liga.

TAKTIKTAFEL

Für die TAKTIKTAFEL-Rubrik ist die Englische Woche alles andere als einfach. Kaum hat man das letzte Spiel der Löwen analysiert, steht auch schon die nächste Partie an und man darf sich mit dem nächsten Gegner beschäftigen. Für euch hängen wir uns richtig rein im Endspurt vor Weihnachten, sodass heute Mittag die Nachbetrachtung des 3:0-Sieges auf dem Betzenberg den Weg auf eure Bildschirme finden wird.

Löwe des Spiels

Unser Hauptsponsor die Bayerische sucht den Löwen des Spiels zur Partie gegen den 1.FC Kaiserslautern. Die Wahl dürfte den Meisten von euch leicht fallen, doch abseits von unserem Torjäger möchten wir eine weitere Personalie hervorheben, die es durchaus auch verdient hätte. Verteidiger werden in den seltensten Fällen zu einem Spieler des Spiels gewählt, doch die Leistung von Semi Belkahia war am Dienstag überragend. Dies untermauern auch die Statistik-Werte, die ihr nachher in unserer TAKTIKTAFEL-Nachbetrachtung nachlesen könnt. Die Abstimmung läuft noch bis um 15:00 Uhr, zu gewinnen gibt es erneut ein signiertes Weihnachtstrikot. Vielleicht entscheiden sich ja doch ein paar von euch für unser Abwehrtalent, es würde uns (und bestimmt auch Semi) freuen!

Spieler des 16. Spieltags

liga3-online sucht den Spieler des 16.Spieltags. Mit seinen zwei Toren hat es unter anderem Sascha Mölders in die Vorauswahl geschafft. Löwenfans, ihr wisst was das bedeutet: ran an die Mäuse und fleißig voten! Bereits am 15.Spieltag konnte unser Stürmer die Abstimmung für sich entscheiden. Zwei Mal in Folge schafft das bestimmt selten ein Spieler, aber die Kameradschaft kriegt das doch mit links (passend zum starken Fuß von unserem Goalgetter) hin. 🙂

Training

Für unsere Profis steht zunächst eine kurze Videoanalyse an, bevor Coach Michael Köllner die Mannen zum Abschlusstraining bittet.

Ergebnisse 3.Liga

Gestern Abend standen vier weitere Partien des 16.Spieltags auf dem Programm. Dabei trennten sich der FC Bayern II und Duisburg mit 1:1 im Sechzgerstadion. Uerdingen konnte mit einem 2:0-Auswärtssieg drei Punkte aus Köln entführen. Meppens Serie ohne Niederlage (4 Spiele, davon 3 Siege) nach der Quarantäne-Zwangspause wurde gestern durch Zwickau gestoppt, welche wiederum ganz frisch aus der Quarantäne auf den Platz zurückkehrten. Die Gäste gewannen mit 2:1 in der Hänsch-Arena.
Die für uns Löwen interessanteste Partie wurde in Ingolstadt ausgetragen. Gegen den Gegner Hansa Rostock konnte sich die Heimmannschaft knapp mit 1:0 durchsetzen. Das bedeutet Platz 2 für Ingolstadt, Sechzig geht am morgigen Freitag auf Platz 3 in die Begegnung gegen die fünftplatzierten Wiesbadener.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Ingolstadt – Rostock 1:0
Bayern II – Duisburg 1:1
Köln – Uerdingen 0:2
Meppen – Zwickau 1:2

Sechzig@18:60 – Sieg beim FCK +++ 3. Liga heute +++ Corona-Absagen

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Wir sind noch immer ganz begeistert vom gestrigen Auswärtssieg in Kaiserslautern und von der aktuellen Tabelle. Natürlich ist uns aber auch bewusst, dass Platz 2 nur eine Momentaufnahme ist. Die Saison ist noch lang und bis zum Ende dieser Spielzeit wird noch viel Wasser die Isar runterfließen.

Der ewige Mölders

Nichtsdestotrotz genießen wir das Hier und Jetzt – zumindest so weit, wie Corona das zulässt. Auch Sascha Mölders scheint es derzeit extrem zu taugen und fünf Tore in den letzten beiden Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Michael Köllner hatte es nach dem Waldhof-Spiel ja schon angedeutet und gestern bestätigte SM9: “Im Sommer wird nicht Schluss sein!”

Analyse vom Betzenberg

Bernd Winninger hat sich das gestrige 3:0 heute gleich nochmal reingezogen und wird Euch morgen Mittag gekonnt kompetent seine Taktiktafel-Nachbetrachtung präsentieren. Es würde uns angesichts der gestrigen Darbietung schon sehr überraschen, wenn die Statistiken den verdienten Sieg der Löwen nicht bestätigen. Aber lassen wir uns überraschen… Wie dem auch sei: Beim FCK brennt ordentlich der Baum und es wurden Konsequenzen angekündigt.

3. Liga heute Abend

Ob wir als Tabellenzweiter in die Partie gegen den SV Wehen Wiesbaden starten, hängt davon ab, wie sich der FC Ingolstadt 04 heute Abend gegen Hansa Rostock schlägt. Gewinnen die Schanzer, ziehen sie an Sechzig vorbei und selbst die Hansestädter könnten uns theoretisch überholen, müssten dazu jedoch mit 11 Toren Unterschied gewinnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, spendiere ich persönlich ein SM9-Trikot zur Verlosung auf sechzger.de. Word!

Die heutigen Partien im Überblick:

FC Ingolstadt 04 – FC Hansa Rostock
FC Bayern München II – MSV Duisburg
FC Viktoria Köln – KFC Uerdingen
SV Meppen – FSV Zwickau

Absage in Magdeburg

Das Match des 1. FC Magdeburg gegen den 1. FC Saarbrücken wurde coronabedingt abgesagt. Das hat für uns Löwen den positiven Nebeneffekt, dass die Saarländer heute nicht an Sechzig vorbeiziehen können. Dem Thema Spielabsagen hat Christian Jung heute einen interessanten Artikel gewidmet. Viel Spaß beim Lesen!

52.000 Geistertickets in Dresden

Man muss Dynamo ja nicht mögen, aber 52.000 verkaufte Geistertickets für die Pokalpartie gegen den SV Darmstadt 98 sind schon eine Ansage. Dass die SGD das Geld angesichts des drohenden gestrichenen Mietzuschusses durch die Stadt Dresden dringend brauchen kann, liegt auf der Hand.

Beitragsbild: Anne Wild

Spielabsagen in Corona-Zeiten: Freud & Leid in der 3. Liga

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Während gestern Abend der Ball auf dem Betzenberg so erfreulich gut für die Löwen rollte, erreichte die Fußballfans im Lande aus dem Osten der Republik eine weniger gute, wenn auch mittlerweile zum Alltag gehörende Nachricht: Das für heute Abend angesetzte Spiel zwischen den beiden 1. FCs aus Magedeburg und Saarbrücken musste wegen eines positiven Coronatests bei den Gastgebern abgesagt werden. Die Magdeburger Mannschaft befindet sich in Quarantäne.

Es handelt sich um die insgesamt 17. Absage in der laufenden Drittligasaison. Damit wurden über 10% aller Partien abgesagt – der Vergleich zwischen dem SC Verl und dem FSV Zwickau vom 8. Spieltag war sogar schon zweimal betroffen: Nach der ersten Absage am letzten Oktoberwochenende konnte auch zum Nachholtermin am 1. Dezember nicht gespielt werden. Die Westsachsen sind mit insgesamt fünf Stornierungen aktuell die unglücklich Führenden in dieser Disziplin, weshalb sie mit zwölf Punkten aus zwölf Spielen auch die Rote Laterne der 3. Liga innehaben. Türk Gücü und der SV Verl waren beide viermal betroffen, Haching und Meppen dreimal.

Gleichwohl den Löwenfan aufgrund der wechselhaften Geschichte seines Lieblingsvereins ja häufig der Verdacht beschleicht, alle Fußballgötter hätten sich irgendwann einmal gegen den TSV 1860 verschworen, muss man in dieser seltsamen Corona-Saison konstatieren: Bislang haben wir richtig Glück gehabt! Nicht nur, dass – eher kurzfristig gedacht – der Aufsteiger aus dem Saarland durch die Epidemie heute Abend daran gehindert wird, mit einem Sieg in Sachsen-Anhalt in der Tabelle wieder an den Löwen vorbeizuziehen, nein das Team von Michael Köllner gehört auch zu den nur noch sechs verbliebenen Mannschaften der 3. Liga, die in der laufenden Saison keine Corona-bedingte Spielabsage hinnehmen mussten. Wir halten die Daumen, dass dies weiterhin so bleibt!

Dass am letzten Spieltag dieses seltsamen (Fußball-) Jahres 2020 in der 3. Liga ausgerechnet jene sechs Mannschaften in direkten Duellen aufeinandertreffen, die bis hierher noch von keiner einzigen Spielabsage betroffen waren, ist natürlich Zufall. Und dennoch ein interessanter Fakt. Auf das sportliche Gelingen insgesamt hatte dieses Glück aber wohl eher keinen Einfluss: Sowohl Spitzenteams wie unsere Löwen, Dresden und Wiesbaden, Mittelfeldmitglieder wie Köln und Uerdingen, als auch das Kellerkind aus Kaiserslautern konnten die ersten 16 Spiele der Saison planmäßig absolvieren bzw. tun das (in Köln) heute Abend.

Giesinger Gedanken: Die Lage der Löwen nach dem Auswärtssieg am Betze

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Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Vor kaum zehn Tagen stand Sechzig am Abgrund, nichts passte mehr und die Zukunft war rabenschwarz. Seit gestern Abend hängt der Himmel voller Geigen, wir liegen auf Rang 2 und der wird natürlich bis Saisonende verteidigt!

Stopp, liebe Löwen! Aufwachen!!!

Das sind die ganz normalen Ups and Downs einer Drittligasaison. Noch dazu in einer, in der die Mannschaften ganz eng beieinander liegen. Wir tun gut daran, auf dem Teppich zu bleiben.

Noch dazu sollten wir heute zwar über den Sieg froh sein – an ein 3:0 in Kaiserslautern kann ich mich in meiner Fankarriere spontan nicht erinnern. Aber ich fürchte, man darf den Sieg nicht zu hoch hängen. Zu schwach waren die roten Teufel. Das frühe 1:0 durch den sensationellen Freistoß von Richy Neudecker nahm ihnen spürbar den Wind aus den Segeln. Das 2:0 durch Sascha Mölders fiel in der 36. Minute zu einem sehr günstigen Zeitpunkt. Dann folgte die (harte) rote Karte gegen Bachmann direkt vor der Halbzeit. Viel besser kann ein Spiel nicht laufen. Aber vergessen wir nicht, dass von Kaiserslautern in der ersten Hälfte so gut wie keine Gegenwehr erfolgte.

Aus Lauterer Sicht wurde es etwas besser in Durchgang zwei, aber bis auf einen Kopfball und zwei Distanzschüsse über das Tor brachten die Pfälzer nichts zu Wege. Richy Neudecker hätte dagegen in der 53. Minute schon den für die Entscheidung sorgen können (oder müssen), schloss aber einen sehenswerten Angriff mit einem Schuss über das Tor ab. So war es mal wieder Sascha Mölders vorbehalten, den Sack zuzumachen. Die Lauterer ließen den Löwen wieder zu viel Platz, den Willsch nach langem Ball von Wein für eine perfekte Hereingabe auf den Routinier nutzte, der zum zweiten Mal an diesem Abend mit dem Kopf traf. Danach war die Messe natürlich gelesen und das Spiel plätscherte dem Ende entgegen. Diese Zeit nutzte Köllner um Talent Knöferl weitere Einsatzminuten zu gewähren. Dafür wich übrigens Greilinger, der mittlerweile den Eindruck eines Routiniers macht. Dabei ist der Junge auch erst in seiner zweiten Profisaison. Und positiv möchte ich noch Sami Belkahia erwähnen, der hinten nichts anbrennen ließ und den erfahrenen Salger einwandfrei ersetzte. Wenn in Zukunft ein Verteidiger ausfällt, muss man sich also keine Sorgen machen.

Ehrlichgesagt muss man sich eher um die Lauterer Sorgen machen. Wenn die nicht bald anders auftreten, wird das mit dem Nicht-Abstieg eine ganz enge Kiste werden. Jetzt ist man zwar schuldenfrei, steht aber sportlich vor schwierigen Zeiten. Das Leben ist halt kein Wunschkonzert…

Wir stehen nun zumindest bis heute Abend kurz vor 21h auf Platz 2. Vielleicht sogar länger, wenn der Fusionsverein aus Ingolstadt nicht gegen Hansa Rostock gewinnt. Am Freitag kommt dann der SV Wehen ins Sechzgerstadion. Ein nicht zu unterschätzender Gegner. Die Hessen haben sich ziemlich unbemerkt von Vielen aktuell auf Platz 4 der Tabelle vorgearbeitet. Die Löwen tun gut daran, diesen Gegner nicht zu unterschätzen. Sollte dann noch ein Sieg gelingen, wäre das der perfekte Abschluss für das unperfekte Jahr 2020. Danach folgt die sehr kurze Weihnachtspause.

Für die Löwen kommt sie in der aktuellen Form vielleicht etwas ungelegen. Lautern wird sich freuen, dass sie mal ein paar Tage durchschnaufen können. Vielleicht geht Jeff Saibene ja über Weihnachten ein Licht auf, wie er die Mannschaft wieder in die Spur bringen kann. Das hätte ich gerne im Hannenfass mit den Lauterer Fans diskutiert und mit dem ein oder anderen Bier auf unsere junge, hungrige Mannschaft angestoßen, während den roten Teufeln wahrscheinlich nur Frustsaufen geblieben wäre. Aber diese Komponente des Fußballs muss ja leider bis auf Weiteres einfach ausfallen…