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Sechzig@18:60 – Corona-Fälle bei U19 +++ Potentielle Neuzugänge +++ Historie

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Sichtlich geknickt berichtete Geschäftsführer Günther Gorenzel von mehreren positiven Corona-Tests bei der U19 des TSV 1860. Wir wünschen den Spielern, die sich natürlich bereits in Quarantäne befinden, alles Gute und eine baldige Genesung. Der Profikader ist von etwaigen Ansteckungen verschont geblieben.

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Während Aufsteiger Türkgücü mittlerweile 13(!) Neuzugänge präsentierte (u.a. Aaron Berzel), steht bei den Löwen lediglich Erik Tallig auf der Habenseite. Absoluter Wunschkandidat von Trainer Michael Köllner und Geschäftsführer Günther Gorenzel bleibt natürlich Tim Rieder, doch auch für den Offensivbereich tun sich noch einige interessante (und ablösefreie) Optionen auf: Unterhaching gibt beispielsweise Sascha Bigalke (30) ab und auch Nikola Jelisic (25, zuletzt BW Linz) steht aktuell ohne Vertrag da. Geht da was?

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Heute Morgen hatten wir ja bereits auf das Testspiel der Löwen gegen Lazio Rom vor 24 Jahren zurückgeblickt, doch auch in der näheren Vergangenheit wurde am 05.08. mit Löwenbeteiligung gekickt: Vor drei Jahren siegte der TSV 1860 in der Regionalliga Bayern mit 4:1 beim SV Schalding-Heining (Tore: Karger 2x, Jakob, Mölders), 2019 hingegen kam man bei Waldhof Mannheim sang- und klanglos mit 0:4 unter die Räder.

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Leitfaden: Stadion-Feeling für zuhause

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Choreo Pyro 1860 Grünwalder Stadion Westkurve

Noch ist völlig unklar, ob und wann wieder Zuschauer zugelassen werden und wer dann tatsächlich reindarf. Auch die vorgestellten Dauerkartenmodelle werfen noch etliche Fragen auf.

Deswegen präsentieren wir euch heute anhand eines Fundstückes aus dem Web einen kleinen Leitfaden, um das Stadion-Feeling ins eigene Wohnzimmer zu transportieren:

1. Unternimm mit deinen Freunden vor Spielbeginn eine kleine Wanderung durch die Nachbarschaft und stellt euch dabei das ein oder andere Flaschenbier rein.

2. Lasst euch bei der Ankunft zu Hause von deiner Freundin, deinem Freund oder den Mitbewohnern auf mitgebrachte Waffen und/oder pyrotechnische Gegenstände kontrollieren. Safety first!

3. Gießt euch in der Küche ein schales Bier in einen klebrigen Plastikbecher und schmeißt dann jeweils einen 5-Euro-Schein in den Mülleimer. Wiederholt dieses Prozedere mehrfach pro Halbzeit. Bedenkt: Bei Hochrisikospielen unbedingt alkoholfreies Bier einschenken!

4. Euer Stehplatz ist hinter der Couch. Die Sofalehne fungiert als Wellenbrecher. Auf der Couch kann wunderbar eine Zaunfahne platziert werden.

5. Stellt den Fernseher auf stumm und lasst die besten Fangesänge der Löwen bei YouTube laufen. Singt aus voller Kehle mit. Gerne darf einer von euch mit einem Mini-Megafon durch die Wohnung Sachen wie ”Das geht viel, viel lauter, Leute!” schreien. Bevorzugt stellt sich dieser Vorsänger direkt vor den Fernseher, sodass man möglichst wenig vom Spiel sieht.

6. Nach einem Gegentor lehnt ihr euch abwechselnd durch das Fenster, pöbelt in Richtung des Nachbarhauses und sondert provozierende Sätze wie ”Komm doch rüber!” ab. Auch gelegentliche Kopf-ab-Gesten sind gerne gesehen.

7. Wartet in der Halbzeit erstmal für 14 Minuten vor der Toilettentür, bevor ihr das Bad dann einzeln betretet. Wichtig: Beim kleinen Geschäft bevorzugt auf den Rand pinkeln! Nur so kommt das unvergleichliche Stadiontoilettenerlebnis nach Hause. Gerne dürfen auch Aufkleber auf die Waschmaschine geklebt werden.

8. Verpasst euch nach einem Tor für das eigene Team gegenseitig eine kleine Bierdusche und umklammert anschließend alle weichen Gegenstände im Raum. Ganz gemäß dem Motto: ”Plötzlich lag ich wildfremden Kissen in den Armen.”

9. Nach dem Tor dürfen natürlich die zwingend erforderlichen Pöbeleien in Richtung des Nachbarhauses nicht fehlen!

10. Lasst euch nach dem Spiel von einer bekannten Person ein durchgeschwitztes Trikot eures Vereins zuwerfen und kloppt euch drum.

11. Verlasst das Haus und zieht grölend durch die Straßen. Hütet euch aber vor den Bewohnern des Nachbarhauses – die könnten auf Krawall aus sein!

Sechzig um Sieben: Unternehmer für Sechzig schicken U17 ins Trainingslager + Roland Hefter Freitag im Löwenstüberl + Dauerkarten-Verkauf bei den Löwen

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Einmal mehr kann sich der TSV 1860 München auf die “Unternehmer für Sechzig” verlassen: Wir berichteten schon über den Fahrdienst für´s NLZ oder die spektakuläre Reise der U15 nach London – jetzt wurde das Trainingslager der U17 in Viechtach großzügig unterstützt – einen Bericht vom Trainingslager findet ihr auf tsv1860muenchen.org :).

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Roland Hefter tritt am Freitag im Löwenstüberl auf – es gibt noch 20 Restkarten zu 18,60 im Löwenstüberl.

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Alle Infos die wir bisher zum Dauerkarten-Verkauf des TSV 1860 haben findet ihr hier:

Dauerkarten-Verkauf TSV 1860 München

Sechzig@18:60: DFL beschließt “keine Stehplätze, keine Gästefans, kein Alkohol” + Alles zu den TSV 1860-Dauerkarten

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Die DFL hat heute erwartungsgemäß das beschlossen, was sechzger.de schon vor ein paar Tagen angekündigt hatte: keine Stehplätze, keine Gästefans, kein Alkohol. Die genauen Details kann man diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung entnehmen. Freilich: Ob überhaupt Fans zugelassen werden und in welchem Rahmen – das wird letztlich die Politik entscheiden.

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Das wirft natürlich auch Fragen für den Dauerkartenverkauf des TSV 1860 auf – bei den Löwen wird es ja vstl. kein vorrangiges Zutrittsrecht für Fans geben, die eine Karte kaufen und schon vorsorglich auf ihren Rückzahlungsanspruch verzichten. Wie verhält sich das mit den Stehplätzen? Werden dann z.B. auch Stehplätze in den Lospool fallen, der nicht einmal alle Sitzplatzkarten bedienen kann? Oder wird man in der Westkurve provisorische Sitzplätze errichten? Unserer Meinung nach besteht hier noch Klärungsbedarf, bevor der Dauerkartenverkauf startet.

Alle Informationen zu den Dauerkarten und den Änderungen beim MVV haben wir heute früh in diesem Artikel zusammengefasst:

https://sechzger.de/dauerkarten-beim-tsv-1860-kein-vorrangiges-zutrittsrecht-bei-variante-herz-reduziertes-mvv-angebot/

Herz oder Kopf Dauerkarte?

Darüber diskutieren Stephan und Christian in diesem Artikel:

https://sechzger.de/ein-thema-zwei-meinungen-die-dauerkarten-modelle-fuer-2020-21-in-der-diskussion/

EIN THEMA – ZWEI MEINUNGEN: Die Dauerkarten-Modelle für 2020/21 in der Diskussion

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Die gestrige Bekanntmachung der Dauerkarten-Varianten für die neue Saison hat rund um den TSV 1860 zu einer intensiven Diskussion geführt. Wir haben heute Morgen bereits die wichtigsten Fakten zusammengestellt.
Zu den beiden von den Löwen angebotenen Modellen haben sich Christian Jung und Stephan Tempel Gedanken gemacht und präsentieren nachfolgend ihre unterschiedlichen Positionen:

+++ PRO +++

Ihr seid auf der Suche nach der ultimativen Herausforderung eures Lebens? Auf der Jagd nach einer echten Challenge, die euch so richtig fordert und alles abverlangt?

Ich habe den perfekten Vorschlag: Versucht doch mal, alle Löwen Fans zufrieden zu stellen, sodass am Ende kein Blauer mehr was zu mosern hat. Machbar? Ich glaube nicht.

Gestern Nachmittag präsentierte die KGaA – von vielen schon lange erwartet und ersehnt – das Dauerkartenmodell für die Saison 20/21 und sofort setzte er ein, der Chor der Unzufriedenen und der – man muss es mal so hart sagen – ewigen Besserwisser und -könner.

An dem Ansatz, mit „Löwenkopf“ und „Löwenherz“ zwei Dauerkartenvarianten anzubieten, gefällt offensichtlich vielen Fans nicht, dass Sechzig – anders als andere Vereine z.B. in Köln und Rostock – ein mögliches Zugriffsrecht auf die – wegen begrenzter Stadionkapazität – wenigen Tickets nicht an die Größe des Fangeldbeutels bindet. Euer Ernst? Ich finde das die absolut richtige Vorgehensweise. Gerne wird in München-Giesing das Klischee vom Arbeiterverein, vom Verein für die einfachen Leute gepflegt – auch und insbesondere von den Fans. Wir sind nicht die Großkopferten und nicht der Verein zu dem die Schickeria geht – in jeglicher Hinsicht. 🙂 Und in logischer Konsequenz dieses Selbstverständnisses kann man sich bei Sechzig eben auch nicht mit besserem Kontostand die Chance erkaufen, ein Spiel vor begrenzter Zuschauerzahl  zu besuchen. Gut und genau richtig gemacht, Löwen!

Ich gebe zu: Mich persönlich reizt der Erhalt der Sondertrikots, von dem ich noch nicht mal weiß, wie es aussehen wird, nicht genug, um meine drei Dauerkarten in der Stehhalle komplett und von vornherein mit dem Verzicht auf eine Rückerstattung zu belegen, also mein Löwenherz in den Vordergrund zu stellen. Da siegt der Löwenkopf. Aber ich bin froh, dass ich durch diese beiden vorgestellten Varianten auch nicht quasi dazu genötigt werde. Nämlich mit der möglichen Aussicht auf ein baldiges Livespiel (mit einigen wenigen anderen Unverbesserlichen). Ich werde mich sicher mindestens zweifach für den Löwenkopf entscheiden. Befremdlich finde ich, dass eine – so kann man das nämlich durchaus auch betrachten – sozial ausgewogene und wohlüberlegte Handlung der Verantwortlichen von zahlreichen Fans nun in der Hinsicht kritisiert wird, dass man es versäumt hat, mit einer Ausnahmesituation, die die ganze Gesellschaft betrifft, den “großen Reibach” zu machen. Wobei eines klar ist: Wäre Sechzig den Weg des 1. FC Köln oder von Hansa Rostock gegangen, wäre die Kritik von Teilen der Fans auch schon wieder sicher gewesen. Das ist wohl einfach so.

Mein Vorschlag in der Frage „Wer darf rein, wenn nicht alle dürfen?“ wäre übrigens, alle Allesfahrer, die ihre Treue mit den Auswärtskarten nachweisen können, bevorzugt ins Stadion zu lassen und unter den übrigen Dauerkarteninhabern dann zu losen, wer noch Zutritt erhält. Und mal ehrlich: Das echte Stadionfeeling wird es doch sowieso erst wieder geben, wenn wir irgendwann (hoffentlich!) wieder ganz komplett sind.

Christian Jung

— CONTRA —

Wohl nicht zuletzt wegen den negativen Reaktionen beim 1. FC Köln hat der TSV 1860 darauf verzichtet, Löwen-Fans, welche sich bei den Jahreskarten für die „Herz-Variante“ entscheiden, ein vorrangiges Zutrittsrecht im Falle von Corona-Zutritts-Einschränkungen zu gewähren. Meiner Meinung nach ein Fehler: 

Mein Sitzplatz in der Stehhalle hat mich für die letzte Saison 460,- Euro gekostet. Dafür, dass ich zu einem Drittel der Spiele wegen Corona nicht gehen konnte, kann niemand etwas. Dass ich dafür mein Geld nicht zurückgefordert habe, war für mich selbstverständlich: Das Geld war ohnehin schon weg und die Löwen hatten damit geplant.

Diese Saison stellt sich das für mich jedoch etwas anders dar: Spiele mit Zuschauern, vor allem mit voller Kapazität sind aktuell schwer bis gar nicht vorstellbar. Jetzt bittet mich mein Herzensverein im Vorfeld, für den Fall, dass ich wieder nicht ins Stadion darf, auf mein Geld zu verzichten. Dafür bekomme ich einen Gutschein für ein Sondertrikot. Was auf den Stehplätzen für 245,- Euro schon ein stolzer Trikotpreis ist, geht auf den Sitzplätzen für 460,- Euro (Stehhalle) oder 550,- Euro (Haupttribüne) dann schon fließend in Wahnsinn über.

In Köln oder Rostock bekommt man bei vergleichbaren Modellen als Käufer der „Herz-Variante“ immerhin in Aussicht gestellt, bei Spielen mit reduzierter Kapazität vorrangig ins Stadion zu dürfen. Bei Sechzig ist das nicht so, weil man niemand benachteiligen will. 

Dabei wäre es nur gerecht: Wer bereit ist, auf einen Geldbetrag zu verzichten, um die Löwen zu unterstützen, der darf auch zuerst wieder ins Stadion – und gehört nicht in einen Lostopf mit denen, die sich im Falle eines Ausfalles ihr Geld wieder zurück holen. 

Es gibt Leute, die würden ihr letztes Hemd dafür geben, um die Löwen wieder live im Stadion sehen zu dürfen. Diese sollten auch die Möglichkeit haben, sich dieses Recht zu erwerben. Wer bezahlt, der darf ins Stadion – die anderen bekommen ihr Geld zurück. Das halte ich für deutlich gerechter, als wenn der, der draußen vor dem Stadion bleibt, ebensoviel bezahlt wie der, der ins Stadion gelost wurde. 

Ein Löwenfan äußerste eine ganz perverse Vermutung: „Wäre ja eigentlich praktisch, wenn die zufälligerweise nur Leute ins Stadion losen, die nicht verzichten würden. Dann haben sie von denen das Geld – und von den anderen Doofen auch.“ Soweit würde ich nicht gehen – ich gehe ohnehin davon aus, dass jemand, der ins Stadion gelost wird, bei der nächsten Ziehung dann nicht mehr im Lostopf dabei ist. Wobei es auch hier hilfreich wäre, im Vorfeld zu erklären, wie im Falle von Kapazitätsbeschränkungen verfahren wird. 

Es ist sehr gut möglich, dass wir auch in der kommenden Saison kein einziges oder sehr wenige Löwen-Spiele live sehen werden. Nicht böse sein, aber die Aussicht auf ein Trikot ist mir für 460,- Euro zu wenig. Ob das Geld dafür bzw. für die letzten Geistertickets in den Kader fließt (bzw. floss), oder nur Ismaiks Defizit verringert(e), verdient ohnehin eine genauere Betrachtung. Für mich gibt es da aktuell zu viele Fragezeichen.

Geld verschenkt habe ich genug, ohne genau zu wissen an wen oder wofür. Ich werde dieses mal die “Kopf-Variante” wählen, denn: Auf eine Rückerstattung verzichten kann ich immer noch, wenn ich sehe, dass das Geld wirklich in den Kader fließt. 

Stephan Tempel

 

Dauerkarten beim TSV 1860: Kein vorrangiges Zutrittsrecht bei Variante Herz + reduziertes MVV-Angebot

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München: Wie der TSV 1860 gestern mitteilte, startet der Verkauf der Jahreskarten am kommenden Freitag – die Löwen-Fans haben zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

(Anmerkung in eigener Sache: “Sechzig um Sieben” fällt heute diesem Beitrag zum Opfer – aber seit “Sechzig@18:60” von gestern hat sich ohnehin nichts getan)

Variante „Löwenkopf“: Zu den üblichen Vorteilen einer Dauerkarte –  man hat  z.B. auch im nächsten Jahr das Vorkaufsrecht für eine Dauerkarte, ebenso wie für Relegationsspiele – hat man bei dieser Variante einen anteiligen Rückerstattungsanspruch für Spiele, die wegen Corona nicht besucht werden konnten.

Variante „Löwenherz“: Hier verzichtet der Löwen-Fan automatisch auf eine evtl. Rückerstattung, bekommt dafür im Gegenzug aber den Gutschein für ein exklusives Sondertrikot. Zitat von tsv1860.de: „In diesem Trikot wird die Mannschaft in der Saison 20/211 in einem Ligaspiel auflaufen, vielleicht ja sogar dann, wenn ihr endlich wieder alle ins Stadion dürft und 15.000 Zuschauer in München-Giesing sind. Ganz bestimmt aber zu letzten Spieltag der Saison.“

Eine Variante also, die in so ähnlicher Form mit leicht unterschiedlichen Modellen bei mehreren Vereinen angeboten wird, in der Kombination mit dem Trikot erinnert sie am ehesten an die Variante von Hansa Rostock, die wir vor 6 Tagen vorgestellt hatten:

Dauerkarten-Modelle bei Hansa-Rostock mit Sondertrikot

Allerdings mit einem – nicht ganz unerheblichen – Unterschied: Die Jahreskarte bei Hansa garantiert bei möglichen Kapazitätsbegrenzungen unter anderem ein Zutritts-Vorrecht zum Ostseestadion und als besonderes Dankeschön ein Sondertrikot (für Vollzahler), das an die letzte DDR-Meisterschaft 1990/91 erinnert beziehungsweise einen Retro-Schal (für ermäßigte Karten).

Wer also von vornherein bereit ist auf Geld zu verzichten, darf eher ins Stadion. Ein Modell, welches nicht nur in Rostock, sondern auch beim 1. FC Köln so praktiziert wird – und dort sorgte es für einen Shitstorm:

1. FC Köln – ein unlösbares Dauerkartenproblem

So einen wollte man beim TSV 1860 vermeiden und verzichtete aus diesem Grunde auf eine entsprechende Klausel: Löwenfans, die es sich nicht leisten können (oder wollen) auf dieses Geld zu verzichten, sollen nicht benachteiligt werden.

So ganz klar ist das offensichtlich nicht jedem Löwen-Fan: In den sozialen Netzwerken findet man einige Postings von Fans des TSV 1860, die davon ausgehen dass bei einer Corona-bedingten Kapazitätsbegrenzung die mit der Variante „Herz“ bei der Ticketvergabe bevorzugt werden. Auch einige Whats-App mit ähnlichen Gedanken erreichten uns zu diesem Thema.

Freilich, geschrieben hatte der TSV 1860 auf der offiziellen Homepage nichts dergleichen. Wie kommen die Fans also darauf?

Vermutlich weil sie es so von Nachrichten aus Köln oder Rostock kennen, oder/und aber weil es ihnen logisch erscheint. Der TSV 1860 sollte hier dringend klar kommunizieren, dass – unseren Informationen nach – kein vorrangiges Zutrittsrecht für die „Herz-Variante“ vorgesehen ist.

Reduziertes MVV-Angebot?

Fast untergegangen in dem langen Text auf der Homepage wäre dann beinahe folgender Satz:

„die Dauerkarten gibt es weiterhin zum gleichen Preis, allerdings eventuell mit leicht eingeschränkten MVV-Tarifzonen“. Soweit tsv1860.de.

Aus Kreisen des MVV hört man, dass die Löwen am überlegen sind zukünftig nur noch den M-Bereich in die Dauerkarte zu integrieren und zu bezahlen um sich so eine ordentliche Summe Geld zu sparen. Was dem Giesinger oder Münchner herzlich egal sein kann, bedeutet für Löwenfans im Umland eine saftige Preiserhöhung: Von z.B. Zorneding, Fürstenfeldbruck oder Esting die drei Stationen in den M-Bereich? Das sind mal eben 3,30 Euro – je einfach Fahrt, also 6,60 Euro je Heimspiel. Wenige Stationen weiter sind es 5,- Euro je einfach Fahrt – je Spiel 10,- Euro – und weit draußen im bisherigen inkludierten MVV-Bereich in Wasserburg sind es 8,30 Euro je Fahrt – ein Heimspiel wird da mal eben 16,60 Euro teurer. Pro Person versteht sich. Ein Extrembeispiel sicherlich, aber die Züge aus Wasserburg nach München sind immer gut gefüllt mit Löwenfans. Ob sie das auch noch sind wenn eine Saison für sie mal eben rund 300,- Euro teurer wird?

Wie immer gibt es für alles ein Pro- und Contra – und auch in der sechzger.de-Redaktion gibt es höchst unterschiedliche Ansichten, ob der geplante Dauerkartenverkauf nach dem jetzigen Stand sinnvoll ist: Heute mittag werden wir euch Pro & Contra von Christian & Stephan vorstellen, bis dahin interessiert uns – und sicherlich auch die Verantwortlichen beim TSV 1860 –  eure Meinung:

Wie findet ihr die Varianten, welche die Löwen anbieten?
Was hättet ihr anders gemacht?
Eure Meinung zum reduzierten MVV?

Sechzig@18:60 – Merchandising GmbH +++ Dauerkarten +++ Biographie Hinterberger +++ U21

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Hurra, es wird wieder Fußball gespielt! Heute startete der TSV 1860 mit dem obligatorischen Laktattest in die Saison 2020/21; neben Neuzugang Erik Tallig und den vielen Youngstern im Löwen-Kader, stand dabei natürlich Routinier Sascha Mölders im Zentrum des Interesses. Unserem erfolgreichsten Stürmer (zuletzt 15 Tore und 15 Assists) wird ja immer wieder mangelnde Fitness vorgeworfen, die gezeigten Leistungen lassen die Kritiker jedoch meist schnell verstummen. Hoffen wir, dass das auch in der kommenden Spielzeit der Fall sein wird. Passend dazu auch die Nachricht, dass der Dauerkartenverkauf für die kommende Saison am Freitag starten wird und die Fans zwischen zwei Modellen wählen können.

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Auch unsere U21 ist in die Vorbereitung gestartet und direkt ein fünftägiges Trainingslager nach Bad Füssing gereist, wo Trainer Frank Schmöller die Grundlagen für eine erfolgreiche Fortsetzung der Saison 19/20 legen möchte.

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Apropos Trainingslager – findet das der ersten Mannschaft mit oder ohne Fans statt? Wir habe es heute morgen um sieben Uhr anstatt “Sechzig um Sieben” beleuchtet: https://sechzger.de/tsv-1860-training-ohne-fans-trainingslager-mit-fans-fanpaket-buchbar/

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Natürlich wollen wir Sechzig@18:60 nochmal nutzen, um auf unseren heutigen Artikel zum Thema “Fanartikel GmbH beim TSV 1860” hinzuweisen. Wer oder was ist die Merchandising GmbH? Was macht sie? In welcher Beziehung steht sie zum TSV 1860? Warum verklagt sie Löwenfans und hat sie damit Erfolgschancen? Unser Gastautor Peter Schaefer (Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Markenrecht, Urheberrecht, Lizenzrecht und Vertragsrecht) klärt Euch auf!

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“You make me happy, when skies are grey!”

Ja, Florian Hinterberger war als Trainer der 1860-Amateure extrem beliebt und nicht umsonst wurden dem gebürtigen Oberpfälzer gleich mehrere Fangesänge der Amateure-Szene zuteil. Auch als Sportdirektor zeigte sich Hinterberger sehr fannah und leistete eine hervorragende Arbeit – auch wenn viele das erst in der Retrospektive erkannten. Am Donnerstag erscheint nun endlich seine Biographie “Er will halt nur Fußball spielen”, die die BILD zu der ebenso gewohnt übertriebenen wie sinnbefreiten Schlagzeile “Hinterberger packt aus!” veranlasste.

Wer Hinterberger kennt, der weiß, dass er kein Mann der lauten Töne ist, sondern lieber Taten sprechen lässt – und der in seinem Buch doch sehr wortgewandt und anschaulich darstellt, wie aus einem Regensburger Domspatz ein Fußballprofi und UEFA-Cup-Sieger (1988 mit Bayer Leverkusen) werden kann. Und natürlich kommt sein Herzensverein, der TSV 1860 München, auch nicht zu kurz…

Dauerkartenverkauf ab Freitag

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Löwen Fans im Grünwalder Stadion TSV 1860 Heimspiele
Löwen Fans im Grünwalder Stadion

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Bereits vor Wochen hatte sich sechzger.de Gedanken zu möglichen Szenarien des Dauerkartenverkaufs gemacht, heute veröffentlichte die KGaA nun endlich auch ihre Ideen und teilte mit, der Verkauf der Dauerkarten starte bereits am Freitag. Und auch wenn es in einem anderen Blog als Exklusivmeldung verkauft wurde, so waren die Szenarien durchaus auch uns bekannt. Es ist halt eine Frage des Stils, sich an Abmachungen zu halten und die KGaA solche News als Erste veröffentlichen zu lassen…

Wie dem auch sei: Die Fans können zwischen den Varianten Löwenherz und Löwenkopf wählen.

Wofür entscheidet Ihr Euch? Oder holt Ihr Euch keine Dauerkarte?

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Das verkaufte Standbein – der Verkauf der Fanartikel GmbH beim TSV 1860

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Bleiben die Kurven auch nach Corona leer? 1860
"Fußball gehört den Fans" - Bild von Anne Wild

Das verkaufte Standbein

Der Verkauf der Fanartikel-GmbH hat der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA finanziell und imagetechnisch erheblich geschadet.

Ein Gastbeitrag von Rechtsanwalt Peter Schaefer

Profifußballfirmen haben heutzutage verschiedene Einkommensquellen.  Diese können grob in zwei Kategorien aufgeteilt werden, nämlich in laufende und nicht-laufende Einkommensquellen.

Die nicht-laufenden Einkommensquellen stellen die Verkäufe von Firmenanteilen an Dritte dar – meist Unternehmen oder Investoren –, welche sich ihr Stück vom Kuchen je nach wirtschaftlicher Situation, Ligazugehörigkeit und Bekanntheit der Fußballfirma gerne einiges kosten lassen.

Die laufenden Einkommensquellen bestehen in der Regel aus Fernsehgeldern, Ticketing-Einnahmen, Sponsoring, Vermarktung und dem Verkauf von Fanartikeln. Gerade in Liga 3 haben Einnahmen aus Ticketing und Fanartikeln im Verhältnis zu den Fernsehgeldern einen deutlich höheren Stellenwert.

Der Verkauf des Fanshops

Der TSV München von 1860 GmbH und Co KGaA fehlt eine dieser laufenden Einkommensquellen, was sich insbesondere in Liga 3 auch schmerzlich bemerkbar macht:

Um (finanzielle) Auflagen der DFL erfüllen zu können und da eine anderweitige Finanzierung nicht erzielt werden konnte, wurde im Januar 2012 die TSV München von 1860 Fan Artikel der Fußball-Lizenzspielerabteilung GmbH von der TSV München von 1860 GmbH und Co KGaA für ca. 1 Million Euro an Hasan Ismaik verkauft, dessen Firma bereits 60% der Anteile  an letztgenannter KGaA hält. Die Fanartikel-Gesellschaft wurde umbenannt in die „TSV 1860 Merchandising GmbH“.

Als ein Vertrag, der „Rahmenbedingungen für Investitionen in der Zukunft“ geschaffen hatte, wurde dieser Deal publiziert, der ehemalige Präsident Dieter Schneider versicherte, dass aus den Verhandlungen keiner als Gewinner oder Verlierer hervorgegangen sei: „Es gibt nur einen Sieger und das sind die Löwen.“ Recht sollte er mit dieser Aussage nicht behalten.

Die rechtliche Lage – und was das mit den Einnahmen zu tun hat

Während die Fanartikel GmbH vor dem Verkauf ihre Überschüsse auf die KGaA übertrug, welche diese verwenden konnte, um die Erlöse bspw. in den Kader zu stecken, stellt sie nun eine eigenständige Gesellschaft dar, die rein rechtlich mit dem TSV 1860 (KGaA & e.V.) nichts mehr zu tun hat – fast.

Fast deshalb, weil mit dem Verkauf des Fanshops keine Marken übergangen sind.

Kurzer Markenexkurs – welche Marken gibt es bei 1860?

Die Marke als gewerbliches Schutzrecht gibt es in verschiedenen Konstellationen. Bei den Löwen beschäftigen wir uns mit Wortmarken bzw. Wort-Bild-Marken. Eine Wortmarke schützt rein das Wort, also den Namen der Marke. Eine Wort-Bild-Marke schützt eine grafische Darstellung einer Marke, in welcher ein Wort oder Zeichenfolgen enthalten sind. Das bekannte 1860-Logo mit dem Löwen und den 4 Zahlen „1860“ stellt eine solche Wort-Bild-Marke dar.

Ein Auszug über die 1860-relevanten Marken:

Marke                                       Markenart                  Inhaber

1860 München                          Wortmarke                 e.V.

1860 München                          Wortmarke                 KGaA

1860                                          Wortmarke                 KGaA

„1860 Logo: Löwe + 1860“        Wort-Bildmarke         KGaA (5 Versionen)

„1860 Logo: Löwe + 1860“        Wort-Bildmarke         e.V. (1 Version)

Einmal Löwe – immer Löwe      Wortmarke                 KGaA

Münchens große Liebe              Wortmarke                 Stefan Schneider

Die TSV 1860 Merchandising GmbH ist nicht Inhaberin einer zu 1860 zugehörigen Marke. Um jedoch Fanartikel mit dem 1860-Löwen vertreiben zu dürfen und keine Markenverletzung zu begehen, benötigt sie die Erlaubnis der Markeninhaberin, in diesem Fall der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA oder hinsichtlich des Spruches „Münchens große Liebe“ des Stadionsprechers Stefan Schneider.

Was bedeutet „Lizenzvertrag“?

Eine solche Erlaubnis zur Nutzung einer Marke nennt man „Lizenz“. Die Regelungen über die Nutzung einer Marke werden also in einem Lizenzvertrag festgelegt. Hier werden die Marken, um die es geht, aufgelistet, die eingeräumten Nutzungsrechte beschrieben sowie deren Umfang festgelegt und auch Lizenzgebühren, Reporting- und Buchführungspflichten, Buchprüfungsrechte sowie Haftungsregelungen etc. vereinbart.

Zwischen der TSV 1860 Merchandising GmbH und der TSV München von 1860 GmbH und Co KGaA existiert, wenn überhaupt („Unter anderem ist ein Vertrag, auf den sich die Merchandising GmbH beruft, nämlich entweder nie zustande gekommen oder nicht mehr auffindbar“, SZ vom 03.05.2020), ein Vertragsverhältnis, das in Form und Inhalt die Markeninhaberin in zwei Punkten stark benachteiligt:

Der erste Fehler besteht in der Ermittlung der Lizenzgebühren: Hier wird aus dem Gewinn der TSV 1860 Merchandising GmbH, soweit er 120.000,- Euro übersteigt, die Hälfte an die KGaA ausbezahlt.

In Zahlen: Für das Geschäftsjahr 2017 erhielt die KGaA 108.387,29 Euro aus dem gesamten Fanartikelgeschäft, 2018 nur 16.973,50 Euro und 2019 immerhin 56.522 Euro (Quelle: Northdata, TSV 1860 Merchandising GmbH – Bilanzen).

Bei Lizenzvereinbarungen darf man jedoch nie am Gewinn des Unternehmens ansetzen: wird ein Unternehmen schlecht geführt oder werden die Ausgaben, die das Unternehmen hat, bewusst oder unbewusst in die Höhe geschraubt, mindert dies automatisch den Gewinn und folglich auch die Einnahmen der Lizenzgeberin (= KGaA).

Oder kurz gesagt: „Parkt“ der Lizenznehmer (= Fanshop) beispielsweise teures Personal in der GmbH, geschieht dies faktisch auch auf Kosten der Markeninhaberin.

Somit wäre für die Zukunft darauf zu achten, dass die Beteiligung der KGaA am Gesamtumsatz mit Fanartikeln in Prozent bemessen wird oder, falls am Gewinnmodell festgehalten wird, sich auch die KGaA eine sogenannte „Mindestlizenzgebühr“ pro Jahr in Höhe einer festgelegten Summe einräumen lässt, welche unabhängig vom Gewinn des Fanshops zu bezahlen ist. Dies führt uns aber direkt zu Fehler Nummer zwei: die Vertragslaufzeit und faktisch kaum vorhandenen Kündigungsmöglichkeiten.

Das Vertragsverhältnis zwischen der KGaA und dem Fanshop ist auf 20 Jahre ausgelegt, mit frühester Möglichkeit, das Vertragsverhältnis nach 10 Jahren zu beenden. 2012 wurde der Vertrag geschlossen, sodass diese 10 Jahre 2021 eigentlich ablaufen würden. Jedoch ist ein ist eine Vertragsbeendigung nur möglich, wenn sich die TSV 1860 Merchandising GmbH „grobe Verfehlungen“ oder ähnliche Vergehen (die genaue Bezeichnung ist dem Verfasser nicht bekannt) leistet und aufgrund derer die KGaA den Vertrag beenden möchte. Für einen Juristen ist eine solche Regelung in jedem Falle höchst bedenklich.

Kosten und Imageschäden

Die Rechtsstreitigkeiten, die die TSV 1860 Merchandising GmbH gegen Fanorganisationen oder auch einzelne Löwenfans führt, schädigen die Marke „1860“ in zweierlei Hinsicht:

Wem die komplizierten Strukturen zwischen e.V., Geschäftsführungs-GmbH, KGaA, HAM Ltd. und der TSV 1860 Merchandising GmbH nicht bekannt sind, dem zeichnet sich das Bild, dass „1860“ seine eigenen Fans verklagt. Dass die TSV 1860 Merchandising-GmbH, wie bereits beschrieben, eine vollkommen eigenständige Gesellschaft und nur – wenn überhaupt -Markenlizenznehmerin ist, ist den wenigsten, die sich nicht vertieft mit der Materie auseinandersetzen, bekannt.

Durch die unbedachten und rechtlich völlig haltlosen Abmahnungen einzelner Fans, welche Fanutensilien mit 1860-Bezug privat auf Online-Auktionsplattformen angeboten hatten, was bundesweit für Aufsehen sorgte, wurde die Marke „1860“ durch ihre Lizenznehmerin schwer beschädigt.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem sich derzeit in der Berufung befindlichen Rechtsstreit der TSV 1860 Merchandising GmbH gegen die Faninitiative „LÖWEN-FANS GEGEN RECHTS“.

Ausgangspunkt für den Streit in erster Instanz waren die von den „LÖWEN-FANS GEGEN RECHTS“ vertriebenen T-Shirts und Aufkleber mit dem durchgestrichenen Konterfei von Hasan Ismaik, geziert mit dem Spruch „Verdammt ich lieb‘ dich, ich lieb‘ dich nicht“ sowie eine der Wort-Bild-Marke von 1860 ähnlichen Löwenabbildung. Zudem ging die TSV 1860 Merchandising GmbH gegen das Logo der LÖWEN-FANS GEGEN RECHTS“ vor. Die Initiative führt seit 25 Jahren ein Logo, welches die Wort-Bild-Marke von 1860 sowie eine Faust, die ein Hakenkreuz zertrümmert, darstellt:

Richtigerweise wurden diese Aussagen sowie die Logoverwendungen vom entscheidenden Landgericht als von der Meinungsfreiheit gedeckt angesehen. Primär scheiterte die Klage vor allem an der Aktivlegitimation (Erklärung hierzu weiter unten) der TSV 1860 Merchandising GmbH.

Dass ein solches Vorgehen gegen eine Fanvereinigung, die sich dem Kampf gegen Rassismus, Faschismus und sonstiges nationalsozialistisches Gedankengut verschrieben hat, dies schon viele Jahre praktiziert und hierfür schon mehrfach ausgezeichnet wurde (unter anderem mit dem „Münchner Bürgerpreis für Demokratie – gegen Vergessen“), erneut einen erheblichen Imageschaden für die Marke „1860“ darstellt, muss wohl kaum näher beleuchtet werden.

Jedoch wird dieser Rechtsstreit auch finanziell zum Teil womöglich auf Kosten der KGaA ausgetragen:

Ein Rechtsstreit dieser Größenordnung kostet die unterliegende Partei mindestens ca. 20.000,- Euro. Rechnen die beteiligten Anwälte nach Stunden ab, dürfte der Endbetrag noch höher anzusetzen sein. Hinzu kommen Fahrtkosten, Hotelkosten, etc.

All dies sind Kosten, die erneut den Gewinn der TSV 1860 Merchandising GmbH schmälern und somit auch von der Beteiligung der KGaA abgezogen werden können.

Große Chancen auf Erfolg dürfen sich die Anwälte der TSV 1860 Merchandising GmbH nicht ausrechnen: Im Juni, kurz vor der mündlichen Verhandlung, erhielten die Parteien den richterlichen Hinweis, dass die Berufung wohl keine Aussicht auf Erfolg habe. Grund hierfür war erneut die fehlende Aktivlegitimation der Klägerin, der TSV 1860 Merchandising GmbH: Aktivlegitimation bedeutet, Rechtsansprüche geltend machen zu können. Im Markenrecht kann dies nur der jeweilige Markeninhaber oder ein von diesem hierzu wirksam bevollmächtigter Dritter (wie z.B. Lizenznehmer). Zwar wurde von der TSV München von 1860 GmbH und Co KGaA ein auf Michael Scharold lautendes Dokument unterzeichnet, aus welchem die TSV 1860 Merchandising GmbH entsprechende Rechte meint herleiten zu können, jedoch dürfte das vorgelegte Dokument einer inhaltlichen Kontrolle dem richterlichen Hinweis zufolge nicht standhalten.

Nach Eingang des eben genannten richterlichen Hinweises stellte die TSV 1860 Merchandising GmbH Antrag auf Terminverschiebung mit der Begründung, dass Anthony Power (Geschäftsführer der TSV 1860 Merchandising GmbH), dessen persönliches Erscheinen bei der Verhandlung angeordnet worden war, bis Ende August terminlich nicht in der Lage sei, an der Verhandlung teilzunehmen. Was ihn über 2 Monate nicht in die Lage versetzen sollte, an einem Tag persönlich in Nürnberg beim Oberlandesgericht zu erscheinen, ist nicht näher bekannt.

Dass die Berufung kurz vor der mündlichen Verhandlung Mitte September doch noch zurückgenommen wird, ist nicht gänzlich unwahrscheinlich.

Zusammengefasst:

Der Verkauf des Fanshops war einer der größten Fehler in der jüngeren Geschichte des TSV 1860. Nicht nur, weil die vertraglichen Regelungen für die KGaA ein finanzielles Desaster darstellen, sondern auch, weil die TSV 1860 Merchandising GmbH der Marke und dem gesamten Umfeld des TSV 1860 einen erheblichen Imageschaden zugefügt hat.

Es gilt daher, das Vertragsverhältnis zwischen der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA und der TSV 1860 Merchandising GmbH neu zu verhandeln bzw. den Vertrag / gewisse Klauseln auf deren rechtliche Haltbarkeit zu überprüfen.

Sollte dies nicht gelingen, bleibt als Möglichkeit zur Mittelgenerierung aus Fanartikeln nur die Anmeldung einer neuen Marke mit 1860-Bezug, jedoch ohne Verwechslungsgefahr zu bestehenden Marken der KGaA. Diese neue Marke könnte der Verein oder die KGaA anmelden, hieraus eine neue Fanshop-Gesellschaft ausgründen und die Reinerlöse zu 100% dem Mannschaftsetat oder der Löwenjugend/ dem dieBayerische –NLZ zur Verfügung stellen. In jedem Fall bieten beide Möglichkeiten genügend Raum für neuen Zündstoff.

Peter Schaefer ist Rechtsanwalt in einer Kanzlei in München. Seine anwaltlichen Schwerpunkte sind u.a. Markenrecht, Urheberrecht, Lizenzrecht und Vertragsrecht.

TSV 1860: Training ohne Fans – Trainingslager mit Fans? Fanpaket buchbar

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Wenn der TSV 1860 ab dem heutigen Tage zum Training für die Saison 2020/21 bittet, dann müssen die Löwen-Fans wegen Corona – vorerst – draußen bleiben: Wie die Löwen wenig überraschend am Sonntag mitteilten werden „momentan und wahrscheinlich auch in den ersten Trainingswochen“ die Trainingseinheiten und Testspiele ohne Fans stattfinden.

(Anmerkung: Die Rubrik “Sechzig um Sieben” entfällt heute morgen.)

Löwenstüberl und Fanshop können jedoch ungehindert besucht werden. Für die Trainingskiebitze, Autogrammjäger und den Löwenstüberl-Wirt ärgerlich, allerdings verständlich: Kontakte und Risiko minimieren ist wegen der Corona-Pandemie angesagt.

Am Mittwoch den 26.08.2020 fährt der TSV 1860 – wie schon im Vorjahr ins Trainingslager ins Dilly Wellnesshotel nach Windischgarsten in Oberösterreich: Dort findet jeder Fußballverein traumhafte Bedingungen – die Referenzen des Dillys in Punkto Trainingslager sind beeindruckend: Eintracht Frankfurt, Austria und Rapid Wien, Galatasaray Istanbul, Red Bull Salzburg, etc. – die Liste ist lang, die Löwen haben es auf diese – noch – nicht geschafft. Union Berlin oder die TSG Hoffenheim – beide gastierten 2019 ebenfalls im Dillys – allerdings auch nicht.

Aktuell bietet das Dilly für das Trainingslager des TSV 1860 2020 mehrere Fanpakte an, sowohl in der Lodge als auch im Hotel – das Hotelpaket ist teurer, dafür ist auch der Zugang zum Wellnessbereich inkludiert: Auf 5000 Quadratmetern Wellness Indoor finden – nicht nur – die Löwen-(Fans) u.a. 15 verschiedene Sauna- und Relaxkabinen, drei Hallenbäder, ein Biotop, Schönheitsprogramme und Beautybehandlungen. Dazu kommen noch drei beheizte Freibäder – im Dillys fehlt es an nichts.

In den E-Mails die die Vorjahrsteilnehmer zur Buchung erhalten haben, wird ausdrücklich darauf hingewiesen dass es von den Corona-Auflagen abhängt, ob die Mannschaft des TSV 1860 auch zum Fanabend erscheint – oder dass die aktuellen Corona-Auflagen eigenverantwortlich einzuhalten sind. Ob die Testspiele dort mit  Zuschauern stattfinden können?

Windischgarsten liegt in Oberösterreich, rund 280 Kilometer von München entfernt. Windischgarsten selbst hat rund 2500 Einwohner und liegt im Bezirk Kirchdorf – auf die rund 57 000 Einwohner dort gibt es aktuell 6 Corona-Fälle.

In Österreich gelten zur Zeit folgende Auflagen:

https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Aktuelle-Maßnahmen.html

Was machen andere Fußball-Vereine? Das Trainingslager von Dortmund (Schweiz – Fans wären möglich) findet komplett unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, Eintracht Frankfurt verzichtet ganz aufs Trainingslager, Schalke 04 macht zwei Trainingslager (das in Herzlake ohne Fans, für Österreich lässt man sich die Lage offen und der SV Werder Bremen reist ins schöne Zillertal und würde seine Fans gerne mitnehmen.

Zurück zum TSV 1860 – dort weiß man zumindest offiziell noch nichts genaues. Das Trainingslager startet in 3,5 Wochen – und man kann hier niemandem einen Vorwurf machen, dass man noch nichts genaues sagen kann: Besondere Zeiten erfordern nun einmal besondere Maßnahmen und vieles ist wegen Corona nicht planbar. So ärgerlich das auch für die Fans ist, die gerne ins Trainingslager mitfahren oder bei den Trainings zusehen wollen: Nix genaues weiß man nicht. Wir halten euch auf dem laufenden.

Das Beitragsbild ist vom Trainingslager des TSV 1860 im Januar 2020 im spanischen La Manga.