Die Entscheidung ist gefallen. Der TSV 1860 München wird den Vertrag mit Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer laut Medienberichten nicht über den 30.Juni 2024 hinaus verlängern. Der Streit zwischen den beiden Gesellschaftern dürfte damit neue Dimensionen erreichen.
Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer nur noch bis Juni beim TSV 1860
Seit Wochen wurde beim TSV 1860 München über die Zukunft von Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer diskutiert. Die Personalie wurde zuletzt zu einem Politikum an der Grünwalder Straße. Privatpersonen und Sponsoren forderten Ende Oktober in einem öffentlichen Brief die Weiterbeschäftigung des 42-Jährigen. Andernfalls würden sie ihr Engagement bei den Löwen möglicherweise beenden. Hasan Ismaik griff diese Forderung zuletzt auf und forderte gegenüber der Welt vehement, dass Marc-Nicolai Pfeifer weiterhin Geschäftsführer beim TSV 1860 bleiben solle. Andernfalls würden die HAM-Vertreter rechtliche Schritte gegen das Präsidium prüfen.
Wenn der Verein durch das Fehlverhalten bestimmter Personen Schaden erleidet, werden diese zur Verantwortung gezogen.
Letzte Woche fand dann eine vorentscheidende Beiratssitzung an der Grünwalder Straße statt. Die Beschlussfassung über die Zukunft des in Ludwigsburg geborenen Pfeifers fiel in dem paritätisch besetztem Gremium Informationen der Süddeutschen Zeitung zufolge mit einem 2:2-Unentschieden aus. Die e.V.-Vertreter Robert Reisinger und Nicolai Walch stimmten gegen eine Verlängerung mit dem aktuellen Geschäftsführer, die HAM-Vertreter Andrew Livingston und Saki Stimoniaris hingegen dafür.
Die schlussendliche Entscheidung traf damit die Gesellschafterversammlung der TSV München von 1860 Geschäftsführungs-GmbH, deren Alleingesellschafter der e.V. ist. Wie mittlerweile bekannt wurde, sprach sich dieses Gremium mehrheitlich für die Trennung von Marc-Nicolai Pfeifer zum 30.Juni 2024 aus. Der ohnehin schon lodernde Streit zwischen den beiden Gesellschaftern dürfte damit in eine weitere Runde gehen und könnte neue Dimensionen annehmen.
Schon vor der Bekanntgabe des Beschlusses hatte die Seite um Hasan Ismaik laut der SZ einen Strafrechtsanwalt eingeschaltet, um etwaige Schadensersatzforderungen prüfen zu lassen. Mögliche Konsequenzen drohen zudem von Seiten der Sponsoren, die sich mittlerweile im sogenannten “Bündnis Zukunft” zusammengeschlossen haben.
Ob die Löwen im Winter auf dem Transfermarkt aktiv werden, steht noch in den Sternen. Die finanziellen Mittel dafür dürften allerdings begrenzt sein. Einer, der bereits in der Vergangenheit das weiß-blaue Trikot trug, äußert nun allerdings sein Interesse an einem erneuten Engagement an der Grünwalder Straße. Es ist der mittlerweile 33-jährige Yannick Stark, der sich eine Rückkehr zum TSV 1860 München gut vorstellen kann.
Stark hält sich in Unterhaching fit – und zieht Rückkehr zum TSV 1860 in Betracht
Im aktuellen sechzger.de Talk ist mit Michael Liendl ein ehemaliger Spieler des TSV 1860 München zu Gast. Er spricht in Folge 132 über seine Zeit bei den Löwen, aber auch den verpassten Aufstieg mit dem Grazer AK, den Unterschied zwischen dem deutschen und österreichischen Fußballs sowie seine neue Aufgabe als Trainer. Ein ehemaliger Löwe aus einer ganz ähnlichen Zeit bringt sich nun an der Grünwalder Straße wieder selber ins Gespräch. Gemeint ist Yannick Stark, der von 2013 bis 2015 beim TSV 1860 unter Vertrag stand.
Der 33-Jährige stand zuletzt in der Türkei unter Vertrag und ist mittlerweile vereinslos. Wie die Bild-Zeitung berichtet hält sich Stark derzeit beim nächsten Löwen-Gegner Unterhaching fit. In dem Bericht gab der gebürtige Darmstädter zu, dass eine Rückkehr zum TSV 1860 für ihn durchaus reizvoll wäre.
Ich bin für alles bereit. Noch gibt es aber keine Gespräche. Fest steht, meine Zeit bei den Löwen war cool. Und Chaos bin ich ja gewohnt.
Stark, der im Sommer in einem Podcast über seine Zeit beim TSV 1860 sprach, stand zuletzt beim türkischen Zweitligisten Manisa FK unter Vertrag. Die Hinrunde der letzten Spielzeit verlief für den ehemaligen Löwen gut. Dann aber entschied sich der Verein, die für Ausländer zur Verfügung stehenden Plätze mit Offensivkräften zu besetzen. Sein Vertrag wurde laut der Bild obendrein verspätet aufgelöst, sodass Yannick Stark erst im Winter bei einem neuen Verein unterschreiben kann. Zwei Jahre wolle der 33-Jährige mindestens noch im Fußball aktiv sein.
Ob die Löwen aber überhaupt auf dem Transfermarkt aktiv werden, ist ungewiss. Ein Sportdirektor ist weiter nicht gefunden, Geld dürfte für Neuverpflichtungen ebenfalls nicht verfügbar sein. Ohnehin wäre die Position von Stark beim TSV 1860 derzeit nicht zwingend vakant. Viel mehr könnte in Giesing noch ein Offensivspieler gefragt sein, um für mehr Torgefahr in weiß und blau zu sorgen.
Im Januar trifft der TSV 1860 München auswärts auf den VfB Lübeck, eine Terminierung für den 22.Spieltag wurde bislang noch nicht bekannt gegeben. Um auswärts dabei zu sein, müssen die Löwenfans aufgrund einer Englischen Woche Urlaubstage einreichen. sechzger.de hat beim DFB nachgefragt, wann mit einem fixen Termin zu rechnen ist – und wieso die Terminierung nicht bereits erfolgt ist.
Terminierung für 22.Spieltag in Lübeck bislang nicht bekannt
Am 23. oder 24.Januar reist der TSV 1860 München gemeinsam mit seinen Anhängern zum Stadion an der Lohmühle. Erinnerungen werden bei dieser Ansetzung wach an das Jahr 2021. Die damals für Anfang Februar geplante Partie musste wegen Schnee und Eis kurzfristig verschoben werden und fand schlussendlich Mitte März statt. Der Grund: das Stadion an der Lohmühle hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Rasenheizung. Möglich war dies aufgrund einer Ausnahmegenehmigung des DFB für den VfB Lübeck, der in der Saison 2020/21 als Aufsteiger einen entsprechenden Antrag eingereicht hatte.
Mittlerweile wurde eine Rasenheizung verbaut, eine erneute Verlegung der Partie gegen die Löwen ist damit deutlich unwahrscheinlicher. Die Planung für das Duell mit dem VfB Lübeck können die Fans des TSV 1860 allerdings noch nicht final angehen, denn die Terminierung durch den DFB steht derzeit noch aus. Zuletzt wurden die Daten für die Spieltage 18-21 bekannt gegeben. Obwohl die 1. und 2.Bundesliga keine Englische Woche im Januar absolviert, steht der Termin für das Auswärtsspiel im hohen Norden noch nicht fest.
Auf Anfrage von sechzger.de teilte der DFB mit, dass “die erforderlichen Infos und Hinweise für die weiteren Ansetzungen” noch nicht vorliegen würden. Zudem habe “auch das folgende Wochenende Auswirkungen auf die Ansetzungen eines Wochenspieltags“. Daher werden zunächst die weiteren Termine für die 1. und 2.Bundesliga bekannt gegeben, ehe der 22.Spieltag (möglicherweise auch weitere Partien) fix terminiert wird. Nach aktuellem Stand rechnet der DFB damit, dass “die nächsten zeitgenauen Ansetzungen der 3. Liga noch bis Ende des Jahres” veröffentlicht werden können.
Dann endlich können die Fans des TSV 1860 München ihre Buchungen für das Auswärtsspiel in Lübeck vornehmen.
Ungeachtet der aktuellen Situation bei der KGaA verzeichnet der TSV 1860 München e.V. weiterhin einen Mitgliederzuwachs. Nun konnte erneut die Marke von 26.000 Mitgliedern beim TSV 1860 überschritten werden.
TSV 1860 München mit über 26.000 Mitgliedern
Bereits im vergangenen Juni konnte der TSV 1860 e.V. nach einer Mitgliederaktion verkünden, dass der Verein über 26.000 Mitglieder zählt. Zum Beginn des neuen Geschäftsjahres wurde die Zahl auf 25.258 nach unten korrigiert, da zu diesem Zeitpunkt alle Austritte berücksichtigt werden. Dies erklärte Vereinsmanagerin Viola Oberländer im sechzger.de Talk Folge 113. Von einem Mitgliederschwund kann dennoch keine Rede sein: ein Vergleich mit dem Vorjahreswert zeigte einen deutlichen Anstieg von über 1.500 neuen Mitgliedern.
Weiterhin sind die Löwen beliebt, das zeigen die aktuellen Zahlen. Seit Juli haben sich wieder mehrere hundert Personen dazu entschieden, dem TSV 1860 München e.V. beizutreten. Der Verein hat heute erneut verkündet, dass die Anzahl von 26.000 Mitgliedern überschritten wurde.
Neben der größten Abteilung Fußball bieten die Löwen viele weitere Sportarten an und können so neue Mitglieder gewinnen. So kann zum Beispiel ab Anfang Januar ein Einführungskurs im Fechten besucht werden. Alle weiteren Sportangebote sind ebenfalls auf der Homepage des e.V. zu finden.
Mit dem neuen Stand schließt der TSV 1860 München e.V. zum 1.FC Kaiserslautern auf, der im Oktober die Marke von 26.000 Mitgliedern erreichte. Bezogen auf die Mitgliederanzahlen aller Sportvereine in Deutschland belegen die Löwen Platz 25. Bei den Fußballvereinen ist es sogar Platz 18. Lediglich die SG Dynamo Dresden liegt als weiterer Vertreter der 3.Liga vor dem TSV 1860.
Die Gebäude des TSV 1860 München an der Grünwalder Straße 114
Der Machtkampf beim TSV 1860 München zwischen den beiden Gesellschaftern HAM und e.V. tobt weiterhin ungebrochen. Am gestrigen Dienstag erreichte das Ganze mit einem Artikel in der Welt dann ein neues Level. Hasan Ismaik wirft darin Reisinger die Zerstörung des TSV 1860 vor – und deutet die Prüfung zur Kündigung des Kooperationsvertrags an.
Welt veröffentlicht Kommunikation zwischen HAM und e.V.
“Die schmutzige Akte 1860 München” lautet der Titel eines Artikels in der Welt vom gestrigen Dienstag, der viele brisante Details enthält. Dabei geht es um den Machtkampf zwischen den beiden Gesellschaftern beim TSV 1860 München – HAM auf der einen, der e.V. auf der anderen Seite. Der Zeitung wurden mehrere interne Dokumente zugespielt, die neue und bis dato noch nicht bekannte Details an das Tageslicht befördert haben.
Direkt zu Beginn wird Robert Reisinger isoliert von seinen beiden Kollegen im Präsidium dargestellt, die auf einer Seite mit Saki Stimoniaris stehen würden. Im weiteren Verlauf des Artikels werden schwere Vorwürfe in Richtung des Präsidenten erhoben, zum Teil auch von Hasan Ismaik persönlich. So soll Reisinger den Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer dazu aufgefordert haben, dem Aufsichtsrat Scheinkandidaten für die Nachbesetzung des Sport-Geschätsführers neben der Personalie Horst Heldt vorzuschlagen. So sollte garantiert werden, dass der ehemalige Spieler des TSV 1860 den Zuschlag erhält. Pfeifer setzte die Anweisung laut dem Artikel in der Welt nicht um.
“Lediglich der eingesetzte Vertreter der e.V.-Mitglieder”
Stattdessen steht nun im Raum, dass der zum Saisonende auslaufende Vertrag von Geschäftsführer Pfeifer nicht verlängert wird. Die Diskussion erhitzt die Gemüter, zahlreiche Privatpersonen und Sponsoren hatten sich im Oktober daher mit einem öffentlichen Brief an die Verantwortlichen gewendet. Hasan Ismaik bescheinigt dem e.V. “Bösgläubigkeit“, sollte die Trennung vom aktuellen Geschäftsführer vollzogen werden. Sein Bruder Yahya wiederum wirft Reisinger vor, die “Zerstörung von 1860 ungehindert fortsetzen” zu wollen. Sogar die Kündigung des Kooperationsvertrags durch Ismaik steht im Raum.
1860 wäre schlechter dran, wenn der e.V. eine solche Maßnahme ergreifen würde, und ich müsste mich beraten lassen, welche Auswirkungen dies und die übrigen Verstöße seitens des e. V. auf den Bestand unseres Kooperationsvertrags hätten.
Dass der Jordanier ein vehementer Gegner der 50+1-Regel ist, ist seit längerem bekannt. Zuletzt hatte Ismaik Ende September für eine Verschiebung einer Abstimmung mit einem Befangenheitsantrag gesorgt. Aus dem Welt-Artikel geht an mehreren Stellen klar hervor, dass HAM den e.V. nicht als ebenbürtigen Partner sieht. So sei Robert Reisinger “lediglich der eingesetzte Vertreter der e.V.-Mitglieder“. Darüber hinaus würden die e.V.-Vertreter “den Willen einiger weniger unqualifizierter Personen einem Unternehmen aufzuzwingen, das sie nicht zu führen haben“. Eben jene Vertreter würden zudem “zwangsverpflichtet” zum TSV 1860 kommen und die Chancen auf eine Zusammenarbeit zunichte machen.
Reisinger tritt aus dem Aufsichtsrat zurück
Eine vernünftige Zusammenarbeit war derweil eine klare Forderung der Privatpersonen und Sponsoren in ihrer Mitteilung Ende Oktober. Mittlerweile haben sie sich im sogenannten “Bündnis Zukunft” zusammengetan, das federführend von Hauptsponsor dieBayerische organisiert wird. Wie die neue Vereinigung sich nach den neuen Veröffentlichungen positionieren wird, bleibt abzuwarten. In nächster Zeit soll es ein Treffen mit Medienvertretern geben.
Eine weitere Information, die aus dem Artikel der Welt hervorgeht, ist der Rücktritt von Robert Reisinger aus dem Aufsichtsrat der TSV 1860 KGaA. Demnach habe der Unternehmensberater bereits im September angekündigt, seinen Posten Mitte November in diesem Gremium zu räumen. Für Saki Stiomiaris, Vorsitzender des Aufsichtsrats und Vertreter von HAM, ist ohnehin klar, dass Reisinger nicht mehr Teil des Gremiums sein soll. Mehr noch: “Sein Verbleib im Beirat ist aber ebenso unzumutbar und wäre ein Verstoß gegen den Kooperationsvertrag” so der ehemalige MAN-Gesamtbetriebsratsvorsitzende gegenüber der Welt.
Von Ruhe ist man an der Grünwalder Straße 114 einmal mehr weit entfernt. Dieser Zustand dürfte sich nach der neuerlichen Eskalation zwischen den beiden Gesellschaftern HAM und e.V. in den kommenden Wochen auch erst einmal nicht ändern.
Langweilig wird es mit dem TSV 1860 München nicht – so zumindest kann man die Geschehnisse rund um die Löwen aktuell im positiven Sinne formulieren. Wie nun bekannt wurde, tritt Robert Reisinger von seinem Posten im Aufsichtsrat zurück. Das ist aber bei weitem nicht die einzige, spannende Passage in einem Artikel der Welt.
Interview mit Ex-Löwe Dominik Stahl
Der gestrige Tag startete bei sechzger.de allerdings noch mit deutlich harmonischeren Themen. Am Wochenende trifft der TSV 1860 auf die SpVgg Unterhaching. Vor dem Duell seiner beiden ehemaligen Vereine hat sich Dominik Stahl ausführlich in einem Interview geäußert. Neben seiner aktiven Karriere geht es auch um seine Zukunft, vor allem aber um seine Zeit bei den Löwen.
Brisanter Artikel in der Welt: Reisinger nicht mehr im Aufsichtsrat
Später am Dienstag wurde es dann allerdings brisant – und wie. Unter dem Titel “Die schmutzige Akte 1860 München” veröffentlichte die Welt einen Artikel, in dem viele bislang unbekannte Internas veröffentlicht wurden. Unter anderem steht darin, dass Robert Reisinger seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat erklärt hat. Ein ausführlicher Bericht zum Artikel, der mittlerweile hinter einer Bezahlschranke ist, gibt es im Verlaufe des Vormittags.
Mühl debütiert in der Nationalmannschaft
Miserabel lief es gestern für die deutsche Herrennationalmannschaft. Im Jugendbereich gab es hingegen mehr Grund zur Freude, vor allem aus weiß-blauer Sicht. Bruno Mühl hat im Duell mit der Türkei am Dienstag sein Debüt in der deutschen U16 gefeiert. Das Team gewann mit 2:1.
Einführungskurs im Fechten startet ab Januar
Wer Interesse am Umgang mit Florett und Degen hat, bekommt ab dem 11.Januar bei den Löwen die Gelegenheit dazu. Jeden Donnerstag bietet der TSV 1860 München ab 20 Uhr einen entsprechenden Einführungskurs für Jugendliche und Erwachsene an. Die Details von den Löwen im Überblick:
Halle: Emmy-Noether-Str. 7, 80992 München. Was Du benötigst: Nichts außer normalen Hallensportschuhen und Sportzeug, den Rest haben wir vom Verein für Dich. Anmeldung: fechten@tsv1860.org
News aus der 3.Liga
Gohlke fehlt Bielefeld im Jahresendspurt
Arminia Bielefeld muss in den restlichen Partien des Jahres 2023 auf die Dienste von Gerrit Gohlke verzichten. Der Innenverteidiger hat sich einer OP unterzogen und setzt damit in den nächsten fünf Spielen aus. Davon ist auch das Duell mit dem TSV 1860 München am 17.Dezember betroffen. Der 24-Jährige gehörte zuletzt allerdings ohnehin nicht mehr zur Stammelf der Arminia.
Adventssingen in Lübeck
Nicht nur im Grünwalder Stadion ertönen in diesem Jahr Weihnachtsgesänge, auch die Fans des VfB Lübeck sind zu einem Adventssingen im Stadion an der Lohmühle eingeladen. Bereits am 03.Dezember findet die Veranstaltung in Lübeck statt. Unter anderem nimmt auch das Theater und diverse Chöre daran teil. Einige Spieler des VfB haben ihr Kommen ebenfalls schon angekündigt.
Zwölf Jahre lang hielt Dominik Stahl seine Knochen für den TSV 1860 hin, schonte weder sich noch Gegenspieler und erlebte in dieser Zeit etliche Höhen und Tiefen. Seine Karriere war geprägt von zahlreichen Verletzungen, sodass sich der inzwischen 35-Jährige gezwungen sah, seine aktive Laufbahn zu beenden. sechzger.de traf Domi Stahl zum Interview und unterhielt sich mit ihm u.a. über Trainer, seine fast schon unheimliche Torserie in der Saison 2013/14, die Löwen im Allgemeinen und die SpVgg Unterhaching.
Dominik Stahl im Interview
sechzger.de:
Servus Domi, zunächst mal vielen Dank, dass Du Dir Zeit für ein Interview mit sechzger.de nimmst. Was machst Du denn jetzt beruflich, wo die sportliche Karriere offiziell beendet ist? Aktuell bist Du ja beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt beschäftigt. Spielt der Fußball in Deiner beruflichen Planung dennoch eine Rolle?
Dominik Stahl: Ja, servus Stefan, ich freue mich auch sehr, mal wieder von dir zu hören und mit dir das Interview zu machen.
Meine sportliche Karriere ist tatsächlich beendet. Ich bin aktuell noch Student der Psychologie, mache gerade meinen Master, schreibe gerade meine Abschlussarbeit, habe das damals schon angefangen bei 1860, parallel zu studieren in Teilzeit und schreibe da gerade meine Masterarbeit unter der Betreuung vom DLR, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Es ist ein spannender Hochleistungsbereich.
Ich wollte so ein bisschen die Scheuklappen aus dem Sport mal aufmachen, in andere Bereiche reinschauen, aber auch da geht es um Teams, die Leistung bringen müssen, die miteinander agieren. In der Luftfahrt geht es sogar um Leben und Tod, wenn da die Maschine voll besetzt ist, wie da das Team agiert. Im Fußball geht es natürlich nicht um so viel, aber das ist ganz spannend, welche Parallelen man trotzdem entdeckt. Da schreibe ich gerade jetzt noch meine Abschlussarbeit und bin dann offen für vieles. Aktuell bin ich da gerade in der Orientierungsphase und sehr gespannt, wie es danach weitergeht.
Aber mit Sicherheit will ich dem Sport in irgendeiner Weise erhalten bleiben und die Perspektiven, die ich in anderen Bereichen gewonnen habe, mit einbringen und freue mich da sehr drauf, das dann gepaart hat mit der eigenen Erfahrung aus vielen Jahren zu kombinieren.
sechzger.de:
Deine Laufbahn war ja leider geprägt von Verletzungen und letztendlich hat Dich Dein Knie zum Karriereende gezwungen. Inwiefern schränken Dich die körperlichen Beschwerden auch im Alltag ein?
Dominik Stahl:
Verletzungen kamen natürlich vor in meiner Karriere, ohne Zweifel. Ich sehe das aber nicht so, dass sie nur geprägt war von den Verletzungen, das ist mir fast ein bisschen zu negativ ausgedrückt. Ich sehe meine Karriere eher geprägt – gerade jetzt auch mit ein bisschen Abstand – von ganz, ganz tollen Erlebnissen, von ganz tollen Erfolgen auch und ganz tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte in der Zeit, bei ganz tollen Vereinen, bei denen ich spielen durfte und da empfinde ich eigentlich mehr Dankbarkeit und die Verletzungen gehören dazu.
Es ist auch nicht so, dass man da spurlos rausgeht aus der Sache. Da gibt es natürlich schon Sachen, die einen auch nach der Karriere noch begleiten und daran erinnern, dass man mal sehr lang Leistungssport betrieben hat und Leistungssport ist ja nicht immer Gesundheitssport – aber es passt, ich bin zufrieden.
Eins der Karrierehighlights: das Pokalspiel gegen den BVB (Bild: CR Fotos)
Mit 15 aus der Heimat nach Giesing
sechzger.de:
Nach Deiner Zeit bei den Löwen warst Du ja noch sieben Jahre bei der SpVgg Unterhaching. Bei Deiner Verabschiedung würdigte Dich Manni Schwabl als “echten Führungsspieler”, “überragende Persönlichkeit” und “Teil der Haching-Familie”. Sowas geht runter wie Öl, oder?
Dominik Stahl:
Das war natürlich sehr, sehr nett, wie er mir das mitgeteilt hat. Da habe ich mich sehr gefreut. Man kann das natürlich alles auch nur zurückgeben. Ich denke man, kennt den Manni in Fußball-München, in Fußball-Deutschland sogar.
Das Zusammenleben in Haching ist sehr familiär geprägt ist und es war natürlich schön so etwas zum Abschluss zu hören. Das hat die ganze Sache rund gemacht.
sechzger.de:
So, nun aber zu den zwölf Jahren, die Du beim TSV 1860 verbracht hattest. Du wechseltest ja bereits als Teenager an die Grünwalder Straße. Wie kam es damals dazu?
Dominik Stahl:
Mein Wechsel zu 1860, kam so zustande, dass ich bei Hoffenheim gespielt habe und damals auch in der badischen Auswahl. Da gibt es ja immer die ganzen Vergleichsturniere, wo ich auch dann für die badische Auswahl als Kapitän aufgelaufen bin.
Damals war der Ernst Tanner, der jetzt in Philadelphia in den USA ist, noch Leiter des Nachwuchsleistungszentrums und der hatte mich damals entdeckt und angesprochen und so hat sich das dann über die Zeit ergeben.
Ich habe es mir dann mal angeschaut und fand es von Anfang an ganz aufregend, ganz toll. Es war zwar noch nicht ganz leicht vorzustellen, mit 15 von daheim wegzugehen, aber ich habe es nie bereut, ins Löweninternat eingezogen zu sein. Das war eine ganz, ganz tolle Zeit.
Profi-Debüt in Cottbus
sechzger.de:
Aus der Jugend wurdest Du dann in die damalige U23 übernommen, wurdest später zum Mannschaftskapitän. Was blieb Dir aus der Zeit bei den Amateuren besonders hängen?
Dominik Stahl:
Die Amateurzeit bei den Löwen war eine super Zeit, auch mit tollen Trainern, mit ganz, ganz coolen Spielern, mit klasse Erlebnissen. Ich erinnere mich immer gerne an unser Trainingslager damals in Südafrika, das war ein ganz besonderes Highlight. Und ich fand, dass wir auch phasenweise echt einen sehr attraktiven Fußball gespielt haben, eine sehr sympathische Truppe waren und ich glaube, das hat sich so ziemlich mit den Werten von 1860 gedeckt in der Zeit.
Da habe ich mich sehr aufgehoben und sehr wohl gefühlt und es war natürlich auch eine wichtige Zeit für mich, dieser Übergang von der Jugend.
sechzger.de:
Im November 2009 feiertest Du dann Dein Debüt bei den Profis. Erinnerst Du Dich noch an das Gefühl, erstmals in der 2. Bundesliga aufzulaufen?
Dominik Stahl:
Ich erinnere mich sehr, sehr gut an das erste Spiel, das war in Cottbus bei Ewald Lienen damals. Ich habe erst die erste Woche überhaupt bei den Profis mal mittrainiert und er hat mich dann gleich ins eiskalte Wasser 2. Bundesliga geworfen. Ich durfte dann gleich von Anfang an spielen und bin dann auch da oben dabei geblieben.
Ich erinnere mich noch an die Mischung aus Aufgeregtheit, Vorfreude und natürlich auch ein bisschen Stolz.
sechzger.de:
Du hast beim TSV 1860 ja einige Trainer erlebt, bei der SpVgg Unterhaching ebenso. Welcher hat Dich besonders geprägt und wieso?
Dominik Stahl:
Bei den Löwen habe ich viele Trainer erlebt, bei Haching tatsächlich schon auch den ein oder anderen. Natürlich nimmt man von jedem was mit. Ich muss sagen, dass mich vor allem Claus Schromm sehr geprägt hat, weil ich ihn in der U19 des TSV 1860 schon zwei Jahre hatte und dann bei Haching noch mal einige Jahre. Wir waren da auch sehr erfolgreich zusammen und das hat auf ganz vielen Ebenen einfach wahnsinnig gut gepasst hat – sportlich, fachlich, menschlich.
Ich muss aber auch sagen, dass ich auch mit anderen Trainern tolle Erfahrungen gemacht habe und möchte da jetzt gar nicht unbedingt einen hervorheben. Das wäre fast unfair den anderen gegenüber. Von allen Trainern habe ich was mitgenommen und alle Trainer hatten sicher auch was, wo ich gesagt habe, na, das passt mir jetzt nicht so.
Vom Mittelfeldkämpfer zum Torjäger
sechzger.de:
In der Spielzeit 2013/14 bist Du zwischenzeitlich zum Torjäger mutiert, hast als defensiver Mittelfeldspieler an vier aufeinander folgenden Toren eingenetzt und standest plötzlich im medialen Fokus. Nette Anekdote oder auch lehrreich, weil der Druck dadurch auch gesteigert wurde?
Dominik Stahl:
Die Mutation zum Torjäger war auch sehr lustig. Wir sind damals ein bisschen unten reingerutscht und der Trainer, Friedhelm Funkel, hat damals unsere Taktik umgestellt: ein bisschen defensiver waren wir ausgerichtet und insgesamt von den Spielern auf dem Platz.
Es war natürlich eine coole Zeit, weil es da dann auch mit dieser Torserie geklappt hat, viermal entscheidende Tore gemacht nacheinander und war sehr lehrreich, weil ich die Extreme des Fußballgeschäfts sehr gespürt habe, denn kurz vorher lief es nicht gut.
Ich hatte davor noch einen Fehler gemacht, mal im Dresden-Spiel, wo wir dann das Spiel verloren hatten und war dann ganz unten und wurde an den Pranger gestellt und dann irgendwie fünf, sechs Wochen später in den Himmel gelobt von der Presse, um diese Extreme mal durchzumachen. Das war schon eine interessante, lehrreiche Zeit.
Es ist immer eine nette Anekdote, sich daran zurückzuerinnern und die zu erzählen. Auf jeden Fall war es eine sehr spezielle Phase in meiner Karriere, auf die ich immer noch angesprochen werde.
Den Abstieg vermieden – die Löwen gegen Holstein Kiel (Bild: CR Fotos)
sechzger.de: Welches war denn das emotionalste und welches das beste Löwenspiel, bei dem Du auf dem Platz standest?
Dominik Stahl:
Also emotional nicht unbedingt im positiven Sinn, waren natürlich die Relegationsspiele gegen Kiel, weil da ganz, ganz viel Druck mitgeschwungen ist. Gott sei Dank ging das gut für uns aus.
Aber auch so die ersten Spiele, erstes Mal in der Allianz Arena, dann natürlich auch das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund vor ausverkauftem Haus. Das waren ganz besondere und besonders emotionale Spiele.
Das beste Löwenspiel? Da habe ich so einige im Kopf in der Jugend, aber auch bei den Amateuren. Bei den Profis gehören natürlich diese Spiele mit den Toren dazu. Wobei es auch Spiele gibt, an die ich mich erinnere, in denen ich besser gespielt habe, aber kein Tor gemacht habe, aber das interessiert ja dann manchmal in der Rückschau nicht so sehr.
Also ich könnte jetzt gar kein einzelnes benennen, eher die emotionalen.
sechzger.de:
Du hast die Relegation gegen Kiel angesprochen. Wie froh warst Du denn, dass Du das Debakel und den Abstieg gegen Regensburg nicht mehr miterleben musstest?
Dominik Stahl:
Ich war froh, dass ich das gegen Regensburg nicht mehr miterleben musste. Angeschaut habe ich es aber natürlich
Unbefriedigender Abschied vom TSV 1860
sechzger.de:
Durch den Wechsel nach Unterhaching warst Du ja nicht komplett weg aus dem Löwenkosmos, sondern hast mitbekommen, wie sich der TSV 1860 entwickelt hat. Wie beurteilst Du die Entwicklung der Löwen seit dem Abstieg in die Regionalliga als Außenstehender?
Dominik Stahl:
Die Trennung von 1860 nach so langer Zeit verlief ja leider etwas unschön. Das hing mir doch ganz schön nach und ging mir nahe, weil ich mir das ein bisschen anders vorgestellt hatte. Ich hatte immer eine große Verbundenheit zu den Löwenfans.
Ich bin mit 15 damals von daheim weg von meiner Familie in eine neue Familie. Plötzlich hatte ich eine zusätzliche Familie und eine sehr große Identifikation mit dem Verein. Ich durfte meinen Traum vom Fußballprofi wahr werden lassen und galt ja nie als das Riesentalent, das da irgendwie wahnsinnig viele Sprünge macht und ein paar Jugendmannschaften überspringt und sofort bei den Profis Fuß fasst.
Aber ich war hartnäckig, ich habe meinen Weg trotzdem gemacht und letztendlich hat mir 1860 das ermöglicht. Ich glaube auch, dass ich so bei den Fans wahrgenommen wurde, dass ich da auch nichts geschenkt bekommen habe, dass ich mir das erarbeiten musste, aber auch durfte.
Ich denke, dass da die Verbindung einfach da war, zumindest meinerseits und dass mich das eben schon erwischt hat mit diesem Wechsel, dass mir dann auf unschöne Weise mitgeteilt wurde und ich eben nicht mehr die Möglichkeit hatte, kurz vor der Nordkurve “Servus” zu sagen. Das finde ich nach wie vor schade.
Und dann ein Jahr später mit anzuschauen, wie das dann insgesamt dem Bach untergeht, trotz dieser hohen Investitionen…
Das Ganze hat leider den Weg bestätigt, dass man vielleicht weniger auf die Identifikation der Spieler geschaut hat als vielmehr mehr auf die fußballerische Vita oder was auch immer.
Ich maße es mir nicht an, das zu bewerten, aber war wie gesagt: Es war natürlich nicht schön mitzuerleben, wie das dann da den Bach runterging.
Wie beurteile ich die Löwen-Entwicklung?
Ich verfolge es natürlich, sage aber auch, dass ich es wenig seriös beurteilen kann, weil ich dafür einfach auch zu weit weg bin. Ich fand damals, dass es mit Michi Köllner eine relativ stabile Phase war. Natürlich gab es aber auch mal Rückschläge und es entstand auch mal eine längere Durststrecke. Rückblickend fragt man sich vielleicht manchmal, ob man sowas auch mal gemeinsam durchstehen muss, um dann – siehe Freiburg, siehe Heidenheim – auch mal langfristig Erfolg zu haben.
Wie gesagt: Das sind alles Spekulationen und ich kann und will eigentlich wenig dazu sagen.
Ich bin der Meinung, die Löwen haben gute Spieler und 1860 hat ein Riesenpotenzial. Dass der TSV 1860 nicht in die 3. Liga gehört, das wissen wir alle.
Ich persönlich finde es natürlich sehr schade, dass so ein großer und toller Verein, der immer auch ein Teil von mir ist und bleiben wird, jetzt da einfach unter seinen Möglichkeiten bleibt.
sechzger.de:
Hast Du denn noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern beim TSV 1860 und wenn ja, zu wem?
Dominik Stahl:
Gar nicht allzu viele, aber ein paar sind es schon. Ich habe ab und an mit dem Biero Kontakt gehabt, weil er ja dann auch in Haching war. Mit Gabor Kiraly schreibe ich immer noch zum Geburtstag und ab und an trifft man mal den ein oder anderen in München.
Ansonsten fast am meisten noch mit Kai Bülow, obwohl er längst wieder in Rostock ist. Matthias Wittek damals noch aus der Amateurmannschaft und Steve Purdy, der wieder in den USA ist, auch damals von den Amateuren. Das sind so die, an die ich jetzt da erstmal denken würde. Das sind so die Jungs…
Und allen voran – das darf ich nicht vergessen – natürlich Stefan Hain, der mit mir auch noch in Haching war. Wir sind sehr, sehr eng befreundet.
Musterprofi Dominik Stahl
“Happy, dass ich das machen durfte”
sechzger.de:
Hand aufs Herz: Glücklich, dass Du den Traumberuf vieler Jungs, nämlich Fußballprofi, ergreifen konntest? Oder traurig, dass die vielen Verletzungen eine noch erfolgreichere Karriere verhindert haben? Vom Talent her haben Dich ja viele Experten als zukünftigen Bundesligaspieler eingeschätzt.
Dominik Stahl:
Ja, das ist immer die Frage. Ich mag das manchmal nicht so gerne, dieses “ach wo hätte ich spielen können, was hätte ich erreichen können”…
Logisch, ich hätte mir natürlich schon gewünscht, auch mal in der 1. Bundesliga zu spielen. Das sage ich auch ganz offen. Ich weiß aber nicht, ob das geklappt hätte, wenn ich von Verletzungen verschont geblieben wäre. Keine Ahnung, ich stelle mich jetzt nicht hin und behaupte, dass das so gewesen wäre.
Ich bin in erster Linie einfach happy, dass ich das machen durfte und über eine sehr lange Zeit machen durfte. Verletzungen gehören dazu, aber die sind in meiner Rückschau gar nicht so präsent, wie es jetzt hier in den Fragen rüberkommt.
Und wer weiß, wie die Dinge sich anders entwickelt hätten? Das ist immer schwer zu sagen im Leben. Von daher bin ich glücklich, sage aber auch, dass, wenn ich es mir aussuchen hätte dürfen, wäre es natürlich toll gewesen, mal in der 1. Liga zu spielen – am liebsten für 1860.
sechzger.de:
Domi, vielen Dank für das Interview. Es war mir eine Ehre, Dich so viele Jahre nach dem Ama-Lion mal wieder befragen zu dürfen. Für die Zukunft alles Gute. Sieht man sich mal im Grünwalder Stadion?
Dominik Stahl:
Ich bedanke mich auch, Stefan, wünsche dir auch alles Gute und hoffe, man sieht sich mal wieder – am liebsten im Grünwalder Stadion. Da habe ich eine ganz besondere Beziehung, weil ich da so viele Spiele drin machen durfte in der Jugend.
Ich werde mich gerne mal wieder bei den Löwen blicken lassen und hoffe, da auf bekannte Gesichter zu treffen, die sich hoffentlich auch noch an mich erinnern.
Ein rabenschwarzes Wochenende liegt hinter dem TSV 1860 München und seinen Fans. Die Löwen verspielten in Pipinsried die letzte realistische Chance auf die Teilnahme am DFB-Pokal 2024/25 und die damit verbundenen Einnahmen. Für ein Bisserl Aufmunterung in der momentan sehr tristen Löwenwelt kann Michael Liendl im sechzger.de Talk sorgen.
Nachhall der Pipinsried-Niederlage
Die Niederlage auf dem Dorfplatz des Oberligisten, der hinter den Sechzig Amateuren in der Tabelle steht, war das Eine. Das Andere waren die Rechtfertigungsversuche von Maurizio Jacobacci auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Nicht wenige Löwenfans empfanden den Auftritt des Cheftrainers ähnlich ärgerlich wie den der Mannschaft selbst. Uli Kellner vom Münchner Merkur, der wegen der Begrifflichkeit “B-Elf” von Jacobacci in der PK schroff angefahren wurde, stellt auf Jacobaccis Tirade “Wenn ich so eine Mannschaft nicht aufstellen darf, was ist das dann für ein Kader?“ treffend fest: “einer, den er selbst mit zusammengestellt hat”. Auch die Aussagen von Leroy Kwadwo („Wir haben es einfach nicht geschafft, die vor Probleme zu stellen. Eher haben sie uns vor Probleme gestellt.“) und Marlon Frey (“Wir haben nicht die Power gehabt, die man gegen diesen Gegner braucht.”) lassen tief blicken. Warum man im drittletzten Spiel auf dem Weg zur DFB-Pokalqualifikation, die für die immer klammere KGaA dringend benötigte Einnahmen gebracht hätte, neun Mal rotiert und nicht die Stammelf bringt, ist aber immer noch nicht geklärt…
Lukas Reich erneut für die U18-Nationalelf im Einsatz
Trotz maroder Trainingsplätze hat es das NLZ wieder geschafft, einige Junioren-Nationalspieler zu entwickeln. Diese standen gestern teilweise im Einsatz. Erneut von Beginn an durfte Lukas Reich für die deutsche U18 ran. Leider verlor die U18 mit 0:2 gegen Portugal. Besser machte es Miran Qela, der mit der U19 des Kosovo die Uklraine 4:0 besiegte. Ein 1:1 gegen Deutschland erreichte Emre Erdogan mit der türkischen U17. Bruno Mühl kam dagegen am Sonntag bei der deutschen U16 nicht zum Einsatz. Aber er hat heute noch eine Chance beim Rückspiel der beiden Mannschaften.
Fußballergebnisse der Löwenmannschaften vom Wochenende
Besser als die Profis machte es die U19. Sie gewann an der Grünwalder STraße 6:1 gegen die U18 der AKA Ried. Die Amateure hatten genauso spielfrei wie die Damenmannschaften. Die Vierte trennte sich 1:1 gegen die SpVgg Thalkirchen. Alle weiten Ergebnisse der 1860-Fußballmannschaften findet Ihr hier.
Michael Liendl zu Gast im sechzger.de Talk
Hoher Besuch in Folge 132 unseres Podcasts: Michael Liendl was beim sechzger.de Talk zu Gast. Zum Glück brachte unser spannender Gast Jan, Christian und Stefan nach der eingänglichen Betrachtung des Löwen-Auftritts von Pipinsried schnell auf andere Gedanken. Liendl erzählt im sechzger.de Talk von seiner Zeit bei den Löwen (2015-17), das Aussterben des Zehners und seinen Zukunftsplänen. Am Schluss des Talks werfen die Teilnehmer noch einen Blick auf das keine Derby gegen Unterhaching voraus. Dabei sind sich Alle einig: Sechzig muss gegen die Elf mit dem Bob im Wappen ein anders Gesicht als in Pipinsried zeigen.
Julian Baumgartlinger wird seine Karriere beenden. Baumgartlinger kam 2001 ins NLZ des TSV 1860 und schaffte es bis in Profi-Team der Löwen. 2009 wechselte er zu Austria Wien, ehe er 2011 zum FSV Mainz in die Bundesliga zurückkehrte. Außerdem war er noch in Leverkusen und Augsburg aktiv. Er wird im Rahmen des Testspiels zwischen Österreich und Deutschland heute Abend verabschiedet werden. Vielleicht in Grund, mal wieder kurz in die Übertragung eines Länderspiels reinzuzappen…
News aus der dritten Liga
Rote Zahlen bei Dynamo Dresden
Bei Dynamo Dresden geht man aktuell von einem Verlust von 2,5 Mio. € in der laufenden Saison aus. Die Investitionen in den Profikader wurden nochmals um 2,1 Mio. € nach oben gefahren, “um die Wahrscheinlichkeit für sportlichen Erfolg zu erhöhen”, wie David Fischer, Geschäftsführer Kommunikation, am Sonntag verlauten ließ. Damit geht Dresden doch ein gewisses finanzielles Risko, um das Ziel Aufstieg zu erreichen.
Yannick Stark trainiert in Unterhaching
Der vertragslose Ex-Löwe hält sich aktuell bei den Vorstädtern fit. Starks Vertrag in der Türkei war im Sommer nach Ende der Transferperiode gekündigt worden, so dass Stark erst in der Winterpause einen neuen Kontrakt eingehen kann. Möglich machen das Training in Haching Kontakte zum spielenden Sportdirektor Markus Schwabl, mit dem Stark seinerzeit bei 1860 zusammen kickte.
Fünf Verletzte bei Preußen-Gastspiel in Erkenschwick
Bei 4:0-Sieg von Preußen Münster bei der SpVgg Erkenschwick gab es fünf Verletzte durch einen Böllerwurf zu beklagen. Die Polizei nahm einen tatverdächtigen 33-Jährigen fest.
Damit wünschen wir Euch einen entspannten Dienstag und hoffen, dass Eure Gedanken sich langsam vom Debakel in Pipinsried auf das kleine Derby gegen Haching richten.
Viel will man wirklich nicht über die Niederlage im Pokal gegen den FC Pipinsried sprechen. Wie gut, dass da in sechzger.de Talk Folge 132 mal wieder ein externer Gast in der Runde vorbeischaut. Dieses Mal ist es mit Michael Liendl ein ehemaliger Spieler des TSV 1860 München, der für die Löwen in der 2.Bundesliga aktiv war. Stefan und Jan befragen ihn in der aktuellen Ausgabe zu vielen verschiedenen Themen.
Das Ausscheiden beim FC Pipinsried
Bevor sich in sechzger.de Talk Folge 132 alles um den Gast dreht, geht es dann aber doch kurz um das Ausscheiden aus dem Toto-Pokal. 1:0 verloren die Löwen bekanntlich gegen den Bayernligisten FC Pipinsried. Die Teilnahme am DFB-Pokal in der Saison 2023/24 ist damit in weite Ferne gerückt. Während Jan von Christian einige Eindrücke aus Pipinsried erhalten hat, nimmt Stefan zu der dargebotenen Leistung Stellung.
Talk-Gast Michael Liendl im Fokus
Eine ähnliche Situation hat auch Gast und Ex-Löwe Michael Liendl schon in seiner aktiven Karriere erlebt. Kein Wunder, denn der 38-Jährige absolvierte in 20 Jahren insgesamt 664 Spiele in Österreich, Deutschland und den Niederlanden. Die meisten Fragen an den gebürtigen Grazer behandeln natürlich seine Zeit beim TSV 1860 München. Bei den Löwen war Liendl von 2015 bis 2017 unter Vertrag. Er kam für eine Ablösesumme von etwa 400.000€ nach München.
Aber auch sein letztes Spiel für den Grazer AK wird thematisiert, das an Dramatik nicht zu überbieten war. Entsprechend hat der ehemalige Mittelfeldspieler die Ereignisse auch immernoch nicht ganz überwunden. Stefan war damals im Duell mit dem FC Dornbirn live vor Ort und hat dabei ein Auge auf den ehemaligen Spieler des TSV 1860 geworfen. Außerdem äußert sich Michael Liendl zum Vergleich des österreichischen und deutschen Fußballs, dem Aussterben des klassischen Zehners sowie seinen Zukunftsplänen.
Vorschau SpVgg Unterhaching
Abschließend gibt es noch eine kleine Vorschau auf das nächste Duell in der 3.Liga. Das ist am Samstag, den 25. November das Spiel gegen die SpVgg Unterhaching. Der Tabellen-12. empfängt den Sechsten, wobei die Löwen mit einem Sieg an der Spielvereinigung vorbeiziehen könnten. Das Ziel des Heimspiels ist derweil klar: ein ganz anderes Gesicht als in Pipinsried zeigen und an den Erfolg in Saarbrücken anknüpfen!
Der sechzger.de Talk 132 als Video und Podcast
Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:
Während Miran Qela mit der U19 des Kosovo in der EM-Qualifikation einen Sieg gegen die Ukraine feierte, verlor Lukas Reich mit der deutschen U18 ein Testspiel gegen Portugal.
Lukas Reich verliert mit U18 des DFB
Wie schon vor wenigen Tagen beim 1:2 gegen die tschechische Republik, kam Lukas Reich (siehe Titelbild) aus der U19 des TSV 1860 auch beim heutigen Testspiel für die U18 des DFB zum Einsatz. Leider gab es jedoch auch diesmal eine Niederlage für die Elf von Hanno Balitsch. Gegen Portugal stand es 90 Minuten 0:2.
Beim 3:1 der deutschen U16 gegen die Türkei kam Bruno Mühl am Sonntag noch nicht zum Einsatz. Bereits morgen trifft der deutsche Nachwuchs erneut auf die Türken. Klappt es dann mit dem Debüt des Junglöwen?
Emre Erdogan aus der U17 des TSV 1860 hingegen stand beim 1:1 der türkischen U17 gegen die deutsche Auswahl über die volle Distanz auf dem Platz. Auch in dieser Altersstufe steht bereits morgen der nächste Leistungsvergleich der beiden Nationen auf dem Programm.