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Happy Birthday, Radi zum 86. Geburtstag – wir verlosen seine Single “Bin i Radi – bin i König”

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Petar Radenkovic – geboren am 1. Oktober 1934 im Königreich Jugoslawien – bei allen als “Radi” bekannt, gehört zu den 176 Spielern, die am ersten Spieltag der neu gegründeten Bundesliga 1963 im Einsatz waren (als einer von vier Ausländern). Er holte mit den Löwen den DFB-Pokal und die Deutsche Meisterschaft und war vor allem durch seine Ausflüge weit Außerhalb des Strafraumes berühmt.

Zudem nahm er eine Schallplatte auf – Bin i Radi – bin i König – die sich über 400 000 mal verkaufte und damit Platz 5 in den Single-Charts erreichte.

[vc_video link=”https://www.youtube.com/watch?v=UY5r-mvey-I” title=”Bin i Radi – bin i König”]

Eine von diesen Schallplatten verlosen wir – unter allen Geburtstagsgrüßen für den Radi. Die Auslosung findet live nach dem 4. Spieltag bei uns statt und wird natürlich noch angekündigt.

Der Radi hat schon ein langes Löwen-Leben – wir wünschen ihm beste Gesundheit und noch viele Jahre obendrauf!

TSV 1860-Trainer Michael Köllner verlängert seinen Vertrag bei den Löwen vorzeitig

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Was sich gestern bereits abzeichnete, ist heute offiziell bestätigt worden: TSV 1860-Trainer Michael Köllner hat seinen Vertrag bei den Löwen vorzeitig verlängert.

Der gebürtige Fuchsmühler war vom TSV am 09. November 2019 verpflichtet worden, nachdem sein Vorgänger Daniel Bierofka sein Amt als Cheftrainer des TSV 1860 am 05. November niedergelegt hatte.

Mit einer Serie von insgesamt vierzehn ungeschlagenen Spielen mit ihm als Cheftrainer verwandelte er die im Abstiegskampf der 3. Liga steckenden Löwen zu einem Aufstiegskandidaten. Auch gewann der TSV 1860 mit ihm als Coach den Bayerischen Toto-Pokal.

Der 1860-Trainer zur Vertragsverlängerung:

„1860 München ist für mich eine absolute Herzensangelegenheit und ich danke allen handelnden Personen für ihr Vertrauen – an der Spitze Günther Gorenzel, der sehr hart daran gearbeitet hat, dass wir im Sommer erfolgreich einen Umbruch vollziehen konnten. Spieler zu entwickeln, ist eine großartige Aufgabe, der ich mich voll und ganz verschreibe. Wir haben einen sehr spannenden Kader, mit dem ich sehr gerne arbeite. Seit ich Teil der Löwenfamilie bin, habe ich stets Unterstützung von allen Seiten erfahren. Daher habe auch ich großes Vertrauen in unsere Zusammenarbeit und freue mich, dass wir den eingeschlagenen Weg gemeinsam fortsetzen werden!“

Sechzig um Sieben: Training + Welcher Corona-Wert gilt + Bonmann verabschiedet sich

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Die Löwen trainieren heute am Nachmittag – freilich weiterhin ohne Zuschauer

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Verwirrung herrscht derzeit darüber, welcher Corona-Wert für die Zulassung von Zuschauern in München gilt: Der DFB hat einen Wert, bestehend aus dem des Spielortes und den angrenzenden Landkreisen angegeben – aus diesen Werten bemisst sich auch unsere Corona-Ampel. Im Wochenanzeiger stand gestern, dass die Landeshauptstadt München nur den Wert der Landeshauptstadt München heranzieht (was sie natürlich darf) – wir werden es im Laufe des Tages schon herausbringen, welcher Wert zu 100% gilt, vertrauen aber im Zweifelsfalle dem Wochenanzeiger (und werden dementsprechend unsere Corona-Ampel neu programmieren dürfen).

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Hansa, Waldhof und Lübeck haben nach Transfermarkt-Informationen Interesse an Prince Owusu.

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Im Löwenstüberl gibt es heute:

Bandnudeln mit Kürbis, Zucchini, Aubergine, Parmesan & Salat (8,20 Euro)

und

Jägerschnitzel mit Spätzle (8,70 Euro)

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Last but not least:

Hendrik Bonmann hat sich gestern Abend via Instagram & Facebook-Nachricht von den Löwen-Fans verabschiedet – mit einem Bild mit reichlich Rauch und sehr schönen Worten für die Löwen-Fans, Freunde die er in der Mannschaft gefunden hat und Biero.

Ein Klasse-Torwart und überragender Sportsmann verabschiedet sich hier – mach´s gut Hendrik, alles Gute auf Deinem weiteren Weg!

Sechzig@18:60 – Michael Köllner + Trainer FCK + Corona-Ampel + Indien

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Sechzig @18:60 Pilotprojekt Union Berlin
Das Grünwalder Stadion in den Abendstunden

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Schon irgendwie kurios: Eigentlich ist heute an der Grünwalder Straße ja gar nicht so viel passiert und dennoch waren wir ordentlich beschäftigt, Euch mit News rund um den TSV 1860 München zu versorgen. An erster Stelle steht natürlich die äußerst erfreuliche Nachricht, dass die Vertragsverlängerung von Trainer Michael Köllner wohl nur noch reine Formsache ist und vermutlich sogar noch vor dem Match in Zwickau bekanntgegeben wird. Super Sache, denn der Oberpfälzer glänzt nicht nur als absoluter Sympathieträger, sondern hat die Mannschaft auch taktisch und vom Spielverständnis her deutlich weiterentwickelt.

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Einen neuen Impuls hat auch der 1. FC Kaiserslautern nötig: Nach der Entlassung von Boris Schommers übernimmt vorerst U19-Coach Oliver Schäfer das Training, doch bereits beim kommenden Punktspiel soll ein neuer Trainer auf der Bank sitzen. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Thorsten Ziegner (ehemals Hallescher FC), Bernhard Trares (zuletzt Waldhof Mannheim), Thorsten Lieberknecht (MSV Duisburg) und Michael Schiele (zuletzt Würzburger Kickers), doch auch Friedhelm Funkel werden Außenseiterchancen eingerechnet.

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Während in Kaiserslautern am Wochenende im Derby gegen den Erzrivalen Waldhof Mannheim 7.500 Zuschauer zugelassen werden, ist in München noch keine Entscheidung darüber getroffen worden, ob der FC Bayern II hinter verschlossenen Türen kicken muss oder doch ein paar Fans reinlassen darf.

Auf Liga3-online findet Ihr zudem eine Übersicht, wie hinsichtlich des kommenden Wochenendes an den einzelnen Spielorten der 3. Liga aussieht.

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Am 10.10. wirds dann auch für die Löwen wieder spannend, wenn der VfB Lübeck auf Giesings Höhen gastiert. Um Euch stets über die aktuelle 7-Tages-Inzidenz auf dem Laufenden zu halten, haben wir auf unserer Startseite eine Corona-Ampel eingebaut.

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Lange vor Corona, genauer gesagt im Februar 2016, besuchten die Amateure des TSV 1860 Indien, um dort an einem internationalen Turnier teilzunehmen. Als einziger Fan aus Deutschland reiste damals Michael Stoffl nach Kozhikode, um die Löwen zu unterstützen, und hat heute seine überaus lesenswerte Story dazu mit uns (uns Euch!) geteilt.

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Hm, eine Überleitung vom Sait Nagjee Cup zu FIFA21 kann eigentlich nur in die Hose gehen, deswegen kurz und knapp: Philipp Steinhart wird von Electronic Arts als bester Spieler des TSV 1860 eingeschätzt. Sollte Ansporn genug für die anderen sein, um die Entwickler des Spiels Lügen zu strafen.

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Zum Abschluss noch der Hinweis, dass heute Abend ab 20 Uhr die 1. Runde des Toto-Pokals ausgelost wird. Für die Löwen zum jetzigen Zeitpunkt nur bedingt interessant, da wir erst in der Finalrunde in den Wettbewerb einsteigen werden, aber Auslosungen haben ja doch immer einen gewissen Reiz…

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Corona-Ampel auf sechzger.de

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Wann dürfen endlich wieder Zuschauer ins Sechzgerstadion, um den TSV 1860 bei seinen Heimspielen zu unterstützen? Kaum eine Frage beschäftigt uns Fans so sehr wie die, wann wir unsere Löwen endlich wieder live sehen dürfen. Auf der Startseite von sechzger.de haben wir als besonderen Service für Euch nun eine Corona-Ampel integriert, die Euch täglich die aktuell gültige 7-Tages-Inzidenz anzeigt.

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sechzger.de bezieht tagesaktuell die Corona-Daten vom Robert-Koch-Institut und bildet den nach Einwohnern gewichteten Durchschnitt der 7-Tages-Inzidenz der für das Grünwalder Stadion relevanten Landkreise (München Stadt, Landkreis München, Landkreis Dachau, Landkreis Fürstenfeldbruck).

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Ist dieser Wert größer als 35, sind keine Zuschauer erlaubt. Selbst wenn der Wert niedriger liegt, obliegt die endgültige Entscheidung, ob Zuschauer zugelassen werden, dem Gesundheitsamt in München.

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Michael Köllner kurz vor Vertragsverlängerung!

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Er ist ein Glücksfall für den TSV 1860 und soll uns auch weiterhin erhalten bleiben: Michael Köllner möchte seinen laufenden Kontrakt bei den Löwen in den kommenden Tagen verlängern!

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Noch bis 2021 steht der Oberpfälzer in Giesing unter Vertrag, doch bereits jetzt streben beide Parteien eine darüber hinausgehende Zusammenarbeit an und haben bereits weitestgehend eine Übereinkunft getroffen. Besonders die vertrauensvolle Kooperation mit Geschäftsführer Günther Gorenzel imponiert dem Trainer, der sich zudem sehnlichst die Rückkehr der Löwenfans auf die Tribünen des Grünwalder Stadions wünscht.

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FIFA21: Die besten Spieler der 3. Liga

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Wie wir Euch bereits vor zwei Wochen meldeten, wird die 3. Liga auch in FIFA21, dem marktführenden Fußballsimulationsspiel von EA Sports, voll spielbar sein. Die neueste Edition des Games wird am 09. Oktober erscheinen und erfreut sich auch bei Profisportlern einer großen Beliebtheit. Immer wieder Stoff für Diskussionen bieten hingegen die Bewertungen der Akteure – ziemlich cleveres Marketing, wenn sich dann beispielsweise ein Romelu Lukaku öffentlich darüber beschwert, bei einem Computerspiel zu schlecht weggekommen zu sein, oder?

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Auf Liga3-Online sind heute exklusiv die Top-Werte der diesjährigen Drittligakicker aufgelistet (die letzten Transfers und Spieler des FC Bayern II sind nicht berücksichtigt) und siehe da: Die Entwickler schätzen Philipp Steinhart mit einem Gesamtscore von 68 als besten Spieler des TSV 1860 ein. Das kommt zwar einigermaßen überraschend, zumal der Linksverteidiger damit ligaweit den geteilten 11. Platz einnimmt, aber vielleicht gelingt es ihm ja, diesen Wert zu bestätigen. Marco Hiller folgt mit einer 67 auf Platz 22, alle anderen Löwen sucht man unter den Top 30 vergeblich…

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Jungs, am besten zeigt ihr EA bereits am Samstag, wie falsch sie liegen!

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Mit den Amateuren des TSV 1860 in Indien: Sechzig goes India

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Mit den Löwen kann man ja bekanntlich ganz schön rumkommen. Die etwas Älteren erinnern sich gerne an diverse Europacup-Auswärtsfahrten wie Varna (Teil 1 / Teil 2), Borisov, Smederevo oder Leeds und auch das ein oder andere Testspiel in fremden Gefilden stand in den letzten Jahren auf dem Programm. Diejenigen, die die Reisen nach Polen, Ungarn, Kanada, Südkorea etc. mitgemacht haben, haben sicher unzählige Geschichten zu erzählen. Ein ganz besonderes Kapitel in der Löwen-Historie schrieben Anfang 2016 die damals von Daniel Bierofka trainierten Amateure, die an einem internationalen Turnier in Indien teilnahmen. Unser Leser Michael Stoffl (u.a. Zeitspiel Magazin) war als einziger Fan des TSV 1860 aus Deutschland angereist und gerät auch heute noch ins Schwärmen. Viel Spaß beim Lesen!

Sait Nagjee Cup

Im Februar 2016 machte sich unsere zweite Mannschaft auf eine Reise zu einem Turnier in Indien – aber beinahe wäre es gar nicht dazugekommen. Im südindischen Bundesstaat Kerala strickte der regionale Fußballverband an Plänen, den eingeschlafenen Sait Nagjee Cup wieder zu Leben zu erwecken. Dieses Turnier wurde seit 1952 regelmäßig ausgespielt, erfreute sich großer Beliebtheit, wurde aber nach 1995 eingemottet. Üblicherweise trat dabei eine Reihe einheimischer Vereinsmannschaften an, gespickt mit Gastmannschaften aus Nachbarländern wie Pakistan oder Bangladesch.

1860 Amateure statt River Plate

Für die Wiederaufnahme des Turniers 2016 wurde mit Mahindra, einem großen indischen Nutzfahrzeughersteller, ein potenter Hauptsponsor gefunden. Zudem sollte diesmal alles noch größer und internationaler als bisher aufgezogen werden: Vor allem erhoffte man sich, ein paar Topvereine aus dem fernen Ausland gewinnen zu können. Ich habe keine Ahnung, wie viele Briefe, E-Mails und Anrufe zwischen Veranstalter und potenziellen Teilnehmern ausgetauscht wurden, geschweige denn, wer wohl alles auf dem Wunschzettel stand. In ersten Pressemitteilungen Monate vor dem Turnier war zum Beispiel noch von River Plate (Argentinien), Corinthians (Brasilien) und Brisbane Roar (Australien) die Rede, die angeblich schon zugesagt hätten. Auch Hertha BSC berichtete auf seiner Website von einer möglichen Indienreise.

Fußballbotschafter Ronaldinho

Die Organisation verlief, sagen wir mal, etwas schleppend. Termine wurden mehrfach verschoben, und dann blieb auch noch die Ungewissheit, ob die Kosten auch tatsächlich wie versprochen übernommen werden würden. Da überrascht es nicht, dass es vielen Vereinen irgendwann einfach zu bunt wurde und sie letztendlich absagten. Für die offizielle Eröffnungsfeier Anfang Januar wurde Ronaldinho als „Fußballbotschafter“ eingeflogen. Das Turnier selbst wurde aber nochmals verschoben und startete erst am 5. Februar.

TSV 1860 II in Indien

Trotz aller Anlaufschwierigkeiten fanden sich Anfang Februar acht Mannschaften in Kerala (Indien) ein: Darunter auch die damals von Daniel Bierofka trainierten Amateure des TSV 1860. Das Teilnehmerfeld kann getrost als bunt, facettenreich oder gar bizarr bezeichnet werden.

Gruppe A: CA Paranaense, Watford FC, Volyn Lutsk, Rapid Bukarest.

Gruppe B: Argentinien U23, Dnipro Dniproterowsk, Shamrock Rovers, TSV 1860 II.

Mini-WM im 50.000-Mann-Stadion

Bemerkenswerterweise war keine einzige indische Mannschaft am Start. Bis kurz vor Meldeschluss stand aber wohl die indische U23 noch als Platzhalter bereit. Vor Ort wurde das Turnier quasi als „Mini-WM“ gefeiert und als organisatorischer Probelauf für die U17 FIFA-WM betrachtet, deren Ausrichter Indien im Jahr darauf sein sollte.

Alle Spiele fanden im EMS Corporation Stadium in Kozhikode (ehemals Calicut) statt, einer mitten im Stadtzentrum gelegenen, maroden Betonschüssel mit einer Kapazität von rund 50.000 Plätzen, die die Herzen von Nostalgikern und Ruinenanbetern sofort höher schlagen lässt. Und ich war dabei! Beinahe aber hätte ich meine Flüge, ähnlich wie Ronaldinho, schon für Januar gebucht. Doch ich wartete bis in Indien wirklich alles in trockenen Tüchern war und ich von 1860 die Bestätigung bekam, dass auch tatsächlich teilgenommen wird.

Die Reise nach Indien

Viele waren sicherlich noch nie in Indien und manch einer mag es nur von Geschäftsreisen her kennen, wo man es mit guten Hotels, zuverlässigen Fahrern und klimatisierten Büros zu tun hat und das ganze Chaos gerademal durch die Fensterscheiben mitbekommt. Ich hingegen hatte mit zwei ausgedehnten Reisen von insgesamt neun Monaten schon etwas Erfahrung gesammelt und das Land trotz all seiner Unzulänglichkeiten lieben gelernt. Der Bundesstaat Kerala im Südwesten wirkt dabei irgendwie organisierter, ordentlicher, und insgesamt stressfreier als manch andere Ecke. Ich konnte es kaum erwarten und machte mich also schon zwei Wochen vor Turnierbeginn auf die Reise, um mal wieder so richtig einzutauchen.

Über die Wasserstraßen der Backwaters lässt sich die Gegend gut per Boot und Fährschiff erkunden. Für wenige Cents gibt es an fast jeder Ecke Kokosnüsse und frisch gepressten Zuckerrohrsaft, und das Essen ist ohnehin hervorragend (wenn man es denn indisch mag).

35.000 Zuschauer beim Eröffnungsspiel

Am Turnierort in Kozhikode quartierte ich mich in einem günstigen Mittelklassehotel im Zentrum ein, nicht weit vom Stadion entfernt. Zum Eröffnungsspiel mit großem Feuerwerk zwischen CA Paranaense (aus Curitiba, Brasilien), die zwei Jahre darauf die Copa Sudamericana gewannen, und dem Elton-John-Club Watford FC aus England fanden sich 35.000 Zuschauer ein. Weit mehr als ich erwartet hatte. Schließlich gilt Fußball hier bei weitem nicht als Volkssport und rangiert weit hinter Cricket, Feldhockey und Kabaddi (einer Art indisches Fangamandl – einfach mal googlen). Der Eintritt zu allen Spielen betrug bei freier Platzwahl jeweils 150 Rupien (etwa 2€) – mit Ausnahme der VIP Seats für 500 Rupien, worin zwar Tee und Wasser enthalten waren, man aber ebenerdig auf Plastikstühlen Platz nehmen durfte, und damit auch die mit Abstand schlechteste Sicht aufs Spielfeld hatte.

Ebenso wie das Betreuerteam aus Giesing fand ich mich daher auf der Tribüne ein, wo wir uns sogleich über bereits Erlebtes austauschten. Die Delegation der Löwen war im Gegensatz zu mir in einer gediegenen Luxusherberge außerhalb der Stadt untergebracht, bekam dafür aber nicht viel vom üblichen Gewusel in der Stadt mit – was hinsichtlich Spielvorbereitung auch sicherlich von Vorteil gewesen sein dürfte.

 

Turnierauftakt des TSV 1860 II mit Sieg

Denn schon tags darauf sollten die Zweite des TSV 1860 zu ihrem ersten Einsatz in Indien kommen. Ich konnte es kaum erwarten und lief schon den ganzen Tag im Trikot durch die Stadt. Im Gegensatz zum Afrika-Cup in Ghana 2008, wo mir oftmals freudig „Abedi Pele“ entgegenhallte, sobald der Löwe auf der Brust erkannt wurde, konnten die Inder das gar nicht einordnen.

Bei tagsüber schwülwarmen 36 Grad freut man sich auf die Abendstunden, wenn die Temperaturen auf angenehme 25 Grad sinken und man endlich ins Stadion kann. Unser Auftaktgegner war die U23 Argentiniens und ich befürchtete ein Debakel. Aber das Gegenteil war der Fall: Die Gurkentruppe der Gauchos wurde mit 3:0 vom Platz gefegt. Torschützen: Bachschmid, Seferings, Köppel. Was für ein Turnierauftakt! Ich war außer mir vor Freude.

Sexy Sechzig in Indien

Es waren geschätzte 20.000 im Stadion und viele Zuschauer hatten argentinische und deutsche Flaggen mitgebracht. Dass ich aber in argentinischen Farben antanzte und damit das vermeintliche „Team Germany“ unterstützte, verwirrte so manchen. Ich habe auch keine Ahnung, welche Spaßvögel da bei den Argentiniern aufliefen: Das kann beileibe nicht deren Olympia-Auswahl gewesen sein. Und in Argentinien hatte die neue Saison gerade begonnen, womit wohl kaum taugliche Spieler abgestellt werden durften. Ihren Kredit bei den Indern hatten sie zumindest schnell verspielt. Und so war es mir ein leichtes, den Mob zum Anfeuern zu bewegen. Anstatt die Südamerikaner auszubuhen, galt es in Indien jetzt den TSV 1860 anzufeuern. Bald hallte es lautstark „Sechzig, Sechzig“ aus Dutzenden Kehlen von der Tribüne – auch wenn es eher nach „Sexy, sexy“ klang und einige Anwesende sehr erheiterte. Die Argentinier verabschiedeten sich übrigens nach drei Niederlagen und null Toren aus dem Turnier.

Für unsere Mannschaft ging es zurück ins Hotel und für mich in die Bar nebenan, um mit zwei schnellen Kingfisher auf den Sieg anzustoßen. Über eine Schanklizenz verfügen hier nur einige der besseren Hotels und Sperrstunde ist auch schon um 22 Uhr. Dafür kostet ein Bier dann auch ungefähr soviel wie zwei Mahlzeiten. Wer in Indien Bier trinken möchte, sollte lieber nach Goa oder Mumbai fahren.

 

Niederlage gegen die Shamrock Rovers

Unsere nächste Vorrundenpartie ging dann gegen die irischen Abgesandten der Shamrock Rovers aus Dublin. Im Anschluss an die Pressekonferenz, der ich beiwohnen durfte, wurde ich dann von den indischen Journalisten zu meinen Beweggründen und Einschätzungen befragt. Das ist mir so auch noch nicht passiert. Am Vorabend des Spiels war ich dann noch als Gast zum Abendessen ins Mannschaftshotel geladen. Eine ganz besondere Ehre, zu der ich wohl nicht gekommen wäre, hätten sich Dutzende Fans des TSV 1860 auf den Weg nach Indien gemacht. Ein sehr schöner Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Allerdings verfehlte meine Motivationsrede ans Team ihre Wirkung. Die Partie gegen den irischen Erstligisten ging vor abermals 20.000 Zuschauern knapp mit 2:3 verloren. Die Shamrock Rovers waren übrigens neben Rapid Bukarest und Volyn Lutsk die einzigen, die mit ihrer ersten Mannschaft antraten.

Während des Turniers besuchte ich freilich auch einige andere Spiele, sodass ich jede Mannschaft zumindest einmal zu sehen bekam. Und niemals konnte ich andere Fans oder ausländische Besucher ausmachen. Manchmal aber traf ich Spieler und Betreuer in der Stadt beim Shoppen oder einfach nur beim Spazierengehen. Die Iren und die Ukrainer waren dabei besonders locker und aufgeschlossen, und auch an meiner Story interessiert.

Remis und Aus in der Vorrunde

Dnipro Dnipropetrowsk war dann auch unser letzter Gruppengegner. Aufgrund der Tabellensituation reichte das 0:0 aber nicht zum Erreichen des Halbfinales und die Löwen mussten nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Wir hatten uns wacker geschlagen und nicht nur viele bleibende Eindrücke hinterlassen, sondern auch mitgenommen. Bei den Trainingseinheiten auf einem nahe gelegenen Sportplatz waren stets viele neugierige Schulkinder zugegen, die von unseren Betreuern mit 1860-Devotonalien bedacht wurden. Die Mannschaft nutzte die Zeit zwischen Trainingseinheiten auch zu Ausflügen und Begegnungen mit den Einheimischen. Diese Reise war also nicht nur für mich, sondern sicherlich für alle Beteiligten etwas ganz Besonderes.

Turniersieger aus der Ukraine

Als Turniersieger ging dann einige Tage später Dnipro hervor. Der ukrainische UEFA-Europa-League-Finalist aus dem Vorjahr konnte sich im Finale klar mit 3:0 gegen Paranaense durchsetzen. Der Versuch, das Turnier wiederzubeleben, scheiterte aber. Seit 2016 fand es keine Fortsetzung mehr.

Text und Fotos: Michael Stoffl & Stefan Kranzberg (sechzger.de)

Hier noch ein paar Impressionen aus Indien (zum Vergrößern aufs Bild klicken):

Sechzig um Sieben: Fordern die Fans noch einen Stürmer? + Training + 1860 in Indien

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Sechzig um Sieben: Terminierungen bis zur Wiesn
Sechzig um Sieben: Wer wird die Nummer eins im Tor?

Wer bei sechzger.de auf die Homepage schaut, findet dort ja immer auf der rechten Seite die neuesten Nachrichten und Artikel von den Münchner Zeitungen rund um den TSV 1860. Aktuell ist dort ein Artikel von der tz mit der Überschrift: “Haben die Löwen zu wenig Biss in der Offensive? Fans fordern torgefährlichen Ideengeber”

Im Artikel steht dann “Es war (und ist) das große Thema in den einschlägigen Internet-Foren zum Thema 1860: Brauchen die Löwen noch einen torgefährlichen Ideengeber hinter den Spitzen, einen neuen Bekiroglu, einen wie diesen abgezockten Sercan Sararer, der bei Türkgücü München in zwei Spielen schon vier Scorerpunkte (ein Tor, drei Assists) gesammelt hat?”

Uns wären diesbezügliche Diskussionen im großen Stile nicht aufgefallen, aber wir wollen uns ja nicht den großen Medien verschließen: Finden diese Diskussionen im großen Stile statt – und wie seht ihr das? Brauchen die Löwen noch einen Stürmer mehr?

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In diesem Zusammenhang fanden wir es auch bemerkenswert, dass andere Portale nach zwei Spielen für die Neuzugänge schon Noten verteilen. Insbesondere die Benotung von Martin Pusic finden wir bemerkenswert: In Meppen quasi mit dem Schlusspfiff eingewechselt, gegen Magdeburg bekam er 11 Spielminuten.

https://www.transfermarkt.de/martin-pusic/leistungsdatendetails/spieler/48052/wettbewerb/L3/saison/2020

Wir sind ehrlich: Wir sind keine Genies – eine Benotung keine zwei Wochen nach dem Wechsel und nach 12 Minuten Einsatzzeit trauen wir uns an dieser Stelle nicht zu.

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Der TSV 1860 trainiert heute am Vor- und am Nachmittag – freilich ohne Zuschauer.

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Kartoffel-Karottenauflauf mit Salat (8,00 Euro)

und

Schweinswürstl mit Kartoffelpüree & Sauerkraut (8,20 Euro)

das ist die Qual der Wahl, die ihr heute im Löwenstüberl habt.

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Heute Mittag kommt dann der – schon etwas in die Jahre gekommene, aber trotzdem äußerst lesenswerte – Reisebericht eines Löwenfans, der mit den 1860-Amateuren nach Indien geflogen ist.

Sechzig@18:60 Uhr: Trainerentlassungen + Sechzig in Indien + Gegneranalyse Zwickau + Löwen im Free-TV

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Tape 18:60

Heute hat sich im Löwen-Kosmos nicht viel getan:

Dass die Spiele in Zwickau & Rostock sowie das Heimspiel gegen Duisburg im Free-TV (BR bzw. MDR) kommen haben wir euch gestern bereits mitgeteilt, aber doppelt hält ja bekanntlich besser.

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Die Saison ist ja schon zwei Spieltage alt, da kann man schon einmal den Trainer entlassen…

https://sechzger.de/1-fc-kaiserslautern-trennt-sich-von-trainer-schommers/

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Morgen kommt ein weiterer Leckerbissen für euch, wenn auch mit Verspätung: Die Löwen-Amas waren ja vor ein paar Jahren in Indien – und ein Löwen-Fan ist dahin mitgereist. Der Bericht kommt morgen auf sechzger.de

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Heute war das sechzger.de-Team mal wieder unterwegs in Sachen Interview – ein weiterer hochrangiger Vertreter aus dem Umfeld des TSV 1860 hat sich mit sechzger.de Unterhalten. Auflösung folgt bald

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Last but not least hat sich unser Taktik-Fuchs Bernd Winninger heute das Spiel Duisburg vs Zwickau freiwillig und in voller Länge reingezogen, um eine möglichst gute Analyse für die “Taktiktafel” hinzubekommen. Dass er sechzger.de aber nur als Sprungbrett benutzt um in Zukunft für Michael Köllner arbeiten zu dürfen – diese Gerüchte weist er vehement zurück. 😉