Nach den hochsommerlichen Temperaturen zuletzt war am gestrigen Montag Kontrastprogramm angesagt. Bei teilweise strömendem Regen mussten die Senioren B II des TSV 1860 beim VfB Sparta München ran und entschädigten die wenigen erschienenen Zuschauer mit einem Torfestival.
Torfestival bei Senioren B II
Auf dem Kleinfeld an der Bauernfeindstraße gingen die Löwen von Beginn an konzentriert zu Werk und führten bereits zur Pause durch Tore von Cam Altun, Andreas Kraft und Ercan Yildirim mit 3:1.
Nach dem Seitenwechsel legte 1860 nochmal ein Schippe drauf und zog durch Treffer von Arash Alireza (2), Vito Amendolara und Marco Melillo gar auf 7:1 davon. Der VfB Sparta wollte sich nun jedoch nicht gänzlich abschießen lassen, die Löwen hingegen ließen die Partie nun eher ruhig angehen. Erneut Vito Amendolara sowie Armin Frangu sorgten für den letztendlich nie gefährdeten 9:4-Auswärtssieg der Senioren B II.
In der Tabelle liegen die Löwen derzeit zwar auf Platz 1, können jedoch noch von der SG Untermenzing/Allach überholt werden, die bislang eine Partie weniger absolviert hat.
Am morgigen Mittwoch tritt die 1. Mannschaft der Senioren B im Kreispokal bei Türkgücü München an. Anpfiff an der Heinrich-Wieland-Straße 100 ist um 19 Uhr.
Auch ein Schild mit dem bekannten "Sessanta"-Aufdruck wird verkauft.
Der Verein Kreative für Sechzig (KfS) findet sich bei den Löwen überall wieder – unter anderem auch auf den neuen Mitglieder-Ausweisen. Die letzte Ausstellung der Gruppe ist schon eine ganze Weile her, jetzt soll es aber wieder rund gehen: Am 12. Juli kann man die neusten Kreationen in der Polsterei 11 in Neuhausen bestaunen. Ab 12 Uhr geht es los.
Wie schon im Bamboleo zu sehen: Ein Zwilling der Tresenleuchte.
Teaser auf Instagram
Seit einigen Wochen veröffentlichen die Kreative für Sechzig schon Videos und kleine Bilder auf Instagram, um die kommende Ausstellung anzukündigen. Von Polster-Designs, Linoldrucken bis zu Shirts ist alles mögliche dabei.
Die letzte Ausstellung der KfS, über die sechzger.de berichtete, ist nun schon über zwei Jahre her. Dabei wurde in die Ambar im Herzen Giesings geladen. Unter dem Motto “An einem Tag im Mai” wurden Drucke, Shirts und allerlei andere kreative Kleinigkeiten an die Sechzger*innen gebracht. Ein Video von diesem Tag wurde vom TSV 1860 München e.V. unter anderem auf Youtube geteilt.
Kreative für Sechzig im Wortlaut
Bereits einige Wochen vor der Ausstellung, konnte die sechzger.de-Redaktion mit den Verantwortlichen der KfS sprechen. Über ihre geplante Aktion schreiben sie:
“Die Kreativen für Sechzig machen auch dieses Jahr wieder eine Ausstellung. Diesmal sind wir in Neuhausen. Das hat sich angeboten, da ein Polsterer uns für eine Kollaboration seine dortige Werkstatt mit Laden zur Verfügung gestellt hat. Der Wenzel von der „Polsterei 11“ hat, wie wir, Spaß an solchen Netzwerkereien.
Mit ihm gemeinsam haben wir für den 12. Juli einen besonderen Löwenstoff anfertigen lassen, mit dem drei Stühle aus den 60er Jahren bezogen wurden. Diese Stühle gibt es zur Ausstellung käuflich zu erwerben.
Außerdem gibt es Shirts (LÖWENTRÄU), Aufnäher (KfS), Drucke, Fotos, Gemälde und allerlei andere schöne Dinge zum TSV aus der Schmiede der Kreativen. Erwähnenswert ist vielleicht auch ein Zwilling der Tresenleuchte aus dem Bamboleo. Wir haben damals zwei Stück bekommen, und nun auch die zweite hergerichtet, damit sie bestimmungsgemäß ein neues Zuhause finden kann.”
Die Kreative für Sechzig präsentieren bei der Ausstellung am Samstag einen Stuhl mit Löwen-Optik.
Neuhausen ist blau!
Dieses Mal geht es also nach Neuhausen, zur Polsterei, wo die oben gezeigten Stühle verkauft werden. Außerdem wird eine lokale Craft-Brauerei ihr DONNERBRÄU vor Ort ausschenken. Der Fokus solle, so die Gruppe, dieses Mal eher weniger auf der Gastronomie liegen, es gehe am Samstag hauptsächlich um Objekte. Besonders wird es allemal.
An kuriosen Testspielgegnern hat es den Löwen ja noch nie gemangelt. Ob Nationalmannschaft, Bundeswehrauswahl, brasilianischer Spitzenclub oder bunt zusammengewürfelte Regionalauswahl – Münchens große Liebe war bereit, sich mit allen zu messen. So auch am 08.07.1992, als das Olympiateam von Marokko an der Grünwalder Straße zu Gast war und sich gegen den TSV 1860 auf die Spiele in Barcelona vorbereitete.
Vorrunden-Aus bei den Olympischen Spielen
Während sich die deutsche Mannschaft nicht für den Fußball-Wettbewerb der Olympischen Spiele 1992 qualifizieren konnte, war Marokko dabei. In Gruppe C trafen die Nordafrikaner auf Südkorea (1:1), Schweden (0:4) und Paraguay (1:3). Mit nur einem Punkt schied Marokko nach der Vorrunde aus.
Gold ging am Ende an Gastgeber Spanien, Silber gewann Polen (u.a. mit Andrzej Kobylanski, dem Vater von Martin Kobylanski), Bronze sicherte sich Ghana.
Olympiateam Marokko gastiert beim TSV 1860
Heute vor 33 Jahren gastierte die Olympiamannschaft von Marokko jedoch beim TSV 1860 an der Grünwalder Straße. Rund 1000 Zuschauer besuchten das Trainingsgelände der Löwen, um sich die Partie des Zweitligaabsteigers gegen den Olympiateilnehmer anzusehen. Bei Sechzig hatte Werner Lorant soeben das Traineramt übernommen, als Neuzugänge kamen u.a. Niels Schlotterbeck, Jens Keller, Ralf Strogies, Michael Kroninger und Andi Löbmann nach Giesing.
Bekannteste Akteure der Marokkaner waren wohl Rachid Azzouzi, heute Geschäftsführer der SpVgg Greuther Fürth, und Noureddine Naybet, der später u.a. bei Sporting Lissabon, Deportivo La Coruna und Tottenham Hotspur spielen sollte. Am Ende setzten sich die Gäste in einer umkämpften Partie knapp mit 2:1, wobei für die Löwen mit Runald Ossen ein weiterer Neuzugang zum Anschlusstreffer traf.
Die Aufstellung der Löwen
Trainer Werner Lorant setzte beim Spiel gegen die marokkanische Olympiaauswahl auf folgende Mannschaft.
Während sich am vergangenen Wochenende die Ergeignise rund um den TSV 1860 München vor allem neben dem Platz überschlagen haben, ist die Mannschaft fast unbemerkt nach Ulrichsberg abgereist. Von dort versorgen wir Euch täglich mit den wichtigsten Eindrücken aus dem Trainingslager. Heute stehen gleich zwei Testspiele an. Um 11:00h spielen die Löwen in Oepping gegen Artis Brno und um 18:00h in Putzleinsdorf gegen die SV Ried.
Blick zurück auf MV und Anteilsverkauf
Sechzig und schuldenfrei. Das waren bis Samstagabend zwei Worte, die man schwer in einen Satz packen konnte. Nun scheint es Realität zu sein und der Löwenkosmos ist gespannt, wer denn nun der neue Investor aus der Schweiz ist. IM Laufe dieser Woche soll das Geheimnis gelüftet werden. Wir sind gespannt und halten Euch natürlich auf dem laufenden. In dieser Stunde null für 1860 wurde auch noch das neue Präsidium von der MV bestätigt. Dieses hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Spaltung und Löwenmitgliedern und -fans zu überwinden und ruft alle Beteiligten zur verbalen Abrüstung auf. Ein Aufruf, dem wir als sechzger.de uns anschließen. Außerdem besetzte das Präsidium noch während der MV die Stelle im Beirat der KGaA neu. Peter Schaefer übernimmt den Sitz von Robert Reisinger. Sitzungen mit Saki Stimoniaris und Andrew Livinston bleiben Schaefer durch den Verkauf der Anteile erspart. Und nicht zuletzt blickt Martin Gräfer, der letztes Jahr mit dem Bündnis Zukunft noch eine bittere Niederlage auf der MV erlitten hatte, positiv voraus. Er freut sich mit der Bayerischen gemeinsam den gealtigen “sportlichen und strukturellen” Umbruch begleiten zu dürfen.
Sechzger.de Talk 218
Wie unsere Redakteure Edge, Jan, Christian und Thomas das Wochenende erlebt haben, könnt Ihr im sechzger.de Talk Nummer 218 nachverfolgen. In einer lebendigen Sendung lassen die vier ein geschichtsträchtiges Löwenwochenende nochmal aufleben. Los geht’s mit dem Testspiel in Bamberg samt Vorstellung des neuen Auswärtstrikots, über den Anteilsverkauf von Hasan Ismaik bis hin zur MV. Ihr findet den Talk auf unserem YouTube-Kanal bzw. diversen Podcast-Plattformen, wie:
Man möchte fast sagen, dass sich die Löwen am Sonntag heimlich, still und leise nach Ulrichsberg zum Trainingslager aufgemacht haben. Gestern standen standen zwei Einheiten auf dem Programm. Die schönsten Eindrücke von Tag 1 im Trainingslager haben wir für Euch zusammengestellt.
News aus der dritten Liga
Zeitler stark umworben
Der junge Ingolstädter Stürmer Deniz Zeitler hat sowohl das Interesse des VfB Stuttgart als auch der TSG Hoffenheim geweckt. Der 18-Jährige bringt es schon 35 Drittligaspiele mit acht Toren. Stuttgart und Hoffenheim überbieten sich gerade wohl gegenseitig mit möglichen Ablösesummen für das Tent. Aktuell soll der VfB die Nase vorn haben, der eine Million für Zeitler auf den Tisch legen will.
Hanraths bleibt Kapitän der Alemannia
Auch unter dem neuen Aachener Trainer Benedetto Muzzicato bleibt Mika Hanraths Kapitän der Alemannia. “Da muss ich nur hinschauen und musste nicht lange überlegen”, zeigt sich der neue Aachen-Trainer von den Führungsqualitäten des Verteidigers überzeugt.
Streit um einen 15-Jährigen
Linus Güthers vertragliche Situation erhitzt derzeit die Gemüter. Das 15-jährige Talent würde letzte Woche offiziell von Union Berlin vorgestellt. Sehr zum Leidwesen von Energie Cottbus, das auf einen gültigen Vertrag mit Güther pocht. Diesen sollen beide Elternteile von Güther unterschrieben haben, interessanterweise kannte Güther den Vertrag selbst offenbar nicht und er soll auch kein Ausstellungsdatum besitzen. Güthers Vater will den Vertrag aber bereits im letzten Herbst widerrufen haben. Energie prüft derzeit zivilrechtliche Schritte.
Damit wünschen wir Euch einen schönen Tag mit gleich zwei Testspielen des neuerdings schuldenfreien TSV 1860 München! Wir müssen das einfach ein paar Mal wiederholen, um uns dran zu gewöhnen. Sorry… Aber wahrscheinlich geht’s Euch genauso.
Der sechzger.de Talk Nummer 218 wird definitiv in die Geschichte eingehen, denn es ist der erste Podcast nach dem Verkauf der Anteile von Hasan Ismaik. Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen und so nehmen Christian und Jan gemeinsam mit ihren Gästen die aktuelle Ausgabe noch am Sonntagabend unmittelbar nach der Mitgliederversammlung auf.
Testspiel beim FC Eintracht Bamberg
Los geht es allerdings in chronologischer Reihenfolge der Ereignisse und daher besprechen die vier Teilnehmer zunächst den Auftritt des TSV 1860 München im Testspiel gegen den FC Eintracht Bamberg. Christian und Jan waren live vor Ort und schildern ihre Eindrücke vom 5:0-Sieg gegen den Bayernligisten. Insgesamt starke 3.517 Zuschauer fanden den Weg in das Fuchs-Park-Stadion am frühen Freitagabend.
Ismaik verkauft seine Anteile am TSV 1860 – die Reaktionen
Nach einem kurzen Ausflug in die Münchner Fußgängerzone, genauer gesagt zum dortigen Galeria nahe des Marienplatzes widmet sich der sechzger.de Talk dann in Ausgabe 218 einem wahrhaft epischen Ereignis. Am Samstagabend wurden die Löwenfans von der Meldung überrascht, dass Hasan Ismaik seine Anteile am TSV 1860 München verkauft hat. Die Löwen veröffentlichten bereits erste Details zum Käufer sowie seinen Zielen. Im Podcast schildern die vier Teilnehmer ihre ersten Gedanken und Gefühle zu dieser brisanten Meldung. Natürlich gibt es noch viele ungeklärte Fragen zum aktuellen Zeitpunkt, in der kommenden Woche sollten davon aber vermutlich schon einige beantwortet werden.
Die Mitgliederversammlung 2025
Auswirkungen hatte diese Meldung natürlich auch auf die Mitgliederversammlung 2025, die wieder im Zenith stattfand. Robert Reisinger hielt dabei eine einstündige Abschiedsrede, in der viele interessante und berichtenswerte Punkte angesprochen wurden. Jan und Christian versuchen zusammen die wichtigsten Ausführungen wiederzugeben. Zudem fanden mehrere Wahlen statt. Das meiste Interesse weckte dabei die Neubesetzung des Präsidiums. Mit großer Mehrheit wurden Gernot Mang, Christian Dierl, Heinz Schmidt und Peter Schaefer von den Mitgliedern gewählt. Neben der Wiedergabe der Ergebnisse schildern Thomas, Edge, Jan und Christian im aktuellen Talk darüber hinaus noch ihre Eindrücke zu der Veranstaltung.
Der sechzger.de Talk 218 als Video und Podcast
Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:
Während in München gestern die Mitgliederversammlung abgehalten und ein neues Präsidium gewählt wurde, reisten die Spieler, Trainer und Betreuer der Löwen nach Oberösterreich. In unserer Fotogalerie präsentieren wir Euch die ersten Impressionen vom Trainingslager des TSV 1860 in Ulrichsberg.
Fotogalerie zum Trainingslager des TSV 1860
Zum Vergrößern der Fotos bitte auf das jeweilige Vorschaubild klicken; die Aufnahmen werden dann auch schärfer dargestellt.
Der TSV 1860 kehrt gegen BATE Borisov ins Grünwalder Stadion zurück
Der 07.07. war in der Europacup-Historie der Löwen ein prägender Tag. Vor 23 Jahren gewann der TSV 1860 im UI-Cup bei Sartid Smederevo, ein Jahr später kehrte Münchens große Liebe gegen BATE Borisov zumindest für ein Spiel ins Grünwalder Stadion zurück.
Die Löwen kehren nach Giesing zurück
Rein sportlich wird sich die Partie gegen den Vertreter aus Belarus wohl bei den wenigsten im Gedächtnis verankert haben. Auf emotionaler Ebene war das Heimspiel des TSV 1860 gegen BATE Borisov jedoch ein ganz besonderes Ereignis. Fünfeinhalb Jahre lang mussten die Löwen auf ein Pflichtspiel im Grünwalder Stadion warten, zwischenzeitlich stand sogar der Abriss der Heimat der Löwen im Raum. Ein Jahr zuvor hatte Sechzig seine Heimspiele im UI-Cup noch in der Augsburger Rosenau (Smederevo, Waalwijk) bzw. im Olympiastadion (Newcastle) ausgetragen. Die Proteste der Fans waren an der Vereinführung abgeperlt, die keine neue Stadiondiskussion hatte aufkommen lassen wollen.
TSV 1860 mit drei Neuen gegen Borisov
Am 07.07.2002 aber kehrte der TSV 1860 gegen BATE Borisov nach Giesing zurück. 13.500 Zuschauer machten die Zweitrundenpartie des UI-Cups zu einem Volksfest. Gänsehautstimmung pur! Nach zuvor nur einer Trainingswoche sah man der Mannschaft ihre konditionellen und spielerischen Defizite jedoch deutlich an. Trainer Peter Pacult ließ mit Remo Meyer, Rodrigo Costa und Danny Schwarz drei Neuzugänge von Beginn an ran. Die erste Chance für die Löwen aber vergab Paul Agostino (15.), der an Torwart Zhaunou scheiterte.
Elferkiller Simon Jentzsch
Auf der Gegenseite führte der erste gefährliche Angriff der Weißrussen direkt zum Elfmeterpfiff (26.), doch Simon Jentzsch entschärfte den Strafstoß von Kantsavy. Nun waren wieder die Löwen am Drücker, doch Max traf nur die Latte, den Abpraller köpfte Agostino in die Arme des BATE-Keepers. Zur Pause blieb es also beim 0:0, den Löwenfans war es jedoch egal. “Heimat ist, wo das Herz wehtut” war in großen Lettern in der Stehhalle zu lesen.
Kantsavy sorgt für Heimniederlage der Löwen
Nach dem Seitenwechsel fast das gleiche Bild: 1860 bestimmte das Geschehen, Borisov konterte. Nach einer Stunde war den Löwen der Trainingsrückstand dann deutlich anzumerken und Kantsavy nutzte das in der 74. Minute eiskalt aus – 0:1! Die Mannschaft von Peter Pacult hatte dem in der Folge nichts mehr entgegenzusetzen und so blieb es bei der unglücklichen Heimniederlage bei der Rückkehr ins Sechzgerstadion. Eine Woche später reisten die Löwen dann nach Weißrussland – und drei Redakteure von sechzger.de waren mit dabei…
Die Aufstellung der Löwen
Peter Pacult schickte folgendes Team auf den heiligen Rasen des Grünwalder Stadions.
Martin Gräfer vom Hauptsponsor “die Bayerische” hat in den vergangenen Jahren mit dem TSV 1860 bereits einiges erlebt. Hoffnungsvolle Saisonstarts, sportliche Rückschläge, gute und schlechte Zeiten. Selbst kandidierte er 2024 erfolglos für den Verwaltungsrat. Nach diesem denkwürdigen Wochenende mit dem Abschied Hasan Ismaiks und der Wahl des neues Präsidiums richtet Gräfer den Blick optimistisch nach vorn.
🦁 Neuanfang in Giesing – mit Blick nach vorn und Respekt für das, was war.
Der TSV München von 1860 e.V. und der TSV 1860 München stehen vor einem echten Wendepunkt. Mit dem Verkauf der Anteile des bisherigen Gesellschafters beginnt für die Löwen ein neues Kapitel – eine unglaubliche Chance auf mehr Eigenständigkeit, Zusammenhalt und auf eine echte Perspektive.
Ich bin sicher, die Zukunft der Löwen liegt in Giesing. Im Herzen der Stadt München – dort, wo der Verein hingehört. Wo er lebt.
Als Vertreter des Hauptsponsors die Bayerische wünschen wir dem neu eingesetzten Präsidium um Gernot Mang, Peter Schaefer, Christian Dierl und Heinz Schmidt alles Gut, ein glückliches Händchen in dieser besonderen Verantwortung und die Unterstützung aller Löwinnen und Löwen.
Gleichzeitig gebührt dem bisherigen Präsidium um Robert Reisinger, Norbert Steppe und Karl-Christian Bay unser ausdrücklicher Dank. Es war gerade auch ihr Verdienst, den Anteilsverkauf konstruktiv zu begleiten und überhaupt erst zu ermöglichen. Wenngleich dies in den vergangenen 8 Jahren nicht die einzige Leistung war, die Anerkennung verdient.
Die neue Saison beginnt nicht nur sportlich, sondern nun auch strukturell mit einem gewaltigen Aufbruch.
Wir freuen uns sehr auf das, was kommt. Und ich persönlich auf zwei Tage vor Ort im Trainingslager – zum Zuhören, Beobachten und Mitfiebern. Dr. Christian Werner unsere Unterstützung ist Dir dabei weiterhin sicher!
Es war ein denkwürdiges Wochenende, das der TSV 1860 und sein Umfeld erleben durften. Das Aus von Hasan Ismaik als Hauptgesellschafter der KGaA kam zumindest für Außenstehende überraschend, die Wahl des neuen Präsidiums verlief reibungsloser als erwartet. Dieses verkündete dann auch gleich sein erstes Ziel: Das verbale Abrüsten – sowohl in den sozialen Medien als auch im wahren Leben – sei eine zentrale Aufgabe, die man sofort angehen werde.
Präsidium: Verbales Abrüsten als zentrale Aufgabe
Bereits im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatten Gernot Mang, Christian Dierl, Heinz Schmidt und vor allem Peter Schaefer angekündigt, den Verbalinjurien – in erster Linie im Internet – den Kampf anzusagen. Insbesondere Ex-Präsident Robert Reisinger war in den vergangenen acht Jahren immer wieder Opfer von Beleidigungen, Beschimpfungen, Häme und Verunglimpfungen worden, nicht selten gingen sich auch Löwenfans untereinander verbal in einer unwürdigen Art und Weise an. Damit soll jetzt Schluss sein!
Das Internet sei “kein rechtsfreier Raum”, wie Peter Schaefer einmal mehr betonte. Zwar sei man sich bewusst, dass Emotionen zum TSV 1860 dazu gehören, doch wolle man konsequent, resolut und restriktiv vorgehen, wenn gewisse Grenzen überschritten werden.
Erinnerung auch an unsere Leser
So habe man seitens des Präsidiums den Eindruck, dass besonders der Betreiber des reichweitenstärksten Blogs rund um den TSV 1860 seine Kontroll- und Moderationspflichten im Kommentarbereich nicht ausreichend nachkomme. Auf Nachfrage eines Mitglieds des TSV 1860, wie man damit umzugehen gedenke, antwortete Präsident Gernot Mang:
“Wenn man nicht respektvoll miteinander umgeht, hat man in diesem Verein nichts zu suchen.”
In diesem Sinne möchten auch wir Euch noch einmal darauf hinweisen, dass wir auf einen gepflegten Umgangston im Kommentarbereich – sei es auf der Homepage, bei Facebook, Instagram oder YouTube – Wert legen. Anders ausgedrückt: Wer beleidigt, der bekommt maximal eine zweite Chance, bevor er die Konsequenzen tragen muss.
Was waren das für Zeiten, als man mit den Löwen noch im Europacup quer durch den Kontinent gondeln durfte… Ob Österreich, Bulgarien, Finnland, Tschechische Republik, Italien oder England – Münchens große Liebe wurde von ihren reisefreudigen Fans begleitet. Nicht ganz so viele Fans waren beim UI-Cup-Match des TSV 1860 in Smederevo dabei. Aber die, die die Strapazen auf sich nahmen, werden diesen genialen Trip wohl nie vergessen! Auch zwei Redakteure von sechzger.de haben damals die beschwerliche Reise nach Serbien auf sich genommen.
Brisante politische Situation
Ein bisschen mulmig war uns ja schon zumute. Kurz vor Antritt unserer Fahrt nach Smederevo setzte sich die deutsche Politik vehement dafür ein, dass sich serbische Kriegsverbrecher – und allen voran der ehemalige Präsident Slobodan Milošević – vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal zu verantworten haben. Inwiefern wir nun gerne gesehene Gäste in Serbien sein würden, stand in den Sternen. Das konnte uns jedoch nicht davon abhalten, den TSV 1860 nach Smederevo zu begleiten und so wurde ein Bus gechartert, der normalerweise Gastarbeiter nach Deutschland und zurück in die Heimat bringt.
Ein Meister der Improvisation
Nach einem Besuch im Augustiner-Biergarten ging es rüber zum Busbahnhof an der Hackerbrücke, wo die Reise beginnen sollte. Wenn sich der Fahrer nur erinnert hätte, wo er den Zündschlüssel verstaut hat… Not macht bekanntlich aber erfinderisch und so hämmerte der gute Mann einen Zimmermannsnagel ins Schloss und der Bus sprang tatsächlich an. Unfassbar!
Zu den Rahmenbedingungen: Es war mörderisch heiß und der Verkehr in München war katastrophal. Nach einer Stunde (!) hatten wir die Tankstelle in der Tegernseer Landstraße erreicht, wo erstmal die mitgeführten und mittlerweile lauwarmen Biervorräte gegen gekühlte Hopfensmoothies eingetauscht wurden. Aufgrund der politischen Situation war es uns leider unmöglich, die kürzeste Route nach Serbien zu wählen – eine Durchreise durch Kroatien war schlichtweg nicht gestattet. Also mussten wir ein paar extra Kilometer abspulen und über Ungarn einreisen. Bei den obligatorischen Tankstopps musste der Bus des Motors natürlich weiterlaufen, denn der Schlüssel war weiterhin verschollen…
Über Ungarn nach Serbien
Bereits in Ungarn wurden wir des Öfteren von der Polizei aufgehalten, die sich gegen ein kleines Trinkgeld dazu entschied, gar nicht erst zu fragen, wo wir denn eigentlich hinwollen. Unser Busfahrer war bestens vorbereitet und hatte schon immer ein paar Scheine oder die eine oder andere Schnapsflasche parat, um sie aus dem Fenster zu reichen. In Serbien wurde das dann jedoch noch getoppt und alle paar Minuten wechselten ein paar Güter den Besitzer.
Die Fahrt durch das ehemalige Kriegsgebiet war jedoch insgesamt sehr spannend. Zum Einen waren die optischen Eindrücke landschaftlich durchaus reizvoll, zum Anderen war es aber schon erschreckend, zerschossene Häuser, ausgebrannte Züge und sogar ein Panzergerippe zu sehen. Und das alles nur ein paar Stunden entfernt von zuhause.
Fans des TSV 1860 nicht willkommen in Smederevo
In Smederevo angekommen folgte die nächste Überrasschung. Der örtliche Polizeichef eröffnete uns, dass wir unsere gebuchte Unterkunft im Zentrum der Stadt nicht beziehen durften. Als Grund gab er an, dass er nicht für unsere Sicherheit garantieren könne und wir deshalb wieder 30 km außerhalb der Stadt in einem Motel an der Autobahn übernachten sollen. Dass der Motelbetreiber ihm verdammt ähnlich sah, war sicher nur ein Zufall…
Egal, es ging wieder raus aufs Land, wo wir schon von zahlreichen Polizisten erwartet wurden, die dazu abgestellt worden waren, einen Ring um das Motel zu bilden, damit nur ja keiner abhaut und sich in Gefahr begibt. Also zuerst mal unter die Dusche, doch statt Wasser kam da erstmal nur Sand raus. Klar, in dem Motel hatte seit Jahren keiner mehr übernachtet…
Die Löwen in orangenen Trikots
Hurra, der Schlüssel ist da!
Wenig später fuhren wir mit dem Bus zurück nach Smederevo. Und siehe da: Der Busfahrer hatte tatsächlich den Schlüssel wieder gefunden.
Im Stadion wurden wir von den serbischen Fans sehr unterschiedlich begrüßt. Die einen wollten unbedingt Fanartikel tauschen und waren sehr gastfreundlich, andere hingegen ließen uns ihre Ablehnung schon spüren. Insgesamt waren aber unsere Befürchtungen gänzlich unbegründet und auch die Maßnahmen der Polizei völlig überzogen. Eine Übernachtung in der Stadt wäre sehr wahrscheinlich völlig problemlos möglich gewesen.
TSV 1860 besiegt Sartid Smederevo
Sportlich sah es nach dem 3:1-Hinspielerfolg in der Augsburger Rosenau (bis heute unerklärlich…) gut aus für den TSV 1860, denn Smederevo musste offensiv auftreten, was den Löwen wiederum Konterchancen versprach. Nach dem frühen 0:1 durch Martin Max (10.) war der Einzug in die nächste Runde zum Greifen nah. Doch die 12.000 Zuschauer feuerten ihr Team weiter an und Bogdanovic glich aus. Kurz nach der Pause gingen die Serben gar in Führung und die Partie drohte vollends zu kippen.
Der eingewechselte Samuel Ipoua beruhigte die Nerven der Löwenfans jedoch mit seinem Tor zum 2:2 und Harald Cerny sorgte gar für einen Auswärtssieg des TSV 1860 in Smederevo. Die in orange gekleidete Mannschaft bedankte sich am Zaun für die Unterstützung der mitgereisten Fans und Vidar Riseth überreichte mir das soeben mit seinem Gegenspieler getauschte Sartid-Trikot. Nach dem Spiel wurden wir über den Rasen zu unserem Bus gebracht und dort auch von den Heimfans freundlich verabschiedet.
Das Original-Trikot des Gegenspielers von Vidar Riseth
Unerlaubter Ausflug nach Belgrad
Anschließend fuhren wir mit Polizei-Eskorte zurück zum Motel und die Ansage war klar: Die Anlage darf nicht verlassen werden! Aber natürlich kann das einen Löwen nicht erschüttern und so büxten doch einige Leute aus und machten sich per Taxi auf den Weg ins knapp 60 km entfernte Belgrad. Sie werden es nicht bereut haben, denn es wurde ein legendärer Abend, der damit endete, dass einige sogar auf eine Hochzeit eingeladen wurden, die sie dann im Jahr darauf auch tatsächlich besuchten.
Der Rest der Truppe blieb aber brav im Motel und erholte sich von den Strapazen der Reise. Und das Angebot an der Bar vor Ort war auch nicht das schlechteste…
Beschwerliche Heimreise
Während die Mannschaft sich per Flugzeug auf die Heimreise begab, ging es für uns wieder via Belgrad, Ungarn und Österreich in die Heimat. In Bayern angekommen gerieten wir noch in die Schleierfahndung der Polizei, zu finden gab es aber natürlich nichts. Die mitgeführten Schnapsflaschen hatten ihre serbischen und ungarischen Kollegen bereits als Dankeschön für ihren Geleitschutz einkassiert…
Alles in allem war der Ausflug nach Smederevo eine der legendärsten Fahrten, die ich mit dem TSV 1860 erleben durfte. Mal schauen, ob uns solch ein Abenteuer mit den Löwen noch einmal bevorsteht. Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Die Aufstellung der Löwen
Trainer Werner Lorant schickte heute vor 24 Jahren folgende Mannschaft des TSV 1860 auf den Rasen des Tvrdava-Stadions in Smederevo.