In der ersten Runde des DFB-Pokals präsentierten sich die Löwenfans mit einer sehenswerten und stimmungsvollen Choreo wahrhaft meisterlich und erinnerten an den Titelgewinn der Sechzger anno 1966. Auch auf dem Feld wussten kampfstarke Löwen im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel über 90 Minuten zu gefallen. Die bislang stärkste Vorstellung dieser Saison, sowohl defensiv als auch offensiv. Nach einer guten halben Stunde fiel dennoch der Führungstreffer für den Zweitligisten durch einen platzierten Kopfball von Harres. Die Sechzger rannten in der zweiten Halbzeit an und schnupperten einige Male am Ausgleich, frenetisch angepeitscht von ihren Fans. In der Nachspielzeit machte Kiel bei einem Konter zum 0:2 den Sack zu. Am Ende mussten sich die Löwen in der ersten Runde des DFB-Pokal also unglücklich mit 0:2 gegen Holstein Kiel geschlagen geben – trotz einer rundum überzeugenden Vorstellung über 90 Minuten.
Unveränderte Startelf bei den Heimischen
Trainer Alper Kayabunar schickte gegen Holstein Kiel die gleiche Startelf aufs Feld, die in der Regionalliga Bayern am Dienstag beim TSV Aubstadt mit 3:2 gewonnen hatte und die Löwen wussten absolut zu überzeugen, sicherlich auch angepeitscht durch die frenetische Kulisse an diesem sonnigen Spätsommerabend auf Giesings Höhen.
Deniz mit zwei guten Versuchen für Sechzig
In der ersten Halbzeit präsentierten sich die Löwen kampfstark und mauerten sich keineswegs in der Defensive ein. Immer wieder konnten die Hausherren Nadelstiche setzen und kamen auch zu Abschlüssen. Schlitzohr Tunay Deniz versuchte es sogar einmal weit aus der eigenen Hälfte heraus, als der Gäste-Keeper weit vor seinem Kasten stand, und setzte einen Freistoß aufs kurz Eck. Mehr vom Spiel und die besseren Chancen hatten aber die Gäste aus Kiel. Vor allem mit der Körperlichkeit und der Schnelligkeit hatte die Löwen-Defensive durchaus Schwierigkeiten, wenn auch beherzt und mit vollem Einsatz um jeden Zentimeter gekämpft wurde.
Kiel geht per Kopfballtreffer in Führung
Der Stimmung keinen großen Abbruch tat der Führungstreffer für Kiel der guten Stimmung im Sechzger-Stadion. Nach einer Flanke von der rechten Seite setzte sich Kiels Top-Scorer Phil Harres im Kopfballduell durch und nickte ein zum 1:0. Die Löwen zeigten sich aber keineswegs geschockt und spielten auch munter weiter nach vorne. Wirklich zwingend wurde es bis zur Pause aber nicht mehr. Mit dem 0:1 zum Seitenwechsel konnte man im Lager der Hausherren aber leben, auch wenn ein Remis aufgrund des Einsatzes und Kampfgeists ebenso verdient gewesen wäre.
Starker Auftritt zu Beginn des zweiten Durchgangs
Die Löwen kamen wach aus der Kabine und hatten fortan sogar mehr vom Spiel. Lautstark nach vorne gepeitscht von den meisterlich aufgelegten Fans kamen die Löwen immer wieder zu Abschlüssen. Wirklich zwingend wurde es erst einmal nicht, aber es war fortan ein Duell auf Augenhöhe. Kiel hatte durchaus Probleme, die Sechzger weg zu verteidigen, die auch immer wieder zu Standards und offensiven Ballgewinnen kamen. Jede Ecke für den TSV 1860 wurde gefeiert wie in den letzten Jahren ein Treffer der Sechzger.
Junge Wilde kommen für zwei Routiniers
Nach einer guten Stunde brachte Coach Alper Kayabunar mit Wach und Gevorgyan zwei Youngster für die Routiniers Niederlechner und Deniz. Eine Ecke von Erdogan wäre nach 68. Minuten fast direkt ins Netz gerutscht, die Löwen schnupperten immer mehr am Ausgleich. Dressel und Erdogan prüften Gäste-Torhüter Rothenhagen bei tiefstehender Sonne aus der Distanz. Dann kam eine Viertelstunde vor Schluss Ortivero Calderon für Bell – volle Offensive – die Hausherren wollten den Ausgleich und die Verlängerung erzwingen. Am Ende reichte es aber trotz vier Minuten Nachspielzeit nicht mehr für den eigenen Treffer, der durchaus leistungsgerecht gewesen wäre. In der letzten Minute der Nachspielzeit machte Kiel mit einem Konter ins leere Tor zum 0:2 den Deckel drauf und das Spiel wurde gar nicht mehr angepfiffen.
Überzeugende Löwen unterliegen Kiel im DFB-Pokal
Letztlich unterlagen kampfstarke Löwen, die eine absolut überzeugende Leistung ablieferten am Ende gegen Holstein Kiel im DFB-Pokal mit 0:2. Schade, die junge Truppe von Alper Kayabunar hätte sich mit der bislang stärksten Saisonleistung durchaus eine Verlängerung verdient gehabt und konnte einem ambitionierten Zweitligisten über 90 Minuten Paroli bieten. Insgesamt war es trotz der unglücklichen Niederlage ein toller Pokalabend im schönsten Stadion der Welt. Die Mannschaft zeigte, was in ihr steckt, die Fans standen bedingungslos über 90 Minuten hinter ihrem Team – das weckt schon jetzt die Lust auf die nächsten beiden Heimspiele gegen Landsberg und Buchbach. Die Fans feierten die Sechzger nach dem Schlusspfiff verdientermaßen noch minutenlang für einen aufopferungsvollen Kampf.

















