Start Blog Seite 2

Überzeugende Löwen mit unglücklichem 0:2 im Pokal gegen Kiel

45
Löwen Pokal Kiel

In der ersten Runde des DFB-Pokals präsentierten sich die Löwenfans mit einer sehenswerten und stimmungsvollen Choreo wahrhaft meisterlich und erinnerten an den Titelgewinn der Sechzger anno 1966. Auch auf dem Feld wussten kampfstarke Löwen im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel über 90 Minuten zu gefallen. Die bislang stärkste Vorstellung dieser Saison, sowohl defensiv als auch offensiv. Nach einer guten halben Stunde fiel dennoch der Führungstreffer für den Zweitligisten durch einen platzierten Kopfball von Harres. Die Sechzger rannten in der zweiten Halbzeit an und schnupperten einige Male am Ausgleich, frenetisch angepeitscht von ihren Fans. In der Nachspielzeit machte Kiel bei einem Konter zum 0:2 den Sack zu. Am Ende mussten sich die Löwen in der ersten Runde des DFB-Pokal also unglücklich mit 0:2 gegen Holstein Kiel geschlagen geben – trotz einer rundum überzeugenden Vorstellung über 90 Minuten.

Unveränderte Startelf bei den Heimischen

Trainer Alper Kayabunar schickte gegen Holstein Kiel die gleiche Startelf aufs Feld, die in der Regionalliga Bayern am Dienstag beim TSV Aubstadt mit 3:2 gewonnen hatte und die Löwen wussten absolut zu überzeugen, sicherlich auch angepeitscht durch die frenetische Kulisse an diesem sonnigen Spätsommerabend auf Giesings Höhen.

Deniz mit zwei guten Versuchen für Sechzig

In der ersten Halbzeit präsentierten sich die Löwen kampfstark und mauerten sich keineswegs in der Defensive ein. Immer wieder konnten die Hausherren Nadelstiche setzen und kamen auch zu Abschlüssen. Schlitzohr Tunay Deniz versuchte es sogar einmal weit aus der eigenen Hälfte heraus, als der Gäste-Keeper weit vor seinem Kasten stand, und setzte einen Freistoß aufs kurz Eck. Mehr vom Spiel und die besseren Chancen hatten aber die Gäste aus Kiel. Vor allem mit der Körperlichkeit und der Schnelligkeit hatte die Löwen-Defensive durchaus Schwierigkeiten, wenn auch beherzt und mit vollem Einsatz um jeden Zentimeter gekämpft wurde.

Kiel geht per Kopfballtreffer in Führung

Der Stimmung keinen großen Abbruch tat der Führungstreffer für Kiel der guten Stimmung im Sechzger-Stadion. Nach einer Flanke von der rechten Seite setzte sich Kiels Top-Scorer Phil Harres im Kopfballduell durch und nickte ein zum 1:0. Die Löwen zeigten sich aber keineswegs geschockt und spielten auch munter weiter nach vorne. Wirklich zwingend wurde es bis zur Pause aber nicht mehr. Mit dem 0:1 zum Seitenwechsel konnte man im Lager der Hausherren aber leben, auch wenn ein Remis aufgrund des Einsatzes und Kampfgeists ebenso verdient gewesen wäre.

Starker Auftritt zu Beginn des zweiten Durchgangs

Die Löwen kamen wach aus der Kabine und hatten fortan sogar mehr vom Spiel. Lautstark nach vorne gepeitscht von den meisterlich aufgelegten Fans kamen die Löwen immer wieder zu Abschlüssen. Wirklich zwingend wurde es erst einmal nicht, aber es war fortan ein Duell auf Augenhöhe. Kiel hatte durchaus Probleme, die Sechzger weg zu verteidigen, die auch immer wieder zu Standards und offensiven Ballgewinnen kamen. Jede Ecke für den TSV 1860 wurde gefeiert wie in den letzten Jahren ein Treffer der Sechzger.

Junge Wilde kommen für zwei Routiniers

Nach einer guten Stunde brachte Coach Alper Kayabunar mit Wach und Gevorgyan zwei Youngster für die Routiniers Niederlechner und Deniz. Eine Ecke von Erdogan wäre nach 68. Minuten fast direkt ins Netz gerutscht, die Löwen schnupperten immer mehr am Ausgleich. Dressel und Erdogan prüften Gäste-Torhüter Rothenhagen bei tiefstehender Sonne aus der Distanz. Dann kam eine Viertelstunde vor Schluss Ortivero Calderon für Bell – volle Offensive – die Hausherren wollten den Ausgleich und die Verlängerung erzwingen. Am Ende reichte es aber trotz vier Minuten Nachspielzeit nicht mehr für den eigenen Treffer, der durchaus leistungsgerecht gewesen wäre. In der letzten Minute der Nachspielzeit machte Kiel mit einem Konter ins leere Tor zum 0:2 den Deckel drauf und das Spiel wurde gar nicht mehr angepfiffen.

Überzeugende Löwen unterliegen Kiel im DFB-Pokal

Letztlich unterlagen kampfstarke Löwen, die eine absolut überzeugende Leistung ablieferten am Ende gegen Holstein Kiel im DFB-Pokal mit 0:2. Schade, die junge Truppe von Alper Kayabunar hätte sich mit der bislang stärksten Saisonleistung durchaus eine Verlängerung verdient gehabt und konnte einem ambitionierten Zweitligisten über 90 Minuten Paroli bieten. Insgesamt war es trotz der unglücklichen Niederlage ein toller Pokalabend im schönsten Stadion der Welt. Die Mannschaft zeigte, was in ihr steckt, die Fans standen bedingungslos über 90 Minuten hinter ihrem Team – das weckt schon jetzt die Lust auf die nächsten beiden Heimspiele gegen Landsberg und Buchbach. Die Fans feierten die Sechzger nach dem Schlusspfiff verdientermaßen noch minutenlang für einen aufopferungsvollen Kampf.

Liveticker: TSV 1860 München – Holstein Kiel (DFB Pokal)

12
Liveticker 1860 Kiel

Herzlich willkommen zum Liveticker mit dem Duell zwischen dem TSV 1860 München und Holstein Kiel! Die beiden Mannschaften treffen in der 1. Runde des DFB Pokals im Grünwalder Stadion aufeinander.

Die Löwen sind mehr als ordentlich in die Regionalliga gestartet und sind auch nach dem schweren Auswärtsspiel in Aubstadt noch ungeschlagen. Holstein Kiel hat in der 2. Bundesliga bislang zwei Remis zu Buche stehen und geht natürlich als Favorit in die Begegnung mit dem TSV 1860. Sollen wir es wirklich schreiben? Okay, wir tun es: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze und warum sollte Münchens große Liebe heute im Duell der Deutschen Meister von 1966 bzw. 1912 nicht für eine Überraschung sorgen? Gemma, Löwen!

Statistik

Aufstellung:
Eicher – Bell (77. Ortivero Calderon), Faßmann, Hoppe, Fiedler – Dressel (C), Deniz (65. Wach) – Wagner, Eberwein, Erdogan – Niederlechner (65. Gevorgyan)

Bank:
Bachmann (TW), Weber, Collins, Leone, Seiffert, Estermann

Tore:
0:1 (34.) Harres

Die Personalsituation

Es fehlen:
Dordan, Klose, Moumou (alle Trainingsrückstand), Musa, Krasniqi (beide 2. Mannschaft), Husic (freigestellt wegen Vertragsgesprächen)

Ausfälle bei Holstein Kiel:
Roslyng, Schonlau, Rosenboom, Kelati, Kvilitaia (alle verletzt)

Diesen Löwen droht eine Sperre

Selbstverständlich ist zu diesem frühen Zeitpunkt im Wettbewerb noch kein Löwe von einer Sperre bedroht.

Wo könnt ihr das Spiel TSV 1860 München – Holstein Kiel außer im Liveticker noch verfolgen?

Die Partie wird nicht im Free-TV ausgestrahlt, Sky Sport überträgt jedoch im Pay-TV (Einzelspiel und Konferenz) live aus dem Grünwalder Stadion. Zudem streamt RTL+ live vom Giesinger Berg.

Vorberichterstattung bei sechzger.de

Gegnervorstellung 26/27: Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 e.V.

3
holstein kiel 1860

Endlich wieder Pokal – und zwar der Große. Endlich dürfen sich auch unsere Löwen wieder mit den Großen messen. Ein Kleiner von diesen Großen ist am Samstag im Grünwalder Stadion zu Gast. Nach der Auslosung war unter den Löwenfans schon fast Enttäuschung zu vernehmen, man hatte sich einen großen Namen a la Schalke oder Nürnberg gewünscht. Das hat sich nun hoffentlich geändert, denn wenn unsere Mannschaft gegen den Zweitligisten etwas reißen soll, braucht sie unsere volle Unterstützung. Es geht gegen einen Klub aus dem hohen Norden, der vor zwei Jahren zum ersten Mal Bundesligaluft schnuppern durfte. Es geht gegen die Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 e.V. !

Aktuelles – Die Ausgangssituation

Die Störche sind aktuell Zwölfter der zweiten Bundesliga. Mit zwei Punkten aus zwei Unentschieden – beides Mal war der Endstand 2:2 – gegen die ambitionierten Teams aus Darmstadt und St. Pauli ist man in Ordnung in die Saison gestartet. Der alte, neue Trainer Tim Walter steht also noch nicht unter besonderem Druck, eine Niederlage sollte er sich aber auch nicht unbedingt erlauben. Herausgestochen ist bisher Stürmer Phil Harres (24) mit zwei Toren und zwei Assists, womit er an allen Pflichtspieltoren beteiligt war. Im Tor steht normalerweise Timon Weiner (27), der – nach der aktuellen Kicker-Durchschnittsnote von 2,25 zu urteilen – bisher eine Top-Saison spielt. In München wird aber Eigengewächs Lio Rothenhagen (19) sein erstes Profispiel bestreiten!

© Nawe/Holstein Kiel

Kader & Transfers

Bei den Kielern hat im Sommer ein größerer Umbruch stattgefunden. 18 Abgängen stehen 15 Zugänge gegenüber. Größter Transfer ist der erst vor wenigen Tagen vollzogene Wechsel von Alexander Bernhardsson (27, RA) für den der VfL Wolfsburg fünf Millionen Euro auf den Tisch legte. In Reaktion hierauf legten die Störche noch einmal nach und verpflichteten für die Außenbahn Gyan de Regt (23) von Excelsior Rotterdam. Außerdem holte man den 24-jährigen Dänen Noah Madsen von CS Maritimo (1.Liga Portugal), da mehrere Innenverteidiger aktuell verletzt sind.

Sonst wurden eher unbekannte Namen transferiert. Auffällig ist die hohe Zahl an Leihrückkehrern die im Anschluss verkauft oder weiterverliehen wurden. Spannend sind auch die abgebenden Vereine der Neuerwerbungen. Für eine Zweitligisten ist man sehr international unterwegs und machte Geschäft auf der ganzen Welt mit Klubs aus Argentinien (Newells Old Boys), Aserbaidschan, Kanada, oder Japan. Auch ligenmäßig ist von Regionalliga bis Oberhaus alles dabei. Aus der eigenen Jugend wurde hingegen nur ein einziger Spieler hochgezogen.

© Nawe/Holstein Kiel

Trainer ist seit Februar diesen Jahres wieder Tim Walter (50), der nach seiner Zeit an der Seitenstraße schon in der Spielzeit 18/19 in Kiel an der Seitenlinie stand. Vor seiner Rückkehr war er in England bei Hull City tätig. Der Kraichgauer ist für seinen kompromisslos-spielerischen Ansatz bekannt, was die Löwen heute vielleicht nutzen könnten.

Vereinsgeschichte

Wie aus dem Vereinsnamen Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 herzuleiten ist, geht der Verein aus der Vereinigung zweier Vereine hervor, des 1. Kieler Fußball-Vereins von 1900 und des SV Kieler Fußball-Clubs Holstein von 1902, welche am 7. Juni 1917 fusionierten. Am 7. Juni 1917 tagten im Zentral-Hotel, dem Vereinslokal des 1. KFV von 1900, in gemeinsamer Sitzung die Mitglieder der beiden Klubs und fassten bei einer Stimmenthaltung einstimmig folgenden Beschluss: “Die Beschlüsse der beiden Vereine über ihren Zusammenschluss unter dem Namen Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 e. V. (kurz: Holstein Kiel oder KSV Holstein) werden gutgeheißen.”

Der deutlich mitgliederschwächere 1. KFV von 1900 schloss sich also dem erfolgreichen SV Holstein Kiel von 1902 an und ging völlig in ihm auf, was nicht nur im heutigen Namen Holstein Kiel zu erkennen ist. Dieser hatte alleine den bis heute größten Erfolg der Vereinsgeschichte errungen: die deutsche Meisterschaft 1912.

Auch in den 1920er-Jahren gehörte Holstein zur Spitze des deutschen Fußballs und erreichte 1930 erneut das deutsche Meisterschaftsfinale, verlor dieses jedoch mit 4:5 gegen Hertha BSC. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Holstein zunächst erstklassig und spielte von 1947 bis 1963 durchgehend in der Oberliga Nord, bevor mit der Einführung der Bundesliga eine neue Ära begann. In dieser Zeit holte man noch den Titel bei den Amateuren 1961, als das Endspiel vor 80.000 Zuschauern im Niedersachsenstadion von Hannover mit 5:1 gegen Siegburg 04 gewonnen wurde.

Nach Gründung der Bundesliga

Nach der Gründung der Bundesliga 1963 begann für Holstein Kiel eine lange Phase zwischen den Spielklassen. Die KSV verpasste 1963 zunächst die Qualifikation für die neue Bundesliga und scheiterte 1965 in der Aufstiegsrunde nur knapp an Borussia Mönchengladbach. Danach geriet der Verein sportlich zunehmend ins Hintertreffen: 1974 verpasste Holstein sogar die Qualifikation für die neu geschaffene 2. Bundesliga und spielte fortan zunächst drittklassig. Nur von 1978 bis 1981 gehörten die Kieler noch einmal der 2. Bundesliga Nord an.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Holstein zu einer Fahrstuhlmannschaft zwischen dritter und vierter Liga. Zwischen 1981 und 2013 wechselte die KSV mehrfach zwischen Regional- und Oberliga, ehe 2013 der Wiederaufstieg in die 3. Liga gelang. Dort etablierte sich Holstein und schaffte 2017 unter Trainer Markus Anfang den Aufstieg in die 2. Bundesliga. In den folgenden Jahren rückte der Verein wieder näher an die Spitze des deutschen Fußballs: 2018 und 2021 erreichte Holstein jeweils die Relegation zur Bundesliga, scheiterte aber zunächst an Wolfsburg beziehungsweise Köln.

Der größte Erfolg der jüngeren Historie gelang dann 2024: Ein 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf reichte am vorletzten Spieltag, um den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga perfekt zu machen. Damit war Holstein nach 61 Jahren wieder erstklassig und zugleich der erste Bundesligist aus Schleswig-Holstein. Die Premierensaison 2024/25 endete allerdings mit dem direkten Wiederabstieg. Seit der Saison 2025/26 spielt die KSV also wieder in der 2. Bundesliga.

 

© Nawe/Holstein Kiel

Die KSV Holstein zählt rund 12.000 Mitglieder, die Vereinsfarben sind Blau, Weiß und Rot. Neben Fußball (Herren, Frauen, Senioren und Schiedsrichter) werden noch Handball, Cheerleading und Tennis betrieben. Früher hatte der Verein noch mehr Sparten – z.B. Tischtennis und Schwimmen – die wegen verschiedenster Umstände, wie fehlenden Sportstätten nach dem 2. Weltkrieg, nicht mehr existieren. Die Handballfrauen der KSV wurden 1971 Deutscher Meister. Auf der Webseite sind 13 eingetragene Fanclubs aufgeführt, darunter einer aus dem Chiemgau!

Fanszene

Im “Blauen Brief” der Ultras Gelsenkirchen wird die Kieler Szene – ebenfalls auf der Westtribüne beheimatet – folgendermaßen vorgestellt: “Die historische Gruppe ist die “Fast Food Kolonne Kiel”, die 1998 gegründet wurde, aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Erscheinung tritt. Seit ihrer Gründung 2007 war die “Supside Ultra Kiel” führende Gruppe auf der Westtribüne von Holstein Kiel. Im Jahr 2017 ging die Zaunfahne der Gruppe jedoch nach einem Auswärtsspiel in Aue in die Hände von Anhängern des FC St. Pauli über, welche den Szenebus bei Ankunft in Kiel abfingen, was die Auflösung zur Folge hatte.

Nur fünf Wochen nach diesem Vorfall rissen Darmstadt 98-Anhänger unter anderem die Fahne der Ultra-Gruppe Sektion Spielsucht vom Zaun des Gästeblocks, was die zweite Gruppenauflösung in kürzester Zeit nach sich zog. An die Stelle von Supside Ultra Kiel traten “Campagno Kiel” und die “New Connection”. Seit 2016 versammelt sich die aktive Fanszene von Holstein Kiel mehr oder weniger gemeinsam hinter dem Banner “Block 501”, welcher seit März 2024 offiziell als eingetragener Verein organisiert ist und sowohl als Verbindung zwischen Vereinsführung, aktiver Fanszene und übrigen Fans als auch zur fanszene-internen Koordination dient.”

Freundschaften pflegen Gruppen zu Hessen Kassel und nach Oldenburg. Größter Feind ist der VfB Lübeck, sonst ist man auf viele Vereine des Nordens nicht gut zu sprechen. Politisch ist die Ultraszene in Kiel mittlerweile eher auf der progressiveren Seite einzuordnen, besonders Compagno gilt als dezidiert linke Gruppe. Andere Teile der Fanszene wollen diese Einstellung nicht mittragen, weshalb es immer wieder zu Konflikten innerhalb der Kurve kam.

Hooligangruppen sind Jungblut und Paragraf 241. Letzterer definiert nicht nur den Straftatbestand der Bedrohung, sondern mit den Zahlen beginnen auch die Kieler Postleitzahlen. Im ersten Heimspiel der aktuellen Saison feierte die Gruppe Compagno ihren zehnten Geburtstag. Eine recht ausführliche Selbstbeschreibung findet ihr hier. Die Gruppierung unterhält auch den Förderkreis Vita-Unita über den Interessierte in die Fanszene eintreten können.

Auch in Kiel läuft derzeit in Projekt zum Stadionumbau. Die Fans begleiten die Planung und Umsetzung organisiert in der Interessengemeinschaft Holstein-Stadion e.V.. 

Choreo in Kiel
© Nawe/Holstein Kiel

Trivia – Unnützes Wissen

  • Erster Trikotsponsor der KSV im Jahr 1978 war die Ferienanlage Damp 2000.
  • Holstein Kiel ist Schleswig-Holsteins mitgliederstärkster Sportverein.
  • Mit rund 900km einfacher Strecke ist die heutige Auswärtsfahrt der Kieler eine der weitesten, die innerhalb Deutschlands möglich ist.
  • Ein Fan der Störche bewältigte diese Strecke mit dem Fahrrad und weilt bereits seit Donnerstag in München.

 

 

Störche turnen bei Teutonia

3
Teutonia

Die Kicker von Holstein Kiel, wegen ihrer roten Stutzen auch “die Störche” genannt, sind bereits in München. Um 18:00 Uhr steigt heute Abend das DFB-Pokal-Spiel im Grünwalder Stadion gegen den TSV 1860 München. In Vorbereitung auf die Partie haben die Kieler beim FC Teutonia München eine 90-minütige Aktivierungs-Einheit auf dem Kunstrasen-Platz in der Thusnelda-Lang-Brumann-Straße 14 angefragt.

Störche turnen bei Teutonia

Die Teutonen machten das Aufwärmprogramm der Kieler möglich, zum symbolischen Preis von 186,0 Euro Mietgebühr. Sportvorstand Andreas Singer wird um 9:45 Uhr im Löwen-Trikot das Gelände aufsperren, damit die Störche gleich wissen, wo sie ihre Turnübungen durchführen. Vielleicht sucht der eine oder andere Löwen-Fan noch eine Vormittagsbeschäftigung und schaut vorbei.

Saisonstart für TSV 1860 III & IV – neuer Modus in der Kreisliga

0
TSV 1860 U21 Dritte Vierte

Am Wochenende beginnt endlich auch für 3. und 4. Mannschaft des TSV 1860 die Punktrunde und bringt angesichts des neuen Modus gerade für die Dritte einige interessante Neuerungen mit sich.

Neuer Modus in der Kreisliga

Statt des gewohnten Ligabetriebs mit Hin- und Rückspiel wird die Kreisliga in der bevorstehenden Saison im Champions-League-Modus als Ausscheidungswettbewerb durchgeführt. Der Grund: Ab der Spielzeit 2027/2028 soll es in München nur noch zwei statt bisher drei Kreisligen geben. Durch den neuen Modus sollen die bislang 42 Münchner Kreisligisten auf 30 Mannschaften reduziert werden.

Somit werden 24 Einfachspieltage mit jeweils zwölf Heim- und zwölf Auswärtsspielen für jeden Verein ausgetragen. Anschließend wird eine Abschlusstabelle aller teilnehmenden Mannschaften erstellt, wobei die ersten drei Mannschaften im Gesamtklassement direkt in die Bezirksliga aufsteigen. Die Tabellenränge 4 bis 7 spielen einen Relegationsplatz für die Bezirksliga aus, während die Mannschaften auf den Plätzen 8 bis 21 in der Kreisliga verbleiben. Die restlichen Teams auf den Tabellenplätzen 34 bis 42 steigen hingegen direkt in die Kreisklasse ab.

Dritte startet beim TSV Poing

Neu-Trainer Perica Anušić muss mit seiner Mannschaft zunächst auswärts ran und trifft am Sonntag um 14 Uhr zum Saisonauftakt auf den TSV Poing. Mit dabei sind auch einige Neuzugänge:  Der 19-jährige Justus Heinemann kam vom TSV Hohenbrunn nach Giesing, Nicolas Serban Cordos (24) war zuvor für Türkspor Neu-Ulm und den TSV Blaustein aktiv. Ebenfalls neu sind Maximilian Hänle (22) vom SV Neufraunhofen und Tobias Jost (26) von der TuS Koblenz.

Cornelius Fichtner (26) stand zuletzt bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach auf dem Platz, während Ihor Yarovoi (30), der zuletzt eine Pause eingelegt hatte, zuvor für Türkspor Augsburg in der Bayernliga am Ball war.

Vierte empfängt SpVgg Haidhausen II

Direkt mit dem Platzderby gegen die SpVgg Haidhausen II startet die 4. Mannschaft des TSV 1860 in die neue Kreisklassen-Saison. Nachdem die letzte Spielzeit nicht nach den Vorstellungen der Löwen verlief, möchte man sich diesmal natürlich steigern.

Anpfiff auf der Sportanlage an der St.-Martin-Straße ist am Samstag um 13.30 Uhr, ein Besuch vor dem Pokalspiel der 1. Mannschaft gegen Holstein Kiel ist also problemlos möglich.

Pokal-Löwenrunde: “Im Grünwalder ist vieles möglich”

12

Am morgigen Samstag trifft der TSV 1860 München in der ersten Runde des DFB-Pokal auf Holstein Kiel. Anpfiff ist vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Grünwalder Stadion um 18:00 Uhr. Auf den Heimvorteil hofft Trainer Alper Kayabunar beim Duell mit dem Zweitligisten. Bei der Pokal-Löwenrunde sagte er: „Im Grünwalder ist vieles möglich“. Nicht mit dabei sein wird Loris Husic, der sich für einen Wechsel entschieden hat und vom Verein für den Trainingsbetrieb freigestellt ist.

Elfmeter-Training bei der Abschluss-Einheit

Auch über ein mögliches Elfmeterschießen macht man sich bei den Löwen Gedanken, nach der Abschlusseinheit absolvierte ein Teil des Teams noch ein Elfmeter-Training für die Torhüter und mögliche Schützen. Wer im Falle des Falle für die Sechzger vom Punkt aus antreten würde, ist noch nicht festgelegt. „Das entscheiden wir spontan, wenn es so weit kommen sollte“, erklärte Kayabunar.

Husic wird den Verein noch verlassen

Wie schon beim letzten Regionalliga-Spiel in Aubstadt fehlte Loris Husic bei der abschließenden Einheit der Löwen. Er wird den TSV 1860 noch verlassen. „Er hat vom Verein die Möglichkeit erhalten, sich mit anderen Clubs auszutauschen und ist vom Trainingsbetrieb freigestellt“, erläuterte der Löwen-Coach. Kayabunar bedauert aber die Wechselgedanken des jungen Österreichers und fügte an: „Ich halte sehr viel von ihm, aber ich respektiere seine Entscheidung“. Personelle Probleme sieht er aber nicht auf seine Truppe zukommen. Auf Nachfrage von sechzger.de erklärte er, dass beispielsweise Deniz, Wach, Dordan, Collins oder Spieler aus der U21 in die Bresche springen könnten.

„Im Grünwalder ist vieles möglich“

Im Hinblick auf das Pokalmatch ist die Vorfreude im Löwen-Kader groß. „Für uns ist das einfach ein Bonusspiel. Wir freuen uns einfach wieder darauf, im Grünwalder Stadion zu spielen und im DFB-Pokal dabei zu sein“, sagte Kayabunar weiter. Nach zwei sehr schweren Auswärtsaufgaben in Memmingen und Aubstadt sei die Stimmung im Team sehr gut. Von einem möglichen Pokalsieg wollte der Löwen-Chefanweiser nicht träumen, von einem Weiterkommen gegen Kiel aber schon: „Im Grünwalder ist vieles möglich“, sagte er.

„Kiel ist ein sehr guter Zweitligist“

Laut Kayabunar war die Zeit knapp, sich auf den nächsten Gegner vorzubereiten. „Kiel ist ein sehr guter Zweitligist. Aber sie haben auch in beiden Spielen jeweils zwei Gegentore kassiert. Sie hatten in ihren Spielen gute und nicht so gute Phasen“, sagte der TSV-Coach über die Störche aus dem hohen Norden. Ob der zuletzt angeschlagene Weber mit dabei sein kann, ist noch unklar. Die Abschlusseinheit konnte der Routinier absolvieren, ob er gegen Kiel im Kader steht, wird sich noch zeigen.

Gegentore gegen Aubstadt wurden analysiert

Auf Nachfrage von sechzger.de, wie die Analyse nach den beiden Gegentoren in Aubstadt ausgefallen sei, erklärte Kayabunar: „Wir haben das analysiert. Natürlich ist es ärgerlich, dass wir zwei Mal das gleiche Gegentor kassiert und dann noch eine Chance zugelassen haben. Da hat uns die Ordnung etwas gefehlt. Wenn die Kraft nachlässt, dann lässt auch die Konzentration nach. Wir haben vieles gut wegverteidigt, müssen es aber noch cleverer zu Ende spielen“.

Keine Sonderbehandlung für Kiels Topscorer

Phil Harres war an allen vier Kieler Saisontoren beteiligt. Dennoch will man ihn nicht unter Sonderbeobachtung stellen. „Er soll richtig gut sein, aber wir werden uns auf die eigenen Aufgaben konzentrieren. Er ist gefährlich in der Box, hat ein gutes Kopfballspiel, wir müssen ihn gut wegverteidigen“, erklärte Kayabunar. Viel mehr wollen die Sechzger ihre eigenen Fehler minimieren. Die junge Mannschaft habe ihre Aufgabe in den letzten beiden schweren Auswärtsspielen gut gelöst, erklärte er. Am Ende stand jeweils ein Sieg zu Buche, den wollen die Löwen auch morgen gegen Kiel einfahren, denn im Pokal ist bekanntlich alles möglich.

Live mit dabei sein könnt ihr natürlich wieder bei uns im Live-Ticker, in dem wir ab dem Nachmittag für Euch aus Giesing berichten.

Gábor Király: Eine starke Löwenmannschaft kann Holstein schlagen

5
Gábor Király

Wenn die Löwen am Samstagabend bei Flutlicht ein Tor schießen, wird Gábor Királys Handy bimmeln. Das verriet der ehemalige Löwen-Keeper in der heutigen Print-Ausgabe der Abendzeitung. Außerdem sprach der 50-Jährige über vergangene DFB-Pokal Spiele, die Chancen der Löwen gegen die Störche, das Grünwalder Stadion und seine Wünsche für den TSV 1860 München.

Király verfolgt Sechzig noch immer

Für die Löwen hat der Kult-Keeper nach wie vor einen besonderen Blick. Wenn er in München ist, schaut er laut eigener Aussage auch heute noch am Grünwalder Stadion vorbei. Die fünf Jahre bei den Löwen sind Király offensichtlich in guter Erinnerung geblieben. „Für mich war immer klar: Wenn ich das Trikot eines Traditionsvereins wie den TSV 1860 anziehe, gebe ich 100 Prozent für den Klub“, sagt der mittlerweile 50-Jährige im AZ-Interview.

Auch an die sportlich großen Momente seiner Zeit in München erinnert er sich gerne. Dazu gehört auch der DFB-Pokalabend 2009 gegen Hertha BSC, als die Löwen sich nach einem 2:2 ins Elfmeterschießen retteten. Király hielt damals zwei Strafstöße und wurde vom kicker als Spieler des Spiels ausgezeichnet.

„Eine starke Löwenmannschaft kann Holstein schlagen“

Vor dem nächsten Pokalspiel sieht Király Sechzig keineswegs chancenlos. Holstein Kiel sei zwar eine unangenehme Mannschaft, trotzdem könne eine starke Löwen-Mannschaft den Zweitligisten schlagen.

Entsprechend hofft er auf eine Überraschung und würde sich über einen Erfolg seines Ex-Vereins besonders freuen: „Ich würde mich wirklich freuen, wenn sie am Ende als Sieger den Platz verlassen würden.“ Entscheidend sei dabei, dass die Löwen an sich glauben und ihre Chance suchen. „Im Pokal kann alles passieren“, lautet die Botschaft des Ungarn.

Für Király ist das Grünwalder Stadion die Heimat der Löwen

Eine klare Meinung hat Király zum Spielort der Löwen. „Das Grünwalder Stadion ist einfach das Heimstadion von Sechzig“, sagt der Ungar. Zwar habe auch die Allianz Arena als modernes Stadion ihre Vorteile gehabt, „aber eine Mannschaft muss dort spielen, wo sie sich heimisch fühlt“. Genau das habe er im Grünwalder erlebt: „Die Fans wollten immer im Grünwalder Stadion spielen.“ Auch die Atmosphäre sei eine andere gewesen: „Da spürst du die Tradition. Da ist die Fankurve voll und die Stimmung ist super.“

Den Verein selbst verfolgt der Keeper in der Jogginghose auch heute noch aufmerksam. Nach seinen fünf Jahren bei den Löwen hoffe er, „dass sich der Verein irgendwann stabilisiert”. Dass bei Sechzig aktuell wieder etwas aufgebaut werde, sei für ihn ein gutes Zeichen. Sein Wunsch für seinen ehemaligen Klub ist deshalb klar: „Irgendwann muss Sechzig mindestens in die 2. Bundesliga zurückkehren.“

 

TSV 1860 – Holstein Kiel: Ergebnistipp Timo Gebhart

11
timo gebhart tsv 1860

Beim Auftritt der Löwen in Memmingen durfte einer natürlich fehlen, der für beide Clubs die Fußballstiefel schnürte: Timo Gebhart. Wir ließen uns die Gelegenheit natürlich nicht entgehen, den ehemaligen Mittelfeldspieler des TSV 1860 nach seinem Ergebnistipp für die Partie gegen Holstein Kiel zu befragen.

Timo Gebhart hofft auf Pokalcoup der Löwen

Auch wenn der ehemalige Mittelfeldspieler seinen Lebensmittelpunkt bereits seit Jahren wieder in seine Heimatstadt Memmingen verlegt hat, so verfolgt er das Geschehen an der Grünwalder Straße doch noch immer und schnürt gelegentlich auch noch die Fußballstiefel für die Traditionself von Münchens großer Liebe. Für Samstag hofft der 37-Jährige auf eine Überraschung:

“Das wird natürlich sehr schwer, aber im ausverkauften Sechzgerstadion tippe ich auf ein 2:1 für uns.
Tore: 2 x Niederlechner, der braucht das fürs Selbstvertrauen!”

Mit diesem Tipp steht einem legendären Pokalabend auf Giesings Höhen nichts mehr im Weg…

Aus Memmingen über Giesing in die Bundesliga

Der gebürtige Memminger Timo Gebhart wechselte 2004 als 15-Jähriger aus seiner Heimatstadt zum TSV 1860 München. Über die Amateure kam er direkt in den Zweitligakader und absolvierte bis 2009 37 Zweitligaspiele für die Löwen. Anschließend wechselte er in die Bundesliga und war für den VfB Stuttgart und den 1. FC Nürnberg am Ball. Gebhart wurde jedoch immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und wagte 2016 bei Steaua Bukarest einen Neuanfang. Dort lief es jedoch alles andere als rund und so wechselte er nach nur sieben Einsätzen in Rumänien zu Hansa Rostock.

Dort blühte Gebhart regelrecht auf und erzielte in der 3. Liga in 17 Partien vier Tore. Obwohl Hansa gerne mit dem Offensivspieler verlängert hätte, zog es Timo zurück in die Heimat: Sechzig rief und Gebhart kam! Bei den Löwen überzeugte Gebhart und glänzte als Spielmacher, ehe ihn ein Muskelbündelriss bereits Mitte der Vorrunde zurückwarf.

Europameister und Hoffnungsträger

Weitere Verletzungen verhinderten auch in der Rückrunde ein Eingreifen Gebharts, weswegen der TSV 1860 den Vertrag des einstigen Hoffnungsträgers nicht verlängerte. Nach einem halben Jahr ohne Anstellung unterschrieb Gebhart bei Viktoria Berlin, ehe er im Sommer 2019 erneut nach Giesing wechselte. Nach nur einem Jahr hieß es jedoch schon wieder Abschied nehmen und Timo wechselte in seine Heimatstadt Memmingen, wo er im April 2022 seine aktive Karriere offiziell beendete.

Im Trikot des DFB absolvierte Timo Gebhart 30 Länderspiele von der U15 bis zur U21. Im Jahr 2008 wurde er mit der deutschen U19 Europameister und zeigte während des Turniers herausragende Leistungen.

Buchtipp: Die Roten und die Blauen.

4

Warum das Derby auch dann lebt, wenn die Vereine Welten trennen

Am heutigen Freitag erscheint ein Buch, das sich mit den 50 größten Niederlagen jenes Vereins aus der Seitenstraße beschäftigt, dessen Namensnennung wir hier bei sechzger.de eigentlich tunlichst vermeiden. Nun, in diesem Buchtipp Artikel fällt das ein wenig schwer. Der Autor – dieses natürlich keineswegs ersten Werks zu dem schönen Thema –  Daniel Roth hat sich mit uns in Verbindung gesetzt und einen Gastbeitrag geschrieben, in dem er seinen Blick auf die Situation in München zwischen Rot und Blau im Jahr 2026 beschreibt.
Vielen Dank dafür nach Wattenscheid!

Ich habe ein Buch über Niederlagen des FC Bayern geschrieben. Es heißt Bayern hat verloren. Die 50 größten Niederlagen des FC Bayern. Das klingt zunächst nicht unbedingt nach einer naheliegenden Qualifikation für einen Gastbeitrag bei sechzger.de.

Ich bin seit den frühen 90er Jahren Fußballfan – als Anhänger der SG Wattenscheid 09 aber in den bayerischen Vereinsrivalitäten nicht unbedingt tief verwurzelt. Die roten Münchner waren damals sportlich noch nicht ganz so dominant wie heute. Trotzdem hatte man über Bayern schon damals eine ziemlich klare Meinung: Man fand sie entweder super oder scheiße. Dazwischen gab es nicht besonders viel.Und eigentlich spielten die Roten auch damals schon in einer anderen Welt als die Blauen. Als 1860 den Durchmarsch in die Bundesliga schaffte, tauchten die Löwen aber plötzlich auch auf meiner persönlichen Fußball-Landkarte auf.

1860, das waren für mich lange Zeit vor allem Werner Lorant, Karl-Heinz Wildmoser und Bernhard Trares. Später erfuhr ich dann, dass die Löwen einmal der sportlich größere Münchner Verein gewesen waren. Und dass es in München offenbar noch immer die Erzählung gibt, Sechzig sei der eigentliche Verein der Münchner, während Bayern vor allem im Umland jede Menge Erfolgsfans eingesammelt habe. Ob diese Erzählung in dieser Einfachheit stimmt, sei einmal dahingestellt. Interessant ist aber, wie stark solche Geschichten zur Identität eines Vereins gehören.

Bayern, Nürnberg, Fürth – und natürlich München

Noch etwas später, als die Ultra-Kultur aufkam, bekam ich auch außerhalb Bayerns mehr von den unterschiedlichen Fanfeindschaften mit. Die Rivalität des FC Bayern mit dem 1. FC Nürnberg war plötzlich sehr präsent. Beim Club gibt es wiederum Fürth als lokalen Feind. Und in München sind es eben Bayern und 1860. 

Sportlich auf Augenhöhe? Davon konnte man irgendwann schon lange nicht mehr träumen. Auch strukturell gingen die Wege auseinander. Das gemeinsame Stadion endete bekanntlich nicht gerade in einer Erfolgsgeschichte. Aus der Ferne habe ich verfolgt, wie die Löwen um das Grünwalder Stadion kämpften und wie sehr sich bei 1860 irgendwann fast alles um die eigene Existenz und die Frage drehte, wohin der Verein eigentlich gehört. Auch die Fanszene habe ich dabei immer mit Interesse beobachtet. Während die Schickeria mit ihrem Club-Mate-Image und dem Auftreten rund um den FC Bayern außerhalb Münchens teilweise eher belächelt wurde und im Stadion das Telekom-T hinnehmen musste, hatten die Löwen mit “Cosa Nostra” und den “Giasinga Buam” Gruppen, die bundesweit durchaus als ernstzunehmende und gut organisierte Fanszenen wahrgenommen wurden.

Dann kam der ewige Streit um und mit Hasan Ismaik. Meine Wahrnehmung der Löwen war in den vergangenen zehn Jahren deshalb vor allem von einem Eindruck geprägt: Sechzig war ziemlich stark mit sich selbst beschäftigt. Von einer wirklichen Rivalität mit Bayern – auf Vereins- oder Fanebene – bekam man außerhalb Münchens vergleichsweise wenig mit.

Und dann kam dieses Banner

Umso erfrischender fand ich die Aktion bei Bayerns Meisterfeier in diesem Jahr. Über Geschmack kann man natürlich streiten. Aber so oder so war es vor allem eine geniale Aktion, weil sie genau das geschafft hat, was solche Aktionen schaffen sollen: Sie hat funktioniert. Die Meisterfeier des FC Bayern ist inzwischen eine ziemlich vorhersehbare Pflichtveranstaltung. Meisterschaft, Bühne, Schale, Bierdusche mit Sponsorengläsern, für die Kameras posieren. Und dann taucht plötzlich mitten in dieser Veranstaltung ein freches Banner auf, das offensichtlich eine Aktion des verhassten Stadtrivalen war. Ob man das lustig findet oder nicht: Für einen Moment gehörte die Bühne den Blauen. Und plötzlich war da wieder etwas von dieser alten Münchner Rivalität zu sehen.

Eine Rivalität mit sehr ungleichen Voraussetzungen

Bei der Recherche für mein Buch bin ich natürlich auch tiefer in die Geschichte eingestiegen. Das älteste Kapitel des Buches behandelt eine Bayern-Niederlage aus dem Jahr 1928. Damals war 1860 in München tonangebend. Aus der Saison 1965/66, der Meistersaison der Löwen, ist ebenfalls eine Bayern-Niederlage im Buch vertreten: das 1:6 beim 1. FC Köln. Und dann gibt es natürlich ein eigenes Kapitel über den 1:0-Sieg von 1860 im Derby im November 1999.
Das alles ist lange her. Bayern ist Serienmeister. 1860 spielt wieder in der Regionalliga. Auf den ersten Blick liegen die Vereine inzwischen so weit auseinander, dass man sich fragen könnte, ob eine Rivalität zwischen beiden überhaupt noch Sinn ergibt.
Ich glaube: Ja, gerade deshalb. Denn Rivalitäten funktionieren nicht ausschließlich über sportliche Augenhöhe.
Als Fußballfan mit einem gewissen Interesse an Fankultur weiß man, dass 1860 eben nicht einfach irgendein kleiner Verein ist, der zufällig im Schatten des FC Bayern steht. Das Grünwalder Stadion ist voll. Tickets zu bekommen, ist kein Selbstläufer – das musste ich vor einem Jahr selbst erfahren. Die blaue Fanszene muss sich ebenfalls nicht verstecken. In ganz Deutschland weiß man, dass 1860 eine große und aktive Anhängerschaft hat und in München selbst eine erhebliche Rolle spielt – auch dann, wenn die erste Mannschaft in der Regionalliga spielt.
Vielleicht ist genau das der Punkt. Bayern kann sportlich in einer anderen Welt spielen. Das bedeutet nicht automatisch, dass Bayern München die Stadt München für sich allein beanspruchen kann.

Das Salz in der Suppe

Rivalitäten sind beim Fußball nun einmal das Salz in der Suppe. Und deshalb hoffe ich als Außenstehender zunächst einmal, dass ihr wieder als Verein auf die Beine kommt. Nicht, damit 1860 irgendwann wieder Bayern regelmäßig in der Bundesliga schlägt. Das wäre vielleicht ein bisschen viel verlangt. Sondern damit es in München wieder zwei Vereine gibt, die sich gegenseitig das Leben schwer machen können. Denn genau dafür sind Stadtrivalen da. Das Banner bei Bayerns Meisterfeier hat jedenfalls Fans in ganz Deutschland gezeigt: Da ist noch Feuer drin.

Und vielleicht ist das für eine Rivalität die wichtigste Nachricht überhaupt.

Faninformationen TSV 1860 München – Holstein Kiel

1

In Giasing samma dahoam, da gehts uns phänomenal und in Berlin holen wir uns dann den Pokal. Bevor das passiert müssen wir aber erstmal die Störche aus Kiel vom Himmel holen. Für alle Stadionbesucher*innen haben wir hier sämtliche Faninformationen zum DFB-Pokalspiel auf Giesings Höhen zusammengetragen. Auch auf der Homepage der Löwen sind sie zu finden.

Faninformationen TSV 1860 München – Holstein Kiel

Tickets

Das Spiel ist restlos ausverkauft, folglich wird es keine Tageskasse geben. Leider ist es zu diesem Spiel noch nicht möglich, Dauerkarten in den Zweitmarkt einzustellen bzw. dort Tickets zu erwerben. Dieser Service wird jedoch zeitnah wieder verfügbar sein.

Beachtet bitte, dass ein Foto eine Dauer- oder Tageskarte grundsätzlich keine gültige Ticketart ist und der Stadionzutritt damit verwehrt werden kann.

Bei Problemen oder Fragen rund um bereits erworbene Tickets sind ab 16:00 Uhr die Clearing-Stellen Nord, Süd und West am Stadion besetzt.

Anreise

Das Kombiticket gibt es nicht mehr, sodass eine Anreise mit den ÖPNV nicht kostenlos möglich ist. Dennoch sollte dies weiterhin die bevorzugte Anreisemöglichkeit bleiben, da die Parkplatzsituation rund um das Grünwalder Stadion bekanntermaßen schwierig ist.

Am Stadion selbst besteht zwischen Candidstraße und Stehhalle ab 16:00 Uhr die Möglichkeit, Fahrräder sicher und bewacht abzustellen.

Hinweise zum Stadionbesuch

Die Stadion-Tore öffnen ab 16:30 Uhr, Anpfiff ist dann eineinhalb Stunden später.

Neu: Zur Saison 2026/27 gibt es in der Westkurve die Möglichkeit, Taschen, welche größer als DIN A4 sind, gegen ein Entgelt von 5€ abzugeben. Der Betrag kann ausschließlich bargeldlos bezahlt werden

Weiterhin gibt es die sogenannte Sensitivity Lane am Eingang Nord. Dabei führt die Körperkontrolle vor dem Stadionbesuch für beispielsweise körperlich eingeschränkte Menschen oder Personen der FLINTA*-Community speziell geschultes Personal durch. Das Ziel: Gewährleistung von Sicherheit ohne Überförderung oder Benachteiligung.

Der Materialeingang befindet sich am Eingang West/Tor 12. Besucher welche Fanutensilien wie bspw. Zaunfahnen, Doppelhalter, Schwenkfahnen sowie Spruchbänder mitnehmen wollen betreten darüber das Stadion.

An den Kiosken im Stadion kann sowohl in Bar als auch mit Karte gezahlt werden.

Alle Arten von Flaschen (auch PET) und die Mitnahme eigener Lebensmittel sind verboten.

Aufgrund der Risikobewertung und den damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen zu diesem Spiel wird es einen sogenannten „löwenfreien Bereich“ geben. Hier sind insbesondere die Bereiche um den Gästeeingang OST II, den Wettersteinplatz sowie die Fromundstraße für Gästefans vorgesehen. Löwenfans werden gebeten, diesen Bereich vor und nach dem Spiel zu meiden.

Ansprechpartner Fanbetreuung

Jamie Jesse: +49 175 1860 004
Christian Poschet: +49 152 0530 9989
Moritz Wagner: +49 151 22128235

Fantreffpunkte

Der Löwentreff am Candidplatz startet ab 15:30 Uhr. An Merch gibt es den 60 Jahre Deutscher Meister Jubiläumsschal, Sonnenbrillen, Handtücher, Badeschlappen, Shorts und Aufkleber. Ebenso gibt es Fanzines. Für das leibliche Wohl wird natürlich auch gesorgt.

Über den Weiß-Blauen Blog wurde außerdem dazu aufgrufen mit dem erwähnten Meisterschal zum Pokalspiel zu kommen.

Wie beim letzten Heimspiel, findet auch am Samstag wieder ein Fanartikelverkauf der Fußballabteilung statt. Neben dem bekannten Sortiment sind auch wieder die neuen “Freiheit für Sechzig” Wendeschals verfügbar. Los geht es ab 15:30 vor dem Löwenbräu am Grünwalder.

Der Grünspitz steht vor und nach der Partie natürlich ebenso als Treffpunkt zur Verfügung, außerdem öffnen das Bamboleo sowie der integrierte e.V.-Shop zum Spieltag gewohntermaßen ihre Pforten. Neben Getränken und was für den kleinen Hunger gibt es also auch Fanartikel zu erwerben.

Livestream und Liveticker

Das Spiel zwischen dem TSV 1860 München und Holstein wird von Sky sowie WOW ausgestrahlt. Für beide Dienste benötigt man ein Abo.

Alle, die kein Abo abschließen wollen, können das Spiel für 4,99€ bei OneFootball kaufen. Wichtig zu beachten: Die Übertragung läuft nur in der OneFootball App, also auf Mobilgeräten.

sechzger.de ist natürlich erneut live mit dabei und berichtet wie gewohnt bereits vor dem Spiel im Liveticker. Im Anschluss gibt es dann zahlreiche Bilder direkt aus dem Stadion.