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Sechzig um sieben: VR und Präsidium stellen Ismaik-Aussagen richtig

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Sechzig um Sieben: Stefan Lex
Sechzig um Sieben: Löwen heute in Rostock

Der Wahlkampf um den Verwaltungsrat stellt nach wie vor alle anderen Themen rund um den TSV 1860 München in den Schatten. Investor Ismaik wirbt offensiv um Teilnahme an der Mitgliederversammlung und verspricht mittlerweile auch e.V.-Abteilungen finanzielle Unterstützung für den Fall der Wahl der ihm genehmen Verwaltungsräte. Allerdings sahen sich VR und Präsidium genötigt, Aussagen von Ismaik in dessen jüngstem BR-Interview zu korrigieren.

VR und Präsidium stellen Ismaik-Aussagen richtig

In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk äußerte Hasan Ismaik zahlreiche Vorwürfe gegen den Verwaltungsdrat und das Präsidium des TSV 1860. VR und Präsidium reagierten nun auf der Homepage des e.V. und gaben eine Stellungnahme zu den Vorwürfen von Ismaik ab. Insgesamt wird zu sieben Vorwürfen Ismaiks Stellung genommen und diese werden richtig gestellt. Dabei geht es erneut um das von sechzger.de bereits thematisierte Ärmelsponsoring im Jahr 2017, Finanzierung der KGaA über Kredite sowie mögliche Treffen zwischen Ismaik und Reisinger.

Fragebögen der VR-Kandidaten Dierl und Drees

Die Veröffentlichung der Fragebögen der VR-Kandidaten schreitet voran. Gestern stellten sich die Kandidaten Christian Dierl und Markus Drees den Lesern von sechzger.de mit unseren Fragebögen wor. Schaut Euch die Antworten der Kandidaten an und macht Euch ein Bild, wer Eure Interessen am 16.06. am Besten vertritt. Heute um 9:00h wird sich Robert Forster bei Euch vorstellen. Um 15:00h folgt dann Maximilian Glogger.

Richy Neudecker mit seinen Worten zum TSV 1860 München

Richy Neudecker verbrachte die meiste Zeit seiner Jugend im Internat an der Grünwalder Straße. Wenn er auf seine Ausbildung bei 1860 zurückblickt, hebt Neudeker besonders die charakterliche Ausbildung im Löwen-NLZ hervor: “ Neben dem Fußballerischen gehört dazu auch Charaktererziehung wie Bodenständigkeit und respektvolles Verhalten. Für mich sind das Eigenschaften eines Arbeitervereins, die uns hier früh beigebracht wurden. Mir ist das in Fleisch und Blut übergegangen.” Daher ist Neudecker auch der Meinung, dass der eingeschlagenen Kurs der Löwen “vermehrt auf junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen” genau richtig.

Löwenhilfe für Flutopfer

Das Hochwasser hat im Großraum Ingolstadt enorme Schäden angerichtet. Dort sind natürlich auch viele Löwenfans zu Hause, so wie unser zweimaliger Talk-Gast Marco Köchl. Für Betroffene hat er mit seinem Fanclub, dem Löwenfanclub Pörnbach eine Spendenkonto für Fluopfer eingerichtet. Wenn Ihr helfen wollt, könnt Ihr hier spenden. Und auch das Bündnis Zukunft, über das man ja durchaus geteilter Meinung sein kann, hat eine tolle Aktion ins Leben gerufen: Die geplanten Tombola-Gewinne eines Fanfests anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Bundesligaaufstiegs in Meppen werden Flutopfern gespendet. Das Bündnis wird drei von der Flut besonders betroffenen Sportvereinen je 1860 € zum Wiederaufbau der Sportanlagen spenden.

Wir haben das Bündnis oft kritisiert, aber in diesem Fall sagen auch wir: Chapeau!

Leistungsauswertung Mittelfeld und Sturm

Man möchte es kaum glauben, aber es gab gestern sogar einen sportbezogenen Artikel bei uns! Bernd Winninger analysierte die Außenpositionen im Mittelfeld und den Sturm des letztjährigen Kaders. Leider kommt Bernd zum Schluss, dass von den sechs analysierten Spielern nur einer positiv heraussticht. Irgendwie keine Überraschung nach der letzten Saison…

Testspiel gegen den 1.FC Nürnberg

Okay, jetzt wird es richtig verrückt – aber am späten Abend gab es sogar noch eine weitere Meldung aus dem sportlichen Bereich. Wie die BILD-Zeitung berichtet, steht ein weiterer Gegner in der Vorbereitung fest. Demnach trifft der TSV 1860 München im Juli auf den 1.FC Nürnberg.

News aus der dritten Liga

Sabrina Wittmann wird Cheftrainerin in Ingolstadt

Die erste Chef-Trainerin im deutschen Herrenprofifußball ist gefunden! Sabrina Wittmann erhält einen Vertrag beim FC Ingolstadt. Da sie noch nicht über die benötigte UEFA-Pro-Lizenz verfügt, müssen die Ingolstädter 10.000 € Grundstrafe bezahlen und je Spiel nochmals 3.500 € nachlegen. Kleine Notiz am Rande: Wittmann setzte sich unter anderem gegen den auch beim TSV 1860 gehandelten Tobias Schweinsteiger durch.

Ein Pokalsieger für Bielefeld

Arminia Bielefeld hat Joel Felix vom dänischen Pokalsieger Silkeborg IF auf die Alm gelotst. Der 26-jährige spielstarke Innenverteidiger kommt sogar mit internationaler Erfahrung nach Bielefeld. Er bestritt 22/23 sechs Conference League Partien für seinen Ex-Club.

Bolay zu Preußen Münster

Gerüchteweise stand er auch bei den Löwen auf der Liste. Linksverteidiger Luca Bolay von Waldhof Mannheim. 1860 kann ihn nun von der Liste streichen, denn 21-Jährige wechselt zu Aufsteiger Preußen Münster.

Damit seid Ihr wieder auf Ballhöhe was den Wahlkampf und die leider aktuell nachgelagerten Themen bei 1860 betrifft. Wir wünschen Euch einen schönen Tag!

 

Vorbereitung 2024/25: TSV 1860 München trifft auf 1.FC Nürnberg

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FCN II 1860 02 2018 Final Score

In der Vorbereitung auf die Saison 2024/25 absolviert der TSV 1860 München ein Freundschaftsspiel gegen den 1.FC Nürnberg. Das berichtet die BILD-Zeitung.

TSV 1860 München trifft auf 1.FC Nürnberg

Der Sommerfahrplan der Löwen nimmt immer weiter Formen an. Fest steht schon einmal, dass die Profis noch etwa zwei Wochen Urlaub haben. Am Samstag, den 22.Juni steigt dann der Trainingsauftakt an der Grünwalder Straße. Eine Woche später findet nach bisheriger Informationslage das erste Testspiel statt. Gegner ist der SV Sulzemoos. Mit einem deutlich höherklassigeren Verein bekommt es der TSV 1860 München am 13.Juli im Duell mit dem 1.FC Nürnberg zu tun. Laut der BILD ist um 15:30 Uhr Anpfiff in Roth.

Eine Übersicht über alle bisher bekannten Termine in der Vorbereitung gibt es hier.

Löwenfanclub Pörnbach sammelt für Hochwasseropfer

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Löwenfanclub Pörnbach Logo Symbolbild

Um den zahlreichen Opfern des Hochwassers in Bayern etwas zu helfen, hat der Löwenfanclub Pörnbach eine Spendensammlung gestartet. Beteiligt ist auch Peter Kreuter, der bis vor kurzem für den Verwaltungsrat kandidierte.

Löwenfanclub Pörnbach sammelt Spenden für Hochwasseropfer

Das Hochwasser in Bayern hat zahlreiche Schäden hinterlassen. Manche Betroffene sind obdachlos – und stehen zudem vor einem finanziellen Ruin. Die Wassermassen haben ihnen teilweise alles an Hab und Gut genommen. Zu den Betroffenen zählen auch Löwenfans wie Marco Köchl vom Löwenfanclub Pörnbach gegenüber sechzger.de berichtet. Köchl, der im sechzger.de Talk Folge 152 zu Gast war, hat spontan eine Spendensammlung ins Leben gerufen. “Die Aktion ist eine Geste, damit die Leute einfach ein Stück Mitgefühl bekommen” sagt der Löwenfan zu seinem Engagement.

Beteiligt daran ist auch Peter Kreuter. Er hatte vor kurzem öffentlich seine Kandidatur für den Verwaltungsrat zurückgezogen. Auch Kreuter ist heftig von den Wassermassen getroffen worden – engagiert sich aber trotzdem in der Gemeinschaft und hilft anderen, so gut es geht. In den letzten vier Tagen war er als Feuerwehrmann im Einsatz. Zudem ist er der Kassier des Löwenfanclubs Löwenkralle Baar und nimmt stellvertretend die Spenden entgegen.

Unter diesem Link kann die Spende an den Löwenfanclub zugestellt werden. Man erhofft sich eine vierstellige Summe.

Auch Bündnis Zukunft engagiert sich für Hochwasser-Opfer

Bereits im vierstelligen Bereich befindet sich hingegen das Bündnis Zukunft 1860. Es hat angekündigt für drei betroffene Sportvereine je 1860€ für den Wiederaufbau ihrer Anlagen zur Verfügung zu stellen. Ursprünglich sollte das Geld im Rahmen einer Tombola-Aktion verlost werden – nun hat sich das BZ1860 allerdings spontan umentschieden. Ebenfalls eine löwenstarke Aktion!

Nie ein Medium finanziell unterstützt: die nächste Unwahrheit von Hasan Ismaik

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Geld Euro 50+1 Konsolidierung

Die nächste Unwahrheit – Hasan Ismaik hat gegenüber sechzger.de angegeben, nie ein Medium finanziell unterstützt zu haben. Das ist nachweislich nicht ganz richtig.

Hasan Ismaik bekräftigte gegenüber sechzger.de, nie ein Medium finanziell unterstützt zu haben

In den “Giesinger Gedanken” hat sechzger.de-Reporter Thomas Enn den denkwürdigen Besuch bei Mitgesellschafter Hasan Ismaik am vergangenen Sonntag zusammengefasst. Die Redaktion von sechzger.de hatte sich mit Ismaik in dessen Suite im “Charles Hotel” getroffen.

Im Zuge dessen hatte Ismaik, angesprochen auf etwaige finanzielle Unterstützung eines anderen 1860-Blogs, das Folgende zu Protokoll gegeben (Zitat stammt vom Gedächtnisprotokoll von sechzger.de):

 “Ismaik verwies derlei Gerüchte ins Reich der Fabeln. Er glaube an die Pressefreiheit und habe noch niemals irgendein Medium finanziell unterstützt.”

Die nächste Unwahrheit: Ismaik zahlte 2016 mutmaßlich 8.600 Euro an “dieblaue24”

Das investorennahe Portal “dieblaue24” brachte zu Beginn der Abstiegssaison 2016/2017 einmalig ein Printwerk namens “Sechzig Total” auf den Markt. Neben einem Exklusiv-Interview mit Hasan Ismaik (“die ganze Wahrheit”) und einer Analyse über den “blauen Bessermacher” Kosta Runjaic enthielt das Magazin neben Werbung auch einen Artikel über die Aigner-Rückkehr nach Giesing. Das Magazin wurde bei einer Auflage von 5.000 Exemplaren für 8,60 Euro pro Stück beworben.

Der Absatz schien aber nicht wie erwartet zu laufen: Am 18.08.2016 titelte “dieblaue24” stolz, dass Ismaik dem Portal 1.000 Exemplare abgekauft habe – um diese an die Jugend zu verschenken.

Ismaik nahm “dieblaue24” Gründer Oliver Griss also 1/5 seines mutmaßlichen Ladenhüters für vermutlich 8.600 Euro ab. Eine derartige finanzielle Zuwendung an einen sich selbst als journalistisch betrieben sehenden Blog ist durchaus eine “finanzielle Unterstützung” eines “Mediums”.

Beobachtern zufolge soll die Berichterstattung auf “dieblaue24” fortan sehr Ismaik-gewogen ausgefallen sein.

Leistungsauswertung 23/24: Mittelfeld Teil 2 und Sturm

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Nachdem in Teil eins Tor und Abwehr und in Teil zwei das Mittelfeldzentrum im Fokus lagen, blicken wir heute auf die Flügel und auf den Sturm. Auch im dritten Teil werde ich nicht jeden einzelnen Spieler unter die Lupe nehmen.

Die Leistungsauswertung 23/24 geht mit diesem letzten Teil nun zu Ende. Auf den Flügelpositionen war vor allem auf der linken Seite eine gewisse Fluktuation zu beobachten. Außer Julian Guttau, dessen Leistung schon im zweiten Teil gewürdigt wurde, kamen dort unter anderem Leihspieler Abdenego Nankishi, Eliot Muteba und Mansour Ouro-Tagba zum Zug. Muteba und Ouro-Tagba wurden wegen ihrer Leistungen der Rückrunde in die Kader ihrer A-Nationalmannschaften (Angola bzw. Togo) berufen.

Rechts hatte Schröter (zurecht) seinen Stammplatz sicher. Wegen kleinerer Blessuren und einer ungerechtfertigten Rotsperre verpasste Schröter zwar insgesamt fünf Ligaspiele, dennoch war er einer der Spieler, die als absolute Konstante im Kader der Saison 23/24 galten.

Das große Sorgenkind der vergangenen Spielzeit hingegen war der Sturm. Mit insgesamt nur 14 Toren kam von den Mittelstürmern der Löwen zu wenig, um damit zufrieden zu sein. Keiner der dort eingesetzten Spieler des TSV 1860 München konnte, was das Tore schießen betrifft, überzeugen.

Sehen wir uns nun als erstes die linke Außenbahn in der Offensive an.

Leistungsauswertung 23/24 Außenbahn links

Julian Guttau wird in der Leistungsbewertung bei Wyscout als offensiver zentraler Spieler geführt, aber auch auf der linken Offensivseite hat er gezeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft sein kann. Aber blicken wir doch auf die anderen Spieler, die dort im Lauf der Saison eingesetzt wurden. Leider finden sich weder Nankishi noch Muteba oder Ouro-Tagba in den Ranglisten der Topspieler auf den Flügelpositionen in der Offensive.

Was sind die wichtigsten Bewertungskriterien für einen offensiven Flügelspieler? Als erstes würde vermutlich jeder sagen, ein Außenbahnspieler muss schnell sein. Also Geschwindigkeit und Antritt, diese Faktoren werden allerdings nicht gelistet bzw. gemessen. Statistische Größen zur Bewertung von offensiven Flügelspielern sind Passgenauigkeit, Dribblings pro 90 Minuten, Erfolgsquote bei Dribblings, der Ballverlustindex (Ballverluste in Abhängigkeit erfolgreicher Angriffsaktionen), Flanken pro 90 Minuten, Flankengenauigkeit, Tore pro 90 Minuten, Schüsse pro 90 Minuten, Benötigte Schüsse pro Tor, Ballkontakte in der Box pro 90 Minuten, Vorlagen pro 90 Minuten, Schlüsselpässe pro 90 Minuten und Pässe ins letzte Drittel pro 90 Minuten.

Leistungsauswertung 23/24 Mansour Ouro-Tagba

Mr. 100%

In einer Kategorie ist Mansour Ouro-Tagba in der Liga alleine auf Platz eins. Der gelernte Mittelstürmer, der hauptsächlich auf dem linken Flügel zum Einsatz kam, hat eine Schussgenauigkeit von 100% erreicht. Jeder seiner Schüsse ging aufs gegnerische Tor. Und damit nicht genug: Wenn man der Statistik glauben darf, ging sogar jeder seiner Schüsse ins Tor. Drei Schüsse, drei Treffer. Soweit so gut. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob drei Schüsse in 19 Spielen und bei knapp über zwölf Stunden Einsatzzeit nicht ein bisschen wenig sind. Aber dafür kann ein Offensivspieler selten etwas, denn wer keine Vorlagen bekommt, kann nicht schießen können.

Bei lediglich 2,6 Ballkontakten in der Box pro 90 Minuten im Schnitt ist es für einen Spieler, der diese Position weit weniger als die Hälfte der möglichen Gesamtspielzeit bekleidet hat, durchaus schwer, dabei insgesamt auf eine bessere Quote zu kommen. Unmöglich allerdings nicht. Viel hängt hier auch von der Art des Ballkontakts ab. War Ouro-Tagba derjenige, der den Ball in die Box brachte, indem er dort damit eindrang, oder wurde er von einem Mitspieler in der Box angespielt und wenn ja, wo war er positioniert. Wenn wir davon ausgehen, dass bei einem der 2,6 Ballkontakte im Schnitt pro 90 Minuten mindestens eine Aktion dabei war, bei der er selbst ballführend war, als der Ball in die Box kam, fällt diese Aktion schon einmal hinten herunter, wenn man mögliche Schusschancen bewerten möchte.

Etwa jeder vierte Ballkontakt einer Mannschaft in der gegnerischen Box wird im Schnitt zum Schussversuch, statistisch gesehen kommt Ouro-Tagba also jedes zweite Spiel dazu, einmal aufs gegnerische Tor schießen zu können. Da die Einsatzzeiten Ouro-Tagbas aber sehr spartanisch gehalten waren, er lediglich 20% der für ihn möglichen Spielzeit absolvieren konnte und er lediglich sechs mal von Anfang an in der Startelf stand, muss man für die Möglichkeiten die sich Ouro-Tagba boten, feststellen, dass die abgelieferte Leistung sehr gut war.

In einer Hochrechnung auf 100% Einsatzzeit und Spiele käme Ouro-Tagba bei gleichbleibender Leistung und Chancenverwertung auf 15 Treffer.

Arbeit auf dem Flügel

Was den Fleiß betrifft, lässt Ouro-Tagba nichts zu Wünschen übrig gelassen. Er hat in jedem Spiel, in dem er eingesetzt wurde, immer vollen Einsatz gezeigt und sowohl mit als auch gegen den Ball fleißig gearbeitet. Der 19-jährige Youngster war immer mit dem Löwenherz auf dem Platz.

Mit wenig Spielpraxis geht leider einher, dass manche Aktionen nicht so routiniert ablaufen, wie sie es sollten. Das kratzt dann an der Statistik. In den Werten, die für die Bewertung des Flügelspiels ausschlaggebend sind, hat Ouro-Tagba nicht so gute Werte erzielt wie im Strafraum.

Von knapp acht Dribblingsversuchen pro 90 Minuten konnte er leider nur weniger als ein Drittel erfolgreich gestalten. Seine Flankengenauigkeit ist mit 22% auch nicht auf einem Level, das man bei einem Außenbahnspieler sehen möchte. Trotzdem langte es zu knapp einer Schussvorlage pro Spiel.

Im Großen und Ganzen ist sein Passspiel bemerkenswert präzise. Mit einer Passgenauigkeit von 80% bei Pässen ins letzte Drittel und einer generellen Passgenauigkeit von 71% bei Pässen nach vorne, muss man Ouro-Tagba positionsbezogen für sein Passspiel eine gute Zensur ausstellen.

Der Ballverlustindex bei Ouro-Tagba liegt bei 3,75. Zum besseren Verständnis dieses Wertes hier eine kurze Erläuterung, wie dieser zustande kommt. Man nimmt die Anzahl aller Ballverluste im Spiel und teilt diese durch alle gelungenen Offensivaktionen im Spiel. Das Ergebnis daraus ist, wie beim Pressingindex (PPDA) einer Mannschaft, indirekt proportional zu lesen. Also je niedriger, desto besser.

Ein Spieler, der pro Ballverlust eine erfolgreiche Offensivaktion durchführt, hat also den Wert 1 bei dieser statistischen Größe. Mit einem Wert von 2 hat ein Spieler schon doppelt so viele misslungene wie gelungene Aktionen auf dem Konto und so weiter. Je nach Position gilt natürlich auch bei diesem Index ein anderer Wert, um die Statistik einzuordnen. Während ein Wert über 1 hier bei Spielern in der Defensive für eine Mannschaft tödlich sein kann, muss man davon ausgehen, dass Offensivspieler den Ball häufiger verlieren als behaupten, wenn es um offensive Aktionen geht.

In den Kategorien entscheidende Pässe betreffend, Vorlagen, Schlüsselpässe, und gefährliche Situationen einleitende Pässe konnte Ouro-Tagba leider zu wenig zeigen, um ihn als wirklich effektive Waffe auf dem Flügel zu bezeichnen.

Gegen den Ball

Im direkten Duell arbeitet Ouro-Tagba sehr fleißig und durchaus erfolgreich, 68% gewonnene Defensivzweikämpfe bei acht Defensivduellen pro 90 Minuten sind Zahlen, an denen sich unsere defensiven Mittelfeldspieler ein Beispiel nehmen sollten. Am Stellungsspiel muss Mansour noch etwas arbeiten.

Fazit zu Mansour Ouro-Tagba

Schade, dass er den Verein verlässt, denn Mansour ist meiner Meinung nach ein Fußballer mit hohem Potential. Im Rahmen seiner Möglichkeiten hat er diese Saison gut gearbeitet und vor allem seine Schuss- und Trefferquote beeindrucken.

Leistungsauswertung 23/24 Abdenego Nankishi

Mit elf Einsätzen für die Löwen und 512 Spielminuten hat Abdenego Nankishi noch weniger Spielzeit im Leistungsnachweis stehen als Mansour Ouro-Tagba. Seinen einzigen Treffer für die Löwen hat Nankishi in Dresden erzielt. Aber Tore sind auf der Außenbahn nicht das Wichtigste. Wie sehen Nankishis Werte in den Schlüsselkategorien der Position aus?

Statistische Werte

Ohne jetzt zu sehr ins Detail gehen zu wollen, hat Nankishi in den einigen wichtigen Kategorien seiner Position auch richtig gut abgeliefert. Eine Erfolgsquote im Dribbling lag bei 50%, ebenso seine Flankengenauigkeit. Wobei die Flankenhäufigkeit mit etwas mehr als einer Flanke im Schnitt pro 90 Minuten durchaus etwas niedrig liegt. Auch die Anzahl der Schussvorlagen ist mit 0,7 pro 90 Minuten nicht auf einem Wert, der als gut gewertet werden kann. Allerdings ist hier auch der Faktor Mitspieler einzubeziehen. Wenn dieser, aus welchem Grund auch immer, nach einer Vorlage gar nicht zum Schuss kommt, war der als Vorlage gedachte Ball lediglich ein Pass.

Besonders seine offensive Passgenauigkeit und seine ja nicht von der Statistik erfasste Geschwindigkeit und sein Antritt, waren das, was den Zuschauern bei Spielen der Sechzger an Nankishi auffiel. Und zumindest diese Passgenauigkeit schlägt sich in seiner Statistik auch nieder.

Mit einer Passgenauigkeit von 88% bei Pässen ins letzte Drittel und 40% in die Box hat Nankishi in seiner Zeit beim TSV 1860 lediglich bei Zuspielen in die Box etwas an Präzision vermissen lassen. Sein Verlustindex liegt bei 2,88.

Gegen den Ball

Hier war Nankishi ähnlich fleißig wie Ouro-Tagba, vor allem in direkten Duellen hat er viel Einsatz gezeigt, um gegnerische Angriffe zu unterbrechen. Allerdings lag seine Erfolgsquote dabei um knapp 30% unter der Ouro-Tagbas. Ein Grund für die höhere Erfolgsquote in direkten Duellen gegen den Ball dürfte da die größere Masse, die Ouro-Tagba mit in die Zweikämpfe bringt, sein. Auch sein Stellungssspiel gegen den Ball ist ausbaufähig.

Fazit zu Nankishi

Es war ein guter Griff, ihn als Leihspieler zu holen. Der schnelle Außenbahnflitzer hat im Rahmen der Möglichkeiten gut performt. Dass ein Spieler mit seiner Perspektive und seinem Können nicht in der 3. Liga bleiben möchte, ist auch verständlich.

Nankishi hat in der Rückrunde mit dafür gesorgt, dass Guttau mehr ins Zentrum rücken konnte. Das war zusätzlich zu Nankishis individueller Leistung etwas, das das Spiel der Löwen kreativ verbessert hat.

Leistungsauswertung 23/24 Eliot Muteba

Der zweite Winterneuzugang für die linke Seite wird im Gegensatz zu Nankishi auch im nächsten Jahr für die Sechzger auflaufen. Mit 36 km/h, die er in der Spitze erreicht, wird Muteba damit einer der schnellsten und antrittsstärksten Spieler der 3. Liga sein.

Muteba hat, um ihn wirklich beurteilen zu können, zu wenige Spiele mit insgesamt deutlich zu wenig Einsatzzeit absolviert.

Wir werfen hier auch keinen kurzen Blick auf die positionsrelevanten Daten, denn es ist schlicht und ergreifend nicht genügend Material vorhanden, um den Spieler hier zu bewerten.

Die Einsatzfreude und Erfolgsquote gegen den Ball sollte man allerdings auch bei Muteba keinem vorenthalten. Mit ebenfalls acht Duellen pro 90 Minuten bei einer Erfolgsquote von 61% muss man Muteba für seinen Einsatz gegen den Ball ebenfalls loben.

Fazit zu Muteba

Im Prinzip ist das Wenige, was ich über Muteba geschrieben habe, auch alles, was man aufgrund seiner geringen Einsatzzeiten sagen kann. Seien wir gespannt auf die kommende Saison, in der wir ihn sicherlich des Öfteren sehen werden.

Leistungsauswertung 23/24 Rechter Flügel

Auf dem rechten Flügel muss man nicht lange suchen, wer da nicht nur beim TSV, sondern insgesamt in der Liga bester Spieler war.

Leistungsauswertung 23/24 Morris Schröter

Auf der rechten Flügelposition hat genau ein Mann den Ton angegeben und das war Morris Schröter – und das nicht nur mannschaftsintern, sondern auch ligaweit. Er ist für die Saison 23/24 der Spieler in Liga drei, der auf den Außenbahnen ligaweit der beste Spieler war. Die Kriterien rechts in der Berechnung sind natürlich die gleichen wie auch für den linken Flügel.

In fast allen Kategorien, die zur Bewertung der Leistung auf dieser Position genutzt werden, hat Schröter gut bis sehr gut abgeliefert. Lediglich bei einem der Bemessungswerte hat er kein Topniveau erreicht. Ausgerechnet die Passgenauigkeit war bei Schröter nicht auf dem Niveau, das wir alle gerne gesehen hätten.

Mit einer Flankengenauigkeit von 33% erreicht Schröter hier noch einen Wert, der als durchschnittlich bis gut bezeichnet werden kann. In allen anderen offensiven Passkategorien ist Schröter aber leider unter dem geblieben, was man von einem Spieler auf dieser Position erwarten darf. Keine der offensiven Passkategorien erreicht eine Genauigkeit von über 60%. Das ist zu wenig.

In allen anderen Kategorien, die auf seiner Position wichtig sind, hat Schröter jedoch gute bis sehr gute Leistungen abgerufen.

Gegen den Ball

Wie seine Kollegen auf der linken Seite war auch Schröter gegen den Ball ziemlich fleißig und auch erfolgreich. Rund sieben Defensivduelle pro 90 Minuten und eine Erfolgsquote dabei von 61% können sich durchaus sehen lassen. Mit rund vier abgefangenen Pässe pro 90 Minuten hat Schröter auch gute Leistungen gezeigt, was sein Stellungsspiel betrifft.

Fazit zu Schröter

Als aus rein statistischer Sicht bester Außenbahnspieler der Liga zu gelten, ist eine tolle Leistung. Allerdings muss sich Schröters Passgenauigkeit deutlich verbessern.

Leistungsauswertung 23/24 Sturmzentrum

Fynn Lakenmacher und Joel Zwarts, die beiden am häufigsten als Mittelstürmer eingesetzten Spieler der Löwen, haben insgesamt 11 Tore geschossen. Drei weitere Mittelstürmer-Tore kommen durch Mansour Ouro-Tagba hinzu. In 38 Spielen sind jedoch sowohl 14 als auch 11 Tore für den Mannschaftsteil Sturm deutlich zu wenig.

Keiner der Stürmer des TSV (wer hätte es gedacht) schafft es in die Top 20 der Liga.

Und sehen wir uns die Leistungen der Spieler in den Statistiktabellen an, finden wir die Spieler der Sechzger abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

Dass die Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen in der vergangenen Saison generell kaum funktionierte, konnte jeder sehen. Aber nirgends war es so deutlich wie im Sturm. Egal wer dort eingesetzt wurde, er hing ziemlich alleine in der Luft und hatte kaum Unterstützung aus dem Rückraum, was bei Systemen mit nur einer Spitze unerlässlich ist. Wenn der Ball mal gut lief, wurde oft am Zielwasser gespart. Der Angriff der Löwen war vor allem beim Abschluss mehr ein laues Lüftchen als ein Sturm.

Alle Spieler, die in der vergangenen Saison als Sturmspitze aufliefen, dürften vor allem eines bemerkt haben. Die Unterstützung aus den anderen Mannschaftsteilen fehlte zu oft. So waren Misserfolge beim Verarbeiten von Bällen und schon im Keim erstickte Angriffe der Löwen eher der Normalfall als die Ausnahme. Der damit einhergehende Frust und vom ehemaligen Coach Jacobacci bereits vor der Saison als untauglich abgestempelt worden zu sein, dürften die Hauptgründe der Sturmflaute sein.

Leistungsauswertung 23/24 Fynn Lakenmacher

Was musste der Junge diese Saison alles über sich ergehen lassen? Vom Coach bereits vor der Saison demontiert, wurde Lakenmacher nach Zwarts Verletzung zur tragenden Säule im Sturm, konnte aber erst, und auch dann nur langsam, nach der überfälligen Entlassung von Jacobacci, wieder in die Spur finden.

Seine Werte sind abgesehen von dem, was zum Torabschluss und Erfolg gehört, für die Liga teilweise überdurchschnittlich gut gewesen. Vor allem die Balldominanz nach langen Anspielen, wo Lakenmacher im Saisonverlauf immer sicherer wurde, war einer seiner größten Trümpfe. Als Zielspieler eingesetzt, wurde der norddeutsche Hüne leider aus dem Mittelfeld heraus oft zu wenig oder nicht schnell genug unterstützt.

Warum ein Spieler bei einer Quote von nahezu 50% Erfolg im Dribbling und einer Gesamtpassgenauigkeit von 77% trotzdem einen hohen Ballverlustindex von 5,33 erreicht, die Frage muss man stellen. Und die einzige Antwort, die einem da einfällt, ist und bleibt die fehlende Unterstützung aus dem Team.

Dass er bei einigen sogenannten 100%igen nicht erfolgreich war, kommt leider dann noch erschwerend hinzu. Somit ist Lakenmacher in der Stürmerrangliste lediglich auf Platz 25 zu finden, damit aber bester Löwe in dieser Kategorie.

Fazit zu Lakenmacher

Ich finde es sehr schade, dass Lakenmacher geht. Er hat immer alles für die Löwen gegeben, leider war er in einigen Situationen nicht zielsicher genug, um sich bei denen, die einen Stürmer nur an seinen Toren messen, beliebt zu machen.

Ein Spieler, vor allem ein Stürmer, der Körperlichkeit, Einsatzfreude, Mannschaftsdienlichkeit und Willen so in sich vereint, tut jeder Mannschaft gut.

Leistungsauswertung 23/24 Joel Zwarts

Der Niederländer, der vor der vergangenen Saison für 150.000 Euro an die Grünwalderstraße gewechselt war, erzielte sechs Treffer im Löwentrikot.

Seine Werte die Position betreffend sind vor allem bei den Kategorien, die auf mannschaftsdienliches Spiel schließen lassen, eher niedrig. Natürlich muss ein Stürmer auch Egoist sein, aber eben nicht nur.

In diesen Kategorien, die das Zusammenspiel mit dem Team charakterisieren, hat Zwarts leider keine guten Werte erzielt. Das liegt aber nicht alleine an ihm, sondern wie bei Lakenmacher auch, am in der Offensive nicht gut agierenden Rest der Mannschaft.

Zwarts Ballverlustindex liegt bei 3,34 so gesehen deutlich besser als der Lakenmachers, und auch seine Trefferquote und Schussgenauigkeit sind besser als die seiner Sturmkollegen, trotzdem reicht es für Zwarts nicht zu einer Platzierung in den Toplisten der Liga.

Gegen den Ball quasi nicht vorhanden, passte das Spiel von Zwarts leider nicht zum Abstiegskampf und damit in dieser Saison auch nicht zum TSV 1860 München.

Fazit zu Zwarts

Oft sagt man: „weniger ist mehr“. Dieser Spruch trifft für mich bei Zwarts nicht zu. Zwarts hätte gern von allem mehr zeigen dürfen.

Was bleibt am Ende?

Wenn in einer Phalanx aus sechs Spielern, die wir hier heute nun behandelt haben, nur ein einziger wirklich positiv aus der Reihe fällt, stimmt irgendetwas nicht.

In der Saison 23/24 stimmte nicht nur irgendetwas bei den Löwen nicht, sondern es stimmte sehr viel nicht. Die Leistungsauswertung 23/24 zeigt das in diesen drei Teilen, die ihr nun vorliegen habt, sehr deutlich.

Angefangen mit der Kaderzusammenstellung, für die vor allem mittlerweile entlassenes Personal zur Verantwortung gezogen werden müsste, gab es noch weitere Indikatoren. Auch das Klima in der Mannschaft dürfte, wenn ich es von außen richtig beurteile, nicht das Beste gewesen sein. An welchen Spielern das lag oder ob Jacobacci mit seiner seltsamen Menschenführung da ganz alleine die Schuld trägt, werden wir vermutlich nicht erfahren. Ob das behoben werden kann, falls einer dieser möglicherweise klimaschädlichen Spieler bleiben sollte, werden wir sehen.

Die profilneurotischen Störer von außen will ich erst gar nicht einzeln erwähnen. Nur so viel möchte ich sagen: Wenn ihr keine Funktion beim TSV innehabt oder für kein Amt gewählt seid, seid einfach ruhig. Das gilt für Ehemalige genauso wie für neu auf der Bildfläche erschienene Möchtegernfunktionäre. Gebt’s einfach während der Saison a Ruh’.

Datenquelle: Wyscout

Fragebogen zur VR-Wahl: Markus Drees

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TSV 1860 München Mitgliederversammlung Zenith

Im Hinblick auf die bevorstehende Wahl des neuen Verwaltungsrats im TSV München von 1860 e.V. auf der Mitgliederversammlung am 16. Juni im Zenith) haben wir alle 24 Kandidierenden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Um den wahlberechtigten Mitgliedern (und natürlich auch allen anderen interessierten Löwenfans) die Positionen der zur Wahl stendenen Personen vorzustellen. Erfreulicherweise sind 20 Fragebögen ausgefüllt zurück gesendet worden.
Wir veröffentlichen diese unkommentiert in alphabetischer Reihenfolge. Hier kommt der Fragebogen von Markus Drees.

Ich bewerbe mich als Verwaltungsrat, weil…

Drees: … ich ein verantwortungsvolles Amt im e.V. weiter ausführen möchte. Der Verwaltungsrat soll aus der Mitte des Vereins besetzt sein und nicht wegen Profifußball nur im Hinblick auf die KGaA besetzt sein. Für den Profifußball sollten eigentlich Gremien der KGaA zuständig sein. Leider gibt es einige wenige Berührungspunkte, die mit dem e.V. als Gesellschafter zu tun haben.

Welche Dinge hat der Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren gut gemacht?

Drees: Der Verwaltungsrat hat am besten funktioniert, wenn man von ihm nicht viel gehört hat. Das liegt u.a. auch an der Verschwiegenheitspflicht. Ansonsten gehört zu unseren Aufgaben die Geschäftsführung des Vereins durch Präsidium, Abteilungsleitungen zu überwachen. Damit dem Verein kein Schaden am Vermögen entsteht oder Rechtsprobleme auftreten. Leider mussten wir in dieser Periode eine Entscheidung treffen, die wir nicht gerne getroffen haben und mit dem Fehlverhalten eines Präsidiumsmitglieds zu tun hatte.

Welche Dinge hätte der Verwaltungsrat besser machen können?

Drees: Es gibt immer Dinge, die man besser machen kann. In unserer Tätigkeit geht es auch um Menschlichkeit vor einem Amt. Da kann es schon sein, dass man noch in Hoffnung auf eine verständnisvolle Lösung etwas länger braucht zum Lösen einer Krise, weil man noch auf gegenseitige Kompromisse hofft.

Mit welchen Aktivitäten/Projekten haben Sie sich in der Vergangenheit beim TSV 1860 München e.V. bereits eingebracht?

Drees: Mitarbeiten in Stadionkommissionen und Satzungskommissionen. Für die Geschichtsabteilung biete ich mit einer Kollegin Stadion- und Stadtteilführungen zur Löwengeschichte an.

Der Profifußball ist das Aushängeschild von 1860 und traditionell das meistdiskutierte Thema in der Öffentlichkeit. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die KGaA in der nahen Zukunft?

Drees: Als erstes muss man festhalten: Der Verwaltungsrat des e.V. hat bis auf die Bestellung der Geschäftsführer und Entsendung von e.V.-Mitgliedern in die KGaA-Gremien keinen operativen Berührungspunkt mit dem Tagesgeschäft.
Meine persönliche Meinung zur zukünftigen Ausrichtung der KGaA: Keinen Größenwahn und gesundes Wirtschaften. Eine junge hungrige Mannschaft auch mit Spielern unserem NLZ. Mittelfristiges Bekenntnis zum Standort Giesing und der Symbiose aus Verein, Stadion und Stadtteil als Unique Selling Point. Die Geschäftsführer, die aktuell die Geschicke leiten, haben dies schon eingeleitet.

Hasan Ismaik ist mit seiner Firma HAM zu 60% an der KGaA beteiligt. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich seit seinem Einstieg schwierig. Was ist Ihr Konzept für eine verbesserte Kommunikation/Zusammenarbeit mit Ismaik bzw. HAM?

Drees: Der Verwaltungsrat ist hierfür eigentlich nicht zuständig. Aber schon unter Präsident Casalette gab es über die Rolle des Verwaltungsrat zur KGaA Missverständnisse. Wie soll da auch der Mitgesellschafter die Rolle richtig einschätzen? Auch hier somit meine persönliche Meinung: Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Der e.V. macht alles zum Wohle der Gesellschaft, dann sollten auch Ismaiks Vertreter mit allen Vollmachten ausgestattet sein, zum Wohle der Gesellschaft zu handeln.

Die KGaA ist nach wie vor bilanziell überschuldet. Mit welchen Maßnahmen würden Sie die Entschuldung unter Einhaltung der Regularien von DFB/DFL vorantreiben?

Drees: Die Konsolidierung seit 2017 weiterzugehen wird alternativlos sein, auch im Hinblick der von DFB/DFL geforderten Verbesserungen der Eigenkapitalquoten. Am besten wäre ein Schuldenschnitt oder eine Kapitelerhöhung, so dass auch diese Fortführungsprognosen, die uns nur Planungsspielraum für 2 Jahre geben, endlich ad acta gelegt werden können.

Die Situation um einen Ausbau des Grünwalder Stadions bzw. einen Neubau stockt seit einiger Zeit. Welche Stadionlösung schwebt Ihnen vor?

Drees: Ein sanfter Ausbau des Grünwalder Stadions zur Erfüllung der DFL-Tauglichkeit für die 2. Liga mit Erhöhung der Kapazität Richtung 20.000 und Einbau von VIP-Containern über der Ostkurve würde uns erstmal helfen. Der 100 Mio. EUR Umbau, den die Machbarkeitsstudie projektieren würde, ist in der aktuellen Haushaltslage der öffentlichen Hand nicht zielführend. Wichtig ist aber der urbane Flair und nicht eine seelenlose Landschaft am Müllberg und Autobahnkreuz. Würden wir in der Arena 3. Liga spielen, hätten wir sicher nicht 15.000 Zuschauer im Schnitt, sondern eher weniger und kaum Dauerkarten verkauft.
Der Verwaltungsrat ist aber hier nicht mittelbar in die Entscheidung involviert, sondern das Zusammenspiel zwischen Präsidium und KGaA-Geschäftsführung.

Welche Abteilungen liegen Ihnen außer dem Fußball noch besonders am Herzen und warum?

Drees: Jede Abteilung ist etwas besonders und verdient Unterstützung. Nichtsdestotrotz möchte ich herausstellen:
Boxen – was Ali und seine Leute dort seit Jahren leisten auch im sozialen Bereich, ist Wahnsinn!
Vereinsgeschichte – professionelle Aufarbeitung der Geschichte unseres Traditionsvereins und Erfahrbarmachung für alle.
Ski – Spitzensport im Schatten des Fußballs. Danke Fabiana, danke Linus!
Rollsport, Präzisionssport, E-Sports: Moderne Abteilungen im Zeitgeist.
Inklusionssport: Wichtig zur Öffnung eines Sportvereins für alle, auch die, die sonst vergessen werden.
Bergsport, Wassersport: Natur und Liegenschaften des Vereins in Isarauen und im Wettersteingebirge.
Fußballabteilung: NLZ, Frauenfußball und Amateurmannschaften – vieles richtig gemacht.

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitteilen?

Drees: Der Verein lebt mit Mitgliederbeteiligung und Diskussionen. Was schädlich ist, sind Populismus (Falschaussagen über Satzung, Vereinsstrukturen und Gremien), sowie eine Fokussierung nur auf Profifußball im e.V. Online- und Briefwahlen sind zwar praktisch, verhindern aber den Austausch der Mitglieder. Es wird schon seinen Grund haben, warum keiner der 56 Vereinen aus den drei höchsten Ligen (von darunter ganz zu schweigen) nur Präsenzveranstaltungen haben und online nur als Notlösung sehen.

Bisher veröffentlichte Fragebögen der Verwaltungsrats-Kandidaten:

Thomas Baudisch
Robert von Bennigsen
Christian Dierl

Präsidium & VR reagieren auf BR-Interview von Hasan Ismaik

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Hasan Ismaik ist in der Offensive. Im Hinblick auf die Verwaltungsratswahlen im TSV München von 1860 e.V. (im Rahmen der Mitgliederversammlung am Sonntag, den 16. Juni im Zenith) hat der Gesellschafter der KGaA unter anderem dem Bayerischen Rundfunk ein Interview gegeben, das hier nochmal angesehen werden kann. Es enthält zahlreiche Vorwürfe und Angriffe auf den aktuellen Verwaltungsrat und 1860-Präsident Robert Reisinger. Der BR24-Sport Reporter Andreas Troll verzichtet in diesem Gespräch leider auf kritische Nachfragen zu Aussagen Ismaiks, wobei unklar ist, ob dies eine Bedinung des Jordaniers für das Führen des Interviews war. Hier könnte der Bayerische Rundfunk einmal direkt Stellung beziehen.

Das Ärmelsponsoring bleibt ein Thema

Präsidium und Verwaltungsrat des TSV 1860 haben nun selbst in einer Stellungnahme auf die Einlassungen Ismaiks in diesem Interview reagiert und ordnen insgesamt sieben Behauptungen aus dem BR-Interview “für die Mitglieder unseres Vereins” ein. Dabei geht es beispielsweise um das dieser Tage – auch bei sechzger.de – noch einmal thematisierte Ärmelsposoring, mit welchem Ismaik im Jahr 2017 den Absturz der Löwenprofis in die Regionalliga Bayern verhindern wollte. Unter der Stellungnahme befinden sich Links auf Artikel der Süddeutschen Zeitung und der Welt zu den Sachverhalten aus dem Mai/Juni 2017.

Angriffe auf Robert Reisinger

Auch die gerade in diesen Tagen immer wiederkehrende Vorwürfe zu (angeblichen) Aussagen von Robert Reisinger werden berichtigt. Warum der amtierende Präsident, der am 16. Juni gar nicht zur Wahl steht, immer wieder den Attacken von Hasan Ismaik ausgesetzt ist, weiß wahrscheinlich nur Ismaik selbst. In Gespräch zwischen sechzger.de und dem Jordanier am vergangenen Samstag im Hotel “The Charles” (wir berichteten hier und hier darüber) vermittelte er den Eindruck einer großen persönlichen Ablehnung gegenüber Reisinger, die er allerdings nicht wirklich nachvollziehbar erklären konnte. Dies könnte allerdings an der sprachlichen Barriere liegen, da Ismaik ja nicht in Englisch kommunizieren will (oder kann?) und im Zuge der Übersetzungen zwischen Deutsch und Arabisch natürlich das eine oder andere nicht transportiert wird.

Wie reagieren BZ und Ismaik auf die Erklärung?

Die – von vielen Löwenfans inzwischen als sehr anstrengend wahrgenommene – mediale Schlacht im Hinblick auf die VR-Wahl geht also offensichtlich weiter. Man darf gespannt sein, ob und wie nun wieder Hasan Ismaik bzw. das “Bündnis Zunkunft 1860”, dessen Mitglied Martin Gräfer das BR-Interview auf Facebook ja als “sehr sehenswert” einstufte, auf die Erklärung reagieren. Wir empfehlen allen Löwenfans – auch den Nicht-Mitgliedern, die am 16. Juni nicht über die Zukunft im TSV 1860 e.V. mit entscheiden dürfen – auf jden Fall die Lektüre der Stellungnahme von Verwaltungsrat und Präsidium.

Ein Wort zum TSV 1860 München: Richard Neudecker

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Von wegen “Stagnation” – Richard Neudecker teilt in unserer Kurzserie “Ein Wort zum TSV 1860 München” seine Gedanken zum neuen Kurs des e.V..

Wo andere Stagnation und gar Rückschritte sehen, sehen wir wirtschaftliche Vernunft, zukunftsfähige, nachhaltige Konzepte und messbaren Fortschritt. Und wir sind nicht allein. Wir haben ehemalige Spieler, die selbst ihre fußballerische Heimat in Giesing haben, aber auch mehr oder weniger prominente Anhänger und Freunde des TSV 1860 München nach ihren Gedanken gefragt.

“Ein Wort zum TSV 1860 München”: Richard Neudecker teilt sechzger.de seine Gedanken mit

„Ich habe die meiste Zeit meiner Jugend bei Sechzig in der Akademie verbracht und bin für diese Erfahrung überaus dankbar. Hier lernst du wie du dich auf und außerhalb des Platzes zu verhalten hast. Neben dem Fußballerischen gehört dazu auch Charaktererziehung wie Bodenständigkeit und respektvolles Verhalten. Für mich sind das Eigenschaften eines Arbeitervereins, die uns hier früh beigebracht wurden. Mir ist das in Fleisch und Blut übergegangen. Den Kurs der jetzigen Vereinsführung, vermehrt auf junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen, finde ich genau richtig. Sechzig hat in der Hinsicht gewaltige Ressourcen und sollte die auch nutzen.“

– Richard Neudecker, Fußballprofi und Ex-1860-Spieler

Foto: (c) Anne Wild

sechzger.de blickt zurück: Scherbenhaufen nach Totalabsturz

Seit dem Sommer 2017, in dem die erste Mannschaft des TSV 1860 München in Folge eines wirtschaftlichen und sportlichen Desasters der aus dem Mutterverein ausgegliederten Profi-Fußballgesellschaft, bis in die Regionalliga Bayern fiel, sind die Vertreter des Muttervereins beharrlich um einen bodenständigeren Kurs bemüht.

Die ökonomischen und strukturellen Problemlagen in der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA waren im Nachwuchsbereich schon zwei Spielzeiten vor dem großen Crash wahrnehmbar gewesen. Zwei Jahre lang blieb die KGaA damals dem gemeinnützigen Verein die vertraglich vereinbarten Ausbildungszuschüsse schuldig. In der Folge mussten Ausbildungsmaßnahmen zurückgefahren werden und zeitgleich mit den Profis stiegen in der Saison 2016/2017 auch die A- und B-Junioren aus der Bundesliga ab.

TSV München von 1860 e.V. trägt die Ausbildung der jungen Talente seit 2017 allein

Seit dem Sommer 2017 trägt der Mutterverein die Ausbildung der Talente finanziell allein. Die ausstehenden Beihilfen wurden nach dem Neubeginn im Rahmen eines Sanierungskonzepts für die überschuldete KGaA gestundet. Der Eintritt zahlreicher Neumitglieder in den Verein versetzte die Verantwortlichen in die Lage, umfangreiche organisatorische, konzeptionelle und ausbildungsspezifische Erneuerungen bei den Junglöwen voranzutreiben.

Das Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 München ist heute wieder eine renommierte Ausbildungsstätte. Sowohl die A-Junioren wie die B-Junioren kehrten sportlich in die Bundesliga  zurück. Zahlreiche Nachwuchstalente konnten für den Einsatz im Profibereich des TSV 1860 München qualifiziert werden. Die Profimannschaft des Klubs verfügt seit vielen Jahren über eine der höchsten Quoten an sogenannten Eigengewächsen im Deutschen Fußball.

Neue Geschäftsführer des TSV 1860 setzen auf die Jugend

Das vom Mutterverein zu Jahresbeginn neu eingesetzte Management der Profi-Fußballgesellschaft (Dr. Christian Werner, Sport/Oliver Mueller, Finanzen) verfolgt einen sportlichen Kurs, der diese Bemühungen für die Zukunft zu einem identitätsstiftenden Merkmal für den TSV 1860 München institutionalisieren will.

Die Presse berichtet darüber: Für Präsident Robert Reisinger war die Verpflichtung von Giannikis, Werner und Mueller diesbezüglich ein Meilenstein. „Wir müssen von unserer Ausbildungsqualität mehr profitieren“, lautet seine alte, in einem Podcast erneuerte Forderung: „Diese Aufgabe ist in meinen Augen absolut wettbewerbsentscheidend. Dafür braucht es Kreativität, strategisches Geschick und einen scharfen Blick für Entwicklungspotenzial. Das scheint jetzt endlich angekommen zu sein.”

 

Kehrtwende? Hasan Ismaik wirbt für e.V.-Merch und kündigt nächstes Benefizspiel an

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Hasan Ismaik hat in seinem jüngsten Video offensiv für das Merchandising des e.V. geworben und sich für ein Benefizspiel stark gemacht.

“Kauft euch dieses T-Shirt”! Ismaik wirbt für e.V.-Shop

Hasan Ismaik posiert in seinem Video auf Social Media vom Dienstag mit einem schwarzen T-Shirt der Boxer auf dem Balkon seiner Suite des Charles Hotel München.

An die Boxer um Ali Cukur gerichtet sagt Ismaik: “Euer Geschenk, dieses wunderschöne T-Shirt, war eine große Geste. Ich mag es sehr und habe es auch gleich angezogen”.

“Ich bitte alle Fans und Mitglieder von 1860, dieses T-Shirt zu kaufen, das ich trage”

“Liebe Fans vergesst nicht, dieses schöne T-Shirt der Boxabteilung zu kaufen”

Die schwarze Version des Boxer-T-Shirts, die Ismaik im Video trägt, ist zwar derzeit nicht erhältlich. Jedoch kann jeder, der eine genau so große Begeisterung für die Boxabteilung entdeckt hat wie Hasan Ismaik, die weiße Version des Textils für 30 Euro im e.V.-Online-Shop erwerben.

Dieser Wandel mutet erstaunlich an. Bislang versuchten Ismaik und dessen Statthalter vor Ort alles, um gegen die Kollektionen des e.V.-Shops vorzugehen. Oder zumindest durch Plagiatismus am Erfolg begehrter Produkte des e.V.-Shops teilzuhaben. Auch Martin Gräfer vom “Bündnis Zukunft 1860” ist der e.V.-Shop ein Dorn im Auge, wie er am Montag beim “Bündnis-Talk” verkündete.

Ismaik wirbt für Benefizspiel zugunsten der Hochwasseropfer

Am Ende des Videos macht sich Ismaik noch für ein Benefizspiel der Löwen zugunsten der Hochwasseropfer stark: “In diesen Tagen sind viele Menschen von der Flut überrascht worden. Wir sind in Gedanken bei euch” und “als 1860 München sind gefordert, euch zu helfen. Wir sollten uns überlegen, dass wir in der Region ein Benefizspiel machen”.

Das Benefizspiel dürfte sich nahtlos in die beiden ebenfalls von Hasan Ismaik in der Vergangenheit angekündigten Benefizspiele einreihen. Beispielhaft sei Benefizspiel zugunsten der Ukraine, das am 56. Juni 2022 vor 0 Zuschauern nicht stattfand.

Oder waren es am Ende alles Übersetzungsfehler?

Fragebogen zur VR-Wahl: Christian Dierl

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Im Hinblick auf die bevorstehende Wahl des neuen Verwaltungsrats im TSV München von 1860 e.V. auf der Mitgliederversammlung am 16. Juni im Zenith) haben wir alle 24 Kandidierenden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Um den wahlberechtigten Mitgliedern (und natürlich auch allen anderen interessierten Löwenfans) die Positionen der zur Wahl stendenen Personen vorzustellen. Erfreulicherweise sind 20 Fragebögen ausgefüllt zurück gesendet worden.
Wir veröffentlichen diese unkommentiert in alphabetischer Reihenfolge. Hier kommt der Fragebogen von Christian Dierl.

Ich bewerbe mich als Verwaltungsrat, weil…

Dierl: …ich der Meinung bin, dass ich durch meine menschlichen Kompetenzen hier sehr gut unterstützen könnte. Kompromisse finden, den Menschen zuhören, Leute überzeugen, sowie motivieren und begeistern – hier kann ich viele Erfahrungen aus meinen bisherigen unternehmerischen und ehrenamtlichen Tätigkeiten einbringen.
Des Weiteren habe ich in den letzten 8 Jahren (u.a. als 2.
Vorsitzender der Unternehmer für Sechzig e.V.) den e.V. und seine Strukturen sehr gut kennen gelernt und würde diese Erfahrungen gerne unterstützend mit einbringen – für den e.V. mit all seinen Abteilungen und vor allem auch für den Jugendfußball, sprich das NLZ. Dabei wurden viele infrastrukturelle Maßnahmen bereits umgesetzt und weitere angestoßen. Hier gilt es am Ball zu bleiben. Ich sehe mich als Mensch der Mitte, der den Verein sehr gut kennt, und deshalb habe ich mich beworben.

Welche Dinge hat der Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren gut gemacht?

Dierl: Mir hat die sachliche, ruhige Arbeit des amtierenden Verwaltungsrates im Hintergrund sehr gut gefallen. Ich weiß auch, dass in all den „stürmischen und unruhigen“ Zeiten des e.V. und innerhalb des Präsidiums, der Verwaltungsrat eine enorm wichtige Stütze für den gesamten Verein war und in ständigem Austausch mit den weiteren Vereinsvertretern, Mitarbeitern und dem Vereins-Management stand. Der Verein blieb daher trotz schwieriger Phasen stets handlungsfähig.

Welche Dinge hätte der Verwaltungsrat besser machen können?

Dierl: Sachliche Arbeit im Hintergrund begrüße ich, wie oben erwähnt, ausdrücklich. Die Mitglieder dieses Gremiums dienen dem Verein und sollen nicht im Mittelpunkt oder der Öffentlichkeit stehen. Jedoch fehlte es mir von Zeit zu Zeit etwas an Informationen was der Verwaltungsrat genau gemacht, und wann er was entschieden oder in die Wege geleitet hat. Hier halte ich ein wenig mehr Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit für sehr wichtig. Im Falle meiner Wahl würde ich dies auf alle Fälle vorantreiben und denke, dass dies auch im Sinne vieler Mitglieder wäre.

Mit welchen Aktivitäten/Projekten haben Sie sich in der Vergangenheit beim TSV 1860 München e.V. bereits eingebracht?

Dierl: Durch meine ehrenamtliche Arbeit bei den Unternehmern für Sechzig konnte ich zusammen mit meinen Vorstands- und Beiratskollegen viele Förderanträge und finanzielle oder materielle Unterstützungen für die einzelnen Abteilungen freigeben. Ein großer Dank gilt hier ausdrücklich allen Mitgliedern der „Uf60“, die hier durch ihre Spende einen wertvollen Beitrag leisten. Das NLZ durfte ich bei der Einführung des Fahrdienstes, bei den Kabarett-Abenden und den Reisen in die Trainingslager unterstützen. Dabei gab es regelmäßige Treffen mit der NLZ-Leitung, wie übrigens auch mit einzelnen Abteilungsleitern oder dem Präsidium. Mit unserem Familienbetrieb haben wir oft ehrenamtlich und ohne Bezahlung unterstützt, u.a. das neue Vereinsheim „Bamboleo“ gestaltet, die Umkleiden und Duschen des NLZ saniert, vor einigen Jahren die Trainingsräume der Boxer in der Auenstraße renoviert und vieles mehr … Maler DIERL ist Firmenmitglied im e.V., stolzer Förderer der Frauenfußballsparte und unterstützt oft unbürokratisch egal wo auch immer Hilfe gefragt ist.

Der Profifußball ist das Aushängeschild von 1860 und traditionell das meistdiskutierte Thema in der Öffentlichkeit. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die KGaA in der nahen Zukunft?

Dierl: Die KGaA, also die Profifußballgesellschaft, sollte mit eigens generierten Mitteln wirtschaften können und muss es eben so schnell wie möglich schaffen, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Dass man jetzt noch mehr auf eigene Talente aus dem NLZ setzt, begrüße ich ausdrücklich. Als gewählter Verwaltungsrat des e.V. könnte und dürfte ich aber nicht in das Tagesgeschäft der KGaA eingreifen, würde aber selbstverständlich, falls gewünscht, beratend zur Seite stehen. Meine Erfahrungen als Vorstandsmitglied der Unternehmer für Sechzig e.V. und mein enger Draht ins NLZ seit vielen Jahren wären hier sicher hilfreich. Die schnellstmögliche Rückkehr in die 2. Liga ist dabei mein größter
Wunsch und mein oberstes Ziel.

Hasan Ismaik ist mit seiner Firma HAM zu 60% an der KGaA beteiligt. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich seit seinem Einstieg schwierig. Was ist Ihr Konzept für eine verbesserte Kommunikation/Zusammenarbeit mit Ismaik bzw. HAM?

Dierl: Man sollte zuerst intern eine Strategie in Sachen Kommunikation absprechen. Für den e.V. sollte ausschließlich der Präsident sprechen, für die KGaA die beiden Geschäftsführer, für den Aufsichtsrat der Vorsitzende bzw. in Absprache dessen Stellvertreter. Außerdem wäre es zuerst einmal zielführend und ausreichend, wenn man die vereinbarten Grundsätze und im Kooperationsvertrag festgehaltenen Prozesse einhält. Auch hier gilt, dass ich, falls gewünscht, nur beraten könnte. Der Verwaltungsrat kann bzw. darf hier nicht operativ eingreifen.

Die KGaA ist nach wie vor bilanziell überschuldet. Mit welchen Maßnahmen würden Sie die Entschuldung unter Einhaltung der Regularien von DFB/DFL vorantreiben?

Dierl: Meiner Meinung nach kann eine Entschuldung nur in Abstimmung und mit Zustimmung der HAM erfolgen. Wie vorher schon erwähnt, kann ich im Falle meiner Wahl in den Verwaltungsrat des e.V. hier nur beratend zur Seite stehen, wenn dies gewünscht ist. Denn es ist meiner Meinung nach nicht die Aufgabe dieses Gremiums hier Konzepte zu entwickeln.

Die Situation um einen Ausbau des Grünwalder Stadions bzw. einen Neubau stockt seit einiger Zeit. Welche Stadionlösung schwebt Ihnen vor?

Dierl: Mein Wunsch und mein Bestreben ist eine finanziell tragfähige und wirtschaftliche Lösung für die KGaA am Standort Giesing, also im Grünwalder Stadion. Dies alles unter Berücksichtigung des Bedarfs in Sachen Zuschauerkapazität, Business-Seats, Logen, usw. Sollte es hier jedoch keine sinnvolle Lösung geben, muss man sich natürlich über Alternativen Gedanken machen.

Welche Abteilungen liegen Ihnen außer dem Fußball noch besonders am Herzen und warum?

Dierl: Ich durfte die letzten Jahre viele Abteilungen näher kennen lernen, Jede Abteilung ist wichtig und überall wird hervorragende Arbeit geleistet, oft auch mit Kindern und Jugendlichen. Ich möchte keine Abteilung explizit hervorheben, aber die Förderung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen liegt mir sehr am Herzen. Meine Zweit-Mitgliedschaft (neben der Fußball-Abteilung) ist in der Sparte Turn- und Freizeitsport, und hier ist mein Ziel zusammen mit dem „Löwenrudel“ Anfang Oktober in München meinen 1. Halbmarathon zu laufen. Mit dem Löwen auf der Brust…, darauf freue ich mich sehr…!

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitteilen?

Dierl: Der TSV 1860 München ist natürlich Profifußball, dieser ist das Aushängeschild und das ist auch gut so. Jedoch kann ich allen Löwinnen und Löwen nur empfehlen, den Verein mit all seinen Abteilungen und Facetten kennen zu lernen. Eine aktive Teilnahme am Vereinsleben des TSV 1860 München e.V. macht Spaß und lohnt sich. Ich bin mit Herzblut und Leidenschaft ein Teil davon.

Bisher veröffentlichte Fragebögen der Verwaltungsrats-Kandidaten:

Thomas Baudisch
Robert von Bennigsen