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Sechzig um Sieben: Personalupdate beim TSV 1860 München

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Sechzig um Sieben beim TSV 1860 München

Nach einigen Tagen Pause gab es rund um Niklas Lang, Milos Cocic & Co. gestern ein großes Personalupdate von der Grünwalder Straße. Ansonsten beherrscht natürlich weiterhin der Wahlkampf die Medien und so auch die Berichterstattung bei sechzger.de. Die ersten beiden Fragebögen gingen gestern online und die ein oder andere Aussage von Hasan Ismaik ging auf den Prüfstand. Abschließend gibt es zudem den gewohnten Blick auf die Konkurrenz in der 3.Liga.

Fragebögen Thomas Baudisch & Robert von Bennigsen

Am gestrigen Tag ging es los mit den ersten beiden Fragebögen bei sechzger.de. Da die Veröffentlichungen in alphabetischer Reihenfolge vorgenommen werden, waren Thomas Baudisch und Robert von Bennigsen die ersten beiden Kandidaten. Im Laufe des heutigen Tages folgen Nummer 3 und 4.

Personalupdate bei den Löwen: Niki Lang nach Sandhausen

Lange hörte man nichts mehr vom Fußball selbst – seien es Neuzugänge oder Spieler, die den TSV 1860 München verlassen werden. Gestern nun gab es mit fünf Akteuren gleich ein großes Personalupdate von der Grünwalder Straße. Erste Meldung: Milos Cocic verabschiedete sich aus Giesing und schloss sich dem FV Illertissen an. Im Übrigen gibt es in Illertissen Überlegungen, in der kommenden Spielzeit eine Lizenz für die 3.Liga zu beantragen.

Die zweite Meldung betraf dann den nächsten Abgang. Niklas Lang, der nach einer Leihe zum SC Freiburg II wieder für die Löwen hätte auflaufen sollen, schließt sich in der kommenden Spielzeit dem SV Sandhausen an. Da der Junglöwe noch einen Vertrag bis 2026 beim TSV 1860 hatte, dürfte der Wechsel nicht ohne eine Ablösesumme über die Bühne gegangen sein.

Abschließend gab es dann noch die erfreuliche Meldung, dass drei eigene Nachwuchsspieler von Trainer Argirios Giannikis in den Profikader berufen wurden. Namentlich sind dies Erion Avdija, Sean Dulic und Raphael Ott. Sie dürfen sich also ab der Spielzeit 2024/25 in der 3.Liga beweisen.

Ismaik verwundert über Zustände bei Boxern des TSV 1860

Hasan Ismaik ist weiter ungewohnt stark in der Öffentlichkeit präsent und trifft dabei auf weitere Löwenfans. Gestern nun äußerte er sich zu einem Treffen mit Vertretern der Box-Abteilung. Ismaik zeigte sich überrascht von den Bedingungen, unter denen die Sportler der Löwen tätig sind. Eine neue Halle sei der Abteilung vom Verein schon lange versprochen worden, scheitere aber an finanziellen Aspekten. Der Jordanier sagte seine Unterstützung zu – aber wie gewohnt nur für den Fall, dass sich am 16.Juni etwas ändert. Dass der Bau einer neuen Turnhalle auf dem Trainingsgelände lediglich an der Zusage Ismaiks scheitert, verschwieg er in seinem Statement allerdings.

Ärmelsponsoring 2017: Unerfüllbare Forderungen

Eine weitere Aussage, die in den letzten Tagen zu vielen Diskussionen führte, hat mit dem “Schwarzen Freitag” bei den Löwen zu tun. Der Doppelabstieg in die Regionalliga beschäftigt den TSV 1860 München also bis heute noch. Ismaik gab unter anderem im Gespräch mit sechzger.de zu Protokoll, dass es durchaus die Chance auf eine Rettung der Löwen gegeben hätte. Doch Recherchen in ehemaligen Artikeln zeigen auf, dass dies offensichtlich nicht der Wahrheit entspricht.

Peter Kreuter zieht Kandidatur für Verwaltungsrat zurück

Für die in 11 Tagen stattfindende Wahl des Verwaltungsrates gibt es einen Kandidaten weniger. Wie Peter Kreuter mitgeteilt hat, steht er für das Amt nicht mehr zur Verfügung. Grund dafür ist die aktuelle Überschwemmung, von der Kreuter persönlich stark betroffen ist und nun seine gesamte Energie verständlicherweise in die Aufräumarbeiten stecken muss. sechzger.de bedankt sich für die grundsätzliche Bereitschaft, ein Ehrenamt bei den Löwen auszuüben und wünscht viel Kraft in der nächsten Zeit.

Satzungsserie: Hertha BSC

Im bislang letzten Teil der Satzungsserie ging es um den Zweitligisten Hertha BSC aus der Bundeshauptstadt. Auch dort werden die ordentlichen Mitgliederversammlungen (es gibt sogar zwei pro Jahr) in Präsenz abgehalten. Interessante Unterschiede gibt es bei der Besetzung des Präsidiums. Zum einen schlagen die Mitglieder mögliche Kandidaten selber vor, zum anderen ist das Gremium bei Hertha BSC deutlich größer.

Ein Wort zum TSV 1860: Michael Schrodi

Außerdem ging gestern ein weiteres Statement zur neuen Serie “Ein Wort zum TSV 1860 München” online. Darin äußerte sich Michael Schrodi, der Mitglied im Deutschen Bundestag und Gründer des Fanclubs Bundestagslöwen ist. Er freut sich vor allem darauf, dass wieder vermehrt auf die eigene Jugend gesetzt werden soll.

News aus der 3.Liga

Planungen von Hannover 96 II nach dem Aufstieg

Wirklich damit gerechnet hat in Hannover wohl niemand damit, dass die zweite Mannschaft in der kommenden Spielzeit in der 3.Liga an den Start gehen wird. Dennoch setzte sich der Nachwuchs des Zweitligisten gegen die Würzburger Kickers durch und trifft damit in der Saison 2024/25 zwei Mal auf die Löwen. liga3-online hat dabei einen Blick auf die wichtigsten Planungen für Hannover 96 II geworfen. Unter anderem sollen die Spiele im Eilenriedestadion stattfinden – Voraussetzung ist dafür zunächst aber noch ein Umbau.

Auswertung der Anstoßzeiten in der Saison 2023/24

Außerdem gibt es eine interessante Statistik auf dem Portal, das über alle Drittligisten berichtet. Ausgewertet wurden alle Anstoßzeiten der Saison 2023/24. Dabei zeigt sich unter anderem, dass Erzgebirge Aue und der SC Freiburg II je sechs Mal an einem Sonntagabend um 19:30 Uhr ran mussten. Die Löwen erwischte es im Vergleich mit den anderen Vereinen am häufigsten am Samstagnachmittag (16:30 Uhr).

Niki Lang wechselt zum SV Sandhausen

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Niklas Niki Lang TSV 1860

Zu den 13 Abgängen, die vor dem letzten Saisonspiel gegen Arminia Bielefeld verabschiedet wurden, gesellt sich ein weiterer: Innenverteidiger Niki Lang wird den TSV 1860 München verlassen und zum SV Sandhausen wechseln.

Niki Lang schließt sich dem SV Sandhausen an

Das weiß-blaue Eigengewächs war in der Rückrunde an den SC Freiburg II verliehen. Dort wurde der 21-Jährige 13 Mal eingesetzt. Für die Löwen stand der gebürtige Starnberger insgesamt 71 Mal auf dem Feld. Sein einziges Tor für 1860 erzielte Lang beim 3:2-Auswärtssieg in Saarbrücken. Bei seinem Treffer wurde Lang am Kopf getroffen und blieb minutenlang benommen auf dem Rasen liegen. Für die kommenden zwei Saisons wird Lang nun für den SV Sandhausen auflaufen, der sicherlich wieder mit hohen Ambitionen in die neue Saison starten wird.

“Mein Herz habt Ihr für immer”

Niki Lang verabschiedete sich mit emotionalen Worten aus Giesing: „Macht es gut, Löwen, Münchens große Liebe. Mein Herz habt Ihr für immer.“ „Niklas Lang hat sich während seiner Zeit bei den Löwen kontinuierlich weiterentwickelt und stets vollen Einsatz für die Mannschaft gezeigt“, sagte Dr. Christian Werner. „Wir wünschen ihm für seine Zukunft nur das Beste.“

Cocic wechselt zum FV Illertissen

Ebenso wurde heute bekannt, dass Mittelfeldspieler Milos Cocic, dessen Abgang schon länger feststand, kommende Saison für den FV Illertissen auflaufen wird. Cocic stand für den TSV 1860 München zehn Mal in der dritten Liga auf dem Platz, konnte sich aber trotz hervorragender technischer Anlagen nicht durchsetzen. Nun wird er in Illertissen einen neuen Anlauf nehmen.

Trio rückt zu den Profis auf

Weiterhin informierte 1860, dass drei Talente aus dem NLZ nächste Saison eine Chance im Profikader bekommen. Die Talente Erion Avdija, Sean Dulic und Raphael Ott rücken von der U21 bzw. der U19 zu den Profis auf. Torwart Erion Avdija durfte bereits 2023 ins Wintertrainingslager nach Belek mitreisen. Der 19-Jährige freute sich über seine Beförderung: “Dass ich diesen Schritt in meiner Karriere gehen darf, bedeutet mir sehr viel.“ Innenverteidiger Dulic feiert morgen seinen 19. Geburtstag und war in der abgelaufenen Saison Kapitän der U19, kam aber bereits in der U21 zu einigen Einsätzen. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, freute sich Dulic über seine Berufung.

Ott kommt mit der Empfehlung von 10 Toren in der U19-Bundesliga

Stürmer Raphael Ott komplettiert das Trio. Er ging in der Saison 23/24 für die U19 in der Junioren-Bundesliga auf Torejagd und erzielte zehn Treffer. „Es ist eine immense Ehre, für meinen Herzensverein spielen zu dürfen, und ich werde mein Bestes geben, um die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen”, äußerte sich Ott.

Sechzger.de wünscht Niki Lang in Sandhausen und Milos Cocic in Illertissen alles Gute! Den drei Nachwuchsspielern gratulieren wir zur “Beförderung” und hoffen, dass Sie uns im Sechzgerstadion und auf Auswärtsspielen viel Freude bereiten.

Ismaik knüpfte das Ärmelsponsoring 2017 an unerfüllbare Bedingungen

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Tsv 1860 Vertrag Verträge

Hasan Ismaik hat im “BR” dargelegt, dass er nach dem sportlichen Abstieg in die Dritte Liga 2017 dem Verein ein Ärmelsponsoring für die Lizenz der Dritten Liga in Höhe von 11 Millionen Euro angeboten hätte, der Verein dies jedoch ignoriert habe – das stimmt so nicht, wie unsere Recherchen ergeben.

Sportlicher Absturz in die Dritte Liga

Am 30. Mai 2017 gegen 20:30 Uhr war es amtlich: nach einem 0:2 gegen Jahn Regensburg stieg der TSV 1860 München sportlich in die Dritte Liga ab. Eine überteuerte, planlos zusammengewürfelte und blutleere Truppe unter dem portugiesischen Coach Vitor Pereira, finanziert durch ca. 22 Millionen Euro Schulden bei HAM International Ltd., ließ die Löwen in den Abgrund taumeln. Doch mit dem sportlichen Abstieg war das Ende der schlechten Nachrichten noch nicht erreicht.

Es fehlten 10 Millionen Euro für die Drittliga-Lizenz

Aufgrund der massiven Verschuldung waren die Kassen beim TSV 1860 erneut leer. Ex-Präsident Peter Casalette, mitverantwortlich für das sportliche und wirtschaftliche Desaster, hatte sich noch mit dem Relegationsrückspiel aus dem Staub gemacht. Hinterlassen wurde ein Scherbenhaufen gigantischen Ausmaßes. Um die Lizenz für die Dritte Liga zu erhalten, war eine Zahlung von ca. 10 Millionen Euro fällig, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete: “Bis Freitag, 15.30 Uhr, muss der TSV dem Vernehmen nach etwa zehn Millionen Euro bezahlen, um vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Startberechtigung für die 3. Liga zu erhalten. “Wenn die Bedingungen nicht erfüllt werden, gibt es keine Lizenz”, stellte Rainer Koch als DFB-Vizepräsident und Chef des Bayerischen Fußball-Verbands klar.”

Ismaik stellt Ärmelsponsoring unter unerfüllbare Bedingungen

Hasan Ismaik bot dem Verein infolgedessen ein Ärmelsponsoring in Höhe von 11 Millionen Euro an. Jedoch knüpfte er dieses an unerfüllbare, gegen Verbandsstatuten verstoßende Bedingungen: “Demnach soll der Investor gefordert haben, dass der TSV München von 1860 e.V. Weisungsbefugnis und Veto-Recht gegenüber der KGaA, also Ismaik, abgebe.”

Dies berichtete auch der “Kicker”: “Geldgeber Ismaik aber soll in einem Brief von seinem Anwalt sechs Forderungen gestellt haben – zum Beispiel die partielle Abschaffung des Weisungsrechts des e.V. an den KGaA-Geschäftsführer – was strikt gegen geltende Regularien der Bundesliga (DFL) verstoßen würde.”

Die Vize-Präsidenten Sitzberger und Schmidt stellten klar, dass die Bedingungen, die Ismaik stellte, nicht erfüllbar seien: Ismaik habe “sein finanzielles Engagement zur Erfüllung der Lizenzbedingungen (…) an eine Reihe von Forderungen geknüpft, die der Verein aus rechtlichen und organisatorischen Gründen in der gewünschten Form nicht erfüllen kann”.

Auch die DFL legte deutlich dar, dass Ismaiks Forderungen gegen die “50+1-Regel” verstießen, wie die “Süddeutsche Zeitung” den Verband 2017 zitierte: “Im entscheidenden Punkt erteilte die DFL Ismaiks Forderungen eine klare Absage. Der Investor befürchtete, dass der e. V. sein Weisungsrecht an den Geschäftsführer nutzten könne, um daraus einen Vorteil zu erlangen, und wollte es daher teilweise abschaffen […] Es entstehe “ein Widerspruch zu der 50+1 Regel, falls (…) typische und gewöhnliche Geschäfte der Zustimmung des Aufsichtsrats der KGaA bedürfen sollten”.

Laut “Welt” stellte Ismaik die Forderungen bereits vor dem Relegationsspiel

Die “Welt” berichtete 2017, dass Ismaik die oben geschilderten, unerfüllbaren Forderungen bereits am 24. Mai, also vor dem Relegations-Rückspiel gegen Jahn Regensburg, gestellt hatte. Ismaik stellte seine Forderungen also auch für einen eventuellen Verbleib in der 2. Bundesliga, für welchen satte 23,1 Millionen Euro fällig gewesen wären. Die “Welt” berichtet wie folgt von dem Schreiben von Ismaiks Anwälten an den e.V.:

“Es folgen sechs Forderungen – teils unerfüllbare – als Gegenleistung für das Geld. Darunter die partielle Abschaffung des Weisungsrechts des e. V. an den KGaA-Geschäftsführer, was ein Verstoß gegen Regularien der DFL wäre. Die Forderung nach Eingliederung der A-Jugend in die KGaA läuft ins Leere, da diese Forderung längst Realität ist. Eine andere Forderung brächte Ismaik noch mehr Kompetenzen. Der e. V. antwortete, dass er grundsätzlich zur Erfüllung bereit sei, aber auf die Zustimmung der DFL und die Mitarbeit der KGaA angewiesen sei.”

Obgleich die Vereinsvertreter Ismaik Entgegenkommen signalisierten, jedoch die notwendigen Entscheidungen der DFL hierzu abwarten wollten und mussten, setzte Ismaik dem e.V. die sprichwörtliche Pistole auf die Brust:

„Bitte sehen Sie davon ab, weiter mit mir zu korrespondieren, sofern Sie nicht die vollständige und bedingungslose Bestätigung haben, dass sämtliche Bedingungen aus meinem Brief fristgemäß erfüllt werden.”

Weshalb Anthony Power und Yahya Ismaik “stundenlang” auf dem Trainingsgelände auf die e.V.-Vertreter gewartet haben sollen, wie Ismaik gegenüber sechzger.de am Samstag erzählte, weiß wohl nur er.

Gegenüber sechzger.de versprach Ismaik im Übrigen die von ihm genannten schriftlichen Nachweise über das damalige 11 Millionen Euro Ärmelsponsoring. Leider hat er dieser Ankündigung keine Taten folgen lassen.

Alles Fake News?

Ismaiks neueste Behauptungen sind zwar nicht per se falsch (das Angebot eines Ärmelsponsorings gab es schließlich tatsächlich), jedoch in grobem Maße unvollständig und erwecken beim Fan den völlig falschen Eindruck eines wohltätigen Samariters, dessen großherzige Gabe in höchster Not von den bösen e.V.-Vertretern nicht angenommen wurde. Dass Ismaik schlichtweg versucht haben soll, den e.V. zu erpressen, um die volle Macht und Kontrolle durch Aushebung von 50+1 zu erhalten, scheint der Jordanier vergessen zu haben. 

Es ist wichtig, dass die Fans des TSV 1860 München – insbesondere im Wahlkampf kurz vor der Mitgliederversammlung – vollständig, wahrheitsgemäß und mit Quellen belegt aufgeklärt werden.

Wir werden auch die weiteren Aussagen Ismaiks in den nächsten Tagen unter die Lupe nehmen und bei Bedarf quellenbasiert widerlegen.

 

Die Satzungs-Serie von sechzger.de: Hertha BSC

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TSV 1860 Trikot Retro

Die Satzung des TSV München von 1860 e.V. wird in Kommentarbereichen kommerzieller Boulevardblogs gerne als undemokratisch bezeichnet. Sechzger.de wagt eine Vergleichsreihe.

Satzung des TSV 1860 wird vielfach kritisiert

Keine Briefwahl, keine Onlineversammlung, keine unbeschränkte Kandidatenauswahl bei der Präsidiumswahl. Das Wehklagen in einschlägigen Blogs rund um den TSV 1860 ist groß, wenn es um die Vereinssatzung geht. Insbesondere vor der anstehenden Mitgliederversammlung treten vermehrt Versuche auf, der “Verfassung” des Vereins die Existenzberechtigung abzusprechen und diese in ein schlechtes Licht zu rücken.

So äußerte sich Verwaltungsratskandidat Klaus Lutz, der jüngst 1860-Fans als “Abschaum” und “Idioten” bezeichnet hatte, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung wie folgt: “Ich (…) bin an manchen Stellen schon verwundert. Was ich hier feststelle, hat mit einer vereinsrechtlich demokratischen Ausrichtung wenig zu tun. (…)

Ist die Kritik berechtigt?

Kritik ohne Faktengrundlage ist man beim TSV 1860 von einigen Seiten leider inzwischen gewöhnt. Umso wichtiger ist es, diesen fundiert auf den Grund zu gehen. Denn die Mitglieder unseres Vereins dürfte durchaus interessieren: ist unsere Satzung wirklich “undemokratisch”?

Wir haben uns die Satzungen diverser Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga vorgenommen und werden diese in einer eigenen Reihe – immer dienstags und donnerstags – auf sechzger.de vorstellen. Stichpunktartig wird unser Fokus auf der Zusammensetzung der Vereinsgremien, deren Berufung in die jeweiligen Ämter, Online-Versammlungen und Mehrheits-Erfordernisse bei Abstimmungen liegen. Wir beginnen mit dem TSV München von 1860 e.V.

Was wir schon verraten können: von den bisher 6 verglichenen Satzungen weist die des TSV München von 1860 e.V. die höchste Direktbeteiligung der Vereinsmitglieder auf.

Es folgen (vorerst) in der Gegenüberstellung:

Die Satzung von Hertha BSC in der Übersicht

Volltext der Satzung von Hertha BSC

Organe (Auszug)

Die Mitgliederversammlung

Das Präsidium:

  • Mindestens 7 und höchstens 9 Präsidiumsmitglieder

Der Aufsichtsrat:

  • Besteht aus 5 Mitgliedern, die von der Mitgliederversammlung gewählt werden

Der Revisionsausschuss:

  • Besteht aus 4 Mitgliedern, die für 4 Jahre von der Mitgliederversammlung gewählt werden
  • Prüft Konten und Kassen, schlägt Gremienmitglieder für Entlastungen vor, kann außerordentliche Mitgliederversammlungen beim Vereinsgericht beantragen

Der Ältestenrat

  • Besteht aus mindestens 5 und höchstens 7 Mitgliedern, die mindestens 15 Jahre ohne Unterbrechung Vereinsmitglieder gewesen sein müssen und auf Vorschlag des Präsidiums von der Mitgliederversammlung gewählt werden
  • Regelt u.a. Streitigkeiten zwischen Mitgliedern

Das Vereinsgericht

  • Besteht aus einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern, sowie 3 Stellvertretern
  • Ist so etwas wie die “Gerichtsbarkeit” des Vereins, behandelt entsprechende Anträge
  • Kann außerordentliche Mitgliederversammlugnen auf Antrag des Revisionsausschusses einberufen
  • Kann Mitgliederversammlungen einberufen, wenn das Präsidium dies versäumt

Mehrheiten:

¾ Mehrheit bei Satzungsänderungen (entspricht § 33 Abs. 1 BGB)

 

Wahl des Vorstands/Präsidiums:

Jedes Ordentliche Mitglied kann einen oder mehrere Kandidaten zur Präsidentschaftswahl vorschlagen. Zulassungsfähig sind nur Personen, die keine rechtskräftige Verurteilung innerhalb der letzten fünf Jahre wegen einer Insolvenzstraftat, wegen Betrugs oder Untreue vorweisen. Der Aufsichtsrat prüft eingegangene Vorschläge und schlägt dann der Mitgliederversammlung die “geeigneten” Personen aus der Vorschlagsliste zur Wahl vor.

 

Besonderheiten:

Die Hertha hält pro Jahr 2 Ordentliche Mitgliederversammlungen ab.

Das Präsidium besteht aus einer Vielzahl von Personen (7-9), sodass die Mitglieder in der Wahl ein breit gefächertes Gremium aufstellen können.

 

Key facts:

    • Wahl des Präsidiums durch die Mitgliederversammlung, vorherige Kandidaturprüfung durch Aufsichtsrat
    • Wahl des Ältestenrats nur auf Vorschlag des Präsidiums

Online-Mitgliederversammlung

Nicht vorgesehen, die Satzung spricht von “anwesenden Mitgliedern”

 

Gegenüberstellung zur Satzung des TSV München von 1860 e.V.

Die Mitglieder der Hertha können Kandidaten für das große Präsidium (7-9 Personen) selbst vorschlagen, der Aufsichtsrat prüft alle eingegangenen Kandidaturen auf die formellen Voraussetzungen und Eignung und schlägt die zugelassenen Kandidaturen der Mitgliedeversammlung zur Wahl vor.

Angewandt auf den TSV 1860 würde dies bedeuten, dass der Verwaltungsrat, der der Mitgliederversammlung das Präsidium zur Wahl vorschlägt, die Kandidaturen für das Präsidium von den Mitgliedern entgegennehmen und prüfen müsste, die Zulassung jedoch nicht auf eine Person pro Amt beschränken müsste.

Fragebogen zur VR-Wahl: Robert von Bennigsen

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Im Hinblick auf die bevorstehende Wahl des neuen Verwaltungsrats im TSV München von 1860 e.V. auf der Mitgliederversammlung am 16. Juni im Zenith) haben wir alle 24 Kandidierenden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Um den wahlberechtigten Mitgliedern (und natürlich auch allen anderen interessierten Löwenfans) die Positionen der zur Wahl stendenen Personen vorzustellen. Erfreulicherweise sind 20 Fragebögen ausgefüllt zurück gesendet worden.
Wir veröffentlichen diese unkommentiert in alphabetischer Reihenfolge. Hier kommt der Fragebogen von Robert von Bennigsen.

Ich bewerbe mich als Verwaltungsrat, weil…

von Bennigsen: …ich die vor Jahren begonnene Stabilisierung und Weiterentwicklung des e.V. als noch nicht abgeschlossen betrachte und weiter mitwirken will, seine Strukturen weiter zu verbessern, das bestehende Sportangebot für mehr Münchner und Bürger der angrenzenden Region zu verbreitern und attraktiver zu machen. Dies können Verwaltungsräte, die ein Herz für den Breitensport-Verein haben, in dem Menschen aller Hautfarben, Geschlechter und auch mit Beeinträchtigungen Angebote finden, gemeinsam Spaß haben, eine Gemeinschaft formen und eine weitere Heimat finden. Der Profisport hat dabei die überragende Rolle, den Verein zusätzlich bekannt zu machen und zu unterstützen. Meine Erfahrungen als Verwaltungsrat will ich dazu gerne weiter einbringen.

Welche Dinge hat der Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren gut gemacht?

von Bennigsen: Der bisherige Verwaltungsrat hat dazu bereits maßgeblich beigetragen. Er hat die Gemeinnützigkeit gesichert sowie die finanzielle Unabhängigkeit des e.V. von der KGaA erreicht und so die Gefahr gebannt, in einen Strudel einer Insolvenz der KGaA hineingezogen zu werden. Er hat zusammen mit dem Präsidium und den Abteilungsleitern und allen Mitarbeitern des e.V. die Grundlagen für Rekordmitgliederzahlen geschafft und das Angebot um attraktive Sportarten erweitert.

Außerdem hat es der Verwaltungsrat geschafft, endlich sachlich, ruhig und konsequent, verschwiegen und in größtem Einvernehmen zu arbeiten. Er hat die Informationen seiner Vertreter in den Gremien der KGaA über die dortigen Vorgänge vertraulich behandelt, nicht an die Öffentlichkeit getragen und die Entscheidungen – soweit dafür zuständig – in großer Geschlossenheit getroffen. Dies gilt auch für seine Kontroll- und Beratungsfunktion für die aus dem e.V. dort in Gremien tätigen Personen.

Welche Dinge hätte der Verwaltungsrat besser machen können?

von Bennigsen: Wenn noch die Entscheidung, 2011 einen Mitgesellschafter aufzunehmen, wegen der drohenden Insolvenz auch für den e.V. richtig und alternativlos war, so war es ein Fehler, in der Folgezeit dem Mitgesellschafter nicht noch entschlossener entgegengetreten zu sein, um die heutige wirtschaftliche Lage der KGaA und die Zerrissenheit unseres Umfelds zu verhindern. Die Vorgehensweise des Mitgesellschafters u.a. in der Saison 2016/17 und sein Auftreten und das seiner Vertreter, die auch sonst in ihrer Form nicht zu unserem Löwenumfeld passen, darauf haben wir leider keinen Einfluss.

Was die Interessen des e.V. betrifft, haben wir unsere Aufsichts- und Kontrollfunktionen stets umsichtig ausgeübt. Ich persönlich hätte mir dabei mehr Transparenz für die Vereinsöffentlichkeit gewünscht. Durch den Kooperationsvertrag war dies aber nicht so einfach möglich.

Mit welchen Aktivitäten/Projekten haben Sie sich in der Vergangenheit beim TSV 1860 München e.V. bereits eingebracht?

von Bennigsen: Vor und nach Beginn meiner Aufsichts-/Verwaltungsratstätigkeiten habe ich an der Begebung der Fananleihe mitgewirkt und habe für das e.V.-Präsidium die Konzeption einer Großspenden-Kampagne entwickelt sowie in deren Auftrag ein Projekt vorbereitet, das in Bayern Schul- und Vereinskooperationen zum Ziel hatte. Die Vorlagen für die beiden letzteren können jederzeit umgesetzt werden.

Ich habe die Inklusionssportabteilung initiiert und zu realisieren geholfen. Außerdem habe ich mitgeholfen, einen ständig erneuerten umfassenden Manager-Versicherungsschutz für die im Verein tätigen Präsidenten, Verwaltungsräte und weitere Verantwortlichen zu schaffen, damit sie in ihrer Funktion wenig Sorgen haben müssen, wegen angeblich schuldhafter Pflichtverletzungen auf Schadenersatz in Anspruch genommen zu werden.

Schließlich habe ich mit dem Präsidenten einen Plan erarbeitet, mit dessen Hilfe die Profifußballer mit neuen bayerischen Investoren realistisch das Ziel der wirtschaftlichen Gesundung und des Aufstiegs erreichen können. Dabei wäre es ein Weg, der auch unserem gegenwärtigen Mitgesellschafter einen gesichtswahrenden Rückzug ermöglichen würde. Teile dieses Plans werden nun vom Bündnis Zukunft als deren Idee verkauft, was mich ärgert.

Der Profifußball ist das Aushängeschild von 1860 und traditionell das meistdiskutierte Thema in der Öffentlichkeit. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die KGaA in der nahen Zukunft?

von Bennigsen: Nach der Satzung des e.V. und den entsprechenden Corporate Governance Regelungen obliegen die operativen Aufgaben in der KGaA den Geschäftsführern und deren Aufsichtsgremien. Als Verwaltungsräte sind wir nur zu Kontroll- und Aufsichtstätigkeiten berechtigt.

Aber natürlich ist es grundsätzlich in unserem Interesse, dass die KGaA wirtschaftlich wie ein kluger Kaufmann handelt. Ich persönlich habe eine Aversion gegen Großmannssucht und bin dagegen, dass man Geld ausgibt, dass man sich leihen muss und voraussichtlich nicht zurückzahlen kann. Oder dass man, wenn dann doch der wirtschaftliche Erfolg einsetzt, jahrzehntelang Rechte aus Genussscheinen bedienen muss, ohne dass der e.V. etwas davon hat.

Hasan Ismaik ist mit seiner Firma HAM zu 60% an der KGaA beteiligt. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich seit seinem Einstieg schwierig. Was ist Ihr Konzept für eine verbesserte Kommunikation/Zusammenarbeit mit Ismaik bzw. HAM?

von Bennigsen: Als Verwaltungsrat sind uns hier operativ die Hände gebunden. Das ist Sache der Geschäftsführung und des Präsidiums.

Persönlich habe ich auch kein Verbesserungs-Konzept. Schaue ich auf die diversen Versuche der Jahre seit 2012 zurück, dann habe ich keine Hoffnung und persönlich keinen Willen dazu mehr. Es herrscht einfach ein viel zu krasser Unterschied in den Ansichten, was zu unserem Verein passt. Maybach-Limousinen auf dem Trainingsgelände, die Wahl der bei uns vertretungsweise tätigen Personen, Englisch als Geschäftssprache auf der Geschäftsstelle und protzige Zigarren-Auftritte sind nichts für uns als Löwen, weder heute noch früher. Bescheidenheit und die zurückgenommene, vertrauliche Kooperation der Gesellschafter untereinander, die ich mir wünsche, sind meines Erachtens in dieser Konstellation nicht zu erreichen.

Die KGaA ist nach wie vor bilanziell überschuldet. Mit welchen Maßnahmen würden Sie die Entschuldung unter Einhaltung der Regularien von DFB/DFL vorantreiben?

von Bennigsen: Der seit 2017 eingeschlagene Weg ist richtig und sollte konsequent fortgeführt werden. Nur das ausgeben, was man eingenommen hat, ohne sich weiter zu verschulden. Andere Vereine, die in die zweite Liga aufgestiegen sind, haben das erfolgreich vorgeführt. Darauf werde ich, falls ich wiedergewählt werde, auch – soweit das in der Macht des Verwaltungsrats steht – besonders achten.

Die Situation um einen Ausbau des Grünwalder Stadions bzw. einen Neubau stockt seit einiger Zeit. Welche Stadionlösung schwebt Ihnen vor?

von Bennigsen: Ich liebe das Grünwalder Stadion, ein Stadion inmitten eines belebten Stadtteils, umgeben von Plätzen der Fans, von Kneipen und Treffpunkten, mit dem neuen Vereinsheim Bamboleo in der Nähe. Die Möglichkeiten, dieses altehrwürdige Stadion zu erweitern, sind noch lange nicht ausgeschöpft. Und was es für das Image des Vereins und der KGaA, für den Zusammenhalt der Fanszene und für die Stimmung bedeutet, zeigen die unzähligen innerstädtischen Stadien in Europa.

Im Übrigen: Wenn sich die operativ Verantwortlichen doch dazu entscheiden, ein neues Stadion zu planen und zu realisieren, ist es mein klarer Wunsch, dass der e.V. an den Einnahmen aus dem Stadionbetrieb beteiligt wird. Für diese Forderung werde ich nachhaltig eintreten!

Welche Abteilungen liegen Ihnen außer dem Fußball noch besonders am Herzen und warum?

von Bennigsen: Ich bin als Initiator der Inklusionsabteilung froh über das große Engagement von Heinz Schmidt, dem Abteilungsleiter, der mit seinen Kindern sportlich große Erfolge erzielt, vor allem aber ein zweites Zuhause für seine Kinder und Jugendlichen mit Einschränkungen aller Art erzeugt, die bewundernswert ist. Ich verfolge die Aktivitäten mit großem Interesse. Da ich in meiner Kindheit und Jugend in den Chiemgauer Bergen viel Bergwanderungen gemacht habe, liegt mir auch die Bergsportabteilung um Willi Rieber und den „Baumeister“ Ludger Kunert besonders am Herzen. Die Geschichtsabteilung, deren Gründungsmitglied ich auch bin, zählt zu meinen besonderen Interessen, auch wenn ich dort derzeit wenig beitragen kann. Und schließlich natürlich die Fußballabteilung, in der ich seit 1991 Mitglied bin.

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitteilen?

von Bennigsen: Ich bin bekanntlich ein erklärter Gegner der gegenwärtigen Gesellschafterstruktur bei der KGaA und wünsche mir bei unserem Mitgesellschafter endlich Vernunft und Einsicht, dass sein Weg ein Irrweg ist und er sich auf die Rolle eines stillen Gesellschafters zurückzieht. Wir wollen und werden nur in einer anderen Konstellation und mit anderen bodenständigen, Münchner und bayerischen Gesellschaftern, und nur mit einem soliden, nachhaltigen, allmählichen Vorgehen Erfolg haben. Das kommt ihm dann auch zugute.

Bisher veröffentlichte Fragebögen der Verwaltungsrats-Kandidaten:

Thomas Baudisch

TSV 1860 Senioren B mit Remis gegen FC Dreistern Neutrudering

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Senioren B Tsv 1860 Fc Dreistern Neutrudering

Drei Mal geführt und trotzdem nicht gewonnen: Gegen den FC Dreistern Neutrudering mussten sich die Senioren B des TSV 1860 am Montagabend mit einem 3:3 zufrieden geben.

TSV 1860 Senioren B Remis gegen FC Dreistern

Eigentlich erwischten die Senioren B des TSV 1860 gegen den FC Dreistern Neutrudering ja einen Traumstart, denn bereits in der 6. Minute brachte Arash Alireza die Löwen per Elfmeter mit 1:0 in Führung. Tobias Schörz glich in der 22. Minute für die Gäste aus, doch nur neun Minuten später war Emin Türksezer für Sechzig zur Stelle und sorgte für die 2:1-Pausenführung.

Nach dem Seitenwechsel wurde es in der Sportschule Oberhaching kurios. Zunächst unterlief Löwe Florian Egger ein Eigentor zum 2:2 (51.), dann traf er ins richtige Tor und brachte seine Farben wieder in Front (54.). Zum Sieg für den TSV 1860 reichte es dennoch nicht, denn auch Mike Stranzky traf ins eigene Netz (86.) und bescherte dem FC Dreistern Neutrudering einen Punkt.

Die Tabelle der Kreisliga Gruppe 1 führt der FC Dreistern mit 10 Punkten aus fünf Spielen an, die Löwen rangieren mit 8 Zählern aus vier Partien derzeit auf Platz 3.

Ein Wort zum TSV 1860 München: Michael Schrodi

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Von wegen “Stagnation” – Michael Schrodi teilt in unserer Kurzserie “Ein Wort zum TSV 1860 München” seine Gedanken zum neuen Kurs des e.V..

Wo andere Stagnation und gar Rückschritte sehen, sehen wir wirtschaftliche Vernunft, zukunftsfähige, nachhaltige Konzepte und messbaren Fortschritt. Und wir sind nicht allein. Wir haben ehemalige Spieler, die selbst ihre fußballerische Heimat in Giesing haben, aber auch mehr oder weniger prominente Anhänger und Freunde des TSV 1860 München nach ihren Gedanken gefragt.

“Ein Wort zum TSV 1860 München”: Michael Schrodi teilt sechzger.de seine Gedanken mit

„2017 gingen wir mit einer teuren Truppe bunt zusammengewürfelter Fußballvagabunden nicht „to the Top“, sondern direkt in die 4. Liga. Es waren Löwen mit Herzblut, die den Verein wieder zum Leben erweckten: Angefangen von Trainer Daniel Bierofka über das neue Präsidium unter Robert Reisinger bis hin zu Spielern wie Marco Hiller, Felix Weber oder Daniel Wein, die die Giesinger Tugenden fest verinnerlicht hatten.

Allzu schnell scheinen Ereignisse des stets in Katastrophen endenden Größenwahns, wie aus dem Jahr 2017, zu verblassen. Umso wichtiger ist es, in den nächsten Jahren wieder auf die Löwentugenden zu setzen, mit denen wir erfolgreich waren. Erfahrene Unterschiedspieler werden notwendig sein, wenn wir wieder erfolgreicheren Fußball sehen wollen. Auch in der Aufstiegssaison bildeten Jan Mauersberger, Timo Gebhard und Sascha Mölders den Kern der Aufstiegsmannschaft. Um diese Spieler herum haben aber Löweneigengewächse bewiesen, was mit Einsatz, Willen und Talent alles möglich ist. Es ist also folgerichtig und nur zu begrüßen, wenn die neuen Geschäftsführer nun ankündigen, wieder mehr auf unsere hervorragend ausgebildeten Junglöwen setzen zu  wollen.

Mannschaften wie Ulm und Münster, in der letzten Saison Elversberg, haben bewiesen, dass nicht teure Einzelspieler den Erfolg bringen, sondern eine geschlossene Einheit. Die Löwenfans sind treu und genügsam. Sie wollen nur eins sehen: Eine Mannschaft, die um jeden Zentimeter Rasen im Sechzgerstadion kämpft. Dann springt der Funke über von der Mannschaft auf die Ränge und zurück. Und wenn das passiert, dann ist Vieles möglich auf Giesings Höhen.“

– Michael Schrodi, Mitglied im Deutschen Bundestag, 2022 Gründer des Fanclubs Bundestagslöwen

sechzger.de blickt zurück: Scherbenhaufen nach Totalabsturz

Seit dem Sommer 2017, in dem die erste Mannschaft des TSV 1860 München in Folge eines wirtschaftlichen und sportlichen Desasters der aus dem Mutterverein ausgegliederten Profi-Fußballgesellschaft, bis in die Regionalliga Bayern fiel, sind die Vertreter des Muttervereins beharrlich um einen bodenständigeren Kurs bemüht.

Die ökonomischen und strukturellen Problemlagen in der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA waren im Nachwuchsbereich schon zwei Spielzeiten vor dem großen Crash wahrnehmbar gewesen. Zwei Jahre lang blieb die KGaA damals dem gemeinnützigen Verein die vertraglich vereinbarten Ausbildungszuschüsse schuldig. In der Folge mussten Ausbildungsmaßnahmen zurückgefahren werden und zeitgleich mit den Profis stiegen in der Saison 2016/2017 auch die A- und B-Junioren aus der Bundesliga ab.

TSV München von 1860 e.V. trägt die Ausbildung der jungen Talente seit 2017 allein

Seit dem Sommer 2017 trägt der Mutterverein die Ausbildung der Talente finanziell allein. Die ausstehenden Beihilfen wurden nach dem Neubeginn im Rahmen eines Sanierungskonzepts für die überschuldete KGaA gestundet. Der Eintritt zahlreicher Neumitglieder in den Verein versetzte die Verantwortlichen in die Lage, umfangreiche organisatorische, konzeptionelle und ausbildungsspezifische Erneuerungen bei den Junglöwen voranzutreiben.

Das Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 München ist heute wieder eine renommierte Ausbildungsstätte. Sowohl die A-Junioren wie die B-Junioren kehrten sportlich in die Bundesliga  zurück. Zahlreiche Nachwuchstalente konnten für den Einsatz im Profibereich des TSV 1860 München qualifiziert werden. Die Profimannschaft des Klubs verfügt seit vielen Jahren über eine der höchsten Quoten an sogenannten Eigengewächsen im Deutschen Fußball.

Neue Geschäftsführer des TSV 1860 setzen auf die Jugend

Das vom Mutterverein zu Jahresbeginn neu eingesetzte Management der Profi-Fußballgesellschaft (Dr. Christian Werner, Sport/Oliver Mueller, Finanzen) verfolgt einen sportlichen Kurs, der diese Bemühungen für die Zukunft zu einem identitätsstiftenden Merkmal für den TSV 1860 München institutionalisieren will.

Die Presse berichtet darüber: Für Präsident Robert Reisinger war die Verpflichtung von Giannikis, Werner und Mueller diesbezüglich ein Meilenstein. „Wir müssen von unserer Ausbildungsqualität mehr profitieren“, lautet seine alte, in einem Podcast erneuerte Forderung: „Diese Aufgabe ist in meinen Augen absolut wettbewerbsentscheidend. Dafür braucht es Kreativität, strategisches Geschick und einen scharfen Blick für Entwicklungspotenzial. Das scheint jetzt endlich angekommen zu sein.”

Ismaik, der seit Jahren Turnhallenbau blockiert, beklagt sich, dass Boxer keine Turnhalle haben

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Magomed Schachidov TSV 1860 Boxen Olympische Spiele Olympischen Spielen Olympia

Hasan Ismaik hat den e.V. dafür kritisiert, dass die Boxer keine Turnhalle zum Trainieren haben.

Ismaik rührt die Wahlkampftrommel

Kaum ein Tag vergeht mehr, in welchem Hasan Ismaik nicht mit neuen Wahlversprechen um die Ecke biegt und neue Vorwürfe in Richtung des Muttervereins und dessen Funktionäre abfeuert.

Dass er teilweise komplett verschiedene, sich widersprechende Aussagen macht? Geschenkt. Am Ende waren es ohnehin nur Übersetzungsfehler und er meinte alles anders, nur zum Wohle der Löwen.

Nach “Bündnis-Talk”: Ismaik kritisiert fehlende Trainingsmöglichkeiten für die Boxer des TSV 1860

Nun hat Hasan Ismaik in seinem neuesten Facebook-Post die Boxabteilung vor den Wahlkampfkarren gespannt: “Ich wusste bis gestern nicht, dass die Not bei ihnen so groß ist. Sie werden vom Hauptverein nicht ausreichend unterstützt. Seit Jahren werden ihnen von Robert Reisinger und seinem Team Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten werden. Die Boxer wollen sich mit den Besten in der Bundesliga messen und brauchen neue Räumlichkeiten. Das geht aber leider nicht, weil das Geld knapp ist.”

Und weiter:

“Wir werden das ändern! Wir werden die Boxer nach dem 16. Juni unterstützen, (…) werden jede e.V.-Abteilung unterstützen, die aufgrund eines fehlenden Etats nicht ihrer Leidenschaft nachgehen kann oder anderweitige Probleme hat (…)”

Fehlende Räumlichkeiten hängen an Blockade der HAM

Dass die Boxer keine “geeigneten Räumlichkeiten” haben, kann sich Ismaik höchstselbst zuschreiben: Die HAM International Ltd., seine eigene Firma, blockiert seit Jahren die Splittung des Erbpachtvertrags, die notwendig ist, damit der e.V. die vereinseigene Turnhalle (die eigentlich die KGaA dem e.V. bauen müsste und sich hierbei seit Jahren vertragsbrüchig verhält) errichten kann. Eine Zustimmung von Ismaik vor ein paar Jahren, und die Boxer könnten bereits in einer nagelneuen Turnhalle an der Grünwalder Straße 114 trainieren.

Dies bestätigte auch Verwaltungsrat und Stadtrat Gerhard Mayer bei der Vorstellungsrunde von “Pro1860” und der “Löwenheimat Giesing” vor gut zwei Wochen: der e.V. sei für den Bau der Turnhalle “startklar”, es liege ausschließlich an der HAM.

Bundesliga-Ausstieg kündigten die Boxer mit anderer Begründung an

Die Boxer des TSV München von 1860 e.V. waren in der Saison 2021/2022 in der Bundesliga vertreten und trugen an der Säbener Straße einige Heimspieltage aus. Die Kämpfe waren gut besucht, das Vereinsmanagement koordinierte den Ticketvorverkauf und saß persönlich an der Abendkasse, um die Abteilung bestmöglich zu unterstützen.

Eine “skandalöse” Schiedsrichter-Entscheidung veranlasste die Boxer letztendlich dazu, den Rückzug aus der Bundesliga anzudeuten (sechzger.de berichtete):

“Der TSV hat bereits Protest gegen diese unfaire und unsportliche Entscheidung des deutschen Boxsportspräsidenten eingereicht. Nun wird der Bundesligaausschluss darüber entscheiden, ob der Sieg dem BC Traktor Schwerin gerecht werden kann.

Sollte dies nicht der Fall sein, wird der TSV 1860 aus der Bundesliga austreten! Derartige regelwidrige Entscheidungen machen den Boxsport kaputt!”

Vereinssatzung: Abteilungen finanzieren sich selbst

Ein Blick in die Vereinssatzung des TSV München von 1860 e.V. hätte Ismaik – eine ordentliche Übersetzung vorausgesetzt – Aufschluss über die Finanzierung der Abteilungen des Muttervereins gegeben:

Ziffer 16.6 Abs. 1: Die Abteilungen sind finanziell und verwaltungsmäßig unabhängig. Sie erhalten
grundsätzlich jeweils das gesamte Volumen des Mitgliedsbeitrages ihrer Mitglieder.
Lasten und Kosten, die eine einzelne Abteilung betreffen, hat diese ausschließlich
selbst aus eigenen Mitteln zu tragen.

Sprich: je mehr Mitglieder, umso mehr finanzielle Mittel. Zudem spülen die Einnahmen aus dem e.V.-Shop, der Ismaik und auch Martin Gräfer laut dessen gestrigen Äußerungen ein Dorn im Auge ist, zusätzliche Mittel in die Kassen der Abteilungen. Für die Unterstützung der Boxer kann man beispielsweise das T-Shirt “Faustkampfriege 1860” erwerben.

Würde das Präsidium, wie Ismaik fordert, die Boxer besonders mit zusätzlichen finanziellen Mitteln unterstützen, müsste es dies bei allen anderen Abteilungen ebenso tun – andernfalls wäre dies ein Verstoß gegen die Vereinssatzung.

Eine unsubstantiiert begründete Anpassung des Deckungsbeitrags und Kostenanteils der Boxabteilung (Ziffer 16.6. Abs. 2) wäre ebenso gegenüber den anderen Abteilungen, die diese Entlastung aufzufangen hätten, nicht vertretbar.

Weshalb Ismaik sein künftige Unterstützung für die Boxer und die anderen e.V.-Abteilungen an den Wahlausgang des 16. Juni 2024 knüpft, erschließt sich nicht. Sind die Boxer nur wichtig, wenn Lutz, Gräfer & Co. im Verwaltungsrat sitzen?

Hochwasseropfer Peter Kreuter zieht VR-Kandidatur zurück

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Es gibt Wichtigeres als Fußball – und natürlich auch Bedeutenderes als die in zwölf Tagen anstehende Wahl eines neuen Verwaltungsrats im TSV München von 1860 e.V. In vielen Teilen Süddeutschlands kämpfen die Menschen aktuell gegen die verheerenden Folgen des Hochwassers. Auch der – unabhängige – Verwaltungsratskandidat Peter Kreuter. Uns erreichte die nachfolgende Nachricht von ihm:

Werde mich aus dem Wahlkampf zurückziehen. Wohnen in Baar Ebenhausen und wir haben eine Jahrhundertflut, die schlimmer war wie 2013. Meine pflegebedürftigen Eltern mit Stufe 4 wohnen bei mir und wir habe seit Sonntag keinen Strom.
In Baar Ebenhausen ist in Folge der starken Regenfälle der Fluss Paar so angeschwollen, dass in der Nacht zum Montag ein Damm gebrochen ist. Der Donaukurier berichtete gestern morgen darüber. Im Laufe des Tages waren Bundeskanzler Olaf Scholz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
Nach Rücksprache mit Peter Kreuter veröffentlichen wir auf diesem Weg ein paar Fotos, die er uns zur Verfügung gestellt hat.
Sein Zuhause erreicht Peter Kreuter aktuell nur noch mit einem Traktor
Der überflutete Keller von Peter Kreuter
Wir sprechen sicher für alle Löwenfans, wenn wir für den Rückzug von Peter Kreuter volles Verständnis aufbringen und ihm in dieser schwierigen Lage alles Gute und viel Kraft wünschen! Wie allen anderen Geschädigten dieser Naturgewalten.
Manchmal gibt es Wichtigeres als den TSV 1860!

Fragebogen zur VR-Wahl: Thomas Baudisch

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Im Hinblick auf die bevorstehende Wahl des neuen Verwaltungsrats im TSV München von 1860 e.V. auf der Mitgliederversammlung am 16. Juni im Zenith) haben wir alle 24 Kandidierenden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Um den wahlberechtigten Mitgliedern (und natürlich auch allen anderen interessierten Löwenfans) die Positionen der zur Wahl stendenen Personen vorzustellen. Erfreulicherweise sind 20 Fragebögen ausgefüllt zurück gesendet worden.
Wir veröffentlichen diese unkommentiert in alphabetischer Reihenfolge. Hier kommt der Fragebogen von Thomas Baudisch.

Ich bewerbe mich als Verwaltungsrat, weil…

Baudisch: … ich mithelfen möchte, dem TSV München von 1860 e.V. mit seinem Aushängeschild Profifußball die notwendigen Voraussetzungen für einen langfristigen Erfolg zu geben.

Welche Dinge hat der Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren gut gemacht?

Baudisch: Ich kann das im Detail nicht wirklich beurteilen. Aber für mich ist klar: Jeder, der ein Ehrenamt ausfüllt, verdient Respekt.

Welche Dinge hätte der Verwaltungsrat besser machen können?

Baudisch: Bei vier zentralen Themen hat der Verwaltungsrat unzureichende Fortschritte erzielt:
– Bau der Turnhalle
– Kommunikation der beiden Gesellschafter der KGaA
– Stadionausausbau
– Sportlicher Erfolg der 1. Mannschaft

Mit welchen Aktivitäten/Projekten haben Sie sich in der Vergangenheit beim TSV 1860 München e.V. bereits eingebracht?

Baudisch: Als Mitglied des Bündnisses Zukunft 1860 setze ich mein Finanzwissen ein, um den Verein auch finanziell in eine höhere Liga zu heben.

Der Profifußball ist das Aushängeschild von 1860 und traditionell das meistdiskutierte Thema in der Öffentlichkeit. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die KGaA in der nahen Zukunft?

Baudisch: Die KGaA braucht ein Konzept dafür, wie der wirtschaftliche und sportliche Erfolg langfristig gesichert werden kann. Vor allem aber braucht es Personen in den Gremien, die ein solches Konzept auch umsetzen können.

Hasan Ismaik ist mit seiner Firma HAM zu 60% an der KGaA beteiligt. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich seit seinem Einstieg schwierig. Was ist Ihr Konzept für eine verbesserte Kommunikation/Zusammenarbeit mit Ismaik bzw. HAM?

Baudisch: Beide Seiten müssen über ihren Schatten springen und sich an einen Tisch setzen.

Die KGaA ist nach wie vor bilanziell überschuldet. Mit welchen Maßnahmen würden Sie die Entschuldung unter Einhaltung der Regularien von DFB/DFL vorantreiben?

Baudisch: Kapitalerhöhung (evtl. mit Aufnahme neuer Gesellschafter) sowie dringende Lösung der Stadionfrage, damit zusätzliche Einnahmen generiert werden können (Verkauf der Namensrechte, Catering, VIP-Logen etc.).

Die Situation um einen Ausbau des Grünwalder Stadions bzw. einen Neubau stockt seit einiger Zeit. Welche Stadionlösung schwebt Ihnen vor?

Baudisch: Das Grünwalder Stadion ist meine Wunschlösung; ich denke, dass die Erhöhung der Zuschauerkapazität– mit viel gutem Willen aller Beteiligten – machbar ist. Wenn das nicht möglich ist, muss man ernsthaft über eine andere Lösung nachdenken und dann auch zügig umsetzen.

Welche Abteilungen liegen Ihnen außer dem Fußball noch besonders am Herzen und warum?

Baudisch: Skifahren … und natürlich der gesamte Breitensport.

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitteilen?

Baudisch: Bitte kommt am 16.06. ins Zenith! Nur wer wählt bestimmt die Zukunft unseres großen Vereins mit.