Anlässlich ihres 75. Geburtstages lädt die AZ in diesen Tagen neun wichtige Denker und Macher zu “Themen, die München bewegen” auf das “rote Sofa” im Barocksaal des Deutschen Theaters ein. Gestern war Löwen-Präsident Robert Reisinger zu Gast, für den die Abendzeitung extra einen blauen Sessel angeschafft hatte. Natürlich ließ sich auch sechzger.de diese Veranstaltung nicht entgehen und schildert Euch die Highlights des gestrigen Abends.
Robert Reisinger bei der Abendzeitung
Während Reisinger zu Beginn etwas nervös wirkte, legte sich das bereits nach wenigen Minuten und der Präsident legte einen unterhaltsamen, eloquenten und sehr souveränen Auftritt aufs Parkett. Natürlich wurden die einzelnen Themen aufgrund des Rahmens nicht bis ins letzte Detail ausdiskutiert, dennoch traf Reisinger einige interessante Aussagen.
Zur Stadiondiskussion: Zielkapazität 21.000 – 24.000. Aber auch 18.600 würden ausreichen, wenn diese optimale Strukturen aufwiesen, d.h. wenn der wirtschaftliche Rahmen passte. Heißt: Der TSV 1860 käme auch mit 18.600 klar, wenn das Stadion ansonsten optimiert wäre. 3.000 normale Sitzplätze mehr oder weniger sind da gar nicht entscheidend.
Zur Bindung von 10 Jahren an Giesing: Ein Neubau, für den aktuell nicht einmal ein Grundstück in Sicht ist, wird in der aktuellen Situation niemals schneller als in 10 Jahren zu realisieren sein. Selbst bei der Fröttmaninger Arena dauerte es zwischen Beschluss und Fertigstellung mehr als 6 Jahre – und da zogen alle Beteiligten an einem Strang. So gesehen wären auch 10 Jahre Bindung an ein saniertes Sechzgerstadion kein Thema. Grundsätzlich wäre er aber auch einem Neubau nicht abgeneigt. Aber aktuell gibt es nur einen Standort für 1860: Giesing.
TSV 1860 e.V. steckt jährlich 1,8 Mio. € ins NLZ
Konsolidierungskurs: 1) Vorrang hat die wirtschaftliche Konsolidierung. 2) Dann kommt die sportliche Konsolidierung und dann kommt 3) das Stadion. Grundsätzlich plant die KGaA immer die schwarze Null. Corona hat dem TSV 1860 diesbezüglich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Investorenkapital sollte nur mehr für substanzielle Investitionen genutzt werden.
Zum NLZ: Der e.V. steckt aktuell jährlich 1,8 Mio € in das NLZ und betrachtet dies als eine Investition. Wäre 1860 ein Industrieunternehmen, dann wäre das NLZ die Forschungsabteilung, welche die Zukunft sichert.
Verein hat nur zweimal 50+1 gezogen
Zum Mitgesellschafter: Der Kontakt zum Mitgesellschafter erfolgt auf Vorgabe von Hasan Ismaik ausschließlich über dessen Statthalter. Ein direktes Gespräch findet nicht statt. Ziel ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Der e.V. hat nur zweimal 50+1 gezogen: 1) beim Engagement von Markus Fauser und 2) bei der Einstellung von Michael Scharold als Geschäftsführer.
Zur Halle: Der Pachtvertrag mit der Stadt verlangt den Bau einer Halle durch die KGaA. Diese kann das aktuell aber nicht stemmen. Der e.V. würde sich das zutrauen und könnte das auch schaffen. Doch in der aktuellen Situation würde der e.V. die öffentlichen Zuschüsse verlieren. Die Kosten der Halle werden aktuell mit bis zu 18 Mio € kalkuliert. Ziel mit der Halle wäre die Steigerung der Mitgliederzahlen auf etwa 32.000, wobei der Anteil der aktiven Mitglieder relativ gesteigert werden soll. Zitat: „Ich möchte 2028 das Band (Anm.: bei der Eröffnung der Halle) durchschneiden.”
“Uns wäre vieles erspart geblieben”
Zur Ismaik-Fahne im Stadion: Verbote ändern nicht die Meinung. In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit. Wäre sein Kopf auf der Fahne, würde er das Gespräch mit den Schwenkern suchen, um die Probleme auszuräumen.
Zu den Ultras: Hätten wir schon in den 90ern auf diese Fans gehört, wäre uns vieles erspart geblieben – vor allem Fröttmaning und das Olympiastadion. Stattdessen wären wir heute vermutlich in einem 26.000 Zuschauer fassenden Sechzgerstadion und hätten einige Sorgen weniger.
Ziel: Jeder soll das machen, was er kann. Der Trainer trainiert, der Spieler spielt, der Präsident präsidiert, der Investor investiert und die Fans unterstützen. Dann wär alles super.














