Raphael Holzhauser vom belgischen Erstligisten OH Leuven (dt. Löwen) geistert seit kurzem als möglicher Neuzugang für den TSV 1860 durch die Portale und Gazetten. Was würde uns erwarten, käme der ehemalige Teamspieler Österreichs tatsächlich nach Giesing?
Raphael Holzhauser zum TSV 1860 München? Passt das, wenn es klappt? Der in Wiener Neustadt geborene, 1,93 m große Raphael Holzhauser wechselte bereits als A-Jugendlicher vom österreichischen Rekordmeister Rapid Wien zum VfB Stuttgart und wurde dort zum Bundesligaspieler. Über die Stationen FC Augsburg, Austria Wien, Grashoppers Zürich und Beerschot V.A. gings zum OH Leuven.
Holzhauser ist ein Spieler, der sich im Mittelfeldzentrum in der Box to Box-Rolle oder offensiv am besten zurecht findet. Der Linksfuß hat allerdings in seiner bisherigen Karriere bis auf Torwart und rechter Verteidiger schon auf allen Positionen gespielt. Er ist also grundsätzlich sehr vielseitig einsetzbar.
Exzellente statistische Werte
Seine Karrierestatistiken auf dem Portal unseres Datenlieferanten Wyscout lesen sich exzellent. Seine Leistungen offensiv sind auf höchstem Niveau. Pro 90 Minuten Spielzeit hat Holzhauser im Schnitt 75 Aktionen, von denen er 69% erfolgreich gestalten kann. 180 Minuten braucht Holzhauser pro Scorerpunkt. Seine Schussgenauigkeit liegt bei guten 41%, er ist dribbelstark, höchst passsicher und behält auch im Strafraumgetümmel einen kühlen Kopf. Dies zeigt sich vor allem daran, dass er eine sehr hohe Passgenauigkeit im gegnerischen Strafraum aufweist. 46% seiner Pässe in der Box kommen an. Allerdings ist er, zumindest was erste Ligen betrifft, nicht der schnellste. So verliert er dort Laufduelle um freie Bälle häufiger als er sie gewinnt. Wenn er den Ball verliert, passiert ihm das im Normalfall tief in der gegnerischen Hälfte. Holzhauser ist ballsicher wie wenige andere Spieler. 75 Aktionen pro Partie stehen gerade einmal 11 Ballverluste pro Spiel im Schnitt gegenüber.
Defensiv ist er wohl einer der stärksten offensiven Mittelfelfeldspieler in der belgischen Liga. Holzhauser ist extrem kopfballstark, 56% seiner Luftduelle gewinnt er. Der Niederösterreicher packt gegen den Ball auch gern mal die Grätsche aus und hat eine defensive Zweikampfbilanz von 59%, was für einen Spieler, der hauptsächlich in der Mittelfeldzentrale offensiv eingesetzt wird, sehr hoch ist.
Wenige verletzungsbedingte Fehlzeiten
Zusätzlich muss man unbedingt erwähnen, dass Holzhauser bisher kaum anfällig ist, was Verletzungen betrifft. Seit er 2012 in der Bundesliga für den VfB Stuttgart debütierte, fehlte er seinen Vereinen insgesamt nur 93 Tage mit Verletzungen (Armbruch 48 Tage, Muskelprobleme 45 Tage) und 12 Tage wegen Krankheit. Das sind 105 Fehltage in in über zehn Jahren. Ich denke jeder durchschnittliche Arbeitnehmer hat in so einem Zeitraum mehr Fehltage zu Buche stehen als der Österreicher.
Wenn es tatsächlich möglich sein sollte, Raphael Holzhauser zum TSV 1860 zu holen – ob als Leihspieler oder fest verpflichtet ist nebensächlich – muss man das machen. Ich würde ihn persönlich mit der Schubkarre von Leuven nach München fahren, wenn das die Prämisse wäre, unter der der Wechsel klappt.
Datenquellen: transfermarkt.de, Wyscout