Keine Ruhepause in der Volleyball-Bundesliga: Kaum liegt das letzte Spiel gegen Düren (1:3) hinter dem TSV Haching München, müssen die Löwen-Volleyballer morgen im Derby bei den WWK Volleys Herrsching ran.
TSV Haching München bei WWK Volleys Herrsching
Am 03.01.2023 um 20:00 Uhr ist Anpfiff im Audi Dome, der Heimspielstätte der Volleyballer vom Ammersee. Nachdem der TSV die Leistung über die Saison hinweg steigern konnte, dem Pokalfinalisten Düren im letzten Spiel gar einen Satz und sogar fast einen zweiten abringen konnte, geht es nun also im Prestigeduell gegen den oberbayerischen Nachbar. Zuspieler Eric Paduretu fasst zusammen:
“Wir haben eine starke Leistung in den Sätzen eins und drei gezeigt, auf die wir sehr stolz sein können. Es ist sehr schade, dass wir keinen Punkt mitnehmen konnten.”
Die Herrschinger konnten in ihrem letzten Spiel Mitte Dezember klar gegen den VCO Berlin gewinnen und hatten seitdem ausreichend Zeit, um den Kopf frei zu kriegen und um intensiv zu trainieren. Für den TSV Haching München heißt es jedoch “im Fluss bleiben”.
Drei Spiele in sieben Tagen
Drei Spiele in sieben Tagen sind definitiv eine Herausforderung. Die Hachinger werden jedoch auch im Audi Dome von einigen Fans lautstark unterstützt werden – für Fans und Spieler ist die Anreise ja glücklicherweise keine weite. Darauf freut sich auch Eric Paduretu:
“Gegen Herrsching im Audi Dome zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Wir wollen mit der Unterstützung unserer Fans was Zählbares mitnehmen!”
Wer am Dienstagabend noch nichts vor hat und sich noch Karten für das Derby sichern will, kann dies HIER tun.
Sechzig um Sieben: Rafati über das Löwenspiel in Aachen
Herzlich willkommen zum ersten Sechzig um Sieben im Jahr 2023 und damit ein Frohes Neues! sechzger.de kehrt allmählich aus dem Winterschlaf zurück und informiert euch ab sofort wieder täglich über alle relevanten Informationen rund um den TSV 1860 München sowie die Konkurrenten aus der 3.Liga. Bereits in 12 Tagen steht das Auswärtsspiel in Mannheim an – nun aber gibt es erst einmal einen Überblick über die letzten Nachrichten.
Reiter sieht Neubau als möglich an – Entscheidung 2023?
Das Jahr 2023 beginnt quasi, wie das alte endete: mit der Stadiondiskussion. Oberbürgermeister Dieter Reiter hat sich in einem Interview mit der Abendzeitung nicht nur zu seiner Person geäußert, sondern auch zu der zukünftigen Heimat des TSV 1860 München. Dabei betonte er, dass ein Neubau im Bereich des Möglichen liege und die Stadt den TSV 1860 bei einer entsprechenden Entscheidung bei der Suche nach einer Fläche unterstützen werde. Reiter hofft auf eine finale Lösung im ersten Halbjahr 2023.
Neujahrsansprache von Marc-Nicolai Pfeifer und Günter Gorenzel
Neue Wege gingen die Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer und Günter Gorenzel zum Beginn des Neuen Jahres. In einer Neujahrsansprache richteten sie sich in über fünf Minuten an die Löwenfans, Sponsoren und Unterstützer des TSV 1860 München. Der Tenor: der Aufstieg im Mai bleibt das klare Ziel.
Giesinger Gedanken an Neujahr
Thomas Enn hingegen hat zum Start in das Jahr 2023 in die Tasten gehauen und seine ersten Giesinger Gedanken präsentiert. Gemäß einem jahrzehntelangen Brauch hat er seine Fanschals gewaschen und ist nun zuversichtlich, dass die Löwen in die Erfolgsspur zurückkehren können.
Öffentliches Training an der Grünwalder Straße
Noch einmal trainieren die Löwen heute öffentlich in Giesing, bevor es morgen ins Trainingslager geht. Los geht es um 14:30 Uhr. Eindrücke der letzten Einheit 2022 gibt es hier – mit Trainingsgast Merveille Biankadi.
Mannhardt wechselt nach Illertissen
U21-Coach Frank Schmöller muss einen schmerzhaften Transfer hinnehmen. Marco Mannhardt schließt sich dem Regionalligisten FV Illertissen an. Der 20-Jährige wird dort bereits sehnlichst erwartet. In den bisherigen Spielen führte er die Zwietvertretung der Löwen als Kapitän aufs Spielfeld. Mit Illertissen spielt Mannhardt nun gegen den Abstieg in die Bayernliga.
Transferfenster geöffnet
Ab sofort können rund einen Monat lang Spieler verpflichtet werden. Bei den Löwen wünscht sich Michael Köllner eine Verstärkung, um die weiteren Spiele optimal gestalten zu können. Viele Fans wünschen sich einen Führungsspieler, der auf dem Platz eine zentrale Rolle übernehmen kann. Die Worte von Marc-Nicolai Pfeifer in der Neujahrsansprache könnte man so deuten, dass in den nächsten Tagen ein Neuzugang präsentiert wird.
News aus der 3.Liga
Dresden zahlt über 30.000€ an Bayreuth
Es waren Szenen am 10.Spieltag im Hans-Walter-Wild-Stadion in Bayreuth, die auch Wochen später noch für Gesprächsbedarf sorgten. Unter anderem die Toiletten im Gästebereich wurden von Anhängern des Drittligisten Dynamo Dresden größenteils zerstört. Außerdem wurden die Einnahmen eines Verkaufsstandes entwendet. Die Sachsen zogen bereits erste Konsequenzen und kündigten darüber hinaus an, für die entstandenen Schäden aufzukommen. Die Summe beläuft sich nun laut Medienberichten auf über 30.000€. Ein Teil davon geht an die Stadt Bayreuth als Inhaberin des Stadions. Ein weiterer Anteil steht dem Betreiber des Kiosks zu, der die Schäden auf etwa 8.000€ taxiert hat. Die SGD hat angekündigt, die entsprechenden Geldbeträge zeitnah zu überweisen.
Stendera verstärkt Oldenburg
Aufsteiger VfB Oldenburg hat zwischen den Feiertagen mit einer Neuverpflichtung aufhorchen lassen. Der bislang vertragslose Marc Stendera weist Erfahrungen in allen drei ersten deutschen Profiligen auf. Damit soll er die Norddeutschen im Abstiegskampf unterstützen. Der 27-Jährige soll nach Wünschen der Verantwortlichen zu einem Führungsspieler heranreifen. Trainingsauftakt in Oldenburg mit Stendera ist am heutigen Montag.
Gleichzeitig verlässt Pelle Boevink den VfB vorläufig in Richtung Paderborn. Dies war im Rahmen eines Leihgeschäfts mit dem Zweitligisten entsprechend vereinbart. Der Zweikampf im Tor ist damit vorerst Geschichte, Sebastian Mielitz wird die Nummer 1 in Oldenburg sein.
Die Gebäude des TSV 1860 München an der Grünwalder Straße 114
In einem Interview mit der Abendzeitung hat sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter auch zur Stadionfrage beim TSV 1860 München geäußert.
Dieter Reiter: “Die Option Neubau lebt”
Olympiastadion, Grünwalder Stadion oder doch ein Neubau – auch 2023 bleibt die Stadiondiskussion bei den Löwen aktueller denn je. Neben der Frage nach einer möglichen weiteren Amszeit sowie Olympia in München äußert sich Dieter Reiter, Oberbürgermeister der Stadt München, direkt am Neujahrstag auch zur Stadion-Thematik bei den Löwen. Ende 2022 hatten sich die Verantwortlichen mit der Stadt zu einem sogenannten Stadiongipfel getroffen. Konkrete Inhalte des Gespräches drangen bislang nicht nach außen. Präsident Robert Reisinger zeigte sich im sechzger.de Talk zufrieden mit dem Termin. Nun spricht auch OB Dieter Reiter davon, dass man sich angenähert habe. Eine Lösung ist bislang jedoch nicht in Sicht.
Die Kardinalfrage: Reicht den Löwen die vorgesehene Ausbau-Variante mit 18 000 Zuschauern? Oder streben sie einen Neubau an? Für diesen Fall haben wir bei der Suche nach Flächen Unterstützung zugesagt.
Wo genau sich diese Flächen befinden, wollte der Oberbürgermeister noch nicht verraten. Er hoffe auf eine Entscheidung im ersten Halbjahr des neuen Jahres. Möglicherweise gibt es erste Details nach dem nächsten Treffen zwischen der Stadt und dem TSV 1860 München. Der Termin hierfür wurde bereits festgelegt.
Bereits seit längerem spielt ein Stadion-Neubau in den Diskussionen eine Rolle. Flächen wie in Riem oder Freiham stehen mittlerweile nicht mehr zur Verfügung. Auch im Olympiapark ist am Standort der alten Eishalle vorraussichtlich zu wenig Fläche für ein Fußballstadion vorhanden. Zudem hat die Stadt hier bereits andere Pläne und möchte ein Kongresszentrum errichten.
Am Neujahrstag haben sich die beiden Geschäftsführer des TSV 1860 München, Marc-Nicolai Pfeifer und Günther Gorenzel, mit einer Ansprache an Kunden, Sponsoren und Fans gerichtet.
Neujahrsansprache von Günther Gorenzel und Marc-Nicolai Pfeifer
Über fünf Minuten sprechen die Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer und Günther Gorenzel über einen Ausblick auf das Jahr 2023. Das klare Ziel ist und bleibt dabei für den TSV 1860 der Aufstieg in die 2.Bundesliga, welcher im Mai gefeiert werden könnte. Finanziell wurden dafür die notwendigen Weichen gestellt wie Pfeifer noch einmal betont. Sein Dank gilt dabei neben Hasan Ismaik auch den zahlreichen Sponsoren der Löwen, stellvertretend wird als Zugpferd Hauptsponsor die Bayerische genannt. Zuletzt wurde auch bekannt, dass der Versicherer eine weitere Geldsumme zur Verfügung stellt, um den von Trainer Michael Köllner gewünschten Wintertransfer realisieren zu können.
Möglicherweise ist dieser Transfer bereits finalisiert worden. Für die kommenden Tage und Wochen kündigt Pfeifer die “ein oder andere Botschaft” an. Weitere Details verriet der 42-Jährige in der Neujahrsansprache allerdings nicht.
Günther Gorenzel fokussiert sich im Anschluss entsprechend seiner Rolle vor allem auf das Sportliche. Er blickt noch einmal auf den bisherigen Saisonverlauf zurück mit dem grandiosen Start (fünf Siege zu Beginn). Die Ergebnisse zuletzt entsprachen hingegen nicht mehr den Erwartungen. Der Kader stimmt Gorenzel “absolut zuversichtlich”, dass man schon bald wieder in die Erfolgsspur zurückkehren kann. Die gesteckten Ziele für 2023 könne man ebenfalls erreichen.
Das erste Pflichtspiel bestreitet der TSV 1860 München am Samstag, 14.Januar gegen Waldhof Mannheim.
Ich wünsche allen Löwinnen und Löwen ein gutes neues Jahr. Wahrscheinlich haben sich nicht wenige von Euch für 2023 den Aufstieg des TSV 1860 München gewünscht. Ich auch! Und ich tue Alles, was in meiner Macht steht, um dieses Ziel zu erreichen. Einem alten Aberglauben folgend habe ich deswegen meine Schals gewaschen.
Mein erster Löwenschal
Als ich mir zum Aufstieg 1991 endlich einen Löwenschal kaufen konnte (die 25 Mark, die er gekostet hat, waren ganz schön viel für einen Teenager damals), war er fortan mein größtes Heiligtum. Er löste damit den EC Hedos Schal ab, den ich bis dahin ersatzweise mit zu den Löwenspielen genommen hatte. Es ist unfassbar nach all den Jahren voller bierseliger Heim- und vor allem Auswärtsspiele: ich besitze diesen Schal immer noch. Er und ich gehen jetzt in unser 32. gemeinsames Jahr.
Die Aura meines Löwenschals
Ich hatte diesen Schal quasi bei jedem Spiel dabei. Und nicht nur beim Spiel, sondern auch konsequent im Münchner Nachtleben und dem der Gastgeberstädte unserer Auswärtsspiele. Es gibt wahrscheinlich wenig Fußballschals auf dieser Welt, die mehr Diskos von Innen gesehen haben. Dabei gab es eine Grundregel, die einem tiefen Aberglauben entsprungen ist: Der Schal dürfte nur gewaschen werden, wenn Sechzig verloren hatte. Bei Unentschieden oder Siegen war er es, der den Sieg oder den Punkt ermöglichte und seine Aura dürfte keinesfalls durch Ariel oder ähnliche Substanzen in Ungleichgewicht gebracht werden. Ich – als abergläubischer Fußballfan – war fest davon überzeugt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen meinem (ungewaschenen) Schal und dem Erfolg des TSV 1860 München gab.
“Dieser Stinkschal muss gewaschen werden”
Leider führte mein Aberglauben mit Mutter Enn zu diversen Auseinandersetzungen. Der nicht gerade wohlriechende Schal, der seine Samstag Nacht nach Heimspielen meistens von etwa 23 Uhr bis 5 Uhr morgens im Backstage verbrachte, sollte aberglaubenswidrig gewaschen werden. “Ist mir drei Mal egal, ob Deine Sechzger mit dem ungewaschenen Schal gewinnen oder verlieren. Dieser Stinkschal muss gewaschen werden,” bekam ich des Öfteren zu hören. Wahrscheinlich hatte sie Recht, schließlich stank man damals selbst sowie alle Klamotten, die man trug, wie eine dreifach geräucherte Wurst nach dem Besuch einer Diskothek. Sogar als Nichtraucher.
Der Löwenschal wurde gut versteckt
Normalerweise hing der Schal gut sichtbar über meinem Schreibtischstuhl. Irgendwann nahm ihn meine Mutter und wusch ihn, während ich ihn (und die gute Serie der Löwen) nicht beschützen konnte, weil ich in der Uni war. Die Folge war eine Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen, ich kann mich genau erinnern. Daraufhin begann ein perfides Versteckspiel. Der Schal wurde an wechselnden Orten vor der waschwütigen Mutter in Sicherheit gebracht, um 1860 den größtmöglichen Erfolg zu bescheren. Verloren die Löwen, lag es nicht an mir. Nach Niederlagen warf ich den Schal rituell in den Wäschekorb und er hing ein paar Tage später akurat gefaltet über meinem Schreibtischstuhl. Auf dass das Ariel die bösen Geister der Niederlage aus dem Schal entfernt habe.
Meine Mutter trickste mich jahrelang aus
Leider bin ich einem Irrglauben aufgesessen. Meine Mutter eröffnete mir Jahre später, dass sie – kein Witz – problemlos den Aufenthaltsort des Schals erschnüffeln konnte und ihn immer heimlich gewaschen hatte. Allerdings alleine im Schnellwaschgang und ohne Waschmittel, damit er nicht zu frisch roch und ich ihr nicht auf die Schliche kommen würde. So wurde mir das Ende so mancher Siegesserie im Nachhinein erklärlich. Mein Aberglaube bekam natürlich einen kleinen Knacks und ich löste mich etwas von der Korrelation zwischen Schalwaschungen und Löwenerfolg. Damit ist nun aber Schluss!
Alles für den Aufstieg: Alle Schals gewaschen!
Nachdem ich ja nun selbst für die Reinigung meiner Schals zuständig bin, wurde der Aberglaube mit dem ausgehenden Jahr 2022 wieder aktiviert. Ich gebe Alles! Aberglaube 2.0, wie man heutzutage wohl sagt. Ich habe alle Löwenschals im Haushalt gewaschen und die Negativpartikel der letzten vier sieglosen Spiele restlos aus den Schals gewaschen! Ich glaube ja nicht mehr recht dran, aber mit dieser Maßnahme sollte das letzte Quäntchen Glück im Aufstiegskampf auf unserer Seite sein! An mir und meinen Schals wird es also nicht liegen, wenn Sechzig 2023 nicht aufsteigt. In diesem Sinne, Prost Neujahr und auf die Löwen!
Vor der Saison wurde Marco Mannhardt von den Profis in die U21 verschoben, nun wechselt der 20-Jährige zum FV Illertissen.
Marco Mannhardt wechselt zum FV Illertissen
Als Kapitän führte Mannhardt in der laufenden Spielzeit die Junglöwen von Trainer Frank Schmöller aufs Feld. In 19 Partien erzielte der Mittelfeldspieler sieben Tore und zeigte mitunter herausragende Leistungen. Mit dem Wechsel zum Regionalligisten FV Illertissen verbessert sich Mannhardt um eine Leistungsstufe und wird sicher auch dort eine gute Rolle spielen. Illertissens Sportvorstand Karl Heinz Bachthaler freut sich auf den Neuzugang:
“Marco ist ein Talent, dem wir einiges zutrauen. Er ist top ausgebildet und hat sogar schon Drittliga-Luft schnuppern dürfen. Er bringt vieles mit.”
Mit dem Verein aus Schwaben haben die Löwen-Profis dieses Jahr bereits unliebsame Bekanntschaft gemacht. Im Toto-Pokal schied die Truppe von Michael Köllner nach schwacher Leistung völlig verdient mit 0:1 aus.
Stephan Tempel: Mein Jahr 2022 mit dem TSV 1860 München
Das Jahr 2022 neigt sich dem Ende zu, Zeit für den unvermeidlichen Jahresrückblick. Auch wenn ich seit einigen Wochen nicht mehr im Impressum dieser Seite stehe und mein Engagement massiv zurückschrauben musste, möchte ich jedoch mein persönliches Fazit rund um die Löwen ziehen.
Was war dein Highlight des Jahres 2022 rund um den TSV 1860 München?
Hier gab es aus meiner Sicht tatsächlich mehrere. Aus reiner Fan-Sicht sicherlich das Pokalspiel gegen Borussia Dortmund, weil es von der ganzen Atmosphäre rund um diesen Tag, der sensationellen Choreo und der Stimmung für mich DAS Highlight war.
Ebenfalls eine tolle Atmosphäre war am Fanfest / der Saisoneröffnung. Schönes Wetter, ein Verein in Aufbruchstimmung, mein Bruder, meine Frau und ich am Stand von unserem Tattoostudio. Den ganzen Tag kleine (und große) Löwen mit Kinderschminken und Co. glücklich gemacht, endlich mal Zeit gehabt mit unzähligen Bekannten ausführlich zu ratschen. Auch dieser – eigentlich unspektakuläre Tag – ist mir sehr schön in Erinnerung geblieben. Es herrschte irgendwie eine unglaubliche Aufbruchstimmung…
…und natürlich, dass es mit sechzger.de dank vieler fleißigen, engagierten Leute weiter geht.
Welches Spiel ist Dir am meisten in Erinnerung geblieben?
Vom Dortmund-Spiel einmal abgesehen, tatsächlich die Niederlage in Elversberg in dieser Saison. Merkwürdiges Auftreten der Löwen, merkwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen. Für mich auch irgendwie der Bruch in dieser Saison, den ich mir nicht wirklich erklären kann. Leider bleiben negative Sachen ja oftmals besser hängen als positive.
Was hat Dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?
Leider viele Sachen. Angefangen natürlich bei der Ausladung von sechzger.de aus der Löwenrunde bis hin zu den vielen, vielen Streitereien „untereinander“.
Ich hab ja dieses Jahr schon einmal geschrieben dass es Zeit ist abzurüsten, aber das sehen die betroffenen Parteien/Personen leider anders.
Außerdem wird bei Sechzig halt aus allem eine Staatsaffäre gemacht. Flugzeug-Botschaft, Schwenkfahne, betrunkene die sich daneben benehmen, Trainingslager-Kosten… über alles diskutieren sich die Leute bei uns die Finger wund.
Was ja schon schlimm genug wäre, aber noch schlimmer ist die „Diskussionskultur“ in den diversen Blogs und sozialen Medien. Übelstes gegenseitiges beschimpfen und beleidigen und das alles von Fans vom gleichen Verein, von unserem geliebten TSV 1860 München.
Das macht mich unfassbar traurig.
Nicht zu vergessen natürlich die Posse ums Sechzgerstadion bzw. den Ausbau. Das wird vermutlich nicht ausgebaut werden und einen Neubau wird´s auch nicht geben. Das ist inzwischen meine feste Überzeugung, darum bin ich aus den Diskussionen dazu auch ausgestiegen.
Seit bald 30 Jahren streite ich persönlich um den richtigen Spielort für die Löwen. Dreißig Jahre. Aber eigentlich geht das Drama ja schon viel länger… Das ist so unfassbar…
Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2023 ändern?
Wer ein Datum benötigt um einen Vorsatz zu fassen, der hat ohnehin schon verloren. Ändern sollte sich beim TSV 1860 das, was ich im Punkt davor bemängelt habe. Das wird aber nicht passieren. Leider.
Zum Schluss Deine Prognose für den Mai 2023: Wo landen die Löwen in der dritten Liga?
Schwierig. In den Vorbereitungsspielen nach der WM- bzw. Weihnachtspause sah das überwiegend gut aus. Das sah es zu Saisonbeginn aber auch schon mal. Ich hoffe natürlich das Beste, also auf einen Aufstiegsplatz. Aber mir fehlt ehrlich gesagt der Glaube.
Die weiteren Jahresrückblicke
Letzter Aufgalopp im Jahr 2022. Heute Vormittag um 10 Uhr bat Löwentrainer Michael Köllner seine Schützlinge nochmal zu einem finalen Training auf den Einser-Platz an der Grünwalder Straße 114. Bei weiterhin angenehmen Temperaturen um die 8 Grad und strahlendem Sonnenschein hatten sich heute zwar deutlich weniger Besucher, als in den letzten Tagen, aber dennoch rund 40 Fans eingefunden, um Stefan Lex & Co. zu beobachten.
Gast beim Training: Merv Biankadi
Beobachten konnten sie dabei auch den Besuch eines alten Bekannten in Giesing: Merv Biankadi, aktuell nach wie vor beim Zweitligisten Heidenheim unter Vertrag und dort auch im Kader, allerdings mangels Einsatzzeiten sicher nicht besonders glücklich, beobachtete das Training von der Seitenlinie aus. Löwendompteur Michael Köllner begrüßte seinen ehemaligen Stürmer (1.1.21 – 30.6.22 an 1860 verliehen) sehr herzlich. Ob das Auftauchen des gebürtigen Münchners an der Grünwalder Straße etwas hinsichtlich eines womöglich neuerlichen Leihgeschäfts zwischen dem FCH und dem TSV 1860 zu bedeuten hat, ist nicht bekannt.
Gute Einheit zum Abschluss eines guten Jahres
Trainer Michael Köllner erwähnte in seinen Ansprachen an die Mannschaft im letzten Training des Jahres, dass man das “gute Jahr 2022” mit einer “guten Einheit” abschließen wolle. Zwischenzeitlich wurder er auch mal richtig laut und sparte nicht mit deutlicher Kritik an seinen Akteuren.
Zwei Tage frei – dann in die Türkei
Nun haben die Spieler des TSV 1860 über Silvester und Neujahr frei. Das nächste Training an der Grünwalder Straße findet am Montag statt: Vormittags bittet Michael Köllner seine Schützlinge in den Kraftraum, um gegebenenfalls am Silvesterbuffet erworbene Pfunde direkt wieder loszuwerden, nachmittags findet eine öffentliche Einheit statt. Am Dienstag, den 3. Januar fliegen die Löwen dann ins Trainingslager ins türkische Belek, wo sie sich eine Woche lang auf die noch anstehenden 21 Drittligaspiele vorbereiten. Am Sonntag (8.1.) kommt es dort zu zwei Testspielen gegen den 1. FC Kaiserslautern und gegen UTA Arad aus Rumänien.
Was war dein Highlight des Jahres 2022 rund um den TSV 1860 München?
Das ist tatsächlich gar nicht so einfach zu deklarieren. Es gab 2022 viele schöne Erlebnisse und Spiele mit dem TSV 1860. Endlich wieder ein regelmäßig ausverkauftes GWS mit Stimmung nach den Corona-Jahren. Oder ein Pokalspiel gegen die großen Dortmunder, ausverkauft bei Flutlicht.
Doch final würde ich sagen, es war das Trainingslager zu Jahresbeginn in Belek. Da waren wir einfach ein saucooler Löwenhaufen, der sich durch verschiedenste Altersklassen gezogen hat und einfach eine geile Woche hatte. Sei es, wo mal alle in Bademantel zum Training erschienen oder als ein kleiner Junge Tim Linsbichler mit Erling Haaland verwechselte.
Auch wenn die Vorfreude auf das kommende Trainingslager eher mau ist, wird es bestimmt wieder überragend.
Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?
Hier könnte man den 6:0-Auswärtssieg in Duisburg hervorheben, oder als man mit der zweiten Garde in Köln die Viktoria besiegte, in einem spannenden 1:0. Wo eigentlich noch gar keine Löwenfans offiziell zugelassen waren und am Ende dann doch knapp 100 Gästefans in einem Block standen und den Sieg bejubelten. Aber das Spiel, was am meisten in Erinnerung blieb, war der Saisonauftakt in Dresden. Es passte einfach alles. Nach der Sommerpause hatten alle Bock und unsere Löwen gewannen auch noch souverän 4:3 in einem Spiel, in dem echt alles möglich war. Natürlich war die Pyro auch überragend und einfach die Stimmung. Es war so gefühlt dieses erste Spiel, wo wieder alles beim Alten war.
Welcher Spieler ist dein persönlicher „Spieler des Jahres“?
Ich glaube alles andere als Leandro Morgalla wäre ein Überraschung. In Köln debütiert und danach zum Stammspieler geworden. Mit 17 bzw. mittlerweile 18 so einen kühlen Kopf zu haben. Respekt!
Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: Nenne uns dein „Tor des Jahres“!
Auch wenn es jetzt nicht das schönste Tor war, aber definitiv ein wichtiges: Das 1:0 in Paderborn gegen den SC Verl in der 90. Minute durch Meris Skenderovic. Flanke Lannert, Berzel steht falsch, Kopfball, Tor. Vierter Sieg im vierten Spiel und der ganze Block hatte Bock – bei ca. 50 Grad im Schatten. Der Torschütze ein Spieler, dem man nicht viel zugetraut hatte, als er kam und der einfach abliefert. Wäre ohne Morgalla eventuell auch mein Löwe des Jahres geworden.
Ganz im Gegenteil dazu: Was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?
Man könnte hier jetzt sagen: Der verpasste Aufstieg im Sommer oder jeweils das Totopokal-Aus (in Aubstadt und in Illertissen), aber für mich war die größte Enttäuschung, die Mannschaft nicht im Achtelfinale gegen den KSC unterstützen zu können. Wir haben uns im Pokal super gegen Schalke durchgesetzt, um dann vor leeren Rängen knapp gegen den KSC zu scheitern. War sehr schade! Die 4:0-Niederlage in Magdeburg war aber auch ziemlich uncool.
Bitteres Aus vor leeren Rängen: Pokal gegen den KSC
Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2023 ändern?
Man sollte endlich mal aufhören, nach einem kurzen Tief alles und jeden entlassen zu wollen auf Fanseite und den ganzen Leuten Zielscheiben aufzumalen…
Wir sind alle Löwen und machen – denk ich – die beste Arbeit im Verein seit Jahren. Genauso wie das GWS fest zu den Löwen gehört. Und wer ernsthaft ins Olympiastadion zurück will, war definitiv nicht gegen Türkgücü bei der Trauerveranstaltung dabei oder hat vorher zu viel am Kleber geschnüffelt.
Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2023: Wo landen die Löwen in der 3.Liga?
Auf der Durchreise Richtung Feuerland, um das Schiff für meinen Antarktis-Trip zu besteigen, hatte ich anno 2012 einen Tag Aufenthalt in Buenos Aires. Es war Januar, also Hochsommer auf der Südhalbkugel und die argentiniischen Ligen kamen gerade aus der Weihnachts-/Sommerpause. An diesem Wochenende ging sich terminlich für mich nur ein Spiel aus: CA Huracan – CA Atalanta.
Hindernisse vor dem Start
Mein allererster Tag in Südamerika hatte nur einen Programmpunkt: Das Spiel CA Huracan – CA Atalanta. Es gab diverse Subprogrammpunkte, wie ein argentinisches Steak essen, ein Bier vor dem Spiel trinken und überhaupt erstmal zum Stadion kommen. Denn Buenos Aires ist eine Stadt mit etwa 12 Mio. Einwohnern im Einzugsbereich und einem geradezu winzigen U-Bahnnetz für diese Größe. Diverse Groudhopper-Foren empfehlen deshalb einen mehrere hundert Seiten dicken “Bus-Atlas”. In der Theorie im winterlichen Europa eine super Idee, in der Praxis im höllisch heißen südamerikanischen Sommer nicht umsetzbar. Es ging schon damit los, dass mir die Besitzerin meiner Frühstückspension verbieten will, ein Fußballspiel in Argentinien zu besuchen. Es sei einfach zu gefährlich als Europäer ein Spiel in Argentinien zu besuchen. Ihr fußballverrückter Mann wirkte auf sie ein und am Ende “kriege ich die Erlaubnis” doch fahren zu dürfen, wenn ich möglichst wenig als Ausländer auffalle. Zum Anderen ist der Bus-Atlas, den ich für viel Geld vorab bei ebay ersteigert habe, über zwei Jahre alt und nach Meinung meiner Gastgeber vollkommen unbrauchbar. Er wird von den Gastgebern an der Rezeption kurzerhand mit Karacho in den Müll geschmissen, ohne dass ich ihn auch nur eine Sekunde benutzt hätte…
Nicht als Ausländer auffallen in Buenos Aires
Der Pensionsbesitzer (leider habe ich seinen Namen vergessen) erklärte mir erstmal, wie man in Argentinien ein Stadion besucht, ohne aufzufallen. Die Sache ist ganz einfach. Man soll nichts sagen, auf nichts antworten, nichts Wertvolles bei sich tagen und muss eine kurze Hose des argentinischen Nationalteams anhaben. Und zwar die schwarze, die hellblaue ist verpönt. Also schickt mich der Mann in eins dieser Souvenirgeschäfte, wo ich mir eine Argentinienhose kaufen soll. Ich fand die Idee nicht mal schlecht, weil Argentinien eigentlich immer meine Lieblingsnationalmannschaft war. Leider war meine Größe nicht vorrätig und ich beschloss auszubüchsen und mich in meiner normalen Hose – wohlwissend um die Gefahr – in Richtung Stadion aufzumachen. Immer im Kopf die Parole “bloß nicht als Ausländer auffallen”.
Mein erstes Argentinisches Steak
Auf dem Weg zur “Subte”, wie man in Buenos Aires die U-Bahn nennt, kehrte ich im erstbesten “Parilla” ein. So nennt man die Grillläden, die im Innenraum über einen Holzkohlegrill verfügen und Lonely Planet zur Folge für kleines Geld große Portionen anbieten. Der Lonely Planet lügt nicht. Ich bestelle die mittelgroße Variante und bekomme kurz drauf ein Baguette, das innen doppelt mit Steak belegt ist. Dazu ein großes kühles Bier, das extra in einem Bierkühler kredenzt wird. Ein Auftakt nach Maß!
Unterwegs zum Stadion
Ich nehme die Subte bis zur Station, die dem Stadion am nächsten liegt. Ohne Bus-Atlas bin ich dazu verdammt, zu Fuß zu gehen. Allerdings wurde mir eingebläut, niemanden nach dem Weg zu fragen und bloß keinen Stadtplan (den ich eh nicht habe) rauszuziehen. Google Maps gab es 2012 noch nicht in zufriedenstellender Form… Ich vertraue einfach auf mein Glück und dass von der U-Bahn schon erkennbare Fußballfans Richtung Stadion unterwegs sein werden. Pustekuchen! Dass heute ein Fußballspiel stattfinden soll, ist nicht zu erahnen. Menschenleer zeigt sich der Süden von Buenos Aires in der spätnachmittäglichen Hitze. Ich entdecke eine Art Getränkemarkt in einer Garage, kaufe ein Bier und wage es, nach dem Weg zu fragen. Freundlich wird mir geantwortet und entgegen der Ausführungen der Gastgeber werde ich nicht überfallen. Im Zickzack immer Richtung Westen durch den verwinkelten Stadtteil, bis ich zu einer Straße mit Huracan-Wappen bemalten Mauern komme und die dann bergab Richtung Stadion folgen.
Bemalte Wände mit Motiven der lokalen Fußballclubs sind in Buenos Aires an der Tagesordnung
Klingt einfach, ist es aber nicht. Ich finde einfach den Westen nicht. Denn die im Norden stehende Sonne verunmöglicht mir jede Form der Orientierung nach Himmelsrichtungen. Grauenhaft! Ich habe das Gefühl grob vor und zurück zu laufen, weil ich ein Mal bei der Suche nach Westen dran denke, dass die Sonne im Norden steht und ein Mal nicht. Das erste Mal in meinem Leben, erscheint es möglich, ein Stadion nicht zu finden.
Drei Auswärtsbusse weisen mir den Weg
Irgendwie gelange ich auf große Straße, die eine Hauptverkehrachse zu sein scheint. Sie geht sogar bergab, könnte Sie zum Stadion führen? In diesem Moment werde ich von lautem Gesang aus meinen Gedanken gerissen. Es handelt sich eindeutig um Fußballlieder. Aber wo kommen die her? Dann überholen mich drei zum Bersten gefüllte Busse, die vollkommen in blau und gelb geschmückt sind, aus denen die typischen argentinischen Arme quellen in der dieser einzigartigen argentinischen Supportbewegung. Wir haben sie alle bei der WM gesehen. Die Busse brausen an mir vorbei und der Gesang verstummt. Ich folge der großen Straße und entdecke dann endlich die Flutlichmasten des Stadions. Was für eine Anreise!
Spektakuläres Stadion
Das Tomas Adolfo Duco ist eines der einzigartigsten Stadien, das ich jemals gesehen habe. Die Sitzschalen sind aus Beton gegossen und unfassbar unbequem. Und die Gegentribüne wird von einer Rakete aus Beton überragt, deren Bedeutung mir leider niemand erklären konnte. Beide spielen damals in der zweiten Liga und das Stadion ist mäßig besucht. Dennoch machen beide Fankurven ziemlich gute Stimmung.
Die Fankurve von Huracan mit der typischen argentinischen “Beschmückung”Die Auswärtskurve von CA Atalanta
Es ist unglaublich heiß und zur Abkühlung spritzt die Feuerwehr in der Halbzeit Wasser in die Fanblöcke, was dort mit großem Jubel aufgenommen wird.
Die Feuerwehr sorgt mit Schlauch für Abkühlung im Fanblock
CA Huracan – CA Atalanta 2:2
Das Spiel war wenig spektakulär. Die Spieler sind trotz zweiter Liga technisch alle extrem versiert, aber irgendwie spielen sie wenig effektiv. Immerhin fallen vier Tore, die es mir ermöglichen, vier Mal den tatsächlich frenetischen argentinischen Torjubel zu genießen.
Die Huracan-Fans bejubeln den 2:1-Führungstreffer
Huracan geht zwei Mal in Führung, Atalanta kann zwei Mal ausgleichen. Und so sind es am Ende die Auswärtsfans, die ihre Mannschaft, die damals tief im Abstiegskampf steckte, frenetisch bejubeln und die meterhohen Zäune in beeindruckender Art und Weise heraufklettern, um ihre Mannschaft zu feiern.
Beeindruckende Blockfahne für ein Auswärtsspiel nach dem 2:2-Ausgleich
Für den Rückweg nehme ich mir übrigens ein Taxi. Zu Hause angekommen falle ich Jetlag-bedingt sofort in tiefen zufriedenen Schlaf. Endlich ein Spiel in Argentinien gesehen!