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Offenes Rennen in Liga 3: Das Restprogramm der Aufstiegskandidaten

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Aufstieg TSV 1860

Die Zugehörigkeit von Türkgücü München zur 3. Liga ist Geschichte, das Tabellenbild hat sich durch deren Rückzug massiv verschoben. Plötzlich darf auch der TSV 1860 als großer Profiteur wieder nach oben schielen. Das Restprogramm der Aufstiegskandidaten lässt ein offenes Rennen erwarten.

Tabelle ohne Türkgücü
Der TSV 1860 profitiert massiv vom Ausscheiden von Türkgücü München

Restprogramm der Aufstiegskandidaten

Der 1. FC Magdeburg dürfte ungeachtet des Türkgücü-Rückzugs durch sein und profitiert sogar vom Aus des Neuperlacher Projekts. Kürzlich hatte die Titz-Truppe im Olympiastadion den Kürzeren gegen Türkgücü gezogen.

Das Restprogramm der restlichen Aufstiegskandidaten sieht wie folgt aus:

1. FC Kaiserslautern

Kaiserslautern – Duisburg
Würzburg – Kaiserslautern
Kaiserslautern – Saarbrücken
Wiesbaden – Kaiserslautern
Kaiserslautern – Dortmund II
Viktoria Köln – Kaiserslautern
spielfrei

Eintracht Braunschweig

Osnabrück- Braunschweig
Braunschweig – Havelse
Wiesbaden – Braunschweig
Braunschweig – Würzburg
spielfrei
Braunschweig – Magdeburg
Meppen – Braunschweig
Braunschweig – Viktoria Köln

1. FC Saarbrücken

TSV 1860 – Saarbrücken
Saarbrücken – SV Waldhof
Kaiserslautern – Saarbrücken
Saarbrücken – Verl
Viktoria Berlin – Saarbrücken
Saarbrücken – Zwickau
Freiburg II – Saarbrücken

TSV 1860 München

TSV 1860 – Saarbrücken
Freiburg II – TSV 1860
TSV 1860 – Osnabrück
Duisburg – TSV 1860
TSV 1860 – Havelse
Magdeburg – TSV 1860
TSV 1860 – Dortmund II

SV Waldhof Mannheim

Zwickau – SV Waldhof
Saarbrücken – SV Waldhof
SV Waldhof – Freiburg II
Osnabrück – SV Waldhof
SV Waldhof – Duisburg
Wiesbaden – SV Waldhof
SV Waldhof – Havelse

Die Lichter sind aus: Türkgücü ab sofort nicht mehr im Spielbetrieb!

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Was wurde in den letzten Wochen nicht alles darüber diskutiert… Spielt Türkgücü – nach der Insolvenzanmeldung am letzten Tag im Januar – die Drittligasaison noch zu Ende? Beenden Sie die aktive Teilnahme am Spielbetrieb mehr als fünf Spieltage vor dem Saisonende? Oder erst ganz kurz vor Schluss? Die Folgen für die tabellarische Situation wurden an verschiedensten Stellen ausführlich aufgearbeitet. Und nun ist es fix: Das Spiel der Perlacher in Wiesbaden am 31. Spieltag war das letzte Drittligaspiel für Türkgücü in dieser Saison – und wohl für sehr lange Zeit.

Folgen für die Tabelle – und für die Löwen

Die Folgen des nun erfolgten Rückzugs wurden ebenfalls schon intensiv beleuchtet und doch wiederholen wir es gerne an dieser Stelle noch einmal. Alle aus Spielen gegen Türkgücü erkämpften Punkte (und Tore) werden den 19 Ligakonkurrenten nun wieder abgezogen. Für die Löwen, die sich gegen den Stadtnachbarn zweimal nicht mit Ruhm bekleckert haben, bedeutet das einen Abzug von nur einem Pünktchen (vom 1:1 im August). Und wie sieht es bei den anderen Spitzenteams der Liga aus? Osnabrück und Waldhof Mannheim verlieren jeweils vier Zähler. Kaiserslautern, Braunschweig und Magdeburg deren drei. Besonders hart trifft es den 1. FC Saarbrücken, der sechs Punkte und sechs Differenz-Tore einbüßt. Die Saarländer haben im Herbst mit 3:1 und jüngst mit 5:1 gegen Türkgücü gewonnen. Der TSV 1860 verbessert sich in der aktualisierten Tabelle auf Platz 5. Allerdings hat Osnabrück noch ein Spiel weniger (28), als die Konkurrenz.

Tabelle ohne Türkgücü
Der TSV 1860 profitiert massiv vom Ausscheiden von Türkgücü München

Sportliche Gesamtbilanz für Türkgücü

Seit dem Aufstieg aus der Regionalliga Bayern im Sommer 2020 (wegen Corona-bedingtem Saisonabbruch am grünen Tisch entschieden) absolvierte das ambitionierte Projekt aus der Heinrich Wielandt-Straße 69 Drittligapartien. 20 Siegen stehen 30 Niederlagen gegenüber. 19 Mal endeten die Spiele unter Beteiligung von Türkgücü remis. 75 Tore durfte die – meist überschaubare – Anhängerschar bejubeln, 102 Mal zappelte der Ball im Netz der Perlacher. In der ewigen Tabelle der 3. Liga landet Türkgücü mit diesen Resultaten übrigens ganz knapp nicht in den Top 50 – aber dennoch vor so illustren Namen wie Fortuna Düsseldorf, Rot-Weiß Oberhausen oder Alemannia Aachen.

Damit endet ein wenig ruhmreiches Kapitel der Münchner Profi-Fußballgeschichte. Über den Sinn (oder Unsinn) des ganzen Projekts und wie es nun zu Ende gegangen ist, wird an den Stammtischen sicher noch eine Weile hitzig diskutiert.
Da wir bei sechzger.de ja immer auch einen Sinn für Musik (und Humor) haben, widmen wir den Freunden aus der Heinrich-Wieland-Straße an dieser Stelle noch ein Youtube-Video:

Viele Grüße!

Der Weg des TSV Aubstadt in das Toto-Pokal Halbfinale

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TSV Aubstadt Regionalliga Bayern NBN Arena Blick Auf Das Spielfeld

Etwas überraschend steht der TSV Aubstadt im Toto-Pokal Halbfinale. Auf dem Weg dorthin hat der Viertligist unter anderem einen Drittligisten aus dem Pokal geworfen.

Kantersieg in Runde 1

Der Start in die neue Pokalsaison vom TSV Aubstadt konnte sich wirklich sehen lassen. Mit einem klaren 14:0 gewann man beim Bezirksligisten FC Frankonia Thulba. In Runde 2 wartete dann die SpVgg Ansbach auf den Viertligisten, doch auch diese Hürde konnten die Aubstädter locker bewältigen. Nach Rückstand gewann man gegen den Bayernligisten mit 3:1.

Das Ergebnis schien dem TSV zu schmecken, denn auch in den folgenden beiden Runden sollte man dieses Ergebnis nach Abpfiff zugunsten der Unterfranken auf der Anzeigetafel lesen. Sogar der Spielverlauf zu Runde 2 ähnelte dem im Achtelfinale. Zunächst ging der TSV Rain/Lech im Duell der Regionalligisten in Führung, doch Aubstadt konnte ausgleichen und im weiteren Verlauf der Partie sogar weitere Treffer erzielen. Damit stand Aubstadt im Toto-Pokal Viertelfinale.

Bekanntlich traf der Regionalligist dort auf Türkgücü. Zum dritten Mal in Folge hieß es am Ende 3:1 für den TSV Aubstadt, der Verein zog in das Halbfinale ein.

Nächster Gegner von Aubstadt im Toto-Pokal: der TSV 1860

Es folgte das Traumlos für die Unterfranken. Der TSV 1860 München wurde gezogen. Am Samstag kommt es daher zum Duell zwischen den Löwen und dem Regionalligisten aus dem beschaulichen Aubstadt. Gerade einmal 708 Einwohner zählt das Dorf in Unterfranken. Anpfiff im Halbfinale ist um 14:00 Uhr in der NGN-Arena. sechzger.de ist per Liveticker vor Ort, alle Tickets sind bereits vergriffen.

Während es für die Gastgeber das Spiel des Jahres sein dürfte, wollen die Löwen mit einem Weiterkommen den Einzug in das Finale des Toto-Pokals schaffen. Dort warten entweder die Würzburger Kickers oder der FV Illertissen. Das zweite Halbfinale findet zeitgleich in Illertissen statt.

Folgt Hitzlsperger beim TSV 1860 München auf Saki Stimoniaris?

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TSV 1860 München Trainingsgelände Ismaik
Das Trainingsgelände des TSV 1860 an der Grünwalder Straße

Anfang der Woche machte das Gerücht die Runde, dass Thomas Hitzlsperger ein Amt beim TSV 1860 München übernehmen könnte. Viele fragten sich direkt, auf welcher Position aktuell überhaupt Bedarf herrscht. Wohlmöglich könnte er den Posten von Saki Stimoniaris einnehmen.

Hitzlsperger als Ersatz für Stimoniaris beim TSV 1860?

Noch bis Ende des Monats ist Thomas Hitzlsperger beim VfB Stuttgart tätig, danach könnte es ihn zum TSV 1860 München ziehen. Der bekennende Löwe wohnt ohnehin schon in München und würde zu einem Engagement bei seinem Lieblingsverein sicher nicht nein sagen. Erste Gespräche laufen, doch in welcher Funktion der 39-Jährige in Zukunft tätig sein könnte, ist aktuell unklar.

Möglich erscheint, dass man sich an der Grünwalder Straße bereits auf eine mögliche Verurteilung von Saki Stimoniaris vorbereitet. Gegen den ehemaligen MAN-Betriebsratsvorsitzenden laufen derzeit Ermittlungen. Zuletzt war es in dieser Hinsicht ruhig geworden. Auf Nachfrage von sechzger.de teilte die zuständige Staatsanwaltschaft Ende Februar mit, dass das Ermittlungsverfahren weiterhin andauert, da “insbesondere […] zu gewährende Äußerungsfristen mehrfach pandemiebedingt verlängert werden” mussten. Zunächst einmal gilt in diesem Fall die Unschuldsvermutung, doch der Rücktritt von Stimoniaris im August 2021 mutet verdächtig an. Zuvor soll ein Informant pikante Details verraten haben, die den 50-Jährigen belastet haben. Bereits früh begannen interne Ermittlungen, die dann im weiteren Verlauf auch die Staatsanwaltschaft auf den Plan rief.

Hitzlsperger könnte die Aufgaben von Stimoniaris an der Grünwalder Straße übernehmen. Dieser ist aktuell Aufsichtsratsvorsitzender und zudem der Vertreter von Gesellschafter Hasan Ismaik in diesem Gremium. Zunächst aber einmal bleibt abzuwarten, zu welchem Ergebnis die Ermittlungen kommen. Bei den Löwen dürfte man für den Fall der Fälle allerdings bereits vorbereitet sein.

Sechzig um sieben: Greilinger bleibt

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Sechzig um Sieben beim TSV 1860 München

Der Kader des TSV 1860 München für die kommende Saison nimmt langsam Gestalt an. Nach der Vertragsverlängerung von Marco Hiller ist nun klar, dass auch Fabian Greilinger in Giesing bleibt.

Greilinger bleibt ein Löwe

Günther Gorenzel konnte gestern die zweite Vertragsverlängerung für die nächste Saison bekannt geben. Fabian Greilinger bleibt dem TSV 1860 München auch in der nächsten Saison erhalten. Das Eigengewächs, das seit 2015 an der Grünwalder Straße kickt, verlängerte seinen Vertrag auf unbekannte Zeit. Wie immer gehen die Löwen spartanisch mit derlei Informationen um: “über die Vertragsinhalte wurde Stillschweigen vereinbart.” Wir schweigen nicht, sondern verleihen unserer Freude Ausdruck, dass Fabi ein Löwe bleibt!

Hürden bei der Stadionertüchtigung

Nächste Woche geht die Beschlussvorlage zur Ertüchtigung des Stadions an der Grünwalder Straße endlich in den Sportausschuss. Was erstmal gut klingt, ist bei genauerem Hinsehen gar nicht so toll. Denn “eine mögliche Finanzierbarkeit des Vorhabens ist derzeit nicht sichergestellt”, heißt es in dem Papier. Ein weiterer Stolperstein dürfte die Miete für die Nutzer sein. Die Stadt hätte gerne einen Rückfluss ihrer Investitionen über die Miete oder eine “marktüblichen Miete”. Diese findet Marc-Nicolai Pfeifer (wie viele andere Mieter in München) aber um Einiges zu hoch. Die unendliche Geschichte geht also weiter. Man fragt sich allerdings schon, wieso die Stadt 80 Millionen oder mehr für das Dach des Olympiastadions ausgibt, das in naher Zukunft wahrscheinlich niemanden vor Regen schützen muss. Oder 4,6 Millionen Euro für jedes einzelne EM-Spiel im Jahre 2024.

Termine am Wochenende

Während die Profis am Samstag ab 14:00h in Aubstadt um den Einzug ins Toto-Pokalfinale kämpfen, haben die anderen Mannschaften der Löwen zahlreiche Einsätze. Und das beste ist, man darf die Spiele am Trainingsgelände auch wieder besuchen und das Stüberl hat geöffnet. Das Highlight ist sicher das Spiel der U19 in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga gegen Quelle Fürth am Samstag um 16:00h. Wer nicht nach Aubstadt fährt, kann das Pokalspiel sicher im Stüberl anschauen und danach die U19 beim Kampf um einen Platz in der Bundesliga unterstützen.

Nathan Wicht geschont

Nathan Wicht befindet sich aktuell bei der Schweizer U18-Nationalmannschaft. Im gestrigen Testspiel gegen Polen wurde er nicht eingesetzt. Die Schweizer lagen bereits 2:0 vorne, mussten sich aber am Ende mit einem 2:2 zufrieden geben. Am Freitag gibt’s die nächste Auflage, vielleicht kann Nathan dann Spielpraxis sammeln.

News aus der dritten Liga

Pokal-Halbfinale des SV Meppen muss verlegt werden

Nachdem die Meppener am Samstag schon mit einer durch Bezirksligaspieler ergänzten Mannschaft bei Magdeburg antreten mussten, sorgen nun weitere Corona-Fälle für eine Verschiebung des Verbandspokal-Halbfinales gegen den VfV Hildesheim. Der Nachholtermin steht noch nicht fest.

Stoppelkamp fällt aus

Ex-Löwe Moritz Stoppelkamp zog sich bei der Duisburger Niederlage gegen den FSV Zwickau einen Muskelfaserriss zu. Damit wird er den Zebras in den nächsten Wochen im Kampf gegen den Abstieg fehlen.

Gouras vor Abgang in Saarbrücken

Der 23-jährige Stürmer, der durch gute Leistungen für einiges Aufsehen gesorgt hat, sieht sich wohl nach einem neuen Verein um. Favoriten sind Paderborn und Magdeburg. Aktuell herrscht Funkstille zwischen Gouras und dem FCS, der im Sommer ablösefrei wechseln kann, schreibt liga3-online.

Damit seid Ihr wieder bestens informiert über das aktuelle Geschehen beim TSV 1860 München und in der dritten Liga. Heute steht ja auch noch die Betriebsversammlung in der Heinrich-Wieland-Straße an. Sobald etwas nach Außen dringt, erfahrt Ihr es bei sechzger.de.

 

U18: Schweiz gegen Polen remis – Nathan Wicht (1860) nicht im Einsatz

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Nathan Wicht TSV 1860

Über Monate hinweg fiel Nathan Wicht beim TSV 1860 aufgrund einer Borreliose-Infektion aus. Nun ist der Eidgenosse zurück und stand beim 0:3 in Mannheim wieder im Profi-Kader von Michael Köllner. Derzeit weilt der 18-Jährige bei der U18-Nationalmannschaft der Schweiz, die heute ein Testspiel gegen Polen absolvierte.

Nathan Wicht (TSV 1860) bei der U18 der Schweiz

Der gebürtige Zürcher Nathan Wicht wechselte 2016 von der SpVgg Unterhaching nach Giesing und durchlief seitdem alle Nachwuchsteams des TSV 1860. Im August 2021 debütierte er beim 3:0-Sieg gegen Viktoria Köln in der 3. Liga, als er kurz vor Schluss für Quirin Moll eingewechselt wurde.

Beim Testspiel gegen Polen stand Wicht zwar nicht in der Startelf der U18 der Schweiz, so ganz ohne Bezug zum TSV 1860 wurde die Partie dennoch nicht angepfiffen. Als linker Verteidiger lief Leny Meyer (FC Luzern), Sohn des Ex-Löwen Remo Meyer, auf und zeigte eine ansprechende Leistung.

Eidgenossen verspielen Vorsprung

Auf dem (Kunst-)Rasen des Stadion Esp in Baden war die Schweiz den Altersgenossen aus Polen vor der Pause deutlich überlegen. Malko Sartoretti (17., Team Vaud U21) und Dion Kacuri (23., Grashoppers U21) sorgten für die komfortable 2:0-Pausenführung der Schweizer.

Nach dem Seitenwechsel drehten die Gäste jedoch auf und kamen noch zum verdienten Ausgleich. Piotr Starzynski (76., Wisla Krakau) und Tomasz Pienko (82., Zaglebie Lubin) sorgten für den 2:2-Endstand.

Nathan Wicht kam heute nicht zum Einsatz, dürfte jedoch beim zweiten Vergleich der beiden Teams am Freitag (16.00 Uhr, erneut in Baden) von Anfang an für die Schweiz zum Einsatz kommen.

Die Kosten beim Grünwalder Stadion: Scheitert es an der Geldfrage?

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grünwalder stadion mit flutlicht blick von der tegernseer landstraße in richtung stehhalle

In einer Woche ist es soweit. Die ominöse Beschlussvorlage schafft es endlich in den Sportausschuss der Stadt München. Doch vor allem die Kosten, die für ein umgebautes Grünwalder Stadion nötig sind, lassen hinter der Realisierung durchaus noch ein großes Fragezeichen stehen.

Vier verschiedene Varianten in der Beschlussvorlage

Mittlerweile ist die Tagesordnung für den öffentlichen Teil des Sportausschusses am 30.März einsehbar. Sie enthält lediglich einen Punkt, der es allerdings in sich hat. Thema ist die mögliche Ertüchtigung vom Grünwalder Stadion auf 18.105 Plätze sowie die weiteren Varianten mit den zugehörigen Kosten. Angestrebt wird die teuerste Variante, die für alle Parteien den größten Mehrwert bietet. Entstehen würde dabei ein vollumfänglich überdachtes Stadion mit VIP-Logen, neuer Flutlichtanlage und umgestalteten Tribünenbereichen. Die Komplettüberdachung ist einerseits Voraussetzung für die Zulassung einer Spielstätte in der 2.Bundesliga, andererseits wird damit der bestmögliche Lärmschutz für die Anwohner erreicht.

77 Millionen Euro sollen für diese Variante fällig werden – eine große Summe. “80 Millionen Euro für 3.000 Plätze mehr” heißt es oft – doch hier ist ein genauerer Blick auf die verschiedenen Varianten notwendig. Die erste zeigt dabei allein die Kosten auf, die erforderlich wären, um das Stadion weiterhin in der 3.Liga als Spielstätte melden zu können. Für diese Maßnahmen, die in jedem Fall erforderlich sind, fallen alleine schon 20 Mio. € an. Diese müssen bei jeder der folgenden Optionen hinzugerechnet werden.
Bei dem sogenannten Grundansatz bleibt es bei einer Kapazität von 15.000 Zuschauern, das Grünwalder Stadion wäre in diesem Szenario mit zusätzlichen Kosten von 37 Mio. € zweitligatauglich. Dazu sind die folgenden Maßnahmen erforderlich:

Der Grundansatz beinhaltete die Überdachung der Westkurve, die Ergänzung der
Gegengeraden mit Hospitalityebenen, eine Überdachung und einen neuen Oberrang in der
Osttribüne sowie die Integration des Block Q (VIP-Raum) in den Neubau einer
bestandsorientierten Haupttribüne.

Die Kosten für die zusätzlichen 3.105 Sitzplätze beim Grünwalder Stadion

Eine weitere Möglichkeit stellt der Erweiterungsansatz dar, wie er im Vorbescheid 2019 bereits enthalten war. 52 Millionen Euro wären notwendig, um diesen umzusetzen. Dieser beinhaltet dann die Kapazitätserhöhung auf 18.105 Zuschauer. Die tatsächlichen Kosten für rund 3.000 zusätzliche Zuschauer liegen also in der Theorie bei 15 Mio. €. Weitere fünf Millionen würde ein komplett geschlossenes Dach kosten (4.Variante). Noch ist diese Möglichkeit nicht baurechtlich abgeklärt, doch die Lärmemissionen würden hierbei noch einmal signifikant sinken. Daher wird in der Beschlussvorlage davon ausgegangen, dass die bevorzugte Variante genehmigungsfähig ist. Insgesamt kommt man damit auf die bereits oben genannten 77 Millionen Euro.

Wichtig zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang noch, dass die Kosten zum einen bisher lediglich auf einer Schätzung beruhen und zum anderen ein Risikoaufschlag von 25% enthalten ist. Steigende Lohn- oder Materialkosten bis zur tatsächlichen Umsetzung sind hier beispielsweise zu nennen, die zu mehr Kosten beim Grünwalder Stadion führen könnten.

Stadtkämmerei: Finanzierbarkeit nicht sichergestellt

Auch enthält die Beschlussvorlage in der Folge einen Vergleich mit bereits realisierten Stadionprojekten in Deutschland. Als Vergleichswerte dienen die folgenden Städte:

Essen Halle Zwickau
Paderborn Wiesbaden Heidenheim
Magdeburg Offenbach Ingolstadt
Erfurt Chemnitz Regensburg

 

Verglichen wurden in diesem Zusammenhang die durchschnittlichen Baukosten je Sitzplatz. Es handelt sich hierbei um Neu- und Umbauten. Mit einer Bandbreite von 3.360€ (Wiesbaden) bis 6.490€ (Essen) liegt das Grünwalder Stadion mit Kosten von rund 5.720€ pro Sitzplatz in diesem Bereich. Berücksichtigt man die obige Berechnung, käme man sogar auf einen Wert von 4.831€. Die Beschlussvorlage kommt zu dem Schluss, dass diese Zahlen bezogen auf das Sechzgerstadion als “wirtschaftlich angemessen einzustufen” sind.

Doch nicht nur das insgesamt 20-seitige Dokument liegt der Redaktion von sechzger.de mittlerweile vor, sondern auch die Anlage 2 zu der Beschlussvorlage. Diese hat es auf nur einer Seite durchaus in sich. In zwei Absätzen nimmt die Stadtkämmerei der Stadt München Stellung zu der Vorlage. Zum einen wird dabei möglichst eine Amortisierungsmiete angestrebt. Das würde bedeuten, dass die Mieter in einem noch festzulegenden Zeitraum alle entstehenden Kosten in Form von Miete zurückzahlen müssten. Denkbar wäre darüber hinaus noch die Erhebung einer marktüblichen Miete, die laut Verena Dietl auch angestrebt wird. Vor dem Hintergrund, dass bereits die aktuelle Miete von den Verantwortlichen beim TSV 1860 als zu hoch eingestuft wird, dürfte dies einer der ganz großen Knackpunkte werden.

Scheitert der Umbau Grünwalder Stadion an den Kosten?

Noch kritischer wirken dann die folgenden Sätze, die sich mit der Finanzierbarkeit befassen. Hierzu nimmt die Stadtkämmerei wie folgt Stellung:

Aus der Beschlussvorlage ergeben sich aktuell noch keine direkten Auswirkungen auf die nachfolgenden Haushaltsplanungen. Aber in Anbetracht der weiteren angespannten und schwer einschätzbaren Haushaltslage, gerade im mittelfristigen Finanzplanungszeitraum, sowie unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen und damit verbundenen Auswirkungen auch auf den städtischen Haushalt ist eine mögliche Finanzierbarkeit des Vorhabens derzeit nicht sichergestellt. Die Finanzierung muss zu gegebener Zeit bei Vorliegen der konkreten Zahlen und unter Berücksichtigung sowie Priorisierung weiterer notwendiger städtischer Investitionen gesondert geprüft werden.

Sollte der Sportausschuss also wie geplant der Beschlussvorlage zustimmen, dürfte das gerade einmal den dringend benötigten Startschuss für die Umbaumaßnahmen bedeuten. Ob die Stadt den Kosten für das Grünwalder Stadion dann zustimmt und ob man sich mit dem TSV 1860 München auf eine Miete einigen kann, bleibt weiterhin mehr als fraglich.

Einig ist man sich bei der Stadt seit dem heutigen Tag bereits in Sachen Olympiastadion. Das Dach wird wie angekündigt für über 80 Millionen Euro saniert, der Stadtrats hat den Antrag in der heutigen Vollversammlung beschlossen.

TSV 1860: Michael Hebauer (Medizinische Leitung NLZ) im Interview

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TSV 1860 München - die Löwen!
Die Löwen, Münchens große Liebe!

Das Nachwuchsleistungszentrum der Löwen hat in den vergangenen Jahren zahlreiche hervorragende Fußballer hervorgebracht. Aktuell stehen mit Julian Weigl und Florian Neuhaus wieder zwei in Giesing ausgebildete Spieler im Kader der A-Nationalmannschaft. Doch es kommt nicht nur die technische, taktische und athletische Ausbildung an. Im Interview erklärt Michael Hebauer, medizinischer Leiter des NLZ des TSV 1860, welche Aufgaben er übernimmt und welchen Herausforderungen er sich stellen muss.

Michael Hebauer vom NLZ des TSV 1860 im Interview

Michael Hebauer arbeitet seit 2019 bei den Löwen. Zunächst betreute er als Physiotherapeut die U15, wechselte jedoch bereits nach ein paar Monaten zur U19. Ein Jahr später übernahm der ausgebildete Physiotherapeut, der zudem noch den Bachelor in angewandte Therapiewissenschaften absolvierte, die Stelle des medizinischen Leiters im NLZ. Zu seinen Aufgaben in der medizinischen Leitung des NLZ des TSV 1860 äußert sich Hebauer wie folgt.

“Zum Einen geht es um die Koordinierung der verletzten Spieler, die dazugehörige Kommunikation mit dem Ärzteteam und dem Trainerteam sowie die Vereinbarung der Arztkontrollen für diese Spieler. Zum Anderen beinhaltet das Aufgabengebiet auch die Leitung und Koordinierung der Physioabteilung. Hier geht es um Schichtpläne, Konzepte, Fortbildungen und vieles mehr. Aber auch die Durchführung von Therapien und Behandlungen gehört zu diesem Job dazu.”

Besondere Herausforderungen durch die Pandemie

Selbstverständlich hat die Pandemie die Herausforderungen etwas verlagert, aber keineswegs geschmälert.

“Neben den eigentlichen Aufgaben standen nun tägliche Anrufe und Abstimmungen mit dem Gesundheitsamt, Entwicklung und Anpassungen von Hygienekonzepten und deren Umsetzung im täglichen Trainings- und Spielbetrieb auf dem Programm.”

Medizinische Betreuung der Junglöwen

Und was wird den jungen Sportlern in der medizinischen Betreuung beim TSV 1860 überhaupt geboten?

“Wir können zum einen eine tägliche Physiotherapie zur Vor- und Nachbehandlung für die Spieler bieten. Zum anderen aber auch ein umfassendes Reha- und Athletikangebot, welches sie in Anspruch nehmen können. Unser Ärztenetzwerk und unsere Kooperationen ermöglichen unseren Spielern zudem eine ganzheitliche Behandlung für Beschwerden kleinerer und größerer Art.”

Mit Leandro Morgalla, Nathan Wicht und Niklas Lang wurden gerade erst wieder drei Junglöwen in diverse U-Nationalmannschaften berufen – auch ein Verdienst der medizinischen Abteilung im NLZ des TSV 1860!

Fabian Greilinger verlängert seinen Vertrag beim TSV 1860

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Fabian Greilinger Vertrag 1860

Sehr schön: Mit Fabian Greilinger verlängert das nächste Eigengewächs des TSV 1860 seinen Vertrag bei Münchens großer Liebe!

Fabian Greilinger verlängert beim TSV 1860

Nachdem sich zuvor bereits Marco Hiller weiterhin an den TSV 1860 gebunden hat, zieht nun Fabian Greilinger nach. Der gebürtige Eggenfeldener spielt seit 2015 für die Löwen und kam am 1. Spieltag der Saison 2019/20 zu seinem Premiereneinsatz in der 3. Liga.

“Ich bin sehr glücklich darüber, meinen Vertrag bei meinem Jugendverein und Münchens großer Liebe zu verlängern. Dieser Verein ist schon immer sehr besonders für meine Familie und für mich, deshalb freue ich mich, den Weg mit den Löwen weiter zu gehen. Wir haben einiges vor in der kommenden Zeit, dafür werde ich wie immer alles geben und hoffe, zusammen mit der Löwenfamilie sportliche Erfolge feiern zu dürfen.”

Über die Vertragsinhalte bzw. die -laufzeit wurde Stillschweigen vereinbart. Man darf gespannt sein, wer seinen Vertrag als Nächster verlängern wird…

Foto: TSV 1860

Eintrittspreise: Ein guter Geschmack war schon immer etwas teurer

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Anzeigetafel GWS 1860 Freiburg

Endlich wieder 15.000

Am Samstag, den 2. April darf der TSV 1860 erstmals seit 20. November 2021 letzten Jahres wieder 15.000 Zuschauer im Grünwalder Stadion begrüßen. Allerdings waren faktisch beim damaligen Heimspiel gegen Duisburg höchstens die Hälfte der theoretisch erlaubten Besucher da. Die Corona-Angst ging um. Tatsächlich war das Sechzgerstadion in dieser Saison nur zweimal wirklich voll: In der magischen Pokalnacht gegen Schalke 04 am 26. Oktober und vier Tage später beim 6:0 über Freiburg II.

Ärger in Saarbrücker Fankreisen über Eintrittspreise

Am 2.4., wenn es gegen den derzeitigen Tabellendritten aus Saarbrücken geht, sind auch 1.500 Gästefans zugelassen. Der Kartenverkauf im Saarland hat heute begonnen, wie der FCS auf seiner facebook-Seite bekannt gab. Die Fans der Blau-Schwarzen scheinen aber über das Wiedersehen mit Giesing nicht ausschließlich glücklich zu sein. Unter dem Beitrag entwickelte sich im Laufe des Vormittags ein Shitstorm. Anlass: Die durchaus hohen Eintrittspreise für das Spiel 1860-Saarbrücken. So kommentieren die User:

Bei den Preisen sollte das ja eigentlich ein Erstliga-Spiel sein

Stehplatz 16,50 Euro? Bis zum ersten April dauert es noch 10 Tage

Wusste gar nicht, dass wir jetzt in der Champions League spielen

Assi-Preise……

16,50 Euro für den Stehplatz

Was für die Löwenfans preislich ganz normal ist, stößt hier auf offensichtliche Überaschung – und Verärgerung. 16,50 EURO muss der Vollzahler aus dem Saarland für seinen Stehplatz in der Ostkurve entrichten – inklusive der Vorverkaufsgebühren. Der ermäßigte Stehplatz ist einen Euro günstiger, was in der Tat etwas seltsam anmutet. Für einen Sitzplatz auf der Haupttribüne, wo ja in Block A stets ein Kontingent für die Gäste zur Verfügung steht, fallen insgesamt 33,50 EURO an.

Preisvergleich Saarbrücken – München

Tatsächlich sind diese Eintrittspreise, wenn man sie beispielsweise mit den Kosten vergleicht, die für ein Spiel im neuen Saarbrücker Ludwigspark anfallen, eine saftige Investition. Der Schreiber dieser Zeilen reiste zum Hinspiel (1:1) am 23. Oktober mit zwei Heranwachsenden und musste für den Stehplatz im Gästebereich mit bester Sicht auf ein durchaus fesselndes Drittligaspiel insgesamt (also für alle drei) nur 26,00 EURO entrichten. In der heimischen Kurve geht es noch günstiger: Hier kann ein Elternteil mit Kind mit einem speziellen Kombiticket für 8 + 5 EURO in den Ludwigspark kommen. Dies sind allerdings, das gehört auch zur Wahrheit, wohl die günstigsten Preise der ganzen 3. Liga.

München – ein teures Pflaster

An dieser Stelle erinnern wir nochmal an einen Beitrag vom 12. März, der sich – in einem anderen Zusammenhang, aber dennoch passend – mit den hohen Lebenshaltungskosten in München beschäftigte. Dieser Artikel belegte mit externer Quelle, dass man beispielsweise in Saarbrücken für die Dinge des täglichen Bedarfs nur 62% der Geldsumme benötigt, die dafür in München anfällt. In dieser Konsequenz ist der Preis für den Gästestehplatz im Sechzger im Vergleich zu dem im Ludwigspark also völlig folgerichtig und passt rechnerisch ziemlich genau.

Das Billigere ist keine Alternative. Falsche Farbe!

Es bleibt abzuwarten, ob sich aufgrund der für den Saarbrücker Anhang ungewohnt hohen Preise vielleicht ein paar weniger Fans auf den Weg von der Saar an die Isar machen. Die Löwenfans hingegen wissen: Es gäbe in ihrer Stadt durchaus einen anderen Verein, der in einer riesigen und modernen Arena sein atmosphärisch eher tristes Dasein fristet. Dort könnte man Bundesligaspiele für weniger Eintrittsgeld verfolgen, als es bei Sechzig in der 3. Liga der Fall ist. Aber wer will das schon? Ein guter Geschmack war schließlich schon immer etwas teurer!