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Jahresrückblick 2024 von Mane Forster – Es ist mit dir nicht immer leicht

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Seit jeher blicken die Redaktionsmitglieder von sechzger.de zum Jahreswechsel – in meist ganz persönlicher Weise – auf das zu Ende gehende Löwenjahr zurück. Heute ist Mane Forster mit seinen – sehr detaillierten und ausführlichen – Einschätzungen zu 2024 an der Reihe.

Jahresrückblick 2024 von Mane Forster

Was war dein Highlight des Jahres 2024 rund um den TSV 1860 München?

Sportlich: Sportlich gesehen der Jahresbeginn mit einer Serie von acht ungeschlagenen Spielen und mit begeisternden Heimsiegen u.a. gegen RW Essen und den FC Ingolstadt, die damals beide um den Aufstieg mitspielten. Das einzelne absolute Highlight sehe ich sportlich im gesamten Kalenderjahr 2024 aber leider nicht.

Aus Fansicht: Abseits des grünen Rasens war natürlich aus Fansicht der Vorbereitungskick in Wien bei der First Vienna in der Naturarena „Hohe Warte“ ein absoluter Leckerbissen. Da können wir uns nur bei den Verantwortlichen der beiden Vereine bedanken, dass dieses Spiel geklappt hat. Freundliche Gastgeber inkl. einer kleinen Stadtführung und Besuch des Vereinsmuseums – ein Traum! Nach so einer internationalen Begegnung in einem attraktiven Stadion haben sich viele Fans jahrelang gesehnt.

Vereinspolitisch: Im Februar 2024 landete Präsident Robert Reisinger einen Volltreffer. Während der Vorstellung des Kurzzeit-Geschäftsführers Oliver Mueller (ausgesprochen: “Müller”) gab es an einen extrem umstrittenen Blogbetreiber der Region eine klare Ansage. Mit den Worten “Sie schaden mit Ihrer Berichterstattung seit Jahren 1860 München” und “für mich sind Sie Ursache von Spaltung und Hass in diesem Verein” brachte er seine Haltung gegenüber einem ehemaligen Boulevard-Journalisten deutlich zum Ausdruck. Damit sprach er einem Großteil der Löwenfans aus der Seele.

Sonst noch positiv: Die Löwen-Amas um Trainer Felix Hirschnagl grüßen aktuell von der Tabellenspitze der Bayernliga Süd, ein großartiger Erfolg für den neuen Coach und die völlig neu zusammengestellte Mannschaft.

Außerdem muss im Jahresrückblick natürlich das großartige Panini-Album erwähnt werden. Dieses Sammelheft und die dazugehörigen Sticker haben bei vielen Löwenfans eine große Sammelleidenschaft erweckt und viel Freude bereitet. Die Tauschtreffen mit Löwenfans aus jeder Generation waren eine extrem wohltuende positive Abwechslung.

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Negativ: Die Auftritte gegen Ende der letzten Saison in Unterhaching und daheim gegen Dortmund II. Bis zum Saisonfinale befanden sich die Löwen in Abstiegsgefahr, die Spiele in Unterhaching (0:2) und gegen Dortmund (1:2) waren dann aber so richtig grausam, es schien als hätte die Mannschaft den Ernst der Lage absolut nicht verstanden. Diese beiden Begegnungen waren die wohl größte Enttäuschung der gesamten Saison. Besonders bitter, da gegen Dortmund II eine Choreo der aktiven Fanszene über das gesamte Stadion eigentlich die letzten Prozente aus der Mannschaft rauskitzeln sollte…
Da fehlte es an allem, was Abstiegskampf ausmacht. Wille, Leidenschaft, Kampf, Einsatz usw. Wir erwarten keine Wunderdinge und im Abstiegskampf keine spielerischen Höhepunkte aber so blutleer aufzutreten tat der Löwenseele richtig weh.
Passend zur gesamten Spielzeit 2023/24 gab es am letzten Spieltag nach einem erneut mehr als blut- und einfallslosen Auftritt und trotz einer erneut ausverkauften Hütte eine verdiente 0:2-Niederlage gegen Bielefeld, man beendete die Saison damit absolut “standesgemäß”. Ehrlicherweise waren wir da auch alle froh, dass diese erneut enttäuschende Saison damit endlich beendet war.

Positiv: Neben dem bereits oben erwähnten Testkick in Wien blieb vor allem der Auftritt in Aachen aufgrund der positiven Begleitumstände in Erinnerung. Ich hab‘ es in inzwischen mehr als 45 Jahren “Stadion-Erfahrung” noch nie (ausgenommen Regionalliga) erlebt, dass wir Löwen von einer ganzen Stadt, von einer gesamten Fangemeinde so positiv in Empfang genommen wurden. Gefühlt hat sich ganz Fußball-Aachen auf uns gefreut. Eine durchaus schöne Erfahrung.

Welcher Spieler ist dein persönlicher “Spieler des Jahres”?

Schwierig, aber da fällt mir aktuell nur Marco Hiller ein. Nach Hendrik Bonmann und David Richter hat er in dieser Spielzeit mit Rene Vollath den nächsten Konkurrenten vor die Nase gesetzt bekommen und hat sich erneut absolut überzeugend durchgesetzt.

Da Marco Hiller bei den Fans in der Westkurve sehr beliebt ist, wurde er in den “sozialen Medien” von Kritikern des e.V. vermutlich stellvertretend oft unter der Gürtellinie angegangen und haltlose Verschwörungstheorien aufgestellt. Eine war u.a. er spiele nur, weil sein Bruder Einfluss auf die Aufstellung genommen habe. Diesen bodenlosen Schwachsinn hat er absolut professionell ignoriert und sich auch mit seiner Reservistenrolle zu Beginn der Saison sehr fair und mannschaftsdienlich abgefunden.

Marco Hiller Torwart TSV 1860
Manes “Spieler des Jahres”: Marco Hiller (Foto: TSV 1860)

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: Nenne uns dein “Tor des Jahres”!

Da kann die Antwort eigentlich nur Thore Jacobsen mit seinem sensationellen Treffer auf der Bielefelder Alm heißen. Wobei ich zugeben muss, dass ich als Fan im Gästeblock bis zum Schluss die Gefährlichkeit des Balles nicht erkannt habe. Beim Schuss Richtung Bielefelder Hälfte hab ich mich noch über die Sekunden gefreut die von der Uhr gelaufen sind, um das 0:0 in Bielefeld über die Zeit zu bringen. Tja, Gott sei Dank seh ich schon schlecht 😉

Leider ging nach diesem Treffer der sehr ähnliche Siegtreffer von Tunay Deniz im Stadion “Rote Erde” ebenfalls aus großer Entfernung ein wenig unter. Aus Fansicht war diesmal die Gefährlichkeit deutlich besser zu erkennen, da wir ja im Gästebereich entlang der Gegengeraden postiert waren und so die Flugbahn deutlich besser erkennen konnten.

Da die Schadenfreude bekanntlich die schönste Freude ist, sind mir die sensationellen Eigentore des FC Ingolstadt und der Viktoria aus Köln in der Rückrunde 23/24 auf Giesings Höhen auch noch bestens in Erinnerung.

Nimmt man noch den Weitschuss Treffer des VfB II in Großaspach gegen uns mit dazu, war dieses 2024 schon wirklich ein Jahr der besonders kuriosen Treffer.

Ganz im Gegenteil dazu: Was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?

Leider der ausführlichste Punkt in meinem Jahresrückblick:

Hass und Häme im Netz: Nach der 0:1 Auftaktniederlage gegen Saarbrücken ließ eine nicht unerhebliche Anzahl von e.V. Kritikern ihrer Häme und teilweise leider auch ihren blanken verbalen Hass auf alles grün-goldene freien Lauf. Verkehrte Welt, wird dieses Verhalten – Freude über den sportlichen Misserfolg – ja eigentlich “uns” vorgeworfen. Das ist natürlich auch die Saat, die durch eine extrem einseitige und oft populistische Berichterstattung einer Seite gesäht wird.

Völlig unnötige Torwart-Diskussion: Zudem machte unser Trainer auf der einzigen Position, auf der wir wirklich kein Problem haben ein völlig unnötiges Fass auf. Mit Rene Vollath wurde der von den Hachingern mit viel Trara verpflichtet Torhüter die neue Nummer eins vor Marco Hiller, der zum Ersatzmann degradiert wurde. Wer keine Probleme hat – was bei uns sicher nicht zutrifft – macht sich eben seine eigenen.

Spielansetzungen: Viel Fan-unfreundlicher ging es zeitweise kaum noch. Der absolute Höhepunkt war das Auswärtsspiel in Lübeck an einem Januar-Dienstagabend in Lübeck, die aktuellste Terminierung ist ein Sonntagabend um 19:30 in Dresden. Der Verband zeigt sehr deutlich, wie scheißegal ihm die mitreisenden Fans sind. Oft wird auch der letzte Zug Richtung München nicht erreicht und dann schon in der Planung auf Auto oder Bus ausgewichen. Das muss diese Nachhaltigkeit sein, mit der sich der Verband immer wieder rühmt.

Stadion / LH München: Eine Peinlichkeit lieferte der Vermieter unseres Stadions, die Landeshauptstadt München beim Heimspiel gegen die Viktoria aus Köln. Aufgrund des Ausfalls der Lautsprecheranlage konnte das Spiel nicht angepfiffen werden. Bei brütender Hitze mussten alle Zuschauer vor dem Stadion warten, da die selbsternannte Sportstadt München keinen Plan B hatte. Dieses Totalversagen ist einfach so exemplarisch bezeichnend für unseren Stellenwert im Rathaus. Dass einigen Löwenfans von der Staatsmacht die Versorgung der Wartenden mit Wasser aus dem Innenraum des Stadions auch noch negativ ausgelegt wurde, passte da nur zu gut ins Bild.

Wie immer – Frühzeitiges Aus im Toto-Pokal: Die völlig desolate Darbietung im Landespokal gegen die Vorstädter war eine einzige Blamage. Für uns ist der Toto-Pokal vermutlich die einzige Möglichkeit einen Titel zu gewinnen und in die erste Runde des bundesweiten Cup-Wettbewerbs einzuziehen, inkl. TV-Gelder usw. Aber die Herren Profis zogen es vor, sang- und klanglos zu verlieren und nahmen uns Fans damit auch die Hoffnung auf eine Wiederholung der Pokalauftritte gegen Kaliber wie Dortmund (die Erste) oder Schalke. Das Geschwätz und die Phrasen wie “Wir nehmen den Pokal diesmal ernst” klingt uns heut noch in den Ohren. Das einzig Positive blieb daher der 18:0-Rekordsieg beim SSV Kasendorf, der sicher einen Platz in der Vereinschronik finden wird.

Mitgliederversammlung inkl. Verunglimpfung und Beleidigungen: In der Sommerpause war die Mitgliederversammlung über mehrere Wochen das beherrschende Thema. Diese bot im Vorfeld jede Menge (im negativen Sinne) bester Unterhaltung. Neben einem durchaus beachtenswerten und unerwarteten wochenlangen Werbefeldzug Hasan Ismaiks durch die bayrische Provinz, gab es auch verbale Aussetzer (Grüße gehen vom Abschaum und den Idioten an Dr. Klaus Lutz), Verunglimpfung von Ehrenamtlichen, ein immer mehr Richtung Investor abdriftendes “Bündnis Zukunft” und die Reinkarnation eines wegen Fake-E-Mails bekannten ehemaligen ARGE-Vorstands im Schlepptau der Hasan-Entourage samt des vermeintlich unabhängigen Verwaltungsrats-Kandidaten Saki Stimoniaris. Ein Hauch von Holla die Waldfee, medial ununterbrochen unterstützt durch das Portal “dieblaue24”. Der Auftritt von Hasan Ismaik und Dr. Lutz auf der Mitgliederversammlung samt Begleitung von Bodyguards wirkte extrem verstörend und will so gar nicht zu dem “Sechzig” passen, was meiner Wunschvorstellung entspricht. Mit am emotionalsten wurde es in der Halle aber als die Causa Sitzberger vom “alten” Verwaltungsrat erläutert wurde. Da vergaßen einige der offensichtlichen Gegner des aktuellen Präsidiums und Verwaltungsrates ihre gute Kinderstube. Der Vergleich mit den Steinen und dem Glashaus kommt mir da sofort in den Sinn. Eine deutliche 0:9 Klatsche bei der Wahl zum Verwaltungsrat beendete die Träume von der Machtübernahme und einer Ära Cassalette 2.0. Erleichtert wurde der in dieser Deutlichkeit kaum erwartete Triumph der Vernunft nach der 13-stündigen MV lautstark gefeiert. Im Endeffekt erwies sich die “schweigende Mehrheit” erneut als absolute Luftnummer.

Miserable Heimbilanz: Die miserable Heimbilanz ist ein einziges Desaster, in der gesamten Vorrunde der laufenden Saison gab es genau ein einziges überzeugendes Heimspiel – das 3:0 gegen den Waldhof aus Mannheim. Neben einem 1:0-Arbeitssieg gegen Hannover II war’s das dann aber auch schon mit den Heimdreiern. Satte sechs Pleiten auf Giesings Höhen sind ein schlechter Witz. Da brauchen sich Mannschaft und Trainer auch nicht über die immer schlechter werdende Stimmung im Stadion zu wundern. Man geht ja inzwischen schon mit einem mulmigen Gefühl zu den Heimspielen. 

Streit unter den e.V.-Gremien: Zu allem Überfluss gab es dann auch noch ein vereinspolitisches Beben, da sich das Präsidium genötigt sah, das Finanzloch der KGaA durch einen Darlehensvertrag mit der HAM zu stopfen, der scheinbar eine weitreichende Aushöhlung von 50+1 zur Folge hat. Zumindest sieht das der Verwaltungsrat (einstimmig!) so und es folgte ein – mal wieder öffentlicher – Streit der beiden e.V. Gremien.

Kurzzeit-Geschäftsführer Mueller: Nicht lange im Amt aber mit Langzeitwirkung…. Wenig positiv werden die Löwen ab dem 10. Januar die Schlagzeilen der Münchner Presse unfreiwillig füllen. Die Münchner Journaille wird sich genüsslich auf die öffentliche Verhandlung stürzen, wenn die bisher der Öffentlichkeit unbekannten Gründe für die Entlassung von Geschäftsführer Mueller erläutert werden. Die entscheidende Frage wird sein, ob die Entlassung rechtens war.

Die blaue24: Ebenfalls frustrierend ist der Umstand, dass im Kommentarbereich des Blogs “dieblaue24” die Begriffe Anstand und Würde weiterhin absolute Fremdwörter sind. Bestes und aktuelles Beispiel sind die Kommentare zu den Berichten nach den Vorfällen beim Auswärtsspiel in Essen. User des Blogs bezeichnen dort andere Löwenfans ungestraft und unzensiert als Abschaum und freuen sich unverhohlen, dass andere Löwenfans “aufs Maul” bekommen haben. Diese teils völlige Verrohung im Kommentarbereich dieses Blogs macht weiterhin fassungslos.

Stadionsituation: Frustrierend ist weiterhin auch die Stadionsituation. Großspurigen Versprechungen folgen keine Taten. Auch kleinste “Sofortmaßnahmen”, wie die geplante Erhöhung der Kapazität auf 17.000 Zuschauer oder der Rückbau des Zauns vor der Stehhalle wurden immer noch nicht in Angriff genommen. Hauptgrund ist der fehlende politische Wille der Stadtspitze! In keinem anderen Stadion der drei deutschen Profiligen gibt es einen derart prähistorisch anmutenden Zaun vor dem Sitzplatzbereich. Die vorgeschobenen Sicherheitsbedenken des Polizeipräsidiums München und des KVR sind lächerlich. Schande über dich, Sportstadt München! Da ist es auch wenig hilfreich, wenn Hasan Ismaik im 12-Monats-Rhythmus von einem Stadion-Neubau schwadroniert und den örtlichen Gazetten völlig substanzlosen Inhalt in die Blöcke diktiert. Same procedure as every year. Dass es immer noch Löwenfans gibt, die dieser vorhersehbaren Luftnummer Glauben schenken, macht aber ebenfalls sprachlos. 

Preispolitik Dauerkarten: Die Vorfreude auf die neue Saison wurde von der erneut happigen Preiserhöhung bei den Dauerkarten getrübt. Zwar wurde “nur” bei den Sitzplätzen zugeschlagen, da aber nach dem Vorjahr jetzt zum zweiten Mal richtig saftig. Der Begriff “ausgschamd” war zurecht oft zu hören. Ein ganzer Schwung stimmungsbereiter Fans der Stehhalle wanderte daher auch in die Westkurve ab. Für die Stimmung in der Stehhalle alles andere als zuträglich.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2025 ändern?

Ich würde mir von Herzen wünschen, dass die Mannschaft endlich ihr Potential halbwegs konstant abruft. Wir haben doch Kicker, die es können. Spieler wie Guttau, Wolfram, Deniz, Jacobsen, Philipp, Schröter usw. haben doch in der Vergangenheit bewiesen und gezeigt, was alles möglich ist. Es wirkt aber als Fan so, dass es der Trainer noch nicht geschafft hat, aus vielen guten Einzelspielern eine Mannschaft zu formen, die halbwegs konstant ihre Möglichkeiten auf den Platz bringt.

Noch ein Wort zum Trainer: Ein zweiter Herzenswunsch wäre es, wenn die Geduld bei Sechzig endlich einmal belohnt wird. Egal ob jetzt der Coach aufgrund des Vertrauens der Vorgesetzten oder wegen Geldmangels und fehlender Alternativen noch an Bord ist. Wäre es nicht für uns alle so richtig geil, wenn nach einer schlechten Phase endlich einmal die Geduld und das Vertrauen auch bei Sechzig belohnt wird und wir mit Argirios Giannikis zukünftig wieder richtig gute Spiele sehen und Erfolge feiern? Das gleiche hätte ich mir übrigens auch unter Maurizio Jacobacci gewünscht, weil es nämlich völlig egal ist, wer den Trainer vorgeschlagen oder eingestellt hat. Weg vom Narrativ “die wollen ja gar keinen Erfolg”.

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2025: Wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Wir werden irgendwie den Klassenerhalt schaffen, für mehr fehlt mir aktuell die Vorstellungskraft. Insgeheim hoffe ich aber auf eine Rückrunde ohne Niederlage, begeisternde Heimspiele, eine unvergleichliche Siegesserie und und und….

Bisher erschienen folgende Jahresrückblicke 2024 der sechzger.de-Redaktion:

Stefan Kranzberg

Jan Schrader

Christian Jung

Thomas Spiesl

Thomas Enn

Florian Buch

Peter Gratz

Nina Gessner

04.01.1982: TSV 1860 unterliegt Al Ahly in Kairo

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TSV 1860 Ägypten Al Ahly Zamalek Kairo

Die Wintervorbereitung im Jahr 2025 findet bekanntermaßen an der Grünwalder Straße statt. Vor 43 Jahren hingegen zog es Münchens große Liebe im Winter in den Süden. In der ägyptischen Hauptstadt Kairo bestritt der TSV 1860 zwei Testspiele gegen die dortigen Spitzenclubs Al Ahly und Al Zamalek.

Lizenzentzug statt Aufstieg

Die Rückkehr in die 1. Bundesliga war vor der Saison 1981/82 das erklärte Ziel an der Grünwalder Straße. In der neugeschaffenen eingleisigen 2. Bundesliga warteten aber Gegner eines anderen Kalibers als zuvor in der 2. Bundesliga Süd, darunter Mitabsteiger Schalke 04, Hertha BSC oder Hannover 96.

Trainer Wenzel Halama regierte mit eiserner Hand, die Sommervorbereitung wurde mit militärischem Drill in der Bundeswehrkaserne in Sonthofen absolviert. Vier Trainingseinheiten pro Tag standen auf dem Programm, an der Kondition sollte es der Mannschaft also keineswegs mangeln.

Sportlich sah es für die Löwen über weite Strecken nicht schlecht aus, mit Rudi Völler (37 Tore in 37 Spielen) stellte man gar den Torschützenkönig. Finanziell schlitterte der TSV 1860 immer weiter ins Desaster und am 30.06. wurde der vorher bereits angekündigte Lizenzentzug vollzogen.

TSV 1860 unterliegt Al Ahly

Im Winter war davon jedoch noch keine Rede und so begab sich der Löwentross ins sonnige Ägypten, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Angesetzt waren auch zwei Testspiele des TSV 1860 gegen die Spitzenclubs Al Ahly und Al Zamalek aus Kairo.

Am 04.01.1982 traten die Löwen vor 5.000 Zuschauern im Cairo International Stadium, das eine Kapazität von über 74.000 Plätzen aufweist, gegen Al Ahly an. Fun Fact am Rande: Architekt des Stadions war der Deutsche Werner March, der 1934 bis 1936 das Olympiastadion in Berlin erbaut hatte. Der damalige ägyptische Serienmeister erwies sich am Ende zu stark für den deutschen Zweitligisten. Obwohl Rudi Völler den TSV 1860 vor der Pause in Führung gebracht hatte, stand nach 90 Minuten eine 1:2-Niederlage zu Buche.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Wenzel Halama setzte heute vor 43 Jahren auf folgende Löwen-Elf:

Zander – Strack, Klinkhammer (Seider), Schmidkunz – Sidka, Beer, Senzen, Hainer – Waas (Pefetto), Raubold, Völler (Bunk)

Torloses Remis gegen Al Zamalek

Nur zwei Tage später war der TSV 1860 bereits wieder im Einsatz. Gegner war diesmal Al Zamalek, ebenfalls ein sehr namhafter und erfolgreicher Verein aus Kairo. Ganze 3.000 Zuschauer hatten sich diesmal im weiten Rund eingefunden und wurden noch nicht einmal mit einem Treffer belohnt.

Titelbild: Pixabay (Media Design and Media Publishing)

Fotogalerie zum Trainingsauftakt 2025 an der Grünwalder Straße

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Bei strahlendem Sonneschein fand am heutigen Freitag Nachmittag der Trainingsauftakt 2025 beim TSV 1860 statt. Bis zum – leicht verspäteten – Beginn um 14.30 Uhr hatten sich gut 60 Löwenfans, vielleicht auch ein paar mehr, an der Grünwalder Straße eingefunden.

Leichter Wintereinbruch in München

Aufgrund des Schneefalls am Donnerstag Abend waren die Trainingsplätze am Morgen mit einer leichten Schneeschicht bedeckt. Unter Anleitung von Ex-Vizepräsident Hans Sitzberger räumte eine wackere Gruppe zunächst den Kunstrasenplatz 2 und dann den “1er”, der eigentlich für die erste Trainingseinheit im neuen Jahr vorgesehen gewesen war, sodass Argirios Giannikis seine Löwen zum Aufgalopp bitten konnte. Geschäftsführer Dr. Christian Werner bedankte sich im Laufe des Nachmittags bei den fleissigen Helfern und begrüßte anschließend viele der anwesenden Trainingsbeobachter per Handschlag und mit freundlichen Neujahrswünschen.

Verlaat, Schifferl und Danhof und Muteba fehlen

Die Trainingsgruppe auf dem Platz wurde durch eine Handvoll Spieler von den Amas und der U19 verstärkt. Die derzeit verletzten Profis Tim Danhof und Raphael Schifferl wurden auf dem Trainingsgelände, allerdings nicht auf dem Platz, gesichtet. Sie verbrachten die Zeit der Einheit im Kraftraum. Kapitän Jesper Verlaat und Eliot Muteba waren nicht vor Ort. Der vor knapp einem Jahr von der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg zu den Löwen transferierte Linksaußen steht – wie am Nachmittag bekannt wurde – wohl vor dem Absprung von der Grünwalder Straße und dürfte sich dem Regionalligisten FV Illertissen anschließen.

Fotogalerie zum Trainingsauftakt 2025

Hier präsentieren wir Euch unsere Impressionen vom Trainingsauftakt, die – wie immer – nicht von professionellen Fotografen, sondern von uns Fanbloggern selbst aufgenommen wurden.

Videos rund um die Löwen

Bewegtbilder rund um den TSV 1860 findet Ihr auf dem sechzger.de YouTube-Kanal. Einfach abonnieren und immer auf dem neuesten Stand bleiben!

Eliot Muteba vor Wechsel zum FV Illertissen

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Löwen lösen Vertrag mit Muteba auf

10 Spiele in der 3. Liga, 2 Partien im Toto-Pokal (2 Tore) und sieben Einsätze bei der U21 (3 Tore) – so die Bilanz von Eliot Muteba seit seinem Wechsel zu den Löwen in der Winterpause 2023/24. Nun scheint sich das Kapitel zu schließen, Muteba steht vor einem Wechsel zum FV Illertissen.

Eliot Muteba vor Wechsel zum FV Illertissen

Die Saison begann für den 21-Jährigen so vielversprechend: Im Juni feierte Eliot Muteba sein Debüt in der angolanischen Nationalmannschaft und gewann mit dem Team prompt den COSAFA Cup. Zurück an der Grünwalder Straße verlief die Spielzeit jedoch weit weniger erfreulich. Lediglich vier Kurzeinsätze mit insgesamt 34 Minuten Spielzeit stehen für den gebürtigen Dietersburger zu Buche – und die Perspektive auf weitere Einsätze ist trotz ansprechender Leistungen in der U21 offenbar nicht gegeben.

Nach Informationen der tz steht Muteba nun vor dem Absprung zum FV Illertissen. Dort träfe der Offensivspieler mit Marco Mannhardt und Milos Cocic auf zwei weitere Ex-Löwen. Die Schwaben belegen in der Regionalliga Bayern aktuell den 4. Platz.

Titelbild: TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA

Kein Trainingslager: Lino Tempelmann vor Rückkehr zu 1860?

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TSV 1860 Bus Toto-Pokal Spieltage Löwen-TV trainingslager

Sechs Spiele absolvierte Lino Tempelmann in der Saison 2017/18 in der Regionalliga Bayern für den TSV 1860 München, ehe er zum SC Freiburg wechselte. Aktuell steht der gebürtige Münchner beim FC Schalke 04 unter Vertrag, reist aber nicht mit den Knappen ins Trainingslager, da er sich in Vertragsverhandlungen mit einem anderen Verein befindet. Kehrt der Mittelfeldspieler womöglich nach Giesing zurück?

Kehrt Lino Tempelmann zum TSV 1860 zurück?

Nachdem zuletzt bereits über eine Rückkehr von Dennis Dressel zum TSV 1860 spekuliert worden war, dieser jedoch heute am Trainingsauftakt des Grazer AK teilnahm, rückt eventuell ein neuer Name in den Fokus: Lino Tempelmann.

Ganze fünf Partien absolvierte Tempelmann in der laufenden Spielzeit für den FC Schalke 04 und stand zuletzt nicht mehr im Spieltagskader. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, reist der 25-Jährige nun nicht mit ins Trainingslager, da er sich in Vertragsverhandlungen mit einem anderen Verein befinde. Handelt es sich dabei etwa um den TSV 1860?

Schließt sich der Kreis?

Für den zentralen Mittelfeldspieler, der auf elf Einsätze in der Bundesliga (SC Freiburg) und 89 Spiele in der 2. Liga (Schalke und Nürnberg) zurückblicken kann, würde sich der Kreis schließen. Der gebürtige Münchner kam über den FC Bayern und die SpVgg Unterhaching im Sommer 2015 an die Grünwalder Straße.

Dort kam er in der Regionalliga zu sechs Einsätzen unter Daniel Bierofka, bevor er sich dem NLZ des SC Freiburg anschloss, um dem Ziel Profifußball näherzukommen. Tempelmanns Vertrag beim FC Schalke 04 läuft noch bis Sommer 2026, ein Leihgeschäft wäre also ebenso denkbar wie eine feste Verpflichtung des 25-Jährigen. Da die Knappen wirtschaftlich bekanntlich ebenso wenig auf Rosen gebettet sind wie der TSV 1860, wäre man dort sicher nicht abgeneigt, einen Spieler von der Gehaltsliste zu bekommen.

Löwinnen U15 am Samstag beim Hallenturnier in Taufkirchen

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Tsv 1860 Löwinnen U15

Bereits heute Abend ist die U17 der Löwinnen im Einsatz, morgen nimmt auch die U15 an einem Hallenturnier teil. In der Vorrunde treffen die C-Juniorinnen des TSV 1860 dabei auf den SV DJK Taufkirchen II, den FC Langengeisling und die SG Schwabhausen/Röhrmoos.

Löwinnen U15 beim Hallenturnier in Taufkirchen

Beim Hallenturnier des SV DJK Taufkirchen treffen die Löwinnen in ihrer ersten Partie um 9.24 Uhr auf die 2. Mannschaft der Gastgeberinnen. Genau eine Stunde später duelliert sich der TSV 1860 mit dem FC Langengeisling, ehe sich die Junglöwinnen zum Abschluss der Gruppenphase um 11.12 Uhr mit der SG Schwabhausen/Röhrmoos messen.

Anschließend finden die beiden Halbfinalpartien sowie die Platzierungsspiele statt. Das Finale des Turniers wird um 12.32 Uhr angepfiffen.

03.01.1960: TSV 1860 erkämpft sich Remis gegen Aschaffenburg

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Tsv 1860 Saison 1959 1960 Oberliga Süd

Mit der Viktoria aus Aschaffenburg hat der TSV 1860 in der Vergangenheit schon so manche Schlacht geschlagen. In der Spielzeit 1959/60 retteten die Löwen nach einem deutlichen Rückstand immerhin noch einen Punkt gegen die Unterfranken.

Namhafte Gegner in der Oberliga Süd

In der Saison 1959/60 tummelten sich in der Oberliga Süd zahlreiche Vereine, die noch heute zu den bekanntesten Clubs der Republik zählen. Neben dem FC Bayern, Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Nürnberg und dem VfB Stuttgart kämpften auch die Löwen um die Qualifikation zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.

Am Ende sollte jedoch keiner der genannten Vereine auf einem der ersten beiden Plätze landen. Stattdessen zogen der Karlsruher SC und Kickers Offenbach in die Endrunde ein, konnten sich jedoch jeweils nicht für das Finale qualifizieren. Deutscher Meister wurde schließlich der HSV mit einem 3:2-Sieg über den 1. FC Köln.

TSV 1860 mit Remis gegen Viktoria Aschaffenburg

Einer der eher unbekannteren Gegner gastierte am 03.01.1960 an der Grünwalder Straße. Viktoria Aschaffenburg reiste als Außenseiter zum TSV 1860, präsentierte sich vor 13.000 Zuschauern im Sechzgerstadion jedoch von seiner besten Seite.

Erwartungsgemäß gingen die Löwen zwar früh in Führung, doch dann drehten die Fast-Hessen auf und ließen Sechzig alt aussehen. Bis zur Pause hatte die Viktoria aus einem 1:0 ein 1:3 gemacht und als Schmitt nach einer knappen Stunde gar das vierte Tor für die Gäste folgen ließ, sah es zappenduster für 1860 aus. Erst ein Eigentor brachte die Elf von Trainer Hans Hipp zurück in die Partie und am Ende war es Verteidiger Manfred Wagner, der seinen Löwen doch noch einen Punkt bescherte.

Während der TSV 1860 die Saison als Vierter (und damit einen Platz vor den Seitenstraßlern) abschloss, stieg die Viktoria als Tabellenvorletzter ab.

Die Aufstellung der Löwen

Hans Hipp setzte heute vor 65 Jahren auf folgende Elf des TSV 1860:

Bechtold – Wagner, Pfanzelt – Zausinger, Stemmer, Simon – Heiß, Rahm, Feigenspan, Fallisch, Auernhammer

Tore:
1:0 Simon (8., Elfmeter), 1:1 Buchwalter (10.), 1:2 Kreuz (28.), 1:3 Wille (34.), 1:4 Schmitt (57.), 2:4 Hitzel (68., Eigentor), 3:4 Wagner (73.), 4:4 Wagner (85.)

Jahresrückblick 2024 von Nina Gessner – Stullen, die den Unterschied machten

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Abiama Teufel Deadline Day
Abiama Teufel Deadline Day

Seit jeher blicken die Redaktionsmitglieder von sechzger.de am Jahresende – in meist ganz persönlicher Weise – auf das zu Ende gehende Löwenjahr zurück. Heute ist Nina mit ihren Jahresrückblick 2024 an der Reihe.

Was war dein Highlight des Jahres 2024 rund um den TSV 1860 München?

Um einmal kurz etwas wegzugehen vom Sport und Vereinspolitik: Ein Highlight ist für mich, dass ich bei sechzger.de einen Platz gefunden habe, dazu noch als erstes und auch einziges weibliches Redaktionsmitglied. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, auch wenn es nie so ganz rund läuft bei den Löwen, und ich bin wirklich froh ein Teil dieses Projekts zu sein. Die ehrenamtliche Arbeit hier ist ganz besonders und die Leute drumherum auch. Danke an euch alle!

Ansonsten war das Jahr einfach lustig: Viele ulkige Auswärtsfahrten, Nachmittage am Sechser, neue Freunde, alte Bekannte. Bei Sechzig ist immer etwas los, manchmal ist das leider auch nicht so erfreulich. Mit den richtigen Leuten lässt es sich aber immer überstehen, habe ich jetzt lernen dürfen.

Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Ein besonderer Moment war das Heimspiel der letzten Saison gegen Viktoria Köln. Der verzögerte Einlass vor der Partie, brennende Sonne und genervte Fans vor der Westkurve. Eigentlich ja keine idealen Voraussetzungen für einen Samstag, dachte ich erst. Aber der Zusammenhalt von Fans in der Situation, trotz einer leicht gereizten Stimmung, war irgendwie schon sehr rührend.

Eine weitere Besonderheit verbarg sich aber in meiner Tasche. Zwei belegte Brote, die es, wie durch ein Wunder, durch die überforderte Einlasskontrolle geschafft haben. Wieso nimmt man denn Stullen mit zu einem Fußballspiel? Die Antwort: Ich weiß es selbst nicht mehr. Wahrscheinlich einfach, weil meine Begleitung und ich das sehr witzig fanden. Ich weiß auch nicht mehr, mit was ich meine Brote belegt habe. Sie waren ziemlich sicher aber lecker.

Bei verzögertem Anpfiff war der kleine Snack jedenfalls goldwert und auch ein guter Gag für meine erstaunten Freunde im Block. Dazu dann noch ein 3:0-Heimsieg! Es sind eben die kleinen Dinge im Leben… Und bevor sich jemand aufregt: Mehr habe ich auch nie in ein Stadion geschmuggelt, versprochen. (Die Corny-Riegel nahm man mir zum Beispiel in Ingolstadt ab – eine Frechheit!)

Welcher Spieler ist dein persönlicher „Spieler des Jahres“?

Ganz klar: Lukas Reich!

Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: Nenne uns dein „Tor des Jahres“!

Ich habe bei meinem verspäteten Jahresrückblick auch die Eindrücke der anderen Redaktionsmitglieder lesen können und muss mich da einfach anschließen. Das Tor in Bielefeld war ziemlich besonders: Thore Jacobsen hat sich mit dem Distanzschuss auch in mein Herz geschossen.

Ganz im Gegenteil dazu: Was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?

Wenn man auf die letzten Spiele schaut, dann war die Heimbilanz definitiv eine große Enttäuschung. Besonders bitter war aber die Niederlage und das damit verbundene Totopokal-Aus gegen die SpVgg Unterhaching. Die Art und Weise wie man sich selbst den Einzug in den DFB-Pokal vermasselt hat, stinkt mir immer noch gewaltig. Besondere Hoffnung, dass wir es über eine Platzierung in der Liga schaffen, habe ich momentan leider nicht.

Generell nehme ich mir immer vor, mich von den sportlichen Misserfolgen und dem vereinspolitischen Drama emotional etwas zu distanzieren. Da hilft es auch sich einfach über die Gemeinschaft, die Sechzig einem eben geben kann, zu freuen. Eine Ausnahme, bei der mich Sechzig emotional echt getroffen hat, gab es aber schon: Die Heimniederlage gegen Dortmund vor Ende der Saison 23/24. Trotz der wunderschönen Choreo, die sich übers ganze Stadion streckte, war meine Stimmung recht schnell im Keller. Eigentlich hätte der Tag so anders laufen sollen. Eigentlich hatte niemand mehr bis zum letzten Moment um den Klassenerhalt bangen wollen… Danach bin ich mit zwei Sechzgern zu einem Geburtstag gefahren. Wir haben die Fahrt damit verbracht alle Stadien der Trauer zu durchleben und uns so richtig über alles auszulassen.

Ansonsten hat mich die Diskussionskultur um den TSV einfach genervt. Diverse Kommentarspalten im World-Wide-Web sind gefüllt von Hass und Hetze, rechtes Gedankengut wird für viele einfach hingenommen. Manch einer wünscht aktiven Fans sogar den Tod oder relativiert Polizeigewalt. Es kann doch nicht sein, dass Fans desselben Vereins so miteinander und übereinander reden.

Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2025 ändern?

Weniger Wut, mehr Vernunft. Ich hoffe auf einen produktiven Diskurs, zwischen den Vereinsvertretern und der Stadt, zwischen den einzelnen Vereinsvertretern, aber genauso auch zwischen uns Löwenfans. Es muss Wege aus der Spaltung geben, diese können wir aber wirklich nur gemeinsam finden.

Sportlich gesehen würde ich mir etwas mehr Wille und Kampfesgeist wünschen, vor allem vor der Heimkulisse. Es braucht Erfolge und, hoffentlich, wird dafür ein ruhiges Arbeitsumfeld geschaffen.

Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2025: Wo landen die Löwen in der 3.Liga?

Die Löwen sind für mich eine Black Box: Ich verstehe einfach nicht, was da oft intern vorgeht. Ich hoffe aber trotzdem auf einen sportlichen Erfolg. Also beenden wir die Saison, idealerweise, auf einem einstelligen Tabellenplatz! (Und die Löwinnen steigen auf!)

Bisher veröffentlichenten folgende Autoren ihren Jahresrückblick 2024 der sechzger.de-Redaktion:

Heiko Herrlich kehrt als Trainer nach Unterhaching zurück

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Unterhaching

In der Saison 2011/12 rettete Heiko Herrlich die SpVgg Unterhaching vor dem Abstieg aus der 3. Liga. Nun soll der gebürtige Mannheimer die Vorstädter ein weiteres Mal vor dem Abrutschen in die Regionalliga bewahren.

Heiko Herrlich wird Trainer der SpVgg Unterhaching

Nach der Freistellung von Marc Unterberger schwang Ex-Löwe Sven Bender interimistisch das Zepter bei der SpVgg Unterhaching. Nachdem zwischenzeitlich Felix Magath als Nachfolger gehandelt worden war, haben die Vorstädter nach dessen Absage Heiko Herrlich als neuen Trainer präsentiert. Dieser gab zum Einstand zu Protokoll:

“Ich freue mich sehr darauf, wieder ein Teil der Haching-Familie zu sein. Meine Erinnerungen an die zurückliegende Zeit bei der Spielvereinigung sind nur positiv, insbesondere, was die familiäre Atmosphäre und den Zusammenhalt in Unterhaching angeht. Jetzt gilt es sämtliche Kräfte zu bündeln und alles dafür zu tun, die 3. Liga zu halten. Gemeinsam mit dem eingespielten Trainerstab um Sven Bender, sämtlichen Mitarbeitenden und natürlich den Fans, bin ich fest davon überzeugt, dass wir dies zusammen schaffen.”

Herrlichs letzte Trainerstation liegt schon einige Jahre zurück. Vor fast vier Jahren war der ehemalige Nationalspieler beim FC Augsburg als Trainer im Amt und betreute den Bundesligisten von März 2020 bis Ende April 2021. Sein Comeback beim Club mit dem Bob im Wappen dürfte Herrlich bereits am Sonntag im Testspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth feiern.

Dr. Christian Werner im Interview: “Lerne schnell – oder du wirst ganz schnell gefressen”

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Dr. Christian Werner "Löwenfußball mit Wiedererkennungswert"
Dr. Werner "Löwenfußball mit Wiedererkennungswert"

“Lerne schnell – oder du wirst ganz schnell gefressen.” So fasst Geschäftsführer Dr. Christian Werner seine Aufgabe beim TSV 1860 zusammen. Dennoch sei er jeden Tag dankbar, da ihm die Verantwortung sehr viel Spaß mache und ihn mit Stolz und Zufriedenheit erfülle.

Dr. Christian Werner im Interview

Nein, ein Zuckerschlecken ist der Job bei den Löwen mit Sicherheit nicht. Die wirtschaftlichen Zwänge lassen nicht sonderlich viel Spielraum und auch die Erwartungshaltung sowie Medienlandschaft machen es den Verantwortlichen bei Münchens großer Liebe nicht immer einfach. Dr. Christian Werner stellt im Interview mit der tz jedoch klar:

“Es ist eine Aufgabe, die mir sehr viel Spaß macht, die sehr viel Verantwortung beinhaltet. Am Ende des Tages bin ich stolz und zufrieden, dass man mir die Aufgabe übertragen hat. (…) Ich bin sehr froh darüber, dass ich mich für diesen Weg entschieden habe. Ich habe im letzten Jahr sehr viel gelernt, die eine oder andere negative Erfahrung gemacht, aber vor allem ganz viele tolle Erfahrungen.”

Nicht zuletzt deshalb habe er im Herbst die Anfrage eines Bundesligisten abgelehnt, so Werner.

“Als Mannschaft eine Entwicklung vollzogen”

Obwohl die Löwen zur Winterpause nur auf Platz 14 rangieren, sieht er das Team um Trainer Argirios Giannikis auf einem guten Weg, aber auch deutlich Luft nach oben.

“Wenn man es am Tabellenplatz misst, sieht es jetzt nicht sehr spektakulär aus. Ich denke dennoch, dass wir als Mannschaft eine Entwicklung vollzogen haben. In Nachbetrachtung der Hinrunde haben wir die wichtigsten Werte analysiert, und da sind wir in fast allen Punkten besser geworden, sehen aber auch, dass die Entwicklung zu langsam verläuft. (…) Mit den Ergebnissen der Hinrunde sind wir auch alles andere als glücklich. Deshalb sind wir hart in die Analyse gegangen und wissen genau, in welchen Bereichen wir Nachholbedarf haben und wo Verbesserungspotenziale liegen.”

Ob und inwiefern man personell nachlegen könne, entscheide sich in den kommenden Tagen, ließ Dr. Werner wissen. Man stehe diesbezüglich mit beiden Gesellschaftern im Austausch. Die als potentielle Neuzugänge gehandelten Dominik Martinovic und Dennis Dressel bezeichnete der Geschäftsführer als “hervorragende Spieler, die sowohl fußballerisch als auch menschlich Top-Qualitäten haben.”

Vertragsverlängerung mit Guttau möglich?

Doch auch beim bestehenden Personal besteht Handlungsbedarf, laufen doch ein knappes Dutzend Verträge zum Saisonende aus. So könnten beispielsweise Talente wie Raphael Ott und Sean Dulic, aber auch gestandene Profis wie Julian Guttau ablösefrei wechseln.

“Wir werden alles dafür tun, was in unserer Macht steht, um Julian Guttau zu halten. Grundsätzlich habe ich aber vollstes Verständnis, wenn ein Spieler den Schritt nach oben machen möchte. (…)  Wir sind in guten Gesprächen und werden in den nächsten Wochen die ersten Ergebnisse vermelden, gerade in Bezug auf unsere jungen Spieler. (…) Wenn die Talente gut sind, dann ist die 3. Liga nur eine Durchgangstation. Zum einen liegt das an den finanziellen Mitteln, zum anderen am nachvollziehbaren Ziel junger Spieler, sportlich so hoch wie möglich zu spielen.”

Man darf also gespannt sein, wie der Kader der Löwen sich in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird. Auch auf die Frage, warum 2025 ein besseres Löwenjahr werden wird, hat Dr. Christian Werner eine Antwort parat:

“Ganz einfach: Weil wir viele gute Ideen haben – und viele Überraschungen parat. Wir sind in der Planung so, dass wir deutlich über den Tellerrand hinausblicken. Ich glaube, dass es ein wirklich spannendes Löwenjahr wird.”