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Gastbeitrag: 1848. 1860. 1966. 2026. Ein Appell

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Unser Leser Florian B. aka Couch Löwe und Mitglied der Discord Löwen wendet sich mit einem offenen Brief, oder vielmehr mit in einem Appell über sechzger.de an die Löwenfans. Dabei blickt er auf wichtige Jahre in unserer Vereinsgeschichte zurück. Und stellt diese in einen Zusammenhang zum aktuellen Jahr 2026, dem vielleicht viertprägendsten Jahr der Löwenhistorie.
Gerne teilen wir seine Worte an diesem heißen und – aller Vorraussicht nach – relativ löwennachrichtenarmen Sonntag mit unserer Leser*innenschaft.
Liebe Löwinnen und Löwen,

ich glaube, dass wir gerade an einem Punkt der Vereinsgeschichte stehen, den man erst in einigen Jahren wirklich einordnen kann. Wir leben in schnellen, bewegten Zeiten. Wenn wir einst auf 2026 zurückblicken, wird dieses Jahr vermutlich in einer Reihe stehen mit 1848, 1860 und 1966. Nicht wegen eines sportlichen Erfolgs, nicht wegen eines Aufstiegs oder einer Pokalnacht – sondern weil sich gerade jetzt entscheidet, was der TSV 1860 München künftig sein wird.

Fast tagtäglich gibt es neue Entwicklungen: Von der Kündigung des Darlehensvertrags, dem Lizenzentzug, der Kündigung des Kooperationsvertrags und der Mitgliederversammlung bis hin zur Beantragung der Insolvenz der KGaA in dieser Woche. Viele empfinden dabei Angst, Verlust oder das Ende von etwas Gewachsenem. Zu Recht. Dabei liegt der wohl schwierigste Teil des Weges noch vor uns. Auf diesem Weg ergeben sich links und rechts viele Fragen, die uns alle beschäftigen: Wie geht es weiter? Welche Mannschaft werden wir in der kommenden Saison auf den Platz bringen? Wer leitet künftig die sportlichen Geschicke? Wie wird die Insolvenz der KGaA verlaufen? Was wird aus dem Umbau des Grünwalder Stadions?

All das sind berechtigte Fragen, die euch und mich zurzeit beschäftigen. Sie verstellen allerdings auch den Blick auf etwas Größeres, vielleicht sogar Entscheidenderes:

Wir erleben gerade in diesem Moment eine Art Neugründung unseres Vereins. Kein romantischer Neustart, sondern ein Neuanfang, der sich aus den Zwängen der Realität ergibt. Und vielleicht liegt genau darin eine Chance, die wir heute noch gar nicht in ihrer ganzen Bedeutung begreifen.

1848 und 1860 stehen in unserer Vereinsgeschichte für mehr als nur Jahreszahlen. Sie stehen für den Wunsch nach Freiheit, Selbstbestimmung und Identität. Insbesondere Freiheit war das ideelle Leitmotiv der Turnerbewegung. Überträgt man diesen Gedanken auf das Jahr 2026, stellt sich uns heute dieselbe Frage wie damals: Wer sind wir – und wer bestimmt, wie wir sein wollen?

Es wird nicht einfach. Es wird schmerzhaft sein. Vielleicht sogar mit Rückschlägen verbunden, die man heute noch nicht absehen kann. Aber vielleicht ist es genau dieser Weg, der uns wieder näher an das bringt, was viele von uns in den letzten Jahren vermisst haben: das Gefühl, dass dieser Verein nicht nur irgendwie am Leben gehalten wird, sondern wirklich gelebt wird. Dass wir in Freiheit und unabhängig von äußeren Einflüssen den Weg nach vorn selbst bestimmen können. Der e.V. wird 2026 nicht nur überleben. Er wird frei sein.

Jeder spürt es. Aus diesem Gefühl speist sich in diesen Tagen eine Euphorie, die sich nicht von der Hand weisen lässt und die Straßen der Stadt – insbesondere Giesings – durchströmt. Wichtig ist jetzt vor allem, dass wir uns nicht in den Details verlieren. Nicht in gegenseitigen Schuldzuweisungen, nicht in alten Lagern und nicht in der Suche nach einfachen Antworten auf komplexe Sachverhalte. Denn am Ende verbindet uns etwas, das stärker ist als jede Diskussion: das gleiche Wappen, die gleichen Farben und derselbe Verein, der uns seit Jahren begleitet – in guten wie in schlechten Zeiten.

Vielleicht ist 2026 nicht das Ende einer Geschichte. Vielleicht ist es der Moment, an dem eine neue beginnt. Daher mein Appell an euch: Lasst uns 2026 zum Jahr der Freiheit für Sechzig machen! Helft mit, wo auch immer ihr es für sinnvoll erachtet. Lasst uns 2026 und die Zukunft gemeinsam prägen!

– – – – –
Gastbeiträge, die uns – unaufgefordert – erreichen, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.

Viele Groundhopper gestern in Garmisch

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Für Groundhopper aus ganz Deutschland (und darüber hinaus) und natürlich auch für die Löwenfans unter dieser sehr speziellen Spezies war gestern ein ganz besonderer Tag! Im Skistadion von Garmisch-Partenkirchen, am Fuße der großen Skisprungschanze, die viele Leser*innen sicher aus dem Fernsehen vom traditionellen Neujahrsspringen der jährlichen Vierschanzentournee kennen, fand ein Fußballspiel statt. Bei brütender Hitze kamen – geschätzt – um die 2.000 Besucher in das sehenswerte Stadion, darunter auch vier Redaktionsmitglieder von sechzger.de.

PSV Braunschweig veranstaltet Spiele in Lost Grounds

Der Polizeisportverein Braunschweig, ein großer Breitensportverein, dessen erste Herrenmannschaft für gewöhnlich in der 2. Kreisklasse Braunschweig (zehnte Leistungsstufe) spielt, kümmert sich schon seit ein paar Jahren darum, Fußballspiele auf Fußballplätzen zu organisieren, wo das – mit einem gewissen organisatorischen Einsatz – möglich ist, aber für gewöhnlich nicht (mehr) passiert. So
fand zum Beispiel – als Premiere – im September 2019 eine Partie im Speedway-Stadion von Halbemond in Ostfriesland, dem europaweit größten seiner Art, statt. Nach einer Pause wegen der Corona-Pandemie lud man die Groundhopper-Gemeinde auf die Insel Helgoland oder auch ins Stadion der Stahlwerker nach Riesa, einem heute nicht mehr bespielten Denkmal der DDR-Sportgeschichte, ein. Im Sommer letzten Jahres ging es für den PSV mit seinen Aktivitäten gar ins Ausland: Im Rahmen einer “Pitch-to-Pub”-Tour bereiste man England und absolvierte zwei Spiele in zwei faszinierenden Stadien in Rotherham (Millmoor Ground) und Keiglhey (Cougar Park).

Keine Lust auf die WM

Die Motivation für den gestrigen Kick in GAP, der nach Zuschauern mit Abstand meist besuchte des PSV Braunschweig, beschreibt die extra für das Ereignis aufgelegte Stadionzeitung so:

Hattet Ihr auch so wenig Lust auf diese Fußball-Weltmeisterschaft wie wir? Dem korrumpierten Spielbetrieb der Profis setzen wir heute wieder einen ehrlichen Amateurkick entgegen und freuen uns sehr, dass so unglaublich viele Menschen den Weg hierher gefunden haben! Wo sonst Skispringer:innen nach ihren unglaublichen Sprüngen auf dem schneeweißen Untergrund ausfahren und sich von den begeisterten Massen feiern lassen, findet heute nach langer Zeit mal wieder ein offizielles Freundschaftsspiel statt.

FC Mainaustraße – erst kürzlich bei sechzger.de erwähnt

Als Gegner oder besser vielleicht: Spielpartner stand am Samstag Nachmittag in Garmisch der FC Mainaustraße aus München auf dem Platz. Wem der Name dieses Vereins aus unserer Berichterstattung nun irgendwie bekannt vorkommt: Richtig erinnert! Erst Mitte Januar diesen Jahres erzählten wir hier von der !NieWieder-Veranstaltung im Sechzgerstadion, an der auch zwei Vertreter vom FC Mainaustraße am Podiumsgespräch über Erinnerungsarbeit und Erinnerungskultur in Fußballvereinen teilnahmen. Das Herrenteam des FCM spielt in der Münchner A-Klasse Gruppe 3 und damit auf der gleichen Leistungebene, wie die offiziellen Gastgeber aus Niedersachsen gestern Nachmittag. Der Verein ist ein bemerkenswertes soziales Projekt im Münchner Amateurfußball. Er enstand im Münchner Westen (Aubing/Neuaubing) direkt aus einem Integrationsprojekt für Geflüchtete und erhielt im Jahr 2025 den Julius Hirsch Preis des DFB.

Pinwand mit dem Wohnort-Nachweis

Die exakte Anzahl an Groundhoppern, die sich letztlich gestern in Garmisch einfand, ließ sich leider nicht ermitteln, aber allein die vielen Fußballfans wohl bekannte App futbology weist 1633 Log-Ins aus. Die Tatsache, dass sich Fußball- & Stadionfans aus dem ganzen Bundesgebiet und den angrenzenden Ländern auf den Weg nach Garmisch gemacht hatten, um dabei zu sein, unterstrich auch die am Eingang aufgehängte Deutschlandkarte, auf der alle Besucher*innen mit einer Stecknadel ihren Wohnort markieren durften. Natürlich waren dort sehr viele Nadeln auf München und Nürnberg gesteckt worden – aber auch aus dem Westen der Republik und dem ganz hohen Norden war man angereist.

Fotos von oben

Über das Spiel selbst muss diese Stelle ausnahmsweise nicht allzu viel erzählt werden. Die Jungs aus der Mainaustraße kamen mit der Hitze ein wenig besser zurecht, als die Braunschweiger und behielten am Ende eines sehr fairen Vergleichs verdient mit 3:1 die Oberhand. Für einen Spieler der Niedersachsen war das Ganze gewiss ein besonderes Highlight: Er beendete nach rund einer Viertelstunde seine aktive Karriere und wurde von rund 2.000 Zuschauern verabschiedet. Ein kleiner Wermutstropfen bei diesem wirklich tollen Event war der Sturz eines der Skispringer, die zur Pause von der etwas kleineren Normalschanze sprangen. Der folgende Notarzteinsatz verlängerte die Halbzeitpause um 30 Minuten, was wiederum zwei sechzger.de-Redakteure ausgiebig nutzten, um sich – trotz der Hitze – zu Fuß in luftige Höhen zu begeben und die hier unter dem Beitrag eingefügten Bilder für Euch zu schießen. Der Blick auf das Stadion von oben war wirklich einmalig.

Abfrischung auf der Rückfahrt

Für die anwesenden Fans des TSV 1860 bot der gestrige Tag, die Möglichkeit, sich zwar am Samstag Nachmittag mit Fußball zu beschäftigen, aber dennoch in diesen wahrlich schwierigen Zeiten mal ein wenig Abstand vom Geschehen rund um ihren Lieblingsverein zu bekommen. Das hat mal richtig gut getan! Die Hälfte der anwesenden sechzger.de-Redaktion, die Glück hatte und mit dem Auto zurück nach München reiste und so dem Bahnchaos am frühen Abend in Garmisch entkamen, nutzte die Gelegenheit noch zu einer kurzen Erfrischung in den Osterseen bei Iffeldorf, wie die beiden letzten Fotos in unserer Galerie zeigen. Ein wirklich gelungener Ausflug ins Oberland!

DFB teilt aus – Die Stellungnahme des Verbands schließt sich Sichtweise des e.V. an

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DFB Stellungnahme Lizenz 3.Liga

Liest man den Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 27. Juni 2026, gleicht die ausführliche Stellungnahme der DFB-Gremien an das DFB-Bundesgericht einem mehrfachen Niederschlag in einem Boxkampf. Der Kontrahent, der hier juristisch auf die Bretter geschickt wird: Die von Investor Hasan Ismaik beauftragte Kanzlei Gauweiler & Sauter.
Der DFB-Abteilungen Spielbetrieb und Lizenzverfahren beantragen vor dem DFB-Bundesgericht nicht nur, die Verwaltungsbeschwerde der KGaA gegen den Drittliga-Lizenzentzug kostenpflichtig zurückzuweisen, sondern zerlegt die Argumentation der Investorenseite förmlich in ihre Einzelteile.

Die Argumentation der zuständigen Stellen des DFB im Detail

1.⁠ ⁠Treffer: Die Überweisung auf das falsche Konto
Die von der Investorenseite öffentlichkeitswirksam präsentierte Zahlung in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro ging auf einem Konto der TSV Merchandising GmbH ein. Der DFB kontert trocken: Diese Gesellschaft ist weder Lizenznehmerin noch Bewerberin. Hätten die KGaA und HAM die Liquiditätsbedingung fristgerecht erfüllen wollen, hätte das Geld schlicht auf ein Konto der KGaA überwiesen werden müssen – was laut Verband auch völlig ohne Mitwirkung des e.V. möglich gewesen wäre.

2.⁠ ⁠Treffer: Die Erzählung vom blockierenden e.V.
Den Vorwurf der Kanzlei Gauweiler, der Stammverein habe den Abschluss der Finanzierungsvereinbarung “treuwidrig vereitelt”, lässt der Verband nicht stehen. Im Gegenteil: Laut DFB-Stellungnahme legte der e.V. mehr als 14 Stunden vor Fristablauf einen finalen Vertragsentwurf vor. Die HAM-Seite ignorierte diesen schlichtweg. Fazit des DFB: Es war die Beschwerdeführerin selbst, die die Verhandlungen beendet hat.

3.⁠ ⁠Treffer: Irreguläre Forderungen der Investorenseite
Der DFB greift auch bereits bekannte Details (sechzger.de berichtete) aus den Verhandlungen auf, die zeigen, warum ein Vertragsschluss scheiterte. HAM forderte unter anderem: (1) Die Verpfändung der Ticketeinnahmen der kommenden zwei Saisons an einen unbekannten Dritten. (2) Die Einsetzung eines externen Controllers der ein Veto-Recht gegenüber der Geschäftsführung hätte. (3) Die Streichung der Klausel “sofern verbandsrechtlich zulässig” aus dem Vertrag (was faktisch einem Verstoß gegen Verbandsstatuten gleichgekommen wäre).

4.⁠ ⁠Treffer: Das 50+1-Ablenkungsmanöver
Den Versuch der Ismaik-Anwälte, den Lizenzentzug auf die 50+1-Regel zu schieben (der DFB dürfe nicht zusehen, wie der e.V. diese “missbräuchlich” einsetze), kontert der Verband als “in keiner Logik nachzuvollziehen“. Es handele sich um den untauglichen Versuch, eigene Versäumnisse auf den Verband abzuwälzen. Die Zustimmungsvorbehalte in der KGaA basieren auf den autonom geschlossenen Gesellschaftsverträgen, nicht auf Verbandsvorgaben. Der DFB sei zudem nicht verpflichtet, interne Vertragsverhandlungen der Klubs zu überwachen.

Knockout? – Wie es weitergeht

Die KGaA, die mittlerweile unter der Leitung des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Max Liebig steht, hat nun bis zum 29. Juni 2026 Zeit für eine Erwiderung. Das DFB-Bundesgericht wird voraussichtlich nicht vor dem 3. Juli entscheiden. Da der Sachverhalt unstrittig scheint und es nur noch um juristische Details geht, wird das Urteil ohne mündliche Verhandlung fallen.

Trotz Hitze: FC SF Schwaig empfängt TSV 1860 zum Testspiel

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FC SF Schwaig TSV 1860

Am Sonntag um 17 Uhr absolviert der TSV 1860 München – den hohen Temperaturen zum Trotz – sein zweites Testspiel der laufenden Vorbereitung beim FC Sportfreunde Schwaig. Gegen den Bayernligisten aus dem Erdinger Moos wird Alper Kayabunar erneut auf Spieler der U21 und U19 sowie Gastspieler Matthew Collins zurückgreifen.

Ältester Fußballverein im Landkreis Erding

Der im März 1913 gegründete FC Schwaig kann mit Stolz behaupten, der älteste Fußballverein im Landkreis Erding und der älteste Fußball-Landverein in ganz Oberbayern zu sein. Die ersten größeren Erfolge in der Neuzeit wurden in den Jahren 1980, 1986 und 1996 errungen, als man den Aufstieg in die damalige A-Klasse (jetzt Kreisliga) schaffte. Seit 2019 geht es indes stetig bergauf: Über die Bezirksliga Oberbayern Nord qualifizierte sich der Verein für die Saison 2021/22 erstmals für die Landesliga Südost.

Nachdem man sich dort schnell etabliert hatte, erreichte der FC Sportfreunde Schwaig in der Spielzeit 2024/25 den nächsten Meilenstein. Als Landesliga-Meister qualifizierte sich der Verein aus der Nähe des Münchner Flughafens für die Bayernliga Süd. Dort gelang dem Team von Trainer Christian Donbeck mit Platz 9 der souveräne Klassenerhalt.

Wiedersehen mit Sebastian Gebhart

Im Kader des Bayernligisten befinden sich einige Spieler, die auch schon höherklassig aktiv waren. Torwart Felix Thiel stand einst beispielsweise beim FV Illertissen, beim FC Memmingen und beim FC Pipinsried in der Regionalliga zwischen den Pfosten. Nerman Mackic sammelte beim TSV Buchbach Regionalliga-Erfahrung, Tim Schels, der in Unterhaching sogar in der 3. Liga zum Einsatz gekommen war, absolvierte einige RL-Spielzeiten beim SV Heimstetten. Auch Florian Pflügler kam beim VfR Garching bereits eine Liga höher zum Einsatz, genauso wie Kenan Bajramovic beim FC Memmingen.

Goalgetter des FC SF Schwaig ist der mittlerweile 29-jährige Raffael Ascher, der in den vergangenen sechs Spielzeiten in 177 Spielen sage und schreibe 148 Tore erzielte. Bekannteste Akteure aus Löwensicht sind wohl Leon Roth (einst in der U19 des TSV 1860) sowie Sebastian Gebhart, der ab der U15 bis zur U21 für Münchens große Liebe auflief und 44 Spiele für die Zweitvertretung der Löwen absolvierte.

FC SF Schwaig empfängt TSV 1860 zum Testspiel

Trotz der zu erwartenden Hitze wird das Spiel am Sonntag stattfinden, wie uns die Pressestelle des TSV 1860 gestern noch einmal bestätigte. In der NGL Arena (Am Sportplatz 4, 85445 Oberding-Schwaig) finden bis zu 2.500 Zuschauer Platz.

Tickets sind ausschließlich an der Tageskasse erhältlich. Vollzahler müssen 10 € hinlegen, ermäßigte Karten sind für 8 € zu haben. Kinder unter 14 Jahren genießen freien Eintritt. Die Einnahmen werden zwischen beiden Vereinen geteilt. Die Stadiontore öffnen um 15.30 Uhr, aufgrund der wenigen vorhandenen Parkplätze wird eine frühzeitige Anreise (im Idealfall per ÖPNV) empfohlen.

Gastbeitrag von Kersten Beyer: Die Pfalz hilft Sechzig

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Mitte Februar hatten wir einen Gastbeitrag des Journalisten und sechzger.de-Lesers Kersten Beyer veröffentlicht, der von der Fahrt der erst im Oktober 2025 gegründeten Fanvereinigung Teuflische Löwen aus der Pfalz zum Spiel des TSV 1860 in Großaspach gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart berichtete. Dieser Tage erreichte uns nun ein weiterer Beitrag aus dem Südwesten der Republik. Er hat die große Solidarität und Anteilnahme in der Pfals an den jüngsten Entwicklungen rund um unsere Löwen zum Thema.

Freundschaft zwischen 1860 und dem FCK

Die aktuelle Situation des TSV 1860 München hat in der Pfalz eine unglaubliche Welle der Solidarität und Spendenbereitschaft ausgelöst. Da sind zum einen die waschechten Sechziger, die dem Verein seit Jahrzehnten die Treue halten. Ganz viele erinnern sich an die Fanfreundschaft zum 1. FC Kaiserslautern, die ihren Höhepunkt in den 1990ern und den 2000er Jahre hatte. Die Verbindung wird nicht mehr ganz so intensiv gelebt wegen der jahrelangen unterschiedlichen Ligenzugehörigkeit, zudem sind in der heterogenen Anhängerstruktur beider Vereine in den letzten Jahren neue Verbindungen geknüpft worden. Doch unzählige Kontakte sind geblieben, werden zum Teil in der dritten Generation weitergelebt.

“Fußball in München ist für mich Sechzig”

Der im vergangenen Herbst ins Leben gerufene Fanclub Teuflische Löwen startete mit elf Gründungsmitgliedern. Aktuell sind es 30 Männer und Frauen, bis zu zehn Anhänger feuern die Löwen bei nahezu jedem Spiel an. Mitinitiator Oliver Frey (23) aus Kapsweyer berichtet: “Es ist wirklich unfassbar. Gerade unsere älteren Mitglieder sind mehr als gerührt von dieser Unterstützung. Alleine in den letzten acht Tagen haben wir sieben neue Mitglieder aufgenommen.” Frey schildert zahlreiche Begegnungen: Eine 77-jährige Rentnerin, die noch nie in einem Stadion war, hat einem Mitglied nach dem Spendenaufruf im Handystatus einfach 50 Euro vorbeigebracht (“Fußball in München ist für mich Sechzig, das muss so bleiben”).

Den Schal vom Opa um den Hals

Der “Local Hero” des südpfälzischen Amateurfußballs heißt Christian Liginger. Der 38-jährige Mittelfeldregisseur ist Spielertrainer des FC Bienwald Kandel, wegen des Wappentiers werden die Bienwaldstädter ebenfalls “Löwen” genannt. In der vergangenen Saison war er Torschützenkönig der Landesliga. Mit 27 Treffern hat er seinen Klub zur Meisterschaft geschossen. Bei gemeinsamen Stadionbesuchen trägt sein vierjähriger Sohn Paul die allererste Originalversion des rot-blauen Fanschals, den Liginger als kleiner Junge von seinem Opa geschenkt bekam. Vor dem Abflug zum Saisonabschluss nach Mallorca sammelte er bei seinen Spielern spontan Geld für die Spendenaktion “Freiheit für Sechzig”. “Löwen unterstützen Löwen, das ist doch selbstverständlich”, meint er.

Löwenstüberl in der Pfalz

Der 74-jährige Gerhard Schmalz, seit Jahrzehnten hat er die Zahl 1860 auf dem Autonummernschild, spendete ebenfalls 50 Euro (“Ich durfte mehrmals neben einem sehr freundlichen Radi auf der Tribüne sitzen”). Im weiß-blauen Löwenstübel von Ernesto Katus in Jockgrim haben schon viele 60-Anhänger Siege am TV gefeiert und gemeinsam Niederlagen verarbeitet. “Ich bin jetzt stolzes Mitglied der Teuflischen Löwen und habe dem TSV 1860 zum Einstand 60 Euro gespendet für bessere Zeiten. Es kann nur noch aufwärts gehen”, sagt der Rentner.

Daggi in beiden Westkurven bekannt

Verschiedene Mitglieder und Gönner der Teuflischen Löwen haben aus ihrer Privatschatulle bis jetzt rund 500 Euro gesammelt. Markus Hohl (53) aus Freckenfeld war als Fünjähriger erstmals auf dem Betzenberg, der Gegner hieß 1860 München (“Beide Vereine haben mich damals eben ausgesucht, seitdem bin ich ihnen treu”). Er ist ebenso stolzes Neumitglied beim TSV 1860, wie Dagmar Schüttler. Die 64-jährige Arzthelferin aus Offstein sagt: “Nach dem Abstieg des FCK in die dritte Liga habe ich auf der Heimfahrt vom letzten Spiel im Bus Mitgliedsanträge verteilt. Daran fühlte ich mich wieder erinnert.” Sie lebt die Fanfreundschaft der beiden Traditionsvereine wie keine andere. Es gibt kaum einen Anhänger in beiden Westkurven, der “Daggi” nicht kennt. Ihr ganzes Haus ist geschmückt mit selbstgemachten Gartenzwergen mit den Wappen beider Vereine, aktuell verschenkt sie an gute Freunde selbstgegossene Löwen und Teufel aus Wachs, auf dem Betzenberg oder im Grünwalder Stadion trägt sie stets einen roten und einen blauen Schuh. Sie spricht vielen pfälzischen Sechzgerfans aus dem Herzen: “Ich habe das alles erstmal sacken lassen müssen. Ich war mehrere Tage nicht ansprechbar, doch nächste Saison bin ich natürlich wieder dabei.”

Ex-FCK-Stürmer Hotic: “Sechzig darf nicht untergehen!”

Kultstatus auf dem Betzenberg genießt Stürmer Demir Hotic, er hat die Fanfreundschaft viele Jahre hautnah miterlebt. Der Doppeltorschütze beim 3:2-Sieg in der Champions League 1991 gegen den FC Barcelona hat in den sozialen Medien seine Betroffenheit geäußert. Wir haben ihn angerufen. Seine Meinung: “Natürlich fragt sich jeder, wo das ganze Geld geblieben ist. Doch jetzt müssen die ehemaligen FCKler Manfred Paula und Marco Haber den Mut haben und die jungen Löwen loslassen, das sind gute Jungs. Ich habe manches Mal gemeinsam mit Karl-Heinz Wildmoser fröhlich von 57 auf 60 gezählt. Dieser große Traditionsverein darf nicht untergehen.”  

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Titelfoto und Fotos im Beitrag: Kersten Beyer

1860 München ist Auswärtsfahrermeister der 3. Liga

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Wenn bei den Löwen etwas erstklassig ist, dann sind es die reisefreudigen Fans. Nachdem man in der Saison 2024/25 noch Vizemeister hinter Dynamo Dresden wurde, konnte man sich heuer zum Auswärtsfahrermeister krönen.

Über 50.000 Auswärtsfahrer über die Saison

Als einziger Drittligist konnte der TSV 1860 die 50.000er-Marke knacken. Im Schnitt folgten 2.635 Auswärtsfahrer*innen den Löwen in die Stadien dieser Republik. Die größte Kulisse des Jahres gab es beim stimmungsmäßig grandiosem 2:1-Erfolg in Ingolstadt, als 7.500 Löwen – wieder einmal – für ein Heimspiel sorgten. Nur ein einziges Mal blieb die Zahl der mitgereisten Anhänger dreistellig: An einem undankbaren Mittwochabend reisten „nur“ 600 Löwenfans zum Auswärtsspiel nach Rostock.

Ligaübergreifend mussten sich ganze neun Zweitligisten und sogar sechs Erstligisten im Zuschauerranking hinter den Löwen einreihen. Damit liegt der TSV 1860 München deutschlandweit auf einem phänomenalen Platz 22 der Auswärtsfahrertabelle 2025/26.

Beinahe gleichauf mit der Regionalliga Bayern

Interessant ist auch folgendes Kuriosum: Wie Die falsche 9 jüngst berichtete, generierten die Löwen mit ihren Heimspielen fast exakt so viele Stadiongänger wie die gesamte Regionalliga Bayern. In 306 Spielen kamen insgesamt 287.096 Zuschauer, was einen Schnitt von 938 Zuschauern pro Spiel ergibt. Der TSV 1860 München hat hingegen jedes seiner 19 Heimspiele ausverkauft, und somit über die Saison hinweg 285.000 Zuschauer*innen angezogen. Zumindest der BFV wird also sicherlich froh sein wieder einen echten Zuschauermagneten in seiner Regionalliga zu haben.

Per Auto, Bus und Bahn quer durch die Republik

Die Saison 2025/26 hat einmal mehr gezeigt: Die Liebe zum TSV 1860 München kennt keine Kilometerbegrenzung! Wenn es schon sportlich keine Silberware zu feiern gab, so ist wenigstens der Titel des “Auswärtsfahrermeisters” der verdiente Lohn für unzählige Stunden auf der Autobahn, im Zug oder im Bus.

Siemen Voet heuert beim 1. FC Saarbrücken an

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 Schon vor ein paar Tagen verabschiedete sich Siemen Voet mit einem Instagram-Posting von den Löwenfans. Zu jenem Zeitpunkt war allerdings noch unklar, wo das fußballerische Wirken des Belgiers fortgesetzt wird. Mit dem 1. FC Saarbrücken und Fortuna Düsseldorf waren zwei Drittligisten die heißesten Anwärter auf die Dienste von Voet. Sein neues Zuhause wird nun das Saarland, wo der 26-jährige Innenverteidiger beim ambitionierten FCS die Fußballstiefel schnüren wird. Sein Vertrag bei 1860, der noch ein weiteres Jahr gelaufen wäre, hat sich mit der nicht erhaltenen Drittligalizenz für die neue Saison aufgelöst.

Internationale Erfahrung in Giesing

Am 21. Juni 2025, also vor ziemlich genau einem Jahr hatte 1860 die Verpflichtung zweier namhafter Kräfte für die Defensive (inklusive internationaler) Erfahrung vermelden können. Einer von ihnen: Siemen Voet, der vom slowakischen Serienmeister Slovan Bratislava an die Isar wechselte. Dort hatte er es in der Saison 2024/25 zwar nur auf insgesamt 16 Einsätze in Ligaspielen und sechs im Pokal gebracht und sich letztlich nicht ganz durchsetzen können. Immerhin stand er aber auch dreimal in der Champions League auf dem Platz und inhalierte bei drei Niederlagen gegen Dinamo Zagreb, Atlético Madrid und den AC Milan den süßen Duft der europäischen Königsklasse. Mit entsprechend großen Vorschusslorbeeren kam Voet in Giesing an.

Die meisten Spiele 2025/26

Dass am Ende seiner Zeit in München, wie er im eingangs erwähnten Instagram-Beitrag formulierte der “gemeinsame Traum vom Aufstieg in die 2. Bundesliga” nicht verwirklicht werden konnte, lag sicher nicht an der Zuverlässigkeit des Belgiers. 37 Einsätze in der 3. Liga bedeuten den Höchstwert im Löwenkader der vergangenen Saison. Lediglich das letzte Spiel im Jahr 2025 daheim gegen den SC Verl (0:2) verpasste Voet wegen einer Gelbsperre. Hinzu kommen noch drei Partien im bayerischen Landespokal, an denen er beteiligt war, wobei er das Finale in Würzburg wegen einer Zahn-OP verpasste.

Neue Herausforderung im Saarland

Nun wechselt der sympathische 1,90-Mann zum 1. FC Saarbrücken:

“Der Wechsel nach Saarbrücken fühlt sich für mich absolut richtig an. Vom ersten Gespräch an hatte ich das Gefühl, dass hier etwas Besonderes entstehen kann. Die Verantwortlichen haben mir eine klare sportliche Idee vermittelt und ich habe gespürt, mit welcher Überzeugung und Ambition an diesem Projekt gearbeitet wird. Genau dieses Vertrauen und diese Perspektive waren mir nach den vergangenen Monaten besonders wichtig. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam erfolgreich sein können und möchte meinen Teil dazu beitragen, dass der FCS seine Ziele erreicht.”

Wir von sechzger.de wünschen Siemen alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg. Maximalen sportlichen Erfolg und möglichst dauerhafte Verletzungsfreiheit!

26. Juni 2019: TSV 1860 – FC Basel 1:5

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Testspiele gegen Teams aus der Schweiz erfreuen sich beim TSV 1860 seit jeher großer Beliebtheit. Nur gegen österreichische Vereine haben die Löwen in den letzten 125 Jahren noch mehr internationale Partien absolviert. Speziell in den 2010er-Jahren blicken wir auf eine ganze Batterie von freundschaftlichen Vergleichen mit Kickern aus der höchsten Liga im südwestlichen Nachbarland zurück: Grasshoppers und FC Zürich, Young Boys Bern, FC St. Gallen, FC Winterthur, FC Thun – sie alles standen, teilweise mehrfach, als Gegner zur Verfügung. Und auch der in der Schweiz in dieser Dekade dominierende FC Basel duellierte sich gern mit dem TSV 1860.

Basel dreimal Gast in Geretsried

Nachdem in den Sommervorbereitungen 2015 (2:1-Sieg für 1860) und 2016 (1:1) die Löwen als Zweitligist jeweils im Isaraustadion von Geretsried auf den FC Basel trafen, wurde nach dem Doppelabstieg 2017 auf ein Aufeinandertreffen zwischen dem bayerischen Regionalligisten und dem Meister aus der Schweiz erstmal verzichtet. Aber schon im Folgejahr, die Löwen waren gerade in die 3. Liga aufgestiegen und der Schweizer FCB hatte nach zuvor acht Titeln in Serie den Young Boys aus Bern die Meisterschaft überlassen müssen, kam es wieder zu einem Spiel zwischen den beiden Vereinen. Erneut in Geretsried und wie 2016 mit einem 1:1 und dem Löwentorschützen Sascha Mölders.

Tropische Hitze in Unterpfaffenhofen

Ein weiteres Jahr später, genau heute vor sieben Jahren, beim vierten Aufeinandertreffen in fünf Jahren wechselte man dann den Ort der Handlung. Nicht mehr nach Geretsried, sondern ins Waldstadion Unterpfaffenhofen pilgerten an jenem extrem heißen Mittwoch, den 26. Juni rund 1.100 Zuschauer, um zu überprüfen, wie weit Daniel Bierofka mit seiner Mannschaft in der Vorbereitung auf die zweite Spielzeit in der 3. Liga schon war. 1860 hatte sich nach dem in vorletzter Sekunde gesicherten Klassenerhalt unter anderem von Jan Mauersberger (Karriereende) und den Aufstiegshelden von 2018 Nono Koussou (nach Bayreuth) und Christian Köppel (nach Schweinfurt) getrennt. Einziger nennenswerter Neuzugang war zu diesem Zeitpunkt Dennis Erdmann (aus Magdeburg). Und aus der zweiten Mannschaft rückte in diesem Sommer ein gewisser Fabian Greilinger ins Profiteam auf. Ein moderater Umbruch im Team.

Löwen chancenlos gegen Basel

Ganz anders als in den drei vorangegangenen Freundschaftsspielen sahen die Löwen an diesem tropischen Sommerabend allerdings kein Land gegen einen starken Schweizer Vizemeister. Bereits nach 39 Minuten lagen die Gäste mit 3:0 in Front. Die eine oder andere Chance konnten sich auch Sascha Mölders & Co. herausarbeiten, man agierte allerdings mit wenige Fortune im Abschluss.

Dressel mit dem Ehrentreffer

Zur Pause wechselte Daniel Bierofka – wie in Testspielen häufig üblich – elfmal durch und gab seinem “zweiten Anzug” eine Chance. Interessanterweise waren von dieser Elf schon in der vergangenen Saison 23/24 nur noch Niki Lang und der schon angesprochene Fabian Greilinger bei 1860 unter Vertrag.
Einmal und zwar nach einer guten Stunde Spielzeit durften an diesem Abend die Anhänger in weiß und blau jubeln, als Dennis Dressel mit einem feinen Distanzschuss zum 1:3 traf. Dann waren wieder die Basler am Zug und stellten mit zwei weiteren Toren auf 1:5.
Die Besucher des bislang letzten Spiels zwischen dem FC Basel und den Münchner Löwen bereuten ihr Kommen nicht. Sie hatten einen – speziell unter Berücksichtigung der extremen Temperaturen – äußerst unterhaltsamen Kick gesehen, in dem die Löwen trotz der deutlichen Niederlage speziell mit vielen Schüssen aus der zweiten Reihe Freude gemacht hatten. Alles freute sich hoffnungsvoll auf die neue Saison.

Köllner folgt auf Biero, dann kommt Corona

Die begann dann erstmal äußerst durchwachsen. Anfang November lag man auf einem ziemlich enttäuschenden 15. Tabellenplatz und Daniel Bierofka gab entnervt auf. Sein Nachfolger Michael Köllner hauchte der Mannschaft neues Leben ein. In der Winterpause ging sechzger.de an den Start und Anfangs März legte eine Pandemie den Fußballbetrieb lahm. Der Rest ist Geschichte.

Ein offener Brief von Tobi: Liebe Löwen…

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Schon wieder sind rund eineinhalb Wochen vergangen, ja, verflogen muss man sagen, seit sich unser Leser Tobi zuletzt zu Wort gemeldet hat. Nachdem er Anfang Juni die Frage “Darf man?” an sich und unsere Leser*innen stellte und zehn Tage später einige psychologische Betrachtungen zum Aushalten des Schweigens formulierte, erfreut er uns heute mit einem offenen Brief.
An wen dieser wohl gerichtet ist…?

Liebe Löwen,

ich möchte mich bei Euch bedanken. Dafür, dass Ihr diesen Brief lest, aber vor allem dafür, dass Ihr trotz allem noch hier seid.

Auch dann, wenn wir mit dem Rücken an der Wand stehen. Auch, wenn es mal nichts zu feiern gibt. Gerade dann, wenn es eigentlich keinen Grund mehr gibt zu bleiben – aber Ihr es trotzdem tut.

Manchmal ist zu bleiben eine Entscheidung. Manchmal bleibt man, weil es einfacher ist. Manchmal, weil man sich an eine Hoffnung klammert. Und manchmal ist es einfach das Einzige, was bleibt, wenn alles andere sich zu verändern droht.

Meine “Karriere” bei Sechzig begann als kleiner Bub an Vaters Hand. Bei Euch war es vielleicht ganz anders.
Vielleicht im Grünwalder Stadion, vielleicht in der Allianz Arena. Vielleicht bei einem anderen Verein, vielleicht gab es nie einen anderen für Euch. Vielleicht war es nur Zufall, vielleicht wolltet Iihr es genau so. Vielleicht war es einfach Schicksal.

Trotzdem stehen wir hier zusammen im dunkelsten Teil des Tunnels und versuchen, das stecknadelgroße Licht zu erkennen. Auch wenn es noch weit entfernt scheint, ist es das Einzige, woran wir uns orientieren können.

Nicht jeder bekommt im Leben die Chance, Geschichte zu schreiben. Manche bekommen diese Chance einfach vor die Füße gelegt. Und vielleicht ist das genau der Punkt, an dem wir alle unterschiedlich werden. Wer traut sich, sie aufzuheben, und wer lässt sie liegen?

Vielleicht liest diesen Brief niemand. Vielleicht landet er nie dort, wo ich ihn hinschreiben wollte. Aber falls doch, möchte ich euch eines wissen lassen:

Bleiben war nie das Gegenteil von Gehen. Das wäre zu einfach – und einfache Antworten gibt es bei Sechzig nur selten. Bleiben war schon immer das, was übrig bleibt, wenn alle anderen Optionen einfacher wirken.

Bei uns Löwen ging es nie um Einzelne. Wir sind ein Kollektiv. Gemeinsam werden wir stark, wie noch nie. Gemeinsam sind wir der Verein.

Und genau deswegen schreibe ich diesen Brief nicht an Euch, sondern an Dich. An Dich, der gerade entscheidet, ob er bleiben soll oder nicht.

Vielleicht wirst Du später von Titeln erzählen. Von gewonnenen Spielen und erreichten Zielen.
Heute kannst Du Dich entscheiden, ob Du eine Geschichte erzählst oder ob Du ein Teil davon wirst.

Denn meine “Löwenkarriere” begann als kleiner Bub an Vaters Hand und endet mit meinem letzten Atemzug.
Deine Löwenkarriere darf hier nicht enden.

Man wird Dich nie fragen, ob es logisch war zu bleiben. Nur, ob Du geblieben bist, als es einfacher gewesen wäre, zu gehen.

Denn bei Sechzig zu bleiben war noch nie eine Entscheidung. Bei Sechzig zu bleiben war selten das Einfachste.
Vielleicht ist genau das die Hoffnung, an die wir uns klammern.
Und vielleicht ist Sechzig das Einzige, was bleibt, während alles andere sich zu verändern droht.

Aber bleibst Du?

Vom „Blue Sale“ zum „Green Sale“: Kalkulierte Farbspiele bei der Merchandising GmbH?

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Tsv 1860 Trikot Grün dritte vierte Laufrudel

Wer seit gestern den Online-Shop der TSV 1860 Merchandising GmbH aufruft, dürfte sich verwundert die Augen reiben: Das gewohnte Löwen-Blau ist gewichen, stattdessen dominiert urplötzlich die Farbe Grün den Webauftritt. Die optische Annäherung an die Farben des Hauptvereins zieht sich bis ins Detail – so wurde aus dem traditionellen „Blue Sale“ über Nacht ein „Green Sale“. Ein bemerkenswerter Vorgang, der unweigerlich die Frage nach der Motivation hinter diesem Rebranding aufwirft.

Marketing-Aktion für ein Trikot, das es vielleicht nie geben wird?

Eine naheliegende Vermutung wäre, dass es sich bei der grünen Welle um eine Promo-Aktion zur Veröffentlichung des neuen Auswärtstrikots handelt. Doch dieser Erklärungsansatz verkennt auf absurde Weise die Realität in der ausgegliederten KGaA. Mittlerweile wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Die produzierten Trikots sind bereits mit dem Logo des Hauptsponsors „die Bayerische“ beflockt – jenes Versicherers, der aufgrund der aktuellen Entwicklungen von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht hat. Vor diesem Hintergrund ist es höchst unwahrscheinlich, dass dieses Trikot in seiner jetzigen Form jemals offiziell in den Verkauf gelangen wird. Eine groß angelegte Marketingkampagne für ein solches Produkt ergäbe dementsprechend wenig Sinn.

Green Sale: Täuschende Optik in wirtschaftlich angespannten Zeiten?

Deutlich plausibler erscheint eine andere Variante, die von Beobachtern vermutet wird: Die Merchandising GmbH könnte versuchen, den Eindruck zu erwecken, es handele sich um den offiziellen Shop des e.V., um so verzweifelt Kunden zu gewinnen.

Dass die Gesellschaft wirtschaftlich unter Druck stehen könnte, wäre angesichts der Begleitumstände nicht verwunderlich. Allein die Repräsentanz am Münchner Flughafen dürfte mit Shopmiete und Personalkosten monatlich Summen im mittleren fünfstelligen Bereich verschlingen. Einnahmen, die angesichts der aktuellen Stimmungslage in der Fanlandschaft mutmaßlich stark rückläufig sind, müssen diese immensen Fixkosten erst einmal decken.

Zur Erinnerung: Wohin fließt das Geld?

An dieser Stelle ist ein Blick auf die Hintergründe der Fanartikel GmbH unerlässlich. Für alle Käufer gilt es sich ins Bewusstsein zu rufen: Bis zu 120.000 Euro Gewinn landet jeder Cent, der bei der Merchandising GmbH durch den Kauf eines Artikels generiert wird, unterstützt bei der H.I. Squared International GmbH. Diese befindet sich im Besitz von Hasan Ismaik und ist exakt jenes Unternehmen, das für die Darlehenskündigung verantwortlich zeichnet, die den TSV 1860 München in die Insolvenz gestürzt hat. Erst wenn dieser Schwellenwert überschritten wird, werden die weiteren Gewinne zu je 50% zwischen der H.I. Squared International GmbH und der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA aufgeteilt. Insofern kann man davon ausgehen, dass keine nennenswerten Gewinne bei den Löwen landen dürften.

Die Alternative: Echte Unterstützung für den Neuanfang

Wer den Neuanfang des TSV 1860 e.V. in diesen schweren Zeiten aktiv und zielgerichtet unterstützen möchte, hat dazu im offiziellen e.V.-Shop die Möglichkeit. Dort fließen die Erlöse direkt in den Hauptverein. Passend zur aktuellen Situation wurde heute ein neues Unterstützer-Shirt („Mein Verein“) im Vorverkauf präsentiert.

Im Shop des e.V. heißt es dazu treffend:

„Es ist dein Verein. Es ist unsere Zukunft. Dieses Motto steht für unseren neuen Weg. Mit deinem Kauf unterstützt du diesen Weg ganz konkret: Du machst den Löwen sichtbar, setzt ein Zeichen für unseren Zusammenhalt und hilfst mit, UNSERE Zukunft zu gestalten. Glaub an diesen Weg, verbreite Zuversicht, trag den Löwen mit Stolz, halte zu deinem Verein, werde Mitglied und überzeug andere, Teil unserer Gemeinschaft zu werden. DANKE!“

Ob sich die Fanszene von einem plötzlichen Anstrich in Grün blenden lässt, darf angesichts der aufgeklärten Basis stark bezweifelt werden. Echte Solidarität zeigt sich derzeit nicht an der Farbe eines Sales, sondern am Adressaten der eigenen Unterstützung.