Start Blog Seite 368

Fragebogen zur VR-Wahl: Gerhard Mayer

4

Im Hinblick auf die bevorstehende Wahl des neuen Verwaltungsrats im TSV München von 1860 e.V. auf der Mitgliederversammlung am 16. Juni im Zenith) haben wir alle 24 Kandidierenden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Um den wahlberechtigten Mitgliedern (und natürlich auch allen anderen interessierten Löwenfans) die Positionen der zur Wahl stendenen Personen vorzustellen. Erfreulicherweise sind 20 Fragebögen ausgefüllt zurück gesendet worden.
Wir veröffentlichen diese unkommentiert in alphabetischer Reihenfolge. Hier kommt der Fragebogen von Gerhard Mayer.

Ich bewerbe mich als Verwaltungsrat, weil…

Mayer: …es mir wichtig ist im Breitensportverein TSV 1860 e.V. alle Menschen, ihre Sportarten und Bereiche zu sehen und zu unterstützen. Es geht mir darum, die erfolgreiche Arbeit des e.V. weiter zu begleiten und an konkreten Punkten, wie z.B. Hallenbau oder Förderung aller Abteilungen, zu unterstützen.

Welche Dinge hat der Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren gut gemacht?

Mayer: Der Verwaltungsrat ist ein Organ des Vereins, in der Satzung steht dazu als wesentliche Aufgabe: “Der Verwaltungsrat überwacht das Präsidium in seiner Geschäftsführung und in der Wahrnehmung seiner Vereinsaufgaben.” Dies bezieht sich jeweils auf den e.V. Der Verwaltungsrat war an der positiven Entwicklung des TSV 1860 München e.V. und seiner Abteilungen beteiligt und auch daran, dass es jetzt das Bamboleo als unser Vereinslokal gibt.

Welche Dinge hätte der Verwaltungsrat besser machen können?

Mayer: Im Nachhinein betrachtet hätten wir uns bei Kommunikationsproblemen im e.V. ggf. früher Einbringen müssen. Vielleicht hätten wir auch noch deutlicher machen müssen, dass der Verwaltungsrat als Organ des Vereins einheitlich im Sinne des e.V. handelt und darüber nicht jederzeit berichtet, da Vertraulichkeit bei dieser Tätigkeit sehr wichtig ist.

Mit welchen Aktivitäten/Projekten haben Sie sich in der Vergangenheit beim TSV 1860 München e.V. bereits eingebracht?

Mayer: Mit meinen Kontakten zur Stadtverwaltung und im Einzelfall mit der Vermittlung von Kommunikation zwischen Abteilungen und Gesamtverein.

Der Profifußball ist das Aushängeschild von 1860 und traditionell das meistdiskutierte Thema in der Öffentlichkeit. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die KGaA in der nahen Zukunft?

Mayer: Der Verwaltungsrat ist nicht operativ für den Profifußball zuständig. Eine positive Arbeit der KGaA ist mir auch sehr wichtig, hier gilt es mit den vorhandenen Möglichkeiten bestmöglich zu wirtschaften und Perspektiven für den Profifußball zu generieren.

Hasan Ismaik ist mit seiner Firma HAM zu 60% an der KGaA beteiligt. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich seit seinem Einstieg schwierig. Was ist Ihr Konzept für eine verbesserte Kommunikation/Zusammenarbeit mit Ismaik bzw. HAM?

Mayer: Ich kann mich nur wiederholen: Der Verwaltungsrat ist nicht operativ für den Profifußball zuständig.
Persönlich denke ich, dass eine gelingende Kommunikation mit direkter Kommunikation zwischen den Beteiligten beginnt. Wenn Hasan Isamik nicht mit dem Präsidium des e.V. spricht, aber zusagt jede Einladung eines Fanclubs anzunehmen, trägt das nicht zu einer Zusammenarbeit bei.

Die KGaA ist nach wie vor bilanziell überschuldet. Mit welchen Maßnahmen würden Sie die Entschuldung unter Einhaltung der Regularien von DFB/DFL vorantreiben?

Mayer: Auch hier hat der Verwaltungsrat keine operativen Handlungsmöglichkeiten.
Persönlich finde ich: Seit 2017 trägt der e.V. einen Konsolidierungskurs mit, der alternativlos ist, wenn keine Insolvenzgefahr entstehen soll. Die Aufnahme von Darlehen ist nicht möglich, wenn die Überschuldung abgebaut werden soll und das muss sie, um das Überleben der KGaA zu sichern.

Die Situation um einen Ausbau des Grünwalder Stadions bzw. einen Neubau stockt seit einiger Zeit. Welche Stadionlösung schwebt Ihnen vor?

Mayer: Da es auch hier keine operative Handlungsmöglichkeit des Verwaltungsrats gibt, kann ich nur meine persönlichen Lösungsoptionen vorstellen.
Die Stadt hat eine Lösung im Rahmen ihrer Möglichkeiten als öffentlich-rechtliche Eigentümerin dargestellt und ist im Verwaltungshandeln gar nicht in der Lage hier andere Schritte zu gehen. Eine Lösung mit 18.100 Zuschauern zu den errechneten Kosten und entsprechenden Auswirkungen auf die Stadionpacht halte ich für nicht wirtschaftlich.
Als Alternativlösung empfehle ich, dass die KGaA oder eine eigene Stadiongesellschaft mit der Stadt einen Erbpachtvertrag aushandelt und eine Stadionsanierung in eigener Zuständigkeit durchführt. Hier können die schwierigen Themen Lärmschutz, Parkplätze, Berücksichtigung Giesings vor und nach dem Spiel usw. noch einmal neu gedacht und mit den Referaten der Stadt und den Giesingern abgestimmt werden.

Welche Abteilungen liegen Ihnen außer dem Fußball noch besonders am Herzen und warum?

Mayer: Grundsätzlich alle. Ich persönlich bin Mitglied in der Abteilung Ski, weil ich die hervorragende Jugendarbeit sehr schätze und Stolz auf vergangene und aktuelle Erfolge (Linus Strasser) bin. Wenn ich jetzt noch Boxen, wegen des Spirits und der großartigen Arbeit und den Erfolgen erwähne, oder Wassersport, die mit dem Bootshaus eine besondere Tradition pflegen und sehr gut mit ihren Möglichkeiten umgehen, bedeutet das nicht, dass mir die anderen Abteilungen weniger wichtig sind. Aus Platzgründen kann ich hier jedoch nicht alle aufzählen.

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitteilen?

Mayer: Ich freue mich über alle Mitglieder, die sich über den Fußball hinaus aktiv am Vereinsleben beteiligten. Ich kann leider wegen eines Familientreffens in Mailand am 16.6. nicht persönlich vor Ort sein. Ich werde mich per Video vorstellen.

 

Bisher veröffentlichte Fragebögen der Verwaltungsrats-Kandidaten:

Thomas Baudisch
Robert von Bennigsen
Christian Dierl
Markus Drees
Robert Forster
Maximilian Glogger
Martin Gräfer
Thomas Hirschberger
Alexander Hofmann
Sascha Königsberg
Klaus Lutz
Gernot Mang

Sechzig um Sieben: Endspurt im Wahlkampf beim TSV 1860

3
Sechzig um Sieben beim TSV 1860 München

“Endlich” wird sich der ein oder andere denken – die letzte Woche Wahlkampf beim TSV 1860 München startet heute. Entsprechend ist auch der Rückblick auf das Wochenende mit zahlreichen Fragebögen und weiteren Themen gut gefüllt. Zudem ist ein neuer Podcast online zu finden und ein sportliches Thema gibt es tatsächlich auch noch.

sechzger.de Talk Folge 160 online

Es hat etwas länger gedauert als sonst, aber mittlerweile ist die nächste Ausgabe des sechzger.de Talks bei Youtube, Spotify & Co online. In Folge 160 ist Markus Rejek zu Gast, der aktuell als Geschäftsführer beim 1.FC Köln tätig ist. Vor einigen Jahren füllte er diese Rolle noch bei den Löwen aus und kann daher viel zum TSV 1860 sagen. Jan spricht darüber hinaus mit ihm über seine Stationen in Bielefeld und Köln. Viel Spaß mit der nächsten Ausgabe!

Verwaltungsrat: Weitere Fragebögen veröffentlicht

Im Vorfeld der Wahl des Verwaltungsrates hat sechzger.de alle Kandidaten gebeten einen Fragebogen der Redaktion zu beantworten. Der Bitte folgten erfreulicherweise ein Großteil der Kandidaten und seit einigen Tagen gehen jeden Tag zwei Fragebögen online. Am Freitag sowie dem Wochenende waren das die folgenden:

Am heutigen Montag folgen dann die nächsten Kandidaten.

“Ein Wort zum TSV 1860 München”

Außerdem äußern sich jeden Tag Prominente und Löwenfans in der Serie “Ein Wort zum TSV 1860 München”. Sie beschreiben darin, wieso sie vom Mythos 7 Jahre Stillstand an der Grünwalder Straße nicht so recht etwas spüren können. Namentlich kamen Otto Steiner, Veronica Ferres und Michael Piazolo.

Interview des Präsidiums in der BILD-Zeitung

Umfangreich zu Wort kam am Wochenende zudem das Präsidium um Robert Reisinger, Norbert Steppe sowie Karl-Christian Bay. Vor allem Letztgenannter überraschte dabei mit klaren Worten in Richtung Mitgesellschafter Hasan Ismaik. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen gibt es hier.

TSV 1860 verkauft über 10.000 Dauerkarten

Trotz Preiserhöhung – die Löwenfans haben auch für die Saison 2024/25 wieder fleißig Dauerkarten gekauft und dabei die fünfstellige Anzahl überschritten. Über 10.000 Dauerkarten wurden in der ersten Verkaufsphase an die Frau und den Mann gebracht. Das heißt nur wenige Löwenfans haben sich dazu entschieden, ihr Saisonabo nicht zu verlängern. Ab Mittwoch gehen die restlichen Karten dann in den freien Mitglieder-Verkauf.

Ismaik weiter im Wahlkampf aktiv

Nicht nur das Präsidium, auch Hasan Ismaik ist natürlich im Wahlkampf des TSV 1860 München weiter präsent. Am Freitag widmete er beispielsweise sechzger.de einen eigenen Post in den Sozialen Medien. Weder konnte er dabei eine neue Übersetzung vorlegen, noch stimmen seine Aussagen zur Pressefreiheit. Stattdessen träumt der Mitgesellschafter weiter von der Champions League und möchte Jürgen Klopp als Trainer für die Löwen gewinnen. Ein Russland-Vergleich durfte bei einem Fanclub-Besuch schließlich auch nicht fehlen.

Statement von PRO1860 zu Hasan Ismaik

Die Fanvereinigung PRO1860 hat derweil ihr Fazit nach den letzten Wochen gezogen und vor allem klargestellt, dass eine Zusammenarbeit mit Hasan Ismaik nicht möglich sei. Diese Einschätzung basiert nicht nur auf den zahlreichen Medienberichten in letzter Zeit, sondern vor allem auch auf einem persönlichen Treffen mit dem Jordanier. Das Bündnis Zukunft 1860 wird ebenfalls in der Stellungnahme erwähnt.

Löwinnen II feiern Aufstieg in die Kreisklasse

Zum Abschluss der weiß-blauen Themen geht es tatsächlich noch in den sportlichen Bereich. Die zweite Frauenmannschaft feierte gestern die Zweitvertretung von Centro Argentino de Munich einen klaren 5:0-Auswärtssieg – vor allem aber den damit verbundenen Aufstieg in die Kreisklasse. Ob die Löwinnen II es der ersten Mannschaft nachmachen und auch die Meisterschaft feiern können, zeigt sich in den letzten beiden Spielen. Diese finden an den beiden kommenden Wochenenden statt.

News aus der 3.Liga

liga3-online wertet Kilometer bei Auswärtsfahrten aus

Die Löwenfans müssen für gewöhnlich viele Reisekilometer zurücklegen, wenn sie ihre Mannschaft auch in der Fremde bestmöglich unterstützen möchten. Letzte Saison war beispielsweise die Fahrt nach Lübeck die weiteste Strecke, die es dabei galt zurückzulegen. Das Portal liga3-online hat nun die Auswärtskilometer für jedes Team in der Saison 2024/25 berechnet. Dabei liegt der TSV 1860 München auf Platz 4 – hinter Hansa Rostock, Energie Cottbus und der SpVgg Unterhaching.

Spielplan für die 3.Liga erst Mitte Juli

In der vergangenen Saison ließ der DFB bei einigen Ansetzungen wie fast schon gewohnt das nötige Fingerspitzengefühl vermissen und bescherte den Auswärtsfahrern teils äußerst schwere Bedingungen. So mussten die Löwenfans die bereits angesprochene Fahrt nach Lübeck unter der Woche absolvieren. Gleiches galt für das Gastspiel der Norddeutschen in Giesing. Es sind nur zwei Beispiele von vielen – und die neue Saison beginnt so, wie die alte endete. Wie liga3-online auf Anfrage beim Verband erfuhr, wird der Spielplan für die Saison 2024/25 erst Mitte Juli veröffentlicht. Dann sind es nur noch zwei Wochen, bevor der Ball in der 3.Liga wieder rollt.

PRO1860 mit Statement zu Hasan Ismaik und Bündnis Zukunft

18
PRO1860 Logo Fanvereinigung TSV 1860 München

Die Fanvereinigung PRO1860 hat am Sonntag ein ausführliches Statement veröffentlicht. Darin nimmt es vor der Mitgliederversammlung in einer Woche Stellung zum Bündnis Zukunft 1860 sowie vor allem zu Hasan Ismaik.

Vision von Hasan Ismaik “unrealistisch”

Wie die Redaktion von sechzger.de hat sich auch die Fan-Vereinigung PRO1860 ausführlich mit Hasan Ismaik ausgetauscht. Dabei wurde laut dem folgenden Statement auf Facebook vor allem klar, dass die kolportierten 200 Millionen Euro kein Geschenk des Jordaniers sein werden. Außerdem äußerten sich stellvertretend Eva Modlmayr und Roman Beer in einem Interview mit der Abendzeitung. Nun hat die Fanvereinigung nachgelegt und auf Facebook ein ausführliches Statement veröffentlicht, das sechzger.de im Folgenden dokumentiert.

Das Statement von PRO1860

Liebe Mitglieder, liebe Löwinnen, liebe Löwen,
im Vorfeld der am 16. Juni anstehenden Mitgliederversammlung beim TSV München von 1860 e.V. mit Neuwahl des Verwaltungsrats war und ist es uns wichtig, ein umfassendes Bild von allen beteiligten Akteur*innen zu bekommen und dies auch anderen Mitgliedern zu ermöglichen. Nach der von uns organisierten Vorstellungsrunde der Kandidat*innen für den Verwaltungsrat und einem Gespräch mit Hasan Ismaik sowie der Berichterstattung der letzten Wochen sind wir zu folgenden Schlüssen gekommen:
  • Die Mitglieder des Bündnis Zukunft behaupten von sich, einen besseren Zugang zu Hasan Ismaik zu haben und deshalb mit ihm zusammenarbeiten und ihre Ideen für den Profifußball der KGaA umsetzen zu können. In den dreizehn Jahren, in denen Hasan Ismaik Anteilseigner ist, konnten kein Präsidium und kein Verwaltungsrat längerfristig positiv mit ihm zusammenarbeiten. Warum sollte sich das ändern? Es ist uns bewusst, dass es dem Verein nicht in absehbarer Zeit gelingen wird, die Anteile zurückzukaufen. Es geht momentan nicht ohne einen Investor, aber es geht, den e.V. so aufzustellen, dass er autark agieren kann und finanziell stabil ist. Das hat der jetzige Verwaltungsrat geschafft. Dabei waren erhebliche Widerstände zu überwinden und die Mitglieder des Verwaltungsrats, die allesamt ehrenamtlich agieren, waren und sind teilweise erheblichen Diffamierungen und Drohungen ausgesetzt und doch haben sie ihren Kurs konsequent fortgesetzt. Der e.V. steht mit einer historischen Mitgliederzahl besser da als je zuvor. Auch die Abteilungen, die nicht über Ihre Verhältnisse agieren (jede Abteilung verwaltet ihre Gelder selbst), sind stabil und viele neue Abteilungen und Sparten wurden gegründet.
    Deshalb sollte unseres Erachtens der aktuelle Kurs beibehalten werden. Eine Empfehlung für die neun in Einzelwahl zu wählenden Mitglieder des Verwaltungsrates werden wir demnächst bekannt geben.
  • Das Bündnis Zukunft 1860 hat hohe Summen aufgebracht, um einen Wahlkampf zu finanzieren, von dem es behauptet, ihn nicht gewollt zu haben. Es beklagt die Spaltung zwischen den Fans und treibt selbst den Keil immer weiter hinein. Die Wahl des Verwaltungsrats wird zu einem Ereignis stilisiert, bei dem sich die Zukunft des TSV 1860 unwiderruflich entscheidet. Dies ist falsch, da der TSV 1860 in jüngerer und auch älterer Vergangenheit gezeigt hat, dass ein stabiler e.V. auch für Erfolge sorgt. Die Gelder, die das Bündnis Zukunft 1860 und/oder einzelne Mitglieder des Bündnisses oder deren Organisationen ausgegeben haben, wären sicherlich bei den Abteilungen hilfreicher gewesen.
  • Wir bedauern, dass sich Hasan Ismaik, wie er es auch in dem Gespräch mit uns mehrfach bestätigt hat, nicht mit dem Präsidium und dem amtierenden Verwaltungsrat treffen will, die beide mit großer Mehrheit von den Mitgliedern gewählt wurden. Allerdings wäre es für jeden Gesellschafter, schon um sein Invest langfristig zu sichern bzw. zu stabilisieren, sinnvoll, bei wichtigen Entscheidungen selbst mitzureden. Dank der deutschen 50+1 Regelung ist jedoch auch im Falle einer Verweigerung von Gesprächen weder die KGaA noch der Spielbetrieb gefährdet.
  • Die Vision, die uns Hasan Ismaik für den TSV 1860 ausgemalt hat, betrachten wir als unrealistisch. Für ein Gesamtinvest in Höhe von 200 Millionen Euro solle ein neues Stadion gebaut und der Aufstieg in die 1. Bundesliga bewerkstelligt werden. Jürgen Klopp könnte dann die Mannschaft trainieren, der TSV 1860 würde auf Augenhöhe mit dem FC Bayern spielen und sei schließlich drei bis vier Milliarden Euro wert.
    Wie sich im Gespräch mit uns herausgestellt hat, würde die Finanzierung keine Geschenke des Investors beinhalten. Vielmehr sollen Banken und andere Finanzierungspartner für die Bereitstellung der von Ismaik in den Raum geworfenen 200 Millionen Euro sorgen – in Form von Darlehen, Kapitalerhöhungen und/oder eines Börsengangs. Weitere Darlehen würden eine weitere hohe Verschuldung für die KGaA bedeuten, die weder im Hinblick auf die Lizenzerteilung noch auf die seit 2017 insolvenzrechtlich nötige Fortführungsprognose statthaft ist. Zudem ist die Verknüpfung eines Engagements zugunsten des TSV München von 1860 mit der Wahl von bestimmten Personen in den Verwaltungsrat für uns absolut nicht akzeptabel.
  • Hasan Ismaik wirft PRO1860 vor, auf Basis einer „Ideologie“ zu agieren, insbesondere, was unsere Haltung zum Sechzger-Stadion betrifft. Wir haben versucht ihm Begriffe wie Fußballkultur oder auch -philosophie nahezubringen, allerdings ist dies, nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Sprache, sehr schwierig. Wir haben zudem festgestellt, dass er über viele Gegebenheiten beim TSV 1860 sowohl vor dem Kauf der KGaA-Anteile, als auch in den Jahren danach von seinen Kontaktpersonen in München nicht ausreichend und eventuell auch falsch informiert wurde.
  • Ein weiteres Beispiel hierfür ist die Vereinssatzung. Die Unterschiede zwischen der heutigen Satzung und der Fassung vor der von uns vorangetriebenen, umfassenden Satzungsänderung 2014 waren Hasan Ismaik nicht bzw. nicht ausreichend bekannt. Ob wir seine Unterstellungen und Falschannahmen im Gespräch ausräumen konnten, wissen wir nicht.
Wir möchten Euch zu einzelnen der vorgenannten Themen in den nächsten Tagen ausführlicher informieren. Und wir rufen Euch auf, am nächsten Sonntag zur Mitgliederversammlung zu kommen und Euch mit Eurer Stimme zum Wohl des TSV München von 1860 e.V. einzubringen.
Weiß-blaue Löwengrüße
PRO1860 – die Vorstandschaft

Fragebogen zur VR-Wahl: Gernot Mang

39

Im Hinblick auf die bevorstehende Wahl des neuen Verwaltungsrats im TSV München von 1860 e.V. auf der Mitgliederversammlung am 16. Juni im Zenith) haben wir alle 24 Kandidierenden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Um den wahlberechtigten Mitgliedern (und natürlich auch allen anderen interessierten Löwenfans) die Positionen der zur Wahl stendenen Personen vorzustellen. Erfreulicherweise sind 20 Fragebögen ausgefüllt zurück gesendet worden.
Wir veröffentlichen diese unkommentiert in alphabetischer Reihenfolge. Hier kommt der Fragebogen von Gernot Mang.

Ich bewerbe mich als Verwaltungsrat, weil…

Mang: Ich möchte meine umfangreiche berufliche Erfahrung als wirtschaftlich denkender und sachlich handelnder Mensch einbringen. Als begeisterter Sportler und überzeugtes Mitglied mit Lebensmitgliedschaft denke ich als „Strategie und Marken-Mann“ insbesondere an meine Expertise bei der Neuausrichtung von Unternehmen. Ich bringe die dafür nötige Sachlichkeit ein wie auch Neutralität, denn ich schätze alle Mitglieder und Sparten des Vereins.
Gemeinsam mit den beteiligten Menschen möchte ich klare Ziele setzen, damit wir sie als Team erreichen und alle wissen, wo es hingehen soll. Als passionierter Marathonläufer und Triathlet weiß ich, dass das nicht von heute auf morgen passieren wird. Erfolge erreicht man nur durch stetige Verbesserung, Zielorientierung, Durchhaltevermögen, Fokus und Mut.
Als Verwaltungsrat werde ich mich dafür einsetzen, dass unser Verein seine Werte wie Loyalität, Demut, Zugehörigkeit, und Kampfgeist nicht nur bewahrt, sondern auch aktiv lebt. Der TSV München von 1860 e. V. soll weiterhin eine Herzensangelegenheit für alle bleiben, die sich mit uns verbunden fühlen – von den Spielern über die Mitarbeiter bis hin zu den treuesten Fans.
Ich stehe für keine „faulen“ Kompromisse – weder inhaltlich, noch bezogen auf die Werte des Vereins, noch im Umgang mit Menschen.
Ich stehe klar für den Turn und Sportverein München von 1860 e.V. Münchens große Liebe. Einmal Löwe immer Löwe.

Welche Dinge hat der Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren gut gemacht?

Mang: –

Welche Dinge hätte der Verwaltungsrat besser machen können?

Mang: Ich finde jeder, der sich im Verein ehrenamtlich einbringt, hat Respekt verdient. Es steht mir nicht zu hier den bestehenden Verwaltungsrat zu kritisieren.

Mit welchen Aktivitäten/Projekten haben Sie sich in der Vergangenheit beim TSV 1860 München e.V. bereits eingebracht?

Mang: Ich habe bei der neuen Markenpositionierung „Der neue Biss des Löwen und die Kraft des Rudels“ aktiv mitgearbeitet, zusammen mit dem Team.

Der Profifußball ist das Aushängeschild von 1860 und traditionell das meistdiskutierte Thema in der Öffentlichkeit. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die KGaA in der nahen Zukunft?

Mang: –

Hasan Ismaik ist mit seiner Firma HAM zu 60% an der KGaA beteiligt. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich seit seinem Einstieg schwierig. Was ist Ihr Konzept für eine verbesserte Kommunikation/Zusammenarbeit mit Ismaik bzw. HAM?

Mang: Ich möchte die beiden Fragen verbinden. Der erste Schritt muss sein, dass wir einen starken e.V. haben, der den Takt vorgibt. Mit einer klaren Strategie, einem starken e.V. und frischem Enthusiasmus wollen wir den neuen Biss des Löwen und die Kraft des Rudels entfesseln.

1. Eindeutige Zielsetzungen

Gemeinsame Vision: Auf der Basis der Markenpositionierung eine Erarbeitung einer gemeinsamen Vision und klaren Zielen für die Zukunft der KGaA, die von beiden Parteien unterstützt werden. Wie oben schon erwähnt sollte der e.V. aus der Position der Stärke den ersten Vorschlag machen.
Markenstärke: Schafft Klarheit und Ausrichtung mit einer starken Markenstrategie, die die Einzigartigkeit unseres Vereins hervorhebt.
Kurz- und Langfristige Ziele: Festlegung konkreter, messbarer kurz- und langfristiger Ziele, um Fortschritte zu verfolgen und Erfolg zu definieren. Detaillierte Darlegung der Entscheidungsprozesse.

2. Klare Kommunikationskanäle, Transparenz und Offenheit
Transparente Kommunikation: Offene und ehrliche Kommunikation für ein starkes Vertrauen und Zusammenhalt im Verein.
Gemeinschaftsgefühl: Fördert die emotionale Verbindung und das Zugehörigkeitsgefühl innerhalb unseres Löwenrudels.
Feste Ansprechpartner: Benennung fester Ansprechpartner sowohl auf Seiten der KGaA als auch bei des e.V., um die Kommunikation zu zentralisieren und zu vereinfachen.
Protokollierte Kommunikation: Dokumentation aller wichtigen Gespräche und Beschlüsse, um Missverständnisse zu vermeiden und Verantwortlichkeiten zu klären.
Information an alle Mitglieder, z. B. durch regelmäßige Newsletter (vierteljährig und nach wichtigen Meetings, Entscheidungen…)

3. Regelmäßige strategische Meetings
Strategische Treffen: Regelmäßige strategische Treffen (monatlich oder vierteljährlich), um wichtige Themen zu besprechen und Entscheidungen gemeinsam zu treffen.
Virtuelle und physische Treffen: Kombination von physischen Treffen und Videokonferenzen, um Flexibilität und kontinuierliche Kommunikation zu gewährleisten.

4. Konfliktmanagement und Kulturelle Sensibilität
Konfliktlösungsstrategien: Entwicklung von klaren Konfliktlösungsstrategien, um Differenzen konstruktiv zu bearbeiten.
Kulturelles Bewusstsein: Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für kulturelle Unterschiede und Kommunikationsstile.

5. Respekt und Verständnis
Förderung eines respektvollen und verständnisvollen Umgangs miteinander. In die Zukunft ausgerichtet. Die Vergangenheit ruhen lassen und eine Basis für den Erfolg des Vereins schaffen. Keine Egos – es gibt nur EINEN TSV München von 1860 e.V.

Win-Win-Situation: Schaffung von Situationen, in denen beide Parteien profitieren und ihre Ziele erreichen können aber alle nur im Sinne des TSV München von 1860 e.V.

Ich stehe für eine transparente und klare Kommunikation innerhalb des Vereins und mit unseren Sponsoren, Fans und Mitgliedern. Es ist wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen und die Herausforderungen gemeinsam meistern. Der TSV München von 1860 e.V. hat eine hervorragende Basis und ein enormes Potenzial, das wir zusammen entfalten können.

Die KGaA ist nach wie vor bilanziell überschuldet. Mit welchen Maßnahmen würden Sie die Entschuldung unter Einhaltung der Regularien von DFB/DFL vorantreiben?

Mang: Das Ziel sollte sein die Überschuldung Schritt für Schritt zu reduzieren und eine vernünftige Struktur zu schaffen, mit einer entsprechenden Eigenkapitalquote.
Die Entschuldung einer KGaA die bilanziell überschuldet ist, erfordert eine sorgfältige Planung und Umsetzung von Maßnahmen, die sowohl den finanziellen Bedürfnissen der Gesellschaft als auch den Regularien von DFB /DFL entsprechen. Hier einige Überlegungen, die unternommen werden könnten, welche man sich aber im Detail anschauen muss:

1. Kapitalerhöhung
Eine Kapitalerhöhung kann durch die Ausgabe neuer Aktien erfolgen. Dies kann durch die bestehenden Aktionäre oder durch die Aufnahme neuer Investoren geschehen.
Emission neuer Aktien: Verkauf neuer Aktien an bestehende oder neue Aktionäre. Hier könnten die Fans ein Teil des Unternehmens sein.
Private Platzierungen: Verkauf von Aktien an ausgewählte Investoren oder Sponsoren.

2. Einnahmensteigerung
Erhöhung der Einnahmen durch verschiedene Maßnahmen, um die finanzielle Lage zu verbessern.
Sponsoring: Gewinnung neuer Sponsorenverträge oder Verlängerung und Verbesserung bestehender Verträge.
Merchandising: Steigerung der Umsätze durch den Verkauf von Fanartikeln. Warum haben wir nur einen Store in der Stadt? Keinen am Flughaften etc. Hier brauchen wir eine Lösung.
Ticketing: Da haben wir meines Erachtens den Zenit erreicht, wenn nicht schon überschritten.

3. Kostenmanagement
Strikte Kontrolle und Reduktion der Betriebskosten können zur Verbesserung der Finanzlage beitragen.
Gehaltsstruktur: Überprüfung und Anpassung der Gehaltsstrukturen.
Effizienzsteigerung: Optimierung der operativen Prozesse, um Kosten zu senken.

4. Nachhaltige Investitionen
Investitionen in Bereiche, die langfristig zu einer Stabilisierung und Verbesserung der finanziellen Situation führen können.
Jugendarbeit: Förderung und Entwicklung des NLZ, um langfristig eigene Talente zu entwickeln und Transfererlöse zu generieren.

5. Transparente Kommunikation
Eine offene und transparente Kommunikation mit allen Stakeholdern (Investoren, Fans, Sponsoren) ist wichtig, um Vertrauen zu schaffen und Unterstützung für die Umstrukturierungsmaßnahmen zu gewinnen.

Durch die Kombination dieser Maßnahmen und die Berücksichtigung der Regularien kann eine KGaA ihre finanzielle Situation stabilisieren und eine nachhaltige Entschuldung erreichen.

Die Situation um einen Ausbau des Grünwalder Stadions bzw. einen Neubau stockt seit einiger Zeit. Welche Stadionlösung schwebt Ihnen vor?

Mang: Der TSV München von 1860 sollte auch in Zukunft im GWS spielen. Dazu benötigt es Gespräche mit der Stadt aber auch einen klaren Plan vom Verein. Hier muss auch zeitnah eine Entscheidung getroffen werden. Am schönsten wäre es wir übernehmen das Stadion eine Erbpacht und können es selber ausbauen und selber vermarkten.
Es geht dabei nicht nur um das GWS, sondern auch um den Stadtteil Giesing. Das Treffen und die Gemeinschaft vor dem Spiel oder nach dem Spiel. Das ist mehr als nur Fußball.

Welche Abteilungen liegen Ihnen außer dem Fußball noch besonders am Herzen und warum?

Mang: Ich bin Mitglied beim TC Grün Gold.
Laufen, Radfahren, Triathlon, Skifahren – hier bin immer noch aktiv.
Für mich sind auch die anderen Abteilungen wichtig. Turnhalle – mit Handball, Boxen, Volleyball etc.

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitteilen?

Mang: Ich bin ein sehr gradliniger Mensch und ich setze um und lasse Taten folgen. Dabei ist es mir immer wichtig, die Menschen zu begeistern und mitzunehmen.
Mir liegt 1860 als Ganzes, aber insbesondere der e.V. am Herzen – die große Mitte des Vereins. Um sie geht es mir in erster Linie. Ich möchte “Münchens große Liebe” auf sympathische Art und Weise leben und auf ebenso sympathische Art und Weise über Bayern hinaus erlebbar machen.
In meiner Vorstellung greifen Spitzensport, Profisport, Breitensport und Jugendförderung noch stärker ineinander, als sie das bisher tun. Es muss uns noch mehr darum zu gehen, die Jugend zu begeistern (meine Tochter ist auch Mitglied im Verein) – nicht nur für den Fußball, sondern auch für die anderen Sektionen.
Wir brauchen dazu die neue Turnhalle für alle Breitensportler ebenso wie den Profifußball mit allen Fans und deutschlandweiter Ausstrahlung Ich möchte künftig den TSV 1860 e.V. als starken Verein mit starker Marke noch greifbarer machen. Der Verein braucht möglichst viele Unterstützer mit entsprechenden Beiträgen.

 

Bisher veröffentlichte Fragebögen der Verwaltungsrats-Kandidaten:

Thomas Baudisch
Robert von Bennigsen
Christian Dierl
Markus Drees
Robert Forster
Maximilian Glogger
Martin Gräfer
Thomas Hirschberger
Alexander Hofmann
Sascha Königsberg
Klaus Lutz

Ein Wort zum TSV 1860 München: Prof. Dr. Michael Piazolo

5

Von wegen “Stagnation” – Prof. Dr. Michael Piazolo teilt in unserer Kurzserie “Ein Wort zum TSV 1860 München” seine Gedanken zum neuen Kurs des e.V..

Wo andere Stagnation und gar Rückschritte sehen, sehen wir wirtschaftliche Vernunft, zukunftsfähige, nachhaltige Konzepte und messbaren Fortschritt. Und wir sind nicht allein. Wir haben ehemalige Spieler, die selbst ihre fußballerische Heimat in Giesing haben, aber auch mehr oder weniger prominente Anhänger und Freunde des TSV 1860 München nach ihren Gedanken gefragt.

“Ein Wort zum TSV 1860 München”: Prof. Dr. Michael Piazolo teilt sechzger.de seine Gedanken mit

„Der TSV 1860 München ist ein Verein, der fest in der Stadt und vor allem in seinem Viertel, Giesing, verankert und damit identifikationsstiftend ist. Durch das Nachwuchsleistungszentrum mit jungen Spielern aus der Region wird diese Wirkung noch verstärkt und sollte durch eine nachhaltige, beständige Weiterentwicklung fortgeführt werden. Da die Sechzger zudem einen wichtigen Beitrag zur Stadtkultur beisteuern und sich vielfältig engagieren, hoffe ich, dass die Löwen weiter die genannten Stärken zeigen.“

— Prof. Dr. Michael Piazolo, Mitglied im Bayerischen Landtag, Staatsminister a.D.

sechzger.de blickt zurück: Scherbenhaufen nach Totalabsturz

Seit dem Sommer 2017, in dem die erste Mannschaft des TSV 1860 München in Folge eines wirtschaftlichen und sportlichen Desasters der aus dem Mutterverein ausgegliederten Profi-Fußballgesellschaft, bis in die Regionalliga Bayern fiel, sind die Vertreter des Muttervereins beharrlich um einen bodenständigeren Kurs bemüht.

Die ökonomischen und strukturellen Problemlagen in der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA waren im Nachwuchsbereich schon zwei Spielzeiten vor dem großen Crash wahrnehmbar gewesen. Zwei Jahre lang blieb die KGaA damals dem gemeinnützigen Verein die vertraglich vereinbarten Ausbildungszuschüsse schuldig. In der Folge mussten Ausbildungsmaßnahmen zurückgefahren werden und zeitgleich mit den Profis stiegen in der Saison 2016/2017 auch die A- und B-Junioren aus der Bundesliga ab.

TSV München von 1860 e.V. trägt die Ausbildung der jungen Talente seit 2017 allein

Seit dem Sommer 2017 trägt der Mutterverein die Ausbildung der Talente finanziell allein. Die ausstehenden Beihilfen wurden nach dem Neubeginn im Rahmen eines Sanierungskonzepts für die überschuldete KGaA gestundet. Der Eintritt zahlreicher Neumitglieder in den Verein versetzte die Verantwortlichen in die Lage, umfangreiche organisatorische, konzeptionelle und ausbildungsspezifische Erneuerungen bei den Junglöwen voranzutreiben.

Das Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 München ist heute wieder eine renommierte Ausbildungsstätte. Sowohl die A-Junioren wie die B-Junioren kehrten sportlich in die Bundesliga  zurück. Zahlreiche Nachwuchstalente konnten sich für den Einsatz im Profibereich des TSV 1860 München qualifizieren. Die Profimannschaft des Klubs verfügt seit vielen Jahren über eine der höchsten Quoten an sogenannten Eigengewächsen im Deutschen Fußball.

Neue Geschäftsführer des TSV 1860 setzen auf die Jugend

Das vom Mutterverein zu Jahresbeginn neu eingesetzte Management der Profi-Fußballgesellschaft (Dr. Christian Werner, Sport/Oliver Mueller, Finanzen) verfolgt einen sportlichen Kurs, der diese Bemühungen für die Zukunft zu einem identitätsstiftenden Merkmal für den TSV 1860 München institutionalisieren will.

Die Presse berichtet darüber: Für Präsident Robert Reisinger war die Verpflichtung von Giannikis, Werner und Mueller diesbezüglich ein Meilenstein. „Wir müssen von unserer Ausbildungsqualität mehr profitieren“, lautet seine alte, in einem Podcast erneuerte Forderung: „Diese Aufgabe ist in meinen Augen absolut wettbewerbsentscheidend. Dafür braucht es Kreativität, strategisches Geschick und einen scharfen Blick für Entwicklungspotenzial. Das scheint jetzt endlich angekommen zu sein.”

 

Fragebogen zur VR-Wahl: Klaus Lutz

17

Im Hinblick auf die bevorstehende Wahl des neuen Verwaltungsrats im TSV München von 1860 e.V. auf der Mitgliederversammlung am 16. Juni im Zenith) haben wir alle 24 Kandidierenden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Um den wahlberechtigten Mitgliedern (und natürlich auch allen anderen interessierten Löwenfans) die Positionen der zur Wahl stendenen Personen vorzustellen. Erfreulicherweise sind 20 Fragebögen ausgefüllt zurück gesendet worden.
Wir veröffentlichen diese unkommentiert in alphabetischer Reihenfolge. Hier kommt der Fragebogen von Klaus Lutz.

Ich bewerbe mich als Verwaltungsrat, weil…

Lutz: …ich seit frühester Kindheit Anhänger des Vereins bin und die Löwen während meiner Laufbahn immer als Fan unterstützt habe. Jetzt möchte ich den Mitgliedern anbieten, meine Erfahrung und meine Fähigkeiten zum Wohle des Vereins einzusetzen.

Welche Dinge hat der Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren gut gemacht?

Lutz: Allen Widrigkeiten der letzten Jahre zum Trotz ist es gelungen, dass die Fankultur weiterhin vital ist und sich die Mitgliederzahlen gut entwickeln.

Welche Dinge hätte der Verwaltungsrat besser machen können?

Lutz: Der Verwaltungsrat ist seiner Aufgabe, das Präsidium zu kontrollieren, nur unzureichend nachgekommen. In der Causa Sitzberger hätte der VR eine transparente, externe Untersuchung in Auftrag geben müssen. Er hätte zudem vom Präsidenten die Einhaltung regelmäßiger Jour Fixes verlangen müssen.

Mit welchen Aktivitäten/Projekten haben Sie sich in der Vergangenheit beim TSV 1860 München e.V. bereits eingebracht?

Lutz: In meiner beruflichen Rolle bei der BayWa habe ich mich erfolgreich dafür eingesetzt, dass wir Sponsor des Nachwuchsleistungszentrums wurden. Eine solche finanzielle Förderung war damals übrigens alles andere als selbstverständlich.

Der Profifußball ist das Aushängeschild von 1860 und traditionell das meistdiskutierte Thema in der Öffentlichkeit. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die KGaA in der nahen Zukunft?

Lutz: Was die 1. Mannschaft angeht, ist es höchste Zeit, dass die Löwen ihre Stärke zurückgewinnen. Wir müssen zurück in die zweite Liga – und zwar schnell.
Dazu, und zu allen weiteren Herausforderungen – Stadion, Nachwuchsleistungszentrum, Marke und vieles mehr – machen wir in unserem Matchplan umfangreiche Lösungsvorschläge.

Hasan Ismaik ist mit seiner Firma HAM zu 60% an der KGaA beteiligt. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich seit seinem Einstieg schwierig. Was ist Ihr Konzept für eine verbesserte Kommunikation/Zusammenarbeit mit Ismaik bzw. HAM?

Lutz: Wir müssen mit Hasan Ismaik sprechen und wichtige Fragen gemeinsam klären. Schließlich gehören ihm 60% der KGaA. Herr Ismaik hat immer gesagt, dass er bei seinem Engagement bleibt. Es kann also – bei allen kommunikativen Hürden – nicht bei einem steten Gegeneinander bleiben. Sonst versinkt der Profifußball in der Bedeutungslosigkeit. Klar ist aber auch: 50+1 gilt und wir setzen uns für die Interessen des Vereins ein. 

Die KGaA ist nach wie vor bilanziell überschuldet. Mit welchen Maßnahmen würden Sie die Entschuldung unter Einhaltung der Regularien von DFB/DFL vorantreiben?

Lutz: Sechzig muss in die zweite Liga um wieder kostendeckend zu wirtschaften. Dafür braucht es erst Investitionen. Wir schlagen dafür Genussscheine vor, weil sie die Schuldenlast auf der Bilanz nicht vergrößern.

Die Situation um einen Ausbau des Grünwalder Stadions bzw. einen Neubau stockt seit einiger Zeit. Welche Stadionlösung schwebt Ihnen vor?

Lutz: Ich wünsche mir ein ausgebautes Grünwalder Stadion. Sollte das absolut nicht umsetzbar sein, brauchen wir einen Neubau. Was nicht geht, ist Stillstand wie bisher.

Welche Abteilungen liegen Ihnen außer dem Fußball noch besonders am Herzen und warum?

Lutz: Das Boxen, weil es den Sportsgeist besonders fördert.
Die Skifahrer, weil sie für sozialen Austausch stehen.
Und natürlich der gesamte Breitensport, weil alle Abteilungen enorm viel bewegen, um die Jugend an den Sport heranzuführen.

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitteilen?

Lutz: Wir Löwen brauchen einen Neuanfang. Bitte kommt am 16.06. zur Mitgliederversammlung und stimmt für den Wandel.

 

Bisher veröffentlichte Fragebögen der Verwaltungsrats-Kandidaten:

Thomas Baudisch
Robert von Bennigsen
Christian Dierl
Markus Drees
Robert Forster
Maximilian Glogger
Martin Gräfer
Thomas Hirschberger
Alexander Hofmann
Sascha Königsberg

Ismaik, der die “Pressefreiheit respektiert”, ließ 2016 die komplette Presse aussperren

15

Hasan Ismaik respektiert nach eigenen Angaben die Pressefreiheit, das zumindest gab er gegenüber sechzger.de zu Protokoll. Gestern widmete er dem Münchner Merkur einen Post in den Sozialen Medien und bedankte sich für ein großes Interview. Doch die Stimmung zwischen Ismaik und dder Presse war nicht immer die Beste. Das zeigt ein Blick ins Jahr 2016, als er im November alle Medienvertreter aussperren ließ.

Hasan Ismaik gibt sich als Demokratiefreund

Gegenüber sechzger.de gab sich Ismaik am vergangenen Samstag als Freund der Pressefreiheit. Zumindest “glaube” er an sie, ließ er gegenüber drei Fan-Reportern der Redaktion verlauten.

Auch in seinen jüngsten Facebook Posts, die neben Videos, die zur “Zerstörung” bzw. “Vernichtung” von einzelnen Faninitiativen aufriefen, auch diverse Texterzeugnisse enthielten, stellte er sich in seiner Wortwahl hinter die Demokratie. Er schrieb: “Ich werde die Demokratie und die Pressefreiheit immer respektieren

November 2016: Ismaik lässt die gesamte Presse beim TSV 1860 aussperren

Die Pressefreiheit ist ein wichtiger Teil der demokratischen Grundsäulen, auf denen dieses Land steht. Sie ist in Artikel 5 des Grundgesetzes verankert und Einschränkungen werden von Gerichten mit höchster Sensibilität geprüft. Die Hürden sind zurecht hoch.

Der selbsternannte Demokratie-Freund Ismaik ließ im November 2016 die gesamte Presselandschaft vom TSV 1860 München aussperren. Grund war, dass dem Pressefreiheit-Gläubigen Ismaik die Berichterstattung rund um die Löwen nicht gefallen hatte. Auch in den folgenden Monaten gab es immer wieder Vorfälle, die im März 2017 wiederholt den Bayerischen Journalisten-Verband auf den Plan riefen.

So berichteten damals die Medien über Münchens große Stummschaltung

Die Löwen ziehen ihren lachhaften Medien-Boykott auf Geheiß von Investor Hasan Ismaik durch!

“Der launische Jordanier hatte sich über die in seinen Augen „despektierliche, unverschämte und verlogene Berichterstattung“ in den Medien beklagt. Die Folge: Interview- und Hausverbot für Medienvertreter.

Das Motto bei den Vereins-Verantwortlichen: wegducken, nur nicht in Ismaiks Ungnade fallen. Sonst stehen sie womöglich bald genauso vor verschlossen Türen, wie die Journalisten…”

“BILD” Zeitung vom 28.11.2016

Selbst für Giesinger Verhältnisse irrwitzig

“Der TSV 1860 München sperrt Reporter aus, die Deutsche Fußballliga ermittelt wegen möglicher Verstöße gegen die 50+1-Regel – und die teuren Personalwechsel vergrößern die Abhängigkeit von Investor Ismaik. […]

Der jordanische Investor des Fußball-Zweitligisten 1860 München fand die Woche nämlich gar nicht irrwitzig, sondern nur die Berichterstattung darüber. “Die Presse will Euch ganz bewusst in die Irre führen. Ich respektiere die Pressefreiheit in Deutschland, aber das geht eindeutig zu weit” […]

“Die Journalisten schreiben, dass ich die 50+1-Regel nicht akzeptieren würde”, ereiferte sich Ismaik, der vor einem Jahr in London noch gesagt hatte: “Die DFL sollte die 50+1-Regel aufheben.” Das sei eine “Lügenkampagne” und ein “dreckiges Spiel”.”Sämtliche Repräsentanten der Löwen sowie die 1860-Lizenzmannschaft stehen bis auf Weiteres nicht für Interviews und Gesprächsanfragen aller Medien zur Verfügung. Im Rahmen dieser Maßnahme ist allen Medienvertretern der Zugang zum Trainingsgelände nicht gestattet.”

– “Süddeutsche Zeitung” vom 28.11.2016

Chaos bei den Löwen: 1860 München sperrt die lokale Presse aus

“Geschäftsführer Anthony Power begründete den Schritt mit der „Berichterstattung in den letzten Wochen und Monaten“, die aus Sicht des Klubs „keine Basis für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit“ sei. […]

Es ist nicht die erste Strafaktion der Sechziger gegen die Medien. Im November, als der Klub Trainer Kosta Runjaic und Manager Thomas Eichin entlassen hatte, war Journalisten vorübergehend Hausverbot auf dem Vereinsgelände an der Grünwalder Straße erteilt worden.”

“Mitteldeutsche Zeitung” vom 01.02.2017

Bayerischer Journalisten-Verband kritisiert den TSV

Bei der Pressekonferenz der Löwen vor dem Heimspiel am Samstag (13 Uhr) gegen St. Pauli ist es zu einem Eklat mit Journalisten gekommen. Der Bayerische Journalisten-Verband hat sich bereits zu Wort gemeldet.[…]

Die gesamte Angelegenheit ruft nun auch den Bayerischen Journalisten-Verband (BJV) auf den Plan. “Wir fordern die Vereinsleitung des TSV 1860 auf, die Restriktionen gegen einzelne Medienvertreter unverzüglich aufzuheben und allen Medienvertretern ohne Unterschied Zugang zum Bundesliga-Spiel gegen den FC St. Pauli zu gewähren”.

“Kicker” vom 04.03.2017

Journalistenverband reagierte deutlich auf den Ausschluss der Presse durch Ismaik

Bereits im November 2016 reagierte der Bayerische Journalistenverband auf die Beschneidung der Pressefreiheit auf Ismaiks Geheiß. Dessen Vorsitzender Michael Busch forderte den Mitgesellschafter auf: “Nehmen Sie die Maßnahmen eines Redeverbots für Repräsentanten und Lizenzspielermannschaft sowie das Hausverbot – auch im eigenen Interesse – sofort zurück.”

Im März 2017 wurde der Verband deutlicher:

“Die Behinderung von unabhängiger Berichterstattung und der Versuch, einzelne Journalistinnen und Journalisten für kritische Beiträge über den Verein dadurch abzustrafen, dass ihnen der Zugang zu Spielen verwehrt wird, ist mit dem Grundrecht auf freie Berichterstattung unvereinbar. Der Verein missbraucht das Hausrecht dafür, missliebige Berichterstattung zu unterbinden. Bei berechtigten Einwänden gegen eine Berichterstattung gibt es rechtliche Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Missliebige Meinungsäußerungen sind aus gutem Grunde hinzunehmen und vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit geschützt.”

Ismaik will Jürgen Klopp zum TSV 1860 holen

26
Löwen Fans im Grünwalder Stadion TSV 1860 Heimspiele
Löwen Fans im Grünwalder Stadion

Hasan Ismaik hat im Gespräch mit Pro1860 verlauten lassen, dass er Jürgen Klopp zum TSV 1860 holen will.

Interview mit “Pro1860” in der “Abendzeitung”

Zu Gast bei der Abendzeitung München waren die Vertreter von “Pro1860”, Roman Beer und Eva Modlmayr sowie Christian Waggershauser. Sie berichteten dem Blatt über ihr Treffen mit Hasan Ismaik vergangene Woche und was der Jordanier alles aus dem Nähkästchen geplaudert hatte.

Roman Beer: Präsidium und Verwaltungsrat die Leute, die Ismaik eigentlich treffen sollte

Roman Beer war über den Vorschlag des Treffens durchaus überrascht gewesen, wie er zugab: “Auf die Idee, sich mit PRO1860 zu treffen, hätte er auch früher kommen können. Andererseits muss man sagen: Er trifft sich momentan mit Hinz und Kunz, nur nicht mit dem Präsidium und dem Verwaltungsrat. Das sind die Leute, die er eigentlich treffen sollte.” Ein Treffen mit den gewählten e.V.-Funktionären, die er allesamt unverblümt als “Lügner” bezeichnet, lehnt Ismaik bekanntlich ab.

Waggershauser: Missachtung des Vereins

Waggershauser ergänzte: “Das ist übrigens auch eine Missachtung des Vereins. Das höchste Gremium des Vereins ist die Mitgliederversammlung und die hat dieses Präsidium und diesen Verwaltungsrat mit sehr, sehr großer Mehrheit gewählt. Dass sich der Investor, dem 60 Prozent der Anteile gehören, trotz mehrfacher Einladung zu einem Treffen weigert, ist bestürzend.”

Die Mär von Pro1860 als Strippenzieher im Verwaltungsrat

Angesprochen auf das insbesondere auf einem investorenfreundlichen Blog kursierende Gerücht, “Pro1860” würde die Fäden im Verwaltungsrat und Präsidium ziehen, wurde Waggershauser deutlich:

Ich “kann aber aus meiner Erfahrung als Verwaltungsrat sprechen: Es wird immer mal wieder der Eindruck erweckt, dass PRO1860 der große Strippenzieher sei . Das ist eine Mär und völliger Quatsch. In all den 10 Jahren, in denen ich im Verwaltungsrat saß, kam es nicht einmal vor, dass jemand von PRO1860 mir vorschreiben wollte, was ich zu machen hätte.”

Ismaiks 200 Millionen Geschenkdarlehen

Roman Beer war besonders neugierig, wie Ismaik sein vor dem Pro1860-Treffen als Geschenk angekündigte 200 Millionen Euro Invest realisieren wolle, denn:

“Mich hätte auch interessiert, wie er selbst die 200 Millionen denn aufbringen will. Es gibt ja Vermögenslisten von Forbes, bei der er auf rund 300 Millionen Euro geschätzt wird. Davon zwei Drittel an Sechzig zu geben, wäre ja schon sehr hochgegriffen gewesen. Als es ums Stadion ging, meinte er sofort, dass solche Projekte über Banken finanziert werden. Dennoch ist dafür auch ein Eigenanteil nötig. Er hat mit keinem Wort gesagt, was von der Summe er denn selbst geben würde. Gleiches bei den Summen für den Sport.”

“We go to the Klopp”? Ismaik will Ex-Liverpool Coach zu den Löwen holen

Zur vergangenen Saison äußerten die Vertreter von “Pro1860” Verständnis für den eingeschlagenen Kurs der Vereinsführung und das Eingreifen in der Winterpause mittels 50+1.

Ismaik müsste Reisinger danken

“Es wurde von Ismaiks Vertrauten ein Kader zusammengestellt, der nicht funktioniert hat, und ein Trainer geholt, der völlig überfordert war. Eigentlich müsste Ismaik Reisinger danken, dass er mit 50+1 einen Geschäftsführer eingesetzt und einen Trainer geholt hat, die das Ruder herumgerissen und den Abstieg verhindert  haben. Das zeigt: In der sportlichen Verantwortung braucht es fähige Leute. Nur mit Geld und großen Namen kann man nicht erfolgreich sein.”

Jürgen Klopp zu 1860?

Dann wurde es kurios. Ismaik soll gegenüber “Pro1860” verkündet haben, Jürgen Klopp zu 1860 holen zu wollen:

“Ismaik wollte ja auch vor einigen Jahren Sven-Göran Eriksson zu Sechzig holen. Jetzt hat er beim Treffen mit PRO1860 behauptet, er will Jürgen Klopp holen.”

Dies überraschte selbst die AZ, die in Teilen zuletzt immer wieder Verständnis für Ismaik äußerte: “Wie bitte? Ismaik will Jürgen Klopp zu den Löwen holen?”

Roman Beer bestätigte die Aussage: “Ja, das hat er uns beim Treffen am Sonntag erzählt: Wenn wir eines Tages in der ersten Liga spielen, dann holen wir Jürgen Klopp, weil er dazu in der Lage wäre, ihn davon zu überzeugen, zu Sechzig zu kommen.”

Waggershauser warf ergänzend ein: “Da sind wir wieder beim Thema sportliche Kompetenz und Verständnis. Hasan Ismaik versteht die Löwen-Seele und das Fußball-Geschäft nicht. Das muss er ja auch nicht. Es gibt viele Investoren, die das Fußball-Geschäft nicht verstehen – aber die holen sich dann wenigstens kompetente Leute an ihre Seite.”

 

 

 

 

Fragebogen zur VR-Wahl: Sascha Königsberg

14

Im Hinblick auf die bevorstehende Wahl des neuen Verwaltungsrats im TSV München von 1860 e.V. auf der Mitgliederversammlung am 16. Juni im Zenith) haben wir alle 24 Kandidierenden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Um den wahlberechtigten Mitgliedern (und natürlich auch allen anderen interessierten Löwenfans) die Positionen der zur Wahl stendenen Personen vorzustellen. Erfreulicherweise sind 20 Fragebögen ausgefüllt zurück gesendet worden.
Wir veröffentlichen diese unkommentiert in alphabetischer Reihenfolge. Hier kommt der Fragebogen von Sascha Königsberg.

Ich bewerbe mich als Verwaltungsrat, weil…

Königsberg: …wir noch einiges vor haben. Wir sind – trotz der vielen Erfolge – noch nicht überall da angekommen, wo wir gerne hin möchten. Wir haben jetzt aber sowohl im Präsidium als auch der KGaA-Geschäftsführung die richtigen Weichen in eine positive Zukunft stellen können. Das möchte ich gerne weiterhin gestalten.
Außerdem ist es mir wichtig, dass sich nicht alles um den Profifußball dreht, sondern auch die Abteilungen ausreichend unterstützt werden. Dafür stehe ich genauso wie für eine Einbindung der Mitglieder und Fans. Mir ist eine Vertretung aller, auch dieser, Interessen sehr wichtig.

Welche Dinge hat der Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren gut gemacht?

Königsberg: Ich denke, ganz objektiv kann man sagen, dass der Verwaltungsrat ruhig und professionell gearbeitet hat. Es gab keine Indiskretionen. Darüber hinaus haben wir auch einen nicht unerheblichen Anteil an den positiven Entwicklungen im Verein (Stichwort Mitgliederstand, Finanzentwicklung, Sportangebot für Aktive, Vereinsheim etc.). Zu guter Letzt haben wir ein Jahr mit multiplen Krisen hinter uns, die uns zwar viel abverlangt haben, aber die wir gut gemeistert haben und mit der neuen Zukunftsperspektive auch noch das Beste draus gemacht haben.

Welche Dinge hätte der Verwaltungsrat besser machen können?

Königsberg: Wir haben es zwar geschafft, den Verein handlungsfähig zu halten und eine große Krise zu bewältigen. Aber im Rückblick wäre das vielleicht ein wenig leichter gefallen, wenn wir noch energischer in unserer Kontrollfunktion tätig geworden wären. Aber das ist reine Spekulation und auch nicht immer einfach, weil man bei einer so vertrauensvollen Zusammenarbeit (die ich für richtig erachte) nicht beim ersten kleinen Problem drauf los poltert.

Mit welchen Aktivitäten/Projekten haben Sie sich in der Vergangenheit beim TSV 1860 München e.V. bereits eingebracht?

Königsberg: Ich war lange Zeit führend in der aktiven Fanszene tätig. Zu der Zeit sind auch der Fanrat, die Stadionverbotskommission und die Blaue Hilfe entstanden, die ich mitbegründet habe. Darüber hinaus war ich schon Delegierter und habe in der damaligen Satzungskommission mitgeholfen, uns als Delegierte abzuschaffen und somit den Weg frei zu machen für mehr Mitgliederrechte und Mitbestimmung. Im Verwaltungsrat war ich von Anfang an als stellvertretender Vorsitzender tätig, später und aktuell noch als Vorsitzender. Das bedeutet viel Organisation und Abstimmung mit verschiedenen Personen und Gremien nicht nur bei den Löwen, sondern beispielsweise bzgl. 50+1 auch mit anderen Vereinen und dem Bundeskartellamt. Über die Arbeit im Verwaltungsrat habe ich ansonsten ja in den letzten Jahren immer auf der Mitgliederversammlung berichtet.

Der Profifußball ist das Aushängeschild von 1860 und traditionell das meistdiskutierte Thema in der Öffentlichkeit. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die KGaA in der nahen Zukunft?

Königsberg: Wir erleben aktuell leider einen langewährenden, sehr polarisierenden Wahlkampf bzgl. des Verwaltungsrats des Gesamtvereins. Auch hierbei wird sich sehr stark auf die KGaA und deren Themen fokussiert. Das finde ich sehr schade, aber auch schädlich. Daher wäre es auch und im Besonderen für die KGaA wünschenswert, wenn sich die Diskussionen endlich wieder versachlichen und beruhigen können. Dazu gehört auch, dass sich jedes Gremium auf die Aufgaben konzentriert, für das es da ist, also der Verwaltungsrat beispielsweise kaum im Zusammenhang mit der KGaA.
Ansonsten sind die großen Themen sportlicher Erfolg, Stadionsituation und Gesellschafterstruktur/Finanzierung natürlich bekannt. Auch hier haben wir die richtigen Leute gefunden, um in eine positive Zukunft blicken zu können. Aber auch dafür braucht es Ruhe und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Einfach mal machen lassen, die ersten Erfolge sprechen ja schon für sich.

Hasan Ismaik ist mit seiner Firma HAM zu 60% an der KGaA beteiligt. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich seit seinem Einstieg schwierig. Was ist Ihr Konzept für eine verbesserte Kommunikation/Zusammenarbeit mit Ismaik bzw. HAM?

Königsberg: In der letzten Zeit bestätigt sich wieder dieses Bild. Man muss sich nur die Kommunikation der HAM-Vertreter anschauen (siehe Aussagen Richtung Pro1860, Ultras und sogar anderen einzelnen Fans). Es zeigt sich, dass eine Kommunikation bzw. Zusammenarbeit nur „funktioniert“, wenn man sich dem Willen der HAM komplett unterwirft. Auch in der Vergangenheit hat das nie anders geklappt, wie wir mit vielen höchst unterschiedlichen Personen mit unterschiedlichen Ansätzen mit ansehen mussten. Die aktuellen Entgleisungen zeigen, dass das auch in Zukunft nicht anders sein wird.
Solch ein Verständnis von Vereinsführung hatten wir früher schon Mal bei uns. Mitgliederrechte gab es damals quasi nicht und da sind nahezu alle Probleme, die wir heute haben, ursprünglich entstanden. Wer diesen Weg erneut gehen will, macht sich selbst oder zumindest den Mitgliedern was vor.
Daher kann der Weg nur sein, einen möglichst starken e.V. aufzubauen, der möglichst selbstbewusst und stark agieren kann, anstatt sich zu unterwerfen (und somit die 50+1-Regel auszuhebeln). Das gelingt besonders, wenn die in diese Richtung agierenden Personen mit möglichst gutem Mandat von der Mitgliederversammlung ausgestattet werden. Dadurch wird unabhängiges Handeln zum Wohle der KGaA anstatt eines Gesellschafters ermöglicht. Dann kann der Weg des nachhaltigen und vernünftigen Erfolgs für die KGaA weiterverfolgt werden, zu dem wir den Mitgesellschafter weiterhin jederzeit einladen.

Die KGaA ist nach wie vor bilanziell überschuldet. Mit welchen Maßnahmen würden Sie die Entschuldung unter Einhaltung der Regularien von DFB/DFL vorantreiben?

Königsberg: Klar ist, dass 100 Millionen Euro neue Schulden (eine Schenkung oder Kapitalmaßnahme wäre seit Jahren möglich gewesen und wurde teilweise vom e.V. immer wieder angefragt) dabei nicht helfen. Ein angeblicher Verkauf der Anteile an die Fans, also der Versuch sich Stimmen zu erkaufen um einen Umsturz herbeizuführen, hilft ebenso nicht.
Vielmehr könnte eine Kapitalmaßnahme, möglicherweise mit einem Schuldenschnitt flankiert und am Ende mit erfolgreicher Sacharbeit durch die Geschäftsführer der richtige Weg sein. Das geht nicht schnell schnell, aber die Geduld brauchen wir leider nun einmal, weil in der Vergangenheit (insb. 2016/17) zu viele Fehler gemacht wurden. Allerdings ist auch das ein Thema, mit dem der Verwaltungsrat kaum operative Berührungspunkte hat.

Die Situation um einen Ausbau des Grünwalder Stadions bzw. einen Neubau stockt seit einiger Zeit. Welche Stadionlösung schwebt Ihnen vor?

Königsberg: Mir schwebt vor, dass die dafür zuständigen Personen eine ideale Lösung für die komplizierte Situation finden. Der Verwaltungsrat des e.V. ist nicht zuständig, sondern vor allem die Geschäftsführer der KGaA sowie die Vertreter der Landeshauptstadt München. Aber auch hier werden anscheinend inzwischen vertrauensvolle Gespräche geführt, die nicht ständig an die Öffentlichkeit gelangen, so dass ich guter Dinge bin, dass wir ein tragfähiges Konzept sehen werden, das alle Interessen (Sport, wirtschaftliche Situation, Faninteressen, Tradition des Vereins, Standortvorteile in Giesing etc.) angemessen berücksichtigt.

Welche Abteilungen liegen Ihnen außer dem Fußball noch besonders am Herzen und warum?

Königsberg: Es wäre unfair, wenn ich hier jetzt einzelne Abteilungen hervorheben würde. Ich bin total sportbegeistert und freue mich z.B. immer, während olympischen Spielen den Fernseher einschalten und immer spannenden Sport sehen zu können (wenn ich es schaffe, die Verbandsproblematik rund um den IOC auszublenden, was zunehmend schwerer wird). Wir haben so viele tolle Abteilungen und Sparten, die super Erfolge feiern. Damit sind nicht nur Meisterschaften und Siege gemeint, sondern auch, überhaupt der breiten Masse so viel Sport anbieten zu können. Ich bin daher sehr froh über die Entwicklungen und auch ein bisschen stolz darauf. So muss es weiter gehen, für alle Abteilungen!

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitteilen?

Königsberg: Freiheit für Sechzig! Niemand ist größer als der Verein!

 

Bisher veröffentlichte Fragebögen der Verwaltungsrats-Kandidaten:

Thomas Baudisch
Robert von Bennigsen
Christian Dierl
Markus Drees
Robert Forster
Maximilian Glogger
Martin Gräfer
Thomas Hirschberger
Alexander Hofmann

Ismaik vergleicht Mitgliederversammlung des TSV 1860 mit Wladimir Putin

12

Hasan Ismaik hat die Mitgliederversammlung des TSV München von 1860 e.V. mit Wladimir Putin unter Heranziehung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine verglichen.

Ismaik besuchte Fanclub auf der Fraueninsel

Hasan Ismaik hat am vergangenen Donnerstag einen Fanclub auf der Chiemseer Fraueninsel besucht. Hierbei versuchte er vor ca. 50 Anwesenden erneut, die Zuhörer(innen) zur Mitgliederversammlung zu bewegen.

Aufforderung an nicht stimmberechtigte Mitglieder, sich Wahlunterlagen “zu holen”

Ismaik sprach dabei auch gezielt die Mitglieder des Vereins an, die nicht stimmberechtigt sind, beispielsweise aufgrund einer außerordentlichen Mitgliedschaft. Diese sollten laut Ismaik noch vor der Mitgliederversammlung ihre Mitgliedschaft so umändern, dass sie stimmberechtigt sind: “die Teilnahme ist sehr wichtig und diejenigen, die keine Karten besitzen, die ihnen das Wählen erlauben, sollen diese Tauschen in Karten, die ihnen das Wählen erlauben.”

Ein Wechsel auf ein anderes Mitgliedschaftsmodell ist beim TSV München von 1860 e.V. natürlich möglich, aber Ismaik, der sich stets als sehr informiert über den TSV 1860 München gibt, verkennt dabei, dass eine Änderung der Mitgliedschaft erst zum neuen Geschäftsjahr greift. Außerordentliche Mitglieder, die jetzt vor der Mitgliederversammlung 2024 ihre Mitgliedschaft in eine Ordentliche Mitgliedschaft umändern ließen, wären also erst 2025 stimmberechtigt.

Hasan Ismaik vergleicht Mitgliederversammlung mit Wladimir Putin

Dass es beim TSV München von 1860 e.V. überhaupt außerordentliche Mitgliedschaften gibt, stößt Ismaik sauer auf. Dieses von der Privatautonomie im Deutschen Rechtsstaat gestützte und in der vereinsrechtlichen Praxis weitverbreitete Mitgliedschaftsmodell stellte der Jordanier mit “diktatorischem” Verhalten gleich und zieht im selben Atemzug Parallelen zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine:

“Der Putin hat sich so vergleichsweise als Beispiel gedacht, dass er einfach die Ukraine besetzen kann und ihm wurde gezeigt, dass es nicht so einfach ist, und das kann man auch auf diesen Wahlkampf beziehen”, so Ismaiks Übersetzer. “Die haben durch die Änderung der Satzung gedacht, dass sie sich alles erlauben können, aber durch Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen werden wir es ihnen zeigen. Die verhalten sich so diktatorisch, nicht wie in einer Dritten Welt, sondern wie in einer Vierten Welt. Wir müssen versuchen, das zu verhindern”.

“Die”, von denen Ismaik spricht, waren die abstimmenden Mitglieder im Rahmen des höchsten beschließenden Organs des Vereins: der Mitgliederversammlung.

Hasan Ismaik hat inzwischen einen (zusätzlichen) neuen Übersetzers bedient, der auf der Fraueninsel erstmals im Einsatz war.

Übersetzt der “Neue” auch alles falsch, Herr Ismaik?