Mit sehr deutlichen Statements von Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel und Löwentrainer Michael Köllner begann am Freitag Mittag die LÖWENRUNDE vor dem Spiel des TSV 1860 gegen Rot-Weiss Essen am Montag Abend (18.60 Uhr – im sechzger.de-Liveticker).
Gorenzel wieder mal dabei
In den vergangenen Spielzeiten war er noch bei (quasi) jeder Presserunde vor den Spielen der Löwen mit dabei auf dem Podium. In dieser Saison war dies bislang noch gar nicht der Fall. Aber nach drei Niederlagen in Serie, insgesamt 280 Spielminuten ohne Torerfolg und einem öffentlichen Anzählen seines Trainers hielt der Österreicher es ganz offensichtlich für geboten, zum Thema “Endspiel für Michael Köllner” deutlich Stellung zu beziehen:
Es gab in den letzten zwei Tagen einige Spekulationen in den Medien. Nur ich spekuliere hier nicht in meiner Verantwortung, sondern ich analysiere im Detail. Wir bewerten hier die Dinge ganzheitlich und – ins Detail – differenziert. Wir wissen ganz genau, dass wir uns in den letzten Spielen nicht mit Ruhm bekleckert haben. Wir wissen genau, woran es liegt und ich erkenne einen ganz klaren Plan, eine ganz klare Herangehensweise von unserem Cheftrainer. Und deswegen gibt es auch in keiner Form ein Ultimatum oder sonst irgendetwas.
Eine klare Zurückweisung der medial vereinzelt verbreiteten These, das Spiel gegen Essen sei als eine Art “Endspiel” für Michael Köllner zu interpretieren.
Köllner mit internen Vorwürfen
Aufhorchen ließ das darauf folgende Eingangsstatement vom Löwendompteur selbst. Er berichtete unter anderem, dass er zu einer Benefizveranstaltung für das NLZ am Donnerstag Abend nicht eingeladen worden sei.
Das ist dann eigentlich schon eine Blaupause für das, was momentan im Verein passiert. Wenn irgendwelche Insider irgendwelche Informationen durchstecken zur Presse, dann ist das kein Ruhmesblatt für einen erfolgreichen Verein. Und genau das ist am Ende das Problem, wo wir uns seit einigen Wochen damit rumschlagen. Weil ich glaube, dass viele Dinge in der letzten Zeit einfach genau das am Ende verursacht haben, keinen Erfolg zu haben. Dinge zu streuen, die am Ende nicht der Wahrheit entsprechen, ist genau das. Da wird dann was versucht, um nicht erfolgreich zu sein. Und genau das wollen wir zukünftig. Das werden wir auch wieder tun. Dass wir wieder Erfolg haben. Da bin ich fest davon überzeugt. (…) Dass wir am Montag ein erfolgreiches Spiel hinlegen werden.
Etwas vage und ein wenig verschwörungstheoretisch kam das schon daher, was der Oberpfälzer da von sich gab.
Erklärungsversuche für drei Niederlagen in Folge
Neben der von Köllner in den Raum gestellten Insiderinformationen, die an “die Presse durchgesteckt” worden seien, hat der 52jährige einen weiteren Faktor für die jüngsten Misserfolge identifiziert. Er heisst – erneut etwas überraschend – Marcel Bär.
Viele haben gedacht, vor dem Bayreuth-Spiel: Marcel Bär kommt zurück. Und das ist für viele dann so: ‘Jetzt ist der Heilsbringer zurück.’ Für alle heißt das natürlich: ‘Oh, unser Torschützenkönig kehrt zurück, mit einer unfassbaren Qualität.’ Die hat er, zweifelslos. Was heißt das aber dann für den anderen Spieler? ‘Der Bär wird es schon richten, da brauch ich fünf Prozent weniger. Dann geb ich wieder Verantwortung ab.’ Und genau in dem Thema sind wir gerade.
Personalfragen
Kurz und knapp ging Michael Köllner natürlich auch auf das Personal für die Partie am Montag ein. Es sei zu berücksichtigen, dass man heute vier und nicht nur einen Tag vor dem Spiel zusammenkomme. Es lägen ja noch mehrere Trainingseinheiten vor den Löwen, ehe sie am Montag Abend auflaufen. Milos Cocic sei im Aufbautraining, Michael Glück werde heute an der Nase operiert. Quirin Moll sei weiter krank und Leandro Morgalla – der in Freiburg schmerzlich vermisste Jungstar der Löwen – mache Fortschritte. Die Rückfrage, ob ein Einsatz von Morgalla am Montag denkbar sei, bejahte Köllner.
Eine halbe Stunde LÖWENRUNDE
Knapp 29 Minuten dauerte die Veranstaltung im Pressestüberl. Deutlich länger als die beiden vorangegangenen LÖWENRUNDEN, aber noch weit weg von der Dauer der mitunter sehr launigen und amüsanten Gespräche zu erfolgreicheren Zeiten an der Grünwalder Straße 114. Eine klare Vorgabe für den Montag hatte Köllner aber auch in dieser halben Stunde parat:
Wir brauchen einen Sieg, damit wir in die Pause gut reingehen können. Grundsätzlich brauchen wir einen Sieg, damit wir in unseren Ambitionen am Ende auch weiter gut unterwegs sind. Mit einem Sieg haben wir 32 Punkte. Das ist nicht so schlecht, wie manche denken. Am Ende musst du eines auch wissen: Die Saison wird immer ein Auf und Ab sein. Es wird immer mal eine Phase geben, wo du eine Krise hast. Und schaut euch mal die Liga an: Manche haben die Krise schon hinter sich und manche durchleben die seit Wochen und Monaten. Immer noch. Wir haben drei Spiele ausgelassen, null Punkte geholt in drei Spielen. Das ist nicht akzeptabel, keine Frage. Aber ich kann das letzte Spiel nicht mehr beeinflussen. Jetzt geht es darum den Fokus auf das nächste Spiel zu richten. Das nächste Spiel kannst du beeinflussen.